Heike (06.11.2010, 21:43): Was haltet ihr von Premieren im Opernhaus?
Ich liebe sie! Mich fasziniert dieses Kribbeln, ein Werk so zum ersten Mal zu sehen, nichts vorher drüber zu wissen und ganz ahnungslos in eine Inszenierung zu gehen, mich komplett überraschen zu lassen.
Ich liebe auch die Atmosphäre, man macht sich noch richtig schick, alle sind ein wenig aufgeregter als sonst, nicht alles ist schon perfekt. Der Regisseur ist im Regelfall da und die Publikumsreaktionen sind ganz ungefiltert bzw. unabhängig von später in den Zeitungen auftauchenden Kritiken.
Es wird ja öfter angemerkt, dass musikalisch die späteren Aufführungen noch besser seien, wiegt das für euch den Überraschungseffekt auf? Für mich nicht, so groß finde ich dann die Nachbesserungen nicht. Im Gegenteil, manchmal ist dann der Enthuisiasmus schon ein wenig weg (von Repertoire- Vorstellungen will ich mal gar nicht reden, die sind ja hin und wieder schon grauslige Routine).
Leider sind ja Premieren immer einen Tick teurer (und schnell ausverkauft) - ist es euch das wert oder bin ich allein auf weiter Flur mit meiner Neugier auf Neues??? Heike
Severina (06.11.2010, 23:11): Liebe Heike, ich bin ehrlich gesagt kein Fan von PR, weil sie musikalisch meist schwächer sind als die Reprisen. Da ich ja schon immer in die GPs gehe, fiele bei mir der Überraschungseffekt sowieso weg. Kritiken lese ich, wenn überhaupt, immer erst nachdem ich in einer regulären Vorstellung gewesen bin, weil ich mich in meinem Urteil nicht beeinflussen lassen will. Bei der GP konzentriere ich mich in erster Linie auf die Inszenierung. In Zürich bin ich oft in GP und PR und mache dabei immer wieder die Feststellung, dass die Sänger vorher besser sind. (Klar, es geht ja noch um "nichts", sie können also ganz locker sein!) Speziell Jonas Kaufmann ist überhaupt kein PR-Sänger und zeigt regelmäßig Nerven, wenn's dann drauf ankommt. Bei einer Uraufführung finde ich die GP sogar prickelnder, weil das ja wirklich das allererste Mal ist, dass dieses Werk vor einem Publikum erklingt, und man spürt dann nach dem Schlusston die enorme Spannung bei Orchester und Sängern, wie die erste Publikumsreaktion ausfällt.
Aber natürlich verstehe ich auch, wenn jemand lieber in eine PR geht.
lg Sevi :hello
Heike (06.11.2010, 23:23): Liebe Sevi, ich würde auch gern öfter Generalproben besuchen - leider gelingt mir das kaum. Ich habe bisher noch nicht rausgekriegt, wie man regelmäßig diese Tickets bekommen könnte (ohne gleich allen Fördervereinen beitreten zu müssen). Das wäre sonst eine echte Alternative.
Insoweit würde ich GP also absolut mit PR gleichsetzen, was mein Interesse angeht. Heike
Maria-Anna (18.11.2010, 17:21): Ich gehe auch lieber in die GP und/oder zu einer regulären Vorstellung. Aber das liegt bei mir hauptsächlich daran, dass ich das Premierenpublikum (Heike Sie bzw. dich natürlich nicht mit eingeschlossen ;)) nicht sonderlich mag.... Ich habe nicht selten den Eindruck, dass Leute nur in die Premiere gehen, um Buhen zu können....