Stabat Mater

Jeremias (08.09.2006, 12:58):
Der Text des "Stabat Mater" ist einer der meistvertonten in der Musikhistorie. Mir fallen spontan Vivaldi, Boccherini, Pergolesi und Dvorak ein. Letzter hat daraus ja ein abendfüllendes Konzertwerk gemacht, bei Vivaldi und Boccherini dauert eine Aufführung gerade knappe 20 Minuten., bei pergolesi sind es 45. Welche Aufnahmen bevorzugt Ihr, kennt ihr noch andere Versionen?
Zelenka (08.09.2006, 17:56):
Die Stabat Mater-Versionen, die sich bei mir angesammelt haben:

Bononcini, Antonio (c1677-1726)

Stabat Mater
Palmer, Esswood, Langridge, Keyte, Scott, Willison, Wellington, McVeigh, Choir of St John's College, Cambridge, Philomusica of London, Guest ADD Decca Double Decca 4438682


Dvorák, Antonín (1841-1904)

Stabat Mater op. 58
Mathis, Reynolds, Ochman, Shirley-Quirk, Bavarian Radio Chorus, BRSO, Kubelik ADD DG Galleria 4239192


Palestrina, Giovanni (c1525/6-1594)

Stabat Mater
Tallis Scholars, Phillips DDD Gimell CDGIM994


Pergolesi, Giovanni Battista (1710-1736)

Stabat Mater
Palmer, Hodgson, Choir of St John's College, Cambridge, Argo Chamber O, Hill, Guest ADD Decca Double Decca 4438682
Bonney, Scholl, Les Talens Lyriques, Rousset DDD Decca L'Oiseau-Lyre 4661342


Scarlatti, Domenico (1685-1757)

Stabat Mater in C minor
Spinks, Sansom, Majoram, Schütz Choir of London, Norrington ADD Decca Double Decca 4438682
Ensemble William Byrd, O'Reilly DDD Pierre Verany PV704103


Schubert, Franz (1797-1828)

Stabat mater in G minor D 175
Bavarian Radio Choir, Schloter, BRSO, Sawallisch DDD EMI 724358601121

Stabat mater in F major D 383
Donath, Protschka, Fischer-Dieskau, Bavarian Radio Choir, BRSO, Sawallisch DDD EMI 724358601121


Szymanowski, Karol (1882-1937)

Stabat Mater op. 53
Szmytka, Quivar, Connell, CBSO Chorus, Halsey, City of Birmingham Symphony O, Rattle DDD EMI CDC5551212


Thomson, Virgil (1896-1989)

Stabat Mater
Tourel, New Music String Quartet ADD Sony Masterworks Heritage, Vocal Series MHK60899


Vivaldi, Antonio (1678-1741)

Stabat Mater in F minor RV 621
Scholl, Ensemble 415, Banchini DDD Harmonia Mundi HMC901571



Gruß,

Zelenka
Jimi (09.09.2006, 14:40):
Hallo Jeremias und Zelenka,

es gibt noch ein Stabat Mater von Rossini.

Mein "LieblingsStabatMater" ist aber momentan von Pergolesi: :down

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1442328.jpg

:hello Jimi
Jeremias (11.09.2006, 10:41):
Vielen Dank für diesen CD-Tip! Ist es denn das Werk an sich, das Dich derzeit so fasziniert oder zudem auch noch diese spezielle Aufnahme? ich besitze nur diese hier:

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B00000E4C2.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1118307347_.gif

Mit Mirella Freni und Theresa Berganza bin ich aber bisher rundum glücklich gewesen. Siamak habe ich diese Aufnahme dann auch geschenkt. Er hört ja sonst kaum Vokalmusik, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass ihm diese CD sehr gut gefallen hat.
Jimi (12.09.2006, 20:40):
Original von Jeremias
Vielen Dank für diesen CD-Tip! Ist es denn das Werk an sich, das Dich derzeit so fasziniert oder zudem auch noch diese spezielle Aufnahme?



Hallo Jeremias,

ganz klares sowohl als auch. :D
Als ich mir die Stabat Mater Aufnahme zufällig in einem Cd-Geschäft anhörte kannte ich davon nur den Anfang von einem Klassik-Sampler.

