ich habe Strawinsky (1882 - 1972) im Forum gesucht - nichts vorhanden !?! :D Mögt ihr Strawinsky nicht ? :beer Kann nicht sein.
Wer Strawinsky noch nicht hat, der macht mit Strawinsky´s eigene´n CBS-Aufnahmen zum Kennenlernen nichts falsch, da es sein (fast)Gesamtwerk in einer 22CD-SONY-Box preisgünstig gibt. Einschränkend muß aber gesagt werden, dass Strawinsky kein geschickter und guter Dirigent war, sodaß seine Haupt-Werke von anderen Dirigenten wesentlich ausdrucksstärkeren Aufnahmen vorliegen.
Für mich ist diese SONY-Box weniger von interesse, da ich bereits zwei der früher erschienenen SONY-3CD-Boxen mit Strawinsky und seinen Hauptwerken daraus habe, sowie fastzinierende Aufnahmen seiner hauptwerke von anderen Dirigentengrößen. 22Cd´s Strawinsky
!?!
da ist vieles dabei das man nur einmal hört oder gar nicht.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7985870.jpgknapp 40,-Euro bei jpc Igor Strawinsky Edition auf 22 CDs
Feuervogel;Scherzo a la Russe;Scherzo fantastique; Feu d'Artifice;Petruschka;Sacre du Printemps;Les Noces;Renard;Geschichte vom Soldaten-Suite;Apollon Musagete;Agon;Jeu de Cartes;Scenes de Ballet;Bluebird-Pas de Deux; Le Baiser de la Fee;Pulcinella;Orpheus;Suiten zu Petruschka, Pulcinella, Feuervogel;Symphonien in Es & C;Symphonie in drei Sätzen;Psalmensymphonie;Konzert f. Klavier & Bläser;Movements f. Klavier & Orchester;Capriccio f. Klavier & Orch.;Violinkonzert;Greeting Prelude;Suiten Nr. 1 & 2;Dumbarton Oaks;4 Norw. Impressionen;Circus Polka;Konzert in D;8 Instrumental Miniatures;4 Etudes;Preludium for Jazz Ens.; Concertino f. 12 Instruments;Oktett;Ragtime;Tango;Septett;Pastorale;Ebony Concerto;Symphonie f. Bläser;Duo Concertant;Serenade in A; Piano Rag Music;Sonate f. 2 Klaviere;Klaviersonate;Le Rossignol;Mavra;56 Lieder;Scherzlieder;Cat's Cradle Songs;In memoriam Dylan Thomas;Elegy;Owl & Pussycat;Tilim-Bom;TheRake's Progress;Oedipus Rex;Le Deluge;Persephone;Ode;3 Madrigale;Vom Himmel hoch;Le Roi des Etoiles;AveMaria;Credo;Paternoster;Cantata;Mass;Babel;Canticum sacrum;Introitus "T. S.Eliot in memoriam";A Sermon;Anthem;Threni;Chant du Rossignol;Epitaphium;Danses concertantes;Double Canon;Abraham and Isaac;Aldous Huxley in memoriam;Requiem Canticles Dirigenten: Igor Strawinsky & Robert Craft (assistent) Label: Sony , ADD, m/s
Dies ist ganz interessant um mal die Werke gelistet zu sehen.
:hello In weiteren Beiträgen möchte mich einigen seiner Hauptwerke aus nachstehender Liste (Ballette und Orchesterwerke) zuwenden und natürlich den entsprechenden CD-Aufnahmen.
Ballette L'Oiseau de feu (Der Feuervogel) (1910) Petruschka (1911/revidiert 1946) Le sacre du printemps (1913/revidiert 1922/1943) Pulcinella (1920) Les Noces (1923) Apollon Musagète (1928/revidiert 1947) Le Baiser de la fée (Der Kuss der Fee) (1928/revidiert 1950) Jeu de cartes (Das Kartenspiel) (1936) Orpheus (1957) Agon (1953/1964)
Orchesterwerke Sinfonie Es-Dur op. 1 (1905-07) Le chant du rossignol - Sinf. Dichtung (1917) Violinkonzert (1931) Konzert in Es für Kammerorchester "Dumbarton Oaks" (1937/38) Sinfonie in C (1939/40) Sinfonie in 3 Sätzen (1942-45) Symphonies d'instruments à vent für 23 Blasinstrumente (1920/1945–1947) Oktett (1922–1923) Concerto - für Klavier und Blasorchester (1923–1924) Circus Polka (1942) Scherzo à la Russe (1944) Ebony Concerto (1946)
Vokalwerke Psalmensinfonie für Chor und Orchester (1930/1949) Mass für Chor und Orchester (UA 1948) Pater noster Motette für gem. Chor Ave Maria für gem. Chor
satie (14.11.2007, 11:31): Lieber teleton, sehr schön, endlich ein Strawinsky-Thread. Ich hatte selbst schon überlegt, vielleicht einen solchen zu starten, aber angesichts dieses gewaltigen Oeuvres ist es nicht einfach, einen Anfang zu finden. Die Sony-Box habe ich auch, sie war ja wirklich ein Schnäppchen, und die Aufnahmen sind sehr gut (einmal abgesehen vom Raumklang, der mich schon immer gestört hat bei den Einspielungen mit den Columbia-Leuten). Zwar sagt man Strawinsky nach, erhabe nicht sonderlich gut dirigieren können, doch haben die Aufnahmen unter seiner Leitung einen eigenen Charme. Die Tempi hat Strawinsky nicht so genau genommen, aber das haben die wenigsten Komponisten, die ihre eigenen Werke eingespielt haben.
Natürlich sind viele von Strawinskys Werken Klassiker geworden, allen voran wahrscheinlich das "Sacre du printemps" mit seiner sagenumwobenen Skandal-Premiere. Dann werden die meisten wohl auch den Feuervogel kennen, der stark von seinem Lehrer Rimskij-Korssakow beeinflusst ist (Strawinsky selbst meinte sogar, der Feuervogel zeige starke Einflüsse Tschaikowskys). Ein Meisterwerk, welches ich immer wieder gerne höre ist sein "Histoire du soldat", ebenso die Movements für Klavier und Orchester, die bereits zwölftönig sind.
Strawinsky ist für mich unter anderem deshalb bedeutend, weil er einer der letzten großen Komponisten war, die noch in einem konventionellen Verständnis alle Gattungen bedient haben. Und Strawinsky hat eine Wandlungsfähigkeit bewiesen, die sein Freund Arthur Rubinstein mit dem Farbwechsel des Chamäleons verglich. In der Tat wechselte Strawinsky seinen Stil formal und klanglich recht oft, allerdings niemals, ohne die eigene Handschrift zu bewahren. So schrieb er zuerst in der spätromantischen Tradition (Feuervogel, Scherzo a la russe), dann deutlich modernistisch (Sacre, Petruschka, Les Noces etc.), dann Neoklassizistisch (Concerto in D, Symphonie in C u.v.a.), und in seinem Spätwerk zwölftönig. Die letzte Phase ist insofern interessant, weil zwischen Schönberg und Strawinsky ein übler Streit herrschte, nicht zuletzt auch deshalb, weil Adorno Schönberg über alles verehrte, Strawinsky hingegen beinahe als behindert und krank hinstellte. Dennoch versuchte Strawinsky sich im Spätwerk an der von Schönberg entwickelten Technik, allerdings in einer typisch strawinkyesken Weise. Er folgte zwar der Technik, aber immer auf klangliche Gesichtspunkte konzentriert (in der Regel notierte Strawinsky zuerst die Klänge, dachte also vertikal, Schönberg eher anders herum). So haben Strawinskys dodekaphonischen Werke eine ganz andere Sinnlichkeit als jene von Schönberg, die den Klang nur als sekundär einstufen (eine Haltung, die durch den ganzen Serialismus hindurch die europäische Musik geprägt hat: Boulez etwa war der Ansicht, es sei egal wie es klinge, wichtig sei nur, wie es gemacht ist). Ohne Zweifel ist Strawinsky einer der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts gewesen, der glücklicherweise heute, nachdem der Serialismus zumindest von den meisten zu Grabe getragen wurde, auch die Anerkennung in den elitären Kreisen erfährt, die ihm gebührt.
Herzlich, S A T I E
teleton (14.11.2007, 12:11): Le Sacre du Printemps - Ballett (1913) Dieses Werk hat bei der Uraufführung einen Skandal ausgelöst - heute ist es eines der meistgespielten Orchesterwerke Strawinsky´s. 1913 - ja , da war er seiner Zeit schon ganz schön weit voraus. Sicher einer der Gründe warum er damals nicht verstanden wurde.
:) Meine erste Aufnahmen mit Swetlanow war wiedermal ein Glückfall. Diese Aufnahme ist von 1964 und es handelt sich um die russische Erstaufnahme auf Schallplatte (Eurodisc). Im Vergleich zu Ansermet, den ich in einer Strawinsky-Ballette-LP-Box habe, werden bei Swetlanow werden die Barbarissmen unglaublich effektvoll ausgespielt.
:) Auf CD folgte dann eine weitere Superaufnahme mit Fedossejew / Moskauer PH (JVC). Eine Melodiya-Aufnahme die damals von Japan JVC auf CD herausgekommen ist und damals mit eine der besten CD-Objekte waren die überhaupt im Handel zur verfügung standen. Wie da die tiefen Trommeln rüber kommen ist unsagbar.
:) Durch Kritiken und Besprechnungen hörte ich in Boulez alte CBS-Aufnahme herein, die mir zu unspectaculär und zu sehr auf Details bedacht, statt auf Emotion. Die neuere DG-Aufnahme finde ich etwas besser. Seine Auffassung der Werke hat sich in den Jahren zwischen SONY und DG nicht großartig geändert. Kein Detail bleibt unterbelichtet, alles äußerst Präzise - phantastisch gespielt. Dies erreicht er durch ein langsameres Tempo als seine Kollegen. Wer die russ.Aufnahmen mit Swetlanow und Fedossejew oder auch gerne Solti im Ohr hat, dem werden die Boulez-Aufnahmen zu spannungsarm vorkommen und man wünscht sich in den eruptiven Passagen und nicht nur beim Opfertanz am Schluß einfach mehr Energie. Dies ist für mich um so verwunderlicher, da auf der gleichen DG-CD mit Boulez die meiner Meinung beste Aufnahme des Feuervogel-Balletts (Gesamtaufnahme, keine Suite) mit drauf ist. Hier spielt das Chicago SO : Boulez läßt auch hier nichts unterbelichtet, bietet zudem aber einen Höllentanz des Königs Katschei, der an Härte und Bombastik alles bisher dagewesene übertrifft. So hätte ich mir den Boulez-Sacre gewünscht. Strawinsky nimmt hier quasi den Sacre vorweg.
