Verruchte Locken und andere lockende Versuchungen - Ein Rätsel

Rideamus (29.09.2012, 15:00):
Seit dem letzten größeren Rätsel ist es schon eine Weile her, und nachdem die Abende nicht mehr lange in Biergärten locken, erfülle ich einen Wunsch und stelle ein neues ein. Diesmal geht es um 24 Werke, in denen Meister verführerischer Klänge ihr Bestes geben um reizvolle Versuchungen aller Art zu schildern. Dabei geht es nicht nur um wallendes Blut, schöne Frauen und tolle Männer, sondern um Versuchungen aller Art bis hin zum Gegenteil der Genannten. Wer alle Fragen löst, wird also auch dem einen oder anderen alten Knacker oder Besen begegnen.

Genug der Tipps. Die Spielregeln sind dieselben wie zuletzt immer: ich werde jeden Tag eine neue Frage zu einem musikalischen Werk beliebiger Gattung einstellen, die in irgendeiner Form mit verführerischen Aktivitäten zu tun hat. Eine vollständige Lösung besteht, wo nicht anders spezifiziert, immer mindestens aus dem Namen des erfragten Werkes und seines bzw. seiner Komponisten sowie einem spezifisch erfragten Buchstaben, aus denen sich, richtig sortiert, das finale Lösungswort ergibt, das wiederum viel mit dem Thema zu tun hat - der Einfachkeit halber auf deutsch. Wer eine Antwort weiß, schicke mir bitte eine PN oder eine Mail an Rideamus@email.de. Sobald ich die bestätigt habe, darf jeder in diesen Thread einen Tipp einstellen - oder mehrere. Um Nachteulen und Frühsufstehern keinen ungerechten Startvorteil zu geben, verzichte ich auf die Limitierung dieser Extrapunkte, aber pro Frage gibt es nur je einen.

Die Laufzeit des Rätsels ist offen, das heißt, jede Frage kann so lange beantwortet werden, wie sie nicht in diesem Thread von mir aufgelöst wurde. Deshalb bitte ich ausdrücklich darum, hier keine Lösungen einzustellen, damit auch diejenigen noch etwas von dem Rätsel haben, die nicht von Anfang an mitmachen können.

Und nun wünsche ich Euch und mir elbst viel Vergnügen und lockende Versuchungen, denn natürlich geht es mir auch diesmal wieder vor allem darum, Euch möglichst originelle Tipps sowie den Wunsch zu entlocken, die angesprochen Werke (mal wieder) zu hören, denn dass sie alle sehr hörenswert sind, dafür verbürgt sich

:hello Rideamus
Rideamus (29.09.2012, 15:03):
Ich komme ohne Verzug gleich zur ersten Frage:

Wenn jemand einen Vogel haben will und deshalb einen pinken Baum ansingt, dann kann es sich nur um einen Tenor handeln. Aber seine Verführung klappt, jedenfalls beinahe. Trotzdem landet er in einem Käfig und beileibe keinem goldenen.

Gesucht wird wie immer das angesprochene Werk und Lied sowie der dritte Buchstabe des Komponistennamens und für einen Extrapunkt der Name des angesungenen Baums.

:hello Rideamus
Severina (29.09.2012, 16:13):
Tipp zu 1:

Nicht nur rosa Bäume, auch flatterhafte Wesen im wahrsten und übertragenen Sinn des Wortes spielen gewichtige Rollen!

lg Severina :hello
Hyacinth (29.09.2012, 17:03):
Auch ein Teichbewohner treibt hier sein Unwesen, allerdings lebt er nicht von herkömmlichem Gewässer...

lg,
Hyacinth :hello
Rideamus (29.09.2012, 23:38):
Damit es den sonntäglichen Frühaufstehern nicht zu langweilig wird, folgt hier gleich die nächste Frage:

Zu den bewährtesten Tricks von Verführerinnen gehört es, die Stimme des Begehrten zu loben, denn das glaubt der fast immer. So leicht schwindet Manneskraft

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Komponistenvornamens

:hello Rideamus
Severina (30.09.2012, 11:17):
Tipp zu 2:

Eine wirklich haarige Frage, man darf aber nicht in der Suppe suchen!

lg Sevi :hello
Heike (30.09.2012, 14:32):
Oh ein neues Rätsel. wie schön! :thanks

Meine Tipps:
1 dieses Werk ist für mich am besten Silvester nach bereits einigen Gläschen Sekt zu ertragen.
2 der Schaupatz des Werkes ist heute noch sehr oft in den Schlagzeilen, leider meist eher unerfreulich.

Heike
Rideamus (30.09.2012, 18:28):
Aus Rücksicht auf die arbeitende Bevölkerung lasse ich gleich jetzt die dritte Frage folgen:

Vielleicht das meistgebrauchte Wort von Verführern ist "Komm". Das sagt auch hier ein Seefahrer zu einer Fremden, bevor er sie bald danach verlässt. Natürlich sagt er das nicht auf deutsch, aber auch nicht in seiner eigenen Sprache.

Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens

:hello Rideamus
Fairy Queen (30.09.2012, 19:31):
Das klingt ja so verlockend als wüsste ich auch mal was.......
Die Heldin aus Nummer 2 ist alles andere als eine Unschuld vom Lande und hat daher mit einer Dame aus Nummer 1 wenig gemeinsam. Strategisch ausgearbeitete Raffinesse wird zwar in beiden Fällen vom weiblichen Geschlecht angewendet, um eitle und verblendete Herrlichkeiten in ihre Schranken zu weisen, aber die Haupt- Dame aus Nummer 2 geht dabei deutlich brutaler vor- was ihrer archaischeren Herkunft ziemlich gemäss ist.

F.Q.

Wieso kann ein Held auf deutsch nicht auch mal "Komm" sagen???? Walter von der Vogelweide hat sich da jedenfalls nciht geniert "Kume kum.... :D
Severina (30.09.2012, 20:38):
Original von Fairy Queen

F.Q.

Wieso kann ein Held auf deutsch nicht auch mal "Komm" sagen???? Walter von der Vogelweide hat sich da jedenfalls nciht geniert "Kume kum.... :D

Ist doch ganz klar, weil man Komm nicht so schön schmachten kann wie "Vieni oder vien!" :D"Komm!" klingt, als ob man seinen Hund herbeizitiert :ignore.

Mein Tipp zu 3 (Achtung: Noch unbestätigt!!)

Hätte der Seemann die Erfindung seines Vornamensvetters gemacht, hätte das vermutlich verhindert, dass ein Herz in Flammen aufging und darin umkam!

lg Sevi :hello
Heike (30.09.2012, 21:03):
Zu 3:
Sevi, dann sind wir jedenfalls mit unseren Vermutungen in guter Gesellschaft!
Mein Tipp (auch noch unbestätigt):
Apropos schmachten, der Komponist ist doch einer der Schmachtkönige schlechthin! Kaum zu glauben, dass dieses überall heute rauf und runter gespielte Werk bei der Uraufführung ein riesiger Misserfolg gewesen sein soll.
Heike
p.s. jetzt auch bestätigt
Fairy Queen (01.10.2012, 07:04):
Also bei Schmachtkönig muss ich sofort an Puccini denken, aber leider fällt mir dazu partout kein Matrose oder Pirat oder Kapitän zur See ein.....
Verführerische "Vienis" gibts ja von Don Giovanni bis zum Duca di Mantova reichlich...... ?( ?( ?(
F.Q.
Heike (01.10.2012, 07:38):
Liebe Fairy, da solltest du aber nochmal richtig nachdenken :)
Heike
Severina (01.10.2012, 11:10):
Liebe Fairy,

ich mag diese Oper gar nicht, da trieft mir das Schmalz zu sehr, obwohl der Titel einen anderen Brotaufstrich nahelegt :wink

lg Sevi :hello
Rideamus (01.10.2012, 11:10):
Na, das lässt sich doch schon mal hervorragend an. Deshalb folgt gleich die vierte Übungsfrage, bevor das Rätsel schwerer wird:

Hier soll eine Frau dahin kommen, wo das Publikum sie sehen kann. Oder singt der Verführer das nur um sicher zu gehen, dass sich das Fensterln lohnt?

Gesucht wird deer einzige Konsonant, der im Werktitel mehrfach vorkommt

Übrigens: leider hat es sich eingeschlichen, dass viele nur noch einen Werktitel nennen. Bitte beachtet, dass eine vollständige Antwort auch die gesuchte Musiknummer und den Lösungsbuchstaben enthalten soll. Letzteres ist ja auch zur Kontrolle für das Lösungswort nicht ganz unwichtig. Natürlich mache ich für Leute, die unterwegs sind oder Probleme haben, an Libretti zu kommen oder Texte zu erinnern, gerne eine Ausnahme, aber das sollte nicht der Normalfall werden.

:hello Rideamus
Severina (01.10.2012, 12:17):
Mein Tipp zu 4:

Eigentlich hätte ich den fensterlnden Herrn schon bei Frage 3 erwartet, denn keiner erreicht mit seinem "Vieni....." eine betörendere Sogwirkung als er. Obwohl die gesuchte Arie natürlich auch Schmettlerlinge im Bauch auslösen kann. (Wieso bin ich immer bei der falschen Frage ?( :wink?)


lg Sevi :hello
Heike (01.10.2012, 16:08):
Tipp zu 4: Wüstling!
Rideamus (01.10.2012, 19:55):
Da schon so gut wie alle alle richtigen Lösungen haben, lasse ich gleich die fünfte Frage folgen:

Manch ein Verführer verlangt nicht nur einen kurzen Weg, sondern eine längere Reise. Immerhin lädt dieser sein Opfer zu einer Bootsfahrt ein, die sie allerdings später wahrscheinlich wird abarbeiten müssen.

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens und für einen Extrapunkt der Rollenname des Verführers-

:hello Rideamus
Rideamus (02.10.2012, 07:56):
Ich ahnte ja schon, dass die Frage etwas schwerer sein würde. Dass es so schwer sein würde, überrascht mich trotzdem, weil das Musikstück, um das es geht, sehr bekannt ist.

Wenn aber Tipps gebraucht werden, helfe ich natürlich gerne. Ich biete sogar drei, von denen aber nur einer stimmt:

1) Ein Schiff wird kommen
2) Ein Schiff fährt nach Hongkong
3) Ein Schiff fährt bald nach Neu Amsterdam

:hello Rideamus
Severina (02.10.2012, 13:47):
Mir wäre lieber, wenn eine Inspiration kommt, ich bin nämlich komplett ahnungslos.... Das einzige Schiff übern großen Teich, das mir einfällt, ist das in "Manon Lescaut", aber die kann es definitiv nicht sein ?( ?( ?(
lg Sevi :hello
Rideamus (02.10.2012, 13:56):
Also, dass ausgerechnet bei dieser Frage der Tag der ganz dicken Bretter fällig ist, wundert mich schon. Ihr werdet das bestimmt auch noch tun, wenn Ihr merkt, wie leicht diese Frage eigentlich ist. Ich bin ja nur froh, dass sich die Frage immerhin schon als lösbar erwiesen hat.

Also helfe ich weiter:

Der Verführer hat hier nicht die Hauptrolle, aber eine sehr wichtige. Der weiße Stoff, mit dem er handelt, bildet einen starken Kontrast zu dem Äußeren fast aller Mitwirkenden, und der Schauplatz gebar auch einen gleichnamigen Tanz.

Jetzt aber???

:hello Rideamus
Severina (02.10.2012, 13:58):
Klingt nicht gerade nach einer Oper :(... Zum Schauplatz hätte ich zumindest eine Idee, aber ich fürchte heute muss ich noch tante Google besuchen.

lg Sevi :hello
pavel (02.10.2012, 14:23):
Da hätte sich aber Prawy gekränkt, wenn du das nicht als Oper bezeichnest.
Severina (02.10.2012, 16:01):
Nachdem jetzt hier und dort so viele Latten meinen ohnehin grippegeschädigten Brummschädel getroffen haben, hat's geklingelt.

Tipp braucht wahrscheinlich niemand mehr, drum sag ich nur, dass ich dieses Werk wirklich nicht kenne, obwohl das notwendigerweise nicht so sein müsste :wink! So und jetzt geh ich mich schämen!

lg Sevi :hello
Rideamus (02.10.2012, 16:15):
Dabei hat sogar Nikolaus Harnoncourt die4se Oper eingespielt, und das gar nicht mal schlecht.

:hello Rideamus
Fairy Queen (02.10.2012, 16:18):
Also ich liebe Sevi, weiss bei der 5 immer noch nix und schäme mich trotzdem nicht, wenn Du mir einen deiner berüchtigten Fairy-Presslufthammer-Tipps gibst. Wieso kullern hier die Fragen eigentlich diesmal so schnell hintereinander? Normalerweise hat man doch immer einen Tag Zeit pro Frage. ?( Trâgt Rideamus der allgemeinen Beschleunigungstendenz Rechnung oder haben ungeduldige Ratefreunde ihn gedrängelt?????
Was meine Tipps zu 3 und 4 angeht. Das unterschiedliche Niveau dieser beiden Verführer entspricht vollkommen dem unterschiedlichen Niveau der beiden Komponisten. Der Nummer Vier kann ich trotz aller Schurkereien einfach nicht widerstehen, während ich von den nach unserem Massstab kriminellen Aktionen der Nummer 3 Bauchweh bekomme (und von der Musik auch....) Die grösste Ungerechtigkeit ist dabei, dass Nummer 3 mit seinen Machenschaften bestens davonkommt, während Nummer 4 den Rest der Ewigkeit im zweiten Kreis der Hölle verbringen wird. Immerhin hat er da die Gesellschaft von Francesca da Riminis Schatten, die sich hoffentlich nicht durch sein unnachahmliches "vieni" von ihrem Paolo weglocken lässt.

F.Q.
Rideamus (02.10.2012, 16:23):
Liebe Fairy,

meine augenblickliche Geschwindigkeit hat zwei Gründe:

zum einen, weil alle die Fragen bis auf die letzte so schnell gelöst haben

und zum anderen, weil ich mit den Auflösungen nicht zu nahe an den Advent heran rücken will, wo ja offentlich noch ein Rätsel kommt, das nicht auf allgemeine Rätselerschöpfung treffen soll.

Der Holzhammertipp für Dich: einer der beiden Titelhelden der Oper ist schwerbehindert.

:hello Rideamus
Severina (02.10.2012, 18:14):
Original von Fairy Queen
Also ich liebe Sevi, weiss bei der 5 immer noch nix und schäme mich trotzdem nicht, wenn Du mir einen deiner berüchtigten Fairy-Presslufthammer-Tipps gibst.
F.Q.

Liebes Schwesterherz,

diesmal musste ich ja selber heftigst mit dem Presslufthammer bearbeitet werden, wie soll ich da noch hammermäßigere Tipps geben können??

Vielleicht hilft Dir ja der Hinweis, dass in dem Werk eine Jahrszeit besungen wird, die ich heuer hassen gelernt habe!

lg Sevi :hello
Fairy Queen (02.10.2012, 20:22):
Liebe Sevi, irgendwie schwant mir ja was von einem little Baby, das ich sogar schon selbst besungen habe, aber Harnoncourt und "Ein Schiff wird kommen" bringe ich damit nicht eben automatisch in Verbindung.....
Nun ja, wenn's zu leicht wird macht's dem Riddle ja keinen Spass mehr und wir kommen ausserdem vor lauter Fragen mit den Antworten nciht mehr nach. Mir ist eine Frage pro Tag jedenfalls sympathischer, vor allen Dingen wenn dann am Abend die richtigen Tipps von Sevi kommen. Und bis Advent haben wir doch noch zwei Monate Zeit. Was die Rate-Lustigkeit der ausgefuchsten Riddle-Fans hier angeht, macht ich mir absolut keine Sorgen. Die raten auch 365 Tage im Jahr! :leb
:engel
Heike (02.10.2012, 20:58):
Tipp zu 5
Liebe Fairy, diese Rolle der VErführten würdest du garantiert nicht singen, selbst wenn du es könntest. Du dürftest nämlich nicht. Jedenfalls nicht auf der Opernbühne.
Heike
Rideamus (02.10.2012, 22:28):
Nun, da es ja doch noch geklappt hat und die meisten sich durch die fünfte Frage durchgebissen haben, lasse ich gleich die sechste Frage folgen, obwohl ich fürchte, dass dass manch eine/r Teile des (deutschen) Feiertages wird mit Recherchieren verbringen müssen. Es werden aber andere sein als heute, dessen bin ich sicher, und Fairy muss mir nicht böse sein, denn ihr dürfte die Antwort diesmal besonders leicht fallen..

Zu einer ganz besonderen Reise hat auch ein großer Dichter, der Robert Gernhardt zu den "Blusen des Böhmen" inspiriert hat und öfters vertont wurde, mit verführerischer Wortmacht eingeladen. Die mehrfache Vertonung gilt auch für das erfragte Gedicht.

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponisten, der leider die Mehrzahl seiner Werke vernichtet hat, sowie für einen Extrapunkt ein Landsmann, dessen Name mit dem gesuchten Buchstaben beginnt, und der das Gedicht ebenfalls vertont hat.

:hello Rideamus
Heike (02.10.2012, 23:18):
Nr. 6
Weil eine von mir sehr geschätzte Forianerin dieses Werk mal vorgestellt hat, weiß ich, wie schön darin die Welt einschläft.
Severina (02.10.2012, 23:43):
Ja, das ist wirklich ein königliches Heimspiel! Ich warte auch noch auf die Bestätigung, bevor ich meinen Tipp abgebe.

lg Sevi :hello
Fairy Queen (03.10.2012, 08:41):
Diese Frage versöhnt mich natürlich komplett und sofort und für den Rest des Rätsels, auch wenn heute noch drei weitere Fragen kommen sollten, weil jetzt sicher Alle sofort die Lösung wissen. Wie schôn, dass meine "Bekehrungsarbeit" solche Früchte bei Heike und Sevi getragen hat :leb :engel :hello :times10
In diesem Fall ist der "Librettist" weit bekannter als der Komponist, aber Beide zusammen widerlegen die These dass man aus herausragenden Dichtungen nciht noch bessere Musikstücke machen kann. Beide Künstler dieses Werkes gehörten nicht eben zu den Sanguinikern......... :D
F.Q.
Falls mehr Tipps gebraucht werden......
Severina (03.10.2012, 10:06):
Tja, hin und wieder bin ich durchaus lernfähig :wink

So, und jetzt darf ich auch:

Während also die Hauptfrage eine glatte Vorgabe für die Feenkönigin ist, ist der zweite gesuchte Komponist ein besonderer Augenstern unseres lieben Rätselkönigs!

lg Sevi :hello

PS: Wie er erfahren habe, gibt es noch zwei andere Möglichkeiten für den Zusatzpunkt, ich lasse meinen Tipp aber trotzdem so stehen!
Rideamus (03.10.2012, 19:53):
Nachdem nunmehr alle, die regelmäßig mitmachen, auch die sechste Frage zumindest im Wesentlichen gelöst haben, gebe ich die nächste frei:

Auch faule Menschen können Versuchungen erliegen. Sie sollten allerdings aufpassen, dass sie wissen, was sie tun, damit sie nicht im Schwall des, hier wortlosen, Geschehens ertrinken.

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistenvornamens

Und hier noch die ersten sechs Buchstaben des Lösungswortes zur Kontrolle:

01 - R
02 - M
03 - N
04 - N
05 - N
06 - C

Keine Angst. Ein paar Konsonanten kommen auch noch. Nur finden die sich alle im ersten Drittel des Alphabetes, das diesmal am Schluss kommt.

:hello Riddleamus
Heike (04.10.2012, 10:15):
Tipp zu 7
Der zugrundeliegende Text ist viel bekannter als die Musik - obwohl der Text gar nicht gesungen wird. Ich kenne ihn (dank gutem Schulunterricht) immernoch auswendig.
Severina (04.10.2012, 12:15):
Danke, Heike, das war der entscheidende Hinweis :down!!

Jetzt darf ich auch:

Mit einem Staubsauger wäre das nicht passiert!

lg Sevi :hello
Rideamus (04.10.2012, 22:26):
Wir kehren zum Reisemotiv zurück, bleiben aber bei dem Vorleger der letzten Frage. In diesem Lied ist von einer eher kürzeren Reise die Rede, auf der sich jemand vor einem Verführungsversuch so sehr ängstigt, dass er sein Reiseziel nicht lebend erreicht.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Komponisten, der mit dem ersten Buchstaben des Vornamens eines anderen identisch ist, der das Stück (auch) orchestriert hat. Dessen korrekte Nennung bringt einen Extrapunkt.

:hello Rideamus
Severina (05.10.2012, 00:17):
Ich habe zwar noch keine Bestätigung vom Rätselmeister, trotzdem wage ich meinen Tipp:

Wenn ein Vater auf die Verführungskünste seiner Töchter setzt, hat der andere einen schweren Stand!

lg Severina :hello
Heike (05.10.2012, 00:26):
Tipp zu 8
Das kenne ich auch noch auswendig und ich erinnere mich gut, dass ich es als Kind extrem gruselig fand und endlos darüber nachgedacht habe. Wobei ich bis heute zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen bin, was die Deutung angeht.
Rideamus (05.10.2012, 18:54):
Und schon wieder haben fast alle die richtige Lösung, obwohl so viele mitmachen, wie schon lange nicht mehr. Da kommt wahrlich Freude auf. Machen wir also gleich weiter:

Neues Genre: Wenn man jemanden verführen will, es sich aber nicht schickt, dass man ihn bzw. sie anspricht, hilft es zuweilen, einfach so zu tun, als liebe man sich, ganz wie auf einer verruchten Bühne.

Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens. Es ist auch der letzte des Vornamens des Librettisten.

:hello Rideamus
Severina (05.10.2012, 22:42):
Tipp für Nr.9:

Unseres Rätselmeisters offensichtliche Vorliebe für ein spezielles Fortbewegungsmittel schlägt sich auch in dieser Frage nieder!

lg Severina :hello
Heike (06.10.2012, 11:37):
9
Die Vorliebe unseres Rätselmeisters für diese Gattung versucht er seit Jahren geduldig mit uns zu teilen. We should believe him!
Severina (06.10.2012, 12:16):
Bei diesem Stück tu ich das sogar, denn obwohl der speziellen Gattung an sich nicht sehr gewogen, kenne ich es dank der Verfilmung, bei der ich als Jugendliche immer Rotz und Wasser geheult habe, sehr gut. Daher schaffte ich die Lösung auf Anhieb, ohne dass ganze Wälder zur Erzeugung von Holzlatten und Holzhämmern gerodet werden mussten, wie normalerweise bei mir, wenn's um ein .......... geht :wink

lg Sevi :hello
Rideamus (06.10.2012, 19:42):
Was ein rechter Verführer sein will, der sorge dafür, dass sein Opfer mit ihm in eine abgelegene Laube geht und dort sein Blut so richtig in Wallung gerät. Wer rät, warum beides hier wichtig ist?

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Komponistenvornamens (der dritte von hinten ginge auch)

:hello Rideamus
Severina (06.10.2012, 22:33):
Mein Tipp zu 10:

Die Diät des Verführers ist recht einseitig, aber zumindest für ihn nicht ungesund!

lg Sevi :hello
Heike (07.10.2012, 01:18):
10
! mir graut's vor dir!
Rideamus (07.10.2012, 14:22):
Und wieder sind schon fast alle mit richtigen Lösungen dabei, so dass ich ihnen helfen kann, den über weite Landstriche verregneten Sonntag sinnvoll mit der Lösung der Frage 11 zu verbringen.

Vorgesetzte, die ihre Untergebenen verführen wollen, haben es auch nicht immer leicht, denn sie dürfen sich keinesfalls kompromittieren. Hier bringt die Tugendhaftigkeit einer zu verführenden Person eine vorgesetzte Person fast zur Verzweiflung. Dabei hätte sie wissen können, dass in der Umgebung von Leuten mit solchen Vornamen sogar Jungfrauengeburten möglich sind.

Gesucht werden der zweite Buchstabe des Komponistenvornamens und das Accessoire, wegen dem die Vorgesetzte auch historischen Ignoranten bekannt ist, obwohl sie es wohl nie getragen hat.

:hello Rideamus
Heike (07.10.2012, 23:58):
11
Auch hier handelt es sich um eine Gattung, die unser lieber Rätselmeister mit bemerkenswerter Geduld immer wieder vorstellt. Ohne die Tipps auf Capriccio hätte ich das nie rausgekriegt.
Ich kenne von dem Werk nur die gesuchte Nummer, genaugesagt auch davon nur die ersten zwei Zeilen. Es wird da behauptet, dass eine gewisse Zärtlichkeit fast lautlos zu machen ginge.
Heike
Severina (08.10.2012, 00:02):
Tipp zu 11:
Zu dieser Frage wollte mir erst gar nichts einfallen, ja sie hat mir sogar äußerst missfallen, bis dann endlich der Groschen gefallen ist und ich mir den Beifall unseres Rätselmeisters sichern konnte. Also wäre der Fall gelöst und ich kann den gefallenen Groschen in meine Beuteltasche stecken!

lg Sevi :hello
Rideamus (08.10.2012, 09:09):
Nachdem schon wieder fast alle Aktiven auf Stand sind und alle Frage richtig gelöst haben, beginne ich jetzt schon die neue Woche mit der letzten Frage der ersten Hälfte des Rätsels:

Eine andere Methode von Vorgesetzten ist die indirekte Verführung. Man muss nur so tun, als ob der eigene Antrag der einer anderen sei, den es auszurichten gilt. Natürlich gelingt auch die nicht immer.

Gesucht wird der Titel der Heldin sowie der letzte Buchstabe des Komponisten dieser säbelrasselnden Vorgesetzten

:hello Rideamus
Heike (08.10.2012, 17:09):
12
wir bleiben im Genre der Vorfrage, und einen Adelstitel im Titel gibt es auch wieder.
Heike
Severina (08.10.2012, 17:25):
Tipp zu 12:

Wenn Amor die Karriereleiter hält, macht's "Bumm", und schon ist man General!

lg Sevi :hello
Rideamus (08.10.2012, 23:58):
Und weiter geht es - endlich wieder mit einer leichten Frage zur Oper:

Beim Verführen hilft es natürlich, wenn man besonders attraktiv ist. Wie schön, dass es Leute gibt, die einem die nötigen Ingredienzen, sich so zu fühlen, auch verkaufen und dazu verführen können, dafür sein letztes Geld zu opfern.

Gesucht werden der Name und das Auftrittslied dieses billigen Jakobs und der letzte Buchstabe seines Komponisten

:hello Rideamus
Rideamus (09.10.2012, 05:18):
Nachdem die Hälfte der Fragen geschafft ist, liefere ich noch die nächsten sechs Buchstaben des Lösungwortes nach. Inzwischen gibt es ja auch schon den einen oder anderen Vokal, der vielleicht auf die Sprünge hilft. :W

01 - R
02 - M
03 - N
04 - N
05 - N
06 - C
07 - L
08 - H
09 - R
10 - I
11 - E
12 - H

Ein Geheimtipp: ein Wort liegt schon komplett vor, und damit ist der Rest nicht mehr schwer, oder? :ignore

:hello Rideamus
Heike (09.10.2012, 10:31):
13
Das sehe ich mir am Sonnabend im Kino an.
Heike
Severina (09.10.2012, 15:51):
Tipp zu 13:

Ein Ex-Traumpaar der Oper hat mit diesem Stück in Wien für Begeisterungsstürme gesorgt. Bei mir allerdings nur halb...

lg Sevi :hello
Rideamus (09.10.2012, 22:28):
Dient es eigentlich der Verführung oder der Selbstbestätigung, wenn man dem Objekt der Begierde versichert, wie schön es sei? Wenn, wie hier, jemand zuhört, dient es jedenfalls meist der nahen Tragödie.

Gesucht werden die vier Beteiligten dieser Liebeserklärung und der letzte Buchstabe ihres Komponisten

:hello Rideamus
Severina (09.10.2012, 23:13):
Mein Tipp:

So mancher Student hat's faustdick hinter den Ohren....

lg Sevi :hello
Heike (10.10.2012, 07:55):
14
Bei diesem Komponisten führen Verfluchungen öfter zur Tragik.
Rideamus (10.10.2012, 19:27):
Kommen wir zu einem der größten Verführer überhaupt, auch wenn der hier nur teilweise im Zentrum steht:

"Ich will doch nur Händchen halten und Dein Gesicht bewundern". So fängt manche Verführung an. Pustekuchen. Die hier hat besonders schlimme Folgen, was die Musik dazu nicht ahnen lässt.

Gesucht werden der vorletzte Buchstabe des Komponistenvornamens und für einen Extrapunkt das goldige Objekt der Versuchung, das in einer berühmten Arie des gleichen Werkes besungen wird.

:hello Rideamus
Severina (11.10.2012, 00:05):
Mein Tipp zu 15:

An allem ist nur der Jugendwahn Schuld!

lg Sevi :hello
Heike (11.10.2012, 07:50):
15
Bibi Blocksberg spielt nicht mit, aber ihre Lieblingsnacht.
Rideamus (11.10.2012, 20:04):
Manchmal braucht ein ungeübter Verführer Nachhilfe von jemandem, der es ihm vormacht, und so kommt es zu dieser doppelten Verführung, bei der beide Male nicht klar ist, wer hier wen mehr begehrt.

:hello Gesucht wird der mittlere Buchstabe des Komponistennamens
Severina (12.10.2012, 02:07):
Mein Tipp zu 16:

Aber nur ein Schmetterling geht ins Netz, obwohl zwei ausgeworfen werden! Der andere spielt den Frauenversteher und riecht den Braten!

lg Severina :hello
Heike (12.10.2012, 12:24):
16
Der Komponist hat sich nachts mit zwei anderen Komponisten auf einem Bahnhof darüber unterhalten, wie unkomfortabel man in der Eisenbahn schläft (nachdem sie eine Opern- Aufführung eines anderen Komponisten besucht hatten, dessen Werke bekanntlich immer sehr lange dauern).
Rideamus (12.10.2012, 19:50):
Den Seinen gibt's nicht nur der Herr im Schlaf. Auch gewiefte Verführer lassen ihr Opfer sich das Objekt ihrer Begierde erträumen. Natürlich verfügt nicht jeder über solche Helfer.

Gesucht werden der zweite Buchstabe des Komponistennamens und für einen Extrapunkt der Komponist, der rund hundert Jahre später fast das gleiche musikalische Motiv zur Illustration des Immergleichen einsetzte.

:hello Rideamus
Severina (12.10.2012, 20:05):
Mein Tipp zu 17 (Vielleicht braucht Ihr den ja garnicht mehr, dank meiner Schusseligkeit :wink)

"Wer reitet so spät durch Nacht und Wind" hatten wir schon, würde hier musikalisch aber auch passen. Und auch hier gelingt die beabsichtigte (irdische) Rettung nicht. Bei der Zusatzfrage dreht sich hoffentlich niemand im Kreis!

lg Sevi :hello
Heike (12.10.2012, 23:56):
17
Mit Ungarn hat das gar nichts zu tun.
Rideamus (13.10.2012, 22:19):
Nun hat es ja doch bei den meisten geschnackelt, dass ein Faust-Kampf fast immer über mehrere Runden geht. Nun folgt noch eine vierte, die K.O.- Runde dieses Themas. Versprochen.

Apropos Helfer. Entgegen der Meinung vieler hat es der Teufel nicht besonders auf Schwule abgesehen. Deswegen braucht er die Unterstützung attraktiver Frauen, zum Beispiel von dieser, die immer bekommt, was sie will. Wie das geht? Ein bisschen Grips und etwas Talent - mit der Betonung auf Letzterem. Da könnten selbst Leistungssportler weich werden.

Gesucht wird der erste Buchstabe des Komponistennamens.

:hello Rideamus
Rideamus (14.10.2012, 04:47):
Die ersten Reaktionen bestätigen meine Befürchtung, dass dies wirklich eine K.O.-Runde werden könnte. Ganz so schwer soll es aber doch nicht sein, deshalb fasse ich mal zu einer Sammlung von Wegweisern zusammen, was über das erfragte Werk schon bekannt sein könnte:

1. Spitzensportler sind in Oper und Operette ziemlich selten. Es geht also wahrscheinlich um eine andere, von den meisten hier gerne ignorierte Gattung. Die (selten gespielte) deutsche Fassung änderte die Sportart.

2. Schwule spielen hier keine Rolle. Der Teufel und eine schöne Assistentin aber schon.

3. Bei solchen Fragen pflege ich meist eine populäre Textzeile zu übersetzen.

4. Alle meine Fragen können mit Clips in YouTube illustriert werden.

5. Eine neue Information: der Teufel ist keine Schlange. Also hat er hier keinen Apfel, aber dank dieser Frucht hat er denselben Anfangsbuchstaben wie sein Komponist. Er heißt hier also nicht Mephisto.

Vielleicht hilft das

:hello Rideamus
Rideamus (14.10.2012, 10:00):
Noch ein HInweis, mit Dank an Quasimodo vom anderen Forum:

Die (übrigens erfolglose!) Verführerin hat den gleichen Vornamen wie Frau Professor Rath. ...
... und es ist auch der Künstlervorname einer Tänzerin, die in der Münchener Schönheitengalerie verewigt wurde und später am Broadway in ihrer eigenen Lebensgeschichte auftrat.

Auch diese .... hat meistens bekommen, was sie wollte.

Der gesuchte Werktitel findet sich heute eher auf den Sportseiten des Herstellungslandes

:hello Rideamus
Heike (14.10.2012, 11:01):
18
Der eine (gesuchte) Komponist hat den gleichen Nachnamen wie ein früher, sehr bekannter Schüler Sigmund Freuds. Der andere heißt mit Nachnamen sio wie ein sehr bekannter Tastenvirtuose, der leider viel zu früh starb.
Severina (14.10.2012, 13:35):
18

Das war für mich die schwierigste Frage, was wohl auch daran liegt, dass mich selten das Fieber packt, wenn etwas Rundes ins Eckige muss :wink!

lg Sevi :hello
Rideamus (14.10.2012, 13:58):
Die aufmerksame Ratefreundin Heike und andere haben mich zu Recht darauf aufmerksam gemacht, dass meine Frage ein Problem aufwirft. Wir haben es hier nämlich mit einem der seltenen Phänomene zu tun, bei dem zwei Leute gleichberechtigt an Text und Musik gearbeitet haben, also nicht einer der Texter und der andere der Komponist war.

Ich muss meine Suchaufgabe also dahingehend präzisieren, dass der Anfangsbuchstabe des Komponistennamens gesucht wird, der weiter vorne im Alphabet Kommt.

Sorry

:hello Riddleamus

PS: Sevis Rundes im Eckigen trifft natürlich nur auf die, selten gespielte, deutsche Fassung zu. Das kennzeichnende Spielgerät des Originals ist eher bei Gangstern beliebt.
Rideamus (14.10.2012, 19:08):
Manchmal versuchen VerführerInnen auch, eine abgelegte Liebe wiederzubeleben. In dem Fall schützt Frömmigkeit nicht unbedingt vor dem Erfolg der Bemühungen

Gesucht wird der dritte Buchstabe im Namen des Autoren der literarischen Vorlage

:hello Rideamus
Severina (14.10.2012, 19:53):
Tipp 19:
Noch selten ist ein Möbelstück herzzerreißender besungen worden!

lg Sevi :hello
Heike (14.10.2012, 20:01):
19
Es gibt davon eine DVD für Fans von Anna und Rolando.
Rideamus (15.10.2012, 11:56):
Die nächsten sechs Buchstaben sind geschafft, sogar der besonders schwierige 18. Hier kommen die ersten drei Viertel, die bereits gelöst sind:

01 - R
02 - M
03 - N
04 - N
05 - N
06 - C
07 - L
08 - H
09 - R
10 - I
11 - E
12 - H
13 - I
14 - I
15 - E
16 - I
17 - E
18 - A

Damit sollte es eigentlich möglich sein, das Lösungswort zu finden, was bereits drei Mitrater geschafft haben.

:hello Rideamus
Rideamus (15.10.2012, 19:19):
Eine unschuldige Bitte wie die, dass der verführte Geliebte noch nicht gehen möge, hat schon Menschen das Leben und vermeintliche Thronfolger die Zukunft gekostet. So auch hier, wo man sich allerdings fragen muss, wer hier Verführer/in und wer Verführte(r) ist.

Gesucht wird der fünfte Buchstabe des Komponistenvornamens

:hello Rideamus
Heike (16.10.2012, 07:50):
20
Auch bei Händel kommt die Titelheldin in einer bekannten Oper vor - allerdings ist dessen Oper nach der Mutter des Verführten benannt.

Damit sollte es eigentlich möglich sein, das Lösungswort zu finden
Ich hab keine Ahnung bisher, Sevi??? ?(
Rideamus (16.10.2012, 09:05):
Original von Heike

Damit sollte es eigentlich möglich sein, das Lösungswort zu finden
Ich hab keine Ahnung bisher, Sevi??? ?(

Sevi ist leider schon wieder auf dem Land, hat das Lösungswort aber noch gefunden gehabt. Hier ein Tipp dazu von mir, bzw. eine Erinnerung:

Es geht um einen klassischen Satz eines bekannten Verführers, der uns schon begegnet ist, auf deutsch

:hello Rideamus
Rideamus (16.10.2012, 09:57):
Manche Komponisten und LIbrettisten sind besonders gemein. So lässt hier einer die Verführung vor den Augen des Gehörnten nachspielen. Dass das nicht unbedingt zum Lachen ist, kann man dem Titel des Werkes allerdings nicht entnehmen.

Gesucht wird der viertletzte Buchstabe des in dem Stück zu verführenden Täubchens.

:hello Rideamus
Heike (16.10.2012, 10:55):
Danke lieber Rätselmeister!

Tipp zum Lösungswort:
Dem besagten Lösungswort folgt eine Einladung auf ein herrschaftliches Anwesen.
Heike (16.10.2012, 17:52):
21
Und am Ende ist die Komödie aus.
Rideamus (16.10.2012, 18:11):
Und schon wieder sind fast alle Aktiven auf Stand, so dasswir im alten Rhythmus weitermachen können.