Vielleicht kennst du das Gefühl, man kennt ein Stück in einer oder mehreren Einspielungen, die einem ganz gut gefallen, aber irgendetwas fehlt, oder passt nicht 100 % zusammen, ohne dass man genau sagen kann was. ?(

Dann hört man eine andere Aufnahme und ist sofort restlos begeistert - es passt einfach alles.
So ist es mir mit der oben abgebildeten Stabat Mater gegangen.

Hier noch ein Link zu einer lesenswerten Kritik: Klassik.com

Mirella Freni und Theresa Berganza kenne ich “nur“ von Opernaufnahmen, bin gespannt wie die beiden das Stabat Mater singen. Wenn ich die Aufnahme mal sehe werd ich auf jeden Fall reinhören.

Viele Grüße,

Jimi
Jeremias (12.09.2006, 23:43):
Das solltest Du in jedem Falle tun, genauso wie ich mir Deine Aufnahme einmal näher anhören werde!
der_Thomas (13.10.2006, 19:37):
Hallo,
gleich als erste Aktion als neues Mitglied in diesem schönen Forum möchte ich noch 2 weitere bisher ungenannte "Stabat Mater" erwähnen:

Herbert Howells (1892-1983) - Stabat Mater
Chorsinfonik in bester englischer Tradition, in gleichem Atemzug zu nennen, wie Holst, Vaughn-Williams, Britten.

Charles Villiers Stanford (1852-1924) - Stabat Mater


Viele Grüße,

der Thomas
Jeremias (08.09.2006, 12:58):
Der Text des "Stabat Mater" ist einer der meistvertonten in der Musikhistorie. Mir fallen spontan Vivaldi, Boccherini, Pergolesi und Dvorak ein. Letzter hat daraus ja ein abendfüllendes Konzertwerk gemacht, bei Vivaldi und Boccherini dauert eine Aufführung gerade knappe 20 Minuten., bei pergolesi sind es 45. Welche Aufnahmen bevorzugt Ihr, kennt ihr noch andere Versionen?
Zelenka (08.09.2006, 17:56):
Die Stabat Mater-Versionen, die sich bei mir angesammelt haben:

Bononcini, Antonio (c1677-1726)

Stabat Mater
Palmer, Esswood, Langridge, Keyte, Scott, Willison, Wellington, McVeigh, Choir of St John's College, Cambridge, Philomusica of London, Guest ADD Decca Double Decca 4438682


Dvorák, Antonín (1841-1904)

Stabat Mater op. 58
Mathis, Reynolds, Ochman, Shirley-Quirk, Bavarian Radio Chorus, BRSO, Kubelik ADD DG Galleria 4239192


Palestrina, Giovanni (c1525/6-1594)

Stabat Mater
Tallis Scholars, Phillips DDD Gimell CDGIM994


Pergolesi, Giovanni Battista (1710-1736)

Stabat Mater
Palmer, Hodgson, Choir of St John's College, Cambridge, Argo Chamber O, Hill, Guest ADD Decca Double Decca 4438682
Bonney, Scholl, Les Talens Lyriques, Rousset DDD Decca L'Oiseau-Lyre 4661342


Scarlatti, Domenico (1685-1757)

Stabat Mater in C minor
Spinks, Sansom, Majoram, Schütz Choir of London, Norrington ADD Decca Double Decca 4438682
Ensemble William Byrd, O'Reilly DDD Pierre Verany PV704103


Schubert, Franz (1797-1828)

Stabat mater in G minor D 175
Bavarian Radio Choir, Schloter, BRSO, Sawallisch DDD EMI 724358601121

Stabat mater in F major D 383
Donath, Protschka, Fischer-Dieskau, Bavarian Radio Choir, BRSO, Sawallisch DDD EMI 724358601121


Szymanowski, Karol (1882-1937)

Stabat Mater op. 53
Szmytka, Quivar, Connell, CBSO Chorus, Halsey, City of Birmingham Symphony O, Rattle DDD EMI CDC5551212


Thomson, Virgil (1896-1989)

Stabat Mater
Tourel, New Music String Quartet ADD Sony Masterworks Heritage, Vocal Series MHK60899


Vivaldi, Antonio (1678-1741)

Stabat Mater in F minor RV 621
Scholl, Ensemble 415, Banchini DDD Harmonia Mundi HMC901571



Gruß,

Zelenka
Jimi (09.09.2006, 14:40):
Hallo Jeremias und Zelenka,

es gibt noch ein Stabat Mater von Rossini.