Diese CD ist ein ganz heißer Tipp für 10,-€, da sie die Aufnahmen enthält, die auch auf den beiden DG-Hochpreis-CD´s für 19,95€ zu haben ist - aber wegen dem Feuervogel !!!
:)Lange vor Boulez war Solti mein Favorit, auch wegen der hervorragenden Pepruschka-Aufnahme auf gleicher CD. Da die Fedossejew-Aufnahme aber nicht mehr greifbar ist, kann ich diese DECCA-Eloquence-CD, die ich mir eigndlich wegen Petruschka gekauft hatte, ebenfalls als ganz großen Wurf für beide Werke empfehlen - und das für 5,99€:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/1431331.jpg Le Sacre du Printemps Petruschka Chicago SO, Solti Label: Decca , ADD, 73/94 Für machen ist diese Aufnahme des Sacre aber zu sehr auf Hochspannung getrimmt, wodurch die Kontraste leiden. Die wirklichen fff-Passagen wirken dann nicht mehr in dem Maße wie es sein sollte.
:) In der RONDO-Kritik habe ich gelesen, das Bernstein in New York bei seiner ersten (von Drei) Einspielungen auf CBS von 1958 eine hörschockartige Interpretation abgeliefert hat: Mehr als allen anderen Dirigenten gelingt es Bernstein, den Schock begreiflich zu machen, den das Werk bei seiner Uraufführung auslöste. In ihrer Wildheit und Brutalität kommt diese Aufnahme einem orchestralen Exorzismus gleich. Das Orchester ist bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gefordert – und darüber hinaus: Gelegentlich sind durchaus Erschöpfungserscheinungen spürbar. Diese Worte machten mich neugierig und ich kaufte die SONY-CD bei EBAY. Es wurde eine meiner besten und wichtigsten EBAY-Käufe. Bei amazon ist die SONY-CD nicht mehr zu haben: "Führen wir nicht oder nicht mehr - jetzt gebraucht vorbestellen."
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000025IJ0.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg Strawinsky: Le Sacre; Petruschka New Yorker PH / Leonard Bernstein SONY, Aufnahme CBS 1958, ADD Ich muß dazu folgendes sagen: :down Bernsteins Interpretation (CBS 1958) ist absolut überwältigend; kein Detail wird verschluckt, die Schlaginstrumente kommen sauber und trocken über den Lautsprecher. Spannung vom ersten Teil bis zum Schluß, wie Fedossejew(JVC) und Solti(Decca). In wilden Passagen entsteht kein Klanggewusel (=die Instrumente verschwimmen ineinander) der Schlaginstrumente (wie bei Boulez), sondern jeder Schlag ist präzise einzeln durchzuhören. Die CBS-Techniker waren schon 1958 auf einem zukunftsweisenden Stand der Technik. Die Petruschka-Version (1947) auf der Bernstein-CD ist ebenfalls spitzenmäßig gelungen.
:) Eine hab ich noch, wegen der guten Kritiken und es ist die Klangbeste von allen - natürlich Decca !
In der RONDO - Kritik werden von Thomas Schulz 12 Aufnahmen des Sacre gegeneinandergestellt. Als Beste bezeichnet er die Chailly-Aufnahme: Zitat: Die beste Aufnahme ist gestrichen 12. Gibt es ihn überhaupt, den perfekten "Sacre"? So wie die Dinge liegen, können wir momentan wählen zwischen Rattles Wärme, Markewitschs Aggressivität, Strawinskys Sachlichkeit und Boulez’ transparenter Gelassenheit. Doch halt, eine Aufnahme existiert, die all diese Elemente in sich vereint, und dies bei einem an Durchhörbarkeit und Dynamik alles andere übertreffenden Klangbild: die mit Riccardo Chailly und dem Cleveland-Orchester. Aber die ist gestrichen. Gestrichen ist sie nicht - man kann sie überall bestellen ( :D nur bei Neckermann nicht). Ich hatte sie mir vor ein paar Monaten bei einem amazon-Anbieter gekauft.
:W Die Natürlichkeit der Wiedergabe und der Frequanzumfang ist gigantisch - vergleichbar mit besten SACD-Aufnahmen - hier auf CD !!! Was T.S. schreibt von der Vereinigung der positiven Elemente verschiedener Aufnahmen schreibt kann man gut nachvollziehen. Sie gehört mit Sicherheit zu den Besten.
:wink Dennoch vermag sie meine absoluten Favoriten Bernstein und Swetlanow nicht zu verdrängen, die in meinen Ohren einfach noch unmittelbarer, spannender und hingebungsvoller klingen.
Interessant sind auch die anderen Strawinsky-Ballette mit Chailly auf der Doppel-CD (leider nur die Feuervogel-Suite); Petruschka in der Fassung von 1945 ganz fantastisch (habe aber noch keinen Unterschied zur Fasssung 1919 feststellen können) .
ich muss gestehen, daß ich Strawinsky bisher eher unbewußt nicht gehört habe.
Etwas "unangenehm" empfand ich ihn durchaus durch seine negativen Äußerungen üver Vivaldi.
Letztendlich besitze ich derzeit nahezu keine Aufnahmen bzw. nur diese:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2631187.jpg
Immerhin bisher davon ungehört: Der Feuervogel;Petruschka;Pulcinella-Suite; Le Sacre du Printemps;Les Noces;Mass;Symphonie in C; Symphonie in 3 Sätzen;Scenes du Ballet
Nun dann ....... werde ich mich ihm wohl spätestens 2008 nähern...
Walter (01.02.2008, 11:00): Original von teleton :D Mögt ihr Strawinsky nicht ? :beer Kann nicht sein.
Wer Strawinsky noch nicht hat, der macht mit Strawinsky´s eigene´n CBS-Aufnahmen zum Kennenlernen nichts falsch, da es sein (fast)Gesamtwerk in einer 22CD-SONY-Box preisgünstig gibt.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7985870.jpgknapp 40,-Euro bei jpc Igor Strawinsky Edition auf 22 CDs
seit Weihnachten habe ich diese Box!
Stravinsky war bisher nicht in meinem Focus - daher bot sich die Box an und ich bin positiv überrascht.
Die Aufnahmequalität ist durchweg hoch. Die Musik Stravinskys überrascht mich - bisher war ich unbedarft - mit einer begeisternden Rhythmik und erstaunlicher Lebensfreude. Gerade von einem Russischen Künstler hatte ich das nicht so erwartet.
Also die 22 CDs machen mir so richtig Spass und sind sicher eine super Empfehlung zum Kennenlernen.
Gruß,
satie (01.02.2008, 11:39): Lieber Walter, die Box ist wirklich gut! Manche der Aufnahmen sind etwas trocken im Klang, aber durchaus noch "im Rahmen". Strawinsky ist sicher einer, zu dem man nicht unbedingt gleich einen Draht findet. Die preiswerte Box hatte ich dann auch ohne zu zögern gekauft.
@teleton: Das Sacre hat wahrscheinlich sogar den berühmtesten Skandal aller Zeiten ausgelöst! Es gibt darüber eine lange Diskussion, denn viele Experten gehen davon aus, dass der Skandal kalkulierte Sache war (angeblich hatte Dhiagilew, der Impresario der Ballets Russes, sogar einen Sandal erhofft). Cocteau beschrieb die Atmosphäre bei der Uraufführung als von anfang an extrem aufgeladen. Rein musikalische Gründe scheint der Skandal weniger gehabt zu haben: künstlerischen Anstoß nahm man wohl eher an Nijinskys Choreographie (er war sehr unerfahren und baute einige recht unausgegorene Elemente ein). Erstaunlich ist, dass Monteux damals das Stück stoisch bis zum Ende dirigiert hat, ungeachtet der Schlägereien, auf die Bühne geworfenen Gegenstände etc. Mit dem Schlusston traf dann die Polizei ein... Das Werk wurde kurze Zeit später mit großem Erfolg aufgeführt. Ein Skandal ist oftmals aus marketingmäßiger Sicht ein Segen, denn nichts macht ein Werk so bekannt und folglich interessant. Die Pariser neigten scheinbar ohnehin sehr zu Skandalen, es gab extrem verfeindete Fronten im Publikum, man wartete nur darauf, sich an die Gurgel zu gehen. Da waren die Stücke eher nur eine willkommene Begründung für die Ausschweifungen. Bei den Aufnahmen wollte ich noch auf eine mit Brundo Maderna hinweisen, die noch nicht genannt wurde: Leider habe ich kein Bild, aber die Aufnahme kam 1988 nochmal bei Stradivarius heraus als "Maderna-Portrait". Das Sacre folgt nach Mozarts Symphonie Nr. 18, danach kommen Schönbergs 5 Stücke für Orchester und "Ein Überlebender aus Warschau". Eine schöne Aufnahme.
ich habe Strawinsky (1882 - 1972) im Forum gesucht - nichts vorhanden !?! :D Mögt ihr Strawinsky nicht ? :beer Kann nicht sein.
Wer Strawinsky noch nicht hat, der macht mit Strawinsky´s eigene´n CBS-Aufnahmen zum Kennenlernen nichts falsch, da es sein (fast)Gesamtwerk in einer 22CD-SONY-Box preisgünstig gibt. Einschränkend muß aber gesagt werden, dass Strawinsky kein geschickter und guter Dirigent war, sodaß seine Haupt-Werke von anderen Dirigenten wesentlich ausdrucksstärkeren Aufnahmen vorliegen.
