Tafelmusik für das 21.Jahrhundert

Jürgen (24.05.2012, 12:05):
Dieses Jahr steht bei mir ein runder Geburtstag an.
Es soll in einem kleinen ehemaligen Bauernhof (Hofreite) gefeiert werden. Ich erwarte etwa 40-50 Personen.

Nun bin ich am überlegen, welche Hintergrundmusik ich während des Essens leise abspiele. Mit der Tafelmusik Telemanns habe ich mich schon eingedeckt, weil sie locker, leicht ist und keine große Aufmerksamkeit erfordert.

Zitat einer Amazon Kundenrezension
Die Flöten, sie tuten Dir 70 Minuten,
Du solltest dahinter nichts Großes vermuten.
Denn früher verdeckten die Musiker nur
was den Fürsten bei Tische so menschlich entfuhr.
So hör Dir das Plätschern gelassen nur an!
Nicht der Bach ist's der plätschert, doch Telemann!

Die Telemannschen Bläserkonzerte (MAK) sowie Ebb' und Flut halte ich auch für geeignet.

Bei der Musik aus anderen Epochen wird es schon schwieriger. Vielleicht Antiche danze ed arie von Respighi oder ein wenig Satie?

Was wären denn Eure Vorschläge, oder habt Ihr vielleicht schon Erfahrungen gesammelt?

Der Vollständigkeit halber, erwähne ich hier noch, dass die Gästeschar durchaus ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung darstellt. Es werden sich also etwa 2-3 Personen (mich eingerechnet) darunter befinden, die klassische Musik mögen und regelmäßig hören.


Grüße
Jürgen
Nicolas_Aine (24.05.2012, 17:35):
wie wärs denn mit Mozart Symphonien, vllt. eher früheren, oder Mozart Violinkonzerten? Vivaldi Violinkonzerte wären eventuell auch was, vllt. auch Haydn Symphonien? Ich finde immer, etwas klassisches passt da ganz gut, weil das ist meistens auch für nicht-Klassik-Hörer sehr gefällig.
Heike (24.05.2012, 19:17):
Hallo Jürgen,
wir haben bei geschäftlichen Anlässen zum Essen oft Bachs Brandenburgische Konzerte gehört, das hat einen festlichen Anstrich und ist trotzdem leicht und eingänglich.
Heike
Stonie (24.05.2012, 21:55):
Hallo Jürgen,

mit der Tafelmusik und den Brandenburgern liegst du nach meiner Meinung richtig.
Wie Heike schon schrieb ... festlich, leicht und eingänglich.

Da fällt mir sofort noch das hier ein.
Heike (24.05.2012, 22:01):
Ich würde auch nicht die Musikepochen mixen, das bringt zuviel Unruhe und klingt immer irgendwie nach billigem Sampler. Ich würde sicherlich im Barock bleiben.
Heike
satie (25.05.2012, 09:25):
Das gilt zwar nur für mich persönlich, aber ich mag klassische Musik als Hintergrundmusik überhaupt nicht. Sie zieht immer meine Aufmerksamkeit auf sich, je leiser, desto schlimmer. Mag ein Problem für mich als Musiker sein, ich weiß es nicht.
Persönlich würde ich Barmusik mit einem Pianisten bevorzugen, vor allem, weil der Pianist sich der Stimmung anpasst (wenn er gut ist). Natürlich gibt es auch solche Musik (traditionell "American Songbook"-Material) auf CD. Diese Musik hat vor allem den Vorteil eines eher gleichbleibenden dynamischen Spektrums und einer einheitlichen Klangfarbe. Eben eher Hintergrund.

Oder gepflegte Salonmusik? I Salonisti sind sehr gut. Wenn es aber doch Klassik sein soll, würde ich entweder nur Klaviermusik nehmen (dann ist die Epochenmischung nicht so ein großes Problem) oder tatsächlich am ehesten Barockmusik nehmen. Der Telemann ist übrigens keineswegs so seicht :wink

SATIE
Jürgen (25.05.2012, 10:13):
Vielen Dank für die Anregungen.

Ich denke, es ist ausreichend, wenn die Musik eine Athmosphäre schafft, ohne bewusst wahrgenommen zu werden.

Telemann (in die neu erworbene Brilliant-Box höre ich gerade rein) erscheint mir schon ideal. Sollte mir darüber hinaus etwas fehlen, werde ich auf Vivaldi, Händel oder gar Bach zurückgreifen. Allerdings unter Vermeidung der ganz bekannten Gassenhauer.

Einen Pianisten kann ich mir leider nicht leisten, Satie, obwohl Du sicherlich recht hast. Und bei Klaviermusik aus der Konserve habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie von nicht Klassikliebhabern oft als nervend wahrgenommen wird.

Meine Frau (auch dieser Spezies zugehörig :I) ist für mich ein guter Ratgeber, wenn es darum geht festzustellen, was gar nicht geht.
So bezeichnet sie insbesondere bei Barockmusik die langsamen Sätze als Trauermusik. Ich werde also einen entsprechenden Filter setzen, denn eine Geburtstagsfeier ist schließlich keine Trauerfeier.

Grüße
Jürgen