Verführerische Gesänge müssen nicht mit Sex zu tun haben. Jedenfalls gehen wir in diesem, trotz allem jugendfreien, Rätsel davon aus, dass Variationen von Sadomasochismen hier nichts zu suchen haben. Es geht ja nur um die höfliche Bitte, sich zu setzen und sich damit ein außergewöhnliches Vergnügen zu gönnen.

Gesucht wird der Doppelkonsonant im Vornamen des Komponisten

:hello Rideamus
Heike (16.10.2012, 23:48):
22
Die Kozena hat in Berlin die Hosenrolle phantastisch gesungen und gespielt.
Rideamus (17.10.2012, 17:12):
Jetzt haben fast alle fast alles geschafft. Also kann es gleich weiter gehen.

Fast jeder kennt das Lied über eine der klassischen und tödlichsten Verführerinnen. Weniger bekannt ist, dass derselbe Text von (mindestens) drei sehr verschiedenen Klaviervirtuosen vertont wurde und auch eine Oper inspirierte.

Für je einen Punkt gesucht sind die Virtuosen und der Komponist der Oper sowie für das Lösungswort der vorletzte Buchstabe der Verführerin

:hello Riddleamus
Heike (17.10.2012, 17:58):
23
Auch Schostakowitsch hat die Jungfrau in eine seiner Sinfonien eingehen lassen, allerdings mit einem anderen Text.
Severina (17.10.2012, 22:55):
Ich melde mich aus der Provinz, um ganz schnell meine Tipps abzugeben, auch wenn sie wahrscheinlich keiner mehr braucht:

20: Dieser Werk wird meist in einem Zyklus mit zwei anderen gesehen!

21: Neben Otello ist das für mich die Eifersuchtstragödie schlechthin, in beiden lieferte Placido Domingo auch in Verfilmungen packende Rollenporträts!

22: Für dieses Werk war unser lieber Rätselmeister schon oft missionarisch tätig!

23: Ein deutscher Dichter, der eher durch seine Kinderbücher bekannt ist, hinterfragt in einem Gedicht die Sinnhaftigkeit einer sportlichen Übung auf dem Schauplatz des gesuchten Werkes!

lg Severina :hello
Rideamus (18.10.2012, 20:03):
Da wieder fast alle im Gleichschritt fast gleichauf sind, kommt jetzt noch eine Stichfrage mit vielen möglichen Extrapunkten:

Ein großer Verführer hat zwei gleichnamige, aber sehr verschiedene Orchesterkompositionen inspiriert. Eines wird gern getanzt, das andere ist die Komposition eines Gedichtes. Und dann gibt es noch eine Zarzuela. Mindestens.

Gesucht für je einen Punkt sind die Komponisten der beiden Stücke und deren Gattungsbezeichnung sowie für das Lösungswort der erste Buchstabe des gewöhnlich benutzten Namens des Verführers, der in einer berühmten Legende vom Blitz getroffen wird, wie in einer Zarzuela berichtet wird. Ganz Schlaue können sich noch bis zu fünf Extrapunkte für die Nennung von Titel und Komponisten dieser Legende sowie weiterer Vertonungen um diesen Verführer ergattern.

:hello Riddleamus
Heike (19.10.2012, 00:02):
Lieber Rideamus,
wie lange haben wir Zeit ;-) :hello
Ich bin morgen den ganzen Tag unterwegs und jetzt zu müde für die ganzen Zusatzpunkte, aber es kommt ganz sicher noch eine Antwort von mir - also bitte nicht wundern!
Heike
Heike (20.10.2012, 00:53):
24
Der Ordnung halber nun auch noch der letzte Tipp:
Der spanische König soll ja seinem ersten Vornamen auch alle Ehre machen bzw, gemacht haben, so sagt man.

:cool
Heike
Severina (21.10.2012, 20:50):
Meine letzten Tipps fehlen auch noch, obwohl sie jetzt sicher niemand mehr braucht:

24: Der gesuchte Schwerenöter wurde in disem Rätsel schon einmal beim Fensterln ertappt!

Und zum Lösungswort:

Und wieder bewahrheitet es sich, dass man niemandem den kleinen Finger reichen soll, denn ........

lg Sevi :hello
Rideamus (22.10.2012, 09:32):
Ich bedanke mich für Eure Danksagungen und das ungeheure Interesse für dieses Rätsel, das schon am Ende der Fragerunde in den beiden Foren mehr als 9.700 mal angeklickt worden ist. Das ist eindeutig der Rekordzahl an Teilnehmern und wunderbaren Tipps zu verdanken, für die Ihr alleine verantwortlich seid. Dafür habe ich zu danken. Noch aber ist das Rätsel ja gar nicht zu Ende, denn es frjörm ja noch die Auflösungen. Die kommen, wie angedroht, jetzt schon, damit sie nicht zu dicht an die Adventszeit geraten, wenn hoffentlich das traditionelle Weihnachtsrätsel kommt.

Bei den Auslösungen gibt es weniger Spielregeln als meinen notorischen Wunsch, mich dabei nicht ganz alleine zu lassen und nach Herzenslust zu kommentieren, eigene Lieblingsaufnahmen vorzustellen etc. Wer noch Punkte sammeln will, kann dies bei jeder Frage tun, die hier noch nicht aufgelöst wurde. Bei der Frage 1 ist das aber ab sofort nicht mehr möglich. Die nächste Auflösung folgt vielleicht schon heute abend. Nachzügler bei den frühen Fragen müssen sich also ein wenig beeilen.

Nun zur

Lösung der Frage 1:

Wenn jemand einen Vogel haben will und deshalb einen pinken Baum ansingt, dann kann es sich nur um einen Tenor handeln. Aber seine Verführung klappt, jedenfalls beinahe. Trotzdem landet er in einem Käfig und beileibe keinem goldenen.

Gesucht werden wie immer das angesprochene Werk und Lied sowie der dritte Buchstabe des Komponistennamens und für einen Extrapunkt der Name des angesungenen Baums.

Tipps

Nicht nur rosa Bäume, auch flatterhafte Wesen im wahrsten und übertragenen Sinn des Wortes spielen gewichtige Rollen! – Severina

Der Käfig ist, wenn man seinem Betreiber glauben kann, ein Vogelhaus. - Pavel

Auch ein Teichbewohner treibt hier sein Unwesen, allerdings lebt er nicht von herkömmlichem Gewässer... – Hyacinth

Der Tenor hat namentlich etwas mit einem bekannten Verdi-Helden gemeinsam. Es hat den Anschein, als käme er mit seinen Wünschen nach dem Fallen des Schlußvorhangs doch noch ans Ziel. – Waldi

Und der Komponist passt so irgendwie zum Stücktitel und zum Bariton.... – Alviano

Obwohl die Uraufführung mitten in eine Wirtschaftskrise fiel, ist Schwermut diesem Stück völlig fremd. – calisto

Beruflich hat der Tenor was mit einem (Anti-)Helden Mozarts und Rossinis gemeinsam. – Quasimodo

Werk Nr. 1 beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Auswirkungen ein und derselben Musik auf verschiedene Bevölkerungsgruppen (Privatiersgattinnen und Gefängniswärter) und darf somit als eine psychologische Vorstudie zu den Bemühungen, jugendliche Subkulturgruppen mittels klassischer Musikbeschallung von öffentlichen Räumen fernzuhalten, gelten. - Areios

Die Heldin aus Nummer 2 ist alles andere als eine Unschuld vom Lande und hat daher mit einer Dame aus Nummer 1 wenig gemeinsam. Strategisch ausgearbeitete Raffinesse wird zwar in beiden Fällen vom weiblichen Geschlecht angewendet, um eitle und verblendete Herrlichkeiten in ihre Schranken zu weisen, aber die Haupt- Dame aus Nummer 2 geht dabei deutlich brutaler vor- was ihrer archaischeren Herkunft ziemlich gemäß ist. – Fairy Queen

Die Uraufführungen der Werke 1 und 2 liegen keine vier Jahre auseinander. – Gurnemanz

Zu 1. kann man eigentlich nur sagen: der Vogel hat hat ganz schön was am Sträußchen mit dem komischen Frosch. – Maggie

Alle Baumschulen führen diesen Artikel nicht, noch dazu in solcher Farbe. – Oper 337

Diese Vogelart zu füttern ist inzwischen in vielen Städten verboten – Athene

Die Taube ist sehr heimatverbunden und bringt dies in einem durchaus mitreißend zu nennenden gesungenen Tanz ihres Heimatlandes zum Ausdruck, der aber nichts mit Vögeln oder ihrer Farbe zu tun hat. – Archaeopterix

Aufbewahrungsmöglichkeiten für Preziosen gibt's viele. Manchmal allerdings ist ein Dekolleté die beste... – Amelia Grimaldi

Hier geht es um "Bäume" und "Vögel" und "Weinreben", aber das Stück spielt keineswegs in ländlicher Gegend oder Gott Bacchus würde höchst persönlich auftreten – Teresa Cellini

Der im Rätsel genannte "Vogel" führt nur scheinbar zum Werktitel, denn in Tat und Wahrheit geht es um ein Säugetier. Fliegen kann es trotzdem – Mauerblümchen

Die Lösung:
Johann Strauß II: Die Fledermaus - Täubchen, das entflattert ist
Lösungsbuchstabe: R
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=1HAMrwEfB40



Wenn jemand eine rosa Linde als einen Vogel bezeichnet, den er gerne wieder hätte, dann kann es sich doch nur um eine Operette handeln, und das habt Ihr ja auch alle sehr schnell erkannt, selbst wenn manche erst einmal stutzen mussten, welcher pinke Baum wohl gemeint sein konnte. Den Scherz verdanke ich übrigens Otto Schenk, der in der schönen Aufnahme von Karl Böhm als Frosch die Rosalinde als grüne Buche vorstellt. Meiner notorischen Vorliebe für Kalauer habe ich also gleich in meiner ersten Frage gefrönt.

Vor einiger Zeit habe ich mal dargelegt, warum ich DIE FLEDERMAUS für eine sehr enge Verwandte von Offenbachs LA VIE PARISIENNE halte, und an diese Verbindung möchte ich gerade beim Thema Verführung gerne noch einmal anknüpfen.

Bekanntlich beruht das französische Vaudeville von der Rache der Fledermaus auf einem alten Berliner Schwank von Roderich Benedix mit dem Titel "Das Gefängnis". Dieser sehr zeitgenössische, berlinische Schwank (Gefängnisse und Karzer waren seltsamerweise Lieblingstopoi der preußischen Komödie) wurde dann von Ludovic Halévy und Henri Meilhac in ein ebenfalls zeitgenössisches, nur eben in Paris angesiedeltes Vaudeville mit dem Titel "Le reveillon / Die Neujahrsnacht" umgearbeitet. Halévy und Meilhac waren, wer wüsste es nicht, auch die Librettisten von Offenbachs Meisteroperette LA VIE PARISIENNE, in der diverse Damen und Herren der Möchtegern-Hautebourgeoisie alles Mögliche unternehmen um heimlich Seitensprünge begehen zu können, an denen sie nur durch Zufall und die eigene Arroganz immer wieder gehindert werden. Kommt einem das nicht bekannt vor?

Als sich der geborene Danziger Richard Genée und der Königsberger Karl Haffner (beides also geborene Preußen) dieses Stoffes annahmen und in das zeitgenössische Wien verlagerten um daraus DIE FLEDERMAUS zu machen, waren also keinerlei Voraussetzungen gegeben, dass ausgerechnet dieses Stück zur Wiener Operette schlechthin werden sollte. Mit ihrer gegenwartsnahen Thematik und (damals noch) durchaus giftigen Gesellschaftssatire war der Stoff nämlich weiter von Strauß' anderen Operetten mit ihren bunten historischen und märchenhaften Versatzstücken entfernt als irgendeiner seiner anderen Stoffe (WIENER BLUT stammt bezeichnenderweise nicht von ihm selbst). Selbst die Zigeunerfolklore wird hier ziemlich krampfhaft importiert.

Strauß selbst scheint gespürt zu haben, wie wenig ihm dieser Stoff eigentlich lag, erwies sich dadurch aber auch selbstkritischer als je zuvor und inspirierter als jemals wieder in dieser Konzentration. Selbst der scheinbare Abrutscher in die Sentimentalität (Brüderlein und Schwesterlein ... Dulidu) trieft dermaßen von Ironie, dass man eigentlich nur noch lachen kann - und nur noch weinen möchte, wenn man immer wieder auf Interpretationen stößt, in denen das völlig ungebrochen auf blanke Schönheit hin ausgebreitet wird, wie etwa von Herbert von Karajan und in anderen hochkarätigen Aufnahmen, die dem historischen Fehler aufsitzen, der wegen ihrer überragenden musikalischen Qualität leider schon früh mit der FLEDERMAUS gleichgesetzt wurde. Ich nenne ihn mal die Erhebung zur Galaoperette, die sich nur noch in Champagnerlaune ergötzt, das Stück nicht kostbar genug fassen kann und möglichst auch noch mit Starauftritten und Fremdkörpern ausstopft. Das mag für eine einmalige Sylvesterfeier ja noch akzeptabel sein. Als authentische Wiedergabe der Operette selbst aber ist es ein blankes Missverständnis, das keineswegs dadurch aufgebessert wird, dass man der Komik des Stückes misstraut und sie künstlich aufzupeppen versucht, wie das besonders Otto Schenk so gerne tat. Zugegeben: man kann, ja muss manchmal lachen, aber die Nachwirkung ist ähnlich schal wie die Erinnerung an Jahre alte Karnevalsscherze oder eben abgestandener Champagner.

Von daher überrascht es nicht, dass meine Lieblingsaufnahme zwar eine urwienerische ist, das Stück aber ernster nimmt als eine Gala. Ich meine nämlich die Aufnahme unter der Leitung von Clemens Krauss mit einer unübertrefflichen Hilde Güden als Rosalinde und einer gleichfalls nicht mehr überbotenen Wilma Lipp als Adele.



Lediglich die etwas topfige Tonqualität und das in meinen Ohren nicht berauschende, aber durchaus rollendeckende Timbre von Julius Patzak, erzwingen leichte Einschränkungen. Ansonsten aber wird hier nichts Anderes getan als einfach nur optimal musiziert - ohne überzogenes Lokalkolorit und "Wiener" Schmäh, welcher gerade dieser Operette überhaupt nicht so angeboren ist wie die Wiener Tradition so gerne meint. In dieser Qualität hat die Einspielung sehr viel gemein mit, z. B. der (aus heutiger Sicht) schmucklosen Aufnahme des ORPHÉE AUX ENFERS von René Leibowitz. Indem sie sich auf die Stärken der jeweiligen Stückes konzentrieren, legen sie deren ureigenen Witz frei, statt ihn mit Marketingmaßnahmen und imposanten Klangteppichen zuzukleistern.

Dies gilt mehr oder minder für alle DVDs, einschließlich der von Carlos Kleiber. Er beweist zwar (auch in seiner Schallplattenaufnahme mit dem unsäglichen Ivan Rebroff), wie sehr DIE FLEDERMAUS von einem hervorragenden Dirigenten profitiert, belegt aber auch, dass es damit nicht getan ist, wenn die Besetzung nicht stimmt, wenn also zum Beispiel der Alfred ein zu edler Tenor ist (Rosalinde müsste nämlich schon dadurch dekuvriert werden, dass sie bei dem Distonieren eines Provinztenors schwach wird), der Eisenstein vom Kleinbürger zum Donnergott à la Eberhard Wächter empor wächst oder die Adele bereits als die spätere Starschauspielerin über die Rampe kommt, zu der sie - in köstlicher Manier - später Curt Goetz in seinem "Das Haus in Montevideo" weiter gedacht hat.

Man muss ja nicht so radikal gegen die Musik vorgehen und auch noch das Buch neu schreiben wie Hans Neuenfels vor bald zehn Jahren in Salzburg, aber sein gedanklicher Ansatz war gar nicht so falsch. DIE FLEDERMAUS ist nämlich überhaupt kein Galastück für vornehme Leute, sondern, ganz im Sinne einer LA VIE VIENNOISE, eine Satire auf bigottes und herzlich geschmackloses Kleinbürgertum, das in dem Talmiprinzen Orlovsky mit der gleichen Berechtigung einen vornehmen Adeligen vermutet wie die "Gala"-Leser/Innen einen Star in der Lebensabschnittsgefährtin eines Fußballpromis.

Aber vielleicht seid Ihr da anderer Meinung und habt ganz andere Lieblingsaufnahmen.

:hello Rideamus
Severina (22.10.2012, 19:14):
Lieber Rideamus,

als Wienerin bin ich ein wenig Fledermaus-geschädigt - kein Silvester "ohne" , daher war meine Sehnsucht nach Tonträgern bisher eher gering. CD besitze ich gar keine, DVD eine einzige, mit der ich aber sehr zufrieden bin: Es ist die Böhm-Aufnahme von 1972 mit Eberhard Waechter, Gundula Janowitz, Erich Kunz (Der beste Frank forever!), Wolfgang Windgassen, Waldemar Kmentt, Heinz Holecek und Renate Holm.

Sollte sie einmal billig angeboten werden, könnte mich eventuell noch die Züricher Produktion mit Rodney Gilfry und Noemi Nadelmann reizen, die ich live recht vergnüglich gefunden habe.

lg Sevi :hello
Rideamus (22.10.2012, 22:52):
Zu den bewährtesten Tricks von Verführerinnen gehört es, die Stimme des Begehrten zu loben, denn das glaubt der fast immer. So leicht schwindet Manneskraft

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Komponistenvornamens

Tipps
Der Barbier von Gaza – Pavel

Kleine Korrektur: Die Barbiererin (oder wie man da sagt) von Gaza – Waldi

Die betreffende Arie der Barbierin (oder Barbeuse?) steht in derrselben Tonart wie ein sehr kurzer Walzer eines berühmten polnischen Klaviermusik-Komponisten, der diese Kürze auch in seinem Namen trägt - Archaeopterix

Eine wirklich haarige Frage, man darf aber nicht in der Suppe suchen! – Severina

Vom Antlitz des Herrn Dürer bis zu jenem eines berühmten "The King and I" Darstellers ist es manchmal nur ein kleiner Schnitt – Alviano

Werk Nr. 2 handelt von den tragischen Auswirkungen von als negativ empfundenen Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes auf das Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und die mentale Verfassung des Betroffenen und mag daher die heute moderne wissenschaftliche Beschäftigung mit Alterungsprozessen vorwegnehmen (wenngleich dieser Prozess im Werk durch Amputation künstlich herbeigeführt wird) – Areios

Die Uraufführungen der Werke 1 und 2 liegen keine vier Jahre auseinander – Gurnemanz

Die 2. Frage hat etwas mit tänzerischer Kriegslist zu tun - Maggie

Die Heldin aus Nummer 2 ist alles andere als eine Unschuld vom Lande und hat daher mit einer Dame aus Nummer 1 wenig gemeinsam. Strategisch ausgearbeitete Raffinesse wird zwar in beiden Fällen vom weiblichen Geschlecht angewendet, um eitle und verblendete Herrlichkeiten in ihre Schranken zu weisen, aber die Haupt - Dame aus Nummer 2 geht dabei deutlich brutaler vor - was ihrer archaischeren Herkunft ziemlich gemäß ist – Fairy Queen

Wer denkt, er/sie/es sei ein Ableger der Beatles ist nicht ganz auf der richtigen Spur – Oper 337

Noch archaischer geht es in einem anderen Werk des Komponisten zu, denn dort treten auch Fossilien auf. – Athene

Der Held wendet sich vor seinem Ende Säulen zu. Er ist aber kein Säulenheiliger - Calisto

Im Gegensatz zu Sean Connery wäre dem Herrn im Werk auch mit Ersatzteil nicht mehr zu helfen... – Amelia Grimaldi

Die gängige deutsche Übersetzung ist übrigens sehr frei, hier wird die Stimme nicht erwähnt.
Abgesehen davon hätte sich der Verführte einiges erspart, wenn er den Ratschlag berücksichtigt hätte: "Pass auf deine Haare auf." – Teresa Cellini

Erfahre gerade, daß ich gar keinen Tip zu der verführerischen TempelhuFriseuse aus Frage 2 abgegeben habe - hiermit nachgeholt! - Quasimodo

Bei dem Komponisten kommt ein komischer Buchstabe vor, den Rideamus allerdings nicht erfragt hat. Diesen Buchstaben enthält auch eine Automarke aus des Tonsetzers Land – Gurnemanz

Der gesuchte Komponistenvorname passt zu Tee ebenso gut wie zu Thronfolgerzweitfrauen. Trotzdem war er kein Engländer – Mauerblümchen

Die Lösung:
Camille Saint-Saëns: SAMSON ET DALILA – Mon coeur s’ouvre à ta voix
Lösungsbuchstabe: M
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=KPET4RAe6yQ

Bei einem Rätsel über Verführer aller Art durfte die archetypische Verführerin so wenig fehlen, dass ich sie gleich zu Beginn abfragen wollte, denn sonst wäre sie wohl immer wieder zu Unrecht vorgeschlagen worden. Tatsächlich gibt es wohl wenige biblische Figuren, die sich so tief in das Unterbewusstsein der Männschen eingegraben haben, wie man heute noch daran erkennen kann, dass die Eitelkeit der meisten Männer ganz besonders ihrem Haupthaar gilt. (Anderes bekommt man ja auch eher nur ausnahmsweise zu sehen, hätte unser Opernpeter vielleicht gescherzt, auf dessen vorzügliche Inhaltsangabe der Oper ich hier ausdrücklich hinweisen möchte: Wiener Streif(en)-Lichter – der etwas andere Opernführer)

So überrascht es auch wenig, dass schon Georg Friedrich Händel, dessen SAMSON ich natürlich auch hier hätte anführen können, daran dachte, seinem MESSIAH ein weiteres Oratorium über diesen Stoff folgen zu lassen. Auch Camille Saint-Saëns sah in dem Stoff ursprünglich eher ein Oratorium, was man der Oper, zu der ihn sein Librettist Ferdinand Lemaire schließlich überredete, mit ihrer starken Ausrichtung auf den Chor auch noch anmerkt. Erstaunlich ist vor diesem Hintergrund, dass eines der ersten Stücke, die Saint-Saens vertonte, sieht man von einigen Übernahmen älterer Stücke ab, ausgerechnet das Liebesduett zwischen den beiden Titelhelden war. Noch erstaunlicher ist, dass dieses ungemein einschmeichelnde Verführungsduett, das psychologisch sehr zielsicher mit Dalilas Liebeserklärung für Samsons Stimme einsetzt und bis heute zu den großen Hits der Operngeschichte zählt, bei seiner ersten Darbietung in einem Salon total durchfiel. Der Misserfolg war so groß, dass Saint-Saens erst einmal die Arbeit an diesem Opernplan aufgab und erst Jahre später wieder aufnahm. Er sollte sie noch mehrfach unterbrechen, unter anderem deshalb, weil die Intendanz der Pariser Opéra den biblischen Stoff mehrfach ablehnte und sich ein Angebot Franz Liszts, sie in Deutschland uraufzuführen, wegen des Krieges von 1870/71 zerschlug. Dennoch ging die Oper 1877 mit großem Erfolg zum ersten Mal in Deutschland über eine Bühne. In Frankreich wurde sie zunächst weiterhin abgelehnt, und erst nach ihrer französischen Uraufführung 13 Jahre später begann sie langsam auch in Saint-Saëns‘ Heimat Fuß zu fassen, wobei dieser noch mehrfach verbessernd und ergänzend in seine Partitur eingriff.

Saint-Saëns wurde 86 Jahre alt, und so musste er noch erleben, dass er bereits zu Lebzeiten als altmodischer Akademiker zweiten Ranges abgetan wurde. Heute haben wir endlich erkannt, dass nichts ungerechter sein kann als dieses blasierte Prädikat. Immerhin schuf Saint-Saens nicht nur einige der witzigsten Instrumentalstücke wie den KARNEVAL DER TIERE und den unsterblichen DANSE MACABRE, sondern auch Marksteine der französischen Sinfonik wie seine dritte, die sogenannte Orgelsinfonie oder fünf Klavierkonzerte, die allesamt zu den großen Werken ihrer Gattung gehören. Wegen der Tatsache, dass SAMSON ET DALILA sich als verkapptes Oratorium lange Zeit auf der Opernbühne schwer tat, sprach man ihm auch jegliche Qualität als Opernkomponist ab, und auch das stellt sich als Irrtum heraus, wenn man zum Beispiel seine Oper HENRI VIII von 1883 hört, die für meine Begriffe die beste Oper über die Geschichte Heinrichs und Anne Boleyns ist und unbedingt eine faire Neubewertung verdient.

Da ich schon sehr früh von einer Aufnahme der Oper geprägt wurde, die mir - vor allem, aber nicht nur - wegen der Sänger besonders gefiel, habe ich kaum Vergleichsaufnahmen außer der musikalisch akzeptablen, aber extrem konventionellen Londoner DVD mit den auch sehr empfehlenswerten Shirley Verrett und Jon Vickers unter der Stabführung von Colin Davis sowie zwei TV-Mitschnitten mit Verrett bzw. Borodina und Domingo, aber ich glaube kaum, dass diese Aufnahme je übertroffen wurde:



Das liegt nicht zuletzt an den durchweg lobenswerten Herren Patané, King und Weikl, aber vor allem an der hinreißenden Dalila, die ich mir nicht besser und verführerischer vorstellen kann, als wie sie hier von Christa Ludwig gesungen wird.

Da die Aufnahme jetzt auch sehr preiswert zu haben ist, spricht eigentlich überhaupt nichts gegen sie. Wenn doch, oder wenn es eine sehr empfehlenswerte Alternative gibt, würde mich das sehr interessieren.

:hello Rideamus
Rideamus (23.10.2012, 14:58):
Vielleicht das meistgebrauchte Wort von Verführern ist "Komm". Das sagt auch hier ein Seefahrer zu einer Fremden, bevor er sie bald danach verlässt. Natürlich sagt er das nicht auf Deutsch, aber auch nicht in seiner eigenen Sprache.

Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens

Tipps
Hätte der Seemann die Erfindung seines Vornamensvetters gemacht, hätte das vermutlich verhindert, dass ein Herz in Flammen aufging und darin umkam! – Severina

Der Herzog von Urbino ist nicht gemeint. – Oper 337

Der Komponist ist einer der Schmachtkönige schlechthin! Kaum zu glauben, dass dieses überall heute rauf und runter gespielte Werk bei der Uraufführung ein riesiger Misserfolg gewesen sein soll. – Heike

Ich mag diese Oper gar nicht, da trieft mir das Schmalz zu sehr, obwohl der Titel einen anderen Brotaufstrich nahelegt :wink - Severina

Besatzungskinder (und ihre Mütter) hatten oft einen schweren Stand – Pavel

Oft sind die Tenöre die "netten" in der Oper und die Baritone die Schurken. Hier ist der Tenor ein Unsympath und der Bariton ein ziemlich rückgratloser Geselle - auf der Strecke bleibt eine junge Mutter. – Alviano

Die Reue des schuftigen Verführers kommt zu spät (außerdem hat er schon ein anderes Weib aufgegabelt) - Waldi

Die betroffene Frau ist zu Beginn des Stückes noch ziemlich jung, was die ganze Geschichte besonders perfide macht. – Alviano

Was die Verführer aus Nummer 3 und 4 angeht: sie haben ebenfalls weder dasselbe Stimmfach noch dasselbe Format . Die Ergebnisse der Verführungsgesänge sind zwar (rein theoretisch) ähnlich katastrophal für die Verführten, aber der Nummer 4 verzeiht man bzw.frau trotzdem immer wieder, und es ist mehr als ungerecht, dass er strengstens bestraft wird, während Nummer 3 mit seinen (für heutige Verhältnisse) regelrecht kriminellen Aktionen davonkommt, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Aber die beiden Komponisten haben eben auch nicht dasselbe Format....... – Fairy Queen

Hier dachte ich zunächst an Purcell: Dido and Aeneas. Damit lag ich zwar deutlich daneben, aber immerhin: Es endet sehr ähnlich. – Gurnemanz

Der "Seefahrer" schwingt keinen Säbel, auch ziert sein Schiff keine Totenkopfflagge und eine Augenklappe trägt er auch nicht. Er ist sozusagen "beruflich" unterwegs und die dazugehörige Bezeichnung entspricht einem "Rang" – Alviano

Hätte jemand rechtzeitig "..., go home!" befohlen, wäre nichts passiert... – Waldi

Ein kleiner, blonder Asiate wird später seinen Eltern viele unangenehme Fragen stellen – Succubus

41 Jahre nach der Uraufführung des Werkes erlangte der Ort der Handlung zusammen mit einem weiteren Ort traurige weltweite Berühmtheit. – Athene

Die Heldin der Handlung hat, oberflächlich betrachtet, etwas mit einem fetthaltigen Milchprodukt und einem lästigen Insekt zu tun – Archaeopteryx

Der Yankee amüsiert sich gerne überall auf der Welt – Calisto

Weibliche Opfergestalten hatte der Herr Komponist sehr gerne – Amelia Grimaldi

Dieser Verführer ist auch ein ziemlicher Feigling. Ein Vorgesetzter und seine Ehefrau dürfen seine Angelegenheit zu einem Ende bringen, statt dass er das wenigstens selbst machen würde – Teresa Cellini

Der gesuchte seefahrende Verführer ist derart moralisch angeschlagen, dass sogar sein Name im Deutschen anrüchig klingt. Die meistgesungene deutsche Version seines Namens wirkt aber auch nicht so richtig seriös - Mauerblümchen

Die Lösung:
Giacomo Puccini: Madame Butterfly – Vieni amor mio
Lösungsbuchstabe: N
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=N_23Nxeee4E

Ich gebe gerne zu, dass es etwas gemein war, den Leutnant der US-Marine Benjamin Franklin Pinkerton (dass er auch noch so heißen muss wie ein berühmter Staatsmann und ein Detektiv) als Seefahrer zu bezeichnen, was kaum jemand in erster Linie mit ihm verbindet. Aber das ist er nun einmal, und jede andere Assoziation, die man mit dieser Oper haben könnte, wäre doch all zu verräterisch gewesen. Auch hier galt es, einen notorischen Verführer der Opernliteratur zu würdigen, und deswegen habe ich der Oper auch eine Frage gewidmet, obwohl es mir ähnlich geht wie ersichtlich manchen von Euch, dass ich sie nämlich nicht so besonders mag, auch wenn sie, was man nicht überhören sollte, einige wunderschöne Stellen und das bei Puccini gewohnte orchestrale Raffinement aufzuweisen hat, das ihm erst einmal jemand nachmachen muss. Das Werk ist also nicht so einfach abzutun, wie ein Blick auf die Handlung nahe legen könnte.

Eine sehr gute Entstehungsgeschichte der Oper und ihrer heutigen Wirkung hat uns vor einigen Jahren Zauberton in diesem Thread gegeben: PUCCINI: Madama Butterfly – Milchpunsch oder Whisky?. Überhaupt ist dieser Thread einer der besonders lesenswerten, so dass ich ihm nur sehr wenig hinzuzufügen habe. Ich beschränke mich daher mal auf meine sehr subjektive Ansicht, die nicht weniger zwiespältig ist als die sehr überzeugend vorgetragenen, gegensätzlichen Standpunkte in diesem Thread.

Ich stimme Zauberton zu, dass man der Oper Unrecht tut, wenn man sie anhand ihres Librettos verurteilt. Nicht nur ist schon das Stück Belascos, der ja auch DAS MÄDCHEN AUS DEM GOLDENEN WESTEN inspirierte, zwar altmodisch, aber doch voller brisanter Einsichten in das überhebliche Wesen seines männlichen Personals. Auch das Handlungsgerüst ist enorm tragfähig, wie zuletzt das Musical MISS SAIGON eines gewissen Herrn Schoenberg bewies. Das war allerdings politisch noch weitaus korrekter und hätte sich deshalb nicht für dieses Rätsel geeignet. Wenn man das Stück dennoch als puren Kitsch empfindet, dann muss es also doch wesentlich an Puccini liegen, und tatsächlich setzt er die Schwergewichte viel stärker auf das Melodram als seine Textautoren. Das aber macht er phänomenal, und insofern ist die Audioaufnahme Herbert von Karajans, die das Kulinarische der Oper fast bis zum Exzess zelebriert und von den besten Sängern getragen wird, schon eine absolut adäquate Realisierung der Partitur.



Bei seiner späteren DVD mit derselben Hauptdarstellerin und Placido Domingo als Pinkerton sowie Christa Ludwig als Suzuki hilft ihm zwar auch die relativ zurückhaltende Regie Jean-Pierre Ponnelles, aber allein die Konkretheit des Bildes und seiner Fokussierung auf die Frauen lässt den möglichen Eindruck der Sozialkritik, die ja durchaus in dem Werk steckt, umkippen. Das ist übrigens bei den „original japanischen“ Umsetzungen, die Lorin Maazel an der Mailänder Scala und später Fréderic Mitterand im Film unternommen hat, eher noch problematischer, denn der Eindruck einer verstärkten Authentizität, der hier erweckt werden soll, wird von der – trotz des intensiv asiatischen Lokalkolorits, um das Puccini sich bemühte - total unauthentischen Musik Puccinis unterlaufen und erzeugt nur Stilbrüche am laufenden Band. Wenn man das Stück schon „japanisch“ inszenieren will, müsste man es wohl eher in der total abstrahierten Form eines Kabuki-Spiels versuchen. Von daher stört mich eine total europäische Cio-Cio-San wie Mirella Freni überhaupt nicht. Allerdings brauche ich gerade bei dieser Oper nicht das Bild, solange es dermaßen befremdet wie bei den meisten Inszenierungen, die mit Vorliebe auf die Tränendrüsen drücken, aber kein Gespür für die eigentliche Qualität des Werkes zeigen.

Das fehlte aber auch schon Puccini selbst, und deswegen, sowie wegen einer mich immer wieder einlullenden Geschwätzigkeit zwischen den unbestreitbaren, kostbaren Höhepunkten, ist die Frau Schmetterling neben seiner Manon Lescaut die von mir am wenigsten gern gehörte und vor allem gesehene unter seinen Opern.

Kennen, und das nicht nur flüchtig oder flüchtend, sollte man sie aber dessen ungeachtet unbedingt, finde ich. MIndestens einige von Euch werden sie aber sicher auch ganz anders bewerten als ich, und von denen würde ich jetzt besonders gerne hören.

:hello Rideamus
Severina (23.10.2012, 16:15):
Nun ja, dass die "Butterfly" zu meinen ungeliebtesten Opern gehört, dürfte inzwischen bekannt sein, weshalb sich bei mir auch nur eine einzige Aufnahme befindet, die ich als gut gemeintes (und wochenlang ignoriertes) Weihnachtsgeschenk bekommen habe: Es dürfte sich um die letzte Einspielung dieser Oper handeln, nämlich von 2009 unter Pappano mit Gheorghiu, Kaufmann und Capitanucci. Trotz meiner Vorliebe für den Tenor bin ich auch durch diese CD zu keinem Butterfly-Fan geworden, obwohl er es zumindest schafft, im sterilen Singautomaten Gheorghiu so etwas wie echte Leidenschaft zu entfachen.

Ich bedaure es sehr, dass es von der einzigen "Butterfly", die es je geschafft hat, mich live zu fesseln, keine Aufzeichnung gibt. Gemeint ist die Joachim-Hertz-Produktion, die ich irgendwann in den 90erjahren (Bin zu faul, das genaue Datum rauszusuchen) in Zürich erlebt habe und die fern von jedem Japan-Kitsch eine sehr sozialkritische Sicht auf das Werk geboten und mich daher wirklich mitgerissen hat. Yoko Watanabe, Francisco Araiza und Giorgio Zancanaro setzten damals das Regiekonzept von Hertz perfekt um.

lg Severina :hello
Rideamus (24.10.2012, 12:00):
Hier soll eine Frau dahin kommen, wo das Publikum sie sehen kann. Oder singt der Verführer das nur um sicher zu gehen, dass sich das Fensterln lohnt?

Gesucht wird der einzige Konsonant, der im Werktitel mehrfach vorkommt

Tipps
Eigentlich hätte ich den fensterlnden Herrn schon bei Frage 3 erwartet, denn keiner erreicht mit seinem "Vieni....." eine betörendere Sogwirkung als er. Obwohl die gesuchte Arie natürlich auch Schmetterlinge im Bauch auslösen kann. – Severina

Mein Tipp zu 4: Wüstling! – Heike

Bei Frage 4 steht ein anderer da und der hat's dann nicht leicht, während der Andere das Weite sucht – Oper 337

Bei Erfolg liegen wir statistisch bereits vier über Mille – Waldi

Hier könnte man an einer Stelle denken, dass die Finanzprobleme der EU erläutert werden. Allerdings: Es werden keine Staatsschulden aufgelistet - Gurnemanz

Was die Verführer aus Nummer 3 und 4 angeht: sie haben ebenfalls weder dasselbe Stimmfach noch dasselbe Format . Die Ergebnisse der Verführungsgesänge sind zwar (rein theoretisch) ähnlich katastrophal für die Verführten, aber der Nummer 4 verzeiht man bzw. frau trotzdem immer wieder, und es ist mehr als ungerecht, dass er strengstens bestraft wird, während Nummer 3 mit seinen(für heutige Verhältnisse)regelrecht kriminellen Aktionen davonkommt, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Aber die beiden Komponisten haben eben auch nicht dasselbe Format....... – Fairy Queen

Ein Psychopath beim Fensterln – Quasimodo

Glaubt man einem Roman von Hans-Josef Ortheil, dann hat Casanova am Libretto dieses Werken mitgewirkt. – Athene

Nr. 4 ist mein Lieblingsopernverführer! Meistens wird er von einem Bass gesungen, aber ich schwärme ganz besonders für einen gewissen Bariton in dieser Rolle. Komisch irgendwie denke ich bei dem Namen des Verführers immer an Eiscreme. - Maggie

Ich denke jetzt eher weniger an Eiscreme als schon bald an die ersten heißen Maroni. – Oper 337

Der Verführer hat in dieser Oper seine heiße Zeit schon hinter sich gelassen und kriegt keine einzige Frau mehr rum - der Arme – Archaeopteryx

Warum sollte eine vielbeschäftigte Hausangestellte auch am Fenster herumlungern? – Calisto

Neulich stand er in Salzburg im Wald herum – Amelia Grimaldi

Die Besungene tritt übrigens nicht in Erscheinung und der Verführer verkleidet sich als jemand anderer. Hat er etwa Angst, dass er mit seiner eigenen Identität keinen Erfolg bei der Besungenen haben könnte? – Teresa Cellini

Es ist schon eine besonders moderne Oper: Der Komponist zitiert ungeniert aus fremden Werken, lagert Tänze in verschiedenen Taktarten übereinander und lässt den ersten Dahingemeuchelten bei seinem Wiedererscheinen fast eine Zwölftonreihe singen - Mauerblümchen

Die Lösung:
W. A. Mozart: DON GIOVANNI – De, vieni a la finestra
Lösungsbuchstabe: N

Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=8MXQ-gUrrs0&feature=related

Natürlich hätte hier eigentlich, wie anscheinend nicht nur von Severina erwartet, das Duett „La ci darem la mano“ kommen müssen, das womöglich die berückendste Verführungsmelodie überhaupt ist. Besonders das „Vieni, vieni!“ ist bekanntlich unwiderstehlich. Da hatte Severina völlig Recht. Das war aber auch das Problem. Wie fragt man nach diesem Duett ohne sofort durchschaut zu werden? Ich habe mich daher entschlossen, ein anderes Stück der Oper aufzugreifen, das ebenfalls starke verführerische Qualitäten hat und das Duett für einen anderen Zweck aufzuheben.