Für mich ist diese SONY-Box weniger von interesse, da ich bereits zwei der früher erschienenen SONY-3CD-Boxen mit Strawinsky und seinen Hauptwerken daraus habe, sowie fastzinierende Aufnahmen seiner hauptwerke von anderen Dirigentengrößen. 22Cd´s Strawinsky
!?!
da ist vieles dabei das man nur einmal hört oder gar nicht.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7985870.jpgknapp 40,-Euro bei jpc Igor Strawinsky Edition auf 22 CDs
Feuervogel;Scherzo a la Russe;Scherzo fantastique; Feu d'Artifice;Petruschka;Sacre du Printemps;Les Noces;Renard;Geschichte vom Soldaten-Suite;Apollon Musagete;Agon;Jeu de Cartes;Scenes de Ballet;Bluebird-Pas de Deux; Le Baiser de la Fee;Pulcinella;Orpheus;Suiten zu Petruschka, Pulcinella, Feuervogel;Symphonien in Es & C;Symphonie in drei Sätzen;Psalmensymphonie;Konzert f. Klavier & Bläser;Movements f. Klavier & Orchester;Capriccio f. Klavier & Orch.;Violinkonzert;Greeting Prelude;Suiten Nr. 1 & 2;Dumbarton Oaks;4 Norw. Impressionen;Circus Polka;Konzert in D;8 Instrumental Miniatures;4 Etudes;Preludium for Jazz Ens.; Concertino f. 12 Instruments;Oktett;Ragtime;Tango;Septett;Pastorale;Ebony Concerto;Symphonie f. Bläser;Duo Concertant;Serenade in A; Piano Rag Music;Sonate f. 2 Klaviere;Klaviersonate;Le Rossignol;Mavra;56 Lieder;Scherzlieder;Cat's Cradle Songs;In memoriam Dylan Thomas;Elegy;Owl & Pussycat;Tilim-Bom;TheRake's Progress;Oedipus Rex;Le Deluge;Persephone;Ode;3 Madrigale;Vom Himmel hoch;Le Roi des Etoiles;AveMaria;Credo;Paternoster;Cantata;Mass;Babel;Canticum sacrum;Introitus "T. S.Eliot in memoriam";A Sermon;Anthem;Threni;Chant du Rossignol;Epitaphium;Danses concertantes;Double Canon;Abraham and Isaac;Aldous Huxley in memoriam;Requiem Canticles Dirigenten: Igor Strawinsky & Robert Craft (assistent) Label: Sony , ADD, m/s
Dies ist ganz interessant um mal die Werke gelistet zu sehen.
:hello In weiteren Beiträgen möchte mich einigen seiner Hauptwerke aus nachstehender Liste (Ballette und Orchesterwerke) zuwenden und natürlich den entsprechenden CD-Aufnahmen.
Ballette L'Oiseau de feu (Der Feuervogel) (1910) Petruschka (1911/revidiert 1946) Le sacre du printemps (1913/revidiert 1922/1943) Pulcinella (1920) Les Noces (1923) Apollon Musagète (1928/revidiert 1947) Le Baiser de la fée (Der Kuss der Fee) (1928/revidiert 1950) Jeu de cartes (Das Kartenspiel) (1936) Orpheus (1957) Agon (1953/1964)
Orchesterwerke Sinfonie Es-Dur op. 1 (1905-07) Le chant du rossignol - Sinf. Dichtung (1917) Violinkonzert (1931) Konzert in Es für Kammerorchester "Dumbarton Oaks" (1937/38) Sinfonie in C (1939/40) Sinfonie in 3 Sätzen (1942-45) Symphonies d'instruments à vent für 23 Blasinstrumente (1920/1945–1947) Oktett (1922–1923) Concerto - für Klavier und Blasorchester (1923–1924) Circus Polka (1942) Scherzo à la Russe (1944) Ebony Concerto (1946)
Vokalwerke Psalmensinfonie für Chor und Orchester (1930/1949) Mass für Chor und Orchester (UA 1948) Pater noster Motette für gem. Chor Ave Maria für gem. Chor
satie (14.11.2007, 11:31): Lieber teleton, sehr schön, endlich ein Strawinsky-Thread. Ich hatte selbst schon überlegt, vielleicht einen solchen zu starten, aber angesichts dieses gewaltigen Oeuvres ist es nicht einfach, einen Anfang zu finden. Die Sony-Box habe ich auch, sie war ja wirklich ein Schnäppchen, und die Aufnahmen sind sehr gut (einmal abgesehen vom Raumklang, der mich schon immer gestört hat bei den Einspielungen mit den Columbia-Leuten). Zwar sagt man Strawinsky nach, erhabe nicht sonderlich gut dirigieren können, doch haben die Aufnahmen unter seiner Leitung einen eigenen Charme. Die Tempi hat Strawinsky nicht so genau genommen, aber das haben die wenigsten Komponisten, die ihre eigenen Werke eingespielt haben.
Natürlich sind viele von Strawinskys Werken Klassiker geworden, allen voran wahrscheinlich das "Sacre du printemps" mit seiner sagenumwobenen Skandal-Premiere. Dann werden die meisten wohl auch den Feuervogel kennen, der stark von seinem Lehrer Rimskij-Korssakow beeinflusst ist (Strawinsky selbst meinte sogar, der Feuervogel zeige starke Einflüsse Tschaikowskys). Ein Meisterwerk, welches ich immer wieder gerne höre ist sein "Histoire du soldat", ebenso die Movements für Klavier und Orchester, die bereits zwölftönig sind.
Strawinsky ist für mich unter anderem deshalb bedeutend, weil er einer der letzten großen Komponisten war, die noch in einem konventionellen Verständnis alle Gattungen bedient haben. Und Strawinsky hat eine Wandlungsfähigkeit bewiesen, die sein Freund Arthur Rubinstein mit dem Farbwechsel des Chamäleons verglich. In der Tat wechselte Strawinsky seinen Stil formal und klanglich recht oft, allerdings niemals, ohne die eigene Handschrift zu bewahren. So schrieb er zuerst in der spätromantischen Tradition (Feuervogel, Scherzo a la russe), dann deutlich modernistisch (Sacre, Petruschka, Les Noces etc.), dann Neoklassizistisch (Concerto in D, Symphonie in C u.v.a.), und in seinem Spätwerk zwölftönig. Die letzte Phase ist insofern interessant, weil zwischen Schönberg und Strawinsky ein übler Streit herrschte, nicht zuletzt auch deshalb, weil Adorno Schönberg über alles verehrte, Strawinsky hingegen beinahe als behindert und krank hinstellte. Dennoch versuchte Strawinsky sich im Spätwerk an der von Schönberg entwickelten Technik, allerdings in einer typisch strawinkyesken Weise. Er folgte zwar der Technik, aber immer auf klangliche Gesichtspunkte konzentriert (in der Regel notierte Strawinsky zuerst die Klänge, dachte also vertikal, Schönberg eher anders herum). So haben Strawinskys dodekaphonischen Werke eine ganz andere Sinnlichkeit als jene von Schönberg, die den Klang nur als sekundär einstufen (eine Haltung, die durch den ganzen Serialismus hindurch die europäische Musik geprägt hat: Boulez etwa war der Ansicht, es sei egal wie es klinge, wichtig sei nur, wie es gemacht ist). Ohne Zweifel ist Strawinsky einer der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts gewesen, der glücklicherweise heute, nachdem der Serialismus zumindest von den meisten zu Grabe getragen wurde, auch die Anerkennung in den elitären Kreisen erfährt, die ihm gebührt.
Herzlich, S A T I E
teleton (14.11.2007, 12:11): Le Sacre du Printemps - Ballett (1913) Dieses Werk hat bei der Uraufführung einen Skandal ausgelöst - heute ist es eines der meistgespielten Orchesterwerke Strawinsky´s. 1913 - ja , da war er seiner Zeit schon ganz schön weit voraus. Sicher einer der Gründe warum er damals nicht verstanden wurde.
:) Meine erste Aufnahmen mit Swetlanow war wiedermal ein Glückfall. Diese Aufnahme ist von 1964 und es handelt sich um die russische Erstaufnahme auf Schallplatte (Eurodisc). Im Vergleich zu Ansermet, den ich in einer Strawinsky-Ballette-LP-Box habe, werden bei Swetlanow werden die Barbarissmen unglaublich effektvoll ausgespielt.
:) Auf CD folgte dann eine weitere Superaufnahme mit Fedossejew / Moskauer PH (JVC). Eine Melodiya-Aufnahme die damals von Japan JVC auf CD herausgekommen ist und damals mit eine der besten CD-Objekte waren die überhaupt im Handel zur verfügung standen. Wie da die tiefen Trommeln rüber kommen ist unsagbar.
:) Durch Kritiken und Besprechnungen hörte ich in Boulez alte CBS-Aufnahme herein, die mir zu unspectaculär und zu sehr auf Details bedacht, statt auf Emotion. Die neuere DG-Aufnahme finde ich etwas besser. Seine Auffassung der Werke hat sich in den Jahren zwischen SONY und DG nicht großartig geändert. Kein Detail bleibt unterbelichtet, alles äußerst Präzise - phantastisch gespielt. Dies erreicht er durch ein langsameres Tempo als seine Kollegen. Wer die russ.Aufnahmen mit Swetlanow und Fedossejew oder auch gerne Solti im Ohr hat, dem werden die Boulez-Aufnahmen zu spannungsarm vorkommen und man wünscht sich in den eruptiven Passagen und nicht nur beim Opfertanz am Schluß einfach mehr Energie. Dies ist für mich um so verwunderlicher, da auf der gleichen DG-CD mit Boulez die meiner Meinung beste Aufnahme des Feuervogel-Balletts (Gesamtaufnahme, keine Suite) mit drauf ist. Hier spielt das Chicago SO : Boulez läßt auch hier nichts unterbelichtet, bietet zudem aber einen Höllentanz des Königs Katschei, der an Härte und Bombastik alles bisher dagewesene übertrifft. So hätte ich mir den Boulez-Sacre gewünscht. Strawinsky nimmt hier quasi den Sacre vorweg.
Diese CD ist ein ganz heißer Tipp für 10,-€, da sie die Aufnahmen enthält, die auch auf den beiden DG-Hochpreis-CD´s für 19,95€ zu haben ist - aber wegen dem Feuervogel !!!
