Sfantu (16.09.2021, 12:57): Das Thema ist zugegeben reichlich flach. Aber - im Spielzimmer darf das, denke ich, ausnahmsweise auch mal so sein, oder? Soweit ich es überblicke, gibt es noch keinen solchen Faden. Wenn doch, so ist das reiner Maria Zufall.
Es soll um Verballhornungen, Verulkungen, Verwurschtelungen, Auf-die-Schippe-Nehmen von Werktiteln, Komponisten-,Interpreten-, Instrumenten-oder Figurennamen gehen. Um Vortragsbezeichnungen, Schauplätze, Publikum usw. usf. Eben alles rund um die Musik, das durch den Namen zum Verblödeln einlädt. Gerade unter den Praktikern hier kursieren sicher derartige Kalauereien.
Also dann - das knusprig frische Verballhörnchen mal beherzt durch den Kakao gezogen.
Sfantu (16.09.2021, 13:00): Da heute einmal beiläufig von dem Werk die Rede war, greife ich es als Einstiegsbeispiel auf:
Mendelssohn - Das Märchen von der schönen Limousine
Nicolas_Aine (16.09.2021, 13:07): Die "Klassiker" seien hier auch erwähnt:
Mussorgsky: Schilder einer Baustelle R. Strauss: Tod durch Verkältung
Sfantu (16.09.2021, 13:15): Grandios, Nicolas! Die kannte ich nicht.
Den Namen von Sigiswald Kuijkens Alte-Musik-Ensemble La Petite Bande konnte ich (als deutscher Muttersprachler unwillkürlich) von Anfang an nicht richtig ernst nehmen, Bei mir laufen sie seit jeher als
Die kleinen Strolche
Nicolas_Aine (16.09.2021, 13:25): Haha, das ist auch sehr schön :D
Was mir aus aktuellem (steht heute abend aufm Dienstplan) einfällt: Verdi: Riegel-Otto.
Sfantu (16.09.2021, 13:27): Analog dazu
CM v Weber - Der Schreifritz
Sfantu (16.09.2021, 16:59): In meinen Jünglingsjahren als Statist an unserem Stadttheater hatte in der Produktion von Frederick Loewes My Fair Lady die Rolle der Eliza Doolittle als Zweitbesetzung eine Solistin, die, ich sag´ mal, eine körperlich recht stattliche Erscheinung war.
Daher kursierte bei uns, wenn es um den Spielplan ging, sehr bald der Titel Mein Pferd Lady oder einfach nur Pferd.
Eigentlich ganz schön gemein, oder?
Philidor (16.09.2021, 17:08): R. Strauss: Tod durch Verkältung ... oder "Tod durch Verkühlung".
Die h-mess-Molle. Die Waldschwein-Sonate. Lodengrün.
Und natürlich die kreativen Textmodifikationen probengelangweilter Chorsänger*innen: "Saufet und zocket! Auf, holet die Karten!"
(Nachtrag: Manches "sinfonisches Blasorchester" fand sich als "blasphemisches Sumpforchester" veralbert ... )
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (16.09.2021, 22:16): Hier wieder ein Selbstgemachter:
Piotr Tschaikowskij - Eugen Ohnehirn
Finde ich ziemlich passend, da dieser ausschließlich um sich selbst kreisende Fatzke zu blöd ist, seine Frau fürs Leben zu "erkennen". Ich habe meine Mühe mit diesen Figuren, die einem das Sympathisieren, geschweige denn eine Identifikation mit ihnen schwer bis unmöglich machen. Ein anderes Beispiel wäre Des Grieux. Bei Tschaikowskij macht allerdings die herrliche Musik das personelle Manko mehr als wett.
Sfantu (22.09.2021, 23:24): In alten Zeiten war es guter Brauch und eine Ehrensache für aufstrebende Musiker, daß aus dem Anlaß, daß zum ersten Mal überhaupt eines ihrer Werke im Druck erschien, sie dem Notenstecher persönlich zur Hand gingen. Georg Friedrich Händel drängte es darüber hinaus, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal hinzu zu fügen, um seine individuelle Klasse mit einem besonderen Stempel zu unterstreichen. Und eben drum wurde die Druckplatte nicht, wie sonst üblich, in Kupfer gestochen sondern als Laubsägearbeit in Holz. Daher kursierte seinerzeit folgender Spruch:
Womit schreibt denn der Händel-Bub? > Stichsäge mit Pendelhub.
