The Good in the Bad - das interdisziplinäre Baderätsel

Rideamus (08.06.2011, 15:05):
Eine Frage in Capriccio zur Badesaison, zu der ich zu meiner eigenen Überraschung eine ganze Reihe passender Titel fand, weckte meinen Ehrgeiz, mal herauszufinden ob sich nicht ein ganzes Rätsel daraus gestalten lässt. Das ging, aber natürlich nur, indem ich nicht nur die Badefreuden, sondern auch die Badeorte berücksichtigte. Das Ergebnis folgt, wobei schon im Titel deutlich sein sollte, dass es nicht ganz so todernst genommen werden sollte und auch aus verschiedenen Richtungen betrachtet werden kann. Es enthält nämlich auch eine Reihe von Antworten, deren Kunstanspruch vor allem darin besteht, mir zu irgendeiner Zeit mal Vergnügen bereitet zu haben. Um den hehren Kulturanspruch dieses Forums aber nicht ganz über Bord zu werfen, habe ich versucht, auch einige andere Kunstformen in meine Fragen zu verpacken. Die Antworten aber laufen immer auf Musikstücke hinaus, die für eine richtige Antwort zusammen mit ihren Komponisten und dem gesuchten Lösungsbuchstaben zu nennen sind.

Ansonsten bleiben die Regeln ziemlich so, wie Ihr es inzwischen gewohnt seid: Antworten bitte nur per PN an mich oder an Rideamus@email.de und nicht direkt in den Thread. Die erfragten Lösungsbuchstaben ergeben, richtig sortiert, eine weltbekannte Badeanstalt, die den Hintergrund zu einem spektakulären Musikereignis gegeben hat. Jede richtige Antwort ist einen Punkt wert. Hinzu kommen gelegentlich ausgeschriebene Extrapunkte sowie je ein Punkt für einen zielführenden Tipp, der nach der Bestätigung eingestellt werden sollte. Und jetzt kommt eine Neuerung:

Da die ersten Tipps immer die wertvollsten für die anderen Ratefreunde sind, werden jeweils die ersten drei Tipps mit der doppelten Punktzahl belohnt, wobei ich allerdings davon ausgehe, dass Ihr auch den Verklauf des Rätsels in CAPRICCIO verfolgt. Diese Tipps zählen also mit und werden mit den Euren chronologisch berücksichtigt.

Und nun viel Spaß mit den Fragen, die wieder jeweils einzeln pro Tag kommen werden.

1. Frage
Beginnen wir mit einem Titel, der einen Eckpunkt der Spannweite des Rätsels markiert. Der gefragte Komponist arbeitete ohne großen Erfolg mit einer wichtigen Darstellerin des Films VOM WINDE VERWEHT zusammen. Möglich wurde das nur durch einen Superhit über eine Badekleidung, deren Namenspatron leider auch für die Problematik der Atomkraft steht.

Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des dritten Wortes im Titel dieses Badehits, der vollständige Titel des Hits und, wie immer, dessen Komponist.

:hello Rideamus
Severina (08.06.2011, 16:36):
Mein Tipp zu 1:

Auf diese Badebekleidung sollten besser alle jene verzichten, die auf zu viel Eis nicht verzichten können! (Leider falle ich auch in diese Kategorie! :( )

lg Sevi :hello
Rideamus (08.06.2011, 23:39):
Der Held eines Frühwerks von diesem Komponisten nimmt ein Bad und stirbt ausnahmsweise nicht an den Folgen, wie z. B. bei dem Anonymus, der die ursprüngliche Version verfasste und bei dem langen Fritz, der sie so eindrucksvoll bebilderte. Dagegen starb der Komponist selbst in einem Bad.

Gesucht werden, wie immer, der Komponist und sein hier beschriebenes Werk sowie insbesondere der erste bzw. letzte Buchstabe im einzigen Substantiv dieses Frühwerkes.


:hello Riddleamus
Severina (09.06.2011, 11:51):
Ein guter Tipp zu Frage 2 und fürs Leben:

Bade nie unter Linden!

lg Sevi :hello
Rideamus (09.06.2011, 23:37):
Bleiben wir noch mit einer guten Bekannten in leicht zu durchwatendem, flachen Gewässer.

Die Geschichte dieses Werkes spielt in einem Kurbad, in dem sich eine vornehme Dame höchst ausführlich um ihre Kopfbedeckung besorgt, die womöglich einem Kutschenunfall zum Opfer fiel.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des Badeortes, in dem das lange verborgene Werk wieder erstaufgeführt wurde. Er ist identisch mit dem zweiten Buchstaben des Ortes im Werktitel, dessen berühmtestes Bauwerk für das Geschehen auch eine Rolle spielt. Einen Extrapunkt gibt es für die Erläuterung dieser besonderen Rolle.

:hello Riddleamus
Rideamus (11.06.2011, 00:04):
Bleiben wir erst mal bei Bade- und Kurorten. Ein Mann nimmt in einem solchen Bäder um eine kreative Krise zu überwinden. Dort denkt ein Kardinal an Vögel, und der Mann denkt ein n weiter ohne damit aus seiner Krise weiter heraus zu kommen. Im Gegenteil. Schließlich aber wird er durch Clowns gerettet.

Gesucht werden das Kunstwerk, das diese Krise darstellt, sein Gestalter und der letzte Buchstabe im Namen des Mannes, der für die bekannte Musik der Clowns verantwortlich ist.

:hello Riddleamus
Severina (11.06.2011, 13:13):
Der letzte Teil des Rätsels ist mir ziemlich klar, aber der erste ist mir immer noch eines, denn mit einem Vogelkardinal und dem Sinnkrisler verbinde ich vorerst gar nichts. Und der Lösungsbuchstabe alleine gilt leider nicht :I :I :I
lg Sevi :hello
Rideamus (11.06.2011, 15:39):
Dann mal noch ein Tipp von mir:

Der Kurgast kannte das süße Leben und hat denselben Beruf wie der gesuchte Gestalter des gefragten Kunstwerkes, das nicht in erster Linie ein Musikwerk ist und einen gebrochenen Titel hat.

:hello Riddleamus
Rideamus (11.06.2011, 22:00):
Weil die letzte Frage so unerwartet schwer war, muss ich wohl noch einmal nachlegen. Ich mache es aber leichter und greife wieder auf ein Musikwerk zurück.

Der ungenannte Badeort dürfte derselbe sein wie in der vorigen Frage. Nur fürchten die Damen hier einen Masseneinbruch von Deutschen.

Gesucht werden: die angesprochene Nummer, in der diese Furcht zum Ausdruck kommt, und der zweite Buchstabe im Nachnamen des Komponisten oder des Regisseurs der Vorlage. Auch diejenigen, die versehentlich schon Tipps zu der Lösung gegeben haben, sollten sie mir noch einmal ausdrücklich nennen.

:hello Riddleamus
Rideamus (12.06.2011, 10:29):
Während einige Ratefüchse anscheinend noch darüber grübeln müssen, warum das in der Frage 5 gesuchte Werk in demselben Kurbad spielen könnte wie das in der Nr. 4 erfragte, gebe ich den ganz Ausgefuchsten, denen so etwas ein Leichtes ist, eine Extraaufgabe, weil Pfingsten ist. Die hat allerdings weniger mit der Ausgießung eines Geistes sondern eher mit einer eigentümlichen Entsorgung von Badewasser zu tun.

Welches Ensemble hervorragender Musiker verbindet das Liebesgeflüster eines Originals mit Badewasser, und wie kommt das?

Gesucht wird hier ausnahmsweise nur die Lösung selbst, da diese Extrafrage mit dem Lösungswort nichts zu tun hat. Jede richtige Lösung bringt aber einen Extrapunkt.

:hello Riddleamus
Rideamus (12.06.2011, 23:43):
Nach den Extravaganzen der beiden letzten Tage scheint mir, dass wieder eine "normale" Frage nötig ist. Bitte sehr:

Wenige Helden der Literatur wurden so oft vertont wie dieser Unersättliche, der so unfreiwillig wie verdient zu einem Bade kommt. Dabei war er ursprünglich nur eine Nebenfigur.

Gesucht wird der zweifache Vokal in seinem Namen. Bis zu drei Extrapunkte gibt es für die Nennung von mehr als zwei Werken über ihn, gerne auch unmusikalischen.

:hello Riddleamus
Rideamus (13.06.2011, 23:35):
David, Peter und Walter widmeten diesem im Bad Verstorbenen je ein Werk einer anderen Kunstgattung. Pietro tat das dem Namen nach auch, aber da geht es um ein anderes Familienmitglied.

Gesucht werden der Komponist und sein Werk mit dem Nachnamen des Badenden im Titel sowie insbesondere der Buchstabe, der in diesem Namen mehrfach vorkommt.

:hello Riddleamus
Severina (14.06.2011, 01:11):
Mein Tipp zu 7:

Das vom Verblichenen angestrebte Gesundheitsbad endet dann durch Zugabe von spitzem Eisen nicht ganz so gesund.......

lg Sevi :hello
Rideamus (14.06.2011, 10:41):
Dies ist eine schwerere Frage, denn es gibt leider gar keine Einspielung des Werkes. Deshalb könnt Ihr die zusätzliche Zeit vielleicht gut brauchen. Also gleich weiter zur Frage 8:

Bevor sie in eine verkehrte Welt geraten, müssen unsere beiden Helden als Schiffbrüchige unfreiwillig baden gehen. Dann haben sie Pech im Spiel und in der Liebe. Zum Glück hilft ihnen ein bekannter Zauberer, so dass alles gut ausgeht.

Gesucht wird der vorletzte Buchstabe im Namen des hier sehr bekannten und geschätzten Komponisten

:hello Riddleamus
Rideamus (14.06.2011, 23:36):
Durchschreiten wir wieder einmal die ganze Spannweite dieses Rätsels und gelangen zur nächsten Frage

Wenn der Vater mit der Tochter... In einem Jahr hatte dieses Tandem einen Sommer- und einen Winterhit. Der Sommerhit mit dem privaten Zapfenstreich gehört zum Thema des Rätsels.

Gesucht werden die Namen von Vater und Tochter, ihre beiden saisonalen Erfolgsnummern und insbesondere der Anfangsbuchstabe des Winterhits

:hello Riddleamus
Rideamus (15.06.2011, 23:36):
Als der Komponist sein Stück schrieb, dachte er wohl allenfalls flüchtig an ein beliebtes Strandhotel. Ein großartiger Film hat aber die Verbindung hergestellt und das zuvor weitgehend unbekannte Stück als Untermalung eines Strandurlaubs populär gemacht. Dazu machte er aus einem Literaten, der sich in diesem Hotel zur Sommerfrische aufhält, ein Abbild genau dieses Komponisten, obwohl der nicht einmal die literarische Vorlage kannte.

Gesucht werden der Film und sein Regisseur, die literarische Vorklage und ihr Autor sowie vor allem das Musikstück und der erste Buchstabe des Komponistennamens.

:hello Riddleamus
Severina (16.06.2011, 00:21):
Da ich ziemlich sicher bin, dass meine Antwort stimmt, wage ich schon ohne Bestätigung einen Tipp zu Frage 10:
Die literarische Vorlage ist nicht nur verfilmt, sondern auch "veropert" worden!

lg Sevi :hello
Rideamus (16.06.2011, 09:48):
Weil's so leicht war, gleich noch eine:

Weil jemand zu heiß gebadet hat, entwickelt sich eine Familientragödie fort. Trotzdem jubelt die Heldin am Schluss, obwohl sie dazu wirklich keinen guten Grund hat.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des Werktitels

:hello Riddleamus
Severina (16.06.2011, 12:49):
Mein Tipp zu 11:

Ich fürchte, bei dieser Familienaufstellung würde sogar Dr. Freud der Durchblick schwer fallen....

lg Sevi :hello
Rideamus (16.06.2011, 22:30):
Nach so vielen leichten Fragen schwimmen wir mal wieder in weniger vertraute Untiefen:

Wohl nie zuvor oder danach hat eine Badenixe dem Wasser derart viel Dekoratives abgewinnen können. Das war aber nicht ihr einziges Talent. In einem Duett brachte sie es nämlich auch fertig, ihrem Komponisten einen sehr begehrten Preis für einen liedhaften Wetterbericht zu ersingen.

Gesucht sind die Nixe, der Titel des Werkes, der ihr eine legendäre Verwandtschaft zubilligt, sowie das preisgekrönte Lied daraus und sein Komponist, insbesondere aber der Anfangsbuchstabe des Wortes im Liedtitel, dem man die ungefähre Außentemperatur entnehmen kann.

:hello Riddleamus
Rideamus (18.06.2011, 07:29):
Manche Leute, aber auch Badeorte, können vom Baden gar nicht genug kriegen. Deshalb erfolgte die Uraufführung dieser komischen Oper um ein streitbares Paar weder im Heimatland des Komponisten noch in dem des viel (und auch vom Komponisten mehrfach) vertonten Dichters der Vorlage, sondern in einem damals mondänen, also auch spendablen Badeort, der heute auch wieder mit musikalischen Ereignissen punkten will.

Gesucht wird natürlich das angesprochene Werk und sein Komponist, vor allem aber, da wir diesmal ja interdisziplinär sind, der zweite Buchstabe im Nachnamen des Regisseurs der letzten populären Verfilmung des Stoffes, den der Komponist hier vertont hat.

:hello Riddleamus
Rideamus (18.06.2011, 13:06):
Nachdem schon wieder fast alle aktiven Ratefreunde ihr Soll erfüllt haben lasse ich Euch mit der nächsten etwas schwereren Frage wieder mehr Zeit und stelle sie nicht erst bei Nacht ein:

Bleiben wir bei Badeorten. Welchen genau der aus einer gleichnamigen Musikerdynastie stammende Komponist gemeint hat, als er einem liebenswerten Teil seiner Bewohner diesen mit Marschtönen beginnenden Walzer widmete, steht nicht ganz fest. Fest steht leider nur, dass er bei einem sehr ungewöhnlichen Unglück umkam, weil er zu spät dran war.

Gesucht wird der dritte Buchstabe in den Titelworten dieser, seiner wohl populärsten, Tanzmusik

:hello Riddleamus
Rideamus (18.06.2011, 23:58):
Weil es wieder schwieriger wird, lege ich die nächste Frage schon heute abend vor, damit Ihr den Sonntag zum Recherchieren nutzen könnt.

Lotto, Altdorfer und Corinth haben sich für das Bad dieser Vorgängerin heutiger Vergewaltigungsprozesse interessiert, aber Luther nur am Rande. Dafür gibt es eine neuzeitliche musikalische Version, die anlässlich einer Weltausstellung vorgestellt wurde.

Gesucht sind der Komponist und Titel des Weltausstellungswerkes sowie der erste Buchstabe des Vornamens der badenden Heldin

:hello Riddleamus
Rideamus (19.06.2011, 23:01):
Dass die Verbindung von Baden und Voyeurismus eine sehr lange Tradition hat, wissen wir spätestens seit der letzten Frage. Wer meint, das habe sich seither geändert, muss nur mal überlegen, wie viele Duschszenen und Verwandtes er schon in Kriminalfilmen wie z. B. dem heutigen "Tatort" gesehen hat. Es wäre also ungerecht, einen Beitrag des letzten Jahrhunderts zu diesem Thema auszusparen. Hier die Frage:

Als der Komponist dieses Werk über ein voyeuristisches Badeglück schrieb, war von einer Maske noch nicht die Rede, denn da konnte er sogar noch einen jüdischen Texter vertonen. Die spätere Fortsetzung wurde nicht mehr so populär, aber da kannte man ihn schon für Anderes.

Gesucht wird. neben dem Komponisten und Librettisten des Werkes, der doppelt vorkommende Buchstabe im Vornamen der Badenden

:hello Riddleamus
Rideamus (20.06.2011, 13:57):
Weil Ihr schon wieder so schlau wart und alle (noch) Aktiven die letzte Frage bereits gelöst haben, gebe ich Euch wieder etwas Vorsprung bei der nächsten Frage, die schon deshalb etwas schwerer sein dürfte, als sie aus einer ganz anderen Ecke kommt als fast alles Bisherige.

Dieser Komponist, der mit einem Werk über eine Hafenstadt seines Heimatlandes bekannt wurde, starb an einem ausländischen Ort, in dem man bis heute wegen einer Krankheit baden geht, die nach dem Ort benannt wurde. Seine Frau schuf da einen berühmten Garten

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Badeortes und natürlich der Komponist und seine Hafenmusik

:hello Riddleamus
Rideamus (21.06.2011, 09:39):
Das Bad am Samstag Abend ist nicht nur eine bekannte Bildergeschichte von Wilhelm Busch, sondern auch das Thema eines Liedes, das diesem Rätsel beinahe den Titel gegeben hätte. Mit diesem Lied gewann der junge Songschreiber nicht nur eine Wette, dass er so einen Text komponieren könne, sondern schaffte auch seinen ersten großen Hit, dem noch viele folgen sollten, für die Leute wie Kurt Weill und Charles Trenet verantwortlich waren.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Liedtitels und natürlich der Komponist und Sänger des Liedes

:hello Riddleamus
Rideamus (21.06.2011, 23:10):
Wir beschließen diese feuchte Rätseltour, wie wir sie begonnen haben, nämlich mit einem Riesensatz von einem Extrem seiner musikalischen Spannweite zum anderen. Hier badet jemand in einem Gewässer, das wir noch nicht hatten. Damit scheidet also der "Badewannentango" aus. Leider.

Er will ja nur spielen, dachten sich die Badenixen dieses Werkes und spielten mit ihm. Mit humorlosen Männern sollte man das aber besser unterlassen, denn es könnte zum Weltuntergang führen.

Gesucht wird der erste und letzte Buchstabe des vollständigen Komponistennamens

:hello Riddleamus
Rideamus (27.06.2011, 07:10):
Liebe Ratefreunde,

zunävhst einmal bedanke ich mich ganz herzlich bei Severina, die sich hier ganz allein auf weiter Flur diesem Rätsel gestellt hat, und gartuliere ihr ganz herzlich zur vollständig richtigen Lösung dieses schwierigen Rätsels. Sie hat es verdient, dass ich hier auch die Lösungen einstelleZudem hoffe und denke ich, dass es vielleicht doch noch einige Neugierige und heimliche Mitrater gibt, die sich hier nicht gemeldet haben. Schreiten wir also flugs zur Auflösung der ersten Frage:

Beginnen wir mit einem Titel, der einen Eckpunkt der Spannweite des Rätsels markiert. Der gefragte Komponist arbeitete ohne großen Erfolg mit einer wichtigen Darstellerin des Films VOM WINDE VERWEHT zusammen. Möglich wurde das nur durch einen Superhit über eine Badekleidung, deren Namenspatron leider auch für die Problematik der Atomkraft steht.

Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des dritten Wortes im Titel dieses Badehits, der vollständige Titel des Hits und, wie immer, dessen Komponist.

TIPPS
Das Werk, in dem der gesuchte Komponist mit dem "Vom Winde verweht"- Star zusammenarbeitete, hat einen filmischen Vorläufer. Dort spielt ein berühmter Sherlock-Holmes- Darsteller mit. Der Titel des Werks und des filmischen Vorläufers bedient sich eines Wortes aus einer slawischen Sprache – Amelia Grimaldi

Eine deutsche Variante des gesuchten Titels kam von zwei italienischen Geschwistern aus Paris – Quasimodo

Auf diese Badebekleidung sollten besser alle jene verzichten, die auf zu viel Eis nicht verzichten können! (Leider falle ich auch in diese Kategorie!) - Severina

Den Song hat unter anderen auch eine Connie im Repertoire gehabt (aber nicht die Froboess). Riddlemaus will tell you more... – Waldi

Da ist von einer Dame die Rede, die sich vor etwas fürchtet und nervös ist. Warum nur? – Gurnemanz

Der Komponist hat sogar für Frösche geschrieben – Pavel

Der Sänger hatte mit diesem Song Mitte der 60ger Jahre seinen ersten großen Erfolg – Calisto

Der gesuchte Titel durfte seine "Eignung" zu Folterzwecken (!) filmisch unter Beweis stellen - Athene

Die Lösung: “Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini“ (oder „Honululu Strand Bikini“ in der deutschen Version) von Lee Pockriss und Paul Vance
Lösungsbuchstabe: T
Hörbeispiel: "http://www.youtube.com/watch?v=e6VHHCrU1sI&feature=related“

Zu den Lieblingssongs meiner Teenagerzeit gehörte ein von Perry Como butterweich eingesungenes Lied namens Catch a Falling Star. Damals war ich, wie die meisten meines Alters, vollkommen interpretenfixiert und hatte wenig Interesse dafür, dass auch diese Songs Komponisten haben. So entging mir damals, dass der hier gesuchte Ohrwurm, der wohl alle Welt durch die 60er Jahre verfolgte, von demselben Gespann stammte.

Athene verweist in ihrem Tipp mit gutem Grund darauf, dass Billy Wilder schon sehr früh die Foltermöglichkeiten entdeckte, die in diesem extrem haftenden, aber deshalb auch nervtötenden Song steckten, denn er ließ ihn in seinem Film EINS ZWEI DREI (1961) von der Stasi benutzen um den von Horst Buchholz gespielten, überzeugten Kommunistenjungen dazu zu bringen, ein Geständnis zu unterschreiben, dass er ein amerikanischer Spion sei. Woody Allen hat das später in seiner Komödie BANANAS noch einmal aufgegriffen.

Man sollte aber das Können, das hinter einem solchen, nur scheinbar schlichten, Erfolg steckt, nicht unterschätzen. Leider reichte es im Falle von Lee Pockriss nicht für einen längeren Atem. Immerhin konnte er schon im Jahr seines Bikini-Erfolges, nämlich 1960, auch auf der Bühne mit EARNEST IN LOVE, einer Musicalfassung von Oscar Wildes „The Importance of Being Earnest“, einen Prestigeerfolg erzielen. Auch ist seine Musicalversion von Anatole Litvaks gleichnamigen Film von 1937, TOVARICH (1963), ausweislich dieser Aufnahme mit der Uraufführungsbesetzung Vivien Leigh und Jean-Pierre Aumont mit ihren pseudorussischen Klängen höchst anhörbar, obwohl beide Stars nicht wirklich singen, sondern nur gefällig rhythmisch parlieren können:



Die Partitur lässt keineswegs die Ohrwurmqualität vermissen, welche die Produkte von Pockriss’ Zusammenarbeit mit Paul Vance so eingängig und haltbar machte. Der Kritiker Walter Kerr bescheinigte Pockriss’ Musik jedoch nicht zu Unrecht eine große Ähnlichkeit mit Kurt Weill und Richard Rodgers, wie man hier – in umgekehrter Reihenfolge gegenüber der Show - hören kann: „http://www.youtube.com/watch?v=sGRlfeDnfhY“. Immerhin waren das keine schlechten Vorbilder, und Vivien Leigh, die auf der Studioaufnahme wesentlich besser klingt als die Kritiker ihrer Live-Leistung bescheinigten, erhielt für ihre Darstellung den begehrten Tony Award für die beste Darstellerin.