:)Lange vor Boulez war Solti mein Favorit, auch wegen der hervorragenden Pepruschka-Aufnahme auf gleicher CD. Da die Fedossejew-Aufnahme aber nicht mehr greifbar ist, kann ich diese DECCA-Eloquence-CD, die ich mir eigndlich wegen Petruschka gekauft hatte, ebenfalls als ganz großen Wurf für beide Werke empfehlen - und das für 5,99€:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/1431331.jpg Le Sacre du Printemps Petruschka Chicago SO, Solti Label: Decca , ADD, 73/94 Für machen ist diese Aufnahme des Sacre aber zu sehr auf Hochspannung getrimmt, wodurch die Kontraste leiden. Die wirklichen fff-Passagen wirken dann nicht mehr in dem Maße wie es sein sollte.
:) In der RONDO-Kritik habe ich gelesen, das Bernstein in New York bei seiner ersten (von Drei) Einspielungen auf CBS von 1958 eine hörschockartige Interpretation abgeliefert hat: Mehr als allen anderen Dirigenten gelingt es Bernstein, den Schock begreiflich zu machen, den das Werk bei seiner Uraufführung auslöste. In ihrer Wildheit und Brutalität kommt diese Aufnahme einem orchestralen Exorzismus gleich. Das Orchester ist bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gefordert – und darüber hinaus: Gelegentlich sind durchaus Erschöpfungserscheinungen spürbar. Diese Worte machten mich neugierig und ich kaufte die SONY-CD bei EBAY. Es wurde eine meiner besten und wichtigsten EBAY-Käufe. Bei amazon ist die SONY-CD nicht mehr zu haben: "Führen wir nicht oder nicht mehr - jetzt gebraucht vorbestellen."
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000025IJ0.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg Strawinsky: Le Sacre; Petruschka New Yorker PH / Leonard Bernstein SONY, Aufnahme CBS 1958, ADD Ich muß dazu folgendes sagen: :down Bernsteins Interpretation (CBS 1958) ist absolut überwältigend; kein Detail wird verschluckt, die Schlaginstrumente kommen sauber und trocken über den Lautsprecher. Spannung vom ersten Teil bis zum Schluß, wie Fedossejew(JVC) und Solti(Decca). In wilden Passagen entsteht kein Klanggewusel (=die Instrumente verschwimmen ineinander) der Schlaginstrumente (wie bei Boulez), sondern jeder Schlag ist präzise einzeln durchzuhören. Die CBS-Techniker waren schon 1958 auf einem zukunftsweisenden Stand der Technik. Die Petruschka-Version (1947) auf der Bernstein-CD ist ebenfalls spitzenmäßig gelungen.
:) Eine hab ich noch, wegen der guten Kritiken und es ist die Klangbeste von allen - natürlich Decca !
In der RONDO - Kritik werden von Thomas Schulz 12 Aufnahmen des Sacre gegeneinandergestellt. Als Beste bezeichnet er die Chailly-Aufnahme: Zitat: Die beste Aufnahme ist gestrichen 12. Gibt es ihn überhaupt, den perfekten "Sacre"? So wie die Dinge liegen, können wir momentan wählen zwischen Rattles Wärme, Markewitschs Aggressivität, Strawinskys Sachlichkeit und Boulez’ transparenter Gelassenheit. Doch halt, eine Aufnahme existiert, die all diese Elemente in sich vereint, und dies bei einem an Durchhörbarkeit und Dynamik alles andere übertreffenden Klangbild: die mit Riccardo Chailly und dem Cleveland-Orchester. Aber die ist gestrichen. Gestrichen ist sie nicht - man kann sie überall bestellen ( :D nur bei Neckermann nicht). Ich hatte sie mir vor ein paar Monaten bei einem amazon-Anbieter gekauft.
:W Die Natürlichkeit der Wiedergabe und der Frequanzumfang ist gigantisch - vergleichbar mit besten SACD-Aufnahmen - hier auf CD !!! Was T.S. schreibt von der Vereinigung der positiven Elemente verschiedener Aufnahmen schreibt kann man gut nachvollziehen. Sie gehört mit Sicherheit zu den Besten.
:wink Dennoch vermag sie meine absoluten Favoriten Bernstein und Swetlanow nicht zu verdrängen, die in meinen Ohren einfach noch unmittelbarer, spannender und hingebungsvoller klingen.
Interessant sind auch die anderen Strawinsky-Ballette mit Chailly auf der Doppel-CD (leider nur die Feuervogel-Suite); Petruschka in der Fassung von 1945 ganz fantastisch (habe aber noch keinen Unterschied zur Fasssung 1919 feststellen können) .
ich muss gestehen, daß ich Strawinsky bisher eher unbewußt nicht gehört habe.
Etwas "unangenehm" empfand ich ihn durchaus durch seine negativen Äußerungen üver Vivaldi.
Letztendlich besitze ich derzeit nahezu keine Aufnahmen bzw. nur diese:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2631187.jpg
Immerhin bisher davon ungehört: Der Feuervogel;Petruschka;Pulcinella-Suite; Le Sacre du Printemps;Les Noces;Mass;Symphonie in C; Symphonie in 3 Sätzen;Scenes du Ballet
Nun dann ....... werde ich mich ihm wohl spätestens 2008 nähern...
Walter (01.02.2008, 11:00): Original von teleton :D Mögt ihr Strawinsky nicht ? :beer Kann nicht sein.
Wer Strawinsky noch nicht hat, der macht mit Strawinsky´s eigene´n CBS-Aufnahmen zum Kennenlernen nichts falsch, da es sein (fast)Gesamtwerk in einer 22CD-SONY-Box preisgünstig gibt.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7985870.jpgknapp 40,-Euro bei jpc Igor Strawinsky Edition auf 22 CDs
seit Weihnachten habe ich diese Box!
Stravinsky war bisher nicht in meinem Focus - daher bot sich die Box an und ich bin positiv überrascht.
Die Aufnahmequalität ist durchweg hoch. Die Musik Stravinskys überrascht mich - bisher war ich unbedarft - mit einer begeisternden Rhythmik und erstaunlicher Lebensfreude. Gerade von einem Russischen Künstler hatte ich das nicht so erwartet.
Also die 22 CDs machen mir so richtig Spass und sind sicher eine super Empfehlung zum Kennenlernen.
Gruß,
satie (01.02.2008, 11:39): Lieber Walter, die Box ist wirklich gut! Manche der Aufnahmen sind etwas trocken im Klang, aber durchaus noch "im Rahmen". Strawinsky ist sicher einer, zu dem man nicht unbedingt gleich einen Draht findet. Die preiswerte Box hatte ich dann auch ohne zu zögern gekauft.
@teleton: Das Sacre hat wahrscheinlich sogar den berühmtesten Skandal aller Zeiten ausgelöst! Es gibt darüber eine lange Diskussion, denn viele Experten gehen davon aus, dass der Skandal kalkulierte Sache war (angeblich hatte Dhiagilew, der Impresario der Ballets Russes, sogar einen Sandal erhofft). Cocteau beschrieb die Atmosphäre bei der Uraufführung als von anfang an extrem aufgeladen. Rein musikalische Gründe scheint der Skandal weniger gehabt zu haben: künstlerischen Anstoß nahm man wohl eher an Nijinskys Choreographie (er war sehr unerfahren und baute einige recht unausgegorene Elemente ein). Erstaunlich ist, dass Monteux damals das Stück stoisch bis zum Ende dirigiert hat, ungeachtet der Schlägereien, auf die Bühne geworfenen Gegenstände etc. Mit dem Schlusston traf dann die Polizei ein... Das Werk wurde kurze Zeit später mit großem Erfolg aufgeführt. Ein Skandal ist oftmals aus marketingmäßiger Sicht ein Segen, denn nichts macht ein Werk so bekannt und folglich interessant. Die Pariser neigten scheinbar ohnehin sehr zu Skandalen, es gab extrem verfeindete Fronten im Publikum, man wartete nur darauf, sich an die Gurgel zu gehen. Da waren die Stücke eher nur eine willkommene Begründung für die Ausschweifungen. Bei den Aufnahmen wollte ich noch auf eine mit Brundo Maderna hinweisen, die noch nicht genannt wurde: Leider habe ich kein Bild, aber die Aufnahme kam 1988 nochmal bei Stradivarius heraus als "Maderna-Portrait". Das Sacre folgt nach Mozarts Symphonie Nr. 18, danach kommen Schönbergs 5 Stücke für Orchester und "Ein Überlebender aus Warschau". Eine schöne Aufnahme.
Herzlich, S A T I E
Andréjo (30.05.2013, 14:01): Lasst mich mal spaßeshalber die Cover meiner Aufnahmen im Plattenschrank hier zusammenkopieren - die zuletzt angeführte CD ist noch unterwegs zu mir:
Hinzu kommt noch ein alter Rundfunkmitschnitt auf Kassette: Das Cleveland Orchestra steht unter Leitung von Zubin Mehta.
Mittlerweile habe ich mindestens zwei Interpretationsvergleichs-Programme zu diesem Schlüsselwerk der Neuen Musik gehört. Die SACD mit Esa Pekka Salonen wurde von Michael Stegemann (in der Sendung von DKultur) besonders gelobt. Deshalb wollte ich sie mir noch bestellen. Stegemann hat vor allem Probleme mit Gergiev, aber auch tendenziell mit Bernstein. Er vermisst die rhythmische Präzision und Transparenz, die das Werk benötigt bzw. bei einer Aufführung vorauszusetzen wären. Agogische Freiheiten oder allzu viel Breitwandklang hält er für kontraproduktiv. In anderem Zusammenhang habe ich gehört oder gelesen, dass Karajan bereits am ständigen Wechsel der Metren mehr oder minder gescheitert sei.
Die Mono-Einspielung von 1950 mit dem Uraufführungsdirigenten Pierre Monteux besticht durch ihre eisige Schärfe und rhythmische Unerbittlichkeit bei beachtlicher Durchhörbarkeit. (Teleton wäre (oder ist er sogar??) damit zufrieden. :P )
Strawinskys eigene Aufführung aus den frühen 1960ern wurde von Stegemann als eher misslungen deklariert - allerdings nur in einem Halbsatz, wobei eine Aufnahme mit dem Komponisten aus den 40ern hoch einsortiert wurde. Es gibt bezüglich der 60er Einspielung allerdings auch andere Ansichten. Meinerseits müsste ich sie wohl überhaupt erst einmal hören ... :ignore
Ormandy ist mir weder positiv noch negativ besonders aufgefallen. Das heißt aber nur: Weiterer Hördurchgang mit den Erfahrungen der letzten Wochen sei angesagt!