Über wenige musikalische Bühnenwerke gibt es so viel zu sagen und wurde auch von Kierkegaard bis Adorno schon so viel Tiefsinniges geschrieben wie über dieses großartige Meisterwerk von Mozart und seinem Librettisten Da Ponte, die damit eine der vielschichtigsten und bis heute unvermindert eindrucksvollsten Opern der Musikgeschichte geschaffen haben. Vielleicht liegt es daran, dass sich noch niemand so recht getraut hat, einen Thread zu eröffnen, in dem die Oper selbst diskutiert wird. Auch für mich ist die Herausforderung im Rahmen einer Rätsellösung entschieden zu groß, so dass ich weiterhin hoffe, dass sich mal jemand an einen Thread zum Werk selbst heran wagt, der sich nicht nur auf die Rezension von Aufnahmen und Aufführungen beschränkt – so verdienstvoll auch diese sein mögen.

Was diese betrifft, gibt es immerhin diese recht gut bestückte Diskographie Agravains, in der die meisten renommierten Tonaufnahmen der Oper angesprochen und bewertet werden: MOZART: Don Giovanni – Kommentierte Diskographie. Dabei schließe ich mich gerne der Zahl derer an, welche die alte Aufnahme unter Joseph Krips als eine Referenz ansehen, was sie nicht nur, aber in erster Linie dem unvergleichlich verführerischen Don Giovanni von Cesare Siepi zu verdanken hat.



Angesichts des Spottpreises, für den sie inzwischen zu bekommen ist, gibt es eigentlich für niemanden eine Entschuldigung mehr, sie nicht zu besitzen. Wie bei allen Mozart-Opern möchte ich aber auch ein engagiertes Plädoyer für die Aufnahme John Eliot Gardiners halten. Die gibt es zwar auch als Einzelaufnahme für einen halben Hunderter, aber angesichts dieser Preisgestaltung empfehle ich dringend, die rund zehn zusätzlichen Euronen anzulegen und sich die Gesamtausgabe von Gardiners Mozart-Opern zu besorgen, die durchweg zu den besten der jeweiligen Werke gehören und zudem eine gute Balance zwischen einer HIP-Lesart und einer werkgerechten dramatischen Umsetzung bieten.



Weitgehend ausgespart blieben in der Diskographie die Aufzeichnungen auf DVD, von denen es inzwischen auch schon mehr als 70 gibt, die TV-Mitschnitte diverser Aufführungen, die nur auf dem grauen Markt greifbar sind, nicht einmal mitgerechnet. Hier wäre ein Überblick wenigstens über die meistversprechenden einmal sehr sinnvoll, und vielleicht fange ich mal einen an, wenn ich die Zeit dazu finde.

Lange Zeit wurde der DVD-Markt von der Verfilmung des überraschend opernaffinen Regisseurs Joseph Losey dominiert, die noch heute zu den eindrucksvollsten Visualisierungen des Werkes gehört, auch wenn die reine Tonaufnahme eher in das Mittelfeld der Alternativen gehört. Selten hat je eine einzelne "Inszenierung" vermocht, beim Publikum eine so starke Asoziation eines Geschehen mit bestimmten visuellen Chiffren zu verbinden wie Losey das hier in der Traumlandschaft Palladios tat, obwohl die Oper da gar nicht spielt. Schließlich heißt sie nicht CASANOVA. Dennoch gibt es unter vielen Tonbildträgern, die mir auch gefallen, einen eindeutigen Favoriten unter den ganz neuen Aufnahmen, nämlich diese aus Glyndebourne unter der originellen, aber nicht unangemessen verfremdenden Regie Jonathan Kents:



Unter der Stabführung des langsam schon phänomenalen Vladimir Jurowski singt hier Gerald Finley einen sehr maskulinen Don. Neben ihm wissen auch Anna Samuil, Kate Royal, Luca Pisaroni und die übrigen, weniger namhaften, Mitwirkenden zu überzeugen. Hier ist nicht der Ort für eine eingehendere Rezension, aber für mich ist diese DVD zum Maßstab geworden, an dem andere sich messen lassen müssen.

Welche Maßstäbe habt Ihr?

:hello Rideamus
Rideamus (26.10.2012, 10:45):
Ein seltsames Problem mit Jave und der KOpierfunktion hat verhindert, dass meine gestrige Lösung der Frage 5 hier eingestellt wurde. Das sei hiermit nachgeholt. Die Lösung der Frage 6 sollte gleich danach folgen:

Manch ein Verführer verlangt aber nicht nur einen kurzen Weg, sondern eine längere Reise. Immerhin lädt dieser sein Opfer zu einer Bootsfahrt ein, die sie allerdings später wahrscheinlich wird abarbeiten müssen.

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens und für einen Extrapunkt der Rollenname des Verführers.

Tipps
Das gefragte Boot ist ein richtiges Schiff, und italienisch sprach man da eher selten. Und noch drei Tipps, von denen aber nur einer hier relevant ist:
1) Ein Schiff wird kommen
2) Ein Schiff fährt nach Hongkong
3) Ein Schiff fährt bald nach Neu Amsterdam - Rideamus

Der Verführer hat zuvor schon eine für sein Metier erstaunliche Bibelfestigkeit bewiesen. – Quasimodo

Es muss nicht wirklich so sein – Pavel

Oder auch: "Es war doch nicht zwangsläufig so." Leute, seid doch sprachlich mal etwas flexibler. Auch in der Oper können Schulkenntnisse nützlich sein - Rideamus.

Pass‘ besser auf, dass Du nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommst! Am Ende kommt Dir sonst vielleicht eine Krone zu nah...? - Gurnemanz

Der Verführer hat hier nicht die Hauptrolle, aber eine sehr wichtige. Der weiße Stoff, mit dem er handelt, bildet einen starken Kontrast zu dem Äußeren fast aller Mitwirkenden, und der Schauplatz gebar auch einen gleichnamigen Tanz – Rideamus

Es könnte nicht schaden, künftig sportlicher zu leben – Gurnemanz

Severina, da hätte sich aber Prawy gekränkt, wenn du das nicht als Oper bezeichnest – Pavel

Dabei hat sogar Nikolaus Harnoncourt diese Oper eingespielt, und das gar nicht mal schlecht - Rideamus

Da sag ich nur, dass ich dieses Werk wirklich nicht kenne, obwohl das notwendigerweise nicht so sein müsste ! So und jetzt geh’ ich mich schämen! - Severina

Wann endet denn eigentlich die Sommerzeit ? – Pavel

Ende diesen Monats - aber ob dann auch die Fische springen...? – Alviano

Warum nicht? Und dann werden sie von der Katze gefressen - Gurnemanz

Einer der beiden Titelhelden der Oper ist schwerbehindert - Rideamus

Diese Mordgeschichte, die seltsamerweise vor allem wegen eines Wiegenlieds bekannt geworden ist, spielt in einer nach einem englischen König benannten Hafenstadt, die noch heute zu den gefährlichsten zehn Städten ihres Landes gehört. Der nach ihr benannte Tanz wurde in Europa vor allem dank einer gewissen J.B. bekannt – Waldi

Vielleicht hilft Dir ja der Hinweis, dass in dem Werk eine Jahreszeit besungen wird, die ich heuer hassen gelernt habe! – Severina

Also die Nr. 5 ist wohl kein Mjusikäl. Verismonähe kann man dem Stück nicht absprechen – Calisto

Liebe Fairy, diese Rolle der Verführten würdest du garantiert nicht singen, selbst wenn du es könntest. Du dürftest nämlich nicht. Jedenfalls nicht auf der Opernbühne – Heike

Das Reiseziel der einen Titelfigur (im Boot) ist Noo York! Es wird am Ende von der anderen Titelfigur per Land angesteuert, mit einem ziemlich ungewöhnlichen Gefährt! – Quasimodo

Die weibliche Hauptrolle dieser Oper wurde von einer Dame uraufgeführt, deren Nachname die angelsächsische Bezeichnung einer nicht ganz dunklen Farbe ist, und welche später ihre Heimat verließ und ihr Glück weit oben im Norden fand – Archaeopterix

Der weiße Stoff, mit dem der Verführer handelt, ist keine Baumwolle, könnte es regional aber sein – Athene

Die Früchte, die im Werk auch angepriesen werden, sind längst abgeerntet – Amelia Grimaldi

Vielleicht solltest Du nicht weiter grübeln und stattdessen im Park spazieren gehen? – Gurnemanz

Udo Jürgens war noch niemals in der Stadt, wohin der Verführer sein Opfer mitnehmen will – Teresa Cellini

Das Werk ist eine reiche Quelle für Jazz-Standards - Mauerblümchen

Die Lösung:
George Gershwin: Porgy and Bess – Dere’s a Boat Dat’s Leavin‘ Soon for New York
Lösungsbuchstabe: N
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=YPSIGirJi3o

Die Einschätzung des Schwierigkeitsgrades einer Frage gehört sicher nicht zu meinen herausragenden Stärke, aber obwohl ich schon ahnte, dass manche sich bei der Frage 5 schwerer tun würden als bei den vorangehenden, war ich doch fast schockiert, als ich gleich zu Beginn mit einigen Tipps nachhelfen musste, die ich schon holzhammerartig fand. Mit dieser Ansicht stand ich aber immer noch ziemlich allein da, und das bei einer Oper, die mit der möglichen Ausnahme der DREIGROSCHENOPER wohl die allgemein populärste des letzten Jahrhunderts ist – jedenfalls beim breiten, nicht nur auf Klassik spezialisierten Publikum. Was nicht heißt, dass sie nicht auch unter den Klassikanhängern großen Respekt genießt. Nicht von ungefähr hat sogar ein Nikolaus Harnoncourt eine durchaus beachtliche Einspielung dieses Werkes realisiert, die zwar nicht unbedingt die authentischste, wohl aber absolut diskussionswürdig und konkurrenzfähig ist, wie hier diskutiert: GERSHWIN: Porgy and Bess – Fatum in der Catfish Row



Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Eine/r von Euch hat zugegeben, die Oper einfach nicht auf dem Radar gehabt zu haben, manche wollten sie auch gar nicht kennen. Dabei kann ich kaum glauben, dass es Leute gibt, die nur das „Summertime“ und den Spottgesang „It Ain’t Necessarily So“ kennen, mit dem der Drogendealer Sportin‘ Life die Frömmigkeit der schwarzen Einwohner der Hafenstadt Charleston so provozierend verspottet. Dass schon das zweite Lied dieses fiesen Charakters, auf das sich meine Frage bezog, fand ich dann doch erstaunlich und ist dringend einer Korrektur bedürftig. Wissen wirklich nur noch so wenige, dass er damit die vorübergehend alleinstehende Bess dazu verführt, ihm nach New York zu folgen, wo sie die Passage vermutlich als drogensüchtige Prostituierte wird abarbeiten müssen? Leider bietet YouTube nur das oben angeführte, kurze Beispiel in einer etwas übertriebenen Broadwayversion, aber ich möchte wetten, dass den meisten, die meinten, das Lied nicht zu kennen, die Melodie vertraut vorkommt. Hier kann man ihre wohl beste Interpretation durch Sammy Davis, Jr. aus dem Kinofilm wenigstens noch ansatzweise hören:



Leider ist ja der Spielfilm von 1959 mit Harry Belafonte, Dorothy Dandridge und Sammy Davis, Jr. als Sportin‘ Life aus Rechtsgründen schon lange nicht mehr offiziell zu sehen gewesen, aber es spricht doch sehr für die Wirkungsmacht von Gershwins Musik wie der Geschichte, dass der Film im Gefolge der starken Kassenergebnisse der Bizet-Verarbeitung CARMEN JONES sehr populär werden konnte. Dabei kürzte und vergröberte er die Oper nicht einmal über Gebühr, und ist deshalb dank Otto Premingers Regie bis heute eine der besten Opernverfilmungen geblieben. Es ist wirklich schade, dass es inzewischen eine ganze Generation gibt, die ihn nicht mehr zu sehen bekam. Immerhin gibt es eine starke, musikalisch sogar noch bessere Nachfolgerin in Form der englischen DVD (und Audioaufnahme) Simon Rattles mir der Regiearbeit von Trevor Nunn:



Die ziehe ich schon aus Gründen der hier besonders wichtigen Tonqualität nach wie vor allen anderen vor, obwohl die Berliner (!) Aufnahme mit Leontyne Price und William Warfield und die lang schon vergriffene Einspielung Lorin Maazels durchaus auch ihre Meriten haben. Eine vollgültige Alternative, die allerdings, im Gegensatz zu der uninformierten Ansicht mancher Amazon-Kommentatoren, nichts mit der originalen Oper, sondern allenfalls mit deren jazzigen Wurzeln zu tun hat, ist diese Highlightsammlung mit Ella Fitzgerald und Louis Armstrong, die es gerade erfreulich preiswert gibt:



Kennt Ihr noch andere empfehlenswerte Einspielungen, und was haltet Ihr überhaupt von dieser Oper?

:hello Rideamus
Rideamus (26.10.2012, 10:50):
Zu einer ganz besonderen Reise hat auch ein großer Dichter, der Robert Gernhardt zu den "Blusen des Böhmen" inspiriert hat und öfters vertont wurde, mit verführerischer Wortmacht eingeladen. Die mehrfache Vertonung gilt auch für das erfragte Gedicht.

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponisten, der leider die Mehrzahl seiner Werke vernichtet hat, sowie für einen Extrapunkt ein Landsmann, dessen Name mit dem gesuchten Buchstaben beginnt, und der das Gedicht ebenfalls vertont hat.

TIPPS
Blume Nummer neunundvierzig – Quasimodo

Es gibt nicht nur einen Landsmann mit dem gesuchten Buchstaben, der das Lied auch vertont hat, sondern drei, wobei einer weitestgehend unbekannt ist – Pavel

Weil eine von mir sehr geschätzte Forianerin dieses Werk mal vorgestellt hat, weiß ich, wie schön darin die Welt einschläft – Heike

In diesem Fall ist der "Librettist" weit bekannter als der Komponist, aber beide zusammen widerlegen die These dass man aus herausragenden Dichtungen nicht noch bessere Musikstücke machen kann. Beide Künstler dieses Werkes gehörten nicht eben zu den Sanguinikern – Fairy Queen

Einem Autodafé sind wohl viele Werke dieses überaus selbstkritischen Komponisten zum Opfer gefallen - Athene

Eine Oper nach einem Gedicht von A. Puschkin blieb unvollendet – Calisto

Während die Hauptfrage eine glatte Vorgabe für die Feenkönigin ist, ist der zweite gesuchte Komponist ein besonderer Augenstern unseres lieben Rätselkönigs! - Severina

Der Komponist hatte ein tragisches Leben und war gezwungen, in dem gleichen Alter aufzuhören zu komponieren, wie ein immens berühmter Italiener ein halbes Jahrhundert vorher mehr oder weniger freiwillig seine letzte, aber französische, Oper schrieb – Archaeopteryx

Wer ließe sich nicht gerne manchmal zu einer Reise einladen? Wo der Weg einen dann wohl hinführt? Vielleicht bis zu den Sternen... – Alviano

Dort ist alles Ordnung und Schönheit, Wohlleben, Ruhe und Genuss! – Areios

Komponist und Werk wurden im Forum bereits vorgestellt, sogar mit komplettem Text! – Gurnemanz

Der Komponist ist vor allem noch mit seinem Liedschaffen bekannt. In meinem letzten Tipp sind sehr deutliche Hinweise auf Stücktitel des Komponisten "versteckt" - allerdings nicht in der Originalsprache. Und bei Areios könnt ihr auch "textmäßig" fündig werden – Alviano

Die Dame aus dem Land, wo die Zitronen blühen, hat auch er vertont – Amelia Grimaldi

Der gesuchte Komponist hat etwas mit Camille Saint-Saens gemeinsam, vielleicht hilft das weiter – Waldi

Gesucht ist ein Herr vom Park – Teresa Cellini

Ich habe heute nicht vor, mich auf eine Reise zu begeben. Folglich lade ich auch niemanden ein, mich zu begleiten – Gurnemanz

Das gesuchte Gedicht ist eines von den hundert, die zu den "Blusen des Böhmen" inspirierten. Der Komponist arbeitete eine Zeit lang intensiv mit dem Komponisten aus Nr. 2 zusammen – Mauerblümchen

Die Lösung:
Henri Duparc: L’invitation au voyage / Extrafrage: Emmanuel Chabrier (beide komponiert 1870)
Lösungsbuchstabe: M
Beispiele: http://www.youtube.com/watch?v=o-d2KXgpaSw (Duparc) und
http://www.youtube.com/watch?v=hyO7OhDf2mA (Chabrier)

Gurnemanz hat es in seinem Tipp schon verraten: es gibt in diesem Forum eine hervorragende Einführung zu diesem wunderschönen Lied und seinem Text aus Beaudelaires LES FLEURS DU MAL (man verzeihe mir bitte das Zitat von Robert Gernhards Kalauer, das, wie sich zeigen sollte, völlig überflüssig war, weil die Frage sich als viel leichter herausstellte, als ich zu hoffen wagte). Da ich dieser Einführung und dem nachfolgenden Thread kaum etwas hinzuzufügen vermag, erlaube ich mir, hoffentlich mit dem Segen der Autorin, ein Stück daraus zu zitieren und ansonsten auf den Thread hier zu verweisen: Duparc, Henri - Genie und Autodafé

"Brutaler Widerspruch zwischen einer überreichen Musik und einem vernichtenden Leben, zwischen einem schmalen Werk und einem unendlich langen Leben" heißt es in einem französischen Liedführer. Dort wird das tragische Schicksal Duparcs als noch ungerechter als das von Hugo Wolf oder Robert Schumann bezeichnet.

1848 in Paris geboren und Schüler von César Franck, wurde er bereits als 20jähriger mit seinen ersten Liedern berühmt und gehörte zu den Gründern der Société nationale de musique, unter deren Fittichen er viele seiner Lieder in der Klavier- wie Orchesterfassung schuf und aufführte

Seine große Begabung stand leider unter dem Stern eines geheimnisvollen lähmenden und vernichtenden Leidens … In physischer Hinsicht manifestierte sich seine Krankheit (wahrscheinlich würde man heute von Somatisation sprechen) in diffusen Symptomen wie teilweiser Verlust des Gehör- und Sehsinnes, Gliederlähmungen, undefinierbare Schmerzen, Schlaflosigkeit und Sonnambulismus. Jahrzehntelange schöpferische Agonie war die tragische Folge, (denn er wurde immerhin fast 90 Jahre alt).

Hinzu kam ein hyperkritischer Perfektionismus und pathologischer Minderwertigkeitskomplex, der dazu führte, dass Duparc den größten Teil seiner Werke definitiv vernichtete und der Nachwelt nur ein schmales Ouevre von 17 Liedern (davon 13 editierte), eine Cellosonate, einige Klavierstücke und symphonische Fragmente geblieben ist. Wenn man bedenkt, dass diese wenigen Werke ausgereicht haben, um ihm einen Platz im Lied-Komponisten Olymp zu sichern, kann man die Größe seiner Begabung und die Tragödie dieses Autodafé ermessen.“

Da Fairy Queen in dem Thread auch den Originaltext beigefügt hat, zitiere ich hier die Übersetzung Stefan Georges, die inzwischen gemeinfrei ist. Für einen Nachvollzug des Liedes bietet sie, wie jede Übersetzung, naturgemäß nur eine Annäherung, aber als eigenständige Poesie kann sich diese Einladung durchaus hören und lesen lassen, finde ich – jedenfalls, wenn man von Georges Marotte der Kleinschreibung von Substantiven absieht.

EINLADUNG ZUR REISE
Meine schwester mein kind!
Denk dir wie lind
Wär es dorthin zu entweichen!
Liebend nur sehn
Liebend vergehn
In ländern die dir gleichen!
Der sonnen feucht
Verhülltes geleucht
Die mir so rätselhaft scheinen
Wie selber du bist
Wie dein auge voll list
Das glitzert mitten im weinen.

Dort wo alles friedlich lacht –
Lust und heiterkeit und pracht.

Die möbel geziert
Durch die jahre poliert
Ständen in deinem zimmer
Und blumen zart
Von seltenster art
In ambraduft und flimmer.
Die decken weit
Die spiegel breit
In Ostens prunkgemache
Sie redeten dir
Geheimnisvoll hier
Die süsse heimatsprache.

Dort wo alles friedlich lacht –
Lust und heiterkeit und pracht.

Sieh im kanal
Der schiffe zahl
Mit schweifenden gelüsten!
Sie kämen dir her
Aufs kleinste begehr
Von noch so entlegenen küsten.
Der sonne glut
Ersterbend ruht
Auf fluss und stadt und die ganze
Welt sich umspinnt
Mit gold und jazint
Entschlummernd in tief-warmem glanze.

Dort wo alles friedlich lacht –
Lust und heiterkeit und pracht.

Bekanntlich liebe ich Lieder vor allem in ihrer Orchesterfassung, und so bin ich besonders froh, dass Duparc selbst einige seine Lieder orchestriert hat.


Leider gibt es meine bevorzugte Aufnahme mit Barbara Hendricks und dem Lyoner Orchester John Eliot Gardiners nur noch als Download, aber zumindest der Euro für die Reiseeinladung sollte es einem Wert sein, das Stück abzurufen. Ich bin überzeugt, dass die anderen dann ohnehin folgen werden. Um mich aus dem zitierten Thread zu wiederholen: Mich fasziniert vor allem durch seinen berauschenden Klangteppich. Allein, wie er die Zeile "D'aller là-bas vivre ensemble" aufblühen lässt (was Barbra Hendricks aber auch hinreißend nachvollzieht), ist ein besonderes Juwel in einem reichhaltigen musikalischen Diadem. Leider hat Victoria de los Angeles anscheinend nicht alle Duparc-Lieder aufgenommen, aber wenigstens kann man ihre unübertreffliche Interpretation in der Begleitung von Gerald Moore hier hören: http://www.youtube.com/watch?v=XqZdO-_ishg

Was mich an den sechs orchestrierten Liedern Duparcs so fasziniert, ist aber nicht nur die souveräne Stimmführung, sondern ganz besonders sein virtuoser Einsatz des Orchesters, das er wie eine Palette zur Erzeugung von impressionistischen Tongemälden nutzt, und das ganz anders als Chabrier und deutlich vor Debussy, der doch als der eigentliche Impressionist der Musik gilt.

Interessant sind die Unterschiede zwischen Duparc und Chabrier. Während Duparc gleich einen Rhythmus vorgibt, vielleicht den einer Bootsfahrt, der sich dem Gedicht wie ein perfekt passender Handschuh überstreift, wählt Chabrier, ganz wie es seine gern idiosynkratische Art ist, eine Art virtuoses Rezitativ, die es dem Zuhörer allenfalls gegen Ende erlaubt, sich in die Musik fallen zu lassen. Man kann das in dieser interessantem Version mit Klavier und Kontrafagott verfolgen, die sicher nicht so perfekt ist, wie die von Felicity Lott auf ihrer, Beaudelaire gewidmeten Aufnahme, die sich auch sehr lohnt. Leider gibt es sie nur noch auf dem französischen Marktplatz:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/61…L500_AA300_.jpg

Zwar ist nicht zu überhören, dass Duparc (wie auch Chabrier) seinen Wagner sehr gut kannte; unüberhörbar ist aber auch, dass er sich bei der Aneignung der bei Wagner gewonnenen Erkenntnisse nie mit etwas auch nur ansatzweise Epigonalem zufrieden gibt, sondern eine ganz eigene Klangwelt schafft, die sich eigentlich erst Jahrzehnte nach ihm wirklich durchsetzen sollte. Es ist wirklich nicht auszudenken, was uns durch Duparcs fatale Nervenkrankheit alles vorenthalten wurde, und dennoch ein Glück, dass er uns immerhin das wenige erhalten hat, was wir heute noch kennen dürfen. Allein das deutet für mich darauf hin, dass er, wäre ihm ein reiches Schaffensleben vergönnt gewesen, heute als durchaus gleichrangiges Bindeglied zwischen Berlioz und Debussy anerkannt würde. Andererseits ist das Chabrier aber auch nicht recht geglückt. Vielleicht ist Duparc ja, wie dieser, in erster Linie ein Komponist für Kenner, insbesondere Interpreten und andere Komponisten?

Wie ich aus Euren Antworten lernte, gab es noch zwei weitere französische Komponisten, die ebenfalls an diesem faszinierenden Gedicht Beaudelaires versuchten und deren Name mit C beginnt: Gustave Charpentier, der Komponist der großartigen Oper LOUISE, und der wohl nicht nur mir bislang unbekannte Jules Cressonois (1823-1883). Zu deren Kompositionen kann ich aber mangels eigener Kenntnis (noch) nichts sagen.

Übrigens wurde das Gedicht auch verfilmt, und zwar von der französischen Avantgardefimerin Germaine Dulac (1882 – 1942). Wer mehr darüber wissen will, kann es hier erfahren: http://www.arte.tv/de/germaine-dulac/892138.html

:hello Rideamus
Rideamus (27.10.2012, 09:30):
Auch faule Menschen können Versuchungen erliegen. Sie sollten allerdings aufpassen, dass sie wissen, was sie tun, damit sie nicht im Schwall des, hier wortlosen, Geschehens ertrinken.

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistenvornamens

TIPPS
Ein ebenfalls überaus selbstkritischer Landsmann des Komponisten von Nr. 6! – Quasimodo

Harry Potter wäre sowas nie passiert... – Alviano

Mickey Mouse erwies sich jedenfalls für dieses Metier als ungeeignet – Emotione

Hier hat ein nicht ganz unbekannter Dichter (kein Landsmann des Komponisten) etwas Berühmtes in die Welt gestellt - vielleicht als Warnung? – Gurnemanz

Mit einem Staubsauger wäre das nicht passiert! - Severina

Micky Maus (in einem bestimmten Film) und Harry Potter haben etwas gemeinsam, das dem Instrumentalstück zugrunde liegt, um das es hier geht. Dazu gehört, sozusagen als Handwerkszeug, der weiter oben bereits angesprochene gängige Haushaltsgegenstand – Rideamus

Schlagartig entsteht im Werk des Dichters ein Pendant des Ungehorsamen – Emotione

Es gibt nicht nur Geister, die stets verneinen, sondern auch solche, die gerne die Tür von außen zumachen dürfen – Alviano

Nicht nur ungehorsame Kinder stellt man in die Ecke - Athene

Etwas märchenhaft geht's darin schon zu. Allerdings wird kein einziger Ton gesungen. Allzu lang dauert's auch nicht; nach ca. 12 Minuten ist der ganze Spuk vorüber. Was will man mehr! - Gurnemanz

Wer Gespenster ruft, sollte vorher prophylaktisch die Ghostbusters bestellen – Mauerblümchen

Als ein der Faulheit recht aufgeschlossener Mensch, dachte ich bei dieser Frage, sie von anderen lösen zu lassen. Aber wie sage ich jetzt "Genug der Tipps", das kann ja nicht so weiter gehen – Pavel

Als ein der Faulheit recht aufgeschlossener Mensch, dachte ich bei dieser Frage, sie von anderen lösen zu lassen. Aber wie sage ich jetzt "Genug der Tipps", das kann ja nicht so weiter gehen? - Pavel

Es wird also Zeit, dass der Chef einschreitet und sich der Alte mal um die Sache kümmert – Alviano

Im Gegensatz zu David wird der Gesuchte auf das "Knie nieder und nimm diese Schell'" wohl noch lange warten müssen – Waldi

Auch an einem Shakespeare-Stoff hat sich der gesuchte Komponist versucht. Oper wurde es aber keine. Allerdings hat der Komponist auch eine Oper geschrieben, für deren Libretto wiederum ein berühmter belgischer Dichter verantwortlich zeichnet – Amelia Grimaldi

Immer diese Azubis.... die kann man keinen Moment aus dem Auge lassen! - Archaeopterix

Ja die Reinigung des Haushalts ist nicht immer einfach, da kommt man oft ins Schwitzen – Oper 337

Ob der Bursche wohl der Elektra ihr Gerät stahl um Holz zu fällen? – Succubus

Es ist nicht das Werk des gesuchten Komponisten, wo es um einen bekannten "Frauenmörder" geht und die Opfer gar nicht erlöst weg gehen wollen, als endlich eine emanzipierte Frau sie befreit – Teresa Cellini

Die Lösung:
Paul Dukas: L’apprenti sorcier / Der Zauberlehrling
Lösungsbuchstabe: L
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=XChxLGnIwCU

Ich versuche ja immer wieder, in meine Rätsel auch instrumentale Stücke einzubauen. Die lassen sich leider nur schlecht umschreiben und erfragen. In diesem Fall aber drängte sich mir das Stück, das ich schon lange mal heranziehen wollte, beim Thema Verführung geradezu auf. Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich eigentlich auch ein Faulpelz bin, der sich gerne von Möglichkeiten verführen lässt, sich vor einer Arbeit zu drücken.

Das scheint auch für Paul Dukas (1865-1935) zuzutreffen, denn sein hinterlassenes Werk ist relativ schmal. Quasimodo hat aber den eigentlichen Grund dafür in seinem Tipp genannt: Ähnlich wie sein Landsmann Duparc war Dukas ungemein selbstkritisch und hat große Teile seines Werkes vernichtet, darunter immerhin seine komplette zweite Sinfonie, was besonders bedauerlich ist, da seine erste von 1897 dem Solitär von César Franck und der Orgelsinfonie von Saint-Saens gleichrangig ist. Wir kennen also nur vier Orchesterwerke von ihm, und dennoch ist es nicht ganz gerecht, dass er – ähnlich wie Saint-Saens mit seinem KARNEVAL DER TIERE – seine Popularität einzig und allein aus diesem Orchesterscherzo nach Goethes Gedicht vom Zauberlehrling bezieht. Oder wer kennt schon seine Oper ARIANE ET BARBE-BLEU, auf die sich der letzte Topp von Teresa Cellini bezog?

Dieses eine Instrumentalwerk ist allerdings wirklich ein Geniestreich, und wenn jemals ein Werk die Bezeichnung Tondichtung verdient hat, dann dieses. Allein, wie er gleich zu Beginn durch eine Folge übermäßiger Dreiklänge die angemessene Zauberatmosphäre schafft, bevor das charakteristisch voran stampfende Motiv der schreitenden Besen das Stück erst zögernd, und dann immer unaufhaltsamer zu dominieren beginnt, bis nach dem Spalten des Besens durch den verzweifelten Zauberlehrling dieses Motiv sogar fugiert wird, zeigt eine vollendete Meisterschaft der Komposition. Dass Dukas sich auch auf das Orchestrieren vollendet verstand, zeigt der Einfall, die sich steigernden Wasserschwälle mit Streicherkaskaden zu illustrieren. Neben dem TILL EULENSPIEGEL von Richard Strauss ist dieses Stück deshalb auch besonders für Kinderkonzerte geeignet, denn die bildhaften Assoziationen, die Kindern den Zugang zu Orchestermusik erleichtern, gibt es hier in Hülle und Fülle. Man muss nicht einmal das Goethe-Gedicht kennen um das zu schätzen, denn allein die Mitteilung seines Themas genügt um die richtigen Assoziationen auszulösen. Deswegen wird der Film auch immer wieder Jung und Alt große Freude bereiten.



Zu seiner Durchsetzung bedurfte das Stück zum Glück aber nicht erst des kongenialen Zeichentrickfilms aus Walt Disneys FANTASIA, obwohl der erheblich zu seiner Popularisierung beigetragen hat. Da dieser Film erst nach seinem Tod erschien, hätte er Dukas das Stück womöglich sonst auch noch vernichtet. So aber können wir uns dauerhaft über eines der kostbarsten Juwelen der Orchesterliteratur freuen.

Aufnahmen des Werkes gibt es natürlich in Hülle und Fülle, und viele davon erfüllen fraglos ihren Zweck – auch für jenen, denen das Stück von der Interpretation Stokowskis in dem Film vorgeprägt wurde. Meine Lieblingseinspielungen sind aber auch schon altbewährt. Da wäre einmal die von Ernest Ansermet, mit der ich vermutlich das Stück kennen gelernt habe, sieht man einmal von einer gelegentlichen anonymen Begegnung im Radio ab.



Die Scheibe hat den großen Vorteil einer sehr sinnvollen Kopplung mit einem anderen Meisterwerk von Dukas, der Ballettmusik zu LA PERI sowie den thematisch verwandten JEUX Debussys und dem DANSE MACABRE von Camille Saint-Saens.

In jedem Wortsinn zauberhaft ist auch diese Kombination, die wohl nur noch antiquarisch greifbar ist, allein schon wegen Charles Dutoits Interpretation des APPRENTI SORCIER den Erwerb wert ist, da sie auch eine sehr gute Klangqualität liefert.



Sehr empfehlenswert für den einschlägigen Zweck ist auch diese Aufnahme mit Charles Munch und seinen Bostoner Sinfonikern, welche die Grundlage für das Kinderkonzert von Lutz Lansemann bietet – eine inzwischen schon ältere Reihe, die ich aber aus seinerzeit eigener Erfahrung mit meinen Kindern jedem sehr empfehlen kann, der gute Klassikplatten für Tweens und Teens sucht



Bleibt die spannende Frage, welches Eure Lieblingsaufnahmen dieses herrlichen Stückes sind.

:hello Rideamus
Heike (28.10.2012, 09:41):
Lieber Rideamus,
leider trage ich im Allgemeinen zu Deinen Rätselauflösungen wenig bei, was mehrere Gründe hat:
Viele der vorgestellten Werke kenne ich nicht oder nur rudimentär. Diejenigen, die ich besser kenne, habe ich meist nicht auf CD oder DVD (ich besuche Opern am liebsten live und höre als CD fast nur Kammermusik und Klavier). Das gilt z.B. für Don Giovanni, wo ich unzählige Aufführungen sah, aber keine einzige Aufnahme habe. Nun, darüber könnte man auch berichten, aber dann kommt wieder das garstige Zeitproblem ins Spiel..... gemischt mit Faulheit, dies oder das nochmal genauer rauszusuchen. Asche auf mein Haupt.

Also, ich gestehe: ich genieße es immer, Deine ausführlichen Auflösungen zu lesen, die links anzuklicken und hier oder da Neugier auf Neues zu entwickeln
und entschuldige mich für die mangelnde Beteiligung, was Deine regelmäßigen Fragen nach eigenen Eindrücken betrifft!
Heike
Rideamus (28.10.2012, 13:24):
Liebe Heike,

ich danke Dir für Deine Entschuldigung, die aber wirklich nicht nötig ist. Meine Bitte um Beteiligung galt ja nicht zuletzt der Vermeidung des Eindrucks, dass ich hier nur endlos monologisieren will. Da trifft es sich gut, dass ich mich heute kurz fassen kann:

Frage 8
Wir kehren zum Reisemotiv zurück, bleiben aber bei dem Vorleger der letzten Frage. In diesem Lied ist von einer eher kürzeren Reise die Rede, auf der sich jemand vor einem Verführungsversuch so sehr ängstigt, dass er sein Reiseziel nicht lebend erreicht.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Komponisten, der mit dem ersten Buchstaben des Vornamens eines anderen identisch ist, der (auch) das Stück orchestriert hat. Dessen korrekte Nennung bringt einen Extrapunkt.