Mein "LieblingsStabatMater" ist aber momentan von Pergolesi: :down

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1442328.jpg

:hello Jimi
Jeremias (11.09.2006, 10:41):
Vielen Dank für diesen CD-Tip! Ist es denn das Werk an sich, das Dich derzeit so fasziniert oder zudem auch noch diese spezielle Aufnahme? ich besitze nur diese hier:

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B00000E4C2.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1118307347_.gif

Mit Mirella Freni und Theresa Berganza bin ich aber bisher rundum glücklich gewesen. Siamak habe ich diese Aufnahme dann auch geschenkt. Er hört ja sonst kaum Vokalmusik, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass ihm diese CD sehr gut gefallen hat.
Jimi (12.09.2006, 20:40):
Original von Jeremias
Vielen Dank für diesen CD-Tip! Ist es denn das Werk an sich, das Dich derzeit so fasziniert oder zudem auch noch diese spezielle Aufnahme?



Hallo Jeremias,

ganz klares sowohl als auch. :D
Als ich mir die Stabat Mater Aufnahme zufällig in einem Cd-Geschäft anhörte kannte ich davon nur den Anfang von einem Klassik-Sampler.

Vielleicht kennst du das Gefühl, man kennt ein Stück in einer oder mehreren Einspielungen, die einem ganz gut gefallen, aber irgendetwas fehlt, oder passt nicht 100 % zusammen, ohne dass man genau sagen kann was. ?(

Dann hört man eine andere Aufnahme und ist sofort restlos begeistert - es passt einfach alles.
So ist es mir mit der oben abgebildeten Stabat Mater gegangen.

Hier noch ein Link zu einer lesenswerten Kritik: Klassik.com

Mirella Freni und Theresa Berganza kenne ich “nur“ von Opernaufnahmen, bin gespannt wie die beiden das Stabat Mater singen. Wenn ich die Aufnahme mal sehe werd ich auf jeden Fall reinhören.

Viele Grüße,

Jimi
Jeremias (12.09.2006, 23:43):
Das solltest Du in jedem Falle tun, genauso wie ich mir Deine Aufnahme einmal näher anhören werde!
der_Thomas (13.10.2006, 19:37):
Hallo,
gleich als erste Aktion als neues Mitglied in diesem schönen Forum möchte ich noch 2 weitere bisher ungenannte "Stabat Mater" erwähnen:

Herbert Howells (1892-1983) - Stabat Mater
Chorsinfonik in bester englischer Tradition, in gleichem Atemzug zu nennen, wie Holst, Vaughn-Williams, Britten.

Charles Villiers Stanford (1852-1924) - Stabat Mater


Viele Grüße,

der Thomas
satie (09.09.2008, 21:05):
Ich war mir eigentlich nicht ganz sicher, ob ich das nun hier posten soll oder im Pergolesi-Thread oder aber im Thread betreffend die Kinder-Gesangssolisten, denn überall würde es hineinpassen. Ich nahm den Thread, in den das Werk vom Titel her am besten passt, außerdem geht es um das wahrscheinlich bekannteste Stabat Mater, jenes von Pergolesi, einem Komponisten, dessen Namen man vielleicht automatisch mit diesem Werk zu allererst verbindet.
Seit einigen Tagen hält es mich wieder gefangen, und ich habe immer wieder diese beiden Interpretationen (meine momentan einzigen Aufnahmen davon) im Vergleich gehört:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0034571162942.jpg
Fisher, Chance, The King's Consort, Robert King
Label: Hyperion , DDD, 1987

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0782124125622.jpg
Naseband, Kowalski, Alpermann, Kammerorchester "CPE Bach",Haenchen
Label: Berlin , DDD, 1992

Die beiden Interpretationen unterscheiden sich folgendermaßen grundelegend:

King: sehr kleine Besetzung (ich bin mir nicht ganz sicher, aber es klingt nach nur 2 Violinen, Cintinuopart mit Orgel und Laute und natürlich die Solostimmen). Stimmen besetzt mit Sopranistin und Altus

Hänchen: etwas fülliger besetzt in den Streichern, allerdings Continuo nur mit Orgel (also weder Laute noch Cembalo etc. als Verdopplung). Die Stimmen sind hier besetzt mit einem Knabensopran und einem Altus.

Daher eignen sich die Aufnahmen auch perfekt für einen Vergleich von Frauenstimme und Knabenstimme, ja es fällt einem fast wie Schuppen von den Ohren...aber ich will nicht vorgreifen. Mir gefallen grundsätzlich beide Aufnahmen, je nachdem was ich beachten will.