Chaillys Einspielung gilt als sehr gut; mir gefällt vor allem die exzellente Aufnahmequalität!
Und jetzt herrscht bei mir Vorfreude bezüglich Salonen!
:beer Wolfgang
teleton (04.06.2013, 10:55): Hallo Wolfgang (andrejo),
die Ormandy-Aufnahme habe ich auch in meiner 20Century-Box Ormandy. Es ist dieser der Box die einzige enthaltene Mono-Aufnahme, die ich ( warscheinlich deshalb) noch gar nicht gehört habe, da ich mit massig sehr guten Aufnahmen ausgestattet bin. Ich werde der Ormandy-Aufnahme aber in Kürze mal ein Ohr gönnen.
Das ist aber auch nachvollziehbar, wenn ich an meine Favoriten denke: :times10 der absolute Hammer mit Bernstein /New Yorker PH (SONY; Januar 1958) und dann in russischer Extase Swetlanow / Staatliches SO der UDSSR (WARNER; Melodiya-Aufnahme 1966). :thanks Eine TOP-Aufnahme, die den gesamten Frequenzbereich bis in den "Subsonic-Bereich" durchmisst, hatte ich in diesem Thread im 3.Beitrag genannt - der klangtechnschische Wahnsinn mit Vadimir Fedossejew / Moskau RSO (JVC; Melodiya-Aufnahme 1981, DDD). Die Aufnahme wurde wiedereinmal von den Japanern bei JVC ausgegraben und als jvc-CD herausgeracht - Le sacre ohne weitere Kopplung darauf.
- JVC-CD leider derzeit ohne Bild - nicht verfügbar -
:wink Glaub es mir - Monteux in Mono halte ich dann kaum noch für notwenig. So gut die meinungne auch üpber die Int sind. Sowas löst bei mit einfach nicht den gewünschten Hörspass aus.
MB berichtete vom Concertgebouw Orchester Amsterdam (mit Jansons). Ja, die scheinen es wirklich drauf zu haben. Die Aufnahmen mit Chailly (Decca) und Colin Davis (Philips) sind ebenfalls ganz herausragend (hier aber auch und bei mir wegen Petruschka in der Fassung 1947).
Die beiden Boulez-Aufnahmen mit dem Cleveland Orchestra (DG) und deutlich vorzuziehen mit den New Yorker PH (SONY) habe ich auch. Hier fehlt es mir aber etwas an der Emotion, die meine Favoriten so begeisterungswürdig machen. Dagegen - Petruschka mit Boulez (SONY) ... eine der Allerbesten !
Keine Frage, das Solti / Chicago SO (Decca) bei mir dazu gehört. Eine Aufnahme die mich für Jahre begeistert hatte, aber wie ich dann durch Vergleichserfahrung gemerkt habe, doch schon zu früh "auf dem Gaspedal steht" - dafür ist auch dort Petruschka eine ganz famose Int. Die Solti-Aufnahme gibt es auch XRCD, wegen der herausragenden Klangtechnik.
Ansermet (Decca) und Strawinsky´s (CBS) eigene Int hatten bei mir einfach nicht zünden können. Beide hatte ich mal auf LP: Strawinsky viel zu zurückhaltend und Ansermet wirkt auf mich total fremd. Merkwürdig, denn gerade Ansermet schätze ich für das russische Repertoire ansonsten ausserordentlich.
:beer Die von Dir erwartete neue Salonen-Aufnahme (DG) muss ja laut Kriiken der HAMMER sein. Mich würde ja auch der Unterschied zu Salonen´s älterer SONY-Aufnahme mit dem Philharmonia Orchestra interessieren. Aber die DG-Aufnahme interessiert mich auch sehr !
Jürgen (06.06.2013, 13:08): Bisher noch nicht aufgeführt:
Diese Doppel-CD, ursprünglich EMI, später Brilliant, beinhaltet das in meinen Ohren dramatischste Frühlingsopfer, das ich kenne. Muti und das Philadelphia Orchestra spielen an den gebotenen Stellen mit schneidender Schärfe und Brutalität und das ganze ist mit einer für EMI überraschend guten Tonqualität eingefangen. Spätanaloge Qualität (1978).
Viola (07.06.2013, 15:57): Bevor ich ins stille Wochenende verschwinde, bekenne ich mich mal - mindestens was russische Orchestermusik betrifft - als Juri-Temirkanow-Fan. Bin ich schwer süchtig.
Deshalb meine Empfehlung für alle, die es gern intensiv (und feurig) haben:
Cetay (inaktiv) (06.03.2016, 11:51): Meine Fresse! Hier gibt es so dermaßen was voll auf die Zwölf... Nein, ich habe mich nicht im Zimmer geirrt. Es geht nicht um eine NY Hardcore Scheibe, sondern um ein Werk, das höchst-offiziell zum klassischen Kanon gehört und dass dasselbe eine vergleichbare Reaktion auslöst, liegt daran, dass es hier erstmalig so gespielt wird, wie es ursprünglich gedacht war. Also Original-Fassung (nicht die in der Regel zu hörende 1947er Revision) und Originalinstrumente. Historische Aufführungspraxis bei einem Werk des 20. Jahrhunderts, gibt es da überhaupt Unterschiede? Ja, und die fallen so eklatant aus, dass alle uninformierten Aufnahmen reif für die Schrottpresse sind. Die Transparenz und (Fein-)Dynamik gemahnen an den Spiegel ohne Staubkorn, ebenso wie die interpretatorisch unverstellte Sicht auf das Werk. Hier brauchen keine "Barbarismen effektvoll ausgespielt" zu werden, das brillante Werk im Originalgewand spricht für sich selbst. Und wie! Meine Fresse...
http://ecx.images-amazon.com/images/I/81g82DAi4mL._SL500_AA325_.jpg Igor Stravinsky; Le Sacre du Printemps (1913 Version) Les Siècles, Francois-Xavier Roth
Falstaff (28.09.2017, 00:29): Also es reicht jetzt. Bislang habe ich irgendwie immer einen ziemlichen Bogen um Stravinsky gemacht. Warum auch immer. Im Konzertsaal hat er mich nie so richtig gepackt und sein 'Rake's Progress' fand ich nur langweilig. Aber dann hat mich sein 'Sacre' mit Ansermet total gepackt (endlich!), sein 'Ödipus' mit Cocteau als Sprecher sowieso und nun muss es eben sein. Geliebäugelt habe ich mit der Box schon lange und nun habe ich sie bestellt.
Wenn schon, denn schon. Da werde ich ja einige ( :) ) Entdeckungen für mich machen können. Und mal sehen, wie er mir als Dirigent gefällt. (Rolf Liebermann erzählte übrigens, dass bei der UA von 'Rake's Progress' die Musiker durch sein Dirigat völlig verwirrt waren, so dass die eigentliche UA Ferdinand Leitner aus einer Ecke des Orchestergrabens dirigierte.)
Noch 'ne kleine Anekdote. Als Stravinsky 80 wurde, hatte Rolf Liebermann die Idee, dass er diesen Geburtstag gerne in Anwesenheit des Komponisten in Hamburg ausrichten würde. Also nahm er Kontakt zu ihm auf. Stravinsky sagte aber, dass die Russen sich bereits bei ihm gemeldet hätten. Sie würden gerne den Festtag bei sich zu Hause mit ihm als Ehrengast ausrichten und er, Stravinsky, wüsste nun nicht, wie er sich entscheiden sollte. Einerseits würde er gerne endlich einmal die alte Heimat wiedersehen, andererseits - 'Kalter Krieg' und so, schließlich lebte er ja in den USA. Daraufhin rief Liebermann Jacqueline Kennedy an und schlug ihr vor, Stravinsky's Geburtstag doch im Weißen Haus ganz groß auszurichten. Schließlich bedeutendster Komponist der Gegenwart, in den USA lebend, die Russen hätten auch schon Interesse gezeigt usw. Jacky sprang sofort an und lud Stravinsky ein. Der rief nun verzweifelt Liebermann an und klagte ihm sein Leid. Keine Seite wolle er vergrätzen, was solle er nur machen? Daraufhin erneuerte Liebermann sein Angebot und so feierte Stravinsky seinen 80. Geburtstag groß in Hamburg in der Staatsoper.
:hello Falstaff
satie (28.09.2017, 00:43): Lieber Falstaff, Du wirst es nicht bereuen! Strawinskys Werk ist so reichhaltig (er ist ja im Grunde der Letzte, der noch alle klassischen Gattungen bedient hat), da wirst Du sicher das eine oder andere finden, das Dich fesseln wird. Für mich ist seine Größe unbestritten, einen richtigen Wow-Moment hatte ich letztens bei "The Fludd", einem wirklich tollen, sehr selten gespielten Werk, bei der UA (Radio oder Fernsehen, ich weiß es nicht mehr genau) wurde das - so ich mich richtig erinnere - von einem Shampoo-Hersteller gesponsert, dessen Werbung man zwischendurch ertragen musste. Unvorstellbar, das können nur die Amis, genau wie Hanns Eislers Musik für Werbespots der amerikanischen Agrarinsdustrie: Zwölftonmusik zu Bildern von Kühe melkenden Farmern... Die Anekdote mit Liebermann ist ebenfalls köstlich!!
Herzliche Grüße Satie
Falstaff (28.09.2017, 01:01): genau wie Hanns Eislers Musik für Werbespots der amerikanischen Agrarinsdustrie: Zwölftonmusik zu Bildern von Kühe melkenden Farmern... Lieber Satie, vielleicht hat's ja bei der Milchproduktion geholfen. Natürlich nur, wenn sie die Ställe auch damit beschallt haben. :D Aber immerhin war das noch eine Zeit, in der der amerikanische Bauernverband überhaupt noch Hans Eisler kannte und in Erwägung zog.