Tipps

Wenn ein Vater auf die Verführungskünste seiner Töchter setzt, hat der andere einen schweren Stand! – Severina

Das kenne ich auch noch auswendig und ich erinnere mich gut, dass ich es als Kind extrem gruselig fand und endlos darüber nachgedacht habe. Wobei ich bis heute zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen bin, was die Deutung angeht - Heike

Da gibt es Gemeinsamkeiten mit einer spinnenden ruhelosen jungen Dame... – Athene

Triolen, nichts als Triolen – Pavel

Der stille Held dieser Zeilen ist ein Pferd – Archaeopteryx

Beeing John Malkovich – Alviano

Mit Müh und Not habe ich die Lösung gefunden. – Gurnemanz

Tödliche Einbildung: den Verführer gibt's hier ja gar nicht! Oder? – Quasimodo

Der Unhold – Emotione

Orchesterversionen mit korrektem ersten Buchstaben des Vornamens des Bearbeiters gibt es mindestens zwei ... die zweite ist zugegebenermaßen sehr frei – Mauerblümchen

Ist es nicht der Erziehungsberechtigte mit seinem Sohn Fritz, der hinter ihm auf dem Sozius sitzt? – Calisto

Es gab in einer deutschen Fernsehsendung mal eine Version für einen Schlagersänger und zwei Komiker (beide mit einer soliden, wenn auch nicht ganz professionellen musikalischen Ausbildung) zu hören, wobei der Name eines der Spaßvögel mit demselben Laut beginnt wie der des Originalkomponisten – Kater Murr

Ich frage mich oft, ob das ein Fall für den Juristen oder den Seelenklempner ist – Succubus

Einer der Vertoner trägt als Familiennamen einen gleichnamigen König der Tiere – Succubus

Reitest du durch Nacht und Wind zu dem Treffen ? – Pavel

Franz heißt - nein, nicht die Kanaille, sondern das Genie – Waldi

In einer der vielen Parodien auf dieses Werk geht es um den Kaiserschmarrn – Amelia Grimaldi

I never drink ... wine... ! – Archaeopteryx

In einer Parodie auf dieses Werk stirbt am Ende das Pferd – Teresa Cellini

Die Lösung:
Franz Schubert: Der Erlkönig op. 1, D328
Orchestriert von (u.a.) Hector Berlioz
Lösungsbuchstabe: H
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=sTYqFzps0i4

Es hätte natürlich auch um den gehen können:


Aber so gemein bin ich dann doch nicht. :tongue:

Bei der Erarbeitung dieser Lösung störte mich die Tatsache, dass es zu diesem Kunstlied, vielleicht einem der populärsten überhaupt, noch keinen eigenen Thread gab. Ich habe ihn deshalb eingerichtet, so dass ich mir hier viel Arbeit sparen und einfach darauf verweisen kann: Schubert: Der Erlkönig - "Ein sichtbares Bild"

Natürlich habe ich die Nennung von Hans Werner Henze (R.I.P.) als gültige Qualifikation für den Extrapunkt anerkannt, da die Bedingungen der Frage nach einem Orchestrator dank des Anfangsbuchstabens von Hans Werner Henzes Vornamen ebenfalls erfüllt wurde. Dass das gerade noch rechtzeitig zu einer kleinen Ehrung eines großen Komponisten führen würde, der soeben gestorben ist, konnte man da natürlich nicht ahnen.

Weitere Diskussionen zum Stück und seinen Interpreten bringt ihr am besten in dem oben genannten Thread unter.

:hello Rideamus
Rideamus (28.10.2012, 19:07):
Ich schwöre, es ist wenioger meine Faulheit als der Zufall, der mir gleich noch eine zweite Lösung an die Hand gibt, zu der ich nicht viel schreiben muss - vorerst jedenfalls.

Neues Genre: Wenn man jemanden verführen will, es sich aber nicht schickt, dass man ihn bzw. sie anspricht, hilft es zuweilen, einfach so zu tun, als liebe man sich, ganz wie auf einer verruchten Bühne.

Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens. Es ist auch der letzte des Vornamens des Librettisten.

TIPPS

Baumwollblüte spielt auch eine Rolle... – Athene

Unseres Rätselmeisters offensichtliche Vorliebe für ein spezielles Fortbewegungsmittel schlägt sich auch in dieser Frage nieder! - Severina

Ich glaube auch und auch ein kleines Bacherl rinnt auf der Bühne hin und her – Oper 337

wenn die Idee, die ich habe, stimmt, wäre das "kleine Bacherl" von dem der Peter spricht, die Untertreibung des Jahrhunderts – Alviano

Unser Rätselmeister hat für diese Dinger eine große Schwäche .

Zu Nr. 9 vermute ich eine Flussfahrt mit Gesang – Calisto

ca. 40 Jahre im Zeitraffer – Emotione

Wenn meine Vermutung stimmt, dann ist das "kleine Bacherl" nicht nur eine gewaltige Untertreibung, sondern die flüssige Grundlage für die bekannteste Nummer aus dem Werk – Mauerblümchen

Gegenüber des Eifelturms liegt eine imposante Anlage mit Garten. Der Name dieses Gartens ist identisch mit einem Schauplatz im Stück – Alviano

Die Vorliebe unseres Rätselmeisters für diese Gattung versucht er seit Jahren geduldig mit uns zu teilen. We should believe him! – Heike

Nicht nur das "Bacherl", sondern auch eine Weltausstellung dient als Schauplatz – Pavel

Obwohl der speziellen Gattung an sich nicht sehr gewogen, kenne ich es dank der Verfilmung, bei der ich als Jugendliche immer Rotz und Wasser geheult habe, sehr gut. Daher schaffte ich die Lösung auf Anhieb, ohne dass ganze Wälder zur Erzeugung von Holzlatten und Holzhämmern gerodet werden mussten, wie normalerweise bei mir, wenn's um ein .......... geht - Severina

Sucht einfach des Pudels Kern! – Waldi

Die weibliche Hauptperson trägt den gleichen Namen wie ein Film mit Tom Cruise – Succubus

"Neues Genre" trifft es ganz gut: Das Stück gilt als Erstling – Quasimodo

Der Vorname des Komponisten entspricht dem Vor- wie dem Nachnamen eines englischen Schriftstellers, der sich in seinem bekanntesten Buch mit dem Thema einer Themsefahrt beschäftigt hat (und in der Fortsetzung mit einer Deutschlandreise derselben drei Herren) – Waldi

Vielleicht sollte man sich öfter Boote anschauen – Gurnemanz

Nicht nur des Pudels Kern kann man hier finden, war doch diese Frage überhaupt ein Hammer, darauf schwör ich Stein und Bein – Amelia Grimaldi

Auch wenn es der Titel vermuten lässt, um eine Boots-Schau geht es leider nicht – Archaeopteryx

Hier ist es der Rassismus, der zur Folge hat, dass der Verführer überhaupt die Bühne betreten darf. Das tragische Opfer dieses Rassismus war optisch vielleicht niemals schöner, als in jenem Film, wo eine "barfüßige Adelige" die Rolle verkörpert hat – Teresa Cellini

Die Lösung
Jerome Kern: SHOW BOAT – Make Believe
Lösungsbuchstabe: R
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=RyVvaUQUtpk

Endlich mal ein Musical, das den meisten keine offenbaren Schwierigkeiten bei der Erkennung bereitete, denn der Mississippi, des sogenannte „kleine Bacherl“ bringt wohl auch bei uns jeden auf dieses epochale Werk, bei dem jeder natürlich sofort an „Ol‘ Man River‘ denkt, aber nicht zwangsläufig an dieses hübsche Duett, das, wie überhaupt vieles von Jerome Kern, jeder Operette und mancher Oper zu ehrenvollem Schmuck gereichen würde.

Da ich ohnehin vorhatte, für das SHOW BOAT einen eigenen Thread zu eröffnen, werde ich das in Kürze tun und verweise schon mal darauf, dass alle Kommentare zu diesem Werk dann gerne auch in dem speziellen Thread gegeben werden können und sollten. Bis es ihn gibt, verweise ich schon mal auf meinen Thread zu Jerome Kern, in dem bereits Einiges über dieses Musical zu finden ist: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…good-songs-grow.

In der Zwischenzeit könnt Ihr Euch ja mal den oben verwiesenen Link zu der bis heute besten Filmversion ansehen.

:hello Rideamus
Rideamus (30.10.2012, 09:32):
Was ein rechter Verführer sein will, der sorge dafür, dass sein Opfer mit ihm in eine abgelegene Laube geht und dort sein Blut so richtig in Wallung gerät. Wer rät, warum beides hier wichtig ist?

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Komponistenvornamens (der dritte von hinten ginge auch)

TIPPS
Der dritte Buchstabe des Komponistenvornamens ist identisch mit dem drittletzten? Das eliminiert viele kanonische Kandidaten: Monteverdi, Mozart, Beethoven, Rossini, Donizetti, Verdi, Wagner, Offenbach, Gounod, Bizet, Giordano, Ponchielli, Boito, Leoncavallo, Mascagni, Puccini, Strauss, Schönberg, Debussy, Ravel, Britten, Stockhausen. Slawische wären von vorneherein außen vor wegen Transliterationsambiguitäten (Prätentionsmodus aus) - Friedrich/Bedrich Smetana usw. Aber Chérubini (Luigi), Massenet (Jules), Berg (Alban) und Zimmermann (Bernd Alois) würden gehen - Gnade des kurzen Vornamens. Vielleicht noch andere!? Bei "Hans" ist der dritte Buchstabe ein "N", der drittletzte jedoch ein "A". - Trotzdem sind vierbuchstabige Vornamen nicht grundsätzlich ausgeschlossen, "Peer" ginge problemlos. Ich kenne nur keinen Opernkomponisten mit diesem Vornamen. – Mauerblümchen

"Odo", "Ede" und "Bob" gingen übrigens ebenfalls - Gurnemanz

Wenn ich recht habe, könnt ihr Eure drei-, vier- und fünfbuchstabigen Vornamen alle einstecken - ACHT! - Quasimodo

Eine Frist läuft ab, jemand singt von einem bleichen Mann, ein Schiff kommt jedoch in diesem Stück nicht vor – Emotione

Wenn man den bleichen Mann und das Blut, das in Wallung zu bringen ist, zusammen bringt, hat man den Operntitel auch ohne diese Hilfe fast beieinander – Mauerblümchen

Die Diät des Verführers ist recht einseitig, aber zumindest für ihn nicht ungesund! – Severina

Die Titelfigur ist auf unberührtes Fleisch aus – Succubus

Der besondere Umstand, dass derzeit (noch) ein leichter Vorsprung an richtigen Lösungen bei den Männern zu verzeichnen ist, könnte darauf hinweisen dass hier nicht nach einer Operette gefragt ist. Ferenc heißt die Kanaille, vor der einem grauen könnte, hier also nicht - und auch nicht Franz, obwohl da das Buchstabenrätsel hinhauen würde. Sinnigerweise beginnt der Name des Verführers übrigens wie ein Frauenname – Rideamus

"Still und heimlich sag ich‘s dir", eine Oper ist‘s, das glaube mir - Alviano

Es ist nicht Peter Joseph von Lindpainter, obwohl der im gleichen Jahr auch eine Oper mit diesem Stoff geschrieben hat – Pavel

Für den Komponisten gilt Gretchens "mir graut vor Dir" nicht.... Auf CD begegnet dem Hörer unter anderem Siegmund Nimsgern in der Rolle des Verführers – Athene

Der Verführer hätte sich vor lästigem Blitzlichtgewitter schützen sollen – Succubus

Nach den vielen schönen Tipps hier habe auch ich mich auf den Marsch begeben und die Lösung tatsächlich gefunden – Gurnemanz

Meine Lösung ist noch nicht bestätigt, aber kaum zweifelhaft. Daher: Das Opfer in der Laube heißt mit dem Vornamen so wie eine von Streifenpeters Wiener Lieblingssopranistinnen – Waldi

Es gibt halt Lauben, da kann man sich was erlauben – Oper 337

Womöglich handelt es sich um einen entfernten Verwandten von Rüdiger von Schlotterstein – Amelia Grimaldi

Um drei Bräute zart und rein innerhalb einer bestimmten Frist zu finden, kann man schnell in Zeitverzug geraten – Calisto

Es ist nicht das Wiener Blut, das den Verführer antreibt – Teresa Cellini

Die Lösung:
Heinrich Marschner: Der Vampyr – Leise dort zur fernen Laube
Lösungsbuchstabe: I
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=Uwu1rC4250A

In einer Zeit, in der jedes Buch mit ein bisschen Biss gleich zum Bestseller wird, konnte ich natürlich diesen sehr eigentümlichen Verführer nicht achtlos übergehen, zumal er in dem hier angefragten Duett ein Pendant zu dem berühmtesten Verführungsduett überhaupt singen darf, das man mit „Reich mir den Hals, dein Leben“ umschreiben kann. Da durfte es auch nicht stören, dass Teresa Cellini bereits in ihrem Hochzeitsrätsel die Entstehungsgeschichte der Oper ähnlich ausführlich beschrieben hat (s. Auflösungen: Unerfreuliche Hochzeitsvorfälle oder Was Bräute bei der Hochzeit erleben müssen) wie ich in einem früheren Osterrätsel, das ich aus schierer Faulheit und, wie ich gerne bekenne, mangels zusätzlicher Ideen und Informationen aktualisiert in diesen Thread über den Komponisten Heinrich Marschner einbrachte: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…50-jahre-danach

Diesen Text jetzt ein drittes Mal zu zitieren, wäre wirklich zu viel des Guten, und deshalb kann ich nur hoffen, dass diesen Links auch von allen gefolgt wird, die sich an die beiden Texte nicht mehr erinnern oder sie gar nicht erst kennen. Leider hat sich die Situation, was Einspielungen von Marschner Werk betrifft, seither nicht verbessert. Im Gegenteil: sowohl die vorzügliche Aufnahme Helmut Froschauers mit Jonas Kaufmann als auch die von Günther Neuhold sind nur noch antiquarisch greifbar, was angesichts von Kaufmanns Popularität zumindest im ersteren Fall überrascht. Hat da jemand noch nicht gemerkt, auf was für einem Schatz er da sitzt?

Immerhin gibt es bei YouTube eine ganze Reihe von Ausschnitten aus seiner Aufnahme sowie (leider nur) den zweiten Teil einer besonders seltsamen, aber nicht uninteressanten Aufführung, die der Regisseur Zóltan Bálasz nach Japan verlegt – warum auch immer. So entsteht eine Mischung aus Butterfly, Turandot und eben dem Vampyr, der dem Stück den Reiz des Eigentümlichen wieder verleiht, der ihm in dem für unsere Ohren verstaubten Originaltext abgeht: http://www.youtube.com/watch?v=Zr-bAwmWSBM

Nach wie vor am eindrucksvollsten finde ich jedoch die englische Bearbeitung, die David Parry und der Regisseur Nigel Finch 1992 unter dem Titel THE VAMPYR- A SOAP OPERA für die BBC erstellt haben. Hier http://www.youtube.com/watch?v=WcQAaaEjKyw und hier http://www.youtube.com/watch?v=jJ6sAovogLc kann man immerhin ein paar Ausschnitte aus diesem waschechten Horrorfilm zur originalen Musik Marschners sehen. Hier kann man auch noch einen Ausschnitt aus einer der wenigen jüngeren deutschen Aufführungen sehen und hören, in dem der Tenor Jeremy Randall die von Richard Wagner ergänzte Arie „Wie ein schöner Frühlingsmorgen“ singt.

Wirklich schade, dass sich unser Opernpublikum anscheinend nicht für diese hochinteressante Oper erwärmen kann, der ich gerne bescheinige, dass sie alles andere als blutleer ist, auch wenn der Text sehr unsicher auf dem schmalen Grad zwischen dem Erhabenen und dem Lächerlichen schwankt. So ist man darauf angewiesen, sich die Oper auf der Basis dieser ordentlichen, aber nicht herausragenden Auffnahme anzueignen:



Oder kann jemnand etwas zu dieser alten Aufnahme sagen, die ich noch gar nicht kenne?



Die im ersten Hinweis unter der Lösung angeführte und absolut diskutable Aufnahme aus Bologna unter der Leitung von Roberto Abbado gibt es übrigens komplett im Netz, leider aber nicht am Markt. Vielleicht findet sie ja irgendwann den Weg zu YT.

:hello Rideamus
Rideamus (31.10.2012, 11:01):
Vorgesetzte, die ihre Untergebenen verführen wollen, haben es auch nicht immer leicht, denn sie dürfen sich keinesfalls kompromittieren. Hier bringt die Tugendhaftigkeit einer zu verführenden Person eine vorgesetzte Person fast zur Verzweiflung. Dabei hätte sie wissen können, dass in der Umgebung von Leuten mit solchen Vornamen sogar Jungfrauengeburten möglich sind.

Gesucht werden der zweite Buchstabe des Komponistenvornamens und das Accessoire, wegen dem die Vorgesetzte auch historischen Ignoranten bekannt ist, obwohl sie es wohl nie getragen hat.

TIPPS
Die historische Person, um die es sich hier handelt, behauptete sich allen Anfechtungen zum Trotz 19 Jahre auf ihrer Position – Emotione

Das lag sicher daran, dass jemand keine Lust hatte mühselige Aufgaben zu erledigen – Maggie

Das biblische Vorbild des hier gesuchten "Opfers" wird vom Georg in Lortzings Waffenschmied als Beispiel angeführt.... – Athene

Nun ja, diese Frage zu beantworten fiel mir leicht. Wieso wohl? Nein, ich hab mit der gesuchten Person nichts gemein, das ist nun nicht der Fall – Maggie

Fritzi Massary sang bei der Uraufführung die Titelpartie. Gesetzt den Fall, man kennt das Accessoire, fehlt zur Lösung ja nur noch die Anrede – Emotione

(Gesetzt den Fall) ... aber nur, wenn der Fall eben auch gesetzt ist! Der Casus macht mich lachen ... – Mauerblümchen

Auf jeden Fall ließ mich Herr Boucher der Gesuchten ins Auge sehen – Amelia Grimaldi

(Gesetzt den Fall) ... Also, Ich setz' den Millöcker! (Quasimodo)

Auch hier handelt es sich um eine Gattung, die unser lieber Rätselmeister mit bemerkenswerter Geduld immer wieder vorstellt. Ohne die Tipps auf Capriccio hätte ich das nie rausgekriegt. Ich kenne von dem Werk nur die gesuchte Nummer, genau gesagt auch davon nur die ersten zwei Zeilen. Es wird da behauptet, dass eine gewisse Zärtlichkeit fast lautlos zu machen ginge – Heike

Zu dieser Frage wollte mir erst gar nichts einfallen, ja sie hat mir sogar äußerst missfallen, bis dann endlich der Groschen gefallen ist und ich mir den Beifall unseres Rätselmeisters sichern konnte. Also wäre der Fall gelöst und ich kann den gefallenen Groschen in meine Beuteltasche stecken! - Severina

Ein Löwe kommt auch vor – Gurnemanz

Auch ein, etwas angewandtes Zitat aus der Bibel ist drin, wenn auch etwas anders verwendet, dieses ist doch sehr frei verwendet – Oper 337

Wer sich nicht über die Bibelzitate an Frage 11 herantasten kann oder will, mag das vielleicht lieber über die Historie. Die Titelfigur ist eine historische Person, höchst einflussreich. Diesen Einfluss hat sie nicht nur für sich und ihre Familie benützt, sondern auch Künstler gefördert und Politik betrieben – Amelia Grimaldi

Wenn Du bei meinem Tip (#192) an eine weitgehend ausgestorbene Sprache denkst und die Tips aus #187, #188 und #189 wörtlich nimmst, müßtest Du zumindest den Namen des Komponisten vor Dir sehen... – Gurnemanz

Ich wollte mit meinem Tip ja nicht behaupten, Carl Millöcker sei der gesuchte Komponist, aber von ihm gibt es ein Duett, das beginnt mit den Worten: "Ich setz' den ..." Jetzt noch Gurnis lateinischen Löwen davor, dann muss sich Madame nur noch das passende Handtäschchen aussuchen ... – Quasimodo

Wie viel Kubikmeter Sauerstoff sind eigentlich in so einer Aktentruhe? – Succubus

In dem Stück wird eine große Dame als eine "grosse Ha-ha-ha" verlacht. Jo-Jo-Jo... – Alviano

Der Komponist war u.a. Sologeiger am Berliner Metropoltheater – Calisto

Ein berühmter Titel dieses Stückes handelt von einem Herren, der auch schon zu Bibelzeiten schwer rumzukriegen war – Archaeopteryx

Im "Waffenschmied" wird vom biblischen Namensvetter des in der Frage von Verführung bedrohten Künstlers ebenfalls gesungen, die Verführerin aus der Bibel aber wird nicht erwähnt. In dem Musical eines umstrittenen Komponisten ist diese Verführerin ebenfalls nur eine Randfigur – Teresa Cellini

Die Lösung:
Leo Fall: Die Pompadour – Joseph, ach Joseph, was bist Du so keusch
Lösungsbuchstabe: E
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=UOZsIvIrEk8

„Leo Fall war ein Großmeister der Operette. Selbst die Nationalsozialisten konnten seinen Werken nicht mehr antun, als von 1933 bis 1945 die Aufführungstradition zu unterbrechen. Danach standen „Der fidele Bauer“, „Madame Pompadour“ und „Die Rose von Stambul“ bald wieder auf den Spielplänen – doch nicht lange. Als es in den 70er Jahren Mode wurde, Operette als seichte Unterhaltungskunst verächtlich zu machen, verschwanden Falls Werke allmählich von den Bühnen. Dem harten Kern der Operettenliebhaber waren sie ohnedies zu intellektuell opernhaft, und als E-Musik gingen sie nun einmal nicht durch. Heute ist Fall nahezu verschwunden.”

So begann Edwin seinen lesenswerten Thread über den Operettenkomponisten Leo Fall (Leo Fall - Opernkomponist als Operetten-Großmeister), der leider in der Tat heute fast nur noch dem Namen nach bekannt ist. Neuinszenierungen seiner Operetten pro Dekade lassen sich anscheinend bereits an den Fingern einer Hand abzählen. Wie bedauerlich das ist, lässt sich schon an dem kurzen, oben genannten Ausschnitt seines Meisterwerkes, MADAME POMPADOUR, erkennen, das Fritzi Massary groß gemacht hat (und das gilt in beiden Richtungen). Warum das mit vollem Grund so war, lässt sich leicht mit diesem größten Hit der Operette belegen: "http://www.youtube.com/watch?v=esr9s2EaTN0". Das Auftrittslied der Madame Pompadour, „Heut‘ könnt einer sein Glück bei mir machen“ war einst einer der größten Hits dieser Gattung, der ihr bevorzugtes Publikum in den 30er und 40er Jahren dennoch den Garaus machte, und das nur, weil einige seiner besten Künstler jüdischer Abstammung waren.

Die verschlagernde Einebnung der Operette in der Nachkriegszeit, der sich anspruchsvollere Partituren wie die Leo Falls entzogen, tat dann ein Übriges. Um noch einmal Edwin zu zitieren: „Fall ist ein glänzender Melodiker, und so merkt man beim genießenden Zuhören oft gar nicht, wie sich seine Melodien durch Tonarten durchmodulieren und scheinbar nebensächliche Wendungen den Impuls zum neu ansetzenden Bogen geben. Das wird gestützt von der raffiniertesten Instrumentation aller Operettenkomponisten außer Oscar Straus und der pikantesten Harmonik aller Operettenkomponisten – auch hier ist wieder nur Oscar Straus ebenbürtig“... „Falls angebliche Operetten wären auch an Opernhäusern ganz ohne Niveauverlust mühelos spielbar. Auf seine Werke Verzicht zu leisten heißt, das Repertoire einiger Werke berauben, die ebenbürtig neben so mancher Oper bestehen können.“

Dem ist wenig hinzuzufügen außer der Feststellung, dass in diesem Fall die sogenannte Silberne Operette durchaus auch golden (und nicht etwa nur goldig) sein konnte. Immerhin gab es gelegentlich auch einige liebevolle Wiederbelebungsversuche, wie diese Aufführung des Münchener Gärtnerplatztheaters unter der Leitung von Herbert Moog, die zum Glück für das Fernsehen festgehalten wurde, so dass man sie in erfreulicher technischer Qualität ab hier in zwölf Teilen auf YouTube verfolgen kann: http://www.youtube.com/watch?v=wdq6JMGGmwE. Noemi Nadelmann lässt zwar nicht gleich eine Fritzi Massary vergessen, liefert aber eine sehr gute Darstellung dieser, hier recht frivol verklärten, historischen Persönlichkeit, die als Mätresse Ludwigs XV. angeblich jene Beuteltasche erfand, die bis heute ihren Namen trägt, obwohl sie, wie Emotione zu Recht anmerkte, vermutlich einen viel zu guten Geschmack hatte um sie tatsächlich zu tragen.



Eine informative Seite zu der Operette nebst Inhaltsangabe findet sich hier bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Madame_Pompadour_%28Operette%29. Sie bietet natürlich auch reichlich Informationen über die historische Jeanne Antoinette Poisson, Marquise de Pompadour (1721 –1764), während die ulkige Synopsis unseres Streifenpeters: Wiener Streif(en)-Lichter – der etwas andere Opernführer ein ganz anderes Schlaglicht darauf wirft.

Hier muss aber nicht nur das Loblied des Komponisten, sondern auch einmal das der sonst gern geschmähten Operettentexter gesungen werden, denn was Rudolf Schanzer und Ernst Friedrich Wilhelm Welisch hier ablieferten, und was aus den Inhaltsangaben kaum hervorgehen kann, ist die pfiffige Subversivität, die Text und Musik dieser genialen Operette durchdringen. Nur die starken fleischlichen Triebe, die fortwährend auf Zensur und widrige Umstände treffen, sind ehrlich gemeint, aber auch sie dürfen natürlich nicht unverblümt ausgedrückt werden, wie in schon der ersten Zeile des von Alviano zitierten Spottcouplets deutlich wird:

Die Pom-Pom-Pom-padour
Hat einen großen Ha-Ha-Ha

Etwas raffinierter, aber nicht weniger deutlich, wird das in den schon im Text unüberhörbaren, permanenten rhythmischen (Verd-)Rückungen des Duetts zwischen der Pompadour und dem von ihr ausgeguckten Liebhaber René, „Ein intimes Souper“, die Fall noch weiter zu steigern weiß:

POMPADOUR:
Ein intimes Souper
Und ein Wein, ein recht schwerer,
Ah-ah-ah-ah.
Nur ein kaltes Buffet,
Doch ein heißer Verehrer.
Ah-a--aah-aaa

Ein dichtes Rolleau
Und eine Wolke vor’m Mond
Das wär was, wofür sich das Aufbleiben lohnt,
Wofür sich das Aufbleiben lohnt.

Wenn ich käme, fürcht‘ ich,
Dass ich zu toll mich benähme.
Drum müsstest zuvor du mir schwören,
Nur von mir, was erlaubt ist, in Ehren,
zu begehren.

RENE:
Ich versprech‘ es, doch mein Wort
Sag‘ ich dir gleich: ich brech‘ es,
Denn es gibt einen Eid, der nicht ist,
Den zu brechen einfach Pflicht ist
Wenn kein Licht ist.

POMPADOUR
Dann küss‘ ich den René
Beim intimen Souper….

Für mich ist diese Mischung aus normalem Konversationston und ungezwungenem Reim im Dienste einer zwar nicht explizit ausgesprochenen, dennoch eindeutigen Aussage echte Dichtung. Aber wie soll man so etwas komponieren und dabei noch weiter verbessern? Glaubt mir, Leo Fall konnte es, und das sogar ohne dem starken Erfolgsdruck der jazzigen Musik aus Amerika zu erliegen, die ein Künneke oder Abraham so wundervoll zu adaptieren wussten. Wie er das machte, das müsst Ihr schon selbst herausfinden.

Das geht sowohl bei dem oben genannten Fernsehmitschnitt hier ab 1‘45“ "http://www.youtube.com/watch?v=hHH9ViD2hy8" als auch, wenn man sich die alte Gesamtaufnahme von Max Schönherr besorgt, etwa hier: http://vocal-classics.com/product_info.p…39706a17469d473 oder per Download hier: http://www.amazon.de/Fall-Madame-Pompado…49774255&sr=8-2.

Findige können vielleicht auch noch eine recht ordentliche Rundfunkaufnahme Curt Cremers mit Ruth Margret Pütz und René Kollo im Internet auftreiben, aber all das ändert leider nichts an der Tatsache, dass es von einem der besten Stücke der Geschichte des Musiktheaters keine anständige Aufnahme auf dem normalen Markt, geschweige denn eine auf einem technischen Niveau gibt, das heutigen Möglichkeiten nahe kommt.

Die Meisterschaft, welche die Schöpfer der MADAME POMPADOUR im Ausdruck des eigentlich Unsagbaren an den Tag legten, hatte in der unheilvollen Dekade elf Jahre nach der Uraufführung dieses Werkes natürlich keine Überlebenschance mehr und hätte sie wohl selbst dann nicht gehabt, wenn Fall nicht Jude gewesen wäre. Zu seinem Glück, wenn auch zum großen Unglück der Nachwelt, brauchte er das nicht mehr zu erleben, denn sein Meisterwerk war leider auch beinahe Falls letztes. Keine drei Jahre nach seiner Uraufführung erlag er im Alter von nur 53 Jahren einem Krebsleiden. Dadurch wurde er zum Opfer einer bitteren Ironie der Geschichte: zu früh gestorben um noch als Verfolgter zu gelten und später als solcher rehabilitiert zu werden, war Fall nichtsdestoweniger auch ein Opfer der wachsenden Geringschätzung gerade der Operetten, die der Gattung den verdient schlechten Ruf gaben. So wurde seine ROSE VON STAMBUL, deren Exotik sich noch am ehesten für die verzuckerte Operettenseligkeit zu eignen schien, noch am häufigsten gespielt, bevor gerade sie sich zum prominentesten Gefährt in den Hades verwandelte, in dem der Talmi der Operette eingemottet wurde. Falls Meisterwerke hatten dank dieser doppelten Zugehörigkeit zu einer falschen Gemeinschaft aber keine Chance mehr. Ich fürchte, das wird zumindest für eine geraume Weile auch noch so bleiben.

:hello Rideamus
Rideamus (01.11.2012, 09:24):
Eine andere Methode von Vorgesetzten ist die indirekte Verführung. Man muss nur so tun, als ob der eigene Antrag der einer anderen sei, den es auszurichten gilt. Natürlich gelingt auch die nicht immer.

Gesucht wird der Titel der Heldin sowie der letzte Buchstabe des Komponisten dieser säbelrasselnden Vorgesetzten

TIPPS
Spontan muss ich an Mineralwasser denken... – Athene

Der standhafte Soldat hat vielleicht nicht zufällig den Namen eines preußischen Senior-Königs – Quasimodo

Die Säbel rasseln in einem von Eugène Sue erfundenen fiktionalen Kleinstaat – Emotione

Ja, der Zauber der Montur... - Amelia Grimaldi

Es ist aber nicht das T von Eberst gefragt ! – Pavel

Die Dame hat ein ausgesprochenes Faible für Männer in einer ganz bestimmten Arbeitskleidung – Alviano

Nichts Kleingräfliches tut sich da – Waldi

Da hat sich - so scheint es - jemand aus dem "Sommernachtstraum" ins falsche Stück verirrt ... – Mauerblümchen

Nicht nur mit seinen Zeitgenossen, sondern auch mit antiken Gestalten ging der Komponist teilweise recht respektlos um – Gurnemanz

Der Galan, der ihr eigentlich empfohlen, war ihr wohl zu sinister – Succubus

Wir bleiben im Genre der Vorfrage, und einen Adelstitel im Titel gibt es auch wieder – Heike

Wenn Amor die Karriereleiter hält, macht's "Bumm", und schon ist man General! – Severina

Ein Krieg bricht aus, weil sich eine kapriziöse Regentin langweilt – Calisto

Die u.a. vom Streifenpeter und mir geradezu bis zur Raserei geliebte Dame Felicity L. brillierte vor einigen Jahren mit dieser Rolle, ihrer zweiten dieses Komponisten, auch erhältlich auf CD und DVD! – Archaeopteryx

Hier wird ein Krieg verhindert, was einem Klotz besser gefällt, als in einem anderen Werk, wo sie in den Krieg ziehen – Teresa Cellini

Die Lösung:
Jacques Offenbach: La Grande Duchesse de Gerolstein – Dites-lui
Lösungsbuchstabe: H
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=q-dh-uOOutE

Wenn es irgendein Thema gibt, das insbesondere von der Operette gepflegt wurde, dann war es der der regierenden Dame, die ihre Macht von genetischen oder erotischen Faktoren ableitet, aber umso ungenierter ausübt, je fragwürdiger ihre Basis ist. Das reicht von legitimen Herrscherinnen wie Oscar Straus‘ Cleopatra bis zu Rudolf Kattniggs oder Clemens Schmalstichs Zarin Katharina einerseits und andererseits von erotisch dominierenden Gestalten wie Millöckers MADAME DUBARRY, Falls POMPADOUR bis zu Künnekes LADY HAMILTON und seiner ZAUBERIN LOLA (Montez). Selbst Paul Linckes LYSISTRATA kann man als nicht sehr entfernte Verwandte dazu rechnen. Ihrer aller Ahnin ist die großartige Schöpfung der Großherzogin von Gerolstein von Henry Meilhac, Ludovic Halévy und Jacques Offenbach aus dem Jahr 1867, die dank der Pariser Weltausstellung und der Beliebtheit der Diva Hortense Schneider bei gekrönten Besuchern aus aller Welt zum größten Erfolg ihres Komponisten überhaupt wurde, obwohl – oder weil - manch kursierenden Gerüchten nach die echte Schneider gelegentlich für Verwicklungen sorgte, die sich kein Operettenlibrettist hätte satirischer ausdenken können.

Während ihre Nachfolgerinnen fast durchweg starke Frauen mit einem unstillbaren Appetit nach starken Männern sind, schwankt die Großherzogin noch zwischen einem Spielball ehrgeizer Höflinge und Thronbewerber, die nur durch ihre eigene Unfähigkeit daran gehindert werden, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen, und ihrem Unvermögen, ihre eigenen Gelüste zu realisieren, wie es noch der, von Liselotte Pulver verkörperten, englischen Königin in Helmut Käutners Filmoperette DAS GLAS WASSER ging ("Schöne Queen, arme Queen, du hast alles, nur nicht ihn"). Diese Ambivalenz, die Offenbach Gelegenheit gibt, fröhliche Breitseiten in alle denkbaren Richtungen der Autorität von Herrschern bis zum Militär abzufeuern, ermöglichte es auch den Repräsentanten der europäischen Herrscherhäuser, über das Gebotene zu lachen, obwohl eigentlich sie selbst und ihr immer grotesker erscheinender Standesdünkel gemeint waren.

Das wird schon zu Beginn deutlich, wenn der aufgeblasene General Boum-Boum von seiner - offenbar inexistenten – Bedeutung prahlt, während gleich anschließend die Großherzogin davon unberührt verkünden kann, wie sehr sie das Militär liebt. Ernst zu nehmen ist hier allenfalls der unbedeutende Rekrut Fritz. Aber auch der hat mehr Witz als Verstand, wenn er eine große Karriere ruiniert, weil er seiner Verlobten treu ist und das Bett seiner Herrscherin verschmäht. Dabei hat sie sich doch so sehr um ihn bemüht. Es gibt wenig verführerische Arien als ihr intensiver Versuch, Fritz zu vermitteln, dass eine hochgestellte Dame des Hofes ihn liebt und bewundert. Man höre nur das Zitat ihres „Dites-lui“ in der großartig konzentrierten Potpourri-Ouvertüre, das gleich auf die militärischen Anfangstakte folgt. Wer den Kontext nicht kennt, kann hier ohne weiteres ein besonders rührendes Liebeslied aus einer Spieloper Aubers oder Lortzings vermuten. Aber Offenbach versteht sich natürlich auch darauf, dem Hörer diese Illusion schnell wieder zu rauben und zu der großspurigen Melodie überzuleiten, mit der die Herzogin den Säbel ihres Papas ausstellt, dem sie ihre Stellung verdankt.

Die Stadt Gerolstein gibt es tatsächlich. Sie findet sich in der Vulkaneifel unweit des Großherzogtums Luxemburg, das viele fälschlich als Vorbild des Großherzogtums Gerolstein identifizieren, und von ihr bezieht auch das Mineralwasser, dessen Erwähnung Euch sehr schnell auf die richtige Spur brachte, seinen Namen. In dem allgemeinen Bewusstsein der Pariser in der Mitte des 18. Jahrhunderts stand der Name Gerolstein jedoch für die mythische Heimat des Comte Rodolphe, der in Eugène Sues enorm populärem Fortsetzungsroman "Les mystères de Paris" von 1847/48 als Vorläufer späterer Supermänner dafür sorgte, dass intrigante Adelige und finstere Gauner der Pariser Unterwelt ihre gerechte Strafe erhielten. Dass ausgerechnet hier die Kriegslüsternheit und die ausgehöhlten Traditionen der höheren Stände Europas zur verknöcherten Absurdität geronnen sein sollten, musste dem damaligen Publikum wie ein besonders bissiger Witz vorkommen. Heute wird er jedoch kaum mehr verstanden. Bis heute sehr deutlich verständlich jedoch ist das zwischen Pathos und munterer Gleichgültigkeit schwankende Duett zwischen der Großherzogin und ihrem General Boum-Boum, in dem beide konstatieren, dass die „Grandes lecons du passé“, die großen Lehren der Vergangenheit nur darin münden, dass die Geschichte sich nur endlos wiederholt: „Was man macht, macht man wieder … Die Geschichte ist ein immenser Kreislauf“.
Bei näherer Betrachtung steckt dieses spritzig komische Werk voller solcher bissiger Details, die es eigentlich alle wert wären, herausgearbeitet zu werden, aber das würde den Rahmen einer Rätsellösung, ja selbst einer überfälligen Vorstellung des Werkes in einem eigenen Thread sprengen, den ich eines Tages gerne aus diesen ersten Gedanken zu dem Werk machen würde, wenn ich je dazu komme. Hier aber muss ich mich erst einmal darauf beschränken, meine eigenen Lieblingsinterpretationen des Werkes aufzuführen. Da wäre natürlich in erster Linie die Einspielung Marc Minkowski mit der grandiosen Interpretation der Titelrolle durch Felicity Lott zu nennen, vorzugsweise natürlich mit Bild auf dieser DVD:



Was hier, nicht nur von der Hauptdarstellerin, für ein Feuerwerk an zündenden Gags abgebrannt wird, sucht seinesgleichen, und deshalb ist es kein Zufall, wenn ich die DVD der ansonsten absolut gleichwertigen Audioaufnahme vorziehe.