Sfantu (03.10.2021, 10:20):
Quelle: StareCat.com
Sfantu (03.10.2021, 16:20): Gioacchino Rossini - Die Barzahlung mit Forint
Nicolas_Aine (10.10.2021, 10:54): GMD - Der Generalmusikdiktator.
Sfantu (10.10.2021, 11:33): Oje, ich hoffe, Du sprichst da nicht aus eigener Erfahrung, lieber Nicolas.
Sfantu (10.10.2021, 16:10): Paul Hindemith - Das Sush-Sushi
Sfantu (13.10.2021, 21:43): Sergeij Prokofieff - Die Verkohlung im Toaster
Sfantu (14.10.2021, 22:24): Johann Sebastian Bach - aus der Kantate "Am Abend aber desselbigen Sabbats" BWV 42:
Nr. 4, Aria "Verzage nicht, o Häuflein klein" ,
verballhornend auch bekannt als Proktologen-Choral
Andréjo (15.10.2021, 13:13): Der Letzte ist in der Tat sehr hübsch. :thumbup: Barock-Sprache halt in ihrer Pracht ...
Beim Vorletzten müsstest Du mir auf die Sprünge helfen, Sfantu. Ich könnte allerdings auch das Werkverzeichnis von Prokofieff bemühen - wäre nach wenigen Minuten erledigt.
Schönen Gruß von Wolfgang
palestrina (15.10.2021, 13:50): Sergeij Prokofieff - Die Verkohlung im Toaster oder " Frevel bei den Nonnen "
LG palestrina
Sfantu (15.10.2021, 15:28): @Andréjo, hat Dir palestrinas Tipp weiter geholfen?
@palestrina, danke übrigens.
Andréjo (16.10.2021, 00:28): :P Die Verlobung im Kloster ... solches gehört sich nicht, aber ich kenne kaum den Titel dieser Oper, geschweige denn ...
Danke Euch für solche Horizonterweiterung!
:) Wolfgang
Sfantu (16.10.2021, 01:21): Johann Georg Ebeling / Paul Gerhardt
Warum sollt' ich mich denn grämen = der Nivea-Choral.
Andréjo (16.10.2021, 12:22): X( :D :D :D
Sfantu (17.10.2021, 01:05): Johann Gottfried Schicht -
Grober Klotz, wir hobeln Dich
Sfantu (21.10.2021, 12:49): Nikolai Rimskij-Korsakow
Das Märchen vom goldigen Spahn
Cetay (21.10.2021, 13:36): Die Steilvorlage muss verwandelt werden: Bach-Lautensuite -> Lauterbach-Niete
Andréjo (21.10.2021, 14:47): Das ist ein Klassiker, den schon mein Vater gerne zitiert hat. Der kannte Schicht nicht ... ich auch nicht.
:hello Wolfgang
EDIT: Das habe ich schon vor einigen Tagen geschrieben, aber nicht abgeschickt. Mit meinem scharfen Detektivblick habe ich wieder mal den Entwurf nicht vom fertigen Produkt unterscheiden können. :S
Sfantu (22.10.2021, 11:40): @Andréjo,
den Schicht mußte ich auch erst recherchieren. Die Melodie kennt jeder, der mehr als 2x in seinem Leben einen protestantischen Gottesdienst besucht hat. Aber den Namen des Komponisten??
Weiter mit:
Albert Roussel - Frag´ mal Vati
Andréjo (22.10.2021, 12:27): ... oder einen katholischen ... :)
:hello Wolfgang
Andréjo (22.10.2021, 12:29): Padmavati ... Echte Profi-Scherze, die hier aufgefahren werden. :thumbup:
Sfantu (22.10.2021, 15:28): @VAT69
dann sei mir auch der Folgende nicht verkniffen - in der Hoffnung, daß in ein paar Jahren niemand mehr weiß, was es damit auf sich hatte:
Franz Schubert - Der willfährige Drosten (D 190)
Sfantu (23.10.2021, 18:26): Was ist das? Der Kommandant brüllt: "Alle weg vom Bett" und dann Tusch!!! zwei, drei vier, Tusch!!! zwei, drei vier...
Der Bayerische Defibrilliermarsch.