Ich bin sehr gespannt. Es ist ja nicht so, dass ich sonst keine Stravinsky-Werke kennen würde. 'Rake's Progress' habe ich gerade noch mal in der UA-Aufnahme gehört. Ich kann damit nichts anfangen. Aber 'L'Histoire' oder 'Les Noces' oder auch andere Werke haben mich schon interessiert oder auch angesprochen. Nur 'in toto' hatte ich bei ihm immer Vorbehalte, wohl wissend, dass das eigentlich nicht geht. Deshalb nun und auch nach diesem Thread der Sprung in's, na, sagen wir, lauwarme Wasser.
Und es bringt ja immer wieder Spaß und Bereicherung neue Komponisten für sich selber zu entdecken. (Meine Güte, wie bescheuert klingt das denn bei einem Klassiker des XX. Jahrhunderts. :D )
LG Falstaff
satie (28.09.2017, 08:03): Lieber Falstaff, bescheuert klingt das gar nicht. Mir geht es ähnlich bei Hindemith, dem man zwar gewöhnlich nicht die Bedeutung eines Strawinsky beimisst, doch aber zu den großen Namen des 20. Jahrhunderts zählt. Hier warte ich noch immer auf meinen "Aha-Moment"...
Herzliche Grüße Satie
Andréjo (28.09.2017, 10:12): ... und je nach Stimmung eines der frühen frechen Kammerkonzerte oder die Mathis-Musik helfen da gar nichts?
:D Wolfgang
Cetay (inaktiv) (28.09.2017, 11:42): "Minimax" geht immer! :J Und natürlich die Ouvertüre zum "Fliegenden Holländer" wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen spielt.
satie (28.09.2017, 14:21): Na, das sind ja quasi nur die Jugendsünden, das Gesamtwerk ist es, das sich mir weitgehend entzieht. Bei Strawinsky ist das anders, da sind es allenfalls ein paar neoklassizistische Einzelwerke, die mir nicht zusagen, Apollon Musagète z.B., ansonsten gefallen mir fast alle Werke.
Falstaff (28.09.2017, 19:52): Ich könnte dir ja nun die Opern, v.a. die drei Einakter empfehlen. Aber die drei sind natürlich auch 'Jugendsünden'. :)
Aber wie ist es mit der Kammermusik oder den Klaviersonaten? Klarinettenkonzert oder 'Harmonie der Welt'? Wobei ich eigentlich die 'Jugendsünden' ganz besonders aufregend finde. ;)
LG Falstaff
satie (28.09.2017, 21:07): Ich habe es ja wirklich versucht. Seine frühen Späße gefallen mir, keine Frage, aber für mich ist Hindemith einer, mit dem ich nicht wirklich warm werde, aber vielleicht habe ich auch noch nicht die besten Interpretationen vor mir gehabt. Aber das gehört ja alles nicht unbedingt hierhin, da wäre mal ein eigener Faden nötig. Tipps darf man mir natürlich trotzdem geben.
Zu der oben erwähnten Strawinsky-Box würde mich noch interessieren, was da genau alles drin ist. Ich habe diese hier und bin damit recht zufrieden:
Works of Igor Stravinsky, Sony
Und dann gibt es noch diese:
Strawinsky Sämtliche Werke (Limited Edition)
Letztere würde mich nur interessieren, wenn meine obige nicht eh schon fast alles enthält und sich hier auch interpretatorische Perlen fänden (einige sicher, Boulez und Abbado oder Pollini beispielsweise kann ich mir schon vorstellen, meine erste Sacre-Aufnahme war eine mit Abbado). Weiß da jemand was über die Unterschiede?
Herzliche Grüße Satie
Falstaff (28.09.2017, 21:25): Es handelt sich wohl um sämtliche Studioaufnahmen mit Stravinsky am Pult. Teilweise mehrfach aufgenommen.
Nun wird's lang. Hier die Gesamtliste:
DISC 1: Stravinsky: The Rite of Spring Narration: A propos of Le Sacre - Commentary by Igor Stravinsky
DISC 2: Stravinsky: Petroushka - Ballet Suite Stravinsky: Scènes de ballet Stravinsky: Le Baiser de la fée: Divertimento
DISC 3: Stravinsky: The Firebird
DISC 4: Stravinsky: Symphony of Psalms Stravinsky: Symphony in 3 Movements
DISC 5: Stravinsky: Concerto for 2 Solo Pianos Stravinsky: Scherzo à la russe Rimsky-Korssakov-Babin: Dance of the Tumblers Babin: Russian Village Arensky: Suite No. 1 for Two Pianos, Op. 15: Waltz Rimsky-Korssakov-Babin: Sadko: Cradle Song Stravinsky-Babin: Circus Polka Stravinsky: Tango
DISC 6: Stravinsky: Orpheus Stravinsky: Mass
DISC 7: Stravinsky: Duo concertant for Violin and Piano Bloch: Baal Shem Stravinsky: Pastorale, Song without Words for Violin & Woodwind Quartet
DISC 8: Stravinsky: Divertimento from Le Baiser de la fée Stravinsky: Danses concertantes for Chamber Orchestra Stravinsky: Concerto for Piano and Wind Instruments Stravinsky: Scherzo à la russe Stravinsky: Pater Noster (Revised 1949 Version) Stravinsky: Ave Maria (Revised 1949 Version)
DISC 9: Stravinsky: Apollon musagète Stravinsky: Concerto in D "Basle Concerto"
DISC 15: Stravinsky: Symphony in C Stravinsky: Cantata
DISC 16: Stravinsky: L'Histoire du Soldat - Suite Stravinsky: Octet for Wind Instruments Stravinsky: Symphonies of Wind Instruments (Revised 1947 Version)
DISC 17: Stravinsky: In memoriam Dylan Thomas Stravinsky: 3 Songs from William Shakespeare Stravinsky: Septet Stravinsky: Four Russian Songs for Voice, Flute, Harp and Guitar Stravinsky: 2 Poems of Constantin Balmont Stravinsky: 3 Japanese Lyrics Stravinsky: 3 Little Songs 'Recollections of my Childhood' Stravinsky: Four Russian Peasant Songs for Female Choir 'Saucers'
DISC 22: Stravinsky: The Rite of Spring Stravinsky: Petrushka (Revised 1947 Version)
DISC 23: Stravinsky: Serenade for Piano in A Major Stravinsky: Piano Sonata Schoenberg: Piano Piece, Op. 33a Schoenberg: Piano Piece, Op. 33b Schoenberg: Suite for Piano, Op. 25
DISC 24: Stravinsky: Movements for Piano and Orchestra Stravinsky: Double Canon 'Raoul Dufy in Memoriam' Stravinsky: Epitaphium Stravinsky: Octet for Wind Instruments Stravinsky: Histoire du Soldat - Suite
DISC 25: Gesualdo: Madrigals Stravinsky: Monumentum pro Gesualdo di Venosa Stravinsky: Illumina nos
DISC 26: Stravinsky: Le Rossignol
DISC 27: Stravinsky: The Firebird (Original 1910 Version)
DISC 28: Stravinsky: Concerto in D Major for Violin and Orchestra Stravinsky: Symphony in 3 Movements
DISC 29: Stravinsky: Concerto for 2 Solo Pianos Stravinsky: 3 Easy Pieces Stravinsky: 5 Easy Pieces Stravinsky: Sonata for 2 Pianos
DISC 30: Stravinsky: The Flood Stravinsky: Mass
DISC 31: Stravinsky: Les Noces (The Wedding) Stravinsky: Renard Stravinsky: Rag-Time for 11 Instruments
DISC 32: Stravinsky: Oedipus Rex
DISC 33: Stravinsky: Symphony of Psalms (Revised 1948 version) Stravinsky: Symphony in C
DISC 35: Stravinsky: Greeting Prelude Stravinsky: Concerto in E-Flat for Chamber Orchestra "Dumbarton Oaks" Stravinsky: 8 Instrumental Miniatures Stravinsky: 4 Studies for Orchestra Stravinsky: Circus Polka Stravinsky: Suite No. 1 for Small Orchestra Stravinsky: Suite No. 2 for Small Orchestra
DISC 36: Stravinsky: Jeu de Cartes Tchaikovsky: Bluebird - Pas de Deux Stravinsky: Scènes de ballet
DISC 37: Stravinsky: Zvezdoliki: The King of Stars Stravinsky: Anthem "The dove descending breaks the air" Stravinsky: Choral-Variations "Vom Himmel hoch da komm' ich her" Stravinsky: Babel Stravinsky: A Sermon, a Narrative and a Prayer
DISC 38-39: Stravinsky: The Rake's Progress
DISC 40: Stravinsky: Le Baiser de le fée
DISC 41: Bernstein: Prelude, Fugue and Riffs for Solo Clarinet and Jazz Ensemble Copland: Concerto For Clarinet, Strings, Harp And Piano Stravinsky: Ebony Concerto Gould: Derivations for Clarinet and Band
DISC 42: Stravinsky: Pulcinella
DISC 43: Stravinsky: Perséphone
DISC 44: Stravinsky: Symphony in E-Flat Major, Op.1
DISC 45: Stravinsky: Mavra Stravinsky: Les Noces (The Wedding)
DISC 46: Stravinsky: Cantata on Old English Texts Stravinsky: Mass Stravinsky: In memoriam Dylan Thomas Stravinsky: Fanfare for a New Theatre Stravinsky: The Owl and the Pussy-Cat Stravinsky: Septet Stravinsky: Elegy for J.F.K.