Es soll aber auch Leute geben, die mit der Slapstickaffinität des Regisseurs Laurent Pelly nicht so glücklich sind. Die sind leider auf intensive Recherchen in älteren Aufnahmen aus Frankreich angewiesen, denn was es zu dieser Operette an deutschsprachigen Aufnahmen gibt, konnte ich bislang durchweg nicht zu Ende hören oder gar sehen. Das gilt leider auch für Nikolaus Harnoncourts internationale Aufführung in Graz mit Marie-Ange Todorovich. Am ehesten kann da noch die Aufnahme Michel Plassons mit Régine Crespin bestehen, die eine ganz andere, aber dennoch eindrucksvolle Großherzogin verkörpert, für mich aber mehr ein Gesangsstar in der Tradition der Hortense Schneider ist als ein Charakter in einem Stück, das bei aller Satire auch ernst genommen werden will.


Leider ist die Aufnahme nur noch antiquarisch oder am grauen Markt greifbar, aber einen kleinen Eindruck gibt ihr Lob des Militätrs hier: http://www.youtube.com/watch?v=nu42_9gA3k0&feature=related

Wer aber einen Eindruck davon gewinnen will, wie die Chansons in einem halbwegs authentischen Vortrag klingen, muss sich mit den Einzelnummern begnügen, die es teilweise auch auf YouTube gibt, etwa den Fritz des André Alba hier "http://www.youtube.com/watch?v=vpUu0PWVTPw" oder das bei aller Virtuosität wunderbar einschmeichelnde „Dites-lui“ der Yvonne Printemps auf diesem Download, das auch auf der vorzüglichen Gesamtaufnahme des ORPHÉE AUX ENFERS von René Leibowitz zu finden ist:
http://www.amazon.de/Offenbach-Orph%C3%A…946477&sr=301-2

Vermutlich die beste Alternative, die ich leider selbst noch nicht kenne, ist aber diese historische Aufnahme von René Leibowitz mit Eugenia Zareska:



Trotzdem bin ich froh, dass es Minkowskis DVD gibt, denn dieses Meisterwerk sollte man nicht nur hören oder in der horriblen Dekonstruktion der Baseler Inszenierung Christoph Marthalers mit einer großartigen, hier leider aber total deplatzierten Anne Sofie von Otter sehen können.

Oder ist jemand anderer Meinung, nachdem er zum Beispiel diese Clips gesehen hat: http://www.youtube.com/watch?v=kt0h7PvUhV8 und http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&NR=1&v=UoGKINAY39Q?

:hello Rideamus
Rideamus (02.11.2012, 09:57):
Beim Verführen hilft es natürlich, wenn man besonders attraktiv ist. Wie schön, dass es Leute gibt, die einem die nötigen Ingredienzen, sich so zu fühlen, auch verkaufen und dazu verführen können, dafür sein letztes Geld zu opfern.

Gesucht werden der Name und das Auftrittslied dieses billigen Jakobs und der letzte Buchstabe seines Komponisten

TIPPS
Ein Traumpaar der Oper wurde als solches mit diesem Stück berühmt – Athene

Laut Athene wurde ein Traumpaar der Oper mit diesem Stück berühmt. Ein anderes berühmtes literarisches und später auch musikalisches Traumpaar wird in dieser Oper auch erwähnt. Und dann gibt es in einer Kavatine noch einen Vergleich mit einem trojanischen Prinzen – Amelia Grimaldi

Der Placebo-Effekt hilft in manchen Fällen tatsächlich - nicht nur in der Medizin – Alviano

Das hier verkaufte "Placebo" enthält aber sehr wohl einen Wirkstoff: C2H6O - Quasimodo

Für diesen "Medizinmann" wurde die Bezeichnung Quacksalber wahrscheinlich erfunden – Succubus

Man muss immer trunken sein (Baudelaire) – Pavel

Der ältere Part eines britischen Dreamteams verfasste eine Parodie, in der das Mittel unter dem Label "schön für immer" dem Hilfesuchenden verkauft wurde – Emotione

Das sehe ich mir am Sonnabend im Kino an – Heike

Ein Ex-Traumpaar der Oper hat mit diesem Stück in Wien für Begeisterungsstürme gesorgt. Bei mir allerdings nur halb... – Severina

Jedes Gschlader = Gemischgesöff kann auch nicht immer Wunder wirken, da müssen andere Sachen her – Oper 337

Tja. Geld oder Liebe, und das gleich mehrmals. Und manchmal werden Quacksalber am Ende doch noch gelobt – Mauerblümchen

Der Librettist war für viele Komponisten tätig, auch für den in Nr. 12 – Gurnemanz

Quanto è bella problema! Io son sempre un idiota? No, poiché io conoscio il libretto – Waldi

Nicht der gefragte Verführer sondern einer seiner "Opfer" ist sehr liebebedürftig – Maggie

Später wird er als Ehemann sicherlich ein Pantoffelheld sein – Calisto

** di sì perfetta, di sì rara qualità! – Archaeopteryx

Sorgen ertinken nicht im Alkohol, manchmal aber kann er Probleme doch lösen – Teresa Cellini

Die Lösung:
Gaetano Donizetti: L’elisir d’amore – Udite, udite o rustici
Lösungsbuchstabe: I
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=cnYWNjccB7A

Über diesen Geniestreich Gaetano Donizettis ist hier und in anderen Foren schon so viel geschrieben worden, dass ich dem kaum mehr etwas hinzuzufügen weiß. Ich verweise nur auf meine Auflösung der entsprechenden Frage in meinem alten Rätsel hier: Maskierte Gäste - Ein Rätsel um musikalische Einlagen und Beilagen oder auf diese Fäden mit weiteren diskografischen Empfehlungen: http://www.das-klassikforum.de/thread ph…hilight=Lelisir und DONIZETTI: L'elisir d'amore – Kommentierte Diskographie.

Ich möchte mir daher hier einmal den Charakter des Dulcamara und seine Sänger etwas näher ansehen. Schon sein Name ist ja verräterisch, denn ebenso wenig wie der Nemorino dieser Oper nur ein kleines Nichts ist oder der aufgeblasene Sergeant Belcore ein gutes Herz hat, ist der fliegende Händler Dulcamara bittersüß. Vielmehr ist er nicht nur ein Angeber, sondern in seiner hemmungslosen Verachtung seiner Klientele auch ein ziemlich schmieriges Ekel. Wir kennen solche auffällig widerlichen Typen heute eher aus der Folklore des Wilden Westens, wo die mit gutem Grund immer nur kurz an einem Ort weilenden Verkäufer geheimnisvoller Indianermedizin einen ähnlich schlechten Ruf hatten, und meist auch verdienten, wie Regenmacher und wandernde Schauspieltruppen mit ihren schlichten Melodramen. Oftmals waren sie ohnehin alles zusammen. Nicht, dass es sie heute nicht gäbe, aber sie haben dazu gelernt, wie man der Werbung und dem gewachsenen Ansehen der Branche entnehmen kann

Eigentlich gehören sie auch zur Folklore Europas bis in das 19. Jahrhundert hinein. Die Älteren unter uns werden sich noch an ihre Nachfolger erinnern, die nach dem Krieg mit Lastwagen voller Bananenstauden herum reisten und dem Publikum durch freigiebiges Hinauswerfen einzelner Früchte suggerierten, sie seien ein besonders billiger Jakob. Seltsamerweise haben sich Literatur und Film bei uns dieses Berufsstandes eher selten angenommen und sich eher mit den Ablegern des Zirkus beschäftigt (ich hoffe, ich übersehe hier nichts Gravierendes, wäre in dem Fall aber für eine Korrektur dankbar). Das war in den Jahrhunderten davor noch anders, und wenn der Doktor Eisenbart auch primär durch das populäre Spottlied bekannt ist, sollte man nicht vergessen, dass er eigentlich ein qualifizierter Arzt war, der sich mit seinem zirkusähnlichen Unternehmen und einer entsprechenden Lizenz als Starstecher und Wundheiler bewährte, später sogar die erste deutsche Medikamentenfabrik gründete, wozu er als ortsansässiger Doktor nie die Mittel hätte beschaffen können.

All diese Traditionen flossen in das Portrait des Quacksalbers Dulcamara ein, und man sollte bei einer Inszenierung wie auch bei seiner Darstellung nicht nur die karikierten Eigenschaften bedenken. Ähnlich dem homöopathischen Heilkraut gleichen Namens verfügt Dulcamara, in Maßen genossen, nicht nur über die Eigenschaft, einen bitteren Geschmack zu hinterlassen, sondern durchaus auch über eine gewisse Heilkraft. Man muss natürlich daran glauben, wie bei den meisten homöopathischen Mitteln. Unter anderem deswegen, weil sie die Partie ernst nehmen, sehr gepflegt singen und nicht zur platten Karikatur verkommen lassen, schätze ich unter den älteren Aufnahmen vor allem den oben verwiesenen Giuseppe Taddei sowie seinen gleichrangigen Konkurrenten Renato Capecchi, deren Aufnahmen für mich zu den besten aus der stattlichen Garde der älteren zählen.

..........

Heutzutage sollte man den Dulcamara aber am besten nicht nur hören, sondern auch sehen können, und da gibt es vorzügliche Beispiele. Da wäre einmal Ildebrando D’Arcangelo in der beliebten Wiener Aufnahme mit Anna Netrebko und Rolando Villazon.



Eigentlich passt seine soignierte Darstellung wenig zu dem bramarbasierenden Quacksalber, so schön sie auch gesungen ist, aber in diese Produktion, die vor allem gute Laune anstreben will, fügt er sich nahtlos ein, denn Realitätsnähe wird hier bestimmt nicht gesucht. Die ist schon eher in der Produktion aus Barcelona zu finden, die der Regisseur Mario Gas in die Zeit des aufkommenden Faschismus verlegt hat.



Genau deswegen aber ist der – eigentlich recht gute – Dulcamara Bruno Práticos hier leicht fehl am Platze, denn er singt eine Karikatur aus der Tradition der Rolle, die besser in die Wiener Produktion gepasst hätte, welche die kaum mehr merkbare Regie durch Sängertheater im besten Sinn ersetzt. Während in dieser Produktion das Umfeld Dulcamaras überzeugender ist als dieser selbst, geht es mir mit der DVD aus Macerata genau umgekehrt.



Erwin Schrott, hier ziemlich am Anfang seiner Karriere, liefert ein überzeugendes und gut gesungenes Portrait des aufdringlichen und viel zu selbstbewussten Betrügers. Leider ist seine Leistung die mit Abstand bemerkenswerteste inmitten einer durchaus gefälligen, aber nicht unbedingt erstrangigen Aufführung.

So gebe ich meine Stimme für den besten DVD-Dulcamara Ambrogio Maestri in dieser Produktion von Laurent Pelly, die ein wirklich glaubhaftes Geschehen mit einer auf köstliche Weise überzeugenden Dorfbevölkerung bietet und dabei auch die – normalerweise viel zu glamourösen – Hauptpersonen nicht ausspart:



Maestri gibt hier einen überzeugend schmierigen Fettwanst, der sich zur Abwechslung bei seinem Auftreten wirklich für die Aufmerksamkeit der von solchen Gaunern übersättigten Dorfbewohner bemühen muss, weil sich zunächst nicht einmal ein Hund um ihn kümmert, sondern achtlos an ihm vorbei rast. Er ist und bleibt ein schmieriger Charakter, auch später, wenn er sein Talent als Liederverkäufer ausprobiert und dabei die Situation ausnutzt um Adina zu begrapschen, Das Wunder seines Erfolges ist dafür umso bemerkenswerter – auch für ihn. Was ihn aber nicht daran hindert, auch diese überrachende Entwicklung zu seinem Vorteil zu nutzen. Da Bianchi auch sehr gut bei Stimme ist, gibt es an seiner Leistung nichts aussetzen, und da sie perfekt in das sehr ausgeglichene Umfeld passt, neige ich mehr und mehr dazu, dieses relativ jenseits allen Startheaters vorzügliche Beispiel für bestes Regietheater auch zur derzeit besten ELISIR-DVD zu küren, obwohl das Startheater mindestens der erwähnten Aufnahmen natürlich auch seine erheblichen Vorzüge bietet.

Und wer ist Euer liebster Dulcamara?

:hello Rideamus
Rideamus (03.11.2012, 09:48):
Dient es eigentlich der Verführung oder der Selbstbestätigung, wenn man dem Objekt der Begierde versichert, wie schön es sei? Wenn, wie hier, jemand zuhört, dient es jedenfalls meist der nahen Tragödie.

Gesucht werden die vier Beteiligten dieser Liebeserklärung und der letzte Buchstabe ihres Komponisten
TIPPS
So mancher Student hat's faustdick hinter den Ohren.... – Severina

Den König amüsierte dieses, uns erschüttert's – Amelia Grimaldi

Geplanter Schauplatz wäre Paris gewesen und ist dann in den Südosten verlegt worden – Pavel

Endlich mal ein Männerchor, bei dem die Tenöre ihren Text schnell kapieren ... wobei, auch das ist nicht sicher ... - Mauerblümchen

Wer will hier eigentlich wen verführen? Es lauert ja noch ein Fünfter im Hintergrund! – Quasimodo

Auch in einer Kirche können verhängnisvolle Affären beginnen – Emotione

Verflucht, was will der alte Sack eigentlich von mir? - Alviano

Unwetterwarnung: schweres Gewitter im Anzug! – Athene

Bei diesem Komponisten führen Verfluchungen öfter zur Tragik – Heike

Solche Gefühle sind auf Grund der Umstände im höheren Sinn natürlich für den Hugo, aber man könnte auch sagen, irgendwie sind sie vom Hugo – Waldi

Dann soll das Mädel in der Kirche beten und net scharmuzieren – Oper 337

Waldis Tipp half mir endlich auf die Sprünge. Noch ein Komponist, für den auch der Librettist aus Nr. 13 geschrieben hat, wenn auch nicht hier – Gurnemanz

Oh! Wieso? Trügerisch sind die bisherigen Hinweise Dir erschienen? – Quasimodo

Hier wird zwar niemand in die Pfanne, aber in den Sack gehauen – Succubus

Der Komponist ist grün. Könnte man zumindest meinen – Gurnemanz

Obwohl ich es mir hin und wieder wünsche, hat mir noch kein Mann seine Dienste als Mörder angeboten – Calisto

Aber eine "berühmte Arie" gibt es nicht soo oft - das gesuchte Stück hat gleich ein halbes Dutzend davon. Es hat sogar noch eine zweite (nicht ganz so berühmte) Nummer mit einem "goldigen Objekt" - Quasimodo

Dem Dichter der Vorlage sind wir in diesem Rätsel schon mehrfach begegnet - kennt Jede/r – Alviano

Genau! Hand drauf! - Maggie

Es gibt über das betreffende Musikstück eine hochvirtuose und klanglich opulente Klavier-Paraphrase von Franz Liszt – Archaeopteryx

Der Verführer gibt sich sehr viel Mühe, wenn wir bedenken, dass es hier um die Verführung einer Straßendirne geht. Dass sein Kuppler allerdings seine letzte Eroberung dabei zuschauen lässt, davon hatte er keine Ahnung – Teresa Cellini

Die Lösung:
Giuseppe Verdi: Rigoletto – Quartett „Bella figlia dell’amore“ (das vorangehende „Un di, se ben rammentomi“ galt natürlich auch)
Lösungsbuchstabe: I
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=DYRZOEzoOgQ

Es gibt wohl wenige Ensembles der Opernliteratur, die dermaßen perfekt eine Kunst illustrieren, welche nur die Musik beherrscht, nämlich den gleichzeitigen Ausdruck höchst divergierender Empfindungen mehrerer Menschen, deren emotionale Situation verschiedener nicht sein könnte. Sie äußern ihre jeweilige Gefühlslage in sehr unterschiedlichen melodischen Verläufen, die sich bei aller Komplexität zu einem harmonischen Ganzen von großer Schönheit und Überzeugungskraft ergänzen. Dass dieses Quartett ist eines der großartigsten der ganzen Opernliteratur ist, fand auch Franz Liszt, der darüber eine, einst sehr populäre, Konzertparaphrase schrieb, die ich einmal in einer Aufnahme von Claudio Arrau, die es leider nicht mehr gibt, rauf und runter hörte.

Da das Quartett sowohl eine Verführung zeigt, wobei, wie Quasimodo richtig beobachtet hat, nicht ganz sicher ist, wer hier eigentlich wen verführt, als auch deren unbeabsichtigte Folgen vorbereitet, durfte es in einem Rätsel um dieses Thema natürlich nicht fehlen. Leider wirft die Popularität des Stückes wie der ganzen Oper die Frage auf, was man dazu in einer Rätselantwort noch schreiben kann, das nicht schon anderswo gesagt wurde, zum Beispiel hier: VERDI: Rigoletto – Das Libretto: psychologisch motiviert oder ein Tribut an den Schauereffekt? oder hier, wo es auch schon erste Audioempfehlungen gibt: http://www.das-klassikforum.de/thread.ph…light=Rigoletto .

Letztere finden sich ganz besonders hier: VERDI: Rigoletto – Welche Einspielungen sind die besten? . Ich bin je bekanntlich nicht so sehr der Freund des Timbres der Callas, die mir für die Gilda auch zu reif ist, aber Tito Gobbis Rigoletto ist schon ein Maßstab, den man gehört haben sollte. Da es meinen Langzeitfavoriten von Francesco Molinari-Pradelli mit Gianna d’Angelo, Renato Capecchi und Richard Tucker, der mir einst die Oper vertraut machte, nach kurzer Verfügbarkeit schon nicht mehr gibt, ist die älteste Einspielung, die ich vorbehaltlos empfehlen kann, die frühe Stereoaufnahme Georg Soltis, auf die mein oben gesetzter Hinweis führt:



Zur Zeit gibt es sie leider nur noch gebraucht oder als Download, aber diese Kombination aus erstklassigem Dirigat, das die Musik sehr forsch, aber auch ernst nimmt, mit nahezu ideal besetzten Hauptrollen ist seither kaum je erreicht und für meine Ohren nie übertroffen worden. Erreicht wurde sie m. E. nur noch von Carlo Maria Giulini mit dieser Aufnahme, die ich unbedingt noch ersetzen muss, da ich sie nur als LP hatte und jetzt gar nicht mehr:



Domingo war zu seiner Bestzeit ein vorzüglicher Herzog und Ileana Cotrubas ist hier von einer überzeugenden Verletzlichkeit. Einzig Piero Cappuccilli singt den Rigoletto zwar hinreißend, für meine Begriffe aber etwas zu kultiviert für diesen armseligen Soziopathen.

Weitaus schwieriger ist für mich die Entscheidung für eine DVD, denn hier zeigen sich immer irgendwo Schwächen. Bei dem viel gerühmten Film Jean-Pierre Ponnelles besticht zwar das Orchesterspiel Chaillys und erstaunlicherweise nicht nur der Gesang, sondern auch die Darstellung Pavarottis, aber Gruberova und Wixell lassen mich seltsam unbefriedigt, was auch an der grässlich fahlen Farbgebung liegen mag, die einem die kommende Geschichte schon verleidet, bevor man sie richtig kennt. Ausnahmsweise gehört eine Ponnelle-Inszenierung also einmal nicht zu meinen Favoriten. Da pendele ich zwischen drei sehr verschiedenen Aufnahmen. In der chronologischen Reihenfolge, in der ich sie kennen lernte:



Die ursprünglich eher zwiespältig aufgenommene Dresdner Aufführung gefällt mir dank der mutigen Regiearbeit Nikolaus Lehnhoffs, der am Schluss eine unrealistische, aber ungemein faszinierende Auflösung wagt, aber auch wegen der sängerischen Leistungen Zeljko Lucics in der Titelrolle, einer phänomenalen Diana Damrau und nicht zuletzt einem der besten Sparafuciles in Georg Zeppenfeld im Nachhinein immer besser. Juan Diego Florez überzeugt mich trotz einer sehr guten Leistung nicht ganz, weil er, sei es aus Respekt vor der für ihn neuen Verdi-Rolle, sei es, weil er arg zurückhaltend und deshalb zu distinguiert spielt. Die Freunde des Belcanto werden es ihm jedenfalls danken, dass er die Rolle dann doch wieder aufgegeben hat. Fabio Luisi leitet sicher, dient seinen Sängern aber eher, als dass er sie führt. Was auch nicht falsch ist.

Ähnliches lässt sich über Nello Santi als Dirigent der Züricher Aufführung sagen, auch wenn er den ersten Akt etwas zu sehr hetzt, weshalb die Ensembles gelegentlich leicht auseinander fallen.



Diese Aufnahme gefällt mir vor allem wegen des grandios gespielten Rigolettos von Leo Nucci, aber auch Pjotr Beczala und Elena Mosuc werden sehr hohen Ansprüchen gerecht. Lediglich die zwischen ausgestellter Dekadenz und merkwürdig stockiger Bürgerlichkeit schwankende Inszenierung Gilbert Deflos überzeugt mich nicht restlos ohne gleich erheblich zu stören.

Der ideale Rigoletto Paolo Gavanellis, der als einer von wenigen auch erkennen lässt, dass er seine Tochter wirklich liebt und nicht nur vor der Welt abschotten will, spricht, unterstützt von einer vorzüglichen Christine Schäfer, in besonderem Maße für die Londoner Aufnahme der großartigen Inszenierung David McVicars. Marcelo Alvarez wäre ein guter Herzog, wenn er etwas engagierter spielen könnte.



Edward Downes dirigiert unauffällig, aber nicht auf dem selben Niveau wie seine Starbesetzung singt. Deshalb muss leider gesagt werden, dass diese Aufnahme wohl die Veröffentlichung einer besseren verhindert, nämlich die Aufzeichnung der Wiederaufnahme unter John Eliot Gardiner, in der ein sehr spielfreudiger Vittorio Grigolo die Leistung von Alvarez klar übertrifft und auch Ekaterina Surjina und Dimitri Platanias ihren Vorgängern zumindest nicht deutlich überlegen sind. Edward Downes dirigiert unauffällig, aber nicht auf der Höhe seiner Starbesetzung. Deshalb muss leider gesagt werden, dass diese Aufnahme leider eine Veröffentlichung der noch besseren Wiederaufnahme unter Sir Eliot Gardiner verhindern dürfte, in der ein sehr spielfreudiger Vittorio Grigolo die Leistung von Alvarez klar übertrifft und auch Ekaterina Sjurina und Dimitri Platanias ihren Vorgängern zumindest nicht deutlich unterlegen sind. Zum Glück gibt es die Aufnahme auf YouTube zu sehen , und zwar hier: "http://www.youtube.com/watch?v=9n2f7gMFRxE" und hier: "http://www.youtube.com/watch?v=WJw56c17uOE".

Habt Ihr noch andere Nominierungen?

:hello Rideamus
Rideamus (03.11.2012, 22:46):
Ich arbeite mal ein bisschen vor, weil ich nächste Woche ein paar Tage unterwegs bin und keine Lösungen einstellen kann. Dennoch soll ein bisschen Luft zwischen der Lösung dieses Rätsels und dem geplanten Adventsrätsel bleiben.

Das soll aber keine Kommentare entmutigen, falls jemand doch noch ein unverhofftes Bedürfnis hat, welche abzugeben, egal zu welcher Lösung, die vielleicht schon vorbei gerauscht ist.

Frage 15"Ich will doch nur Händchen halten und Dein Gesicht bewundern". So fängt manche Verführung an. Pustekuchen. Die hier hat besonders schlimme Folgen, was die Musik dazu nicht ahnen lässt.

Gesucht werden der vorletzte Buchstabe des Komponistenvornamens und für einen Extrapunkt das goldige Objekt der Versuchung, das in einer berühmten Arie des gleichen Werkes besungen wird.

TIPPS
Oft vertonter Stoff, dem man auch im Konzertsaal zwischen Klavier-Solo und enormen Orchesterballungen begegnen kann. Dieses Werk hier - von einem gänzlich anderen Komponisten - hat etwas mit Schönberg gemeinsam – Alviano

Ja und es spielt auch in der Kirche, bei dem Verführer kaum zu glauben – Oper 337

Wenn ich mich bei meiner Lösung nicht irre, dann hat auch ein Mann diesen Stoff in einem Roman bearbeitet – Amelia Grimaldi

Vielleicht hätte sie dem Orakel nicht vertrauen sollen – Emotione

Sind sie sicher, Herr Doktor ? – Philbert

Noch ein Roman: In seinem äußerst lesenswerten Werk "Moskau - Petuschki" bzw. "Die Reise nach Petuschki" lässt Wenedikt Wassiljewitsch Jerofejew den russischen Tenor Iwan Semjonowitsch Koslowski ein paar Zeilen aus dem Werk singen – Mauerblümchen

Der Tipp (mit Schönberg) ist etwas um die Ecke, aber gut! Glaub's einfach, Du ungläubiger Thomas! Mann! Und für den Extrapunkt kannst Du Schönberg als Opernkomponisten gleich nochmal einsetzen! – Quasimodo

Der Casus macht mich lachen – Pavel

Das Gold, woraus man in Wien die Schnitzel macht – Philbert

Was so teuer sind die Wiener Schnitzel, das dachte ich nicht, außerdem sind sie zumeist, am Freitag, aus fischerlichem Material – Oper 337

An allem ist nur der Jugendwahn schuld! - Severina

Heinrich! Mir graut´s vor dir! (diesmal wirklich) – Athene

Bibi Blocksberg spielt nicht mit, aber ihre Lieblingsnacht – Heike

Ein Fest auf dem Brocken artet in eine wilde Orgie aus - Calisto

Ein Rundtanz um ein ebenfalls schon in der Bibel auftauchendes, glänzendes, aber nicht ganz geheueres Tier – Archaeopteryx

Nr. 15 und Nr. 16: Es wird in verschiedenen Sprachen gesungen (die immerhin eng miteinander verwandt sind); die Vorlage dagegen stammt aus sprachlich nicht ganz so verwandtem Umkreis - Gurnemanz

Bei 15 gab´s lange Zeit quasi 2 Titelheld/innen: im Ursprungsland der Komposition war es immer "er", in der deutschen Übersetzung war es lange Zeit "sie" – Alviano

Der Goldene Gegenstand ist normalerweise schwarz-weiß, manchmal braun – Succubus

Hier haben wird es eher mit einem zögernden Verführer zu tun, der aber von einem weiteren Verführer zur Verführung ermutigt wird – Teresa Cellini

Die Lösung:
Charles Gounod: Faust – Il se fait tard / Le veau d‘or
Lösungsbuchstabe: E
Beispiel 1: http://www.youtube.com/watch?v=2p5KrxPAqik
Beispiel 2: http://www.youtube.com/watch?v=WUgoMzkaSoE

Mitte des 19. Jahrhundert hatte das, bereits auf dem Theater bewährte, Autorenteam Jules Barbier und Michel Carré eine regelrechte Fabrik zur Herstellung von Libretti für die Opéra comique entwickelt. Zu ihren Abnehmern zählten die begehrtesten Komponisten wie Giacomo Meyerbeer (DINORAH), Ambroise Thomas (HAMLET und MIGNON) sowie für sein letztes Werk Jacques Offenbach (LES CONTES D’HOFFMANN). Vor allem aber belieferten sie Charles Gounod mit den Texten für seine größten Erfolge, darunter FAUST und ROMÉO ET JULIETTE. Schon an dieser Aufzählung merkt man, dass sie sich besonders gerne der etablierten Klassiker Shakespeares und der deutschen Literatur, annahmen. Dabei legten sie ein gutes dramatisches Gespür, allerdings auch wenig Respekt für den überragenden Rang ihrer Vorlagen an den Tag.

Das schadete ihren Opern naturgemäß besonders in Deutschland, wo der Ärger über die Popularisierung des heiligen Goethe dazu führte, dass der FAUST hier nur unter dem Namen MARGARETHE aufgeführt werden konnte, was zwar die Verschiebung des Hauptakzents zur Liebesgeschichte kennzeichnet, aber nicht berücksichtigt, dass Faust nach wie vor im Zentrum der Handlung steht. Allerdings tut er das in ähnlicher Weise wie später Hoffmann, nämlich als Katalysator, nicht aber als die treibende Kraft seiner Handlungen. Die ist hier wie dort der überlegene Zyniker, und das ist im FAUST natürlich der Teufel persönlich, dem die Frauen nur Werkzeuge für sein eigentliches Ziel, das Verderben verdienstvoller Männer sind.

Das Ausmaß der Identifikation, die Gounod und seine Librettisten hier mit Mephisto an den Tag legen, hat es mir immer etwas verwunderlich erscheinen lassen, dass die Oper gerade bei Frauen so beliebt ist. Die leichte Süßlichkeit, die Gounods Partitur kennzeichnet, hat es mir nämlich lange Zeit eher schwer gemacht, das Werk so zu genießen, wie es das verdient. Es gibt neben den Werken des reiferen Verdi wenige Opern, die ähnlich prall mit hinreißendem Melos und vorzüglicher instrumentaler Charakterisierung prunken. Zugleich aber ist das auch das Problem dieser Vertonung eines der größten Stücke der Weltliteratur. Vor lauter selbstbewusstem Melos vergisst man leicht die Themen um die es hier eigentlich geht. Klar ist hier nämlich vor allem die Faszination, die von den Auftritten Mephistos ausgeht, eine vorzügliche Illustration seines Wesens auch und gerade dort, wo der Kirchenmusiker Gounod in seiner Arie vom Goldenen Kalb sich nicht geniert, das Weihnachtslied „Les anges dans nos campagnes / Engel haben Himmelstüren“ parodierend einzubauen, wenn er das Volk kennzeichnet, das sich zu Füßen des Götzenbildes versammelt (s. hierzu http://www.das-klassikforum.de/thread.ph…3930#post103930 ff).

Ken Russell hatte also durchaus einen in der Partitur zu findenden Grund, wenn er in seiner – ansonsten mit einer Marguerite als Nonne recht misslungenen - Wiener Inszenierung den Teufel ins Weihwasser pinkeln ließ. Andererseits macht Gounod keinerlei Unterschied zwischen dem in Mephistos Gefolge selbst zynisch gewordenen Verführer Faust und etwa dem tatsächlich unsterblich verliebten Romeo in seiner Shakespeare-Oper. Beider Arien und Ensembles sind zu einem großen Teil austauschbar, und es ist sicher kein Zufall, dass Gounods bestes Werk, MIREILLE, das von Michel Carré allein verfasst wurde, einer vergleichsweise alltäglicheren Geschichte voll gerecht wird. Aber natürlich klingen alle drei Opern wunderschön, denn Gounod ist ein Meister der großartigen Melos-Inseln.

Eine solche ist zweifellos das Liebesduett, das im Zentrum dieser ersten Frage zum FAUST-Stoff stand, und das ich ohne zu zögern zu den schönsten seiner Art zählen würde. Das gilt besonders, wenn Jonas Kaufmann mit unglaublicher Zartheit Elena Mosuc ansingt, wie auf der Zürcher DVD oder hier ab 1’Std. 27“: http://www.youtube.com/watch?v=MIaOx_GaEbw. Allerdings gilt eben auch hierfür, dass es in ROMÉO ET JULIETTE keineswegs als Fremdkörper erscheinen würde, in gewisser Weise also austauschbar und primär ein Beweis für die konstant hochwertige Inspiration ist, die Gounod bei der Komposition dieser Opern erfasst haben muss.

Welche Einspielungen werden nun diesen Anforderungen am besten gerecht? Zu den Aufnahmen der Oper selbst gibt es ja bereits eine Diskographie, die allerdings die m. E. beste Tonaufnahme noch nicht erwähnt hat. Ich meine die von Michel Plasson, die ich noch in der, besser ausgestatteten, älteren Version habe:



Warum das? Ich rekapituliere: Von allen Vertonungen des FAUST ist die Gounods wohl diejenige, die den Stoff am unverblümtesten beim dramatischen Wort nimmt und das Metaphysische, das bei Boito so stark dominiert, dass das Drama darunter leidet, sehr weit in den Hintergrund drängt. Gounods Librettisten sind von niemandem darin übertroffen worden, die blanken Leidenschaften des Dramas so plakativ heraus zu stellen - wahrscheinlich wollte das auch sonst niemand -, und Gounod ist ihnen darin rückhaltlos gefolgt. Eine adäquate Einspielung sollte also dem dramatischen Affen Zucker geben, aber auch keinen Verdi in der falschen Sprache suggerieren, wie das bei vielen Aufnahmen mit Starbesetzung der Fall ist. Wie bei den meisten großen fran zösischen Komponisten ist es sehr wichtig, die besonderen Bedürfnisse der französischen Sprache angemessen berücksichtigen. und da hat die Aufnahme unter Plasson gegenüber der schön gesungenen, aber sehr unidiomatischen Besetzung Georges Prêtres mit Nicolai Ghiaurovs, Mirella Freni und Placido Domingo klare Vorteile. Deshalb ist sie im reinen Audiosektor inzwischen meine Referenzeinspielung. Plasson übertrifft sich hier selbst, Richard Leech war zu seiner (leider sehr kurzen) besten Zeit ein in Stimmstärke und –höhe idealer Faust, Cheryl Studer entspricht für mich der etwas naiven Anlage der Margarethe in dieser Oper und singt tadellos, und José van Dam ist für mich der bis heute beste Mephisto unter den Gounod-Einspielungen. Nicht vergessen werden sollte auch Thomas Hampson, der für den Valentin schon fast etwas zu kultiviert ist, aber dennoch reinen Hörgenuss bietet.

Etwas schwerer fiele mir die Wahl zwischen TV-Mitschnitten, gäbe es die nachfolgende auf DVD. Leider ist das bei der Zürcher Aufnahme von 2005 (noch?) nicht der Fall, obwohl Elena Mosuc, Carlo Colombaro und vor allem Jonas Kaufmann unter der kompetenten Leitung Patrick Fournilliers nahezu ideale Rollenportraits bieten. Zwar ist Götz Friedrichs arg karge Inszenierung nicht unbedingt mein Fall, aber musikalisch ist das erste Sahne, wovon man sich zumindest derzeit noch zum Glück hier überzeigen kann: http://www.youtube.com/watch?v=MIaOx_GaEbw.

Aber auch, wenn es davon eine DVD gäbe, fiele meine erste Wahl relativ eindeutig auf die Londoner Inszenierung aus dem Jahr 2004 von David McVicar, die allerdings erst vor zwei Jahren auf den Markt kam:



Zwar muss sie ohne das Gretchen am Spinnrad auskommen, weil Angelina Gheorghiu sie aus irgendeinem Grund nicht singen wollte, aber dafür ist der Hexensabbat (der übrigens, entgegen den Andeutungen in manchen Tipps, nicht die Erzählung vom Goldenen Kalb beherbergt) zur Abwechslung einmal vollständig. Was aber vor allem für die Aufnahme spricht ist neben der vorzüglichen Besetzung Alagna (zu seiner gerade noch guten Zeit), Gheorghiu, Terfel als Mephisto und der Luxusbesetzung Simon Keenleyside als Valentin, die Inszenierung, die geradezu unverschämt herzhaft die Story ernst nimmt und als vollblütiges Actionspektakel darbietet. Zum Glück ist die aufmerksame Führung auch des Chors und der Nebenfiguren eine besondere Spezialität McVicars, so dass seine Leistung hier sogar in den ausgeleierten Wunschkonzertstücken wie dem Soldatenchor absolut überzeugt. Zwar neigt auch Pappano dazu, gerne einmal Verdi spielen zu lassen, aber als guter Kenner der französischen Oper übertreibt er es zum Glück nicht. Hätte ich die Oper gleich in dieser Inszenierung kennen gelernt, hätte ich mich bestimmt nicht so lange schwer damit getan.

Aber das sind sicher nicht die einzigen empfehlenswerten Aufnahmen, wie ich in diversen Foren gelesen habe. Oder doch?

:hello Rideamus
Rideamus (04.11.2012, 10:32):
Der FAUST-Kampf geht in die nächste Runde:

Manchmal braucht ein ungeübter Verführer Nachhilfe von jemandem, der es ihm vormacht, und so kommt es zu dieser doppelten Verführung, bei der beide Male nicht klar ist, wer hier wen mehr begehrt.

Gesucht wird der mittlere Buchstabe des Komponistennamens

TIPPS
Ein hoher Herr wird hier zu Beginn des Stückes mit einem ungewohnten "Ave" begrüßt – Alviano

Ja, das mit dem "Ave" singen passt zu dem Herrn schon aber gar net, jedoch kann net jeder Librettist der auch Komponist sein soll, so denken – Oper 337

Nur ein Schmetterling geht ins Netz, obwohl zwei ausgeworfen werden! Der andere spielt den Frauenversteher und riecht den Braten! – Severina

Da spielen vier Leute mit, zumindest am Anfang, die wir schon kennen, aber dann entwickelt es sich nur mehr zu zwei Leuten eigentlich bleiben es drei, warum - keine Ahnung - aber es ist nicht so schwer, bei dem Herrn Nimmersatt – Oper 337

Der gesuchte Komponist hat auch bei mir zu Hause ordentlich umgestellt... - Amelia Grimaldi

Einer der Verführer war Namensgeber eines Rennwagens, der in die Automobilgeschichte einging – Emotione

Nr. 15 und Nr. 16: Es wird in verschiedenen Sprachen gesungen (die immerhin eng miteinander verwandt sind); die Vorlage dagegen stammt aus sprachlich nicht ganz so verwandtem Umkreis - Gurnemanz

Der Komponist hat sich nachts mit zwei anderen Komponisten auf einem Bahnhof darüber unterhalten, wie unkomfortabel man in der Eisenbahn schläft (nachdem sie eine Opern- Aufführung eines anderen Komponisten besucht hatten, dessen Werke bekanntlich immer sehr lange dauern) – Heike

Zu Nr. 16 hat Renates Lieblingskomponist (nein, nein, ich meine ausnahmsweise nicht Gustav Mahler) ihre Möbel daheim umgestellt?? Vom Lieblingskomponisten bin ich auf einen Schreiberling gekommen, der ebenfalls eine Oper komponiert hat. Maria Callas singt aus dieser Oper eine Arie, die ich niemals, ich sage niemals und dabei bleibe ich, auch nur ansatzweise besser gesungen hörte! Das sind jetzt nur allgemeine Betrachtungen, weil ich überhaupt noch keine Bestätigung meines Gedankenblitzes habe - Calisto.