Sfantu (24.01.2022, 20:09): Musikhistorische Enthüllungen (Folge 2.411) - Wie einer der ganz Großen der Musik zum (Hefe-) Teilchenbeschleuniger wurde
Johann Melchior Molter und Georg Friedrich Händel waren beide musikalische Schwergewichte - im doppelten Wortsinn. Beim Karlsruher Hofkapellmeister leerte der gern gesehene Gast von der Themse denn auch so manchen Krug und Teller. Voll des Lobes war er insbesondere über die feinen Backwaren, die zu den ausgedehnten Déjeuners gereicht wurden. Geschmeichelt und geehrt bestellte darauf die markgräflich badische Bäckerszunft zwei weltliche Oratorien beim Hallenser Orpheus. Dieser ließ sich nicht lang bitten und lieferte binnen kurzer Frist zwei Schwesterwerke zu Ehren der badischen Feinbäckerkunst:
Semmele (HWV 58) und Weggle (HWV 58a)
Letzteres blieb jedoch aus noch ungeklärten Gründen bis heute verschollen.
Sfantu (25.01.2022, 17:20): Edvard Grieg - Bühnenmusik zu Joghurt vor'm Altar
Philidor (25.01.2022, 19:49): Der Barbier von Bagdad klingt zwar schön, aber für Cornelius zu spaeth.
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (28.01.2022, 18:34): @Philidor
ich geb's nur ungern zu - das Hörnli mit Cornelius durchschaue ich nicht.
Sfantu (28.01.2022, 18:34): Pietro Mascagni - Die Rampensau
Philidor (28.01.2022, 18:58): Der Cornelius? Nun, vor dem Hintergrund der Mendelssohnschen Sommernachtstraum-Musik (1843), Wagners Rheingold (1854) und Tristan (1859) darf der Barbier von Bagdad (1858) doch als nicht ganz auf der Höhe der Zeit komponiert bezeichnet werden - denke ich.
Also war es zu spaeth, äh, spät, diesen zu komponieren. Den Rest der Verballhornung magst Du auflösen ... :)
Sfantu (28.01.2022, 21:57): @Philidor
was lange währt... Jetzt ist der Groschen dann doch noch gefallen, wenn auch reichlich spaeth. Und nicht ohne zusätzlichen Tipp (ich wünschte, es wäre Nacht oder die Schwaben kämen).
Sfantu (28.01.2022, 21:58): Conradin Kreutzer - Das Radlager von dem Lada
Sfantu (29.01.2022, 17:55): Hans Pfitzner - Die Hose von Hinterzarten
Nicolas_Aine (25.05.2022, 11:59): kam grade auf: C.M. von Weber: Der Schreifritz
Sfantu (24.08.2022, 14:44): Sergeij Prokofiew - Der Heurigen-Bengel
Sfantu (24.08.2022, 17:30): Richard Strauss - Carpaccio
Sfantu (28.08.2022, 14:28): Unter Paar-Therapeuten kommt derzeit überraschend ein großer Meister der Renaissance wieder zu Ehren. Sie empfehlen ihren Klienten das neueste Album der Kleinkleckersdorfer Madrigalisten:
Lassus - Drüber reden
Sfantu (12.09.2022, 16:42): Johann Andreas Rothe (Text)/diverse Vertonungen
Ich habe nun den Grund gefunden = der Taucher-Choral
Sfantu (16.11.2022, 21:45): Johann Sebastian Bach - aus der Matthäus-Passion:
Wenn ich einmal muß scheiden = der Käse-Fondue-Choral
Sfantu (24.01.2023, 20:51): Hans Leo Haßler / Paul Gerhardt - O Haupt voll Blut und Wunden
= der Naßrasur-Choral - oder wahlweise: = der Burschenschaftler-Choral
Philidor (24.01.2023, 21:20): Zum Bundesliga-Neustart:
Nun lasst uns gehn und treten
Sfantu (18.02.2024, 09:31): Der ehemalige Betreiber eines Dortmunder Plattenladens hatte klare Vorlieben und Themenschwerpunkte: Hardrock und Progrock der 60er und 70er sowie Metal. Heute geschäftet er leider nur noch online oder auf Trödelmärkten. Eine markante Gestalt: groß, übergewichtig, eine 30-40cm lange Pracht von Nicht-Frisur und eine markige Mischung aus Chuzpe und Charme. Als er den Laden noch betrieb, hatte er (man mag es kaum glauben) in der Sektion "Pop" ein eigenes Fach für die "New Kids on the Block". Bei genauerem Lesen des Namens auf dem Reiter mußte man dann aber unwillkürlich schmunzeln:
New Kids on the Pflock
Sfantu (03.08.2024, 18:38): Kann ein italienisches Restaurant es wagen, seine Gäste statt mit "Ricchi e poveri", *Drupi" oder "Al Bano" mit argentinischem Tango zu berieseln?
Aber ja! Die Lösung ist so verblüffend wie einfach:
Astor Pizzaiolo geht immer.