Offenbar waren jedoch das Buch und die Dialoge in den Zeiten des Kalten Krieges und der Kuba-Krise nicht witzig genug um das Publikum davon zu überzeugen, dass es ausgerechnet diese etwas veraltete Komödie in der Tradition einer NINOTCHKA ohne den weiblichen Star sehen wollte. Nach, immerhin ordentlichen, 264 Vorstellungen musste die Aufführungsserie beendet werden, weil Vivien Leigh infolge eines Nervenzusammenbruchs nicht weiter auftreten konnte und das Publikum keinen Ersatz akzeptierte.

Später schrieb Pockriss, der zusammen mit Vance noch einige weitere Hits verbuchen konnte, auch Songs für Kinofilme, etwa Gordon Douglas’ Remake des Westernklassikers STAGECOACH (1966), und das Fernsehen. Am bekanntesten und ihres Rahmens wegen auch am beliebtesten waren seine Songs für Graf Zahl und Kermit den Frosch in der Kinderserie „Sesamstraße“, auf die Pavels Tipp verweist.

Es gelang ihm aber nicht mehr, die Qualität und den Erfolg seiner Kompositionen der 60er Jahre zu erreichen. Einen schier unsterblichen Badehit wie diesen schreibt aber wohl niemand öfter als einmal im Leben.

Der andere Verweis in der Frage bezieht sich natürlich auf die Atombombentests der Amerikaner in den 40er und 50er Jahren auf dem Bikini-Atoll, das der winzigen Badekleidung den Namen gab und seit 2010 zum UNESCO-Welterbe gehört.

Wer immer würde ich mich freuen, wenn Ihr mich mit der Auflösung der Fragen nicht ganz alleine lasst, sondern zum Beispiel verratet, wie Ihr auf die Auflösung gekommen seid und was Ihr mit dem Musikstück verbindet, das jeweils im Zentrum der Frage steht

Vielleicht wollt Ihr aber auch gleich weiter gehen zur klassischeren Frage Nr. 2? Bitte sehr:

Der Held eines Frühwerks von diesem Komponisten nimmt ein Bad und stirbt ausnahmsweise nicht an den Folgen, wie z. B. bei dem Anonymus, der die ursprüngliche Version verfasste und bei dem langen Fritz, der sie so eindrucksvoll bebilderte. Dagegen starb der Komponist selbst in einem Bad.

Gesucht werden, wie immer, der Komponist und sein hier beschriebenes Werk sowie insbesondere der erste bzw. letzte Buchstabe im einzigen Substantiv dieses Frühwerkes.

TIPPS

Der Stoff der ursprünglichen Version ist ein tragischer. Die Bilder des langen Fritz tragen dem Rechnung, denn ein großer Teil davon ist in Schwarz. Im hier gesuchten Werk dagegen geht's nicht so dunkel zu – Amelia Grimaldi

Rideamus hat an dem gesuchten Werk, in dem unter anderem von Schaumwein die Rede ist, entscheidenden Anteil – Waldi

Der Held überlebt infolge einer Wirtschaftskrise – Quasimodo

Ein guter Tipp zu Frage 2 und fürs Leben: Bade nie unter Linden! - Severina

Der Komponist änderte seinen Namen ein wenig, um Verwechslungen vorzubeugen – Pavel

In dem gesuchten Stück hat unser Held einen vernünftigen Beruf ergriffen, so dass er nicht mehr zu neuen Taten aufbrechen muss – Calisto

Die entsprechende Rolle kommt zwar nicht im hier gesuchten Stück vor, aber auch dem hier tätigen Librettisten hätte es sicher einfallen können, eine berühmte Textzeile des bekannteren Großwerkes (die sich übrigens auch auf dem Grabstein eines ihrer berühmtesten Sänger findet) umzudichten in "Hier schwitz´ ich zur Nacht" - Athene

Die Lösung: Oscar Straus: Die lustigen Nibelungen
Lösungsbuchstabe: N
Hörbeispiel: "http://www.youtube.com/watch?v=dPUdr0-NJfA&feature=related"

Wenn eine erneute Eigenwerbung so haarscharf mit dem Thema eines Rätsels zusammentrifft, wird die mir hoffentlich verziehen. In der Operette DIE LUSTIGEN NIBELUNGEN von Oscar Straus und Rideamus dem Besseren gibt es nämlich eine Nummer, die wie die Faust aufs Auge passt und deshalb hier keineswegs fehlen darf: „Ich hab’ ein Bad genommen“. Leider bietet YouTube derzeit nur ein englisches Hörbeispiel (s.o.), aber die parodistische Musik von Oscar Straus ist auch hier unverkennbar. Um mal einen begeisterten Hörer zu zitieren, den Ihr alle kennt:

"Die lustigen Nibelungen", führte ich mir gestern zu Gemüte .... Das ist schlicht und einfach grandios! Das Libretto zeigt, dass Operette ein intellektuelles Vergnügen sein kann, und bei der Musik komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus, und zwar vom ersten Moment, dem gravitätischen Beginn, an nicht. Straus steht eine denkbar große Bandbreite des Vokabulars zur Verfügung, er kann offenbachisch flott sein, romantisches Pathos karikierend auf die Spitze treiben, wunderbare Lyrismen formulieren - aber das alles wird auf einen stilistischen Nenner gebracht. Es ist also nicht Stückwerk, sondern das Werk hat einen Bogen, und ich würde es eher als "Komische Oper" bezeichnen. (Edwin Baumgartner)

Dem ist wenig hinzuzufügen, denn diese Operette sollte, möglichst in der aktuelleren, aber leider nicht mehr am Markt angebotenen Aufnahme, eine Pflichtkenntnis aller Liebhaber intelligenter Musik sein.



Die gegenwärtig geforderten Wucherpreise sollte man aber nicht bezahlen, sondern lieber diese preiswerte Alternative wählen, die immerhin das Wichtigste, nämlich die Musik, in einer ordentlichen Qualität wiedergibt, während die Dialoge in der hier angebotenen Hörspielfassung leider arg verstaubt daher kommen. Dafür kriegt man aber auch die komplette Handlung mit, die man bei der neuen Aufnahme, die ohne Dialoge auskommt, nur nachlesen kann, und das leider arg kursorisch.



Mit dem in der Frage angesprochenen „langen Fritz“ war natürlich der Regisseur Fritz Lang gemeint, der die klassische Sage um die Nibelungen so eindrucksvoll auf die (damals noch dialogfreie) schwarzweiße Leinwand gebracht hat. Rideamus und Straus haben die Geaschichte natürlich etwas anders erzählt. Bei ihnen ist Siegfried kein tumber Held, sondern ein mit allen Wassern gewaschener Sektfabrikant, der sich sicher nicht von jemandem, der dumm zur Wacht herum sitzt, wegen eines übersehenen Lindenblattes das Leben nehmen lässt. Wie es möglich ist, dass aus diesem extrem tragischen Stoff doch noch ein Happy End resultieren kann, hat unser Streifenpeter hier erläutert: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…hrer/#post85527

Jetzt aber Schluss mit diesen Erläuterungen, denn es höchste Zeit, das Stück mal wieder zu hören.

:hello Bademeister Riddle
Heike (27.06.2011, 23:36):
Ich gratuliere Sevi!!!
Auch wenn ich urlaubsbedingt diesmal nicht mitgeraten habe, werde ich die Auflösungen nutzen, um wieder das eine oder andre Neuland zu entdecken :-)
Heike
Rideamus (28.06.2011, 08:07):
Liebe Heike,

willkommen bei der Aufarbeitung. Diese Lösung aber wirst Du sicher schon kennen.

Die Geschichte dieses Werkes spielt in einem Kurbad, in dem sich eine vornehme Dame höchst ausführlich um ihre Kopfbedeckung besorgt, die womöglich einem Kutschenunfall zum Opfer fiel.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des Badeortes, in dem das lange verborgene Werk wieder erstaufgeführt wurde. Er ist identisch mit dem zweiten Buchstaben des Ortes im Werktitel, dessen berühmtestes Bauwerk für das Geschehen auch eine Rolle spielt. Einen Extrapunkt gibt es für die Erläuterung dieser besonderen Rolle.

Tipps
Ziemlich viel Personal gibt es in dem gesuchten Werk und alle haben das gleiche Ziel... – Amelia Grimaldi

..... das die bunte Gesellschaft aber nicht erreichen wird. – Calisto

.. nämlich die dicke Fête in dem berühmten Bauwerk nahe den Schaumweinproduktionsstätten! – Quasimodo

Nicht jeder Badeort liegt am Meer - in Bad Wildbach spielt das gesuchte Stück aber nicht - Athene

Bevor es dem Vergessen anheim fiel, wurde das Werk in einer Bearbeitung 1854 zur Hochzeit Kaiser Franz Josephs und der Prinzessin Elisabeth in Bayern aufgeführt, wobei im geänderten Titel der Aufführungsort aufschien. Sucht ihn aber nicht in Bayern, denn diese Angabe bezieht sich lediglich auf Sisis Titel – Waldi

Ein Beispiel dafür, dass die Bewegung nicht schneller wird, wenn viele Nationen daran beteiligt sind – Pavel

Na wenn gejodelt wird, kommt man auch nicht weiter, die sind ja nicht im Wienerwald oder anderswo - Oper 337

Es tut mir ja leid, aber ich kann mir so gar keinen Reim auf diese Reise ans flache Gewässer machen - Maggie

Ssssss! ( Gurnemanz) - Immer diese Deutschlehrer, ständig müssen sie einem sagen das irgendwo ein Buchstabe fehlt – Maggie

Große Teile der Musik des gesuchten Werkes hat der Komponist in ein anderes transferiert, das vor kurzem aus einem großen Opernhaus in die ganze Welt (?) geschickt wurde.... – Amelia Grimaldi

Eine Hafenstadt an der Adria ist der Geburtsort des Komponisten – Calisto

Die Lösung: Gioachino Rossini: IL VIAGGIO Á REIMS

In den Worten von Maggies perfekter Auflösung: „Der Komponist ist Gioachino Rossini. Das Werk heißt "Il viaggio a Reims" oder auf deutsch, " Die Reise nach Reims oder das Hotel zur goldenen Lilie". Die Oper wurde 1984 beim Rossini Festival in Pesaro neu aufgeführt. Das berühmte Bauwerk ist die Reimser Cathédrale Notre-Dame. Eine bunte Gesellschaft wollte sich dorthin auf den Weg begeben, um den Krönungsfeierlichkeiten Karl des X beizuwohnen.“

Quasimodo schrieb mir darüber hinaus sehr richtig: Lösungsbuchstabe: E (wie in Reims und in Pesaro). In Plombières-les-bains ist er auch noch ein paar Mal vertreten.

Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=SsIcc9CAAIo&feature=related

Ich gebe - wenig reumütig - zu, dass ich dieses wunderbare Werk in meinen Rätseln schon ziemlich strapaziert habe. Mir war also bewusst, dass dies für die erfahrenen Ratefreunde unter Euch, und das seid Ihr ja inzwischen alle, eine sehr leichte Frage sein würde. Aber in einem Baderätsel darf eine Geschichte, in der mindestens die Hälfte des wichtigsten Personals ein Bad nimmt, auf keinen Fall fehlen.

Wie Quasimodo richtig herausfand, spielt die Oper in dem französischen Kurbad Plombières-les-bains, das die Gesellschaft während der ganzen Dauer der Oper nie verlässt. Für sie ist nicht nur die bevorstehende Krönung, die sie in Ermangelung verfügbarer Reiskutschen nie erreichen werden, sondern bereits der Aufenthalt in dem Kurort in erster Linie ein gesellschaftliches Ereignis, weswegen sich die Comtesse de Folleville in der angesprochenen Bravourarie „Partir, oh ciel! Desio!” auch vor allem um den passenden Kopfputz besorgt, der bei einem Unfall beschädigt worden sein könnte. Zum Glück blieb er heil, was gleich Anlass zu einer virtuosen Cabaletta gibt, die Annick Massis in dem Hörbeispiel von der Wiederaufnahme an der Scala nicht weniger bravourös gemeistert hat wie Lelia Cuberli in Claudio Abbados Erstaufführung, auf die (und deren Einspielung) sich meine Frage bezog:



Ähnlich „aufregend“, aber auch amüsant, sind die meisten Abenteuer, welche die Gesellschaft durchleben muss, und natürlich gehören diverse Abenteuer (oder Anläufe dazu) mit und ohne Kurschatten ebenfalls dazu.

Ansonsten kann ich ganz einfach auf die Auflösung meines letzten Rätsels verweisen, in dem die Oper ebenfalls angesprochen wurde, und sehr viel hat sich in den drei Monaten seither ja nicht getan: http://www.capriccio-kulturforum.de/r%C3%A4tselhaftes-und-spielerisches/p121095-maskierte-g%C3%A4ste-ein-r%C3%A4tsel-um-musikalische-einlagen-und-beilagen/#post121095">Maskierte Gäste - Ein Rätsel um musikalische Einlagen und Beilagen

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (29.06.2011, 07:34):
Bleiben wir erst mal bei Bade- und Kurorten. Ein Mann ist in ein solches geflohen um eine kreative Krise zu überwinden. Dort denkt ein Kardinal an Vögel, und der Mann denkt ein n weiter ohne damit aus seiner Krise weiter heraus zu kommen. Im Gegenteil. Schließlich aber wird er durch Clowns gerettet.

Gesucht werden das Kunstwerk, das diese Krise darstellt, sein Gestalter und der letzte Buchstabe im Namen des Mannes, der für die bekannte Musik der Clowns verantwortlich ist.

Tipps
Vom Titel her keine ganze Sache – Pavel

Jedenfalls solltet Ihr bedenken, dass dies ein interdisziplinäres Rätsel ist, dass diesmal also kein Musikwerk im Vordergrund steht, sondern eine andere Kunstform, in der - vor allem zum Schluss - die Musik allerdings eine zentrale Rolle spielt – Rideamus

Der Kurgast kannte das süße Leben und hat denselben Beruf wie der gesuchte Gestalter des gefragten Kunstwerkes – Rideamus

Bin ich jetzt im Fülm? – Calisto / Könnt’ schon sein – Rideamus

Der Künstler hat in einem seiner Werke auch Bezug auf ein berühmtes Tanzpaar der 40-er Jahre genommen. Das hat die weibliche Zitierte nicht einfach so hingenommen... – Amelia Grimaldi

Bei dem Kardinal hat wohl seinerzeit mannch einer ein n weiter gedacht ... – Quasimodo

Der Titel ist eine Anspielung auf die Anzahl der Stücke, die der Künstler bereits bis zu diesem Zeitpunkt realisiert hatte – Calisto

Auf dem gesuchten Kunstwerk basiert ein Musical, dessen Titel etwas mit dem hier gesuchten gemeinsam hat, und das auch schon mal von unserem Rätselmeister gefragt wurde – Athene

Beim Würfeln würde man sagen alle Sechse oder a höhere Zahl? – Oper 337

Ist doch ganz einfach: 4 ist die Halbe zur Acht. 5 sind alle Neune, nämlich, laut Eigenzeugnis des Komponisten, 4 plus 5 mit seiner Musik. Alles klar? Bei der Nummer 4 geht es primär nicht um ein Musikwerk, sondern um ein nicht ganz rund nummeriertes Werk einer anderen Kunstform, in der allerdings Musik am Ende eine sehr wichtige Rolle spielt, und zwar Musik für Clowns. Deren Komponist, der übrigens die meisten Werke ihres Schöpfers vertont hat, darunter eine sehr erfolgreiche Straßenmusik, hat auch eine Oper geschrieben, die vor nicht all zu langer Zeit an der Scala von einem Herrn Florez gesungen wurde – Rideamus

Gebt acht und noch etwas mehr! - Waldi

Die Lösung: OTTO E MEZZO (8 ½), ein Film von Federico Fellini mit der Musik von Nino Rota
Lösungsbuchstabe: A
Originalausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=GBEiQssWtA8&feature=related

Dass die Frage sich als dermaßen schwierig herausstellen würde, hat mich enorm überrascht, denn wenn ich auch unversehens nicht primär nach einem Musikstück, sondern nach einem Film gefragt habe, so konnte ich mir doch nicht vorstellen, dass es unter uns viele Ratefreunde geben könnte, die Federico Fellinis Meisterwerk nicht sofort an der Szene mit dem Kardinal oder wenigstens Nino Rotas Filmmusik an dem Stichwort der Clowns erkennen würden. Immerhin ist das, visuell wie musikalisch, ein Motiv, das er (und Fellini) später immer wieder aufgegriffen haben, und das mindestens den gleichen Erkennungswert haben dürfte wie Rotas Musiken zu LA STRADA, DER LEOPARD oder DER PATE. Habt Ihr die Musik des Finales, die Ihr in dem genannten Hörbeispiel in Erinnerung rufen könnt, wirklich noch nie mit Bewusstsein gehört? Dann wird es aber wirklich höchste Zeit!

Über Fellinis meisterhafte Studie einer Lebenskrise, die viele zu den tiefsten und besten Filmen überhaupt zählen, was ich gut nachvollziehen kann, sind schon ganze Bücher geschrieben worden. Ich werde daher hier sicher nicht versuchen, ihr in ein paar Zeilen gerecht zu werden. Ausnahmsweise geben die Amazon-Besprechungen der nachfolgend genannten Editionen aber ganz brauchbare Eindrücke von den Dimensionen dieses Films. Auch Wikipedia hilft fürs Erste ganz gut weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Achteinhalb . Eine der großartigsten Qualitäten des Films, sieht man von seiner starken Bildkraft ab, ist sein tiefer Humor, weil Fellinis schonungslose Selbstanalyse mit sehr viel Selbstironie angereichert hat.

Letztlich aber sollte man den Film selbst kennen lernen, denn er gehört zu den uinverwischbaren Eindrücken, die niemand seinem Leben versagen sollte. Wer den Nerv hat, sich den Film stückweise anzusehen und dann noch gut italienisch versteht, kann das hier tun: "http://www.youtube.com/watch?v=dR0MPFGL4ig&feature=related"

Weitaus empfehlenswerter ist aber diese hervorragend zusammengestellte deutschsprachige Edition mit vielen lohnenden Extras



Den Film selbst gibt es aber auch in einer preiswerten Ausgabe:



Aber auch die Musik Nino Rotas lohnt das separate Anhören. Leider enthält die sehr gute Einspielung von Rotas besten Filmmusiken unter Riccardo Muti nichts aus OTTE E MEEZO, aber man sollte besser nicht zu den billigen Coverversionen anonymer Orchester greifen um Geld zu sparen, denn damit entgehet einem vieles an der Qualität von Rotas eigenen Orchestrierungen. Diese Zusammenstellung aber erscheint mir nach den Hörproben eine gute Zusammenstellung der Originale zu sein.



Aber vielleicht kennt Ihr noch andere und bessere?

:hello Bademeister Riddle
Severina (30.06.2011, 00:15):
Geschätzter Bademeister,

die 4. Frage hat mich nach den für mich so leichten ersten drei schier verzweifeln lassen, denn ich habe nicht nur die Finalmusik noch nie bewusst gehört, sondern den ganzen Film noch nie gesehen. Doch, das gibt es, wenn man ein Kino- und Filmmuffel wie ich ist :S. Vielleicht gebe ich dem Meisterwerk ja endlich eine Chance, wenn es mir wieder einmal aus dem Fernsehprogramm entgegenlacht.
Der Hinweis auf die Clownmusik führte mich komplett auf den Holzweg, weil ich natürlich riddle-geeicht sofort an Sondheim dachte, aber der war's ausnahmsweise nicht.

lg Sevi :hello
Rideamus (30.06.2011, 11:28):
Liebe Sevi,
es tut mir Leid, dass die vorige Frage Dich so leiden ließ, zumal das mit der folgenden sicher nicht leichter geworden ist. Ich hoffe, aber, der langfristige Gewinn der Kenntnis dieser Werke wird das ausbügeln und Dir in der Rückschau die Mühe lohnend erscheinen lassen.

Ich knüpfe aus naheliegenden Gründen direkt an die vorige Lösung an:

Der ungenannte Badeort dürfte derselbe sein wie in der vorigen Frage. Nur fürchtet man hier einen Masseneinbruch von Deutschen.

Gesucht werden: die angesprochene Nummer, in der diese Furcht zum Ausdruck kommt, und der zweite Buchstabe im Nachnamen des Komponisten oder des Regisseurs der Vorlage. Auch diejenigen, die versehentlich schon Tipps zu der Lösung gegeben haben, sollten sie mir noch einmal ausdrücklich nennen.