Der Dichter und Komponist übersetzte auch Wagners Rienzi und Tristan und Isolde in seine Sprache – Calisto

Da ich schon scherzhaft einen Vornamen für den Komponisten erwähnt habe, sei diesmal gesagt, daß ein Held mit dem richtigen Vornamen opernmäßig auf einer Insel lebt, wo meine Landsleute nicht besonders beliebt sind. Und dass seine Hochzeit nicht nur für ihn einen starken Lebenswandel einläuten wird – Philbert

Im Grunde genommen ist es die gleiche Situation, wie im Rätsel davor - in beiden Stücken gibt es eine Szene in einer "Grünfläche" – Alviano

Bei 16 ist es so dass, der Titelheld der 3. im Bunde ist – Alviano

Dieser Bösewicht hat schon immer gewusst, die Erde ist keine Scheibe – Succubus

Der Komponist hat nur eine Oper vollendet, vor der Beendigung seiner zweiten Oper starb er. Dennoch ist er aus der Operngeschichte nicht wegzudenken - Pavel

Im Vergleich zu 15 wird hier die Liebes- und Verführungsgeschichte innerhalb eines einzigen Aktes abgehandelt – Teresa Cellini

Auf DVD gibt Samuel Ramey den Verführer – Athene

Der Komponist schrieb auch eine nicht erhaltene Oper über Hero und Leander - Waldi

Die Lösung:
Arrigo Boito: MEFISTOFELE - Cavaliere illustro e saggio
Lösungsbuchstabe: I
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=9gxoGaMVGis

Dass wir hier bei demselben Verführer blieben, hat manche zunächst irritiert. Boitos Vertonung von Goethes Drama, dessen zweiten Teil er im Gegensatz zu den meisten seiner Konkurrenten ebenfalls berücksichtigt, ist aber denkbar weit von der Vertonung Gounods entfernt, und das ist sicher ein Grund für seine deutlich geringere Popularität, was meiner Ansicht nach sehr ungerecht ist. Dabei musste ich mit Erstaunen, sogar etwas Entsetzen, feststellen, dass ich dieses Meisterwerk, das eigentlich unter die mindestens 25 Opern meiner Top Ten gehört, selbst viel zu lange nicht mehr intensiv wahrgenommen habe.

Immerhin hat sich die allgemeine Wertschätzung dieser Oper seit ihrer Uraufführung im Jahr 1868 in einer mehr als fünfstündigen Fassung, die nur noch einmal wiederholt werden durfte, und das sogar unter Polizeischutz, weil Teile des verärgerten Publikums rabiat wurden, erheblich gebessert. Sowohl die Länge als auch die wagnerisierenden Töne, die Boito seinem Publikum zumutete, stießen auf schroffe Ablehnung. Die war zwar sieben Jahre später, als Boito eine drastisch gekürzte und großenteils neu komponierte Fassung präsentierte, schon weitgehend geschwunden, richtig populär wurde das Werk aber nie. Das lag natürlich auch an Boitos Musik, obwohl sie es durchaus nicht an einschmeichelnden Melodien und mitreißender Dramatik fehlen lässt. Etwas genaueres Hinhören und vor allem eine hochprofessionelle Präsentation sind allerdings gefordert, und daran fehlte es dem Vernehmen nach bei der Uraufführung sowohl dem unerfahrenen Dirigenten Boito am Pult wie auch den zweitrangigen Sängern, die sich damals nur für dieses, als abartig empfundene, Werk hergaben.

Es ist aber auch nicht einfach, diese ungeheure Komposition auf den ersten Blick oder Ton angemessen wahrzunehmen, denn Boito, der sich schon als 19-jähriger mit Plänen für eine Faust-Oper getragen hatte, hat nicht weniger versucht, als das gesamte Welttheater von Goethes erstem und zweitem Teil einzufangen. Nicht von ungefähr hat sich sonst kein Komponist daran getraut, und ich wüsste auch keinen Librettisten, der diese Aufgabe in ähnlich eindrucksvoller Weise bewältigt und dabei auch noch Goethes Dialoge kongenial in sein eigenes Idiom übertragen hätte. Man betrachte nur einmal, wie Boito in der ersten Szene des dritten Aktes, die im Zentrum dieser Frage stand, das gesamte Geschehen um Faust, Margarethe und das Paar Mephisto-Marthe in einem einzigen Quartett fast erschöpfend zu erzählen weiß. Natürlich geht das nicht ohne empfindliche Kürzungen ab, und es ist bedauerlich, dass von Boitos ursprünglichem Entwurf anscheinend nichts erhalten ist.

Man hat ihm oft genug die Sprunghaftigkeit seines Librettos als undramatisch vorgeworfen, aber aus der Sicht der Kunst der heutigen Zeit, vor allem des Films, ist es vielleicht gerade diese Episodenhaftigkeit, das Aneinanderreihen kurzer, aber umso intensiver ausgeführten Skizzen, die Boitos Oper heute so modern erscheinen lässt. Es würde hier zu weit führen, die großen Errungenschaften Boitos in dieser Oper näher auszuführen. Immerhin hat sogar Verdi, dem die Oper eigentlich überhaupt nicht zusagte, Boitos Talent als Komponist genug anerkannt um ihn immer wieder zu drängen, lieber seinen NERONE fertig zu stellen statt für ihn Textbücher zu dichten. Boito war nämlich wirklich weit mehr als Verdis bester Librettist, wenn nicht einer der größten überhaupt

Inzwischen haben sich, angefangen von Fjodor Schaljapin über Nazzareno de Angelis, Cesare Siepi, Boris Christoff und Nicolai Ghiauriov bis hin zu Samuel Ramey alle führenden Bässe des letzten Jahrhunderts für die Oper ein- und immer wieder Aufführungen durchgesetzt, und allein die Verschiedenheit ihrer Rollenauffassungen ist es wert, mehrere Aufnahmen dieses Werkes zu kennen. Fast alle der besten sind zum Glück hier besprochen: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…te-diskographie.

Wer sich jedoch zunächst einmal von der gewaltigen Kraft der Oper mitreißen lassen möchte, dem rate ich zu dieser Aufzeichnung aus San Francisco.



Was Robert Carsen da im Jahr 1989 auf die Bühne gestellt hat, ist einfach überwältigend, zumal es in der womöglich eindrucksvollsten Darstellung Samuel Rameys in seiner ganzen Karriere auch darstellerisch und sängerisch seine Entsprechung findet. Obwohl sowohl Gabriela Benackovas Gretchen als auch der Faust von Dennis O’Neill und nicht zuletzt Maurizio Arenas zupackendes, aber nicht sehr differenzierendes Dirigat im konstanten Mezzoforte bis Forte bei aller anerkennungswerten Qualität musikalische Wünsche offen lassen, würde ich diese DVD nur höchst ungern zurücklassen, wenn es denn einmal auf die berühmte Insel gehen sollte.

Bevor ich mich aber dahin begeben muss, würde ich gerne noch weitere Alternativen kennen lernen. Vielleicht könnt Ihr mir ja noch welche empfehlen. Einstweilen habe ich mir vorgenommen, endlich mal den beiden anderen DVDs genügend Zeit zu widmen, denn bis jetzt war ich bereits nach dem Prolog im Himmel immer versucht, auf die oben gelobte umzusteigen. Ich bin sicher, dass das ungerecht ist. Oder was meint Ihr?

:hello Rideamus
Rideamus (05.11.2012, 09:39):
Den Seinen gibt's nicht nur der Herr im Schlaf. Auch gewiefte Verführer lassen ihr Opfer sich das Objekt ihrer Begierde erträumen. Natürlich verfügt nicht jeder über solche Helfer.

Gesucht werden der zweite Buchstabe des Komponistennamens und für einen Extrapunkt der Komponist, der rund hundert Jahre später fast das gleiche musikalische Motiv zur Illustration des immer Gleichen einsetzte.

TIPPS
"Wer reitet so spät durch Nacht und Wind" hatten wir schon, würde hier musikalisch aber auch passen. Und auch hier gelingt die beabsichtigte (irdische) Rettung nicht. Bei der Zusatzfrage dreht sich hoffentlich niemand im Kreis! – Severina

Mein Tipp zu Nr. 15, 16 und 17: Der Rätselmeister verwirrt uns hier gleich im Dreierpack! – Quasimodo

Mit Ungarn hat das gar nichts zu tun – Heike

Das älteste Werk in der Trilogie der Fragen, für mich aber das wunderschönste und romantischste – Emotione

Beim "Holländer" ist sie ewig - hier steht sie im Stücktitel - Alviano

Jetzt denke ich habe ich es, wo der Titelheld sich, anfangs, ländlich gibt – Oper 337

Trilogie: Ja! Es wäre auch ein Wunder, wenn dieser Komponist in einer Rätselserie des Rideamus' fehlte – Mauerblümchen

Das Immergleiche bei der Komposition 100 Jahre später könnte man mit Roundabout bezeichnen. Ein anderer Komponist dachte zwischendurch bei dem Motiv an einen Dickhäuter – Emotione

In diesem Werk landet der Held sogar in der ungarischen Tiefebene und betrachtet einen Vorbeimarsch der ungarischen Armee. Zum Zusatzpünktchen kann ich nur sagen, dass es sich nicht um den Reigen seliger Geister handelt – Calisto

Es gibt vom gleichen Komponisten NOCH ein Werk über dieses Thema, welches irgendetwas mit der Zahl acht zu tun hat – Archaeopteryx

Zum Zusatzpunkt: Auf der Bühne gab es ein Aufführungsverbot, das jedoch von einem anderen Medium umgangen wurde – Calisto

Hat man die richtige Lösung, so ist für Internetbenutzer der Zusatzpunkt wohl kein Problem?! Ich grübelte lange über Wiederverwendungen des Schlafmotivs aus der Walküre, weil ich durch Rideamus' Worte "Den Seinen gibt's nicht nur der Herr im Schlaf. der Komponist, der rund hundert Jahre später fast das gleiche musikalische Motiv zur Illustration des Immergleichen einsetzte" verleitet wurde. Das war eine Sackgasse. Dennoch: Auch vom Ring des Nibelungen führt eine Spur zum Zusatzpunkt, die in besonderer Weise mit dem trefflichen Architekten dieser Rätselserie verbunden ist – Mauerblümchen

Bei 17 wird im Titel nur der eine Hauptdarsteller genannt, allerdings ergänzt um etwas, was wiederfährt - Alviano

Horch! Da gibt es Rosen – Succubus

Wie ich las, warst oder bist Du doch dort, wo an einer bestimmten Stelle dann und wann ein weißer Elefant kommt. Und genau da erklingt in einem anderen Medium der Sprechgesang - Emotione

Das Genre (des Zusatzpunktes) hatten wir bisher noch nicht, es ist aber ausgesprochen rideamusisch! Der Komponist hat, wenn man es mit der Ortogravieh nicht so genau nimmt, zwei nicht verwandte berühmte Namensvettern (einer kam schon vor). Und Mauerblümchens Tipp ist hawaiianisch schnell zielführend - Quasimodo

Eine Tanzform kann auf die richtige Spur führen - es ist aber nicht die, die im Titel eines anderen Stückes des gleichen Komponisten zum Träumen verführt. Zweiter Tipp, gleiches Thema: Ein noch lebender Komponist hat nicht nur Shakespeare oder Gombrowicz vertont, sondern auch das Werk, um das es in der Zusatzfrage geht – Alviano

Das Libretto zum Werk schrieb ein Regisseur, der schon so manche Oper inszeniert hat (und das zumeist gut, wie ich finde) - Succubus

In einer "Arie" lodern die Flammen, aber wir befinden uns nicht im "Trovatore". Zusatzpunkt: In einem anderen Werk beschäftigt sich gesuchter Komponist mit einer großen Verführerin, die in einem berühmten Film aus dem Teppich gerollt wird – Amelia Grimaldi

Diese Frage wurde Waldi per Nachsendeauftrag geschickt - Pavel

Nein, es ist nicht Adriana Lecouvreur, denn hier sind keine Veilchen vergiftet, sondern ganz andere Blumen – Teresa Cellini

Das Werk wurde zu Lebzeiten des Komponisten nur zwei Mal aufgeführt. Bei der Zusatzfrage hilft ein Walzer-Traum weiter – Athene

Die Lösung:
Hector Berlioz: La damnation de Faust – Voici des roses … Dors, heureux Faust … Ballet des sylphes
Lösungsbuchstabe: E
Zusatzfrage: Oscar Straus: DER REIGEN (Filmmusik)
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=usdNHRu0hd0

Hier musste ich in meiner Frage etwas unpräzise bleiben, weil zu erwarten stand, dass inzwischen manche ohnehin schon auf den Gedanken gekommen sein würden, dass der FAUST-Kampf dieses Rätsels über mehrere Runden gehen könnte. Daher fragte ich auch nach den Helfern Mephistos, den seelenlosen Luftgeistern, die noch im 19. Jahrhundert jedermann als seelenlose Luftgeister bekannt waren, heute aber fast nur noch aus Musikstücken wie der DAMNATION oder Glasunows Chopin-Verarbeitung zu dem Ballett LES SYLPHIDES bekannt sind. Ihr Motiv war es, das Oscar Straus hundert Jahre später aufgriff um daraus sein Titelthema für Max Ophüls‘ Verfilmung von Arthur Schnitzlers DER REIGEN zu formen. (Ich danke Severina für den Hinweis auf diese Parallele, die mir bis dato gar nicht aufgefallen war. Sie gab ihn uns einmal aus Anlass dieses Threads über die dramatischen Szenen von Hector Berlioz: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1561). Ich weiß nicht, wie bewusst sich Straus dieser Übernahme war, aber es hat schon etwas Faszinierendes, dass beide Komponisten auf dieses Motiv zur Kennzeichnung von etwas zugleich Schönem und Seelenlosen verfielen. Dass es sich dabei nicht einfach um ein Plagiat handelte, sondern um eine sehr kunstvolle Weiterentwicklung desselben Themas für einen ganz anderen Zweck, nämlich als Chancon, kann man gleich nach dem Vorspann des Films hier entnehmen: http://www.youtube.com/watch?v=_igWezuC67M.

Für seine Vertonung von Goethes Drama ging Berlioz einen ganz anderen Weg als seine Nachfolger Gounod, Boito oder Busoni, aber deutlich über Beethoven, Schubert und Mendelssohn hinaus, die sich vornehmlich für Gretchens Ballade vom König von Thule oder das herzzerreißende „Meine Ruh‘ ist hin, mein Herz ist schwer“ interessiert hatten. Auch Richard Wagner, der sich von Berlioz‘ dramatischer Sinfonie ROMÉO ET JULIETTE dazu inspirieren ließ, kam zehn Jahre später nicht über eine Komposition der Studierzimmerszene und Gretchens erste Ballade hinaus, die er später zu seiner FAUST- Sinfonie bündelte. Erst Franz Liszts FAUST-Sinfonie von 1857 widmete sich immerhin allen drei zentralen Helden des Stückes.

Berlioz aber hatte von Anfang an den gesamten ersten Teil von Goethes Drama im Auge. Ursprünglich wollte er ein Ballett für die Opéra schreiben, die aber den Auftrag zurück zog, als plötzlich überall FAUST – Bearbeitungen aus dem Boden schossen und sich angeblich sogar Rossini mit dem Plan einer FAUST-Oper beschäftigte. Berlioz aber ließ sich nicht beirren und fasste die Skizzen, die er bis dahin schon erarbeitet hatte, ähnlich wie drei Jahrzehnte später Robert Schumann seine SZENEN AUS GOETHES FAUST, zu den 8 SCÉNES DE FAUST zusammen, die er 1829 auf eigene Kosten als sein Opus 1 drucken ließ. Unter anderem erhielten sie bereits ein „Concert des Sylphes“, das die Grundlage für die spätere Sequenz lieferte, nach der ich hier fragte. Dabei sollte man nicht übersehen, dass Berlioz zunächst nur die Passagen des Dramas zur Vertonung aufgriff, die sich ihrem Charakter nach dafür aufdrängten, also alle Lieder und Tänze. Das hinderte nicht, dass Goethe, wie immer beraten von dem wenig progressiven Carl Friedrich Zelter, der gar nicht bemerken wollte, was Berlioz beabsichtigte, die Vertonung ablehnte und Berlioz damit so sehr irritierte, dass er später versuchte, das Werk zurückzuziehen und seine Opusnummer 1 neu vergab.

Der Stoff aber ließ ihn nicht los, Er wollte wohl nie eine regelrechte Oper daraus machen, sondern in konsequenter Fortsetzung seiner Hauptwerke von der SYMPHONIE FANTASTIQUE bis zu ROMÉO ET JULIETTE eine Folge assoziativer dramatischer Episoden über das zentrale Thema FAUST erstellen. Dies ließ ihm auch die Freiheit, sich aus den jeweiligen Vorlagen die Teile auszusuchen, die in seine Pläne passten und ggf. auch andere selbst weiter zu entwickeln, wie etwa das Thema von Fausts Verdammnis und Höllenfahrt, das niemand so extrem anging wie Berlioz, der sie sogar zum Titel seines Werkes erhob. Näheres zur Geschichte des Werkes und seinen Interpretationen findet Ihr sowohl in dem bereits erwähnten Thread des Klassikforums als auch hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…-de-faust%C2%AB

Die Ausführungen darin sind ziemlich aktuell, so dass ich sie hier nicht zu aktualisieren brauche. Bei den Audioaufnahmen würde ich zunächst die betagte von Igor Markevitch kaufen, solange es die Aufnahme Charles Dutoits nicht mehr offiziell gibt:

..........

Was die Bildaufzeichnungen angeht, so neige ich allerdings dazu, nicht nur die Besetzung, sondern auch die Regiearbeit Roland Aeschlimanns in seiner Brüsseler Inszenierung mit José van Dam, Jonas Kaufmann und Susan Graham zu bevorzugen, da die Musik von der spektakulären Inszenierung der Fura dels Baus in Salzburg ziemlich erschlagen wird und auch die zunächst eindrucksvolle Inszenierung Robert Lepages an der MET beim wiederholten Ansehen nicht gewinnt, während mir Aeschlimanns sprunghafter, aber bildkräftiger Alptraum, der mich zunächst wegen seiner sparsamen Ausstattung irritierte, immer werkgerechter erscheint. Leider bietet YouTube keine Gesamtaufnahme, aber diese englischsprachige Dokumentation über die Inszenierung mit dem Dirigenten Antonio Pappano gibt halbwegs Sprachkundigen einen sehr guten Eindruck davon und auch von dem Werk selbst: http://www.youtube.com/watch?v=VEy8usxhDTc, http://www.youtube.com/watch?v=nz2b7jC8JPs und http://www.youtube.com/watch?v=nRrkkPzhgmc.

Angesichts dessen bleibt die Salzburger DVD unter den offiziell erhältlichen natürlich die erste Wahl.


:hello Rideamus
Rideamus (05.11.2012, 23:09):
Apropos Helfer. Entgegen der Meinung vieler hat es der Teufel nicht besonders auf Schwule abgesehen. Deswegen braucht er die Unterstützung attraktiver Frauen, zum Beispiel von dieser, die immer bekommt, was sie will. Wie das geht? Ein bisschen Grips und etwas Talent - mit der Betonung auf Letzterem. Da könnten selbst Leistungssportler weich werden.

Gesucht wird der erste Buchstabe des Komponistennamens.

TIPPS
Ich fasse mal zu einer Sammlung von Wegweisern zusammen, was über das erfragte Werk schon bekannt sein könnte:
1. Spitzensportler sind in Oper und Operette ziemlich selten. Es geht also wahrscheinlich um eine andere, von den meisten hier gerne ignorierte Gattung. Die (selten gespielte) deutsche Fassung änderte die Sportart.
2. Schwule spielen hier keine Rolle. Der Teufel und eine schöne Assistentin aber schon.
3. Bei solchen Fragen pflege ich meist eine populäre Textzeile zu übersetzen.
4. Alle meine Fragen können mit Clips in YouTube illustriert werden.
5. Eine neue Information: der Teufel ist keine Schlange. Also hat er hier keinen Apfel, aber dank dieser Frucht hat er denselben Anfangsbuchstaben wie sein Komponist. Er heißt hier also nicht Mephisto – Rideamus

Die (übrigens erfolglose!) Verführerin hat den gleichen Vornamen wie Frau Professor Rath … - Quasimodo

... und der Künstlername einer Tänzerin, die in der Münchener Schönheitengalerie verewigt wurde und später am Broadway in ihrer eigenen Lebensgeschichte auftrat. Auch diese .... hat meistens bekommen, was sie wollte. Der gesuchte Werktitel findet sich heute eher auf den Sportseiten des Herstellungslandes - Rideamus

Der Name des Komponisten hat übrigens weniger mit einem Apfel zu tun als mit einem Flügelwesen, das einen solchen eher nicht essen würde... – Edwin

Über die Tänzerin ist ein König gestolpert... – Amelia Grimaldi

Der eine (gesuchte) Komponist hat den gleichen Nachnamen wie ein früher, sehr bekannter Schüler Sigmund Freuds. Der andere heißt mit Nachnamen so wie ein sehr bekannter Tastenvirtuose, der leider viel zu früh starb - Heike

Verdammt, gell ? – Alviano

Außerdem könnte eine gewisse Oper Franz Schrekers weiterhelfen. Gleicher Vorname, ähnliche Verruchtheit... - Edwin

Noch ein Tipp: Im Titel des gesuchten Werks findet sich eine Bezeichnung, die die Bewohner im Norden des Kontinents meint. Gedudelt haben die auch manchmal – Amelia Grimaldi

Die Bühne des Stadttheaters Oberhausen hatte die Ehre – Calisto

Der Sport, um den es geht, ist im Land, wo das Stück spielt, sehr populär. Bei uns spielt er faktisch keine Rolle. Also ersetzte man den Original-Sport in der deutschen Übersetzung, auch im Stücktitel, durch jenen, der bei uns an erster Stelle steht (kleine Hilfe: es ist nicht Polo ). Jetzt hat dieser neue Titel mit dem Originaltitel nichts mehr gemein - der ist nämlich eher ein umgangssprachlicher Fluch. Damit die babylonische Sprachverwirrung perfekt wird, sei noch angemerkt, dass man den hiesigen Sport auch eins-zu-eins in die Originalsprache des Stücks übersetzen kann - um dann bei einer Sportart zu landen, die wiederum im Ursprungsland des Werkes recht populär ist, aber eben nicht jene ist, die wir pflegen. Die heißt dort nämlich anders – Alviano

Wir haben es hier mit einem der seltenen Phänomene zu tun, bei dem zwei Leute gleichberechtigt an Text und Musik gearbeitet haben, also nicht einer der Texter und der andere der Komponist war. Ich muss meine Suchaufgabe also dahingehend präzisieren, dass der Anfangsbuchstabe des Komponistennamens gesucht wird, der weiter vorne im Alphabet kommt... - Rideamus

...und der, wie gesagt, keinen Apfel mag. - Edwin

Der Originaltitel würde auch gut zur Nr. 3 passen - Pavel

Ich fasse meine Tipps zu Nr. 18 und Nr. 19 zusammen: Verdammte Amerikaner (18) in Paris, dort verdammt (19) - aber nicht von Gershwin. – Gurnemanz

Nimm die Tipps einfach verdammt wörtlich, dann müsste Licht am Ende des Tunnels erscheinen... – Amelia Grimaldi

Wie hieß die denn, also die mit den Motten und so von oben bis unten, die Blonde da, aus diesem Film, fesch war sie - und Beine hatte die... Nein, nicht der bürgerliche Name, die Rolle... Und so heißt auch die Assistentin des Herren aus der Unterwelt im gesuchten Stück. Der übrigens heißt so, wie eine amerikanische Schauspielerin, irgendwas mit Apfel oder so.. Nein, Nein, nicht Tell – Alviano

Es gibt eine Modemarke, die heißt "American Eagle" - irgendwie erinnert mich das an den Komponisten der Nummer 18 - Alviano

Immer diese blöden Amis! – Archaeopterix

Wie ein Greifvogel stürzt sich unser Rätselmeister mit Vorliebe auf diese von mir so gefürchtete Musikgattung - Calisto

Verständlich, wenn die Protagonistin von Frage 03 den Titel des Werkes gesagt hätte – Teresa Cellini

Der König der Lüfte führt beim Komponisten auf die richtige Spur – Athene

" ... Stuck a feather in his hat, And called it macaroni."
VERDAMMT nochmal - wieso geht mir das nicht mehr aus dem Kopf? - Mauerblümchen

Die Lösung:
Richard Adler und Jerry Ross: DAMN YANKEES
Lösungsbuchstabe: A
Beispiele:
A Little Brains, A Little Talent: http://www.youtube.com/watch?v=R-Tqzlmk6PA
Whatever Lola Wants: http://www.youtube.com/watch?v=x507PnU8DwQ

Schon die Anzahl der Tipps verrät es: dies war die am schwersten zu lösende Frage, und wenn die Tatsache ein HInweis ist, dass es nicht einmal mehr in Amerika zu einem vernünftigen Preis eine DVD des Spielfilms gibt, dann muss man wohl annehmen, dass das heutzutage in den USA nicht viel anders wäre. Dennoch habt Ihr es fast alle geschafft, die Lösung zu finden und Euch dafür ein dickes Kompliment verdient.

Da mir schon im Vorfeld bewusst war, dass es selbst unter den ausgefuchsten Ratefreunden hier kaum jemanden geben dürfte, der diese höchst vergnügliche Variante des FAUST – Stoffes kennt, habe ich einen eigenen Thread zu den beiden Komponisten vorbereitet und kürzlich aufgemacht, in dem ich auch dieses Musical eingehend vorstelle: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…e-good-old-days.

Genau genommen, war meine Frage nicht ganz präzise, denn als ich nach dem Komponistennamen fragte, war auch mir nicht mehr präsent, dass bei diesem Duo beide Mitglieder dieses Teams sowohl die Komponisten als auch die Texter waren. Tatsächlich gibt es wohl nur einen einzigen anderen Fall, in dem ein Autorenteam nicht nur die Aufgaben des Texters und des Komponisten geteilt hat, sondern beides gemeinsam erarbeitete, Mir ist jedenfalls, sieht man mal von den Fällen ab, in denen ein Komponist die Arbeit eines vorzeitig Verstorbenen vollenden musste oder posthum überarbeitete, nur ein einziges anderes Gespann von einigem Renommee bekannt, das ebenfalls so eng am Text und an der Musik zusammen gearbeitet hat, und das ist das Duo Reveriano Soutullo (1884-1932) und Juan Vert (1890-1931), das gemeinsam einige der besten Zarzuelas wie LA LEYENDA DEL BESO schuf.



Wie eng Richard Adler und Jerry Ross in ihrem Schaffensprozess miteinander verbunden waren, kann man an der Tatsache erkennen, dass Richard Adler nach dem allzu frühen Tod seines Partners kurz nach der Uraufführung ihres zweiten Hitmusicals nur noch ein einziges Musical fertig stellte, das zwar einen Achtungserfolg erringen konnte, dem aber ersichtlich das Gefühl für die Publikumswirksamkeit abging, das wohl vor allem von dem schon als Kind theatererprobten Jerry Ross eingebracht wurde. Ihre beiden gemeinsamen Musicals aber gehören zum Köstlichsten, was diese Gattung in ihrer Glanzzeit hervorgebracht hat. Leider hatte DAMN YANKEES international an der mangelnden Popularität seiner Sportart, des Baseball zu leiden, so dass es, anders als sein heute noch bekannterer Vorgänger THE PAJAMA GAME, nur als Quelle einzelner herausgelöster Hits wie „Whatever Lola Wants“ oder „You Gotta Have Heart“ bei uns bekannt wurde, wenn überhaupt. Da half auch der wackere Versuch des Stadttheaters Oberhausen nichts, das Stück in das Fußballmilieu zu verpflanzen und den Verein Rotweiß Oberhausen an die Stelle des glücklosen amerikanischen Baseballteams aus Washington zu setzen.

Alles Weitere erfahrt Ihr in dem oben angegebenen Thread zu den beiden Komponisten. Dort wäre dann auch eher der Platz für eine Diskussion des Werkes, falls jemand eine solche wünscht. Was mich natürlich, wie immer, sehr freuen würde.

:hello Rideamus

Jetzt werde ich, wie angekündigt, eine Woche Pause machen. Ich hoffe aber, schon am kommenden Wochenende mit dem Rest der Lösungen weitermachen zu können. Wer also noch Antworten zum letzten Viertel des Rätsels offen hat, kann diese Lücke noch eine Woche lang schließen.
Rideamus (10.11.2012, 13:56):
Manchmal versuchen VerführerInnen auch, eine abgelegte Liebe wiederzubeleben. In dem Fall schützt Frömmigkeit nicht unbedingt vor dem Erfolg der Bemühungen

Gesucht wird der dritte Buchstabe im Namen des Autoren der literarischen Vorlage
TIPPS
Ein hier schon Vielgescholtener hat selbigen Stoff ebenfalls vertont. Die Sprache allerdings ist eine andere – Amelia Grimaldi

... und während hier nur der Vorname der Titelheldin/des Titelhelden benutzt wird, hat der spätere Komponist den vollständigen Namen bemüht. Wie übrigens auch ein Komponist, der diesen Stoff ebenfalls vertonte und mit einem anderen Werk eine Revolution auslöste - Alviano

Noch selten ist ein Möbelstück herzzerreißender besungen worden! – Severina

Es gibt davon eine DVD für Fans von Anna und Rolando – Heike

Der Roman war bis zur "Entschärfung" durch seinen Autor in dessen Heimatland verboten. Die waren aber auch pingelig damals! – Quasimodo

Lieber Quasimodo, wie sagte schon Schiller "In meinem Frankreich war's doch anders!" – Oper 337

Hier wird auch geträumt – Philbert

Ein weiterer Komponist nannte sein Werk eine einsame Prachtstraße – Emotione

Im Roman wird unser Held zu einem sittlichen Leben zurückgeleitet. Mein Gott, wie langweilig . – Calisto

In der Vertonung des späteren Komponisten gibt es eine Minirolle, die prominenten Rollenvertretern als Sprungbrett diente. Ich nenne Kurt Equiluz, James McCracken, Piero de Palma und - man staune - sogar Jussi Björling – Mauerblümchen

Der gleiche Komponist, der hier in der Frage gemeint ist, hat denselben Stoff übrigens ein weiteres Mal vertont: als Ballett. Und dieses Ballett ist ein völlig eigenständiges Werk, das nicht an das hier gesuchte anschließt oder darauf aufbaut – Alviano

Er komponierte noch einen Einakter, der ebenfalls auf dem Stoff aufbaut, ihn quasi fortsetzt - Emotione

Ich komme mir vor wie in einem Möbelhaus, lauter Einrichtungsgegenstände - nur keine Kühlschränke – Oper 337

Quasimodo hat mich gerade darauf hingewiesen, dass das Ballett zwar Musik des Komponisten enthält, aber nicht von diesem selbst zusammengestellt wurde. Blick auf die CD-Hülle bestätigt: die Zusammenstellung übernahm ein Herr, der mit Nachnamen wie einer der Evangelisten heißt. Richtig ist aber, was Emotione anfügt: Dies Bildnis ist bezaubernd schön – Alviano

Der Ort der Verführung liegt heute im 15.Bezirk einer Weltstadt – Pavel

Ich fasse meine Tipps zu Nr. 18 und Nr. 19 zusammen: Verdammte Amerikaner (18) in Paris, dort verdammt (19) - aber nicht von Gershwin. – Gurnemanz

Edwins Lieblingssängerin hat die Titelrolle in einer Marilyn-Perücke gesungen. Der Komponist hat außerdem ein Werke über einen, der gegen Windmühlenflügel kämpft, eine Märchenfigur, einen spanischen Helden, eine ägyptische Königin und andere Berühmtheiten verfasst. Massen-hafte Vertonungen sozusagen. - Amelia Grimaldi

Die Protagonistin kannst Du z.B. in der Überschrift vom Schlusssatz von Beethovens vierter Sinfonie finden – Quasimodo

Die Titelheldin scheint ziemlich verwirrt zu sein, weil sie von einem Tischchen Abschied nimmt. Zur Not kann man sich auch kalte (Brüsseler) Spitzen häkeln oder klöppeln – Calisto

In diesem Rätsel taucht immer wieder ein recht berühmter Dichter auf. Der hat auch die Vorlage zu dem zweiten Stück geschrieben, mit dem der hier gesuchte Komponist wohl noch am bekanntesten ist - blau/gelb sind dabei nicht die Farben eines Sportvereins – Alviano

Ein berühmter französischer Komponist hat die Titelheldin sogar für zwei Opern verbraten – Archaeopteryx

In 15 will der Verführer die Hand seines Opfers halten, hier ist es die Verführerin, die ihr Opfer daran erinnert, dass es ihre Hand ist, die es gerade berührt hat – Teresa Cellini

Das Priesterseminar ist auch nicht mehr das, was es mal war – Succubus

Hmmm - mir fallen dazu weiße, mit Kaffeebuttersahne gefüllte Pralinen ein - Athene

Schwachheit, dein Name ist Mann! Aber bitte sehr, wenn z.B. in dereinstigen Traumpaarzeiten eine attraktive Russin in der weiblichen Rolle einen schwarzen Lockenkopf umgarnte, dann blieb kein Auge trocken, selbst in der sonst nicht immer kitschfreien Inszenierung – Waldi

Die Lösung:
Jules Massenet: MANON – Duett: N'est-ce plus ma main?
Lösungsbuchstabe: E
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=JfrS5_7Mddk

Wie schon eine Ratefreundin zu ihrer frühen richtigen Antwort ergänzte: „Genau auf die Saint-Sulpice-Szene warte ich schon die ganze Zeit !!“. Es wäre natürlich undenkbar gewesen, in einem Rätsel zu großen Verführungsmusiken diese Szene der Verführung eines angehenden Geistlichen, die ja zum Teil eine Retourkutsche ist, nicht zu berücksichtigen. Ich habe allerdings länger gezögert, ob ich nicht die erste Spontanverführung in die Frage stellen soll, die mit dem fröhlichen „Nous vivrons è Paris“ endet (s. z. B. http://www.youtube.com/watch?v=VJHpg_pUIeA). Aber warum sollen hier immer nur die Männer als Verführer dargestellt werden?

Bei der Vorbereitung dieser Lösung konnte ich es kaum glauben, aber es existiert tatsächlich noch kein Thread über Massenets Meisterwerk, das ihm selbst so lieb war, dass er lange Zeit später sogar eine Fortsetzung unter dem Titel PORTRAIT DE MANON schrieb. Das kann ich in diesem Rahmen natürlich auch nicht nachholen, denn allein die Diskographie, ganz zu schweigen von einem Vergleich mit den anderen Vertonungen von Balfe, Auber, Puccini und Henze, um nur die bekanntesten zu nennen, würde sehr viel mehr Vorarbeiten erfordern, als ich mir derzeit zumuten kann. Ich beschränke mich daher erst einmal auf dieses überarbeitete Selbstzitat aus einem 5 Jahre alten Beitrag zu einem anderen Forum, in dem ich die Aufnahmen lobte, die mir bis heute am besten gefallen. Ich begann mit der Beschreibung der Inszenierung David McVicars aus Barcelona, die mit Natalie Dessay und Rolando Villazon auch noch eine ideale Besetzung der beiden Hauptpartien aufweisen kann:



Zunächst finde ich, dass man hier unbedingt die Leistung von Massenets Librettisten Henri Meilhac (ja, der von Offenbachs BELLE HELENE, BLAUBART, GROSSHERZOGIN, PERICHOLE und VIE PARISIENNE auf der einen und Bizets CARMEN auf der anderen Seite) und Philippe Gille erwähnen muss. Sie sind die Einzigen, die anstreben, nicht nur eine Liebesgeschichte vor einem fast beliebigen Hintergrund abzuspulen, sondern diese dezidiert aus ihrem sozialen Umfeld heraus zu entwickeln und ihren weiteren Verlauf mit deren Eigenarten statt einfach mit Liebe und Vergnügungssucht zu begründen - mehr noch als selbst Prevost, wie mir scheint. Sollte ich da irren, wäre dies ein Sonderkompliment für McVicar. Dass sie das auch so gut geschafft haben, kann man nicht hoch genug würdigen, gerade an dieser Stelle, denn ein Regisseur, der das nicht zu nutzen versteht, sollte Berufsverbot bekommen.

McVicar tut das gelegentlich zu exzessiv, aber seine Personenregie, gerade bei dem immer sehr schwierigen Chor, ist bis ins hinreißende Detail überzeugend. Keine Regie? Im Gegenteil: ich habe, von Visconti und wenigen anderen wie Ponnelle einmal abgesehen, selten so viel liebevolle Detailregie in einer Oper registriert. Ich fühlte mich sofort in diese dekadente Gesellschaft hineinversetzt, und da war es mir völlig egal, ob Goya oder Delacroix ggf. anachronistische Vorbilder waren oder hätten sein sollen. Es funktioniert! Sogar in der wegen ihrer leichten Selbstgefälligkeit ob der Virtuosität des Einfalls auf Anhieb etwas befremdlichen Bewegungsregie der "einfahrenden" Kutsche. Man spürt: hier haben wir es mit Menschen zu tun und nicht mit einem Haufen bewegter Kostüme und Dekorationen. Diesen Eindruck behielt ich den ganzen Akt hindurch.

Natürlich darf man nicht übersehen, welch enorme Starthilfe die Librettisten und Massenet dabei gegeben haben, denn in dieser Oper findet etwas für mich ganz Seltenes statt, das mir kaum jemals so bewusst wurde wie in dieser Umsetzung. Hier entstehen Dialoge aus einer überzeugenden Geschichte mit grosso modo glaubhaften Charakteren und aus dieser wiederum - im doppelten Wortsinn - erhellende Musik. Natürlich hört man auch bei Massenet die unverkennbare Sprache dieses Komponisten, aber eben durch den Mund lebendiger Menschen. Mag der Des Grieux des ersten Aktes noch mit dem Werther austauschbar sein. Manon ist es keinesfalls mit Charlotte. Nie wurde mir derart bewusst wie bei dieser Aufführung, wie präzise und doch melodisch einfallsreich, ganz zu schweigen von musikalisch anspruchsvoll, Massenet an den Dialogen entlang arbeitet und sie zu Musik formt.