Zunächst aber sei angemerkt, dass bei diesem letzten Werk des nur 26jährig verstorbenen Komponisten keineswegs klar ist, ob das wirklich solistisch besetzte Stimmen sein MÜSSEN, es liegt aber (so weit ich informiert bin) sehr nahe, dass es grundsätzlich eher solistisch als chorisch aufzuführen sei.

Der erste Satz, mit dem ich nun auch meinen Vergleich beginnen will, ist wohl der ergreifendste. Dieser Satz dürfte das Werk zum kirchenmusikalischen "Hit" des 18. Jahrhunderts gemacht haben (neben Pergolesis Eigenart, hier eine oft opernhafte Melodik für Sakralmusik zu benutzen; dies allerdings kennen wir schon von Monteverdi). Rein musikalisch-handwerklich liegen dem Satz allerdings sehr einfache satztechnische Topoi zugrunde, einmal ein Dur-Moll-Parallelismus-Modell (in der rückwärts laufenden Abwandlung; das ist ganz am Anfang) und dann, bei "Juxta crucem" ein Kanon in der Oberquarte. Erst beim genaueren Hingucken bemerkt man, dass schon am Anfang ein Kanon in den Oberstimmen liegt (Kanon in der Obersekunde), mir jedenfalls ist es eben erst aufgefallen, als ich noch einmal in den Klavierauszug schaute. Der Kanon am Anfang ist allerdings harmonisch hie und da notwendigerweise etwas modifiziert, wodruch man auch etwas auf die falsche Fährte gelockt wird. Außerdem ist die melodische Idee ein kleines Kreuzmotiv, wie man es auch von Bach her kennt (wenn ich nicht irre in der cis-moll-Fuge des WTK 1 z.B.).
Ein einfaches handwerkliches Prinzip also, musikalisch aber vielleicht gerade durch diese Strenge ergreifend (Mozarts Requiem hat zu Beginn genau dieselbe Aura).

Dieser erste Satz, bei dem die Stimmen so schön ineinandergeflochten sind, hat in beiden Aufnahmen seine wunderbaren Momente. Mir gefällt hier Hänchens Zugang sehr: er lässt jeden Einstiegston ganz aus dem Nichts kommen, wodurch die Reibungen der Sekunden sich langsam entfalten und das ganze sehr schwebend wird. King lässt hier sachlicher spielen, doch durch die spärliche Besetzung und die große Klarheit überzeugt dies als eine Art musikalische "Arte Povera", ein Minimum an Instrumenten, gesamthaft zurückgenommen, introvertiert.

Im zweiten Satz, einer Sopranarie, zeigen sich die stimmlichen Unterschiede mehr als deutlich. Während in der Hänchen-Aufnahme der sehr tapfer agierende Dennis Naseband sofort an die Grenzen seiner kindlichen Stimme gerät, kann Gillian Fischer zeigen, wieviel mehr Sicherheit in ihrer Stimme liegt. Zwar wäre eine Knabenstimme eigentlich wunderschön, schlanker und so ganz ohne Vibrato, aber in der Aufnahme unter Hänchen gelingt meiner Meinung nach zu vieles nicht: in den Höhen muss der arme Junge drücken, und die Intonation lässt mitunter bei schweren Sprüngen doch arg zu wünschen übrig (wenn auch nicht so schlimm, dass es nicht zu ertragen wäre). Zu oft allerdings allerdings muss er die nicht sauber getroffenen Einstiegstöne zurechtrücken. Eine besonders gemeine Stelle allerdings ist "Pertransivit..." wo Pergolesi viermal hintereinander Halbtontriller auf langen Noten fordert. Der gewählte Knabensopran kann offenbar keine Triller singen, daher entfallen diese und werden durch einen simplen Vorschlag von oben ersetzt, was natürlich den musikalischen Kontext verändert (zumal die Streicher davor ja die Triller spielen). Fischer hingegen singt wirklich Triller (ohnehin nicht leicht mit der Stimme) und ist weit intonationssicherer.
Wo in der Hänchen-Aufnahme beide Stimmen gemeinsam singen, gefällt mir die Sache weit besser. Gesamthaft (denn ich will hier nicht noch viel mehr schreiben) gefällt mir aber das dicker besetzte Streicherensemble nicht so gut, auch wünschte ich mir, man hätte wie in der King-Aufnahme noch eine Laute (oder in den schnellern Sätzen auch mal ein Cembalo) zusätzlich zur Orgel eingesetzt. Allerdings: Jochen Kowalski, der Altus der Hänchen-Aufnahme, gefällt mir sehr sehr gut, besser als Michael Chance, der unter Robert King singt.
Müsste ich eine davon wählen, so würde die Wahl doh auf Kings Interpretation fallen, weil mir a) der Gestus des Einfachen, Kargen b) das Continuo c) die Sopranstimme doch besser gefallen.