Tipps

Bei Frage 5 denke ich eher ans Kegeln. Nach Meinung unseres Rätselmeisters ist die Version eines berühmten Musicalstoffes, die der hier gesuchte Komponist geschaffen hat, übrigens besser als die viel bekanntere Version... – Athene

Der Stoff scheint noch immer interessant zu sein - er wurde gerade erst (vor zwei Jahren) ganz neu verfilmt – Quasimodo

Der Komponist schrieb auch anlässlich der Feier zum Jubiläum eines großen Konzerthauses einen Liederzyklus, der sich an Schuberts Winterreise anlehnt – Amelia Grimaldi

Die Nummer 5, ein musikalisches Bühnenwerk, spielt am selben Ort ( wie die Nr. 4), weil sie dieselbe Geschichte eines Künstlers in der Schaffenskrise erzählt. Weil der Komponist (ich finde, zu Recht) der Meinung war, dass seine Musik das von ihm (neu) vertonte Werk abrundet, hat es eine runde (aber nicht gerade) Zahl im Titel. Allerdings ist die Sprache des neuen Werkes nicht die der Vorlage, sondern gebraucht ein dreibuchstabiges Wort für den Kurort, das auch Heinrich Böll mal benutzte. Das ist hilfreich, wenn man wissen will, wo die Deutschen herein brechen - Rideamus

Es ist ein "abgebrochenes " Wort. In der Erzählung ist eine andere Stadt gemeint. An dieser Musicgattung werde ich irgendwann zerbrechen – Calisto

Auf dem gleichen Weg wie Calisto kam auch ich, Wanderer, nach ... – Pavel

Zu den Thermopylen oder wo anders hin - weil dann gehts nach Sparta - bei Nr. 5? – Oper 337

Nein, zu einer Formel 1-Rennstrecke... – Pavel

Der Komponist produzierte auch etwas - wie soll ich es verblümt ausdrücken? – Titanisches - Waldi

Die Lösung: „The Germans at the Spa“ aus NINE von Maury Yeston
Lösungsbuchstabe: E
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=lZ_gpm5WPLo

Manchen Eurer Rückmeldungen zufolge, die behaupten, von diesem Werk und seinem Komponisten noch nie gehört zu haben, sollte man meinen, dass Maury Yeston bei uns allenfalls denen bekannt ist, die das Glück hatten, in Hamburg sein Musical TITANIC besucht zu haben, auf das Waldi Tipp anspielt. Ganz so ist es denn doch nicht, denn ich habe mich schon mehrfach für ihn und seine Werke eingesetzt, zuletzt ausführlicher in dem Geschwisterrätsel, als ich sein besseres PHANTOM besprochen habe (s. http://www.capriccio-kulturforum.de/r%C3%A4tselhaftes-und-spielerisches/p21354-der-l%C3%B6sungsthread-zum-geschwisterr%C3%A4tsel/?highlight=Yeston+Phantom#post21354). Die dennoch fortwährende Ignoranz ist besonders ungerecht, denn wenige Musicalkomponisten haben eine so grundsolide musikalische Ausbildung - immerhin war Yeston sogar Kompositionslehrer in Yale - und entsprechend komplexe, wiewohl dennoch eingängige Musik geschrieben. Vielleicht fällt manchen von Euch der Zugang zu ihm etwas leichter, wenn Ihr Euch in Ermangelung einer Einspielung seines Cellokonzertes seine DECEMBER SONGS anhört. Diese Liedersammlung wurde nach Yestons eigenem Bekunden von Schuberts Winterreise inspiriert, spricht aber natürlich eine ganz andere Sprache. Die deutsche Aufnahme von Pia Douwes kenne ich bislang nur in den Schnipseln unserer Partner, aber sie sind, ebenso wie die originalen Einspielungen bei Amazon, das Hineinhören durchaus wert:



Aber bleiben wir beim Musical und stellen erst einmal den Komponisten vor. Maury Yeston wurde 1945 in Jersey City, New Jersey, geboren. Seine Eltern waren Geschäftsleute, aber auch praktizierende Musiker, sein Vater als Kantor, seine Mutter als ausgebildete Amateurpianistin. Gewisse Einflüsse der Kantorensöhne Gershwin, Berlin und Weill sind also nicht ganz zufällig. Sein musikalisches Talent war schon früh erkennbar, und bereits mit sieben Jahren gewann er einen Kompositionspreis. Während seines Musikstudiums an der Yale Universität sah er erstmals Fellinis meisterhaften Film 8½ (s. Frage 4), und da er nebenbei auch Sprachen studierte und sich für die Kunst der Songtexter interessierte, begann er, an einer Musicalversion des Films zu arbeiten. Bei einer Probe des Werkes hörte die große Schauspielerin Katherine Hepburn mit und berichtete Fellini begeistert von Yestons dramaturgischem Ansatz und seiner Musik. Als sich Yeston deshalb etwas später bei Fellini um die Erlaubnis bewarb, seinen Film als Musical zu bearbeiten, erhielt er diese postwendend. Nach einer ersten erfolgreichen Bewährungsprobe mit der erfolgreichen Überarbeitung der kurz vor dem Scheitern stehenden Musicalisierung von Vicky Baums Bestseller GRAND HOTEL konnte sich Yeston mit dem inzwischen NINE genannten Stück endgültig am Broadway durchsetzen, denn das Stück brachte es auf immerhin 729 Vorstellungen und erhielt den Tony Award für das beste Musical.

Dass jemand überhaupt auf die Idee kommt, aus diesem Stoff ein Musical zu machen, ist erstaunlich genug, aber was Yeston in seinem Theaterdebüt daraus gemacht hat, ist hinreißend. Bereits in der von dem guten Dutzend Frauen, die dem Regisseur Guido nachstell(t)en, à capella gesungenen Ouvertüre wird ein ganz eigener Ton angeschlagen. In der - leider technisch miserablen YouTube -Wiedergabe (s. "http://www.youtube.com/watch?v=ScdHbMuUjHc") der Tony-Award – Show, bei welcher Antonio Banderas der Hauptdarsteller der Wiederaufführung von 2003, die ich selbst erleben konnte, einen Hauptpreis erhielt, kann man eine schwache Ahnung ihrer Faszination erhalten. Leider sind die übrigen Ausschnitte der Show auf YouTube, die jemand aus dem Publikum heraus gefilmt hat, technisch noch katastrophaler, aber wer sich dafür interessiert, sollte sich vor allem Jane Krakowskis „Call from the Vatican“, Chita Riveras „Folies Bergères“ und das „My Husband Makes Movies“ mit Mary Stuart Masterson als Guidos geplagter, aber souveräner Ehefrau anhören (zu sehen gibt es nämlich leider kaum etwas).

Immerhin anhörbar, vor allem in den Nummern von Marion Cotillard, Nicole Kidman und Daniel Day Lewis sind auch die meisten Nummern der Filmfassung des Musicals, obwohl ich auch hier, wie so oft bei Musicalverfilmungen, lieber auf das Broadway-Original verweisen möchte. Sie sind aber besser als der Film, der sie umgibt, weil der leider einer seltsamen Mischung aus Hybris und Unfähigkeit zur Einlösung des eigenen Anspruchs aufsitzt. Wenn es nämlich jemals einen Grund gab, ein Musical, wenn überhaupt auf Film, dann „nur“ als Theaterereignis festzuhalten, dann bei NINE. Der Versuch, des bei CHICAGO noch sehr erfolgreichen Rob Marshall, Fellinis Film nicht nur zu evozieren, sondern auch noch zu toppen, resultiert in einem überzüchteten Konglomerat aus hyperfellinischer Revueszenen, die nur beweisrn, was für ein genialer Regisseur Fellini selbst war. Als Beispiel sei nur die Szene mit dem Kardinal genannt, der bei Fellini überhaupt nicht auf die Nöte des Helden eingeht, sondern nur kryptisch auf den Gesang eines Vogels verweist, auf den er hören solle, während der geplagte Guido bei Marshall sogar zu dem Kardinal ins Bad steigt und sich eine Suada über die unzüchtigen Stellen seiner Filme anhören muss.

Bezeichnend für die Fehlkalkulation Marshalls ist auch die Besetzung der Saraghina mit der attraktiven Stacy Ferguson. Sie kann zwar ihr „Be Italian“ gut singen, ist ansonsten aber von dem bedrohlich animalischen Vorbild bei Fellini meilenweit entfernt. Das reduziert sie zur faktischen Bedeutungslosigkeit, erreicht also genau das Gegenteil des Angestrebten, was durch Marshalls entweder überheblichen oder hilflosen Versuch, Fellinis Original bis ins schwarzweiße Detail nachzustellen, noch besonders deutlich wird. Erst, wenn der Film zu einem eigenen Schluss findet, der kein direktes Vorbild mehr hat, entwickelt er ein wenig emotionale Kraft. Wenn man so will, ist der Film NINE so nahe an OTTO E MEZZO wie Nicole Kidman ihrem Vorbild Claudia Cardinale bei Fellini. Nicht wirklich schlecht, aber weit von seinem Vorbild entfernt, und zwar sowohl dem im Kino wie dem im Theater.

Andererseits ist es Yestons Musik zum Glück wert, sich den Film dennoch anzutun, denn anders wird man das Stück bei uns, zumal nach dem drastischen Misserfolg des Films im Kino, kaum mehr zu sehen bekommen.



Wer aber ohne das Bild und die Geschichte auskommen kann, dem seien lieber die Soundtracks der ersten Aufführungsserien ans Herz gelegt, die musikalisch unübertroffen sind. Das liegt auch daran, dass das ansonsten sehr gute Revival mit Antonio Banderas und Chita Rivera, das zu meinen schönsten Broadway-Erinnerungen zählt, ebenso wie der Film auf eines der Glanzstücke der Partitur verzichtet, nämlich „The Germans at the Spa“. Wie urkomisch Yeston hier mit Deutschenklischees und Wagnertönen spielt, das kann man nicht beschreiben, das muss man hören:

„The Germans are coming
Roll out der Wiener Schnitz“.

Am besten gefällt mir das in dem Soundtrack des Broadway-Originals mit Raoul Julia, Karen Akers und Taina Elg:


Die Wahl zwischen dem Broadway-Original mit Raoul Julia und dem Soundtrack der englischen Version mit Jonathan Pryce ist Geschmacksache, denn beide halten höchstes Niveau, auch in der schwierigen Besetzung der Frauenrollen. Wer sich allerdings für das Werk wirklich begeistert, wie es das verdient, kommt um diese, leider nicht ganz billige aber lohnende, Gesamtaufnahme der Londoner Fassung kaum herum:



Pech hat nur, wer sich für dieses herrliche Stück und seinen höchst beachtenswerten Komponisten überhaupt nicht interessiert, denn er weiß nicht, was ihm entgeht.

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (01.07.2011, 11:27):
Trotz Pfingsten hat die Extrafrage weniger mit einer Ausgießung als mit einer eigentümlichen Entsorgung von Badewasser zu tun.

Welches Ensemble hervorragender Musiker verbindet das Liebesgeflüster eines Originals mit Badewasser, und wie kommt das?

Gesucht wird hier ausnahmsweise nur die Lösung selbst, da diese Extrafrage mit dem Lösungswort nichts zu tun hat. Jede richtige Lösung bringt aber einen Extrapunkt (und jeder Tipp natürlich auch).

Tipps

Ob nun zuerst geflüstert und dann lauter gesungen - es bleibt letztlich gehupft wie gesprungen – Amelia Grimaldi

Die problematische Extrafrage hat mit einem einst sehr und bis heute über seinen Tod hinaus beliebten Ensemble zu tun, über das es eine großartige Fernsehserie von Eberhard Fechner sowie einen Kinofilm von einem bayerischen Regisseur gibt. Die haben ein Lied im Original eingesungen, in dem es um Liebesgeflüster geht. Daraus machten Imitatoren einen bekannten Song um die fragwürdige Entsorgung von Badewasser – Riddleamus

Zur Badewasserentsorgung wurde das Stück ist erst viel später genutzt. Unser bedeutendes Ensemble war für die mehrstimmige vokale Verwertung zuständig. Das orchestrale Original war der erste "Millionseller" der Schallplattengeschichte. Da die Quellenlage offenbar unklar ist, ergeht dieser Tipp OHNE GEWEHR! – Quasimodo

Zuerst dachte ich, dass die Wanne voll sei. War sie wohl auch, aber dann wurde geschlürft... – Calisto

Das Ensemble wurde in den höchsten Tönen für die hohen Töne gelobt.
Tiefe konnten sie auch. Aber die sind nicht so selten, habe ich gelesen – Eifelplatz

ZurExtrafrage: Die hat mir ein Freund, ein guter Freund geflüstert. - Pavel

Die Lösung: Comedian Harmonists „Whispering“ und Vielharmoniker: „Lass mich dein Badewasser schlürfen“
Hörbeispiele: http://www.youtube.com/watch?v=cdKoddGH-Ts bzw. http://www.youtube.com/watch?v=ZNMuTw7gfso"

Bei der Zusammenstellung von Bademusiken fiel mir zwangsläufig auch der Schlager vom Badewasser ein. Wegen seines, gelinde gesagt, undelikaten Textes stellte ich ihn erst einmal zurück, aber dann stieß ich bei der Recherche auf ein seltsames Phänomen. Wie viele andere dachte ich, dass es sich bei diesem Lied um einen Klassiker der Comedian Harmonists handelte, die ich noch mit dieser Melodie im Ohr hatte. Das stimmte auch. Nur hatten die beileibe nicht den deutschen Schlagertext eingesungen, sondern das amerikanische Original von Vincent Rose (1880-1944) mit einem Text von, folgt man Wikipedia hier
http://en.wikipedia.org/wiki/Whispering_%28song%29, John Schoenberger und Richard Coburn. Die meisten anderen Quellen geben fälschlich John Schonberger als Komponisten an. Dieses Lied wurde 1920 von Paul Whiteman und seinem Orchester eingespielt und war angeblich die erste Schallplatte, die mehr als eine Million mal verkauft wurde, wie Quasimodo herausgefunden hat. Später spielte George Gershwin Variationen über diesen Song auf einem Welte-Mignon – Klavier ein, die man auf dieser sehr empfehlenswerten cd hören kann:



Spätestens damit wäre mir das Lied eine Rätselfrage wert gewesen, hätte ich einen passenden Rahmen gefunden, aber es ging ja weiter. Ganz am Ende ihrer Karriere, nämlich 1934, bevor die Nazis sie aus Deutschland vertrieben nahmen die Comedian Harmonists, von denen sich einige bereits nach den USA orientierten, das Lied auf. Danach geriet es schnell in Vergessenheit, denn den Nazis passte die ganze internationale Richtung nicht, von dem Umstand, dass einige der Harmonists Juden waren, ganz zu schweigen. Über den Fortgang muss ich nachfolgend ein wenig spekulieren, aber ich denke meine Vermutung trifft zu. Sollte jemand mehr wissen, bitte ich um Mitteilung.

Wir springen in das Jahr 1976. In dem Jahr gründete der im deutschen Schlagerfilm sehr erfolgreiche Komponist Gert Wilden (eigentlich Gerhart Alfred Wychodil, geb. 1917) das Gesangsensemble „Die Vielharmoniker“, das er auch am Klavier begleitete. Mit ihm trug er nicht wenig zu einer erneuten Popularisierung der Comedian Harmonists bei, denn sein Ensemble kopierte deren Stil und Repertoire. Er ließ seine Gruppe aber nicht nur die bekannten Lieder ihrer Vorbilder nachsingen, sondern fügte ihrem Repertoire auch eigene Kompositionen und Bearbeitungen hinzu. Eine davon war „Whispering“, die einen neuen Text von Wildens als Texterin schon lang bewährter Ehefrau Trude Hofmeister bekam, nämlich diesen, den ich aus Copyright- und Geschmacksgründen nur mit dem ersten Vers zitiere:

Lass mich dein Badewasser schlürfen,
einmal dich abfrottieren dürfen,
und deine Oberweite messen
und alle andern Frau'n vergessen, vergessen.
Lass mich dich einmal nur massieren
und deine Rippen dabei spüren,
für einen Kuss auf deine Sohlen
Möchte' ich dein Pantoffel sein!

Das Ganze gibt’s zum Beispiel hier, wobei die Hörbeispiele, die Amazon auf dem Link anbietet, von einer anderen Platte zu stammen scheinen:



Offenbar hörte sich diese arg überzogen formulierte Devotionalie eines Pantoffelhelden derart authentisch an, dass bald viele glaubten, darunter auch ich, der ich wie viele die Gruppe damals erst entdeckte, die Comedian Harmonists hätten den Text eingesungen, obwohl sie den noch gar nicht kennen konnten. Dabei ist bei genauerem Hinsehen unverkennbar, dass ein derart undelikater Text nicht aus den 20er oder 30er Jahren stammen kann. Aber dazu mehr, wenn wir zu einem wirklich authentischen Vergleichsstück kommen.

Jedenfalls hat sich für mich das Rätsel auch deswegen gelohnt, denn bis zu dieser Recherche habe ich von der Geschichte der deutschen Version und ihrer erfolgreichen Vermarktung nichts gewusst. Das Stück wurde nämlich besonders gerne von semiprofessionellen Ensembles und Laiengruppen einstudiert, die sich wegen der provokanten Titelzeile eines Publikumslachers sicher sein konnten. YouTube gibt da einige signifikante, aber auch erschreckende Beispiele.

:hello Bademeister Riddle
Severina (01.07.2011, 23:13):
Genau das war mein Problem bei dieser Frage, dass mir das Lied von Anfang an klar war, ich aber ebenfalls dachte, es sei von den Comedien Harmonists und nichts von seiner englischen Vorgeschichte wusste!
Dank also dem Bademeister für diese Horizonterweiterung! :D

lg Sevi :hello
Rideamus (07.07.2011, 13:59):
Nach einer so unfreiwilligen wie unvermeidlichen Unterbrechung mache ich - hoffentlich ohne weitere Unterbrechungen - weiter mit den Rätsellösungenund zwar mit der Badefrage 6

Wenige Helden der Literatur wurden so oft vertont wie dieser Unersättliche, der so unfreiwillig wie verdient zu einem Bade kommt. Dabei war er ursprünglich nur eine Nebenfigur.

Gesucht wird der zweifache Vokal in seinem Namen. Bis zu drei Extrapunkte gibt es für die Nennung von mehr als zwei Werken über ihn, gerne auch unmusikalischen.
Tipps

Nebenfigur jenes vierten, mit dessen Nachfolger er gemeinsam fraß und soff - Quasimodo

Im Titelort der dritten Frage hätte er sich vermutlich trinkenderweise schon im Kindesalter sehr wohl gefühlt – Athene

Na hoffentlich verkältet er sich nicht beim Trösten der Damen. ... Da hat er was mit Giuseppe die Stefano gemeinsam gehabt, nur hat der den nie gespielt - gesungen auch nicht, denn zum Schluss war der auch im Wasser - in Mörbisch an der Gelse, sinnbildlich gemeint – Oper 337

Nö, glaube ich nicht. ... Er holt sich nur einen sinnbildlichen Schnupfen, denn auch Erkältungserreger haben ihren Stolz. Was mich immer wundert ist die Gelenkigkeit des Herrn. Er muss sich vor dem besagtem Bade ganz schön verknotet haben um in den unfreiwilligen "Schwimmring" zu passen – Maggie

Wein, Weib, manchmal Gesang und kulinarische Interessen - das wäre das Profil dieses Herrn. Ein musikalischer Landsmann hat über ihn verraten, dass er öfters "in love" war... – Amelia Grimaldi

Selbst Edward Elgar hat sich mit dieser beleibten Figur beschäftigt – Calisto

Wenn man seiner Aussage trauen darf, war er ein zarter Page – Pavel

Ein Ritter, auf dessen Spur Regen und Wind führen... - Waldi

Die Lösung: FALSTAFF von Otto Nicolai, Giuseppe Verdi und anderen
Lösungsbuchstabe: A
Hörbeispiel Salieri: http://www.youtube.com/watch?v=ZDOeiclss64&feature=related

Die Frage nach diesem unfreiwillig Badenden war sicher eine der leichtesten, aber natürlich auch unvermeidlichsten. Nicht nur, weil Otto Nicolai dazu eine der schönsten deutschen Spielopern geschrieben hat, von ihrer traumhaften Ouvertüre ganz zu schweigen, und auch nicht, weil Verdis Oper schon seit Jahrzehnten einer meiner drei Topfavoriten ist, sondern weil wohl keine Figur, der ursprünglich nur eine Nebenrolle zugedacht war, sich nach ihrem ersten Auftritt in Shakespeares Henry IV so schnell an die Rampe gespielt hat wie diese Erfindung des großen Dramatikers, dem Kenneth Branagh, wie Teresa Cellini richtig erinnerte, sogar eine Rückblende in seinem „Henry V“ gegönnt hat.

Angesichts der Vielzahl derer, die ihn illustriert oder komponiert haben, habt Ihr Euch bei den Extras diesmal auf eine relativ kleine Zahl von Beispielen beschränkt. Mehr war zwar auch nicht gefragt, aber ich hätte doch erwartet, dass der eine oder andere noch auf das bekannte Bild von Eduard von Grützner verweist:



Oder auf diesen hier, für den Orson Welles einschlägige Szenen aller drei Shakespeare-Stücke, in denen Falstaff auftritt, mit viel Geschick zusammengestellt hat:


Aber zurück zur Musik. Leider kenne ich noch immer zu wenige Vertonungen dieses bemerkenswert unverschämten und dennoch nicht unsympathischen Charakters. Aber da bin ich wohl nicht der Einzige, denn wer hat schon einmal die ihm gewidmeten Kompositionen von Philidor, Dittersdorf oder Adolphe Adam gehört? Ich bin ja schon froh, die Opern von William Balfe und Ralph Vaughan Williams' SIR JOHN IN LOVE gehört zu haben und Ambroise Thomas' LE SONGE D’UNE NUIT D’ ÉTÉ zu kennen, eine besonders bezaubernde Oper, in der Falstaff ein Freund des Helden William Shakespeare ist, der sich nichtsahnend in Elisabeth I verliebt. Selbst bei dem Salieri muss ich ehrlicherweise passen, denn ich habe zwar die DVD, habe aber regelmäßig irgendwann nach dem ersten Akt mental ausgeblendet, weil sie mir - jedenfalls in dieser Aufführung - zu eintönig und uninspiriert erschien und ich mich regelmäßig nach meiner Lieblingsoper, nämlich der von Verdi, oder der spritzigen Ouvertüre von Nicolais lustigen Weibern gesehnt habe:



Nach dem wiederholten Anhören und –sehen des obigen YouTube - Trailers und des daneben abrufbaren Finales des ersten Aktes muss ich allerdings gestehen, dass ich der Aufnahme wohl doch Unrecht tue und sie mir an einem ruhigen Abend noch einmal ganz konzentriert anhören sollte. Meine mehrfachen Plädoyers für Verdis Oper und deren beste Aufnahmen erinnern einige von Euch vielleicht noch von früheren Gelegenheiten wie etwa dem Rätsel zu den „Gänsehautensemble“ hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/r%C3%A4tselhaftes-und-spielerisches/p53347-tipps-und-l%C3%B6sungen-zum-adventsr%C3%A4tsel-g%C3%A4nsehautensembles/#post53347

Ich denke also, dass ich mich bei der Auflösung dieser Frage kurz fassen und Euch fragen kann, ob Ihr außer den hier genannten noch andere Darstellungen dieses Charakters empfehlen könnt.

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (08.07.2011, 17:34):
David, Peter und Walter widmeten diesem im Bad Verstorbenen je ein Werk einer anderen Kunstgattung; Pietro tat das dem Namen nach auch, aber da geht es um ein anderes Familienmitglied

Gesucht werden der Komponist und sein Werk mit dem Nachnamen des Badenden im Titel sowie insbesondere der Buchstabe, der in diesem Namen mehrfach vorkommt.

