Verdi Giuseppe - Aroldo

peter337 (10.07.2013, 17:30):
Dem lieben Rideamus gewidmet!

Mit der Uraufführung des "Aroldo" im Teatro Nuovo in Rom, bekam der "Il Stiffelio" eine neue Gestalt. Der "Stiffelio" hatte von Anfang an, seit dem Jahr seit dem 18. Noveber 1850 n Triest, durch die Zensur zu kämpfen. Der Evangelische Pfarrer hatte auch im Katholischen Italien, in Östereich zu dem Triest gehörte schon gar kein Verständnis gefunden. Schon 1851 überlegte Verdi das Werk umzuschreiben, hate aber keine Zeit dafür.

Francessco Maria, kein überragender Librettist aber ein gediegener Arbeiter, der sich Verdis Angaben total unterwarf, überarbeitete "Il Stiffelio" und entfernte alles was nur andeutend auf auf Ehebruch im Hause des Pastors nur einigermaßen anspielte und das Werk wurde in die Kreuzzügerzeit verlegt. Der Entschluss sollte das Werk dm gänzlichen Vergessen entreissen, und gleichzeitig die"Scheinmoral" bloßstellen. "Stiffelo" durfte nur in gekürzer Form und entstellt aufgeführt werden, und gerade diese Werk liebte Vedi ganz besonders. Mit der "Schlacht von Legnano" merkte Verdi an " Dieses Werk dürfte nicht in Vergessenheit geraten".

Nachdem Piave das Libretto umgeschrieben hatte und aucherweiter hatte und die Kreuzzüge begann Verdi im Frühjahr 1856 mit der Umarbeitung, Riccordi wurde untersagt das Notenmaterial für "Il Stiffelio" herauszugeben, war der Beginn für die neue Oper "eingeläutet". Verdi komponierte einige Nummern völlig neu, und verlegte alles ins Mittelalter, zur Zeit Richard Löwenherz,und nicht mehr das Evangelisch Sujet war ausschlaggebend, sondern der Kern der Oper war in Kent und Schottland angesiedelt. Aus dem Pfarrer Stiffelio wurde Bulwer-Lytton und aus der, ehemals dreiaktigen Oper wurde eine Vieraktige. 1856 unterbrach Verdi diese Oper um "Simone Boccanegra" zu komponieren, doch ließ ihn dieses Werk nicht los. Verdi komponierte einige Nummern dazu, speziell im 4. Akt und der Stiffelio wurde zum Kreuritter Aroldo, und der "Hauptknackpunkt" war da nicht mehr da. Die große Arie Mina wurde eingefügt und der fromme Einsiedler Briano der Aroldo in Palästina sein geistlicher Beistand wurde, rettete ihn das Leben. Während des Fernbleibens hat der Abeneurer Godivino, der Gast auf Egberts Burg, Aroldos Frau Mina verführt. ZU der äußerst mitreißenden Musik kam also das neue Libretto, und die Oper wurde nun, am 10. August 1857 im Teatro Nuovo in Rimini, uraufgeführt. Trotzdem hatte leider auch "Aroldo" keinen durchschlagenden Efolg - vieleicht weil Verdi mit dem"Maskenball" schon beschäftigt war.

Die Handlung ist nun diese:

1. Akt: In Egberts Burg beginnt alles mit einer Sinfonetta und auch die Handlung. Aus einem angrenzenden Zimmer ertönt, in dem ein Bankett gefeiert wird, dies zu Ehren Egberts veranstaltet wurde, ertönt derChor der Aroldos Rückkehr feier Mina ist von Gewissensbissen geplagt und eilt vezweifelt aus dem Nebenraum. Aroldo kommt mit Briano zurück und gesteht weiterhin Minas Liebe zur ihmm, die Liebe die ihn n Palästina am Leben erhielt. Mit Minas Verstörung sieht, denkt er an den heutigen Hochzeitstag und macht ihr Vorwürfe, dass sie den Ring seiner Mutter nicht mehr trägt. Mina ist zwar ganz verzweifelt, findet aber keine erlösenden Worte. Da ertönt ein Trompetensignal, das sie Ankunf von Aroldos Gefoge ankündigt, lassen sowohl Aroldo als auch Briano Mina allein. Egberto, Minas Vater, hat inzwischen auch Verdacht geschöpft und tritt überraschend ein. Mina wil alles Aroldo in einem Brief gestehen, aber Egberto lässt sie dazu nicht kommen und entreisst ihr den Brief und willl dass Mina, um der Ehre und Pflicht willen, dass Mina bei Aroldo bleibt und Aroldo nichst sagt und ihre Schande allein trägt.