DISC 47: Stravinsky: The Firebird - Suite (Revised 1945 Version) Stravinsky: Petrushka - Ballet Suite
DISC 48: Stravinsky: Capriccio for Piano and Orchestra (Revised 1949 Version) Stravinsky: Concerto for Piano and Wind Instruments (Revised 1950 Version)
DISC 49: Stravinsky: Pulcinella - Suite Stravinsky: Scherzo fantastique, op. 3 Stravinsky: Fireworks, op. 4 Stravinsky: Scherzo à la russe
DISC 50: Stravinsky: Variations: "Aldous Huxley in memoriam" Stravinsky: Abraham and Isaac Stravinsky: Introitus: "T. S. Elliot in memoriam" Stravinsky: Requiem Canticles
DISC 51: Stravinsky: Faun and Shepherdess, Op. 2 Stravinsky: 2 Poems of Paul Verlaine, Op. 9 Stravinsky: 2 Poems of Konstantin Balmont Stravinsky: 3 Japanese Lyrics Stravinsky: 3 Little Songs 'Recollections of my Childhood' Stravinsky: Pribaoutki (Nonsense Songs) Stravinsky: Tilim-Bom Stravinsky: Cat's Cradle Song Stravinsky: 4 Russian Songs for Voice, Flute, Harp and Guitar Stravinsky: 3 Songs from William Shakespeare
DISC 52: Stravinsky: Danses concertantes (for chamber orchestra) Stravinsky: 4 Norwegian Moods Stravinsky: Ode for Orchestra Stravinsky: Concerto in D "Basle Concerto"
DISC 53: Stravinsky: Praeludium for Jazz Band Stravinsky: Pastorale, Song without words (Transcription, 1933) Stravinsky: Tango (New Orchestration, 1953) Stravinsky: Concertino for 12 Instruments Key-Smith-Stravinsky: The Star-Spangled Banner Stravinsky: 4 Russian Peasant Songs 'Saucers' (Revised 1954 version) Stravinsky: Ave Maria (Revised 1949 version) Stravinsky: Credo (Revised 1964 version) Stravinsky: Pater Noster (Revised 1949 Version) Stravinsky: Pastorale (for soprano voice and piano, 1907) Stravinsky: Portrait of Stravinsky: Stravinsky in Rehearsal Stravinsky: Symphony in C: Rehearsal Fragment
DISC 54: Stravinsky: Symphonies of Wind Instruments (Revised 1947 version) Stravinsky: Les Noces (The Wedding) (1917) Stravinsky: Les Noces (The Wedding) (1919) for pianola, 2 cimbaloms, harmonium and percussion Stravinsky: Chant du Rossignol
DISC 55: Stravinsky: L'Histoire du Soldat for Violin, Clarinet and Piano Stravinsky: Septet for Clarinet, Bassoon, Horn, Piano, Violin, Viola & Cello Stravinsky: Pastorale for Violin and Piano Stravinsky: 3 Pieces for Clarinet Solo Stravinsky: Suite italienne for Cello and Piano
DISC 56: Stravinsky: L'Histoire du Soldat (Jeremy Irons, narrator)
DVD: Stravinsky in Hollywood ' A Film by Marco Capalbo
LG Falstaff
satie (28.09.2017, 23:06): Danke, Falstaff! Also es gibt durchaus ein paar Sachen, die nicht in der Box drin sind, die ich besitze, aber ich weiß nicht, ob sich die andere wirklich lohnen würde für mich. Interessant sind wahrscheinlich die Scheiben, wo Strawinsky auch Werke anderer Komponisten dirgiert, dann die komplette Histoire du soldat (zu diesem Werk habe ich eine besondere Beziehung, weil ich mal als Erzähler (sämtliche Rollen habe ich allein gesprochen) mit auf Tournee war). Aber Box mit den kompletten Werken wäre vielleicht mal eine Anschaffung wert. Bei Strawinskys eigenen Aufnahmen ist an der Interpretation natürlich schwer zu meckern, an der Aufnahmequalität schon. Die Orchester sind nicht die stärksten (Columbia , CBC) und mitunter ist das so furztrocken aufgenommen, dass man genügend zur Aufnahme trinken sollte. Aber das soll die Aufnahmen nicht schlecht machen, alles in allem sind diese Boxen alle Schnäppchen, und man hat einen wunderbaren Überblick über das große Werk des Komponisten.
Herzliche Grüße Satie
Falstaff (28.09.2017, 23:32): dann die komplette Histoire du soldat (zu diesem Werk habe ich eine besondere Beziehung, weil ich mal als Erzähler (sämtliche Rollen habe ich allein gesprochen) mit auf Tournee war). Lieber Satie, ich falle schon wieder darnieder vor Begeisterung. ;) Mir fehlt nur der entsprechende Smiley gemischt aus Begeisterung und Staunen. Aber Box mit den kompletten Werken wäre vielleicht mal eine Anschaffung wert. Mit Sicherheit sind unterschiedliche Dirigenten wirklich eine Anschaffung wert. Andererseits bin ich erstmal zufrieden, dass ich einen Großteil seines Werkes nun kennenlernen werde. Aber ich bin ja noch am Anfang. :D
Übrigens weiß ich nicht, ob Maazel bei der Box mit den vollständigen Aufnahmen dabei ist. Er scheint mir aber absolut hörenswert bei 'Rossignol'.
LG Falstaff
Falstaff (29.09.2017, 00:03): Gespannt bin ich übrigens auch auf einen Vergleich bei diesem Werk:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an Wunderlich oder Doris Schade liegt, aber ich war nach dem Anhören dieser Aufnahme ziemlich geschockt. Ist das Werk so schlecht? Ich fand es, ehrlich gesagt, recht billig. Aber vielleicht holt Stravinsky selber da doch einiges noch heraus.
:hello Falstaff
satie (29.09.2017, 01:00): Gespannt bin ich übrigens auch auf einen Vergleich bei diesem Werk:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an Wunderlich oder Doris Schade liegt, aber ich war nach dem Anhören dieser Aufnahme ziemlich geschockt. Ist das Werk so schlecht? Ich fand es, ehrlich gesagt, recht billig. Aber vielleicht holt Stravinsky selber da doch einiges noch heraus.
:hello Falstaff Ich glaube, da wirst Du enttäuscht sein. Die Aufnahme mit Wunderlich ist durchaus in Ordnung, die unter Strawinsky dürfte auf Französisch sein, das macht schon etwas aus. Ich glaube, vor allem die Rezitation ist eine Katstrophe. Die Strawinsky-Aufnahme ist sehr viel klarer, aber diese Rezitations-Passagen sind tatsächlich furchtbar (natürlich meine ganz persönliche Meinung). Es gibt ja auch noch die Aufnahme mit Nicolai Gedda, die ist zwar vom Klang her sehr mitgenommen, aber kommt der Aufnahme mit Strawinsky näher als die mit Wunderlich (ist auch auf Französisch). Ich glaube tatsächlich, dass hier viel Satie drinsteckt (Socrate) und das nicht so ganz zu Strawinsky passt. Ich persönlich finde hier die Aufnahme unter Michael Tilson Thomas noch am besten, aber das Werk ist halt so ein neoklassizstischer Klumpen, ich mag das auch nicht. Da steckt mir zuviel Süße drin.
Falstaff (29.09.2017, 01:22): aber das Werk ist halt so ein neoklassizstischer Klumpen, ich mag das auch nicht. Da steckt mir zuviel Süße drin. Na, da bin ich ja froh, dass ich nicht völlig daneben lag. :D
Bin aber trotzdem gespannt, wie es sich der 'Meister' gedacht hat.
LG Falstaff
Andréjo (29.09.2017, 12:20): Die Riesenbox mit 56 CDs und einer DVD werde ich mir nicht auch noch bestellen, nicht aus mangelndem Interesse, aber quasi aus moralischen Gründen.
Denn die beiden Boxen, die Satie weiter oben abgebildet hat, stehen schon länger im Regal. Es lohnt sich meines Erachtens auch, beide zu besitzen. Exakte Überschneidungen gibt es nahezu keine. Die schwarze Sony-Box ("Works") ist naturgemäß nicht so vollständig wie die "Complete Edition". Strawinskys eigene Einspielungen sind zwar nicht durchwegs von gleicher klanglicher und interpretatorischer Qualität (- Letzteres ist bekanntlich ein strittiges Kapitel), aber vielfach unverzichtbar. Was mich tatsächlich stört, ist das kaum zu entziffernde Booklet.
Die "Complete Edition" ist schon sehr gut aufbereitet, was die Anordnung der Werke anbelangt, die Qualität der Darbietungen, das Booklet und die Vollständigkeit. Es gibt ein paar Schmankerln, so wenige zusätzliche historische Einspielungen etwa des Violinkonzerts, die Soldatengeschichte in verschiedenen Sprachen oder die Version des "Sacre" für zwei Klaviere. Wenn man diverse Alternativ-Varianten hinzunimmt - ob nun vom Komponisten abgesegnet oder nicht -, ist auch die Vollständigkeit nur eine scheinbare. Doch das kann oder muss man sogar akzeptieren, ist doch auch die Forschung wohl noch kaum an ihrem Ende angelangt.
Ob insbesondere die Kompositionen, welche nur in der "Complete Edition" enthalten sind, wirklich von Belang erscheinen, dürfte eine Geschmacksfrage sein. Ich habe schon gerne wirklich alles mal durchgehört. Fünf oder acht verschiedene Frühlingsweihen im Schrank zu finden, tut dem ebenso wenig einen Abbruch.
Besten Gruß, Wolfgang
uhlmann (30.09.2017, 17:31): Ich finde nicht, das Strawinsky ein besonders überragender Interpret seiner eigenen Werke war. Zumindest in den großen Schlachtschiffen (Sacre, etc,), wo ich verschiedene Aufnahmen kenne, haben praktisch immer andere Dirigenten wesentlich überzeugenderes geliefert.
Der Sacre z.B aus der obigen Sony Box ist ein laues Lüftchen im Vergleich zu Solti, Bernstein, Ansermet, Boulez, u.v.m.
Don Perlimplin (30.09.2017, 18:47): Hallo uhlmann,
also ich bin kein ausgesprochener Strawinsky-Fan, aber das kann ich nur unterstreichen. Strawinsky mag ein genialer Komponist gewesen sein, ein guter Dirigent war er nicht. Das kann man immer wieder hören und lesen. So erzählt z.B. Walter Legge in seiner Biographie, wie seine Frau Elisabeth Schwarzkopf mühsam den Text für die Uraufführung von Strawinskys "Rake's Progress" gelernt hat, vom Komponisten, der das Werk persönlich aus der Taufe hob, aber kaum Unterstützung bekam. "Einige Tage darauf leitete Strawinsky, seinen Kopf in die Partitur vergraben, die Uraufführung seiner Oper", schreibt er.
Ich möchte noch ein paar ambitionierte Strawinsky-Dirigenten hinzufügen: Giulini, Markevitch (dessen Aufnahmen des "Sacre" von 1951 und 1959 legendär sind) und, nicht zu vergessen, Pierre Monteux, der die skandalumwitterte Uraufführung dieses Werks 1913 in Paris leitete. Er setzte sich zeitlebens für Strawinskys Kompositionen ein.
satie (01.10.2017, 11:42): Zuerst: Uhlmann! Wie schön, von Dir zu lesen! Hab Dich sehr vermisst!!!