Sfantu (20.09.2024, 18:38): Dave Hurwitz bezeichnet Sibelius' Swan of Tuonela gern als
Swamp of Salmonella
Sfantu (19.01.2025, 22:43): Dieses Verballhörnli ist nicht einmal fremdkonstruiert sondern ein originaler Werktitel:
Paul Hindemith nannte den 6. und letzten Satz seines Streichquartetts
"Minimax" - Repertorium für Militärmusik: "Alte Karbonaden (Marsch)"
Sfantu (07.02.2025, 06:07): Da das hier sowieso keiner liest, erlaube ich mir mal einen richtigen Flachwitz. "Noch flacher als eh schon?!" mag man sich fragen. Ja. Noch flacher.
B ist bei A zu Besuch. A legt den "Dreispitz" auf B: Ist das de Falla? A: Das ist der Fall - ja.
Joe Dvorak (07.02.2025, 14:02): Das unterbiete ich locker:
Gehen zwei Betrunkene an einem Opernhaus vorbei, wo Rossini angekündigt wird: Meint der eine. Wieso schreiben die extra hin, dass man in der Bar bier vom Servierer bekommt?
Andréjo (07.02.2025, 14:18): Ich lese mit. Die sind beide erstklassig! 8o
Sfantu (07.02.2025, 17:02): Richard Wagner / Richard Wagner - Lohengrin: "Niemals sollst Du mich befragen"
= der Donald-Trump-Justiz-Choral
Nicolas_Aine (09.02.2025, 16:43): oh, in Opern gibts haufenweise Zeilen, bei denen im Graben mit den Füßen gescharrt wird. Bspw. im Meistersinger (wenn ichs nicht verwechsle), ca. 30-40 Minuten vor Ende: "Es kann nicht mehr lange dauern".
Das größte Kuriosum dieser Art gibts aber meiner Ansicht nach in der Csardasfürstin (uraufgeführt 1915, wohlgemerkt): Dort gibt es die Rolle der Anastasia - Spitzname "Stasi". Es fallen u.a. die Sätze "Aber die Stasi liebt dich doch" und "Die Stasi weiss alles!".
Mein persönlicher Favorit stammt ebenfalls daher: "Die Probe ist beendet!".
Sfantu (09.06.2025, 13:43): Franz Liszt - Jahre unter der Pelerine (26 Regenstudien)
Sfantu (15.06.2025, 23:51): Rameau schrieb just zum Gaudium 'Ne Posse aus dem Altertum In Arien, Chören, Liedern: "Berufswahl unter Brüdern" 'Nen juten Rat weeß keener Wie - keener? Ooch nich eener? Drum wird halt 'ne KI befragt Die kühn und keck die Lösung sagt: Pollux macht auf Hundetrainer Castor wird Atom-Container
Andréjo (16.06.2025, 21:02): :D
Jaja, dieses neue Phänomen ungeahnt origineller Verdummungsprozesse ...
Philidor (03.12.2025, 22:17): Zur Einweihung der Elbphilharmonie: Seid verschlungen, Millionen!
In der Zeit, als Wotan sich anschickte, mit Erda die Brünnhilde zu zeugen (oder waren es alle neun Walküren ...?), war der Lichtalbe auch hin und wieder dran, den Müll rauszubringen oder den Einkauf zu erledigen. Als Erda eines Tages Pfirsiche auf den Zettel geschrieben hatte, fragte Wotan, welche Pfirsiche er denn mitbringen solle. Erda: Weiche, Wotan, weiche!
Parsifal war anspruchsvoll in Fragen des zum Eis gereichten Kleingebäcks: Nur eine Waffel taugt ...
Ligetis "Lux aeterna" trägt NICHT den Beinamen "Das Unauslöschliche".
Philidor (04.12.2025, 15:28): Der Name des französischen Streichkäses "La vache qui rit" ist eine Verballhornung des französischen Wortes für Walküre: La valkyrie bzw. La walkyrie.
Sfantu (04.12.2025, 20:34): Exakt. Das war kürzlich auch hier im Kulturradio SRF 2 unter "Hundert Sekunden Wissen" das Thema. Geburtsstunde dieses Verballhörnles war der erste Weltkrieg. In den Kompanien (egal, auf welcher Seite) war es üblich, Eisenbahnwaggons für den Nachschub resp. Truppentransport mit Parolen zu verzieren, die den Feind lächerlich machten. Der Schöpfer dieser "Walküren-Vache qui rit"-Verballhornung war in derselben Garnison wie der Inhaber einer Molkerei, der den Titel nach Kriegsende als Produktname für seinen dann (bis heute) erfolgreichen Schmelzkäse übernahm.