2. Akt: Golvino der sich jetzt von Mina verlassen fühlt, schleicht herein und legt einen Brief in das Buch, welches sich auf enen mittelalterlichen Möbelstück befindet. Briano kommt hinzu erkennt ihn aber nicht, da er in den angrenzenden Gärten verschwindet. Als Enrico mit denGästen eintritt und das Buch an sich nimmt, meint Briano, dass es Enrico ist und sagt es kurzerhand Arold. Von den Gästen wird Aoldo genötigt seine Abenteuer am Kreuzzug zu erzählen. Aroldo erzählte von einem Schuft in Palästina, der hinterhältig die Ehre senes Freundes besudelte und einen Liebesbrief in das verschlossene Buch legte. Anschließend nimmt Aroldo das Buch zu sich und verlangt von Mina das Buch zu öffnen. Nach ihrer Weigerung bricht er das Buch auf, und das Buch enthält Egberts Brief. Egbert nimmt den Brief an sich und entreisst ihn so Arold. Aroldo fährt in zornig an, doch Mina trit dazwischen. Egberto zischelt nun Godvino zu, dass er ihn zum Zweikampf fordert und beschimpft ihn als Verräter.

3. Akt: Mina betet am Grab ihrer Mutter um Vergebung, da kommt Godvino zurück und gesteht ihr seine Liebe, gibt ihr auf Minas Bitte den Ring, da es sündige Liebe gewesen sei, zurück und will gehen. Doch da erscheint Egberto mt zwei Schertern bewaffnet, der den Ring abgefangen hat, sie sieht sich erneut entehrt und wil sich mit eiem Gift, das der Ring enthält, das eben nehmen, scheibt aber einen Abschiedsbrief an Aroldo. Als er den Ring hält, tritt Briano auf der Suche nach ihm auf und informiert Aroldo dass er Egberto gefunden habe. Egberto schwört erneut Rache und entfernt sich. Aoldo folgt ihm und nach ihm tritt Giochino ein, dieser erklärt sch zurm Zweikampf bereit. Jeoch Aroldo fagt ihn, was er tun wüde, wenn er Mina freigeben würde und beide einen schuldbeladenene Freiheit verbrngen könne. Godvino zögert und Aroldo lässt Mina rufen und drängt Godvino
in ein Nebengemach. Mina erscheint und Aroldo lässt Mina den Scheidungsbrief uunterzeichnen, aber da erinnert sich Mina an ihren Vater und dass sie Aroldo immer geliebt habe, und dass sie von Godvino verführt wurde.Aroldo schwört nun erneut Rache, aber Egberto ist ihm zuvorgekommen, tritt hinzu und sagt dass er Godvino getötet hat. Briano will Aroldo, der sich weiterhin sich weigert, Mina zu vergeben, in die Kirche mitnehmen. Aroldo sprcht von einer fluchbeladenen Stunde, der er entfliehen möchte. Mina glaubt an keine Vergebung für ihre ungewollte Sünde.

4. Akt: Aroldo und Briano haben sich als Einsiedler am Loch Lamond niedergelassen, es beginnt mit einem Chor von Hirten, Bäuerinnnen und Jägern.Aroldo kann die Untreue Minas ncht überwinden und ist zwischen Liebe und Hass hin- und hergerissen. Briano nötgt ihn beim Klang der Abendglocke zum Gebet. In der Nacht tritt ein starkes Unwetter auf, ein halbzerstörtes Bottdroht zu kentern, und einige Männer zeihen das Wrack an Land. Aus dem Boot steigen Egberto und Mina ud bitten um Einlass. Aroldo, der Mina erkennt, istt erneut von Zorn übermannt. Doch da zitiert Brano, der aus der Hütte trtt, die Bibel. De den ersten Stein soll wefen, wer nie gesändigt hat. Die Frau erhob sich ihr war vergeben. Egberto und Briano fordern Aroldo auf Mina zu verzeihen. Schließlich überwindet sich Aroldo und verzeiht.

Personen: Aroldo, ein Kreuzriter - Tenor, Mina, sein Gemahlin, Egberts Tochter - Sopran, Elena, Enricos Cousine - Mezzosopran, Godovino, Abenteuer - Tenor, Egbert, ein alter Ritter - Bariton, Briano, Einsiedler - Bass, Enrico, Minas Cousin - Tenor,

Ritter, Damen. Kreuzfahrer, Knappen, Jäger, Volk - Chor und Statisten.
stiffelio (10.07.2013, 19:04):
Hallo Peter,

ich vermute, es ist so wie häufig mit einem Remake: man kann es umso weniger schätzen, je mehr man das Original liebt.
Für mich ist der AROLDO so, als würde man sein Lieblingsbild durch einen Zerrspiegel betrachten - ich erkenne den STIFFELIO an allen Ecken und Enden wieder (mit einer gewissen Einschränkung im 4. Akt), aber die Veränderung tut weh, weil ich sie nahezu überall als unpassend empfinde.