Die Meinung zu Strawinsky als Interpret muss sich sicher jeder selbst bilden. Ich persönlich finde seine Sichtweisen immer sehr interessant, gerade weil sie oft total von dem abweichen, was die Partitur offenbar anderen Interpreten suggeriert. Beim Sacre hat er Tempi, die andere meist schneller nehmen, bei den Aufnahmen, die ich jetzt noch im Gedächtnis habe, war glaube ich nur Boulez, vielleicht auch Maderna vergleichbar. Strawinsky eigene Einspielungen sind ja bekanntlich zum großen Teil spät entstanden, und Strawinsky hatte vermutlich zum Sacre nicht nur ein etwas gespaltenes sondern auch distanzierteres Verhältnis, beim Feuervogel dürfte es noch extremer sein. Er ist sicher kein Interpret, der viele Gefühlsausbrüche in sein Dirigat legte, aber mir gefällt gerade das. Andere Lesarten finde ich aber ebenso möglich und gelungen. Für mich ist jedenfalls die Sony Box eine Anschaffung, die ich sicher nie bereuen werde.
Herzliche Grüße Satie
satie (01.10.2017, 11:45): Nachtrag: es gibt die schönen Mitschnitte von Strawinsky Proben. Ich erinnere mich an einen besonders schönen Moment, wo Craft (?) über Lautsprecher unterbricht und sagt: " Maestro, das Tempo ist viel zu langsam (oder zu schnell? Weiß ich jetzt nicht mehr...). Wir müssen die Passage wiederholen. Hier steht (Metronomangabe xy)." Strawinsky: "Aber mir gefällt mein Tempo viel besser!"
Falstaff (02.10.2017, 22:01): Bei solchen Gelegenheiten gefallen mir immer die Theaterpraktiker. Verdi, der zitiert wird mit 'Ich diskutiere doch nicht mit Sänger.' (Ok, könnte auch aus reinem Frust gesagt worden sein. ;) ) oder Strauss, bei dem es während der Probe zu einer seiner eigenen Opern in etwa zu folgendem Dialog kam (sehr aus der Erinnerung heraus):
Sie: So kann ich das nicht singen. Strauss: Machen Sie's, wie sie können. Überhaupt, welcher Depp hat das bloß geschrieben?
Stravinsky liegt da für mich auch auf der Ebene. Aus dem Moment heraus, der Stimmung, der Notwendigkeit ändert man seine eigenen Vorgaben. Sehr sympathisch, dass solche Leute nicht nur an ihrem eigenen (theoretischen) Text klebten.
LG Falstaff
EinTon (25.11.2017, 23:48): Na, das sind ja quasi nur die Jugendsünden, das Gesamtwerk ist es, das sich mir weitgehend entzieht.
Wo ich das gerade hier lese: Ich kann von Hindemith sehr die "Kammermusiken", speziell die Allererste in der Interpretation mit dem Ensemble Modern unter Marcus Stenz empfehlen:
und von den späteren Werken die von mir schon oft erwähnte, wenig bekannte aber sehr eindrucksvolle Sonate für 2 Klaviere, in der Interpretation von Andreas Grau und Götz Schumacher:
"Sancta Susanna" ist auch klasse, sehr expressiv geschrieben, erinnert mich (auch musikalisch) an die Einakter des frühen Schönberg.
Andréjo (26.03.2025, 22:59): Le Sacre du Printemps - Los Angeles Philharmonic - Esa Pekka Salonen - SACD (DG) von 2006
Jetzt wende ich mich wieder kurz vor allem an Moderato assai:
Ich bin praktisch mit allen seinen Charakteristika gerne einverstanden. Aber könnte es sein, dass rein von der Technik her das gewiss effektvolle Schlagzeug zu künstlich in den Vordergrund gerückt wird und man sich bisweilen an die Klangvorstellungen im Techno erinnert fühlt?
Wohlgemerkt: ich höre die Aufnahme gerne - wie eigentlich fast alle von meinen über zehn Einspielungen.
Das Cover findet sich oben: Strawinsky: Ballette und Orchesterwerke
Hier der Link zur wie immer feinsinnigen Besprechung: https://www.klassik-kompass.de/strawinsky/strawinsky-le-sacre-du-printemps
Moderato assai (27.03.2025, 10:54): Ich bin praktisch mit allen seinen Charakteristika gerne einverstanden. Aber könnte es sein, dass rein von der Technik her das gewiss effektvolle Schlagzeug zu künstlich in den Vordergrund gerückt wird und man sich bisweilen an die Klangvorstellungen im Techno erinnert fühlt?
Bei der Einspielung Salonens mit dem LAPO handelt es sich um eine SACD. Ich habe sie damals nur 5-kanalig abgespielt. Und dabei ist man, nolens volens, in gewissen (engen) Grenzen sein eigener Klangregisseur. Man kann die 5 Kanäle und manchmal auch noch den separaten Subwooferkanal nach eigenem Gusto einpegeln. Vielmehr man muss es. So lassen sich die Streicher hervorheben oder alles was in der Mitte spielt z.B. Holz oder Schlagwerk betonen oder auch weiter wegschieben (alleine durch die Pegeleinstellung). Das war (man muss ja leider in der Vergangenheit schreiben) Segen und Fluch zugleich. Denn eigentlich musste man das bei jeder einzelen SACD machen, wenn man sie bestmöglich hören wollte, denn jede erschien auf eigene Art abgemischt worden zu sein. Zudem brauchte man 5 Verstärker-Kanäle und 5 Lautsprecher möglichst jeweils gleiche, wenn man bei der Einstellung nicht auf verlorenem Posten stehen wollte. Hatte man einen anderen Mittenlautsprecher, der vielleicht beim Heimkino die Sprache noch gut wiedergegeben hat, klang der mit Musik verfärbt. Das nur als kleine, unvollständige Einleitung.
Meiner Meinung ist dieses Medium an dieser Schwierigkeit auch letzten Endes gescheitert, denn sie hätte zuhause deutlich besser klingen müssen (und damit überzeugender), aber kaum jemand wollte so viel extra in neue Technik investieren oder hat sich die Einstellungsprozedur vor dem Abspielen antun wollen.
Der langen Vorrede kurzer Sinn: Bei besagter SACD habe ich von einem künstlich aufgeblähten Schlagwerk nichts bemerkt. An eine ähnlich lautenede Kritik kann ich mich aber noch erinnern! Ich empfand die Aufnahme nicht als effekthascherisch. Jedenfalls nicht so, dass die zweifellos schon im Werk vorhandenen Effekte hier dem Werk entgegen gewirkt hätten. Die Geschmäcker sind allerdings gerade in dem Bereich extrem verschieden, wie ich schon an gemeinsamen Hörsitzungen bemerkt habe.
Ergänzen kann man noch, dass die beigegebene 2-kanalige Tonspur (auf den SACDs mit den zwei Schichten wie die vorliegende eine ist) oft besonders schlecht klang. Mit der konnte man oft nicht viel anfangen. Vielleicht kommen die unterschiedlichen Klangeindrücke auch da her.
Ich hoffe, ich konnte etwas Licht in die Sache bringen...
Andréjo (27.03.2025, 13:07): Ja, besten Dank!
Ich besitze zwar einen SACD-Spieler von Yamaha, höre aber mit nur zwei Lautsprechern. Normalerweise bin ich damit sehr zufrieden - und auch an dem Strawinski stört mich nicht wirklich etwas - es fällt nur auf.
Russische Einspielungen etwa von Schostakowitsch wirken bisweilen sehr manipuliert. Was soll's!
Mein Kompliment über die Vielfalt des Materials hinaus. Du hast im Hintergrund eine bemerkenswerte Kenntnis von Orchester- und Instrumententraditionen und ähnlichen Kontexten über die Jahrzehnte hinweg. Das kann man nicht übersehen. Respekt! All das habe ich jetzt mal einem Lieblingskollegen bei Capriccio per PN mitgeteilt und er hat mir Recht gegeben!
Siehe bitte hier noch eine PN - das wollte ich nicht so öffentlich schreiben!
Die Fünfte Mahler habe ich gestern mal durchgesehen. Eine riesige Sammlung! Man freut sich schon, wenn die eigenen vier Aufnahmen (Solti, Tennstedt, Neumann und Kubelik (LP - der ist nicht im Spitzenfeld angesiedelt, aber ich sollte mal wieder den Plattenspieler anwerfen !!) so geschätzt werden! Solti scheint nicht jedermanns Fall ob einer gewissen Robustheit. Mich belastet nichts.
Und was ich mir jetzt unbedingt kaufen will, ist Beethoven plus Berg mit Isabelle Faust!
:hello Wolfgang
Moderato assai (27.03.2025, 17:41): Ich besitze zwar einen SACD-Spieler von Yamaha, höre aber mit nur zwei Lautsprechern. Das ist ja schon super, denn damit sichert man sich durch die höhere Auflösung einen feineren Klang und wenn man Glück hat auch eine bessere Dynamik. Du lieber Wolfgang weißt das natürlich längst, vielleicht interessiert es jedoch noch jemand. Die Technik der SACD ist zwar bereits weitgehend passé, aber es gibt immerhin hochaufgelöste Downloads. Fast ausschließlich in Stereo. Damit verbreite ich allerdings auch nichts Neues. Russische Einspielungen etwa von Schostakowitsch wirken bisweilen sehr manipuliert Das kann man wohl sagen und gilt vor allem für die Einspielungen von Gennadi Roshdestvensky. Und was ich mir jetzt unbedingt kaufen will, ist Beethoven plus Berg mit Isabelle Faust! Du hast Dir also auch schon den Vergleich von Bergs Violinkonzert vorgenommen. Super!!! Zu deinem Entschluss kann ich Dich nur ausdrücklich ermutigen. Es gibt allerdings mittlerweile auch Einspielungen, die nicht in meiner Übersicht enthalten sind. Z.B. von Antje Weithaas oder Christian Tetzlaff. Da wäre unbedingt einmal ein "Update" fällig.