Dass dies so deutlich wird, ist wiederum eindeutig das Verdienst der großartigen Stars der Aufnahme, denn der durchaus achtbare Perez kommt leider nur selten über die Leistung einer sehr anständigen Begleitung hinaus. Er folgt seinen Protagonisten. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Jedenfalls habe ich diesen Eindruck. Hier punktet Pappano, der für mich besser dem Atem der Musik folgt - allerdings auf Kosten der Charakterisierung. Vielleicht ist das eine unausweichliche Alternative, wo man sich nur für das eine oder andere als Primat entscheiden kann. Nathalie Dessay und Rolando Villazon machen ihre Charaktere als solche lebendig und haben dennoch ihre Kunst dermaßen im Griff, dass sie sie zu diesem Zweck rückhaltlos einzusetzen wissen. Ich hoffe und glaube, dass sie ebenso viel Freude daran hatten wie ihr Publikum. Für mich sind sie derzeit das ideale Paar in diesen Rollen, trotz des schön singenden, aber schauspielerisch begrenzten Domingo und des bislang für mich überzeugendsten Alfredo Kraus, den ich in dieser Rolle allerdings erst in etwas zu fortgeschrittenen Jahren erlebt habe.



Einige Zeit nachdem ich dies geschrieben hatte, habe ich dann auch die Wiener Inszenierung Jean-Pierre Ponnelles mit Edita Gruberova und Francisco Araiza kennen gelernt, ud ich ergänze hier gerne, dass ich deren Leistung gleichberechtigt neben die soeben ausführlich beschriebene stelle, ohne dass ich das jetzt in der gleichen Ausführlichkeit begründen kann. Müsste ich mich allerdings unbedingt für eine entscheiden, bliebe ich bei McVicar und seinem Ensemble. Da spielt aber sicher die erste Prägung keine unbedeutende Rolle.

Fest steht, dass von den mir bekannten Vertonungen des Stoffes die von Massenet für mich mit Abstand die subtilste, differenzierte und überzeugendste ist und keinesfalls weniger großartige Musik enthält. Im Gegenteil. Natürlich braucht Massenet für seinen Ansatz und den seiner Librettisten mehr Zeit. Bezeichnenderweise wirkt seine MANON auf mich dennoch so, als sei sie die kürzeste und spannendste, besonders im Vergleich zu Puccinis Version.

Manons Bereitwilligkeit, die gesellschaftlichen Konventionen zu ignorieren und lieber die Freuden des Lebens zu genießen statt im Kloster zu versauern, verbunden mit der ersichtlichen Sympathie, die Prevost ihr dafür entgegen bringt, war es doch, die den damaligen Skandal ausgelöst und das Verbot des Buches nach sich gezogen hat. Auber und Massenet (bzw. zunächst immer deren Librettisten) haben das noch verstärkt und damit die Provokation der zunehmend prüder werdenden gesellschaftlichen Normen gesteigert. Erst Puccini hat Manon wirklich zur Hure gemacht, indem er die Geschichte ganz aus der männlichen Perspektive darstellt und dann fast heuchlerisch um Verständnis buhlt - wie vor ihm schon Verdi bei Violetta Valery, der das aber musikalisch weitaus differenzierter tat. Manon aber ist weder eine Dame auf Abwegen noch eine Kurtisane im Werden, sondern ein abenteuerlustiges Mädchen, das den "Fehler" begeht, zu glauben, sie hätte ein Recht auf ein eigenes Leben. Ginge es ihr allein um Geld und Gaben, selbst sie hätte auf Anhieb bemerkt, wo mehr zu holen wäre. Sie will aber beides, die große Liebe UND das große Abenteuer und ist naiv genug, Des Grieuxs Versprechungen zu glauben, dass das möglich sein, weil sie das möchte.

Soweit dieser lange Auszug aus meiner Besprechung von damals, die vielleicht einige von den Gründen verrät, warum ich diese Oper so besonders schätze. Nun bin ich aber sehr gespannt auf Eure Lieblingsaufnahmen, seien sie auf DVD oder rein akustisch. Bei letzteren habe ich natürlich auch eine alte Vorliebe, und das ist die alte Aufnahme von Pierre Monteux mit Victoria de los Angeles und Henri Legay aus dem Jahr 1955, die sicher die idomatischste von allen Aufnahmen ist, die man heute noch bekommen kann:



Mehr dazu hoffentlich bald in einer Diskographie der Oper, die gerne schon mal jemand anders anfangen kann.

:hello Rideamus
Severina (10.11.2012, 21:25):
Nun, da ich die Wiener Inszenierung an die 30mal mit Gruberova und Araiza gesehen habe, ist klar, welche der beiden DVDs bei mir den Vorzug erhält. Obendrein gestaltet Araiza einige Szenen subtiler als Villazón (Alleine was er alles in das kleine Wörtchen "Rien! legt, nachdem ihn Manon mit einer Ausrede wegen der Rosen abspeist, ist ein ganzer Kosmos an Gefühlen!), bringt die Naivität eines jungen Mannes, der sich Hals über Kopf und völlig bedingungslos verliebt, nach meinem Gefühl überzeugender über die Rampe. Villazón wirkt auf mich geerdeter, dass er sich nach einer enttäuschten Liebe von der Welt abwendet und ins Kloster flüchtet, glaube ich ihm nicht so ganz.
Meine Vorbehalte gegen die McVikar-Inszenierung habe ich bei Capriccio schon ausführlich dargelegt, trotzdem hat sie natürlich ihre Meriten. Bei mir lautet die Reihenfolge also genau umgekehrt:
1. Ponnelle mit Araiza und Gruberova
2. McVikar mit Villazón und Dessay

lg Sevi :hello
Rideamus (11.11.2012, 01:45):
Liebe Sevi,

ich kann Deine Wertung sehr gut verstehen, und was den Vergleich Araiza-Villazon (der auch sehr gut ist) angeht, stimme ich Dir sogar zu.

Da derselbe Vorteil für mich aber für die großartige Natalie Dessay gegenüber der wunderschön singenden, aber wie immer etwas unterkühlten Edita Gruberova spricht, steht es auf dieser Seite ausgeglichen, und die nicht nur buntere, sondern auch vielseitigere Regie McVicars gegenüber der wahrlich nicht zu verachtenden Arbeit Ponnelles macht für mich en entscheidenen Unterschied, den auch der bessere Pierre Thau gegenüber dem leidr total abgesungen vibrierenden Samuel Ramey nicht wett macht, zumal auch die beiden Dirigenten in etwa gleichwertig sind, wenn ich richtig erinnere.

Bleiben wir uns also einig darin, dass wir uns hier einmal graduell unterscheiden. Einig werden wir uns wahrscheinlich ziemlich leicht darin, dass es gegenüber diesen beiden Aufzeichnungen auch im Audiosektor seit der wunderbaren Aufnahme von Pierre Monteux mit Victoria de los Angeles trotz so herausragender Namen wie Sills, Gheorghiu, Netrebko, Gedda, Kraus,oder Alagna, keine ernsthafte Konkurrenz gibt.

Liebe Grüße

:hello Rideamus
Rideamus (11.11.2012, 11:02):
Eine unschuldige Bitte wie die, dass der verführte Geliebte noch nicht gehen möge, hat schon Menschen das Leben und vermeintliche Thronfolger die Zukunft gekostet. So auch hier, wo man sich allerdings fragen muss, wer hier Verführer/in und wer Verführte(r) ist.

Gesucht wird der fünfte Buchstabe des Komponistenvornamens

TIPPS

Naja, die "verführte" Geliebte weiß genau was sie will und hat es faustdick hinter den Ohren. Man könnte sagen, das verliebte Paar geht über Leichen – Calisto

Die spinnen, die *! – Archaeopteryx

Die beiden sind, jede/r auf seine Art, richtig fiese Typen. Aber sie singen eines der berückendsten Liebesduette der gesamten Opernliteratur am Ende des Stückes – Alviano

Das finde ich auch. Auch wenn es vielleicht nicht von Ihm ist – Calisto

Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von "Ihm", wie andere Teile dieses genialen Stückes auch nicht (das ganz klar zu meinen Lieblingswerken gehört) - Alviano

Es handelt sich um das letzte Werk des Komponisten und erwies sich als bedeutsam für die Weiterentwicklung der Gattung – Amelia Grimaldi

Nicht nur in "Elektra" stirbt jemand im Bad - hier trifft es einen Gelehrten, der einem Befehl des Herrschers nachkommt – Alviano

Die Verführerin wird nicht zu Unrecht vor ihrem "Opfer" gewarnt, und das schöne Ende ist trügerisch; aber das kommt in dem Stück nicht mehr vor. Der Komponist von Nr. 16 ist mit diesem "Verführten" übrigens auch nicht fertig geworden – Quasimodo

Kennt man in Deutschland eigentlich den Ausdruck "Goderl kratzn" ? – Pavel

Zur Handlung wäre nur zu sagen: Sex and Crime – Emotione

"Er" von dem Paar war alles andere als ein Biedermann... – Alviano

Spielte "Er" nicht auch in einem Film aus den 50er Jahren mit? Also "Er" nicht persönlich, sondern "Er" wurde verkörpert von einem englischen Schauspieler – Calisto

Und "Er" war so wunderbar durchgeknallt... Und sang, aber nur ansatzweise so schön wie im gesuchten Werk – Amelia Grimaldi

Unsere Verführerin ist mit ihrem "Opfer" letztlich doch nicht fertig geworden (sondern er mit ihr, wovon das gesuchte Stück aber nicht mehr berichtet), und der Komponist von Nr. 16 ist mit dem (Schreiben eines Stückes über den) Kerl auch nicht fertig geworden. Wie fertig unser jetzt gesuchter Komponist mit dem jetzt gesuchten Stück geworden ist, lässt sich nicht mehr so ganz genau sagen – Quasimodo

E avanti a lui tremava tutta Roma – Alviano

Nicht doch, so landet man noch bei Maria Callas - Calisto

Das wollen wir verhindern in Zeiten von HIP – Amelia Grimaldi

Wenn es sich auch auf eine meine Lieblingsopernstellen bezieht, der Gefragte könnte wohl auch gemeint sein – Oper 337

Natürlich ist dieses Zitat kein Hinweis auf das gesuchte Stück. Aber über "Ihn" vom Liebespaar der Nummer 20 ließe sich der zitierte Satz auch gut sagen. Der Komponist der Nummer 16 hat "ihn" übrigens zur Titelfigur gemacht – Alviano

So endet es, wenn die Bösen einmal siegen ... – Teresa Cellini

Auch bei Händel kommt die Titelheldin in einer bekannten Oper vor - allerdings ist dessen Oper nach der Mutter des Verführten benannt - Heike

Den Hauptdarsteller hatte ich zwar, war aber im ganz falschen Jahrhundert. Weder der Komponist aus Nr. 16 noch der eine Generation später lebende Landsmann haben das gesuchte Werk komponiert. Und auch nicht der wohlbeleibte Komponist aus dem Spätbarock, wobei der schon näher dran ist ... Ich gebe Euch allen recht:
- Eines der berückendsten Liebesduette
- Das letzte Werk des Komponisten und bedeutsam für die Weiterentwicklung der Gattung
- Einer stirbt im Bad
- Das lieto fine der Oper ist nicht das letzte Wort in der Geschichte der beiden Protagonisten
- Sex and crime
- "Er" ist alles andere als ein Biedermann
- E avanti a lui tremava tutta Roma ... vor allen die Christen …
und der Komponist war durchaus ein gattungsspezifischer early bird. Prominent auch seine Auseinandersetzung mit einem konservativen Theoretiker. Gut, dass jener nicht den Sieg davon trug! Genius for president! - Mauerblümchen

Hier muss man sich nicht wie in einer Vorfrage mit vermaledeiten Yankees herumschlagen, sondern lediglich beachten: "Auch Rom wurde nicht an einem Tag niedergebrannt." – Gurnemanz

War es am Ende das Feuer der Leidenschaft, dass eine ganze Stadt in Brand setzte? - Succubus

Dieser Werk wird meist in einem Zyklus mit zwei anderen gesehen! – Severina

Der Grüne Hügel von Bayreuth ist hier nicht hoch genug - Athene

Der Muttermörder vor Galba ist hier beteiligt - Waldi

Die Lösung:
Claudio Monteverdi: L’incoronazione di Poppea – Signor, deh non partire
Lösungsbuchstabe: D
Beispiele: http://www.youtube.com/watch?v=bO309za7Tuc
http://www.youtube.com/watch?v=mSAe_ThZIWM
http://www.youtube.com/watch?v=UvO8Nv25ZyA
http://www.youtube.com/watch?v=W5GKZFkX-7E

Man macht sich heute kaum mehr eine Vorstellung, wie elend die Stellung eines, ganz von den Launen seines Herrn abhängigen, Hofmusikers im 17. Jahrhundert gewesen sein muss, wenn der Herrscher so unberechenbar war wie Vincenzo I Gonzaga von Mantua, der langjährige Arbeitgeber Claudio Monteverdis, dem dieser 22 Jahre lang dienen musste, bevor er von dessen unmusikalischem Nachfolger schnöde entlassen wurde. So ist verständlich, dass Monteverdi, der immerhin mit seinem ORFEO einen riesigen Erfolg gehabt hatte, welcher weit über Mantua hinaus reichte, keine weitere Anstellung suchte, die ihm Gelegenheit gab, weitere Opern zu schreiben. Er konnte sich vielmehr glücklich schätzen, gleich ein Jahr später zum Kapellmeister des Markusdoms in Venedig ernannt zu werden, wo er geistliche Werke, aber auch eine Vielzahl von Madrigalen und weltlichen Kompositionen verfasste. Erst die Eröffnung des ersten Opernhauses von Venedig weckte seinen Ehrgeiz, sich noch einmal in dieser Gattung zu versuchen, und so entstanden kurz hintereinander seine beiden letzten Opern. L’INCORONAZIONE DI POPPEA brachte er 1642, ein Jahr vor seinem Tod, noch selbst zur Aufführung. Schon sehr bald aber wurde sie von seinem damaligen zweiten Organisten und späteren Konkurrenten an der Oper, Francesco Cavalli (LA DIDONE), und womöglich auch anderen bearbeitet und ergänzt. Es ist heute nicht mehr festzustellen, welche Teile der einzigen beiden erhaltenen Partituren nicht von Monteverdi sind. Insbesondere bei dem berühmten Schlussduett zwischen Nero und seiner zweiten Frau Poppea, "Pur ti miro, Pur ti godo", auf das Alvianos Tipp verweist, wird stark bezweifelt, dass es wirklich von Monteverdi stammt, denn die Verschränkung der beiden Stimmen in diesem revolutionären Duett scheint wirklich schon aus einer anderen Opernwelt zu stammen. Dass Monteverdi aber auch dieses Duett zumindest entscheidend geprägt hat, ist unüberhörbar.

Bei dem erfragten Verführungsduett „Signor, deh, non partire“, mit dem Poppea ihren Geliebten Nero nach einer Liebesnacht zum Bleiben zu bewegen versucht und letztlich auch mit der gleichen Effizienz um ihren Finger zu wickeln versteht, wie dereinst Dalila den Samson, sind mir solche Zweifel nicht bekannt. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Duett auch eher um einen alternierenden Gesang, wiewohl von starker Betörungskraft, als um ein Konzertieren zweier Stimmen wie bei dem Schlussduett, und damit entspricht es auch eher den rezitativischen Melodien, die wir von Monteverdi gewohnt sind.

Bekanntlich wurden zu Monteverdis Zeiten die Partiturstimmen nicht ausgeschrieben, und so gab es immer wieder zahlreiche Bearbeitungen, die seine Opern dem jeweiligen Zeitgeschmack anzupassen versuchten. Wie unterschiedlich man dieses wohl erste große Verführungsduett der Operngeschichte interpretieren kann, zeigen schon die oben aufgeführten Beispiele, die allerdings sämtlich schon stark von den Erkenntnissen der HIP-Bewegung geprägt sind. Eine vorzügliche Auflistung der erhältlichen Aufnahmen sowie eine kurze Diskussion bestimmter Aspekte des Werkes enthält dieser sehr empfehlenswerte Thread von „Josquin Dufay“, dem ich kaum etwas hinzuzufügen weiß, da meine Vorlieben bekanntlich nicht primär aus dieser Ära stammen und Monteverdis letzte Oper die große Ausnahme ist, die ich wirklich besonders schätze: MONTEVERDI: L'Incoronazione di Poppea (1642)

Aber auch bei dieser Oper gestehe ich gerne, dass mir eine gute Inszenierung bei der Konzentration hilft, und das wäre sicherlich bei der geballten Aufführung von Monteverdis drei erhaltenen Opern an der Komischen Oper in Berlin der Fall gewesen, deren Gesamtlänge mich aber so sehr verschreckte, dass ich nach einigen Kostproben dieser deutschsprachigen Aufführung aufgab. Immerhin habe ich sie auf der Festplatte, und gelegentliche Stichproben legten mir bereits nahe, mich zu gegebener Zeit weit intensiver damit zu beschäftigen., wie das ansatzweise schon einmal hier geschah: MONTEVERDI: Orpheus Odysseus Poppea - Berlin (Komische Oper), 16.09.2010

Bislang aber gelten meine Vorlieben bestimmten Einzelaufnahmen, unter denen natürlich an erster Stelle die bahnbrechende Zusammenarbeit Jean-Pierre Ponnelles mit Nikolaus Harnoncourt in Zürich genannt werden muss:



Rein musikalisch ziehe ich aber die lebendigeren Mitschnitte späterer Aufführungen vor. In chronologischer Reihenfolge sind dies die Aufführung von René Jacobs mit dem Concerto Köln,



Klaus Michael Grübers Inszenierung mit dem lebendig-warmherzigen Dirigat Marc Minkowskis



und schließlich, aber wahrlich nicht zuletzt, die Einspielung von Emmanuelle Haim aus Edinburgh, die mich, auch wegen Robert Carsens Inszenierung, ganz besonders fesselt:



Zum Glück gibt es von allen einzelne Clips auf YouTube, so dass ich mir hier eine detaillierte Beschreibung ersparen kann. Vielleicht lässt sich das ja gelegentlich in dem oben genannten Thread nachholen. Dort wäre dann vielleicht auch der Ort, einmal das Libretto zu diskutieren, denn die Frage sollte ja weniger sein, ob die Oper den historischen Figuren gerecht wird (wobei auch da wiederum die Frage ist, wieweit der Ruf der historischen Personen nachträglichen Verleumdungen und Übertreibungen zum Opfer fiel), sondern inwieweit das Vorspiel mit dem Wettstreit zwischen Glück, Tugend und Liebe und ihrem Verhältnis zur Rationalität das Geschehen dieser Oper nicht viel mehr bestimmt als jede historische Dichtung oder Wahrheit.

:hello Rideamus
Severina (11.11.2012, 12:13):
Lieber Rideamus,

das ist mir total entgangen, dass es die tolle Carsen-Inszenierung auf DVD gibt! Sie lief ja vor einiger Zeit im ThadW und hat mich sehr begeistert. Womit meine Wunschliste für Weihnachten wieder um einen Posten länger geworden ist :D!

Den Ponnelle-Zyklus besitze ich natürlich auch, muss aber gestehen, dass mir diese optisch opulente Inszenierung inzwischen ein wenig altbacken vorkommt. Barockopern mag ich wirklich lieber in einer modernen Lesart, und die vertragen das bekanntlich wesentlich besser als Opern des 19.Jhdts., weil sie eben nicht in einem konkreten sozialen Umfeld angesiedelt sind.

lg Sevi :hello
Rideamus (12.11.2012, 07:08):
Manche Komponisten und Librettisten sind besonders gemein. So lässt hier einer die Verführung vor den Augen des Gehörnten nachspielen. Dass das nicht unbedingt zum Lachen ist, kann man dem Titel des Werkes allerdings nicht entnehmen.

Gesucht wird der viertletzte Buchstabe des in dem Stück zu verführenden Täubchens

TIPPS

Wieso muss ich eigentlich ununterbrochen an Woody Allen denken? - Calisto

Das zu verführende Täubchen wäre gerne ein solches – Emotione

Die - tragisch - verlaufende Geschichte soll sich angeblich in der Jugend des Komponisten wirklich ereignet haben - Alviano

Prolog nicht im Himmel. - Ich denke eher an ein Erfolgskofferradio der Wirtschaftswunderzeit aus dem Hause Telefunken – Mauerblümchen

Das Werk kommt selten allein daher – Pavel

Am Ende spielt einer nicht mehr mit, und dann ist der Spaß vorbei – Quasimodo

Jeder Vogel will net in einen Käfig rein, wir sind ja net im Wienerwald bei den Brathenderln – Oper 337

Gehst du zu Schmierenkomödianten vergiss die Peitsche nicht - Succubus

Commedia dell'arte kommt vor, aber es ist eher tragisch – Gurnemanz

Das gesuchte Werk beginnt mit einer der schönsten Baritonszenen, die ich kenne – Amelia Grimaldi

Und am Ende ist die Komödie aus – Heike

La Commedia è finita! ... – Archaeopteryx

Neben Otello ist das für mich die Eifersuchtstragödie schlechthin, in beiden lieferte Placido Domingo auch in Verfilmungen packende Rollenporträts! - Severina

Die Boheme ist in der Nachbarschaft – Athene

Die Lösung:
Ruggero Leoncavallo: PAGLIACCI – O Colombina
Lösungsbuchstabe: B
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=r5JpnCmBtUU

Die Handlung dieser Kurzoper in Kurzform:

Rache, Bajazzo

Sex tut not.
Mann sieht rot
So sticht auf dem Terrazzo
Die zwei ab der Bajazzo
Alle tot.

Als ich in einer anderen Welt diesen verdrehten Limerick verfasste, war ich noch der Meinung, dass Leoncavallos Kurzoper über ein (angeblich) selbst erlebtes Drama genauso populär wäre wie sein Schwesterwerk, Mascagnis CAVALLERIA RUSTICANA. Bei der Recherche zu dieser Lösung stieß ich jedoch auf ein seltsames Phänomen: Weder in Capriccio noch im Klassikforum gab es einen Thread, der sich mit dieser Oper, die angeblich eine der populärsten überhaupt ist, beschäftigt, und selbst Ansätze zu einer Diskographie kamen über je einen Einzelbeitrag nie hinaus. Siehe http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=728 bzw. MASCAGNI: Cavalleria rusticana - Kommentierte Diskographie. Bei Letzterem habe ich das schon mal geändert, indem ich ein Großteil des für diese Rätsellösung entworfenen Textes dort eingab. Zugegeben, in beiden Foren fehlen noch sehr viele Threads über essenzielle Werke, wie ich bei der Recherche meiner Rätsellösungen immer wieder feststellen muss, aber ist das im Falle der PAGLIACCI wirklich nur Zufall? Vor allem, wenn man bedenkt, dass Mascagnis Einakter da weitaus besser bedient ist und Puccinis Pendant IL TABARRO immerhin seit Kurzem seine überfällige Aufwertung bekommt? Was also ist das Problem mit dem BAJAZZO? Wird er zu sehr auf seinen Hit vom lachenden Clown reduziert?

Vielleicht, aber das habe ich inzwischen in dem o.g. Thread diskutiert. Was hier noch besonders interessiert, ist Leoncavallos einfallsreicher Kunstgriff mit der Darstellung des Eifersuchtsdramas durch die Betroffenen in der Commedia dell’Arte. Zeitgenossen haben sich bei den Menuett- und Gavotte-Klängen der Musik zu dieser Commedia an Mozart erinnert gefühlt. Ich denke da eher an Pergolesi und Cimarosa oder einen neoklassischen Zeitgenossen wie Wolf-Ferrari, aber wo immer sich Leoncavallo bedient haben mag, es ist schon bemerkenswert, wie Leoncavallo seine Musik und deren Abbild in seinem Orchester den Gegebenheiten anpassen kann. Vor allem aber fasziniert und erschüttert die Fallhöhe, die Leoncavallo mit diesem musikalisch wunderbar ausgestalteten Kunstgriff herstellt und die eigentlich schon von Anfang an vorhersehbare Tragödie wirklich überraschend und erschütternd macht, wenn Canio mit seinem „No, Pagliaccio non son“ aus der Rolle und dem Wahnsinn seiner Eifersucht anheim fällt. Wirklich gute Tenöre wie etwa Jon Vickers vertrauen hier der Musik und versuchen nicht im Stile eines Del Monaco oder Corelli durch veristisches Schluchzen und Kreischen zusätzliche Punkte zu machen, die sich nicht auf die Musik verlassen und sich dadurch gegen sie kehren.

Auch deswegen empfehle ich als Aufzeichnung mit Bild nach meinem derzeitigen Kenntnisstand vor allem diese hier, wenn einem die Audioaufnahmen mit Björling, de los Angeles und Warren oder Karajans Hochglanzaufnahme mit Bergonzi und Taddei nicht genügen:



Immerhin scheint es auch eine ganze Reihe von anderen Opernfreunden zu geben, die Karajans Aufnahme und insbesondere Bergonzis Canio sehr schätzen, wie dieses Posting Knulps beweist, das unabhängig von diesen Rätsellösungen vor ein paar Tagen eingestellt wurde: Carlo Bergonzi - Verdi-Tenor par excellence

Wer möchte Widerspruch einlegen oder hat noch andere Empfehlungen für jemanden, der diese Oper (noch) besser kennenlernen will?

:hello Rideamus
Rideamus (13.11.2012, 03:05):
Verführerische Gesänge müssen nicht mit Sex zu tun haben. Jedenfalls gehen wir in diesem, trotz allem jugendfreien, Rätsel davon aus, dass Variationen von Sadomasochismus hier nichts zu suchen haben. Es geht ja nur um die höfliche Bitte, Platz zu nehmen und sich damit ein außergewöhnliches Vergnügen zu gönnen.

Gesucht wird der Doppelkonsonant im Vornamen des Komponisten.

TIPPS
Selbst wenn ich sternhagelvoll wäre: Da käme ich sofort drauf - Gurnemanz

Das Stück spielt aber nicht in Transsylvanien. Uff, das war‘s wohl für heute - Emotione

Ein Stück über einen Liebhaber grausamer Folterungen und grünen Likörs – Quasimodo

Das ist doch aber ein ganz anderer Knilch?? Und Likör? Wine is fine, but liqueur is quicker? – Calisto

Ja, das ist hier wichtig, denn der "Knilch" hat nicht mehr viel Zeit! Sein Saufkumpan hat immerhin 'ne Viertelstunde mehr! - Quasimodo

Bei Emotione steht ein ganz dicker Hinweis drin. Allerdings einer mit quasi "Schreibfehler"… – Alviano

... den man vielleicht an der falschen Stelle sucht. Ob "Transsylvanien" oder "Transsilvanien", ist für dieses Rätsel jedenfalls egal - Mauerblümchen

- Gurnemanz

Ah, Gurnemanz legt nach, ja, auch das ist deutlich - da kann Wagners "Abendstern" einpacken – Alviano

„Die Sterne, die Sterne…“ Bei Dir müssen es immer gleich so viele sein! - Quasimodo

Also Eure Tipps ... ... natürlich dachte ich wie Calisto an eine Paraderolle der Callas, was wie bei ihr am fehlenden Doppelkonsonanten scheiterte. Kennt man das Lösungswort, so bleiben nur noch zwei Konsonanten. Aber welcher Opernkomponist hat schon einen von beiden doppelt im Vornamen? Mein Hermes Handlexikon ließ mich schmählich im Stich. Ich muss mal ein umfassenderes Werk anschaffen, um hier eine Chance zu haben. Der, der sich da auf den bewussten Stuhl setzt, ist sozusagen ein "Gestein" ohne "Stein". Oder einfach nur blau, das hat aber nix mit dem sternhagelvollen Gurnemanz zu tun. Aber lustiger finde ich den Namen des piek-feinen Botschafters – Mauerblümchen

„Die Sterne, die Sterne…“ In Berlin gibt es einen Großen und in einer anderen europäischen Metropole ebenfalls einen, der heute jedoch eine andere Bezeichnung hat – Emotione

Welches Forumsmitglied war da gerade und musste wieder einmal aufpassen, den Namen der Dirigentin mit dem richtigen Doppelkonsonanten zu schreiben... ? – Alviano

Die Kozena hat in Berlin die Hosenrolle phantastisch gesungen und gespielt - Heike

Wenn ich jetzt sage, dass Hinrichtungen sehr beliebt waren, dann kommst Du auf Marie Antoinette und das wäre grundverkehrt – Calisto

Sie schweben als Boten der Liebe umher und tragen oft Küsse weit über das Meer - na, klingelt‘s (oder leuchtet‘s...)? – Alviano

Ach die! Ich glaube, jetzt habe ich es auch. Ich hab mich an Herrn Kalman festgebissen, nur weil der zwei m im Vornamen hat. Dabei hat die ein anderer auch. Und der gefällt mir wesentlich besser als Herr Kalman – Amelia Grimaldi

Wider Willen offenbarst Du eine Bildungslücke ... Kein Grund aber, ein Lamento einzutönen und mit dicken Truthähnen, kleinen Enten und rosaroten Schweinderln nach Spanien zu fliehen – Philbert

Mein Tipp zum Komponisten (die Tipps von Philbert finde ich besonders schön): Für sein letztes Werk aus diesem Genre bediente er sich aus dem Fundus des antiken Personals - Amelia Grimaldi

Der Komponist konnte auch aus "Tristan"-Themen eine Quadrille fabrizieren (und war doch kein Strauß) – Pavel

Der Komponist hatte übrigens bereits eine kleine Nebenrolle, als Extrapunkt-Landsmann, in Nr. 6 war's, glaube ich. Dort ging's zwar nicht ums Platznehmen, sondern um eine Reise - aber Einladung ist Einladung – Gurnemanz

Wie Gurnemanz richtig feststellt, kam der Komponist in diesem Rätsel schon mal vor, aber meine Besprechung des Werkes ist woanders in diesem Forum versteckt. Rätselgegenstand war das Werk noch nie, wenn meine Erinnerung nicht trügt - Rideamus

Es gibt Komponisten, die vor allem mit einem einzigen Werk in Verbindung gebracht werden. Fällt der Name "Ravel", folgt schnell "Bolero" - so ist das auch bei dem hier gesuchten Mann. Und wenn Dir das jetzt spanisch vorkommt, bist Du schon nicht mehr auf dem Holzweg - Alviano

Zu diesem, dem populärsten Werk des Komponisten sagte Gustav Mahler, er sähe darin den Beginn der modernen Musik – Emotione

... und Claude Debussy pflegte es gern im Freundeskreis am Klavier vorzuführen und die Rollen begeistert mitzusingen - Gurnemanz

In einem anderen Stück des Komponisten langweilt sich der französische Thronfolger auf einem Schloss in der Nähe von Krakau - Calisto

Der Komponist hat auch den Pianisten einige Preziosen hinterlassen. So habe ich seine Musik übrigens kennengelernt – Gurnemanz

Die Hosenrolle dieser Oper heißt wie die zweite Hälfte des Namens eines blauglänzenden Edelsteins und wurde vor nicht allzu langer Zeit von der Frau des Chefdirigenten eines Berliner Orchesters in derselben Stadt - aber nicht mit dem Orchester ihres Mannes - mit großem Erfolg gesungen - Archaeopteryx

Dabei habe ich doch diese Oper schon verblödelt, na bei den wenigen Dingen die ich gemacht habe weiß ich auch nicht mehr – Oper 337

Für dieses Werk war unser lieber Rätselmeister schon oft missionarisch tätig! – Severina

In wolkenloser Nacht gut zu sehen – Athene

Die Lösung:
Emmanuel Chabrier: L’ÉTOILE – Finale 1. Akt: Donnez vous la…
Lösungsbuchstabe: M
Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=MTdSZImiG3M - ab 10‘46“

Selten hat ein Werk eine so vergnügliche Serie von Tipps hervor gebracht wie dieses. Man nehme nur mal die Tipps zu den Rollennnamen Lazuli (ohne Lapis), Laoula (Daundda), Ouf (Uff) oder des Botschafters Prinz Hérisson de porc-épic (Prinz Igel von Stachelschwein). Man hätte auch noch den windigen Wahrsager Siroco nennen können oder die betörende Frau des Prinzen, Aloés, die, wie auch die Sekretärin des Prinzen, Tapioca, keine Vera ist. Sehr schön fand ich auch Philberts versteckte Hinweise auf Werke Chabriers wie die Kurzoperette DIE BILDUNGSLÜCKE (L’EDUCATION MANQUÉE), oder Lieder wie die BALLADE VON DEN DICKEN TRUTHÄHNEN (LA BALLADE DES GROS DINDONS), DAS DÖRFCHEN DER KLEINEN ENTEN (VILLANELLE DES PETITS CANARDS), DIE PASTORALE DER ROSA SCHWEINCHEN (PASTORALE DES PETITS COCHONS) und natürlich Chabriers bekanntestes Werk ESPANA. Sage noch einer, Chabrier könne heute niemanden mehr begeistern und inspirieren. Das ergab sich auch aus den Rückmeldungen zu dieser Frage, aus denen sich sofort der Herkunftsort des Schreibers ablesen ließ, da Chabriers Operette L‘ÉTOILE, die eigentlich eine Opéra comique ist, erst letztes Jahr in Frankfurt (s. http://www.youtube.com/watch?v=k02Iy9ow5Qc) und Berlin gezeigt wurde, wie man hier sehen kann, wo Simon Rattle seine Frau Magdalena Kozena vorzüglich zur Geltung brachte und Jean-Paul Fouchécourt als kleiner König Ouf brillierte: http://www.youtube.com/watch?v=frF0tZHkbog.

Man sollte wohl besser sagen, „wo sie endlich einmal gezeigt wurde“, denn lange Zeit war sie in Deutschland so gut wie unbekannt und wurde auch fast nirgendwo sonst gespielt, bis sie schließlich, hauptsächlich von vorzüglichen Aufführungen Lyon und Paris ausgehend, deren Aufzeichnungen mich begeisterten, wieder für unsere Zeit entdeckt wurde. Allein für diese äußerst unterhaltsamen, aber auch sensibel differenzierenden Aufführungen hat John Eliot Gardiner für meine Begriffe einen Orden mit Stern verdient.

Ich will mir ja nicht anmaßen, irgendetwas zu dieser Wiederentdeckung beigetragen zu haben, aber zumindest kann ich darauf verweisen, schon vor längerer Zeit in einem anderen Forum, dann aber auch hier, intensiv für dieses in doppelter Hinsicht zauberhafte Werk geworben zu haben, und zwar mit einer detaillierten Werkbeschreibung hier: CHABRIER: L'Étoile - ein strahlender Stern bzw. hier: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1382 Offenbar hat die wenigstens insofern gefruchtet, als manche sich die deutschen Aufführungen tatsächlich ansahen und wohl jetzt auch von dem Werk sehr angetan sind. Die Analyse des hier erfragten Ensembles findet sich übrigens in den Werkbeschreibungen am Ende des ersten Aktes und braucht daher von mir jetzt nicht wieder aufgegriffen zu werden.

Wie schon angedeutet, geht es in diesem Ensemble zur Abwechslung mal nicht um eine erotische Verführung, obwohl die Leidenschaft des Königs Ouf für die Demonstration exquisiter Foltermethoden zu seinem Geburtstag schon Züge eines schwer erotisch geladenen Sadismus hat. Bekanntlich neige ich in meinen Rätseln immer wieder mal zur Eigenwerbung, worauf einige der Tipps zu Recht hingewiesen haben, aber selbst, wenn das nervt: dieser konnte ich wirklich nicht ausweichen, denn wo gibt es schon ein so wundervolles Verführungsensemble (fast) ohne Erotik? Und was kann ich sonst noch tun, um immer wieder einmal solche Werke in Erinnerung zu rufen, an die man viel zu selten denkt, weil man sie viel zu selten vorgesetzt bekommt?

Langsam bin ich es ziemlich leid, immer wieder bemerken zu müssen, dass gute Einspielungen am Markt nicht mehr verfügbar sind, aber leider gilt das insbesondere für das Angebot an Bild- und Tonträgern dieses herrlichen Chabrier-Stückes, denn nicht nur ist zu meiner Jahre alten Empfehlungsliste nichts mehr hinzu gekommen, es sind sogar sämtliche damals noch zu erwähnenden Aufnahmen vom offiziellen Markt verschwunden. Immerhin bekommt man diese vorbildliche Aufnahme noch am Marktplatz für erschwingliches Geld oder aus den USA als Download



Aber die wunderschöne DVD gibt es nur noch am amerikanischen Marktplatz:



Ansonsten muss man sich schon auf die verschlungenen Pfade des Internet begeben oder die historische Aufnahme auf YouTube mit Fanély Revoil als Lazuli und René Hérent als König Ouf I. hören: http://www.youtube.com/watch?v=MTdSZImiG3M&playnext=1&list=PLD623576F7688279B&feature=results_main. Die ist sehr gut, aber natürlich nur ein matter Abglanz vom dem, was das Stück eigentlich hergibt. Etwas mehr als das bietet Patricia Petibon in einem konzertanten Vortrag des einschmeichelnden Liedes an den titelgebenden Stern hier http://www.youtube.com/watch?v=Ht3GPuIDHPw und in der herrlich verrückten Bearbeitung von Lazulis Couplet „Enfin je me sens mieux“ (Endlich fühle ich mich besser), in dem er sich von einer Erkältung erholt, die ihm ein unfreiwilliges Bad bei seinem Fluchtversuch mit der, eigentlich für den König bestimmten, Prinzessin eingetragen hat.