Tipps

Der Badende hat etwas mit einem von einem anderen Komponisten "veroperten" Dichter gemeinsam. Beide wurden letztlich Opfer derselben historischen Epoche. Die hier gesuchte Oper ist ziemlich unbekannt. – Athene

Der Badende fällt einer Frau zum Opfer. Nein, ausnahmsweise mal keine Eifersucht! – Quasimodo

Die Frau gibt nicht freiwillig wenig später auch den Geist auf. – Calisto

In exponierter Position lebt es sich gefährlich. Hier führt eine Hautkrankheit - zwar nicht direkt - zum Tod. – Amelia Grimaldi

Noch unbestätigt, aber ich mag nicht warten, bis mein Kopf weiß ist, also: ... Ach so, das war schon der Tip. – Gurnemanz

David ist ausnahmsweise ein Nachname. – Rideamus

Das vom Verblichenen angestrebte Gesundheitsbad endet dann durch Zugabe von spitzem Eisen nicht ganz so gesund....... - Severina

Judy Collins hat den im Bad Verstorbenen ebenfalls besungen – Eifelplatz

Die Dame hat einen Mann getötet, um hunderttausend zu retten – Quasimodo

Der Mann war ein Fall für einen Dermatologen und nicht für ein Küchenmesser – Pavel

Nackt und bloß in der Wanne liegend, kann man sich schlecht wehren, wenn eine später ziemlich kopflose Dame in die Badestube stürmt – Calisto

Audienz für Charlotte in der Badewanne - revolutionär war aber nicht nur das! - Waldi

Die Lösung: IL PICCOLO MARAT von Pietro Mascagni
Lösungsbuchstabe: A
Hörbeispiel: "http://www.youtube.com/watch?v=CX_CYNFzl-o"

Zu den großen Vorteilen dieser Rätsel gehört es, dass man aus einem vordergründigen Anlass in Winkel springen kann, manchmal sogar muss, die man sonst nicht so leicht aufsuchen würde. Ein solcher Anlass war das Badethema, das bei mir unweigerlich dieses Bild von Jacques Louis David aufsteigen ließ, das wohl eines der berühmtesten weltlichen Motive der Kunstgeschichte und der französischen Revolution ist:



Von Davids Portrait seines radikalen Freundes als Opfer der höchst verständlichen, aber dennoch fehlgeleiteten Charlotte Corday, deren Tat zu erläutern hier leider zu weit führen würde, zu dem weit distanzierteren Stück von Peter Weiss, das man ruhig einmal wieder mit vollem Namen nennen sollte, war es, jedenfalls für jemanden meiner Generation, nur ein kleiner Schritt. Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade war ein epochales Stück, das auch die kongeniale Verfilmung durch Peter Brook von 1966 getragen hat. Man erinnere sich nur in den großartigen Einfall, wie Glenda Jackson als Charlotte den Marat Ian Richardsons mit ihren langen Haaren auspeitscht. Leider gibt es dieses Werk nur noch für sehr viel Geld antiquarisch im amerikanischen Amazonas,



aber wer sich die originale englische Fassung ohne Untertitel ansehen möchte um sich an ein, leider anscheinend schon wieder in Vergessenheit geratendes, Meisterwerk des Sprechtheaters bzw. des Theaterfilmes zu erinnern, kann dies zum Glück ab hier auf YouTube tun: "http://www.youtube.com/watch?v=aur-t-RtOJM".

Die Musikalität dieses weltweit mit riesigem Erfolg gespielten Textes, die sich selbst in seinen Übersetzungen noch vermittelte, war anscheinend eine zu große Herausforderung für einen Komponisten. Jedenfalls fiel die Opernfassung des Werkes durch den Münchener Komponisten Walter Haupt nach ihrer spektakulären Uraufführung auf dem Münchener Königsplatz im Jahr 1984 ziemlich schnell der Vergessenheit anheim.

Weitgehend vergessen wurde leider auch bedeutendes Musikwerk des 20. Jahrhunderts, das kaum mehr richtig in das Bewusstsein der Musikwelt eindringen konnte, da es nach seiner höchst erfolgreichen Uraufführung 1921, der zahlreiche weitere Premieren im In- und Ausland folgten, anscheinend in die Zwickmühle zwischen der Anbiederung seines Komponisten an den Faschismus Mussolinis und der für eben diesen Faschismus prekären antidespotischen Haltung des Sujets der Oper geriet. Die Rede ist von Pietro Mascagnis IL PICCOLO MARAT, einer fast expressionistischen Oper, die diesen schillernden Komponisten von einer ganz anderen als der von der CAVALLERIA RUSTICANA oder gar L'AMICO FRITZ vertrauten, gleichwohl absolut faszinierenden Seite zeigt:



Leider ist diese derzeit einzig am Markt verfügbare Aufnahme sehr teuer, aber wer sich für eindrucksvolle Opern abseits der festgetrampelten Pfade interessiert, sollte ihr nachspüren. Das oben zitierte Hörbeispiel aus der vielleicht besten greifbaren Aufnahme mit Virginia Zeani gibt immerhin einen schwachen Eindruck von dem, was einen da erwartet. Einen weiteren gab Ilbravo in diesem lesenswerten Thread über die Opern Mascagnis, der in seinen schwachen Echos leider auch aufzeigte, wie unbekannt (oder doch uninteressant?) die späteren Opern Mascagnis bei uns sind: "http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p118258-mascagni-pietro-verismo-und-sonst-gar-nichts/#post118258" target="_blank">MASCAGNI, Pietro - Verismo und sonst gar nichts?

Mit dem historischen Marat oder auch nur einem echten Verwandten dieses Revolutionspredigers hat die Oper nur den Namen gemeinsam, was immerhin eine sofortige zeitliche und örtliche Festlegung des Gescvhehens bewirkt. Die eigentliche Geschichte erzählt aber von einem brutalen Kerkermeister der französischen Revolution, der die Prinzessin Fleury gefangen hält. Um sie zu befreien, mischt sich ihr Sohn unter dem Namen des „kleinen Marat“ unter die Revolutionäre, wo er sich in die Tochter des Kerkermeisters verliebt. Bei dem Versuch, auch sie zu befreien, hilft ihm ein Schreiner, der es satt hat, immer neue Folter und Henkerinstrumente für den brutalen Aufseher zu entwerfen. Es kommt zu einem Happy End, das allerdings alles andere als unblutig ist.

Am Ende dieses ungewöhnlich großen Ausflugs durch die verschiedensten Kunstgattungen, der ausgerechnet von einem im Bad Ermordeten ausgelöst wurde, muss ich noch gestehen, dass ich Walter Haupts Oper überhaupt nicht und Mascagnis Werk auch noch nicht sehr gut kenne, da ich erst durch den o. g. Thread von IlBravo auf sie gestoßen wurde. Was ich aber bislang davon gehört habe, klingt definitiv nach erheblich mehr. So habe ich denn zu meinen vielen ambitionierten Vorsätzen den hinzu gefügt, den spätere Mascagni allgemein einer kritischen, aber auch ergebnisoffenen Neubewertung zu unterziehen.

Wisst Ihr denn schon mehr über den kleinen Marat – und was haltet Ihr von den genannten Werken um den großen?

:hello Rideamus
Severina (08.07.2011, 18:08):
Lieber Bademeister,

bei der 6 klingelte es natürlich sofort, meine Lieblingseinspielung ist momentan die CD unter Abbado mit Bryn Terfel. Allerdings habe ich entdeckt, dass es eine DVD mit Flórez gibt, die wohl demnächst in meinen Besitz übergehen wird.

Bei Frage 7 genügte die Kombination David+ Mord im Bad, dass ich sofort wusste, um wen es sich handelte, was ich allerdings nicht wusste, dass dieser Badewannenkrimi je veropert wurde. Aber da half mir dann der Hinweis "Pietro" auf die Sprünge, denn dank Tante Google war der Rest nicht mehr schwer.

Ob ich allerdings diese Oper je kennen lernen werde, bezweifle ich momentan ein wenig, denn da rangieren doch andere Werke auf meiner immer länger werdenden Wunschliste. Aber ich werde sie auf jeden Fall in Evidenz halten, wie es so schön heißt!

lg Sevi :hello
Rideamus (10.07.2011, 13:54):
Liebe Sevi,

in der Vorliebe für den Falstaff Bryn Terfels sind wir uns vollkommen einig. Für mich ist er nicht weniger großartig als Tito Gobbi, Giuseppe Taddei oder Ruggero Raimondi (auch mit Abbado in Ferrara) in der gleichen Rolle. Allerdings würde ich gegenüber der cd unter Abbado sogar noch die köstliche DVD der Londoner Inszenierung Graham Vicks vorziehen, zumal die gerade sehr preiswert zu haben ist:



Kenneth Tarver ist zwar kein Florez, obwohl auch sehr gut, aber ich würde einen Falstaff ohnehin nicht nach dem Fenton auswählen. Dagegen ist der Rest der Besetzung tadellos, Haitink so lebendig wie selten und die Inszenierung Vicks ein reines Vergnügen.

Nun aber zur nächsten Lösung:

Bevor sie in eine verkehrte Welt geraten, müssen unsere beiden Helden als Schiffbrüchige unfreiwillig baden gehen. Dann haben sie Pech im Spiel und in der Liebe. Zum Glück hilft ihnen ein bekannter Zauberer, so dass alles gut ausgeht.

Gesucht wird der vorletzte Buchstabe im Namen des hier sehr bekannten und geschätzten Komponisten

Tipps

Ganz so schwer ist die Antwort wieder nicht, wenn man / frau einen bekannten normannischen König kennt . Noch eine Hilfe - Ein "Kollege" von ihm kommt in "Asterix und Obelix" vor, Troubadix ist es aber nicht, Methusalix auch nicht – Oper 337

Es ist kein feiner Zug, um Frauen zu würfeln. Der Chef der Insel taucht komischerweise aus dem Wasser auf – Calisto

Ein Spanier hat dieses Sujet ebenfalls bearbeitet, beim gesuchten Werk allerdings hatte ein Ritter seine Finger im Spiel – Amelia Grimaldi (Rückfrage: welchen Spanier meintest Du hier? - Rideamus)

Auch wenn ich nicht auf dem Mond lebe - mit Glück habe ich diese Frage gelöst – Gurnemanz

Holzhammertipps tauchen manchmal an unerwarteten Stellen auf – Quasimodo

Der gesuchte Komponist gab sich reformistischen Opernbestrebungen hin. Wir haben einen Herrn unter uns, der diesem Komponisten offensichtlich sehr zugetan ist – Calisto

Den Zauberer habe ich zwar immer mit einer Insel assoziiert, aber dass er eine eigene hat, war mir bislang unbekannt – Pavel

... und ob diese Insel wüst ist, oder der berühmte Zauberer diese halbwegs anständig hat ausstaffieren lassen, oder hilfsweise die Wolken wegschiebt, damit man in den Mond gucken kann, entzieht sich meiner Kenntnis – Athene

Der Werktitel ist französisch, der Urheber der Lieblingskomponist eines - dennoch - veritablen "Freischütz"-Kenners - Waldi

Die Lösung: L’ISLE DE MERLIN ou Le monde renversé / MERLINS INSEL oder Die verkehrte Welt von Christoph Willibald Gluck
Lösungsbuchstabe: C
Hörbeispiel: leider keines

Als ich bei der Recherche zu passenden Titeln für dieses Rätsel in einem meiner „alten“ Opernführer (Günter Hausswald: Das neue Operbuch; Berlin (Ost) 1957) auf diese Oper stieß, las ich zu meiner nicht geringen Überraschung, dass sie damals noch im normalen Opernrepertoire zu finden war. Das mag im Osten Deutschlands womöglich der Fall gewesen sein, obwohl ich glaube, dass die gleichzeitige Eigenschaft Hausswalds als Verfasser einer deutschen Fassung der Oper dabei auch eine Rolle gespielt hat, aber mir war dieses Werk, wie bis vor Kurzem überhaupt die Existenz von Vaudevilles und heiteren Opern Glucks, völlig neu. Mir war also klar, dass es hier besonderer Hilfestellungen bedurfte. Um so überraschter war ich, wie schnell der Streifenpeter und einige andere doch auf die Lösung kamen. So unbekannt, wie ich dachte, war das Werk also wohl doch nicht. Jedenfalls stellte ich in einem parallelen Thread diesen Hinweis ein, der auch prompt gefunden wurde:
Wann wird es auf Tonträger eingespielt werden?. Dieser Hinweis war möglich, weil ich tatsächlich in den Tiefen des Internet einen Link zu einer Einspielung der Oper des WDR unter keinem Geringeren als Michael Gielen mit Mimi Coertse, Hermann Prey und Helmut Krebs fand. Als ich die hörte, war klar, dass ich das Werk hier vorstellen musste, obwohl es keine offiziell greifbare Einspielung gibt. Leider darf ich meine Quelle hier nicht nennen. Ich bin aber gerne bei der Suche behilflich, wenn sich jemand für diese seltene, aber auch selten gute Spieloper interessiert.

Und interessieren sollte man sich dafür, denn dieser köstliche Einakter enthält nicht nur wunderschöne Musik, er verblüfft auch durch seine enge Verwandtschaft mit den deutschen Spielopern Mozarts. So ist die Arie des Philosophen ganz leicht in Pedrillos Romanze „Im Mohrenland gefangen war“ aus der ENTFÜHRUNG wieder zu erkennen, wie ja schon dieser Oper insgesamt (und später auch die mit der gleichnamigen Oper Mozarts eng verwandte LA CLEMENZA DI TITO) stark von den Opern Glucks beeinflusst waren, wie Peter Brixius im weiteren Verlauf des Threads mit Recht ausführt. Selbst ein Mozart kam eben nicht wurzellos vom Himmel in die Opernwelt herab geschwebt. Natürlich hatte Mozart es nicht nötig, sich bei Gluck zu bedienen, aber die gegenseitige Wertschätzung dieser beiden Komponisten, die nach meinem Eindruck nicht geringer war als die viel bekanntere zwischen Mozart und seinem „Papa“ Haydn, verdient eine weit ausführlichere Würdigung, als ich sie hier leisten kann.

Der Stoff zu Glucks Oper geht auf den französischen Fabeldichter Jean de La Fontaine zurück, der in einer seiner berühmten „Contes“ über einen Frosch und eine Ratte den Zauberer Merlin und eine verkehrte Welt einführte. Aus dieser Idee entstand ein Libretto mit dem Titel „Le monde renversé“, das mehrere Vertonungen erfuhr, unter anderem von Georg Philip Telemann, der 1728 den Stoff als dreiaktige Oper in Hamburg herausbrachte. Diese Vorlage bearbeitete der Librettist Louis Ansaume, der später auch das Libretto für IVROGNE CORRIGÉ (DER BEKEHRTE TRUNKENBOLD) und andere Opern Glucks verfasste, zu diesem komödiantischen Einakter, der in zwar weit harmloserer, aber doch bemerkenswerter Weise mit seinen satirischen Darstellungen einer verkehrten Welt schon Züge des erst ein Jahr nach der Schönbrunner Uraufführung der Oper 1758 publizierten CANDIDE Voltaires vorweg nahm.

Die Geschichte des Einakters schildert (in der deutschen Fassung, die ich leider nur kenne) die Abenteuer der Pariser Schiffbrüchigen Georg und Johann, die auf einer seltsamen Insel stranden, in der die Welt ganz anders ist als in Paris, also eigentlich verkehrt. So sind hier die Kaufleute ehrlich, die Notare rechtschaffen und die Schauspielerinnen tugendhaft. Außerdem dürfen hier zwei reiche Menschen nicht einander heiraten um die Kumulierung von Geld zu verhindern. Das erfreut die beiden Schönheiten Diamantine und Goldblondine, denn sie haben sich auf Anhieb in die beiden stattlichen, aber als Schiffbrüchige zwangsläufig mittellosen Neuankömmlinge verliebt. Allerdings haben sie auch zwei Verehrer, denen sie eigentlich versprochen sind, und die ihre Ansprüche sogar in einem Würfelspiel festigen, das sie mit Aplomb gewinnen. Bevor aber in dieser verkehrten Welt auch noch die verkehrten Paare zueinander finden müssen, entsteigt der Herrscher der Insel, der Zauberer Merlin, dem Meer und verwandelt die beiden von der Pariser Welt verdorbenen Fremdlinge in rechtschaffene Menschen, so dass sie fortan mit ihren geliebten Frauen auf den Pfaden von Tugend, Ehrlichkeit und treuer Liebe wandeln können.

Leider hat die deutsche Rundfunkfassung des Werkes in den zweistimmig zusammengefassten Dialogpassagen die üblichen Schwächen von Hörfunkopern ihrer Zeit, also eine bemühte Munterkeit, die einem nach dem ersten Hören rasch auf den Nerv geht, aber die Musik ist eine Aneinanderreihung kleiner Juwelen, die sich ohne Weiteres mit den Spielopern Haydns und Mozarts, deren Vorbilder Glucks komische Opern hörbar waren, messen lassen können.

Sehr zu wünschen wären also professionelle und historisch informierte Einspielungen dieser Werke, zu denen auch die Einakter LA FAUSSE ESCLAVE, LE CADI DUPÉ, L’ARBRE ENCHANTÉ (DER ZAUBERBAUM) und der erwähnte IVROGNE CORRIGÉ gehören. Solange wir darauf warten müssen, was leider noch dauern dürfte, solange ein Harnoncourt ungerügt seiner Geringschätzung für die Opern Glucks Ausdruck geben darf, sollte man sich aber wenigstens diese Box mit Enspielungen John Eliot Gardiners sichern, die neben Glucks großartigem Ballett DON JUAN, das noch in Mozarts DON GIOVANNI grüßen lässt, und der IPHIGÉNIE EN AULIDE die einzige Einspielung von Glucks komischer Oper LES PÉLÉRINS DE LA MECQUE (DIE PILGER VON MEKKA) enthält, die allein schon den günstigen Preis wert ist, für den man diese Einspielung heute bekommen kann.



Nun kann ich nur noch hoffen, dass es mir gelungen ist, auf diese unbekannten Großtaten eines zu einseitig bekannten, großen Komponisten neugierig zu machen.

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (12.07.2011, 12:47):
Wenn der Vater mit der Tochter... In einem Jahr hatte dieses Tandem einen Sommer- und einen Winterhit. Der Sommerhit mit dem privaten Zapfenstreich gehört zum Thema des Rätsels.

Gesucht werden die Namen von Vater und Tochter, ihre beiden saisonalen Erfolgsnummern und insbesondere der Anfangsbuchstabe des Winterhits

Tipps

Der Sommerhit erinnert mich in Bezug auf die Utensilien an Frage 1. Das sollte man nicht vergessen! – Amelia Grimaldi

Im Winterhit fand eine Schlacht statt ... – Calisto

... Eine von ganz anderer Art als solche, an die sich viele Hörer damals noch lebhaft erinnert haben dürften; aber Winter- wie Sommerhit gehören in eine Zeit, in der man Schlimmes mit aller Kraft vergessen wollte - Gurnemanz

Vater und Tochter singen aber nicht gemeinsam, also lasst die Wanderstiefel im Kasten – Pavel

Später machte die Tochter in einem anderen Fach Karriere – Eifelplatz

Die Beherrschung des ortseigenen Dialekts brachte der Tochter später die Hauptrolle in der deutschen Version eines in London spielenden amerikanischen Bühnenwerkes ein – Quasimodo

Zur Künstlerfamilie gehört übrigens auch noch ein vielbeschäftigter Stuntman.... – Athene

...der 1924 Olympiasieger im Turmspringen war ... PS.: da hat er aber aufgeschnitten, wie in einigen anderen Details des "Spiegel-Nachrufs"! Aber einen Rekord hielt er: er sprang vom Zeppelin aus 361 m Höhe in einen See - Eifelplatz

...wärest Du ein Mann, wir hätten vor, gemeinsam schwimmen zu gehen, und Du wüsstest nicht, was Du mitnehmen solltest, würde ich Dir empfehlen, dieses Teil unbedingt mitzunehmen. (Ein Handtuch ist es nicht.) Ja, ich würde es Dir nicht nur empfehlen, sondern Dir geradezu den Befehl geben, so richtig imperativisch... Dann müsstest Du es haben. Wenn nicht, soll es weiterer Tipps nicht ermangeln – Gurnemanz

... die Sängerin kennst Du bestimmt auch. Sie war 8 Jahre alt, als sie das gesuchte Lied sang, in dem es um die Verpackung einer gängien Badekleidung, eine kleine Schwester und einen berühmten Berliner See geht. Das müsste an Suchworten eigentlich genügen – Rideamus

Die damals sehr, sehr junge Sängerin veränderte später ihren Namen und trat mit einem Duettpartner aus Österreich auf. Heute steht sie mehr auf den Brettern, die die Welt bedeuten – Calisto

Oh je, wie peinlich. Jetzt ist der Jroschen aber pfundweise jepurtzelt – Maggie

Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehn" ist es nicht, der hat ja nichts Gescheites zum Anziehen – Oper 337

Die Tochter ist übrigens mein Jahrgang; in der Glotze sieht man sie auch jetzt noch häufig mit einem Peter A. oder einem Peter W. - Wien und Berlin war immer schon eine Traumpaarung - Waldi

Die Lösung: „Pack die Badehose ein“ und „Hei, hei hei so eine Schneeballschlacht“ von Gerhard und mit Cornelia Froboess
Lösungsbuchstabe: H
Hörbeispiel: "http://www.youtube.com/watch?v=UhZEba0SWNs"

Nach so vielen seriösen Entdeckungsfahrten war zur Hälfte des nicht immer ganz ernst zu nehmenden, interdisziplinären Baderätsels mal wieder ein Ausflug in die Nostalgieecke fällig. Dabei habe ich zwei Dinge nicht bedacht:

Zum einen, dass der sogenannte Winterhit nur bedingt einer war, denn ich bin nicht mehr sicher, ob das von mir gemeinte „Hei, Hei. Hei so eine Schneeballschlacht“ wirklich der Titel des Liedes war, wie ich dachte, sondern nur eine Strophe dieses Liedes einleitete, das daran erinnert, dass es auch nach dem Weltkrieg noch lange Zeiten gab, in denen der Besitz eines Autos und dementsprechend eine Autofahrt für die meisten von uns etwas ganz Besonderes war, an dessen erstmaligen Genuss man sich noch lange erinnerte.

Zum anderen wurde ich daran erinnert, dass man nicht zu unbedacht von sich auf andere schließen sollte, denn der gesuchte Ohrwurm ist zwar anscheinend immer noch allgemein präsent, aber natürlich nach inzwischen schon zwei Generationen nicht mehr ganz so wie für meine Generation, zu deren frühesten Schlagererinnerungen dieser damalige Superhit noch immer zählt.

Wie so viele Erfolge entstand auch dieser zum Teil aus Zufall, denn der Tontechniker und Gelegenheitskomponist Gerhard Froboess schrieb das Lied „Pack die Badehose ein“ eigentlich für die Schöneberger Sängerknaben, die es aber nicht singen wollten. So sprang Froboess’ damals achtjährige Tochter Cornelia ein, und ein Kinderstar war geboren, aus dem später noch viel mehr werden sollte. Sie machte nämlich später noch zweimal eine ganz neue Karriere, nämlich als Teenie-Star an der Seite von Peter Kraus in Filmen wie WENN DIE CONNY MIT DEM PETER und später Operettenfilmen an der Seite der von Waldi angedeuteten Peters Alexander und Weck (z. B. DER VOGELHÄNDLER). Ende der 60er Jahre heiratete sie den späteren Intendanten des münchener Gärtnerplatztheaters Helmut Mathiasek, gab in einem ungewöhnlichen riskanten Entschluss ihre erfolgreiche, sie aber nicht mehr befriedigende Musikkarriere auf und begann eine neue Berufslaufbahn als ernsthafte Schauspielerin, als die sie bald auch von Film und Fernsehen akzeptiert wurde, etwa von Rainer Werner Fassbinder, der sie für DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS engagierte. Schließlich war sie so akzeptiert, dass sie es sich sogar schadlos leisten konnte, als Ensemblemitglied der münchener Kammerspiele in dem Musical MY FAIR LADY eine vorzügliche Eliza Doolittle zu geben, worauf Quasimodo in seinem Tipp verwies.