Als besonders grotesk empfinde ich die Vorstellung, ein Kreuzritter (der das Töten ja nun ganz gewiss gewohnt ist) lasse sich durch ein Kirchenlied davon abhalten, den Verführer seiner Ehefrau, den Räuber seiner Ehre im Zweikampf zu töten. Was bei einem pietistischen Geistlichen noch gerade vorstellbar ist, verliert bei einem schottischen Kreuzritter endgültig die Glaubwürdigkeit.

Das alles ist kein Urteil über die Musik des AROLDO, aber ich kann eine Oper nicht losgelöst von der Hintergrundgeschichte hören.
Dennoch gehört der AROLDO nun einmal zu Verdis Werk und sollte nicht vergessen werden. In diesem Sinne danke, dass du dich ihm gewidmet hast. Und ich werde deinen Thread zum Anlass nehmen, es in den nächsten Tagen noch einmal mit dem AROLDO zu versuchen.

VG, stiffelio
Severina (10.07.2013, 21:49):
Liebe Stiffelio,

da Du bekanntlich CDs nicht magst :wink, gehe ich davon aus, dass Du den "Aroldo" auf DVD besitzt. Verrätst Du mir bitte, welche, und ob sich eine Anschaffung lohnt? (Ich meine jetzt von der Besetzung und Inszenierung her!)

lg Severina :hello
stiffelio (10.07.2013, 22:59):
Liebe Severina,

richtig geraten, wenn auch keine DVD :wink. Ich kenne den AROLDO mal wieder von YT und zwar ist es eine qualitativ recht gute Aufnahme aus dem Teatro Municipale di Piacenza von 2003. Ob sie sich lohnt, kannst du also kostenlos selbst beurteilen, unter
"http://www.youtube.com/watch?v=hyiRVOrfYMs"
"http://www.youtube.com/watch?v=_XUe7ReTCiA"
"http://www.youtube.com/watch?v=-gk31_DQno8"
"http://www.youtube.com/watch?v=PmEJx8ZPyUY"
Vom Aroldo gibt es meines Wissens auch gar keine offizielle DVD.
Wenn du dich in diesem Fall zu einem YT-Ausflug überwinden kannst, lass mich bitte an deinen Eindrücken teilhaben.

Peters Thread habe ich es zu verdanken, dass ich eben den AROLDO doch einmal von A bis Z durchhalten konnte. Ich würde schätzen, dass ca. die Hälfte der Musik des STIFFELIO praktisch unverändert übernommen wurde - vom ersten Akt deutlich weniger (darunter aber immerhin meine Lieblingsstelle "Oh qual m'invade ed agita..."), dafür vom zweiten und dritten Akt umso mehr (den zweiten Akt spätestens ab der 3. Szene bis zum Ende und vom dritten Akt die Szenen 1-8).
Insgesamt finde ich die Musik im STIFFELIO emotional direkter und pointierter (wenn man will, kann man es auch schroffer nennen), die Änderungen und hinzukomponierten Abschnitte im AROLDO mögen teilweise kunstvoller komponiert sein, wirken aber auf mich auch routinierter, für mich geht da Spannung verloren. Als einen Gewinn habe ich nur die Sturmmusik vor der Schlussszene empfunden.

VG, stiffelio
palestrina (11.07.2013, 19:09):
Hallo ihr Opernfans !
Habe mich heute Nachmittag durch die Arolden gehört!

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51vtNxaoX-L._SL500_SX368_.jpg
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Zuerst einmal, der Aroldo gefällt mir etwas besser als der Stiffelio , ist schmissiger , das heißt in
meinen Ohren gefälliger !
Die GA mit Luisi ist meine Lieblingsaufnahme , allen voran Antony Michaels-Moor als Egberto,
Carol Vaness als Mina ist gut und Neil Shicoff , oh Wunder gefällt mir sehr gut als Aroldo. :wink
Bei der anderen GA ist halt die Caballe der Star der Aufnahme und die Herren fallen stark ab! :ignore

Bei mir ist es genau umgekehrt wie bei Stiffelio , ich höre nur ! ?(

LG palestrina