Nun der furchtbar langen Rede wahrscheinlich einziger Sinn: wer hat hier eine Empfehlung für Aufnahmen mit Knabenstimme und Altus, bei der die oben beschriebenen Probleme nicht auftreten, bzw. weitere Empfehlungen und kann dazu etwas mehr als nur "schön" oder "nett" schreiben? Mich interessieren Dinge wie
- Farbigkeit des Continuo (werden hier die Instrumente gewechselt oder nicht, gibts eine besonders schöne Orgel oder gar Aufnahmen ohne Orgel etc.?)
- Qualität der Stimmen (stlisicher, beweglich, intonationssicher und trotzdem farbig? Verzierungen??)
- evtl. sogar wechselnd besetzte Streichergruppen? (es müssten ja nicht immer alle mitspielen...vielleicht hat auch einer das Experiment gewagt, was anderes als Violinen zu benutzen? Oder was anderes als ein Cello für die Continuogruppe?)

Ich bin äußerst gespannt, was ihr alle zu diesem wunderbaren Werk erzählen könnt.

Herzlich,
S A T I E
Carola (09.09.2008, 22:32):
Original von Satie

Nun der furchtbar langen Rede wahrscheinlich einziger Sinn: wer hat hier eine Empfehlung für Aufnahmen mit Knabenstimme und Altus, bei der die oben beschriebenen Probleme nicht auftreten, bzw. weitere Empfehlungen und kann dazu etwas mehr als nur "schön" oder "nett" schreiben?

Herzlich,
S A T I E

Lieber Satie, damit kann ich leider nicht dienen, da mir Knabensoprane nicht ins Haus kommen, auch ein Altus nur, wenn er Andreas Scholl heißt.

Aber falls es statt Vollkornbrot mal ausnahmsweise ein Eisbecher mit Sahne sein soll, kann ich diese Aufnahme mit Sopranistin und Altistin empfehlen.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028941510327.jpg

Ein Continuo im eigentlichen Sinne ist unter dem opulentem Streicherklang leider nicht auszumachen. Ich meine aber, in der Ferne so etwas wie eine Orgel zu hören. :D

Gruß, Carola
satie (09.09.2008, 23:31):
Liebe Carola,
da ich mit dem Cholesterin gewaltig aufpassen muss, kommt mir dieser Eisbecher nicht mal in die Kühltruhe...wahrscheinlich ist das auch noch die von Salieri bearbeitete Fassung mit vierstimmigem Chor...brr...

Ne, da will ich doch lieber Vollkornbrot, hat mir der Arzt auch ausdrücklich empfohlen...

Dennoch dankt
S A T I E
Sarastro (10.09.2008, 23:42):
Ich kenne von Pergolesis Stabat Mater nur diese Einspielung, die oben, wenn ich nichts übersehen habe, nicht genannt worden ist:

http://cover6.cduniverse.com/MuzeAudioArt/Large/13/387313.jpg

Mir fehlen also leider Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Aufnahmen; auf die von Dir, Satie, angesprochenen Punkte müßte ich bei Gelegenheit noch besonders achten. Auf jeden Fall handelt es sich nicht um die - mir unbekannte - Überarbeitung durch Salieri und Süßmayer.
Besonders bemerkenswert finde ich das Werk gerade auch vor dem Hintergrund seiner frühen Entstehung: 1736 wirkten ja noch Bach und Händel, und bei Pergolesi macht sich der "empfindsame Stil" schon sehr deutlich bemerkbar (obwohl mir schon bewußt ist, daß Vater Bach durchaus auch seine "empfindsamen" Momente hatte).