Davon war aber zu Zeiten unseres gesuchten Schlagers noch kein Gedanke. Vielmehr war es eine nervöse Zeit des Umbruchs, in der sich einerseits erste Erfolge des anbrechenden Wirtschaftswunders abzeichneten, gleichzeitig aber, gerade rund um den hier besungenen Wannsee, zwei nervöse Armeen einander gegenüber saßen, so dass es schon mal vorkommen konnte, dass bei einem Schusswechsel ein badendes Mädchen verletzt wurde. Eine Ostversion ersetzte deshalb den Westberliner Wannsee mit dem Wort Strandbad, und eine weitere DDR-Parodie dichtete die Zeile um in Schließ die Badehose ein, lass das Baden lieber sein, denn der Ami schießt am Wannsee.

Diese Zeit spiegeln auch die weiteren Erfolgsschlager von Gerhard Froboess und der damals wegen ihrer Frische und – natürlich sehr zahmen - Frechheit enorm beliebten „kleinen Cornelia“, darunter des angesprochene Lied um die Schneeballschlacht bzw. die Autofahrt, dem man heute noch anhören kann, wie groß damals die Sehnsucht war, die Schrecken des erst vor fünf Jahren beendeten Weltkriegs und seiner Folgen zu vergessen. Wer damit aufgewachsen ist, kann sich anhand dieser Lieder noch gut erinnern. Das ist ja ohnehin eine der Stärken von Musik, dass sie nicht nur sich selbst transportiert, sondern oftmals auch das Umfeld, in dem man sie erstmals bewusst wahrgenommen hat, und zum Anreiz solcher Erinnerungen habe ich die schon wegen des Titels des Liedes kaum vermeidbare Frage hier mit eingebaut, obwohl ich ausnahmesweise mal auf die sonst übliche Plattenempfehlung verzichten muss bzw. kann.

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (13.07.2011, 08:07):
Als der Komponist sein Stück schrieb, dachte er wohl allenfalls flüchtig an ein beliebtes Strandhotel. Ein großartiger Film hat aber die Verbindung hergestellt und das zuvor weitgehend unbekannte Stück als Untermalung eines Strandurlaubs populär gemacht. Dazu machte er aus einem Literaten, der sich in diesem Hotel zur Sommerfrische aufhält, ein Abbild genau dieses Komponisten, obwohl der nicht einmal die literarische Vorlage kannte.

Gesucht werden der Film und sein Regisseur, die literarische Vorlage und ihr Autor sowie vor allem das Musikstück und der erste Buchstabe des Komponistennamens.

Tipps

Der Hauptdarsteller betrachtete den Film als den Höhepunkt seines Schaffens und er konnte nicht hoffen, je in einem bessren Film zu spielen – Pavel

Der Regisseur hat sich auch mit einem Märchenkönig mit Hang zum Größenwahn beschäftigt – Amelia Grimaldi

... und mit einer Wildkatze – Athene

Man sollte aber nicht übersehen, dass der Regisseur das Musikstück aus seinem Zusammenhang gerissen hat, was er in dem Film auch noch mit einem weiteren Stück des Komponisten tat - Quasimodo

Der Regisseur hat auch mit einer berühmten Sängerin auf der Opernbühne gearbeitet – Calisto

Die literarische Vorlage ist nicht nur verfilmt, sondern auch "veropert" worden - Severina

Der Autor der literarischen Vorlage hat seinem Protagonisten denselben Vornamen verliehen, wie ihn auch der hier gefragte Komponist trug. Zufall? Vielleicht nicht, denn der Autor war auch bei der Uraufführung eines Großwerks des Komponisten zugegen, die gerade mal ein Jahr vor der Entstehung der genannten Vorlage stattgefunden hatte – Gurnemanz

Diesmal ist ausnahmsweise keine Oper im Spiel, obwohl: Einige Jahrzehnte nach der Entstehung von Komposition und literarischer Vorlage hat es ein Herr aus einem nass-kühleren Lande dennoch geschafft, eine Oper draus zu machen, seine letzte - und starb dann selbst wenige Jahre nach der Komposition derselben – Gurnemanz

Nass ist es dort auch, wo es handelt – Oper 337

Also ich würde vor dem Sterben viel lieber etwas aus der Ersten dieses Komponisten hören, die ursprünglich einen Satz mehr umfasste – Waldi

Die Lösung: MORTE A VENEZIA / DER TOD IN VENEDIG von Lucchino Visconti mit dem Adagietto aus der fünften Sinfonie von Gustav Mahler Lösungsbuchstabe: M
Zu sehen und zu hören hier:
http://www.youtube.com/watch?v=4aUoeNp7TC4&feature=related

Erst beim Zusammenstellen des Rätsels fiel mir auf, wie oft in den verschiedensten Kunstformen das Motiv des Bades mit dem des Todes zusammen gebracht wurde, und das immerhin schon seit den NIBELUNGEN. Ich verkneife mir hier jede Spekulation darüber, ob das nur daran liegt, dass der Mensch im Bade besonders leicht verwundbar, da unbekleidet und vor allem unbewaffnet ist. Später wandelte sich jedenfalls diese Kopplung in ein Motiv der Dekadenz, und kaum ein Kunstwerk drängt sich dem Kenner bei diesem Stichwort so sehr auf wie die Novelle von Thomas Mann und ihre nachfolgenden künstlerischen Verarbeitungen.

Ich hatte schon daran gedacht, dass es diesseits der antiken Mythen wohl kaum ein anderes, zumal derart morbides, Selbstportrait gibt, das so viele Kunstwerke hervor gebracht hat. Hätte ich während der Rätselerstellung schon an Benjamin Brittens Oper gedacht, wäre sie vielleicht der Gegenstand der Rätselfrage geworden, aber mir gefällt nach wie vor besonders die Vermischung aus Literatur, Musik und Film in Viscontis Meisterwerk. Ob es ein Zufall ist, dass alle drei großen Künstler, die diesen Stoff zu eigenen Kunstwerken formten, für ihre homosexuellen Neigungen bekannt waren? Wohl kaum. Dennoch könnte es sehr gut sein, dass sie auf ganz anderen Wegen zu diesem Thema fanden. Wikipedia verdanke ich nämlich den Hinweis auf dieses Zitat Thomas Manns, das mich doch stutzen ließ, auch wegen meiner vorangehenden Assoziation mit dem WERTHER:

„Leidenschaft als Verwirrung und Entwürdigung war eigentlich der Gegenstand meiner Fabel, – was ich ursprünglich erzählen wollte, war überhaupt nichts Homo-Erotisches, es war die – grotesk gesehene – Geschichte des Greises Goethe zu jenem kleinen Mädchen in Marienbad (gemeint ist Ulrike von Levetzow), das er mit Zustimmung der streberisch-kupplerischen Mama und gegen das Entsetzen seiner eigenen Familie partout heiraten wollte, diese Geschichte mit allen ihren schauerlich komischen, zu ehrfürchtigem Gelächter stimmenden Situationen, .“ Das Zitet entstammt einem Brief Thomas Manns an den Essayisten Carl Maria Weber. Der Titel der ursprünglich geplanten Novelle lautete: Goethe in Marienbad.

Da sowohl Goethes WERTHER, wie ihn wohl auch Massenet verstand, als auch Thomas Manns Gustav von Aschenbach kaum verhohlene Züge ihres jeweiligen Autors tragen, scheint es mir mehr als ein Zufall zu sein, dass sich Künstler wie Visconti und Britten am Abend ihres eigenen Lebens mit den relativ jugendlichen Phantasien der Künstler auseinander setzten, die sie besonders inspirierten, während das Motiv der Homophilie mir in dieser Gedankenkonstellation mehr wie ein zusätzliches Accessoire im TOD IN VENEDIG vorkommt. Das aber sind Überlegungen, die jeder für sich anstellen mag.

Hier geht es mir vor allem um diesen Film mit seinem Schauplatz, dem berühmten und bis heute grandiosen „Hotel Des Bains“ am Lido von Venedig, den Visconti zum Glück als Drehort nutzen konnte. Ich glaube, ich muss wenig Widrspruch fürchten, wenn ich behaupte, dass diesen Film wirklich jeder kennen sollte, der sich für Literatur, Musik oder Film interessiert. Über ihn sind wohl auch sehr viele Menschen überhaupt erst mit der Musik Gustav Mahlers in Berührung gekommen:



Ich propagiere bewusst die hervorragende Special Edition, deren lohnende Extras aus sehr guten Hintergrunddokumentationen zur Entstehung des Films und der Überlegungen bei der Ausgestaltung des Drehbuches enthalten, die das Extrageld allemal wert sind.

Propagieren möchte ich bei dieser Gelegenheit auch die Einspielung Rafael Kubeliks, die Visconti in seine Filmmusik übernommen hat, und zwar sowohl das dadurch berühmt gewordene Adagietto wie das Misterioso „O Mensch! Gib Acht!“ aus der dritten Sinfonie Mahlers:



Es war der damalige LP-Klotz mit sämtlichen Sinfonien Mahlers in der Interpretation Rafael Kubeliks, der mir noch vor Bernstein den Weg zu Mahler ebnete, und dessen Gesamteinspielung mir heute etwas unterschätzt vorkommt, auch wenn es inzwischen wohl von allen Sinfonien herausragende und zuweilen klar überlegene Interpretationen anderer Dirigenten gibt. Ich schreibe das so pauschal, weil ich fast allen jüngeren Einspielungen gar nicht erst kenne, da ich mit meinen früheren Erwerbungen recht zufrieden blieb und Mahler nach einer Phase intensiver Zuneigung irgendwann in die Peripherie meines musikalischen Radars glitt.

Die Verknüpfung Aschenbachs – der schon der Name eines SS-Offiziers in Viscontis DIE VERDAMMTEN war – mit der Projektion des Komponisten Gustav Mahler und seiner Musik war ein geradezu genialer Einfall Viscontis, der so passend erschien, dass er seit dem Erscheinen des Film im Jahr 1971 kaum mehr von der Novelle zu trennen ist. Gurnemanz’ vorzüglicher Tipp weist zu Recht darauf hin, dass diese Verbindung keineswegs allein auf Visconti zurück zu führen ist. Vielmehr hatte sich Thomas Mann, der kurz vor der Entstehung der Novelle mit großer Begeisterung der Uraufführung von Mahlers achter Sinfonie beigewohnt hatte, in seiner Darstellung Aschenbachs ganz bewusst der Züge des Asketen und „Leistungsethikers“ Mahlers zur Darstellung seines Aschenbach bedient. Erst Visconti aber war es gegeben, dieser Verbindung derart überzeugend auszuführen.

Die vielfältigen Verbindungen zwischen Thomas Manns Novelle einerseits und Viscontis Film und Mahlers Musik andererseits aufzuzeigen und ggf. auch unter dem besonderen Licht der Oper Benjamin Brittens, der den Film gekannt haben dürfte, kritisch zu beleuchten, würde hier viel zu weit führen. Es wäre aber mal ein sehr reizvoller eigener Thread.

Oder wie seht Ihr das? Freiwillige vor, bitte. Ich mache dann gerne mit.

:hello Bademeister Riddle
Severina (13.07.2011, 12:08):
Nach den vorangehenden Kopfnüssen waren 9 und 10 Spaziergänge für mich, wobei ich mich den Badehosenhit zunächst gar nicht zu posten traute, weil mir das zu simpel erschien. Erst als mir die ersten Tips bestätigten, dass unser Bademeister tatsächlich dieses fröhliche Liedchen gemeint hatte, sandte ich meine Lösung ab.
"Tod in Venedig" zählt zu den wenigen Filmen, die sogar ich Kinomuffel kenne. Obwohl ich gestehen muss, dass er mir beim Erstkontakt gar nicht gefiel, weil ich damals sehr puristisch dachte, was verfilmte Literatur betraf, und ich einem Regisseur jede Abweichung von der Vorlage sehr übel nahm. Aber im Laufe der Zeit siegte dann doch die Einsicht, es hier mit einem Meisterwerk der Filmkunst zu tun zu haben.

Brittens "Death in Venice" habe ich erst ein einziges Mal auf der Bühne erlebt, das ist zu wenig, um kompetent darüber diskutieren zu können, aber ich werde mich einmal in der Zentralbibliothek umschauen, ob es dort eine Einspielung gibt. (Auf meiner Wunschliste ist im Moment anderes vorrangig.) Denn Diskussionen über literarische Vorlage und Libretto bzw. die musikalische UMsetzung interessieren mich bekantlich immer :D.

lg Sevi :hello
Rideamus (13.07.2011, 14:39):
Tja, manchmal ist das Naheliegende eben doch das Richtige. Interessant ist aber, dass das explizit Berliner Liedchen 1951 in Österreich genauso bekannt und damit wohl auch beliebt war, wie in seiner Heimat. Vielleicht hatten wir damals aber allgemein noch wenig publikumswirksame Schlager.

Was Brittens DEATH IN VENICE angeht, so gibt es sogar mehrere DVDs, die ich allerdings auch nicht habe, weil mein Verhältnis zu Britten, vorsichtig gesagt, noch immer eines der zaghaften Annäherung ist, die sich allerdings nach dem Erlebnis der RAPE OF LUCRETIA gerade bei seinem Spätwerk deutlich verbessert hat. So habe ich inzwischen eine Aufführung aus Barcelona unter Sebastian Weigle aus dem Netz gefischt, die mir recht vielversprechend erscheint (Regie: Willy Decker). Für ein Vergleichsprojekt wäre ich also gerüstet, wobei ich auch die Novelle noch einmal lesen und den Film wieder einmal ansehen müsste. Es müsste also ein Langzeitprojekt sein.

:hello Rideamus
Rideamus (14.07.2011, 00:05):
Weil jemand zu heiß gebadet hat, entwickelt sich eine Familientragödie fort. Trotzdem jubelt die Heldin am Schluss, obwohl sie dazu wirklich keinen guten Grund hat.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des Werktitels

Tipps

In der Kürze liegt die Würze (was bei diesem Komponisten nicht immer der Fall ist) – Pavel

Die Heldin hat einen Komplex! - Quasimodo

Ich würde sagen, die Dame steht unter Strom!! – Amelia Grimaldi

Eine? Drei Hysterikerinnen auf der Bühne. Herz, was willst du mehr! - Calisto

Ich fürchte, bei dieser Familienaufstellung würde sogar Dr. Freud der Durchblick schwer fallen - Severina

Von Wien aus könnte man über 10 nach 11 fahren - Pavel

Ich stehe...manchmal auf der Leitung, die Nr. 11 gar nicht braucht. Die macht das in Eigenproduktion – Oper 337

Einen Ödipus-Komplex hat die Dame von Nr. 11nicht, aber geographisch könnte das schon die Richtung weisen. Und: Nomen est omen – Gurnemanz

Immerhin will sie nicht "jubeln, wie keiner gejubelt," wie der Textdichter einer Figur einer anderen gemeinsamen Oper mit dem Komponisten in den Mund legt – Athene

Jeder Frosch jubelt nicht, er quakt zumeist – Oper 337

Diese Oper ist das Gegenteil von heiler Welt, und ihr Schöpfer wird von einem bekannten Wiener Musikexperten, dessen Vorname mit dem gleichen Buchstaben beginnt wie die Titelfigur, nicht besonders geliebt - Waldi

Die Lösung: Richard Strauss: ELEKTRA
Lösungsbuchstabe: L
Zu sehen und zu hören hier: http://www.youtube.com/watch?v=vCTY1dZhqYs&feature=related

Man möchte meinen, dass das Sprichwort vom zu heiß gebadet, das wohl eher einem Vergleich mit dem Schicksal von Wolle in zu heißem Wasser entstammt, auf die Familie der Titelheldin zurück geht, denn sie ist wohl als Einzige dafür bekannt, einen herrschenden Patriarchen durch ein zu heißes Bad umgebracht zu haben. Mit dem zu heiß Badenden war natürlich Agamemnon, der Herrscher von Mykene gemeint, der nach seiner Rückkehr als siegreicher Feldherr von Troja von seiner Gattin Klytämnestra und deren Liebhaber Aegisth nach einigen, mir allerdings im Moment nicht erschließbaren Quellen in einem zu heißen Bad ertränkt wurde, während Homers ODYSSEE zufolge der Mord zwar auch im Bade, aber standesgemäßer mit Eisen erfolgte. Diese Version greift auch Hofmannsthal in der Oper auf, indem er nach der falschen Nachricht von Orests Tod Elektra das Beil ausgraben lässt, mit dem ihr Vater von ihrer Mutter und deren Liebhaber erschlagen wurde.In der Oper kommt der Badende deshalb nur noch instrumental vor, das aber gleich mit einem geradezu gellenden Auftakt.

Immerhin wurde danach Orest, der eigentlich tragische Held der Familie, nachdem er seinen Vater gerächt hat und seinerseits von den Erynnien verfolgt wurde, schließlich von dem Fluch seines Geschlechtes, der mörderischen Atreiden, erlöst. Aber Severina hat schon Recht: eine Familienaufstellung und Nacherzählung, wer hier welches Familienmitglied ermordet hat, und welche Götter dabei welche Rolle spielten, überforderte schon Homer und die vielen Dichter nach ihm ohnehin. Meine Lieblingsversion dieser Familie ist aber sowieso die von Jacques Offenbachs schöner Helena. Da leben nämlich noch fast alle und tun nur so, als wären sie was Besonderes.

Aber zurück zu Hofmannsthal und Richard Strauss, deren erste Gemeinschaftsarbeit der Einakter ELEKTRA wurde, obwohl Strauss nach dem Einakter SALOME viel lieber irgendeinen französischen Stoff komponiert hätte, wogegen sich Hofmannsthal strikt weigerte. Das Resultat war eine Steigerung der SALOME in jeder Hinsicht. Nicht nur der kompositorische Aufwand wuchs, auch die Hysterie der Hauptpersonen und parallel dazu die musikalische Kraft der Partitur, in deren relativer Kürze tatsächlich viel Würze liegt. Die sollte man aber tunlichst live und mit einer Elektra in Hochform erleben, wie mir das eines Tages in einer Frankfurter Aufführung mit Daniza Mastilovic gegönnt war, die an diesem Premierenabend sogar eine Birgit Nilsson vergessen ließ und entsprechend gefeiert wurde.

Nach meiner frühen und umfassenden Begeisterung für Richard Strauss ließ allerdings die für seine besonders schrillen Werke, zu denen die ELEKTRA fraglos gehört, doch merklich nach, so dass ich bis heute mit meinen frühen Erwerbungen der mustergültigen Einspielungen Soltis mit Birgit Nilsson



und der DVD Claudio Abbados mit Eva Marton, Brigitte Fassbaender und Cheryl Studer



zufrieden bin, obwohl ich gerne glaube, dass es zumindest auf DVD eine noch bessere Version geben müsste.

Welche das, in welchem Format auch immer, sein könnte, überlasse ich gerne Euren informierteren Vorschlägen, denn meine dritte Wahl wäre ungeachtet von Edwins Tadel eine von Carlos Kleiber aus London, ebenfalls mit Birgit Nilsson. Leider ist die derzeit nicht am Markt verfügbar



Zunächst aber bitte ich die enthusiastischeren Anhänger des Werkes ums Wort, denn für manche Strauss-Verächter ist ja gerade die ELEKTRA noch ein Grund, Strauss trotz seiner späteren Plüschigkeit und mangelnden Ökonomie zu schätzen.

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (14.07.2011, 13:23):
Wohl nie zuvor oder danach hat eine Badenixe dem Wasser derart viel Dekoratives abgewinnen können. Das war aber nicht ihr einziges Talent. In einem Duett brachte sie es nämlich auch fertig, ihrem Komponisten einen sehr begehrten Preis für einen liedhaften Wetterbericht zu ersingen.

Gesucht sind die Nixe, der Titel des Werkes, der ihr eine legendäre Verwandtschaft zubilligt, sowie das preisgekrönte Lied daraus und sein Komponist, insbesondere aber der Anfangsbuchstabe des Wortes im Liedtitel, dem man die ungefähre Außentemperatur entnehmen kann.

Tipps
Die Hauptdarstellerin hat eine Gemeinsamkeit mit einem berühmten Tarzan-Darsteller – Amelia Grimaldi

Das gesuchte Lied erhielt seinen Preis lange nach seiner Entstehung. Es wurde von zahlreichen bekannten und weniger bekannten Sängerinnen und Sängern im Duett interpretiert - ein "Standard" sozusagen – Quasimodo

Tarzan hat es in seiner ersten Karriere aber weiiter gebracht als diese Nixe (obwohl es nicht ihre Schuld war) – Pavel

Sie versuchte auch außerhalb des Wassers eine Filmkarriere zu starten. Damit ging sie kläglich baden – CalistoDu solltest weniger im Dunklen herum tappen, sondern, wie es sich für ein Baderätsel geziemt, das feuchte Element durchwaten. Dann könntest du zum Beispiel feststellen, dass das Lied auch in einem schweinischen Badeclip von Rudolf Nurejew und Miss Piggy interpretiert wurde – Rideamus

Als ich ein Kind war, gab es - heißgeliebt - schrecklich schmeckenden rosa Kaugummi, der sich wundervoll aufblasen ließ. In jeder Packung lag das Bildchen eines amerikanischen Filmstars bei, z.B. Clark Gable, Red Skelton, Humphrey Bogart, Gregory Peck - von den Frauen nenne ich nur Lauren Bacall, die in den McCarthy-Jahren eine so großartige Haltung gezeigt hat. Und natürlich war die hier gesuchte auch auf diesen Bildchen verewigt ... – Eifelplatz

Mit Red Skelton wäre man sogar noch näher dran als mit Miss Piggy – Rideamus

Am 8. August wird diese badende Venus 90! – Waldi

Kaum zu glauben, aber bei dieser Jahreszeit das zu behaupten was da gespielt wurde ist eher nicht wahr – Oper 337

Der Komponist des gesuchten Liedes hatte auch mit schweren Jungs zu tun - Athene

Die Lösung: Frank Loesser: Baby, It’s Cold Outside aus NEPTUNE’S DAUGHTER mit Esther Williams
Lösungsbuchstabe: C
Zu sehen und zu hören hier: http://www.youtube.com/watch?v=sRSEN3_hkzQ

Ein musikalisches Baderätsel ohne die erfolgreichste musikalische Badenixe aller Zeiten erschien mir schlechthin undenkbar, und so war es denn vor allem eine Frage des passenden Musikstückes um sie in eine lohnende Frage zu verpacken. Das allerdings erwies sich als gar nicht so einfach, denn entweder waren die Lieder langweilig oder die Filme. Schließlich entschied ich mich im Gegensatz zu der mehrheitlichen Vermutung nicht etwa für Esther Williams bekanntesten Film, BATHING BEAUTY, sondern für diesen relativ schwachen Nachfolger, der immerhin einen Musicalklassiker aufzuweisen hat. So ging die Frage nicht um die dem Meer entstiegene Göttin Venus, sondern ihren Kompagnon, den Meeresgott Neptun bzw. dessen Tochter. Den Film gibt es zur Zeit nicht separat, was ich gut verstehen kann, aber wer sich für die wesentlichen Werke mit Esther Williams interessiert, wird sie ohnehin haben wollen. Hier gibt es sie:



Ebenso wie der in den Tipps angesprochene Tarzandarsteller Johnny Weissmueller, mit dem sie eine Zeitlang in diversen aquatischen Revuen auftrat, bevor beide von der MGM für den Film entdeckt wurden, war Esther Williams zunächst eine olympiareife Schwimmerin, die allerdings durch den Zweiten Weltkrieg daran gehindert wurde, ebenso wie Weissmueller olympische Medaillen zu erringen. Mit dem Erfolg ihres ersten spektakulären Farbmusicals BATHING BEAUTY im Jahr 1944, eigentlich ein Schaustück für den erfolgreichen Komiker Red Skelton, wurde Williams einer der erfolgreichsten Stars der MGM. Außerhalb ihrer Schwimmszenen, deren beste man auch in dem eindrucksvollen Musicalpotpourri THAT’S ENTERTAINMENT versammelt sehen kann, und für das man ruhig auch mal Reklame machen kann,



wusste die MGM allerdings wenig mit ihr anzufangen, was sicher auch an ihren Grenzen als Schauspielerin lag. Immerhin gab man ihr ein frisch erworbenes Duett des späteren Musicalkomponisten Frank Loesser, um das es hier geht. „Baby, it’s cold outside“ ist ein komisches Duett, in dem die Frau einer Verführung entgehen will, obwohl es doch draußen so kalt und ungemütlich ist. Der großartige Sondschreiber Frank Loesser (GUYS AND DOLLS / SCHWERE JUNGS UND LEICHTE MÄDCHEN), der unbedingt noch einen eigenen Thread braucht, hatte das Lied für seine Frau und sich geschrieben und oft mit ihr auf Partys aufgeführt, bevor er es Jahre später (der Zeitunterschied, auf den Quasimodos Tipp verwies) sehr zum Ärger seiner damaligen Noch-Gattin verkaufte. Immerhin gewann er damit einen Oscar für den besten Song, was auch darauf zurückzuführen ist, dass der Film ihn zweimal mit vertauschten Rollen präsentierte: einmal mit Williams und Riccardo Montalban, und dann in einer komischen Verdrehung mit Red Skelton und Betty Garret, welche die Rolle der Verführerin übernahm, wie man hier sehen kann: http://www.youtube.com/watch?v=iHYqKEAehPU

Wirklich komisch wurde das Lied aber erst von Jim Henson und seinen Muppets präsentiert, wenn Miss Piggy und Rudolf Nurejew sich in der Sauna von ihrer anstrengenden Darbietung von Tschaikowskys SCHWEINSEE erholen und Miss Piggy, sagen wir, ziemlich aufdringlich wird. Die Version sollte man wirklich kennen: http://www.youtube.com/watch?v=-EJ1SBAO1HU

Damit genug zu diesem nasskalten Intermezzo und weiter zur nächsten Frage.