Schöne Grüße,
Sarastro
satie (11.09.2008, 07:27):
Original von Sarastro
Ich kenne von Pergolesis Stabat Mater nur diese Einspielung, die oben, wenn ich nichts übersehen habe, nicht genannt worden ist:

http://cover6.cduniverse.com/MuzeAudioArt/Large/13/387313.jpg

Mir fehlen also leider Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Aufnahmen; auf die von Dir, Satie, angesprochenen Punkte müßte ich bei Gelegenheit noch besonders achten. Auf jeden Fall handelt es sich nicht um die - mir unbekannte - Überarbeitung durch Salieri und Süßmayer.
Besonders bemerkenswert finde ich das Werk gerade auch vor dem Hintergrund seiner frühen Entstehung: 1736 wirkten ja noch Bach und Händel, und bei Pergolesi macht sich der "empfindsame Stil" schon sehr deutlich bemerkbar (obwohl mir schon bewußt ist, daß Vater Bach durchaus auch seine "empfindsamen" Momente hatte).

Schöne Grüße,
Sarastro

Lieber Sarastro,
genau diese Aufnahme habe ich mir gestern auch besorgt, weil da auch Altus und Knabensopran Einsatz finden. Ich muss sagen, dass der Knabensopran Sebastian Hennig viel besser ist als jener, der bei Hänchen singt. Gewisse Wackligkeiten in der Stimme liegen scheinbar in der Natur dieser Stimmen, jedenfalls fallen diese an genau den selben Stellen schon auf. Der Junge hier bemüht sich immerhin, auch mal Pralltriller zu machen (was weit besser passt, als die Verzierungen wegzulassen; sowieso ein Unding). Allerdings stört mich bei dieser Aufnahme eher Rene Jacobs, den ich als Altus einfach zu schwachbrüstig finde (im Vergleich zu Kowalsky jedenfalls besteht er definitiv nicht).
Also klarer Fall: Hänchen muss das ganze nochmal einspielen, und zwar jetzt mit solistischer Besetzung, Cuntinuo zusätzlich mit Laute o.ä., Kowalsky kann wieder antreten, dazu aber bitte diesen Sebastian Hennig.
Was soll das heißen, der ist jetzt mittlerweile 40? Stimmbruch? Ach, Mann...
Poztupimi (16.09.2008, 22:14):
Original von Satie
Liebe Carola,
da ich mit dem Cholesterin gewaltig aufpassen muss, kommt mir dieser Eisbecher nicht mal in die Kühltruhe...wahrscheinlich ist das auch noch die von Salieri bearbeitete Fassung mit vierstimmigem Chor...brr...

Ne, da will ich doch lieber Vollkornbrot, hat mir der Arzt auch ausdrücklich empfohlen...

Dennoch dankt
S A T I E

Lieber Satie,

ergänzend ein paar Angaben zur Abbado-Aufnahme:

Stabat Mater
per soprano, contralto, archi e continuo
in folgender Besetzung:

Margaret Marshall, Sopran & Lucia Valentini Terrani, Alt
Leslie Pearson, Orgel
London Symphony Orchestra

Was bombastischer klingt als es laut Beiheft ist:

Violine I: 8
Violine II: 6
Viola: 4
Violoncello: 3
Kontrabaß: 2

Also eher gemäßigter Cholesterin-Gehalt :D

Grüße,
Wolfgang
Carola (16.09.2008, 22:26):
Original von Poztupimi

Also eher gemäßigter Cholesterin-Gehalt :D

Grüße,
Wolfgang

Wobei das Vibrato der beiden Sängerinnen in gewissen Ohren vermutlich sämtliche Grenzwerte überschreiten wird...

Gruß, Carola
Poztupimi (16.09.2008, 22:48):
Original von Carola
Original von Poztupimi

Also eher gemäßigter Cholesterin-Gehalt :D

Grüße,
Wolfgang

Wobei das Vibrato der beiden Sängerinnen in gewissen Ohren vermutlich sämtliche Grenzwerte überschreiten wird...

Gruß, Carola

Liebe Carola,

ich habe die CD gerade im Spieler, und ich gebe Dir in dieser Hinsicht vollkommen recht, es ist doch starker Tobak. Ich hätte erst noch einmal hören sollen, bevor ich "gemäßigt" schrieb. Aber die letzten 5 Minuten halte ich jetzt auch noch durch!

Grüße,
Wolfgang
Carola (16.09.2008, 23:22):
Original von Poztupimi


Liebe Carola,

ich habe die CD gerade im Spieler, und ich gebe Dir in dieser Hinsicht vollkommen recht, es ist doch starker Tobak. Ich hätte erst noch einmal hören sollen, bevor ich "gemäßigt" schrieb. Aber die letzten 5 Minuten halte ich jetzt auch noch durch!

Grüße,
Wolfgang

Lieber Wolfgang,

ja, ich war auch ein wenig schockiert, als ich die CD nach längerer Zeit mal wieder gehört hatte. Das kommt von der ganzen HIPperei, früher wäre mir das Vibrato gar nicht so aufgefallen...

Wenn ich dann allerdings die Alternativen bedenke, Knabensopran und Altus - und das bei dem Text - nö.

Gruß, Carola
Sarastro (29.09.2008, 22:07):
Zufällig habe ich kürzlich diese Aufnahme des Stabat Mater entdeckt und, da sie so günstig war und ich auch nur eine einzige andere Einspielung dieses Werks besaß, gleich mitgenommen (außerdem ist La Serva Padrona auch noch drauf):

http://www.gustavkuhn.at/pics/cd_covers/pergolesi.jpg

Gustav Kuhn mit Orchestra Filarmonica Marchigiana
Paola Antonucci, Sopran
Donato di Stefano, Baß
Rosanna Mancarella, Mezzosopran

Zwar singen weder Altus noch Knabensopran, und der Klang des Orchesters wirkt in der weiter oben von mir genannten Einspielung kammermusikalischer und irgendwie intimer, aber ich finde die Aufnahme auf jeden Fall eindrucksvoll (liegt einfach am Werk an sich ...). Kennt jemand diese Aufnahme?

Grüße,
Sarastro
satie (29.09.2008, 22:58):
Original von Carola

Wenn ich dann allerdings die Alternativen bedenke, Knabensopran und Altus - und das bei dem Text - nö.

Gruß, Carola

Wie ist das zu verstehen? Wieso soll das bei dem Text nicht passen??
Carola (30.09.2008, 09:57):
Das Stabat mater (nach dem Gedichtanfang: Stabat mater dolorosa, lat. „Es stand die Mutter schmerzerfüllt“) ist ein mittelalterliches Gedicht, das die Gottesmutter in ihrem Schmerz um den Gekreuzigten besingt.

Quelle: Wikipedia

Ich möchte die "Schmerzensmutter" nun mal von einer anderen Frau besungen wissen, ist das wirklich so schwer zu verstehen?

Gruß, Carola
satie (30.09.2008, 15:43):
Original von Carola
Das Stabat mater (nach dem Gedichtanfang: Stabat mater dolorosa, lat. „Es stand die Mutter schmerzerfüllt“) ist ein mittelalterliches Gedicht, das die Gottesmutter in ihrem Schmerz um den Gekreuzigten besingt.

Quelle: Wikipedia

Ich möchte die "Schmerzensmutter" nun mal von einer anderen Frau besungen wissen, ist das wirklich so schwer zu verstehen?

Gruß, Carola

Überhaupt nicht, nur kann ich es mir durchaus anders vorstellen, daher hatte ich gefragt.
Strelitzia (24.02.2009, 21:07):
Hallo,

passend zu meiner "Suche" habe ich direkt einen Beitrag gefunden. Ich hoffe mir kann hier jemand behilflich sein.

Ich suche den Text zu den Sätzen des Stabat Maters von Pergolesi.

Am besten wär' das ganze Stabat Mater aber bevorzugt von dem Duett:
Fac, ut adreat und Quando Corpus.

Ich habe vor einigen Jahren das Stück mit meinem Chor aufgeführt und habe erhebliche Textschwierigkeiten. Würde diese aber dies gern wieder auffrischen da ich es gern singe bzw. mit meiner Mutter gern zusammen singen würde.

Ich würde mich freuen, wenn mir geholfen werden kann.


Denise
Sarastro (25.02.2009, 23:16):
Hallo Strelitzia,
der Text des Stabat Mater von Pergolesi ist z.B. hier zu finden; er ist mindestens auch in den Booklets zu den beiden von mir hier weiter oben genannten Einspielungen samt Übersetzungen abgedruckt.
Ich habe den Internet-Text mal damit verglichen. Er scheint mir im Prinzip korrekt zu sein; in Strophe 10 müßte es aber nach den beiden Booklets "Fac ut ardeat cor meum in amando Christum Deum ut - nicht et! - sibi complaceam" heißen, obwohl auch "et" grammatisch sinnvoll und korrekt wäre (sinngemäß bleibt es sich im Zusammenhang ja gleich).

Hilft Dir das weiter?
Schöne Grüße,
Sarastro