:hello Bademeister Riddle
Severina (14.07.2011, 16:51):
Bei dieser Frage hätte ich fast die Flinte ins Korn geworfen, nur gutes Zureden unseres Bademeisters ließ mich noch einen letzten Anlauf nehmen.
Zwar war mir sofort klar, dass es sich um Esther Williams handeln musste, nur beim passenden Film und vor allem dem Song tappte ich im dunklen Wasser. Tante Google redete mir den mit der Nixe im Titel ein, aber der war's gemeinerweise nicht. Ehrlich gesagt tendiert mein Bedürfnis, DIESE cineastische Bildungslücke zu füllen, gegen Null. (Jetzt bräuchte ich den Unterm-Stuhl-hock-Smiley :wink !)

lg Sevi :hello
Rideamus (14.07.2011, 19:36):
Liebe Sevi,

ich danke Dir auch für diesen Kommentar, der immerhin die Illusion eines Dialoges aufrecht erhält und stimme Dir deswegen gerne auch darin zu, dass man diese filmische Revue nicht unbedingt kennen muss. Es reicht schon die Kenntnis des Duetts in den verschiedenen Versionen, die Ihr ja dank Eurer großzügigen Internet-Tube leicht und kostenfrei nachschlagen könnt.

Ganz anders verhält es sich bei den Lösungen der nächsten Frage, wie Ihr bald sehen werdet.

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (15.07.2011, 13:33):
Nicht nur manche Leute, sondern auch Badeorte können vom Baden gar nicht genug kriegen. Deshalb erfolgte die Uraufführung dieser komischen Oper um ein streitbares Paar weder im Heimatland des Komponisten noch in dem des viel (und auch vom Komponisten mehrfach) vertonten Dichters der Vorlage, sondern in einem damals mondänen, also auch spendablen Badeort, der heute auch wieder mit musikalischen Ereignissen punkten will.

Gesucht wird natürlich das angesprochene Werk und sein Komponist, vor allem aber, da wir diesmal ja interdisziplinär sind, der zweite Buchstabe im Nachnamen des Regisseurs der letzten populären Verfilmung des Stoffes, den der Komponist hier vertont hat.

Tipps

Der Uraufführungsort der Oper wurde von Johannes Brahms sehr geschätzt - Athene

Der Stoffgeber hat viele Komponisten versorgt. Nicht immer mit so amüsantem Geplänkel, oft endeten seine Vorlagen letal für die Beteiligten... Dante war es nicht! – Amelia Grimaldi

Um richtig interdisziplinär zu sein: Auch Tony Marshall stammt aus dieser Stadt – Pavel

In der Uraufführungsstadt kann man auch sehr gut das Geld verzocken – Calisto

Wenn man es hat, kommt man dann raus und hat weniger als zuvor, ist mir in Cannes passiert, da hatte ich einen Freund und dessen Gattin mit, aber in Österreich ging für jeden eine Wurstsemmel sich dann aus, und für so was komponiert einer was. Die Wurstesemmelpolka könnte es sein – vielleicht – Oper 337

Also der Titel des Werkes? Eigentlich erleben die meisten von uns das tagtäglich. Dieser Krach überall und guckst du genauer hin... – Maggie

Im wirklichen Leben harmonierte das Paar im berühmten Film leider nur einige Jahre. Komponist, Titelheld und Titelheldin und gesuchter Ort beginnen alle mit dem gleichen Buchstaben – Waldi

Maggies überflüssiger Krach hat mir hier geholfen. Der Vorname des Komponisten lässt an einen antiken Helden denken - Gurnemanz

Die Lösung: Hector Berlioz: Béatrice et Bénedict nach Shakespeares MUCH ADO ABOUT NOTHING, verfilmt von Kenneth Branagh
Lösungsbuchstabe: R
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=3d8uIZuoaF8

Beginnen wir mit dem Film, wobei ich mich etwas ergänzen möchte, denn zu meiner eigenen Überraschung musste ich feststellen, dass Kenneth Branaghs Verfilmung von 1993 keineswegs nur die letzte populäre war (es gab 2010 noch eine in eine amerikanische High School versetzte Neuverfilmung von Brandon Arnold), sondern, sieht man von zwei Stummfilmen und diversen TV-Filmen ab, die erste Tonfilmfassung des populären Shakespeare-Stückes für das Kino überhaupt. Glücklicherweise wurde sie auch eine der gelungensten, wozu nicht nur der leichte Ton des Films beitrug, den Branagh zwar ziemlich nah an Shakespeares Original gehalten, aber doch um längere Dialogpassagen gekürzt hatte, die ein tragisches Potenzial andeuteten, das schon Berlioz fast ganz eliminiert hatte.



Durch die Verlegung des Schauplatzes aus dem glutheißen Sizilien in die heiter-sommerliche Toskana gelang es Branagh, den heiteren Kontrast zu seiner düsteren Verfilmung des HENRY V zu schaffen, den er offensichtlich anstrebte. Indem er die Handlung trotz eines Überaufgebotes internationaler Stars ebenso wie vor ihm schon Berlioz stark auf die beiden wider Willen ineinander verliebten Béatrice und Bénédick konzentrierte, die er mit seiner damaligen Frau Emma Thompson in nahezu idealer Weise verkörperte, brachte er die Stärken des Werkes voll zur Geltung. Das wurde auch noch durch die wirklich komischen Auftritte Michael Keatons als Dogberry verstärkt, während uns zu lange Dialogpassagen des sonst überfordert gewesenen Keanu Reeves als schurkischer Don John erspart blieben.

Nicht unwesentlich zum Erfolg des Films trug auch die sehr stimmungsvolle Filmmusik von Patrick Doyle bei, dessen Leistungen gerade bei diversen Shakespeare-Verfilmung, ebenso wie die Rachel Portmans, notorisch unterschätzt werden, wie diese schöne Soundtrack – cd belegt, die natürlich den Film nicht ersetzt, aber den verdienten Fokus auf die Musik lenkt:



Apropos Musik: ich hätte natürlich gemein sein können und auf die spätere Oper MUCH ADO ABOUT NOTHING von Villiers Stanford oder Erich Wolfgang Korngolds gleichnamige und sehr hörenswerte Suite für Kammerorchester op. 11 verweisen können, die mir ebenfalls außerordentlich gut gefällt und in einer schönen Aufnahme mit André Previn vorliegt:



Dann hätte aber der Bezug zum Baden gefehlt, und diesmal war der sogar doppelt wichtig, denn die Existenz von Berlioz letzter großer Komposition verdanken wir dem Direktor der Spielbank der Stadt Baden Baden, Édouard Bénazet, bei dem Berlioz schon oft als Dirigent hatte gastieren können. Zur Entstehung und dem für Berlioz außergewöhnlich heiteren Charakter der Oper habe ich vor einem Jahr in meinem Osterrätsel ausführliches geschrieben, was ich hier nicht wiederholen möchte, da es hier nachlesbar bleibt: http://www.capriccio-kulturforum.de/r%C3…tsel/#post72945. Es hat etwas subtil Ironisches, dass die Intendanz des heutigen Festspielhauses von Baden Baden dem Beispiel ihres Vorgängers und Spielbankdirektors, nämlich einer Aufwertung des Kurortes durch klassische Musikereignisse, fast unverändert folgt, sieht man einmal davon ab, dass man heute mit musikalischen Urauffürungen dieser Art kaum noch Touristen und Kurgäste anzulocken vermag.

Aber zurück zum Stück. Bemerkenswert finde ich immer wieder, wie drastisch der Librettist Berlioz Shakespeare hier auf das komische Element seines Stoffes reduziert hat und ihm trotzdem bis ins wörtliche Zitat hinein treu geblieben ist. Wer sich wenigstens grob orientieren möchte, wo Berlioz die Schere angesetzt hat, kann dies zum Vergleich mit der ausführlichen Beschreibung von Shakespeares Original in der englischen Wikipedia anhand der Parodie unsere Opernpeter hier tun:http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…hrer/#post78993

Soviel zu meinem unvermeidlichen Berlioz-Plädoyer dieses Rätsels. Meine Empfehlungen haben sich leider seit der zitierten Osterbotschaft vor einem Jahr nicht geändert, da immer noch keine gute DVD erschienen ist Allerdings ist meine Lieblingsaufnahme von John Nelson jetzt wesentlich billiger geworden und sieht auch ganz anders aus. Empfehlenswert wurde sie aber, im Gegensatz zu der noch billigeren, dabei aber beileibe nicht opreiswerteren Neuedition der unidiomatischen Einspielung Barenboims, nun erst recht:



:hello Bademeister Riddle
Rideamus (16.07.2011, 09:29):
Bleiben wir bei Badeorten. Welchen genau der aus einer gleichnamigen Musikerdynastie stammende Komponist gemeint hat, als er einem liebenswerten Teil seiner Bewohner diesen mit Marschtönen beginnenden Walzer widmete, steht nicht ganz fest (Edit: stimmt nicht, siehe Waldis Tip). Fest steht leider nur, dass er bei einem sehr ungewöhnlichen Unglück umkam, weil er zu spät dran war.

Gesucht wird der dritte Buchstabe in den Titelworten dieser, seiner wohl populärsten, Tanzmusik

Tipps

Man soll bei seinem Leisten bleiben und nicht wegfahren – Oper 337

Nr.14 ist für Peter und mich leicht, wurde der Komponist doch in Böhmen geboren. Der von ihm geleitete Klangkörper wurde auf einer Weltausstellung als weltbeste Militärkapelle geehrt. Und im Jenseits hat der Gesuchte im Hinblick auf sein unglückliches Ende vielleicht einen Südbahnmarsch komponiert. ... Auf Anregung des Rätselmeisters ergänze ich meinen Hinweis dahingehend, dass der im Titel des Werks angesprochene Ort keineswegs zweifelhaft ist, sondern eindeutig bestimmbar. Der Herr Kapellmeister leitete nämlich das dortige Kurorchester. Und dort kam er auch unter die Räder. Übrigens spielt, wie Kenner wissen, in dieser Stadt auch eine sehr, sehr berühmte Operette – Waldi

Waldi hat es schon leichter gemacht, Öffis sind nicht gesund in früherer Zeit konnte man leicht unter die Räder kommen, heute auch noch – Oper 337

Der Komponist ist ein Junior, Vor- und Nachname beginnen mit dem gleichen Buchstaben – Amelia Grimaldi

Zwei gleiche Buchstaben stimmen auf alle Fälle und einer seiner bekanntesten Stücke ist ja von der Südbahngegend, wo sogar von Wien aus eine Art Straßenbahn hinfährt – Oper 337

Die Orte der Fragen 13 und 14 haben etwas gemeinsam.... – Athene

Der Komponist wusste genau, welchen Badeort er meinte – Pavel

Die Strauß-Dynastie war mir ja bislang bekannt, die hier allerdings noch nicht. Wieder ein kleines bisschen schlauer. Zum Baden gehe ich deshalb jetzt nicht, und nach den - hochdeutsch gesprochen - Mädchen schaue ich dort ebenfalls nicht – Gurnemanz

Eigentlich fehlte dem Komponisten immer ein Buchstabe in seinem Vornamen. Warum auch immer, er, der Buchstabe wurde einfach unterschlagen – Maggie

Dass man bei Wien Baden kann, wusste ich schon, und auch die Südbahn kenne ich, jedenfalls bis Graz - aber alles andere... – Eifelplatz

Bei der erwähnten Weltausstellung handelt es sich übrigens um die hier:


Quelle: Wikipedia (gemeinfrei) - Gurnemanz

Die Lösung: Karel Komzak: Bad’ner Mad’ln (Konzertwalzer)
Lösungsbuchstabe: D
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=2b6C42B6wfU&feature=related

Es ist immer wieder ein schöner Moment, wenn ich bei der Recherche für ein neues Rätsel an Musikstücke oder Komponisten erinnert werde, die ich schon länger vergessen hatte, und die sonst womöglich unwiederbringlichim unbekannten Dunkel meines schwindenden Gedächtnisses stecken bleiben würden. So stieß ich bei der Recherche des Stichwortes Baden auf diese Komposition des böhmischen Militär- und Kurkapellenmusikers Karel Komzak II, den Sohn und Vater gleichnamiger Musiker, woraus die II bei seinem Namen resultiert. Gleich der Familie Strauß gehörte er also einer populären Musikerdynastie an, deren wichtigster Vertreter er war. Ursprünglich schien mir der Name nur vage von einem Wiener Neujahrskonzert bekannt zu sein (ich glaube, Ozawa 2002), aber bei der weitere Recherche für diese Frage wurde ich gewahr, dass ich schon einige seiner 306 Kompositionen gehört hatte, und zwar in einer LP-Box namens Viennese Enchantment mit dem Wiener Johann Strauß Orchester unter Willi Boskosvsky.

Die oben verlinkte Aufnahme des Konzertwalzers BAD’NER MAD’LN mit Hans Knappertsbusch, die mir Grund genug gab, die Frage aufzunehmen, hörte ich bei der Recherche des Rätsels dagegen zum ersten Mal, und sie überzeugte mich sofort davon, dass diesem Walzer in seiner besonderen Kombination aus Marscheinleitung und walzerseligem Höhepunkt, der den besten Walzern von Johann Strauß nicht nachsteht, ein Platz in dem Rätsel gebührt, auch wenn die Frage sicher eine der schwersten sein würde.

So dachte ich jedenfalls, hatte aber nicht mit dem Lokalpatriotismus und der Kennerschaft unserer Wiener Ratefreunde Peter und Waldi gerechnet, die in kürzester Zeit mit der richtigen Lösung ankamen und auch gleich wussten, dass das von Komzak angesprochene Baden mit den hübschen Mädchen nicht etwa irgendeines der vielen gleichnamigen Badeorte Österreichs ansprach, sondern sich konkret auf das Baden bei Wien bezog, dessen Kurorchester Komzak in der letzten Phase seines Lebens leitete. Dies wurde auf tragische Weise verkürzt, als der zwar kranke, aber durchaus noch aktive Komzak ausgerechnet am Ostersonntag 1905 einen ihm davonfahrenden Zug abfangen wollte, dabei stolperte und auf die Schienen fiel, wo er von dem anfahrenden Zug zermalmt wurde.

Wenn die Bad'ner Mad'ln vielleicht Komzaks schönste Komposition sind, so ist seine bekannteste natürlich ein Marsch, nämlich der dem Heerführer Erzherzog Albrecht gewidmete. Wie ich bei meiner Recherche überrascht feststellte, wurde er unter anderem sogar bei der Feier eines U-Bootes eingesetzt, woran Komzak selbst wahrscheinlich nie gedacht hätte: http://www.youtube.com/watch?v=GGz3OItIkiA&feature=related

Wie man diesem Text entnehmen kann, bin ich wirklich nicht der Kenner, der jetzt erzählen kann, wer und wie dieser Komzak war, aber ich dachte mir doch, dass ich den Schöpfer so vieler guter Melodien anhand seines vielleicht besten Werkes und Knappertsbuschs vorzüglicher Einspielung mit ausgerechnet den Berliner Philharmonikern bei dieser sich anbietenden Badegelegenheit vorstellen sollte. Dabei sei gerne auch auf diese Zusammenstellung verwiesen, die ich allerdings über die Clips hinaus selbst noch nicht kenne:



:hello Bademeister Riddle
Rideamus (17.07.2011, 17:54):
Lotto, Altdorfer und Corinth haben sich für das Bad dieser Vorgängerin heutiger Vergewaltigungsprozesse interessiert, aber Luther nur am Rande. Dafür gibt es eine neuzeitliche musikalische Version, die anlässlich einer Weltausstellung vorgestellt wurde.

Gesucht sind der Komponist und Titel des Weltausstellungswerkes sowie der erste Buchstabe des Vornamens der badenden Heldin

Tipps

Manchmal ist es von Nutzen, fromme Texte zu kennen, vor allem, wenn sie sehr alt sind – Gurnemanz

Ist ein Fall für Streifenpeter, denn mit einem Theologiestudium sollte man die Story kennen, auch wenn sie an einen anderen Ort verlegt wurde – Pavel

Es ist immer wichtig, Zeugen unabhängig voneinander zu befragen. Händel hat sich mit dem Stoff übrigens auch beschäftigt..... – Athene

Wenn eine Frau baden geht soll sie den Schlüssel vom Schloss, das nicht vorhanden ist, dreimal umdrehen, dann können solche Sachen nicht geschehen! . Die Dina war es net, die Tochter Jakobs, die kannte er an, außerdem steht nirgends geschrieben, dass sich die jemals gebadet hat, net einmal geduscht – Oper 337

Pink Floyd haben sich nicht mit dem Sujet beschäftigt... – Amelia Grimaldi

Da die attraktive Badende (deswegen malten die Künstler sie so gerne) sich nicht willig zeigte, wurde sie von den Möchtegern-Vergewaltigern fälschlich des Ehebruchs beschuldigt, aber von einem klugen Kopf gerettet, dessen methodisches Vorgehen für die Rechtsgeschichte sehr bedeutsam wurde. Sein Träger ist das Urbild aller Film- und Fernsehanwälte, die aussichtslose Fälle noch umzudrehen verstehen – Waldi

Ich möchte einen weiteren Tipp nicht unterdrücken, der mir gerade beim Nachlesen des Themas untergekommen ist und hervorragend zum interdisziplinären Charakter des Rätsels passt, fasst er doch alte Dichtung und jüngere Poesie, Musik und Kunst großartig zusammen. Ich kam darauf, als ich Waldis Hinweis folgte, dass auch Tintoretto das Sujet malte und das Gedicht bei der Betrachtung seines Gemäldes entstanden sein könnte. Leider ist das Original in englisch und auf die Schnelle unübersetzbar. Ich zitiere im Auszug und blende für die Lösung den verräterischen Namen der Hauptperson ein - Rideamus

Peter Quinze at the Clavier
Just as my fingers on these keys
Make music, so the self-same sounds
On my spirit make a music, too.
Music is feeling, then, not sound;And thus it is that what I feel,
Here in this room, desiring you,
Thinking of your blue-shadowed silk,
Is music. It is like the strain
Waked in the elders by Susanna:
...

II

In the green water, clear and warm, Susanna lay.
She searched
The touch of springs,
And found
Concealed imaginings.
She sighed,
For so much melody....
Wallace Stevens

Der Name der Dame wird in einer Oper verwendet, zwar in Kurzform, die Kinder gerne sehen und die Schokolade gern essen , aber nicht sollen, denn sonst kann eine andere Frau kommen und eines der Kinder gern essen wollen, übrigens sang ich selbst in dieser Oper mit, drei Rollen, es ist aber nicht die Gefragte . Ein Kinderlied wurde da verwendet – Oper 227

Auch Leonhard Cohen hat eine (andere) Dame dieses Namens besungen – Eifelplatz

Interessant finde ich, dass der Name der Dame auch heute noch sehr häufig ist. Es gibt ihn mit ehhh am Ende, oder ohne Vokal, oder eben mit dem der gesucht wird. Obwohl, bevor der Deutschlehrer wieder meckert, schreibe ich Euch lieber, dass der gesuchte Name ungewöhnlicherweise zusätzlich nach dem Vokal noch den achten Buchstaben hat – Maggie

Die Lösung: Carlisle Floyd: Susannah
Lösungsbuchstabe: S
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=Jk9JV3gpwvc

Ein interdisziplinäres Baderätsel ohne die wohl älteste aller berühmten Badenden war für mich undenkbar, auch wenn es nicht ganz einfach war, sich hier auf eine bestimmte Fragestellung festzulegen. Dagegen war das dazugehörige Musikwerk, trotz der mir unbekannten Oratorien von Stradella und Händel über das gleiche Thema, ein überfälliges Muss. Carlisle Floyds zwar relativ simplesund unverschämt tonales, dennoch in meinen Ohren wunderbares Werk gehört nämlich für mich zu den großen Unbekannten der Gegenwart – jedenfalls bei uns, denn in Amerika ist sie heute trotz Menotti und Moore mit über 1000 Aufführungen die nach PORGY AND BESS meistaufgeführte amerikanische Oper überhaupt. Hierzu später mehr.

Die apokryphe Episode des Buches Daniel um die tugendhafte Susannah, die von zwei alten Richtern beim Bad beglotzt und danach der Unzucht beschuldigt wird, weil sie sich weigerte, deren Erpressungsversuch nachzugeben, mit dem sie sich einen Beischlaf erzwingen wollten, gehört zu den bekanntesten Episoden der Bibel, obwohl sie, da es keine hebräische Quelle gibt, von Luther und anderen nicht als originaler Bibeltext anerkannt wurde. Die Gründe für die Überlebenskraft der Geschichte liegen auf der Hand oder, besser gesagt, -zigfach auf der Leinwand. Zu der stattlichen Reihe großer Maler, die sich dieses erotischen, wegen der frommen Quelle aber erlaubten, Themas angenommen haben, gehören nicht nur die drei in der Frage genannten, sondern unter anderem auch Rubens, van Dyck, Tintoretto, Rembrandt, Tiepolo und Artemisia Gentileschi.

Eine faszinierende Verschränkung des Themas in Kunst Musik und Dichtung bot Wallace Stevens in dem Gedicht, das ich in meinem Tipp zitierte. Wer sich für den Hintergrund der Geschichte interessiert, findet gute und ausführliche Erläuterungen und Illustrationen in den entsprechenden Wikipedia - Artikeln hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Susanna_im_Bade und http://en.wikipedia.org/wiki/Susanna_%28Book_of_Daniel%29. Dort wird auch der von Waldi und anderen angesprochene, rechtsgeschichtliche Aspekt der Erzählung erläutert, die zum Muster für alle späteren Kreuzverhöre wurde, denn erst, als man die beiden Richter getrennt befragte und beide einen anderen Baum schilderten, unter dem die unzüchtige Aktion angeblich stattgefunden hatte, wurden ihre Lügen durchschaut.

Da ich Händels Oratorium und auch dessen Vorbild von Alessandro Stradella leider nicht kenne, kann ich nur auf diese beiden Aufnahmen verweisen und darauf hoffen, dass Ihr uns vielleicht einiges über seine Behandlung des Stoffes sagen könnt:



Nun aber zu Floyds Oper. Der 1926 in South Carolina geborene Komponist war mir völlig unbekannt, als ich auf dieser vorzüglichen Zusammenstellung amerikanischer Opernarien von Renée Fleming zwei Nummern hörte, deren Entstehungsdatum ich angesichts ihrer tonalen Schönheit kaum glauben konnte.



Die eine davon, „Ain’t it a pretty night“, kann man auch auf YouTube hören (s. oben). Die andere klingt wie ein authentisches Volkslied aus den Appalachen, wo die Geschichte spielt, wurde aber von Floyd, der alle seine Werke aus der Musik und Atmosphäre des amerikanischen Südens schöpfte, selbst komponiert. Sie erinnert nicht von ungefähr an Gershwins „Summertime“, da sie einen ähnlichen Zweck erfüllt, ist aber ganz eigenständig. YouTube bietet die Arie mit Cheryl Studer aus Kent Naganos empfehlenswerter Gesamtaufnahme aus Lyon, in die man unbedingt mal hinein hören sollte, hier:



Das Libretto seiner Oper schrieb sich Floyd selbst. Er verlegte die Handlung in das Tennessee der jüngeren Gegenwart. Dort wird die 18-jährige Susannah, ein für die Umgebung außergewöhnlich hübsches Mädchen, eines Tages beim Nacktbaden beobachtet. Die eifersüchtigen Dörfler dichten ihr daraufhin ein Verhältnis mit einem Jungen aus dem Dorf an und bezichtigen sie bei dem neuen Prediger der Unzucht. Der Prediger versucht, sie zur Reue zu bringen, verfällt bei seinem Besuch aber selbst seiner Begierde, und beide zeugen in ihrer erschöpften Unfähigkeit, den Anforderungen ihrer Gesellschaft gerecht zu werden, ein Kind. Der Prediger, der dabei feststellt, dass Susannah noch Jungfrau war und danach versucht, die Bewohner des Ortes eines Besseren zu belehren ohne seine eigene Sünde zu bekennen, wird bald darauf von dem trunksüchtigen Bruder Susannas umgebracht. Susannas Ende bleibt trostlos. Vermutlich wird sie als einsame Außenseiterin mit ihrem Kind ihren Hof bestellen, bis sie sterben wird.

Zugegeben, Floyds Hexenjagd erreicht nie die Tiefe der Verarbeitung, die Arthur Miller dem Stoff in seinem Stück „The Crucible“ mitgegeben hat. Dafür waren ihm die Parallelen zu den damaligen Hexenjagden des Senators McCarthy nicht präsent genug, obwohl auch er unter der drückenden Atmosphäre zu leiden hatte, in der ein Verdacht, mit dem Kommunismus zu sympathisieren, bereits einem Schuldspruch gleichkam. Zudem war er, wie viele erfolgreiche amerikanische Opernkomponisten, sehr stark der melodieseligen Tradition Puccinis und des Verismo verpflichtet, die er mit seiner eigenen Prägung als Sohn eines Wanderpredigers und gelegentlicher Kirchenmusiker fortführte und mit vielen Elementen der südstaatlichen Folk Music auffüllte. Das Ergebnis ist, jedenfalls für mich, auf Anhieb hinreißend, und wenn Floyd in seinen späteren Werken, etwa der Oper OF MICE AND MEN, auch musikalisch ambitionierter wurde, so gelang ihm doch nie wieder ein Publikumserfolg wie dieser, der übrigens bis heute anhält.

Ein Werk, das man kennen oder zumindest mal gehört haben sollte.

Bei der Gelegenheit möchte ich mich auch einmal dafür entschuldigen, dass ich von den ebenfalls qualifizierten Musikwerken leider Paul Hindemiths Oper NEUES VOM TAGE übersehen habe, deren Badeszene Göbbels zu einer beispiellosen Tirade gegen die damalige neue Musik anstiftete. Leider kenne ich das Werk nur aus der Literatur. Ich stelle aber gerne anheim, dass es jemand mal im Rahmen der Lösungen dieses Rätsels oder sogar in einem eigenen Thread vorstellt, denn ich wäre selbst neugierig darauf, mehr über die Oper und insbesondere diese Einspielung zu erfahren:



:hello Bademeister Riddle
Rideamus (18.07.2011, 12:10):
Dass die Verbindung von Baden und Voyeurismus eine sehr lange Tradition hat, wissen wir spätestens seit der letzten Frage. Wer meint, das habe sich seither geändert, muss nur mal überlegen, wie viele Duschszenen und Verwandtes er schon in Kriminalfilmen gesehen hat. Es wäre also ungerecht, einen Beitrag des letzten Jahrhunderts zu diesem Thema auszusparen. Hier die Frage:

Als der Komponist dieses Werk über ein voyeuristisches Badeglück schrieb, war von einer Maske noch nicht die Rede, denn da konnte er sogar noch einen jüdischen Texter vertonen. Die spätere Fortsetzung wurde nicht mehr so populär, aber da kannte man ihn schon für anderes.

Gesucht wird. neben dem Komponisten und Librettisten des Werkes, der doppelt vorkommende Buchstabe im Vornamen der Badenden

Tipps

Der jüdische Textdichter war Meister des Kabaretts und der Doppelconference – Amelia Grimaldi

Die Wadln gehören einem Mädel aus der Stadt und keinem Hüatamadl – Pavel

Der Textdichter hatte eine besondere Verbindung zu Theodor Herzl – Athene

Das hat den Textdichter, leider, auch nicht viel geholfen.

Eine wahre Aussage, hat er dann im KZ gemacht, weil das Essen so miserabel war und die hygenischen Umstände auch: "Wenn sich ein Staat keine Gefangenen leisten kann, dann soll er sich auch keine Gefängnisse leisten! – Oper 337

Der Name der Besungenen begegnet in Zusammenhang mit dem Begriff des Schönen sowohl in alten Zeiten wie auch beispielsweise bei Offenbach. Für die Gegenwart verweise ich auf meine holde bessere Hälfte, deren Vorname die ungarische Version des gesuchten ist (das verschafft jetzt denen unter Euch, die sie kennen, einen gewissen Vorteil) – Waldi

Wie die meisten von Euch wissen, höre ich sehr gern Op...... Das gesuchte ist zwar keine, aber .... – Maggie

Puh, um dieses Rätsel zu lösen, musste ich mir 'ne Wimper ausreißen – Calisto

.. und ein gewisser Friedrich spielt hier ebenfalls mit, o yes! – Gurnemanz

Die Lösung: Fred Raymond: Ich hab’ das Fräul’n Helen baden seh’n. Text von Fritz Grünbaum Lösungsbuchstabe: E
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=4Yq74hMpeV8&feature=watch_response bzw. http://www.youtube.com/watch?v=Ds7wA1euhFM

Ich möchte hier nicht darüber spekulieren, warum das so war, aber in den 20er bis 40er Jahren scheint das deutsche Volk von einem kollektiven Waschzwang besessen gewesen zu sein, so viele Lieder und Werke gibt es um das Badethema. Von denen, die ich in diesem Rätsel nicht mehr berücksichtigen konnte, sei nur auf Friedrich Schröders Operette DAS BAD AUF DER TENNE verwiesen oder auf Peter Igelhoffs Erfolgsschlager „In meiner Badewanne bin ich Kapitän“, zu dem es einen hübschen YouTube-Clip mit vielen Badebildern Honoré Daumiers gibt: http://www.youtube.com/watch?v=E5jJ6RZNHMQ.

Mit Ausnahme des Letzteren, der eher das spießige Herrscherglück verherrlicht, spielten sie alle mit der frivolen Motiv der Reinlichkeit und des Voyeurismus. Ihr Vorbild war ein Schlager, der zum ersten großen Erfolg seines Komponisten wurde, obwohl er auch schon die stolze Opuszahl 128 trug. Der ehemalige Wiener Bankbeamte Friedrich Vesely (*1900), der sich als Komponist zunächst Fredy, dann Fred Raymond nannte, schrieb die Melodie auf einen Text des Wiener Kabarettisten Fritz Grünbaum. Dieses freche Lied war dermaßen erfolgreich, dass Grünbaum und Raymond bald darauf einen Nachfolger in die Welt schickten, in dem sie – ziemlich vergeblich - baten: Das schöne Fräul’n Helen soll nicht mehr baden: http://www.youtube.com/watch?v=_BE37G1V6VU

Wer einen Beleg für den Niedergang des deutschen Bühnenwitzes sucht, der vergleiche mal diesen Text mit der vergleichsweise undelikaten Nachahmung des „Lass mich Dein Badewasser schlürfen“ der Extrafrage. Aber auch Fred Raymond selbst war ziemlich aktiv an dem Niedergang des einst so geistreichen Niveaus beteiligt. Zwar behielt er zeitlebens sein Talent für die Abfassung eingängiger Melodien von dem Evergreen Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren bis hin zu den Schlagern aus MASKE IN BLAU (Sassa; Die Juliska aus Budapest) und SAISON IN SALZBURG (Salzburger Nockerln) und dem Durchhalteschlager Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei, den man verbot, als die ersten Leute reimten „sogar Adolf Hitler und seine Partei“. Die Kontexte, in denen diese Schlager auftauchten, wurden jedoch immer seichter und fragwürdiger, so dass man die Stücke, denen sie entstammen, heute nicht mehr aufführen kann – und auch kaum will.

Immerhin konnte Raymond, der 1954 an Herzschwäche starb, sich einen halbwegs guten Ruf erhalten. Sein Librettist Fritz Grünbaum fand ein sehr tragisches Ende. Als wortgewandter Jude war er zusammen mit seinem Partner Karl Farkas als der „intelligente“ Partner einer Doppelconference nach dem Vorbild der Komiker Laurel und Hardy der wohl größte und sicher aufmüpfigste Star der Wiener Kabarettszene und insbesondere des legendären Simplizissimus.

Nach dem Einmarsch der Deutschen versuchte er in die Tschechei zu fliehen, wurde aber von der Grenze zurückgeschickt und nach einer kurzen Zeit in einem Versteck verraten. Bereits 1938 kam er in die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau, wo er, entkräftet von den andauernden Misshandlungen, denen er dort fortwährend ausgesetzt war, 1941 an Tuberkulose starb. Seine bedeutende Kunstsammlung mit vielen Werken Egon Schieles, aber auch anderen Arbeiten von Dürer bis Kokoschka wurde zwangsversteigert und ist erst nach dem Krieg in Teilen aus fragwürdigen Quellen in der Schweiz wieder aufgetaucht. So wurde eine sarkastische Feststellung Grünbaums in viel schlimmerer Weise zur Wahrheit, als er sich selbst ausmalen konnte:

„Was nützt mir mein Geist, wenn mein Name mich schädigt?
Ein Dichter, der Grünbaum heißt, ist schon erledigt!“

Auch an solche Dinge muss man leider denken, wenn man sich an dem Witz des deutschen Musiktheaters und Schlagers der 20er Jahre erfreut, was man aber dessen ungeachtet tun kann und sollte, zum Beispiel in dieser genialen Reinkarnation durch Max Raabe, die allerdings ohne das Fräulein Helen auskommt:



:hello Bademeister Riddle
Rideamus (19.07.2011, 13:37):
Zur Abwechsluing mal eine Frage, die ich nicht zuletzt zur Befriedigung meiner eigenen Neugier eingestellt habe:

Dieser Komponist, der mit einem Werk über eine Hafenstadt seines Heimatlandes bekannt wurde, starb an einem ausländischen Ort, in dem man bis heute wegen einer Krankheit baden geht, die nach dem Ort benannt wurde. Seine Frau schuf da einen berühmten Garten

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Badeortes und natürlich der Komponist und seine Hafenmusik

Tipps

Der Komponist, dessen Vor- und Nachname mit dem gleichen Buchstaben beginnt, schuf eine Oper nach einem Stoff über einen berühmten Krieg. – Amelia Grimaldi

Die Frage verbindet zwei Inseln - eine im Nordwesten und eine im Süden von Deutschland – Rideamus

Frage 17 ist eine neuralgische Frage... – Amelia Grimaldi

In welchem Land gibt es viele große Gartengestalter? Mein zweiter Tipp bezog sich auf die Krankheit, die Rideamus angesprochen hat... – Amelia Grimaldi

Die Krankheit kann sich u.a. so äußern, dass man hüftabwärts Schmerzen spürt, die sich wie ein Strick durch einen Körperteil ziehen. ... Warum muss ich beim Komponisten nur an eine Fernsehserie denken, deren Folgen damit endeten, dass ein nächtliches Haus gezeigt wurde und man einzelne Familienmitglieder "Gute Nacht" sagen hörte? – Athene

Der Mann hat u. a. einige Filmmusik und genau zwei Symphonien komponiert (davon habe ich sogar eine Aufnahme) – Gurnemanz

In Deinem Opernführer taucht der Komponist noch nicht auf. Immerhin hat er zwei Opern komponiert, die eine spielt in dem berühmten Krieg, den Renate oben erwähnt, die andere bezeichnet ein Tier, das es in Wien wohl nur im Zoo oder im Zirkus gibt (besser so). Dieses Tier ist auch der Titel einer Haydn-Symphonie. Beide Opern kenne ich übrigens noch nicht... – Gurnemanz

Der Komponist schrieb auch für einen Gitarristen Fünf Kleinigkeiten – Calisto

Der Vorname des Komponisten ist auf der Insel ziemlich häufig. Erst kürzlich hat sich die Presse und sämtliche Fernsehkanäle berichterstattend überschlagen – Maggie

Zu Maggies Tipp: Zum Ereignis, auf dessen Berichterstattung Du anspielst, wurde sogar Musik des gesuchten Komponisten verwendet. – Amelia Grimaldi

Heinz, Richie und andere Kreationen von Willie wären sehr traurig, wenn sie wüssten, dass Ihr Euch auf eine Fernsehserie stützt statt auf einige der besten Filmmusiken, die es gibt - von seinen regulär "klassischen" Werken, die er lange Zeit viel höher einschätzte, ganz zu schweigen – Rideamus

Fernsehserien helfen bei mir auch nicht, aber ich lasse mir keinen Bären aufbinden – Pavel

Die Lösung: William Walton (Ischia): Portsmouth Point
Lösungsbuchstabe: A
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=fWazJMQKbNQ%E2%80%9C'

Das war wohl die schwierigste, weil am wenigsten erwartete Frage des Rätsels. Zugegeben: die Verbindung zwischen dem Bad und der Insel Ischia drängt sich nicht unbedingt auf, wenn man dort auch Heilbäder unter anderem gegen die Entzündung des Ischias-Nervs nahm oder noch nimmt. Allerdings irrte ich anscheinend bei der Berknüpfung des Namens der Insel mit dem Nerv, dessen Erkrankung hier unter anderem mit Bädern behandelt wurde (oder noch wird?) Tatsächlich scheint die verblüffende Namensgleichheit zwischen dem sciatischen Nerv und dem, anscheinend von dem lateinischen Wort "Insula" abgeleiteten, Ischia ein Zufall zu sein, dessen Entstehung ich mir dennoch nicht ganz erklären kann.

Aber hier geht es nicht um Etymologie, sondern um Musik, konkret um den englischen Komponisten Sir William Turner Walton (1902-1983), der mit Athenes Hinweis auf die Fernsehserie DIE WALTONS nichts als den Namen gemeinsam hat.

Anders als viele seiner englischen Generationsgenossen begann Waltons Musikkarriere mit einem frühen Ruhm als progressiver und für seine Modernität geschätzter Komponist, auch wenn man das heute seinem ersten großen Orchesterwerk, dem oben zitierten PORTSMOUTH POINT von 1925 kaum mehr anhört, weil sich dessen rhythmische Vertracktheit seither als ein häufiges Merkmal der Musik ihrer Zeit durchgesetzt hat und vor allem in den USA noch viel weiter entwickelt wurde. Gurnemanz verweist zu Recht darauf, dass es vor einigen Jahren einen zaghaften Ansatz zu einem Thread über William Walton, der es in der Tat verdient, wieder aufgenommen und hier fortgeführt zu werden:
Walton, William – Sinfonische Werke.

Wer daran zweifelt, dass sich das lohnt, der höre sich nur einmal den zweiten Satz von Waltons Violinkonzert mit Kyung Wha Chung und André Previn an: "http://www.youtube.com/watch?v=NoDMFkooOoQ&feature=related". Der stark spätromantische Ton dieses für Jascha Heifetz 1939 geschriebenen Konzertes veranlasste nicht wenige Kritiker, Walton des Verrats an seinen progressiveren Werken zu bezichtigen, und so wurde sich Walton eines Problems bewusst, das gerade im letzten Jahrhundert viele Komponisten treffen sollte: "Die große Hoffnung von heute ist das schwarze Schaf von morgen. Es ist heutzutage ein trauriges Schicksal für einen Komponisten, alt zu werden ... Ich rate ernsthaft allen empfindsamen Komponisten, mit 37 Jahren zu sterben. Ich weiß, dass ich meine glücklichste Zeit hinter mir habe und reif für die Verdammnis bin."

Diese Verdammnis bereitete er sich seltsamerweise auch selbst, denn mein Plädoyer hier gilt einem Aspekt seines Werkes, das er selbst lange verachtet hat. Ich meine die Filmmusik, die ihn vor allem in den Kriegsjahren beschäftigt hat, als vor allem Laurence Olivier ihn regelmäßig als Komponisten seiner Verfilmungen von Shakespeare-Stücken engagierte. Schon seine Musik zu Paul Czinners AS YOU LIKE IT (1936), aber erst recht die zu Oliviers HENRY V (1944), HAMLET (1948) und RICHARD III (1955) sind Höhepunkte der Geschichte der Filmmusik, und nicht nur dieser, wie man zum Beispiel diesen Aufnahmen entnehmen kann:





Ursprünglich empfand Walton diese Kompositionen als langweilig. Deshalb weigerte er sich auch lange, aus dieser Musik, die nichts wert sei, wenn man sie für andere Zwecke nutzen könne, Konzertsuiten erstellen und aufführen zu lassen. Zum Glück besann er sich später eines Besseren, wofür die genannten Aufnahmen zeugen. Mag sein, dass dabei auch pekuniäre Überlegungen eine Rolle gespielt haben, die ihm in den 50er Jahren unter höchst komfortablen Umständen die Niederlassung in Ischia ermöglicht haben, aber das muss man ja nicht negativ finden. Im Gegenteil: die Einwohner Ischias sind ihm dauerhaft dankbar, nicht zuletzt deshalb, weil Waltons Ehefrau Susanna dort einen viel bewunderten Garten angelegt und immer wieder Seminare und Veranstaltungen um die Werke ihres Mannes und die englische Musik der Gegenwart allgemein ausgerichtet hat, bevor sie im März 2010 mit 83 Jahren selbst verstarb.

Wie man sieht, kann ich dieses Stichwort selbst nur kursorisch anreißen, denn leider kenne ich Waltons sinfonisches Werk nur rudimentär und seine Opern TROILUS AND CRESSIDA sowie die viel gelobte und in den Clips hochinteressant klingende Kammeroper THE BEAR


überhaupt noch nicht, aber ich bin jedenfalls sehr neugierig geworden. Vielleicht gibt es ja andere unter Euch, die uns weiter helfen wollen und vielleicht auch den o. g. Thread zu diesem immer noch Komponisten wieder beleben können. Dann hätte diese Rätselfrage schon mal ihren guten Sinn gehabt.

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (20.07.2011, 09:37):
Das Bad am Samstag Abend ist nicht nur eine bekannte Bildergeschichte von Wilhelm Busch, sondern auch das Thema eines Liedes, das diesem Rätsel beinahe den Titel gegeben hätte. Mit diesem Lied gewann der junge Songschreiber nicht nur eine Wette, dass er so einen Text komponieren könne, sondern schaffte auch seinen ersten großen Hit, dem noch viele folgen sollten, für die auch Leute wie Kurt Weill und Charles Trenet verantwortlich waren.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Liedtitels und natürlich der Komponist und Sänger des Liedes

Tipps

Wo gebadet wird (und nicht nur am Samstag), da fallen keine Späne, sondern es plitscht und platscht gehörig... – Amelia Grimaldi

Darin, sind wir uns vollkommen einig. ... Huch, jetzt habe ich aber ganz schön viel verraten. – Maggie

Ich verrate noch mehr: "Good Gollie Miss Molly" und "Peggy Sue" machen bei der Badeparty mit. Die tanzen nämlich auf dem Teppich des Erzählers mit dem (ursprünglich) italienischen Namen, während es bei dem noch plitscht und platscht - Rideamus

Der Interpret hielt lange Zeit seine Mutter für seine Schwester – Pavel

Die Lösung zur heutigen Frage findet man in den späten Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts – Amelia Grimaldi

... und dort bin auch ich endlich fündig geworden. Der Mann war mir bislang völlig unbekannt (im Unterschied zu Elvis Presley). Sehr lange gelebt hat er leider nicht; er wurde nur wenig älter als Mozart - Gurnemanz

Zu Nr. 18 fällt mir nur Little Richard ein, der noch lebt und Buddy Holly, der mit 29 Jahren starb. Also auch nicht in Frage kommt. Dann kenne ich noch Plitsch und Plum von W. Busch – Calisto

Nicht Richie oder Buddy, sondern Bobby sollst Du bei Frage 18 suchen – Amelia Grimaldi

Zur Lösungsstrategie: Vorgegeben sind Kurt Weill und Trenet, als Tipps kamen die Titel von zwei Liedern hinzu sowie Buddy Holly und Little Richard. Dann kann man sich mal ansehen, wer die Texter der Songs waren und wenn man bei Google Kurt Weill und Trenet verbindet beim Suchen, stößt man irgendwann auf einen Namen, den man kennt. Der isses. ... Den Song findet man dann auch noch, wird oft erwähnt in den Wikipedia und sonstigen Hinweisen. ... Wenn man den gesuchten Namen zu wissen glaubt und ihn mit Weill und Trent zusammen eingibt ist man gleich da und kann auch aus dem italienischen den englischen Namen erschließen – Eifelplatz

Ich dachte, wenn Gurnemanz den nicht kennt, kenne ich den Herrn auch nicht. Das war natürlich Blödsinn, weil ich sogar in früheren Zeiten Filme mit ihm (also mit dem Gesuchten, nicht mit Gurnemanz) und seiner Gattin, dem Teenageridol der Fuffziger, sah. Ein Film spielte irgendwie im September, der andere handelte von einem Frühstück zu Hause. Beide Filme waren ziemlich schlicht. Die Musik ist mir aber damals durch die Lappen gegangen – Calisto

Die 50er Jahre sind für mich schon länger her, damals kannte ich den Herrn noch nicht und erst ab 1966 lernte ich ihn kennen, aber da war er nicht mehr modern. Darinwo ich sang kam er nicht und das war gleich ein Hilfe für die liebe Calisto – Oper 337

Musik war sein Leben – Athene

Die Lösung: Bobby Darin: Splish Splash
Lösungsbuchstabe: L
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=4KmKkV3ddAo&feature=related

Man verzeihe mir, wenn ich immer wieder einmal Reklame für einen vergessenen Favoriten mache, aber auch dazu sind diese Rätsel schließlich da. In diesem Fall ist das um so gerechtfertigter, als es dieses Lied war, das mir spontan bei Toscas finalem Bad in Quasimodos Rätsel einfiel, denn auch da macht es, wie unrealistischerweise auch immer, am Schluss kräftig Platsch. Das war die Zeugungsstunde dieses Rätsels, das ursprünglich, bevor ich mich entschloss, Bobby Darin, dem heute leider schon fast vergessenen Komponisten und Sänger des Liedes eine eigene Frage zu widmen, "Splish Splash" hieß.

Bobby Darin (eigentlich Walden Robert Cassotto, 1936-1973) entstammte einer italienischen Familie aus der New Yorker Bronx. Seinen Vater lernte er nie kennen, denn seine damals 17-jährige Mutter, die er lange Zeit für seine Schwester hielt, erzählte ihm später nur, dass der Vater nie erfuhr, dass sie schwanger war. Wegen der extrem ärmlichen Lebensumstände, in denen er aufwuchs, hatte er häufig rheumatische Fieberanfälle, die sein Herz so sehr schwächten, dass er lebenslang kränklich war.

Mitte der 50er Jahre schrieb er einige Lieder für die Sängerin Connie Francis, mit der er auch durchbrennen wollte, bevor ihr Vater ihn mit dem Gewehr aus dem Haus jagte. 1958 akzeptierte er dann die Wette eines Disc Jockeys, der ihm vorhielt, er könne keinen Song auf die Zeilen „Plitsch Platsch, ich nahm heute ein Bad“ schreiben und aufführen. Das daraufhin entstandene Demo-Band, auf dem Darin im damals erfolgsträchtigen Rock-Stil eine Invasion von Partygästen schilderte, die ihn heimsuchten, während er ein Bad nahm, dessen Toneffekte er einbaute, wurde zur Grundlage seines ersten Hits, und diese Entstehungsgeschichte erklärt auch das Auftauchen der aktuellen Poptitel „Good Golly Miss Molly“ und „Peggy Sue“, auf die ich in meinem Tipp verwies.

Nach einigen weiteren Rock-Songs und Balladen wie „Dream Lover“ und „Multiplication“ aus dem Film COME SEPTEMBER (1960) mit Rock Hudson und Gina Lollobrigida (s. "http://www.youtube.com/watch?v=N16WP-vwIDA"), bei dem er seine Ehefrau, den damaligen Teenie-Star Sandra Dee, kennen lernte, entschloss er sich überraschend zu einem Stilwechsel und spielte seine beiden erfolgreichsten Hits ein, die bis heute gleichrangig neben ihren Vorbildern bestehen können: „Mack the Knife“ ist eine rasante Up-Tempo – Version des Mackie Messer – Songs von Bert Brecht und Kurt Weill die über zwei Millionen Scheiben verkaufte und als Schallplatte des Jahres mit einem Grammy ausgezeichnet wurde (s. "http://www.youtube.com/watch?v=GvJ9udQ-v0w&feature=related“). Ihm folgte eine nicht weniger souveräne, englischsprachige Aufnahme von Charles Trenets Evergreen „La mer“ unter dem Titel „Beyond the Sea“ ("http://www.youtube.com/watch?v=SEIDep_UMmk&feature=related“). Jahrzehnte später diente dieser Hit auch als Titel für eine höchst achtbare Filmbiografie von Kevin Spacey, der darin Darins Songs nachsang und damit eindrucksvoll bestehen konnte. Als Steuerabschreibungsproduktion wurde der Film leider nie richtig vermarktet, aber die derzeit sehr billige DVD ist durchaus sehenswert:



In den späten sechziger Jahren wurde Darin dann in der amerikanischen Folkmusic-Bewegung aktiv und unterstützte progressive Politiker wie Robert Kennedy, dessen Ermordung ihn für eine Weile aus der Bahn warf. In Erinnerung wird er mir aber als außerordentlich talentierter und variationsfreudiger Showsänger bleiben, von dem kein Geringerer als Sammy Davis, Jr. nach einem seiner zahlreichen Auftritte in Las Vegas einmal sagte, Darin sei der einzige Sänger, der so gut sei, dass er niemals nach ihm würde auftreten wollen.

Ich hoffe zuversichtlich, dass Ihr mir nicht verübelt, dass ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte, einen solchen Sänger und durchaus beachtlichen Schauspieler, der 1963 für seine Rolle als traumatisierter Soldat in CAPTAIN NEWMAN, M.D. immerhin eine Oscarnominierung und eine Silberne Palme der Filmfestspiele von Cannes erhielt, der Vergessenheit zu entreißen, und es freut mich, dass Ihr nach anfänglicher Ladehemmung dann doch diese Frage um einen künstlerisch wie menschlich höchst erinnernswerten Popsänger lösen konntet, der auch im semiklassischen Repertoire eindrucksvolle Spuren hinterließ.

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (21.07.2011, 09:48):
Hier badet jemand in einem Gewässer, bei dem wir mit der Frage 2 schon einmal waren. Der "Badewannentango" scheidet also aus. Leider.

Er will ja nur spielen, dachten sich die Badenixen dieses Werkes und spielten mit ihm. Mit humorlosen Männern sollte man das aber besser unterlassen, denn es könnte zum Weltuntergang führen.

Gesucht wird der erste und letzte Buchstabe des vollständigen Komponistennamens

Tipps

Ich hätte meine Töchter nicht so genannt. Aber wo es wogt und wellt und floßt, passt es – Amelia Grimaldi

Als ich dieses Spektakel zuletzt gesehen habe, durfte sogar ein Bär mitspielen, der es dann glücklich schaffte, nicht Teil der Beute zu werden. Dies Schicksal traf dann den Beutelosen selbst. – Gurnemanz

Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr!
Glühender Glanz entgleißet dir weihlich im Wag!
Heia! Heia! Heiajahei! Ich habe ein Zusatzpünktchen!! – Calisto

Ein Kalauer hält das angesprochene Werk für nie gelungen – Athene

Dass Du Deine Töchter nie so genannt hättest ist zu verstehen, diese Namen sind ja wirklich fürchterbar. und liebe Athene mir dauert das Ganze etwas zu lange, dabei ist es da noch, relativ, kurz – Oper 337

Mein Tipp zur 19 ist mir Rhein egal – Maggie

Auf diesem garstig glitschgen Glimmer wird wohl keiner mehr ausrutschen – Pavel

Der gefragte Komponist, der 1848 Wien erstmals besuchte (weniger als Musiker denn als politischer Umtriebler) und es bei einem späteren Aufenthalt ohne Begleichung seiner Tapeziererschulden verließ (die Angelegenheit wurde aber bald in Ordnung gebracht), soll nach Aussage eines namhaften Journalisten ein genialer "Freischütz" - Dirigent gewesen sein. "Seine Anhänger", so berichtet dieser Zeitungsmann in seinen Erinnerungen, "opferten sich für ihn und sagten lächelnd: es schmerzt nicht." - Waldi

Die Lösung: Richard Wagner: Rheingold
Lösungsbuchstabe: R
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=4KmKkV3ddAo&feature=related

Der Kreis dieses Rätsels schließt sich: die vorletzte Frage dieser feuchten Rätseltour endet dort und so, wie wir begonnen haben, also nicht nur an dem deutschen Fluss schlechthin, in dem man zur Zeit der Handlung noch baden konnte, sondern mit einem Riesensatz von einem Extrem musikalischer Spannweite zum anderen.

Wie jede Frage nach Werken Richard Wagners war auch diese eine der einfachsten, denn natürlich war hier von Richard Wagners sich wonnig in den Wogen wiegenden Wellentöchtern die Rede, deren Namen Woglinde, Wellgunde und Floßhilde in der Tat nicht mehr sehr gängig sind. Allerdings gibt es heute meines Wissens auch nur noch einen Namensträger ihres Gegenspielers Alberich, und der ist eine Frau, die ihn nur als Spottnamen in einem Münsteraner Tatort ertragen muss.

In diesem Forum noch etwas zu Wagners sogenanntem Vorspiel zu schreiben, dessen Komposition er in den frühen 1850er Jahren begann, und das er auf dringendes Drängen seines Gönners, des Bayernkönigs Ludwig II bereits 1869 ohne den anschließenden RING - Zyklus aufführen lassen musste, käme dem Versuch gleich, den Rhein mit Wasser zu füllen. Springen wir also gleich in die Diskografie, zu der es hier mal einen zaghaften und guten Ansatz gab, der leider nie weiter geführt wurde: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/1461-wagner-das-rheingold-%E2%80%93-kommentierte-diskographie/?highlight=Rheingold" target="_blank">WAGNER: Das Rheingold – Kommentierte Diskographie

Vor zwei Jahren baute ich aus dieser Oper bereits einmal die Zwillinge Fasolt und Fafner in mein Geschwisterrätsel ein. Damals hätte ich natürlich auch die drei Rheintöchter nehmen können, deren leichtsinniger Spieltrieb das ganze die letztliche Götterdämmerung auslöst. Da hatte ich auch meine Vorlieben unter den Einspielungen des RING erläutert, und da ich nicht zu denen gehöre, die ausgerechnet von diesem Monstrum eines Werkes jeden Live-Mitschnitt haben müssen, möge hier eine leicht aufgefrischte Version meines damaligen Textes genügen um meine Position zu erneuern.

An dieser Stelle auch nur im Ansatz eine Exegese des RHEINGOLD oder gar des zukünftig daraus erwachsenden Dramas liefern zu wollen, würde mich nicht nur zeitlich überfordern. Anders als in den späteren Teilen des Zyklus finde ich aber in den Dialogen des RHEINGOLD noch eine vorzügliche Konzentration, die mir das RHEINGOLD zum mit Abstand liebsten Werk dieses epischen Zyklus macht. Besonders eindrucksvoll fand ich dabei stets die sensationelle Inszenierung Patrice Chéreaus, die zum Glück auf DVD festgehalten wurde und in Pierre Boulez auch ihren idealen musikalischen Anwalt fand. Eine ausgezeichnete Dokumentation illustriert hervorragend, wie viel Sorgfalt in die Produktion einfloss:



Dennoch ist meine Lieblingsaufnahme dieses Vorabends, die mir besser als jede andere den - im Vergleich zum Rest - oft fast kammerspielartigen Charakter dieser Musik zu erfassen scheint, die Einspielung Herbert von Karajans:



Dieses RHEINGOLD war meine erste intensivere Begegnung mit dem RING, und ich bedaure noch immer, dass mir dieser begeisterte Eindruck (von Wagner wie Karajan) dem RING selbst nicht erhalten geblieben ist. Fraglos sind manche rein sängerische Leistungen in anderen Aufnahmen beeindruckender, aber das Wesen dieses philosophierenden Dialogstückes hat für meine Ohren niemand in so differenzierten Tönen getroffen wie Dietrich Fischer Dieskau als Wotan und vor allem Gerhard Stolze als Loge, der für mich wie kein anderer das Wesen dieses verschlagenen Halbgotts zu treffen vermochte. Da Karajan darüber hinaus dem Orchester eine Glanzleistung nach der anderen zu entlocken und mir deshalb die Partitur besser als jeder andere bildhaft darzustellen vermochte, höre ich das Werk (ohnehin selten genug) eigentlich nur in dieser Version - wenn ich nicht wieder einmal eine neue DVD dieses Zyklus ansehe um mit Staunen zu sehen, was man mit diesem Stück alles anfangen kann. Da sind meine augenblicklichen Vorlieben gespalten zwischen Carlos Padrussas eindrucksvollem RING von Valencia



und dem konventionelleren, aber musikalisch sehr beeindruckenden RING Antonio Pappanos aus London. Dabei beeile ich mich zu betonen, dass beide Eindrücke auf Stichproben basieren, da ich es bei aller partiellen Faszination schon länger nicht mehr über mich bringe, eine ganze Oper aus diesem Zyklus, geschweige denn einen ganzen RING auch nur halbwegs am Stück durchzusitzen.

Wer sich nicht den ganzen RING antun, aber dennoch das Wesentliche mitbekommen will, kann die Karajan-Aufnahme übrigens auch in dieser sehr einleuchtenden Aufbereitung von Loriot genießen, die mit das Beste ist, was je in Digestform irgendeines Werkes herausgebracht wurde.



Mehr wage ich nicht zu diesem Werk zu schreiben, damit Ihr mir auch die Anhänger des allmächtigen Richard noch für den kurzen Rest dieses welligen Rätsels weiterhin gewogen bleiben.

:hello Bademeister Riddle
Rideamus (22.07.2011, 09:24):
Die erfragten Lösungsbuchstaben ergeben, richtig sortiert, eine weltbekannte Badeanstalt, die den Hintergrund zu einem spektakulären Musikereignis gegeben hat.

Tipps

Dass hier gebadet wurde, ist schon länger her als letzten Samstag!! – Amelia Grimaldi

Qualtinger hätte gesagt: "Is ja alles hinich" (Das ist alles schon ziemlich zerstört - für die deutschen Freunde). Da kann man nicht einmal richtig Fußball spielen. – Pavel

Drei trällerten dort in höchsten Tönen und manch einer rümpfte die Nase ob solcher Geschäftstüchtigkeit – Amelia Grimaldi

Von der vermeintlichen Geschäftstüchtigkeit hatten die Stars aber angeblich selbst gar nichts... Eine ähnliche wie die gesuchte Einrichtung kann man übrigens (IMO scheußlich restauriert) in Trier besichtigen, wo sie aber nicht den Namen eines bestimmten Kaisers trägt – Athene

Früher, also ganz früher, badete man gern warm – Maggie

Beim Lösungswort handelt es sich um die deutsche Bezeichnung, da kann man alle Buchstaben brauchen – Pavel

Die drei Nachtigallen waren das Wunder von Rom – Calisto

Denk mal an die letzten beiden Worte im zweiten Akt des Tannhäuser: da musst Du gedanklich auch hin! – Athene

Nach meiner bisherigen Erfahrung führt ein Versuch, ohne Vorahnung der möglichen Lösung die Buchstaben richtig zu sortieren, eher zur Verzweiflung als zur Lösung. Daher dieser Vorschlag eines Weges zur richtigen Vorahnung:
1. Schritt: Du musst nur dann nach R., wenn Du die Badeanstalt oder das, was von ihr übrig geblieben ist, im Original sehen willst. Ansonsten genügt beispielsweise die DVD des ersten gemeinsamen Konzertes dreier prominenter Ritter des hohen C, denn da ist die Badeanstalt der Hintergrund.
2. Schritt: Wenn Du die hast, ziehst Du aus dem Buchstabensalat die Lettern des Regierenden ab, der die Anstalt damals in Auftrag gegeben, aber wohl gar nicht mehr persönlich gesehen hat, denn er wurde unterwegs bei einem typisch männlichen Verhalten, bei dem er allein sein wollte, von einem seiner Leibwächter abgestochen. Genannt werden er und die Badeanstalt übrigens gar nicht unter seinem eigentlichen Namen, den - eine seltsame Ironie der Geschichte - kaum mehr jemand kennt, geschweige denn nennt, weil er ein ziemlich übler Kerl gewesen sein muss. Immerhin hat er es auf diese Art geschafft, einer der ganz wenigen Herrscher zu sein, der seit Jahrhunderten allein wegen eines Gebäudes bis heute noch bekannt ist, das weder ein Palast noch eine Grabstätte ist. 3. Schritt: Nun musst Du nur noch wissen, wie in R. die Badeanstalten genannt wurden, und Du hast die Lösung, von einem kleinen Artikel abgesehen, der zwischen den beiden Worten steht – Riddleamus

So tief in den Süden müsste ich gar nicht fahren, um hinzukommen, eine gute Autostunde würde reichen. Vorteil: Dort ließe sich auch heute noch das Nass genießen... Näheres auch bei Frage Nr. 13 – Gurnemanz

Stimmt: da gibt es eine Einrichtung gleichen Namens. Oper spielt man an dem Ort aber im Bahnhof, ohne dass sich jemand über den Spielort aufregen würde ;) – Athene

Das gesuchte Bad befindet sich doch tatsächlich nicht in dem Ort, in dem Nr. 13 uraufgeführt wurde! – Quasimodo

Das Lösungswort lautet: THERMEN DES CARACALLA


Es gibt in der Historie wohl nur sehr wenige Leute, die noch tausende von Jahren nach ihrem Tod unter einem anderen Namen als ihrem eigentlichen bekannt sind ohne ein Pseudonym geführt zu haben, und das auch noch dank eines Gebäudes, das weder ein Schloss noch ein Triumphbogen noch ein Mausoleum ist, und das sie anscheinend niemals betreten haben. Das Gebäude ist eine Badeanstalt, und der berühmte Mann mit Namen Marcus Aurelius Severus Antoninus Augustus herrschte als römischer Kaiser von 209 bis 217. Er war der älteste Sohn des Kaisers Septimius Severus, der heute vor allem durch einen Triumphbogen auf dem Forum Romanum gleich hinter dem Kapitol bekannt ist, und bei dem jeder Fremdenführer auf eine kurze Lücke im Schriftzug hinweist. Die enthielt einmal den Namen seines Bruders Geta, den Caracalla in der Tradition zahlreicher Kaiser vor und nach ihm umbringen ließ, damit er ganz allein herrschen konnte. Den Namen Caracalla, unter dem er bekannt blieb, verdankte er seiner, mit einer Kapuze verzierten, gallischen Tunika, die er stets trug und zur Mode machte. Damit ist er wohl der einzige Herrscher des alten Rom, der, obwohl ein ziemlich übler Soldatenkönig, über ein modisches Accessoire in Erinnerung blieb. Sein Tod war nämlich wenig spektakulär, denn er wurde während eines Feldzuges mit einem Schwerthieb von einem rachsüchtigen Offizier seiner Leibgarde getötet, als er gerade mal austreten wollte.

Wie alle Soldatenkaiser hatte er zeitlebens damit zu tun, Aufständische in den römischen Provinzen zu bekämpfen. Gleichzeitig aber sorgte er für seinen Nachruhm, indem er den römischen Adel zahlreiche Bauten finanzieren ließ. Zu diesen gehörten die gewaltigen Thermalbäder, die bis heute seinen Namen tragen. Die im Jahr 216 eröffnete Badeanstalt war die größte jemals gebaute, größer sogar als der Petersdom, umfasste zahlreiche Bibliotheken und Privaträume und war reich mit Gold und großen Statuen dekoriert. Wie es sich für das damalige römische Publikum gehörte, war der Eintritt frei für alle. Die Thermen blieben operabel bis ins Jahr 537, als die Ostgoten Rom verwüsteten und die Wasserleitungen zerstörten, die das Bad versorgten. Allein ihre schiere Größe sorgte aber dafür, dass die Bäder bis heute als eindrucksvolles Monument einer bei aller Fragwürdigkeit großen Zeit in Erinnerung blieben. Schon seit 1937 werden in den Thermen jeden Sommer Opernfestspiele ausgerichtet. Die erste dort aufgeführte Oper war LUCIA DI LAMMERMOOR unter der Leitung von Olivero de Fabritiis mit Toti dal Monte und Benjamino Gigli. In diesem Jahr nimmt die TOSCA wieder mal ihr Bad nahe dem Tiber (s.
http://en.operaroma.it/stagione/stagione_2010_2011/tosca)

Ein herausragendes Ereignis in den Thermen des Caracalla waren die Turnwettbewerbe der Olympischen Spiele von 1960. In besonders spektakulärer Erinnerung aber blieb ein Konzert von historischen Dimensionen, das später zu einem mit Recht verachteten Kommerzrummel gerann. Als aber anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 1990 die drei meistgefragten Tenöre der Welt zu einem gemeinsamen Benefizkonzert zusammenfanden, war das wirklich noch ein besonderes Ereignis, das man bis heute ruhig als solches würdigen kann, und das natürlich nicht als künstlerische Großtat, sondern als eine sehr unterhaltsame Darbietung ausgewählter Zuckerstückchen des klassischen Repertoires, die viele Menschen überhaupt erstmals mit einigen seiner mit Recht beliebtesten Melodien bekannt machte.



Musik und Bäder sind eben für vieles gut. Wasser ist so wenig nur zum Waschen da, wie die Musik zur Unterhaltung. Wie Oliver Wendell Holmes in meinem vorübergehenden Motto sagte:

Nimm ein oder zweimal die Woche ein Musikbad, und du wirst feststellen, dass es für die Seele dieselbe Wirkung hat wie ein Wasserbad für den Körper.

Damit sind wir am Ziel dieser rätselhaften Badetour angekommen. Ich hoffe, die Aufgaben und auch die Lösungen haben Euch ein wenig Freude gemacht und Neues vermittelt. Nun würde mich noch, wie üblich, interessieren, welche Fragen und erfragten Stücke Euch besonders interessiert haben.

Ansonsten verabschiedet sich auf Dauer der Bademeister Riddle, und es grüßt mit den besten Wünschen bis zum nächsten Mal Euer

:hello Riddleamus