All das können aber nur Appetithappen sein, denn L’ÈTOILE ist eines jener ganz raren Werke, wo man fast überall einsteigen und einen Höhepunkt finden kann. Man denke nur an das herrliche Lied von den schwerzüngigen Folgen eines Besäufnisses mit dem grünen Chartreuse-Likör, mit dem sich der König Ouf und sein Wahrsager Siroco über ihren bevorstehenden, gemeinsamen Tod hinwegtrösten, auf das Gurnemanz mit seinem Tipp angespielt hat: http://www.youtube.com/watch?v=c6Q0bUUpnDk.

Da es hier leider keine anderen Empfehlungen geben kann, wie es scheint, möchte ich noch einen Link auf eine andere Komposition Chabriers setzen, dessen Klaviermusik Gurnemanz völlig zu Recht gelobt hat: http://www.youtube.com/watch?v=FK1H1nL-Wu8

Wer die weiteren Perlen von Chabriers Klaviermusik kennen lernen will, besorge sich diese vorzüglichen Einspielungen der kanadischen Bach-Spezialistin Angela Hewitt, die leicht nachvollziehbar macht, warum man immer wieder über die Tiefe unter Chabriers Humor und vermeintlicher Albernheit staunt, und warum Leute wie Debussy, Ravel und Strawinsky von seiner Musik so sehr begeistert waren.



Weitere gute Aufnahmen von Chabriers Musik dürfen hier natürlich auch gerne empfohlen werden. Philberts köstlich kenntnisreicher Tipp hat ja schon einen Weg gewiesen, wo man sie finden kann, aber vielleicht zeigt er uns auch hier noch den Weg.

:hello Rideamus
Heike (13.11.2012, 21:42):
Offenbar hat die wenigstens insofern gefruchtet, als manche sich die deutschen Aufführungen tatsächlich ansahen und wohl jetzt auch von dem Werk sehr angetan sind.
So ist es, lieber Rätselmeister! Ich habe mich köstlich an dem Abend amüsiert, war blendend unterhalten und habe den Besuch (der ausrücklich auf deinen Tipp hin geschah) keine Minute bereut.
Heike
Rideamus (14.11.2012, 11:34):
Fast jeder kennt das Lied über eine der klassischen und tödlichsten Verführerinnen. Weniger bekannt ist, dass derselbe Text von (mindestens) drei sehr verschiedenen Klaviervirtuosen vertont wurde und auch eine Oper inspirierte.

Für je einen Punkt gesucht sind die Virtuosen und der Komponist der Oper sowie für das Lösungswort der vorletzte Buchstabe der Verführerin.

TIPPS
Auch Schostakowitsch hat die Jungfrau in eine seiner Sinfonien eingehen lassen, allerdings mit einem anderen Text – Heike

Ich weiß nicht ... ein Wasserwesen auf dem Trockenen? – Mauerblümchen

.... das dort auch noch ziemlich unbequem hocken muss - Calisto

Dieser Quiz ist an den Haaren herbeigezogen und klar wie Mehlkloßbrühe! Die rollende Apotheke kann nur bedingt helfen, zumal die Tiroler Alpen der falsche Spielort sind - Philbert

Die Geierwally ist knapp daneben - Athene

Entschuldige mein Englisch - aber die Wally ist sehr wohl gleich daneben! – Quasimodo

Hä? "Gleich daneben" ist natürlich eine nur relative Entfernungsangabe, aber kraft meines Wohnortes (und Emotiones Wohnort) meine ich doch, dass die Geierwally recht weit weg wäre. Aber vielleicht liege ich ja ganz falsch ... - Mauerblümchen

Nee, Du liegst sicher ganz richtig! In Wagners Werk liegen Kornwall und Nürnberg doch auch gleich nebeneinander... - Quasimodo

Ebben? Ne andrò lontana ..... Passt schon als Pünktchengeberin - Calisto

"hey, ho-de-ho, hi-de-hi" – Emotione

Ob Rideamus wohl Blondinen bevorzugt? Zumindest ist diese so verführerisch wie die Gesuchte – Amelia Grimaldi

Eine der gesuchten Personen war verheiratet mit jemandem, der die gesuchte Figur auch in einem Lied besungen hat, wo sie aber in Person gar nicht auftritt – Philbert

Aber in England gibt es auch eine, halt mehr Zeitgenössische, und sie schaut neuerdings über den Hafen von Illfracombe – Oper 337

Ein deutscher Dichter, der eher durch seine Kinderbücher bekannt ist, hinterfragt in einem Gedicht die Sinnhaftigkeit einer sportlichen Übung auf dem Schauplatz des gesuchten Werkes! – Severina

Hallo Rapunzel, du hast dich aber verändert... Opern gibt es (mindestens) zwei mit diesem Titel - auch auf CD - und ein dritter, bekannter Komponist hat immerhin ein Fragment zu einer solchen Oper hinterlassen, aus der man auch Ausschnitte anhören kann. Das war der mit einem ebenfalls musikbegabten Familienmitglied. Nein, nein, nicht der, der andere... - Alviano

Blondinen bevorzugt, ganz klar, jedoch kann das Befolgen der Einladung voll nach hinten, bzw. unten, losgehen. Es gibt, wie schon gesagt, ein Lied eines Ehemannes eines Lösungsnamens, in welchem das Wort "nimmermehr" vorkommt - nur hat das nichts mit dem Raben von EA Poe zu tun... - Archaeopterix

Bei den Virtuosen habe auch ich mir erst schwergetan. Doch dann fiel mir ein, dass Komponisten nicht nur komponieren, sondern auch heiraten – Gurnemanz

Es soll ja nicht nur Virtuosen geben – Alviano

Wenn Du schon den Weg über den Ehemann partout nicht finden willst, dann such im Buschwerk vom Resselpark. Da findest Du einen, der Dich sicher auf die Spur der gesuchten Virtuosin bringen wird. Ich sag nur Mürzzuschlag - Amelia

... 100,- DM für den Namen der Virtuosin ... – Mauerblümchen

Es war nicht Brentano und es war nicht Bacharach, welche die gesuchte Verführerin so populär machten, aber ein bisserl mitgeholfen haben sie schon! - Waldi

Die Lösung:
Die Loreley – als Lied komponiert von den Klaviervirtuosen Franz Liszt, Clara Schumann und George Gershwin.
Lösungsbuchstabe: E
Beispiele:
Clara Schumann: http://www.youtube.com/watch?v=xxAipBbMzDw (mit Diana Damrau)
Liszt: http://www.youtube.com/watch?v=09fHFNYr_QE
Gershwin: http://www.youtube.com/watch?v=_Ty5Nu79m9U

Bislang musste ich In jedem meiner Rätsel mindestens einen Fall eingestehen, in dem ich ungewollt einen Fehler in die Frage eingebaut oder zumindest unscharf formuliert habe. So leider auch diesmal. In diesem Fall war es die Formulierung, dass derselbe TEXT statt derselben Legende von drei Klaviervirtuosen komponiert worden sei. Das brachte eine ganze Reihe von Ratefreunden mit vollem Recht aber ohne meine Absicht zur Verzweiflung und führte dazu, dass die Definition des Begriffes „Klaviervirtuose“ auf alle Komponisten ausgedehnt wurde. Es gibt da aber doch viele, die zwar vermutlich das Klavierspiel beherrschten, aber wohl nie mit ihrer Klavierkunst öffentlich aufgetreten und so berühmt geworden sind, dass sie damit ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten. So wurden denn auch Leute wie Johann Vesque von Püttlingen, Joachim Raff (op. 23) und der Komponist der wohl bekanntesten Vertonung, Friedrich Silcher genannt, die ich deshalb leider nicht gelten lassen konnte.

Wohl jede Kultur kennt eine Variante der verführerisch singenden Nixen, und ich bezweifle, dass selbst die Sirenen von Homers Odysee die ersten waren, die in eine dauerhaft lebendige Erzählung Eingang gefunden haben. Bei uns im mittleren Europa waren die Meerjungfrauen natürlich See- oder Flussbewohnerinnen, aber auch sie changieren eigentümlich zwischen der Hingezogenheit zu den Menschen (UNDINE, RUSALKA) und deren Verderberin, zu denen die Loreley an hervorragender Stelle gehört. Allerdings teilt auch sie mit den anderen das Schicksal, ursprünglich von einem Menswchen schwer verletzt worden zu sein, zumindest psychisch.

Man muss mit solchen Behauptungen vorsichtig sein, aber es scheint, als ginge die konkrete Sage von der schönen Frau, die sich auf dem berühmten Felsen am Rhein die Haare kämmte, was viele Fischer dermaßen ablenkte, dass sie nicht mehr auf die gefährlichen Stromschnellen achteten und kenterten, jenseits der uralten Fabelhaftigkeit solcher Wesen nicht auf eine alte Tradition zurück, sondern wurde von Brentano auf der Basis von Ovids Metamorphose über das Schicksal der Nymphe Echo eigens erdacht und mit der Tatsache verknüpft, dass ein von diesem Felsen zurückgeworfenes Echo anscheinend immer wieder Schiffer irritierte und in den gefährlichen Stromschnellen verunglücken ließ. 1801 schrieb Clemens Brentano die Ballade über die Nixe oder Nymphe „Lore Lay“, die wegen ihrer Anziehungskraft auf Männer für eine Zauberin gehalten wird und sich schließlich aus Liebeskummer vom gleichnamigen Felsen stürzt.

Zu Bacharach am Rheine
Wohnt eine Zauberin,
Sie war so schön und feine
Und riß viel Herzen hin.

Und brachte viel zuschanden
Der Männer rings umher,
Aus ihren Liebesbanden
War keine Rettung mehr.

Diese Ballade wurde zwei Jahrzehnte später von Heinrich Heine in seinem berühmtesten Gedicht explizit mit dem Locken der Sirenen verknüpft.

Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lore-Ley getan.

Damit wendet Heine seine Sympathie von der Nixe ab, der noch das Verständbnis Brantanos galt, und den Schiffern zu, um deren Schicksal als zum Tode Verführte er trauert. Ob das der Grund war, warum sich so viele Komponisten gerade für diese Version der Sage interessierten und damit seine Popularität beförderten? Immerhin wurde Heines Gedicht, laut Wikipedia, an die 40 Mal vertont, und dabei sind die sonstigen Vertonungen des Mythos nicht einmal mitgerechnet.

Die bekannteste Vertonung ist zweifellos die schlichte, volksliedartige Weise Friedrich Silchers, die nicht nur jeder Rheintourist kennt, der sie mal von Schiffslautsprechern vorgeplärrt bekommen hat, wenn sie an dem Felsen vorbei fahren. Interessanter sind aber andere Vertonungen, insbesondere die oben genannten von Clara Schumann und Franz Liszt, die ganz andere Akzente setzen.

Über Clara Schumann und ihre Lieder gibt es diesen sehr schönen Thread von Fairy Queen, dem ich nichts hinzu fügen kann: Schumann, Clara - Liedkomponistin wider Willen. Eine vorzügliche und preiswerte Aufnahme findet sich auf dieser Scheibe:



Die Version von Franz Liszt, die, zumal in der orchestrierten Version, schon ein an Wagner gemahnendes Minidrama ist, habe ich erst bei der Erarbeitung dieses Rätsels kennen gelernt, und sie gefiel mir auf Anhieb am besten. Daraufhin stellte ich erfreut fest, dass diese Aufnahme Barbara Bonneys von Liedern Franz Liszts sich in meinem Besitz befand, aber ewig nicht mehr angehört wurde. Das musste natürlich schleunigst nachgeholt werden und hat sich bewährt. Meine persönliche Empfehlung ist also diese Aufnahme von Liszts zweiter Fassung von 1856, die es derzeit leider nuch noch auf dem Marktplatz zu geben scheint.



Ein Gutes hatte die Unschärfe meiner Frageformulierung aber auch, denn neben den drei oben genannten wurden auch Rudi Spring (von Philbert), Hans Seelings op. 2 (von Mauerblümchen und Calisto) und sogar Fréderic Chopin genannt, von dem es tatsächlich auch eine Loreley-Vertonung gibt, wie Emotione herausgefunden hat. Genau genommen, muss man allerdings sagen:“geben soll“, denn es kann gut sein, dass Robert Schumann, der von Chopin selbst gehört haben will, dass er sich zu seinen vier Balladen von Vorlagen des polnischen Dichters Adam Mickiewicz habe inspirieren lassen, sich da hat einen Bären aufbinden lassen. So gibt es denn auch widersprüchliche Angaben darüber, ob es sich bei dem Klavierstück, das von Mickiewicz‘ Ballade von der Seejungfrau von Switez (Zwitezianka) inspiriert worden sein soll, um seine Ballade Nr. 2 F-Dur op. 38 oder seine Ballade Nr. 3 As-Dur op. 47 handeln soll.

Jedenfalls ist es im Lichte dieser Frage ein netter Zufall, dass, Wikipedia zufolge (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Ballade_Nr._2_%28Chopin%29), Chopin die Ballade Nr. 2 dem gleichaltrigen Robert Schumann gewidmet hat, denn Robert Schumann hat tatsächlich auch eine LORELEY vertont: http://www.youtube.com/watch?v=gZTdNQSf-PQ. Allerdings hat er sich, anders als seine Frau Clara und Franz Liszt, nicht von Heinrich Heines Gedicht mit der unsicheren Bedeutung inspirieren lassen, sondern von einem Gedicht von Wilhelmine Lorenz mit dem Titel „Es flüstern und rauschen die Wogen“, das man dem Mythos der Loreley zugeordnet hat.



Ob George Gershwin Heinrich Heines Gedicht (in Übersetzung) gekannt hat, weiß ich nicht. Jedenfalls stützt sich seine Vertonung ebenfalls nicht auf das uns vertraute Gedicht, sondern auf einen Text seines Bruders Ira Gershwin, den Emotione in ihrem Text zitiert hat. Dieser Tipp hat sich aber offenbar vielen nicht erschlossen, deshalb hier (aus Copyrightgründen nur) ein Teil des Songtextes aus Gershwins Musical PARDON MY ENGLISH von 1933, das wegen des krassen Wandels der Zeitläufe erfolglos blieb.

Back in the days of knights and armor
There once lived a lovely charmer
Swimming in the Rhine
Her figure was divine.
She had a yen for all the sailors
Fishermen, and gobs and whalers,
She had a most immoral eye
They called her Lorelei.
She created quite a stir
And I want to be like her.

She used to love in a strange kind of fashion
With lots of hey, ho-de-ho, hi-de-hi!
There never was a lady full of passion
Like the Lorelei.

In diesem Musical haben die Gershwins, ähnlich wie zuvor mit dem Schweizer Käsekrieg in STRIKE UP THE BAND, eine Besonderheit der amerikanischen Geschichte persifliert, die sie in eine verkehrte Welt transponierten: die Prohibition, deren Ende nach einer Laufzeit von nur einem Monat binnen Tagen auch das Ende der Karriere dieses Musicals einläutete. Das Stück spielt in Dresden und basiert auf der Annahme, dass Deutschland gerade den Ausschank nichtalkoholischer Getränke verboten hat. Entsprechend florieren natürlich die Nachtlokale, in denen die mangelnde Alkoholisierung durch Frechheit und natürlich viele deutsche Eigenheiten wie Leberwurst, Sauerkraut, Polizei und Volksmusik, zum Beispiel über den Mythos der Lorelei, ausgeglichen werden musste. Es versteht sich von selbst, dass dieses Werk der Judenbrüder, das sie am Vorabend der Machtergreifung veröffentlichten, in Deutschland keine Chance hatte. Immerhin unternahm ausgerechnet Dresden einen Wiedergutmachungsversuch, als es das Musical 2009 als europäische Erstaufführung herausbrachte.

Die Version der Gershwins kommt der heutigen Vorstellung von Verführungen natürlich erheblich näher als Heinrich Heine oder har Frau Lorenz. Auf eine ganz und gar nicht frivole Weise hat sich rund drei Jahrzehnte später Dimitri Schostakowitsch dem Thema genähert, und zwar in seinem Liederzyklus seiner Sinfonie Nr. 14, den elf Liedern über den Tod.



Auch er stützt sich auf einen anderen Text, nämlich eine russische Übersetzung des Gedichtes von Clemens von Brentano, die ihrerseits auf der Basis einer Übersetzung entstand, nämlich Guillaume Appolinaires gestraffter, französischer Fassung von Brentanos Gedicht. Das hier aber auch noch zu analysieren, würde entschieden zu weit führen. Ich möchte jedoch anregen, dass die damals Beteiligten ihren seinerzeit für Tamino geschriebenen und dort wegen der Mitwirkung der bösen Feenkönigin für die Außenwelt gesperrten Thread über die Lorelei importieren oder wieder beleben. Es wäre nämlich wirklich schade, wenn diese Informationen auf Dauer verloren wären. Sollte jemnd noch Zugang zu dem Thread haben und ihn für mich kopieren können, erfahre ich gerne per PN davon. Ich denke nämlich, es könnte sich wirklich lohnen, für die vielfältige Klangwelt dieser Verführerin einmal einen eigenen Thread aufzumachen.

Bleiben noch die Opern. Mir war, als ich die Frage stellte, nur Alfredo Catalanis Version präsent:



Die liegt in der Tat in der Nähe von Catalanis Geierwally und ist zwar auch nicht gerade populär, aber doch deutlich bekannter als die Vertonung von Max Bruch oder gar das Fragment von Felix Mendelssohn-Bartholdy, von dem ich, ebenso wie von den Versionen von Hans Sommer, Fredrik Pacius und William Vincent Wallace erst durch Eure Hinweise erfuhr. Dafür herzlichen Dank von Eurem

:hello Riddleamus
Rideamus (15.11.2012, 08:54):
Nachdem selbst die Loreley nicht mehr verführerische genug war, irgendwelche Kommentare zu provozieren und sich - auch bei mir - allgemeine Ermüdungswerscheinungen zeigen, sind wir wohl alle froh, dass wir jetzt ungebremst in die Zielkurve der beiden letzten noch ausstehenden Fragen kommen. Hier der

Teil I

Ein großer Verführer hat zwei gleichnamige, aber sehr verschiedene Orchesterkompositionen inspiriert. Eines wird gern getanzt, das andere ist die Komposition eines Gedichtes. Und dann gibt es noch eine Zarzuela. Mindestens.

Gesucht für je einen Punkt sind die Komponisten der beiden Stücke und deren Gattungsbezeichnung sowie für das Lösungswort der erste Buchstabe des gewöhnlich benutzten Namens des Verführers, der in einer berühmten Legende vom Blitz getroffen wird, wie in einer Zarzuela berichtet wird. Ganz Schlaue können sich noch bis zu fünf Extrapunkte für die Nennung von Titel und Komponisten dieser Legende sowie weiterer Vertonungen um diesen Verführer ergattern.
TIPPS
Zu der Zeit, als ein berühmter Tenor noch kein Bariton war, wurde der Verführer auch schon einmal von ihm gesungen – Emotione

Die beiden gesuchten Komponisten haben sich kompositorisch nicht nur des gesuchten Verführers - ich sage nur mille e tre - befleißigt. Auch in der griechischen Mythologie wurden sie für ihre Stoffe fündig. Der ältere verkomponierte eine Tochter eines Königs von Mykene, der jüngere ließ in einer seiner Opern zwei andere Töchter und einen Sohn desselben Königs auftreten – Mauerblümchen

Ein auch für grüne Hosen bekannter spanischer Mönch führt diesen Schlingel zuerst in die Theaterwelt ein. In die Musikwelt gelangt er aber erst nach seinem Umzug ins Ausland – Quasimodo

Ha, das Mahl ist schon bereitet: gibts auch Schweinshaxe? - Athene

Dieser Verführer ist als Bühnenheld unverwüstlich – Calisto

Der eine Komponist führt uns einen Ochsen vor, der andere lässt klagen und weinen – Amelia Grimaldi

Das heitere liegt ganz oft beim tragischen, die bekannteste Vertonung unterstreicht dies im Subtitel. Gesuchter Komponist Nummer eins hat ein Werk geschrieben, das auch heute noch sehr bekannt ist, nicht nur wegen einer Arie, wo jemand bedauert, das ihm etwas wichtiges abhanden gekommen ist. Der zweite Komponist hat eine Reihe von solchen Erzählungen für Orchester geschrieben, die allerdings nicht nur zeitlich den Rahmen sprengen, in dem das hier gesuchte Werk anzusiedeln ist – Alviano

Der gesuchte Verführer kommt zusammen mit einem anderen dieses Rätsels auch in einem (auch veroperten) Schauspiel vor – Pavel

Der Verführer hat einen besonders starrköpfigen Gast. - Archaeopteryx

Tipp zur Zarzuela: Der Titel beinhaltet einen Cocktail auf Tequila-Basis und der Name des Komponisten assoziiert eine Tiernahrung – Emotione

Zorro? Chappi? Sex on the Beach? - Quasimodo

Bei Nr. 24 habe ich eine andere Zarzuela gefunden. Der Name des Komponisten erinnert mich hier nicht an Tierfutter, wohl aber an ein Tier, genauer: einen Vogel, noch genauer: eine Taube

Im Titel steht nicht der "Held" selbst, sondern jemand anderes. Und der Nachname des Komponisten ist quasi ein Synonym für Tierfutter schlechthin, mit einem kleinen Schreibfehler – Alviano

In "meiner" Zarzuela schon! – Gurnemanz

Darf ich Dich zu diesem Tequila-Dingens einladen? – Alviano

Klar! Mein Teequesselchen enthält im Titel außerdem ein Wort, das auch ein anderer Komponist aus derselben Region im Titel eines anderen Bühnenwerks untergebracht hat, welches wiederum ein weiterer berühmter Komponist in seinem berühmten Bühnenwerk (das hinwiederum unseren berühmten Helden im Titel vorstellt) musikalisch zitiert – Gurnemanz

Der spanische König soll ja seinem ersten Vornamen auch alle Ehre machen bzw, gemacht haben, so sagt man – Heike

Der gesuchte Schwerenöter wurde in diesem Rätsel schon einmal beim Fensterln ertappt! - Severina

Die Lösungen:
Christoph Willibald Gluck: Don Juan
http://www.youtube.com/watch?v=5JRSoMpFi1c
http://www.youtube.com/watch?v=QVVMtPnyw7k
http://www.youtube.com/watch?v=qeTAQuHN4k8
http://www.youtube.com/watch?v=-8KKmKnrcvk

Richard Strauss: Don Juan
http://www.youtube.com/watch?v=P_0kwgQ5UOU und
http://www.youtube.com/watch?v=2bc8bpBwoIM

Wie die meisten von Euch inzwischen ahnen dürften dürfte, liebe ich es, Vernetzungen zwischen Themen, Personen oder Werken festzustellen, zuweilen auch herzustellen. So war es eine besondere Herausforderung, als Abschlussfrage dieses Verführungsrätsels einen besonders profilierten Verführer gleich welchen Geschlechtes zu finden, der möglichst viele musikalische Werke hervorgebracht hat. Das war gar nicht so einfach, da ich ja den Mephisto schon eingesetzt hatte. Gerne hätte ich Guy de Maupassants „Bel Ami“ genommen, der ja auch, zumindest in der verharmlosenden, wenn auch hochachtbaren Verfilmung durch Willi Forst von 1939, als Vorlage für Thomas Manns „Felix Krull“ hätte dienen können. Leider wurde Felix Krull meines Wissens nie vertont, und auch der „Bel Ami“ brachte es nur zu dem bekannten Schlager von Theo Mackeben, obwohl Forsts Drehbuch sehr gut auch als Libretto einer Operette hätte herhalten können. Vielleicht kommt ja noch jemand auf die Idee, ein Musical daraus zu machen. In diesem Kontext aber war das leider Fehlanzeige.

Blieb, neben Franz von Suppés Kreuzung aus dem Renaissancedichter BOCCACCIO und seinem „Decamerone“, die aber ein Unikum ist, und auf die ich schon in einem früheren Rätsel ausführlich eingegangen bin (s. In 18 Fragen um die Welt - ein musikalisches Rätsel für Reiselustige), der ebenfalls authentische Verführer Casanova, der aber, anders als im Film, erstaunlicherweise nur wenig Spuren im Musiktheater hinterlassen hat. Die von Ralph Benatzky nach Motiven von Johann Strauß zusammengestellte Operette von 1928 kenne ich selbst nicht, und von Paul Lincke 1916 herausgebrachter Operette gleichen Namens kann man heute anscheinend gar nichts mehr hören außer diesen YT-Clips, die mir für eine Rätselfrage nicht genug Substanz boten, und das in jeder Hinsicht, denn sie zogen mir die Schauhe aus: http://www.youtube.com/watch?v=mkHn45m1fDw bzw. http://www.youtube.com/watch?v=gKG4aUECpS0. Wäre es mir rechtzeitig eingefallen, hätte ich vielleicht aber doch einen Versuch um die Kombination mit Linckes thematischem Kontraststück LYSISTRATA mit dem berühmten „Glühwürmchen-Idyll“ gestaltet. Nun ja. Auch verpasste Gelegenheiten waren mal welche, und manche kehren womöglich wieder.

Blieb also der gute alte DON JUAN des großen spanischen Dramatikers Tirso de Molina (1579-1648), der eigentlich Mönch war und dafür fast exkommuniziert wurde. Dieser Don Juan hat im Gegensatz zu den Vorgenannten eine Fülle von musikalischen Bühnenwerken hervorgebracht, und obwohl der DON GIOVANNI schon einmal dran war, wäre es doch schade um die vielen anderen Varianten gewesen, wenn sie in einem großen Rätsel um musikalische VerführerInnen völlig unberücksichtigt geblieben wären. Wieder einmal war aber mein Versuch, durch die Vergabe von vielen Punkten eine Rangfolge unter den Gewinnern zu schaffen, zum Scheitern verurteilt, weil Ihr wirklich großartig recherchiert und sogar mehrere Zarzuelas mit einem Don Juan gefunden habt.

Ich wollte es aber zum Abschluss nicht gar zu schwer machen und habe mich deshalb auf die wohl bekanntesten Orchesterstücke konzentriert. Zum Glück gibt es zu beiden Werken schon ganz hervorragende Threads, so dass ich mich hier auf die Nennung meiner persönlichen Vorlieben beschränken kann.

Glucks erstes dramatisches Ballett DON JUAN ou LE FESTIN DE PIERRE (DON JUAN oder DAS STEINERNE GASTMAHL) nach der Dramatisierung des Stoffes von Molière wurde von unserem Gluck-Spezialisten Peter Brixius in diesem lesenswerten Thread vorgestellt, zu dem ich kaum mehr etwas hinzu fügen kann: Gluck und das Ballett.

Kennen und schätzen gelernt habe ich das Stück mit der für mich damals völlig überraschenden Erstfassung des mir bekannten Furientanzes aus Glucks Oper ORFEO ED EURYDICE, der hier die Höllenfahrt Don Juans illustriert, in einer Aufführung des Balletts der Frankfurter Oper in einer enorm reizvollen Choreographie des damals noch neuen Ballettchefs John Neumeier in der interessanten Kopplung mit Strawinskys LE SACRE DU PRINTEMPS. Auch wenn Letzterer wegen eines Nacktauftritts die ganze Presse beanspruchte, fand ich diese Choreographie und vor allem die Musik so grandios, dass ich mir sofort diese Aufnahme zulegte:



Als LP war sie damals noch nicht mit den Händel-Stücken gekoppelt, so dass ich zu denen nichts sagen kann, aber sie wäre auch heute noch sehr empfehlenswert, würde sie nicht durch diese weitaus preiswertwertere und noch bessere übertroffen:



Wer die oben verwiesene Einspielung von YouTube erstellt hat, kann ich leider nicht sagen, aber sie sollte jedenfalls nicht den Genus seiner dieser beiden Einspielungen ersetzen. Die dritte und von Peter Brixius am meisten gelobte Einspielung von Bruno Weils Tafelmusik kenne ich leider nicht. Sie ist derzeit aber auch nur noch antiquarisch für einen Mondpreis zu haben.



Weitaus zahlreicher ist das Angebot an Versionen von Richard Strauss frühem Meisterwerk nach einer Dichtung von Nikolaus Lenau, die von ralphb in einer ungemein detailfreudigen Einführung zu diesem Thread vorgestellt wurde, in die er sogar Lenaus Gedicht aufgenommen hat: Strauss, Richard: Don Juan. Es ist eines meiner absoluten Lieblingsstücke des instrumentalen Strauss, aber was soll ich dazu noch sagen, was ich nicht schon damals zu meinen bevorzugten Einspielungen ergänzt habe? Dies umso mehr, als meine absolute Lieblingsversion von Fritz Reiner und seinen Chicagoer Sinfonikern, die auch heute noch klingt wie eine Neuaufnahme, bislang nicht vom Thron gestoßen wurde und heute, ergänzt durch eine der ebenfalls besten Aufnahmen von Strauss‘ DON QUIXOTEfür einen Schnäppchenpreis zu haben ist.



Auch wer schon viele Aufnahmen des DON JUAN hat, der wegen seiner Kürze gerne mit anderen Aufnahmen zusammengepackt wird, sollte sich diese, allgemein als Spitzenaufnahme anerkannte, Einspielung nicht entgehen lassen, solange sie so günstig zu haben ist.

Daneben ist natürlich auch Rudolf Kempe zu würdigen, dessen Aufnahme in der Gesamtbox aller instrumentalen Werke von Richard Strauss aber schon jeder Liebhaber dieses Komponisten haben dürfte



Und schließlich noch diese höchst preiswerte Sammlung historischer Aufnahmen, die zum Teil von Richard Strauss selbst dirigiert wurden, aber natürlich mit Einbußen an Klangqualität verbunden sind:



Fortsetzung folgt

:hello Rideamus
Rideamus (15.11.2012, 10:15):
Die Lösung der Zusatzfrage(n):

Und dann gibt es noch eine Zarzuela. Mindestens.

Ruperto Chapi, Margarita la tornera (Die Pförtnerin Margerita)

Genau genommen, ist MARGERITA LA TORNERA gar keine Zarzuela, sondern eine veritable Oper. Dennoch habe ich nach diesem Genre suchen lassen, für das der Komponist am ehesten bekannt ist, weil die Suche sonst wirklich zu schwer geworden wäre. Ich stieß auf diese Oper durch eine zufällige Suche nach Don Juans auf YouTube, denn ich wusste von dem Werk selbst auch noch nichts, bevor ich dieses Rätsel entwarf. Dort kann man sie in einer Aufführung in Madrid unter Garcia Navarro in voller Gänze, interpretiert von keinen Geringeren als Placido Domingo als Don Juan de Alarcón und Elisabete Matos als die Klosterpförtnerin Margerita hören und sehen: http://www.youtube.com/watch?v=fkizS9BDUTg



MARGERITA LA TORNERA ist die letzte Komposition Ruperto Chapís (1851-1909), eines der bedeutendsten spanischen Komponisten, der wenige Wochen nach ihrer Uraufführung kurz vor seinem 58. Geburtstag verstarb. Bereits mit neun Jahren betätigte er sich als Komponist und Arrangeur des Musikkorps von Alicante, und im gleichen Jahr schrieb er bereits seine erste Zarzuela. Danach studierte er Komposition in Madrid bei seinem ersten großen Förderer, Emilio Arrieta. Der verschaffte ihm ein Stipendium am Pariser Konservatorium, wo sich Chapí der akademisch anerkannten Komposition zuwandte und eine D-Dur – Sinfonie, vier Streichquartette sowie andere Orchesterwerke und Kammermusiken schuf. Anders als viele spanische Komponisten versuchte er sich mehrfach an veritablen Opern, aber es waren doch seine Zarzuelas LA TEMPESTAD von 1882 und seine eminent hörenswerten Meisterwerke LA BRUJA (1887), EL REY QUE RABIÓ (1891) und LA REVOLTOSA (1897), für die er am meisten geschätzt wurde und in Spanien noch heute bekannt ist. Chapís Popularität beruht heute besonders auf einzelnen Vor- und Zwischenspielen sowie Arien, weil seine musikalische Inspiration etwas unausgeglichen war, und das kennzeichnet auch seine letzte Oper, die nach ihrer Uraufführung bald in der Versenkung verschwand, bevor Placido Domingo sich für ihre Wiederaufführung im Jahr 1999 einsetzte, auf der auch die genannte Aufzeichnung basiert.

Die Geschichte der Oper basiert auf einer alten Legende, die auch Maurice Maeterlinck (in „Soeur Béatrice“) und Karl Vollmöller aufgegriffen hatten, dessen Stück „Das Wunder“ mit großem Erfolg von Max Reinhardt uraufgeführt wurde und später auch von ihm verfilmt werden sollte. Das Projekt kam jedoch nicht zustande, und eine spätere Version Irving Rappers namens THE MIRACLE (1959) mit Carroll Baker und Roger Moore ging (nicht nur) wegen der Konkurrenz der zeitnah gestarteten Filme DIE GESCHICHTE EINER NONNE und BEN-HUR kläglich unter. Sie erzählt von der Verführung der Klosterpförtnerin Margerita durch den skrupellosen Don Juan de Alarcon, der sie kurz nach ihrer Flucht aus dem Kloster sitzen lässt. Als sie aber in ihr Kloster zurück kehrt, darf sie erfahren, dass die Statue der Jungfrau Maria zum Leben erwacht war und sie unerkannt vertreten hat, so dass niemand ihre Abwesenheit bemerkte. Während Margerita dankbar zur Jungfrau betet, wird Don Juan, der ihr gefolgt ist, vom Blitz erschlagen.

Es ist wohl ziemlich klar ersichtlich, warum der Erfolg der Wiederaufführung begrenzt bleiben musste, denn die Geschichte vermag heute kaum mehr zu fesseln. Die Musik aber belohnt die Neugierigen.

Belohnt und zwar mit reichlichen Extrapunkten, wurden auch die findigen Ratefreunde, die sich auf die Suche nach weiteren musikalischen Don Juans machten und dabei in erstaunlichem Maße fündig wurden, wie man der nachfolgenden Aufstellung entnehmen kann:

Mozart: Don Giovanni (na klar)
sowie
Alkan: Fantaisie sur Don Juan op. 26 für Klavier 4-händig
Angiolini: Don Juan (Ballett)
Bambini: La pravità castigate (“eroicomica rappresentazione ")
Boccherini: La Casa del Diavolo
Braunfels: Don Juan op. 34
Caldara: La pravità castigata
Dargomyschski: Don Juan oder der steinerne Gast
Denzio: La pravita castigata
Gazzaniga: Don Giovanni
Goossens: Don Juan de Manara
Herzogenberg: Variationen über ein Menuett aus "Don Juan" op. 58 für Klavier solo;
Liszt: Réminiscences de Don Juan
Manent: Bühnenmusik zu Zorillas Don Juan Tenorio
Melani: L'empio punito
Reutter: Don Juan und Faust (für Soli, Chor und Orchester)
Righini: Il Convitato di Pietra



Schulhoff : Flammen
Tomasi: Miguel Manara oder Don Juan de Manara
Tschaikowsky: Don Juan's Serenade (Lied)

Die Suche nach Zarzuelas förderte noch diese mir total unbekannten Stücke zutage:
Rafael Hernando y Palomar: Cosas De Don Juan
José Zorilla: Don Juan Tenorio

Als besonders hübsche Kuriositäten empfand ich dann noch diese durchaus ernst zu nehmenden Meldungen:



"P.D.Q.Bach": The stoned guest
Lloyd Webber: In THE PHANTOM OF OPERA wird ein Stück namens "Don Juan Triumphant" aufgeführt, dessen Musik Lloyd Webber komponierte

Damit bliebe nur noch das Lösungswort aufzuklären, und da es dabei um dasselbe Thema geht, verpacke ich das hier gleich mit. Hier zunächst einmal die

TIPPS
Es stammt nicht aus einem Werk von Jean Anouilh. – Emotione

Übrigens: so irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir auch dem Werk, zu dem das Lösungswort passt, in diesem Rätsel schon mal kurz begegnet sind - Alviano

Irgendson Nebenwerk für Oböspieler - Quasimodo

Dem besagten Lösungswort folgt eine Einladung auf ein herrschaftliches Anwesen – Heike

Die (6) Lösungswörter waren auch der Titel eines Filmes über den Komponisten – Pavel

Die drei noch fehlenden Buchstaben sind die Abkürzung für eine neue Edition der Werke desjenigen Komponisten, der das Lösungswort (bzw. die Lösungswörter) unsterblich vertont hat. Na ja, nicht ganz, in anderer Sprache halt. Diese Edition wird via iPad usw. erreichbar sein – Mauerblümchen

Aufforderung zum Aushändigen eines Körperteils ... - Amelia Grimaldi

Meinst Du John Silver? - Calisto

Käptn Hook - Alviano

Und was erwidert die Wankelmütige?............. Vorrei, e non vorrei! – Calisto

Nachdem die Aufforderung befolgt wurde, wollen beide gemeinsam gehen - sehr zum Verdruss eines Dritten – Athene

Wenn wir Dir gemeinsam die Hand reichen, geht es vielleicht – Amelia Grimaldi

.. und die ist auch hoffentlich nicht eiskalt. Wo doch die beteiligten Personen geradezu glühen... – Alviano

... und der Herr es nicht unterlässt, auf sein nahegelegenes Domizil zu verweisen, das auch luxuriöseren Ansprüchen genügen sollte. Später besinnt die Dame sich eines anderen und bittet ihren Verlobten (nicht der Herr mit dem Haus), ihr körperliche Gewalt zuzufügen, aber das ist natürlich nur Taktik – Gurnemanz

die Erfüllung des Lösungswort verhindert eine hysterische Mezzosopranistin (manchmal auch von Sopranen gesungen) – Archaeopteryx

Wenn man es aus dem konkreten Kontext löst, klingt es sogar noch abgedroschener – Succubus

Und wieder bewahrheitet es sich, dass man niemandem den kleinen Finger reichen soll, denn ........ – Severina

Per pedes geht hier gar nichts... - Waldi

Die Lösung lautet natürlich:

REICH MIR DIE HAND MEIN LEBEN

Ich denke, dass ich die wohl verführerischste Opernmelodie zur Basis des Lösungswortes gemacht habe, bedarf keiner Erläuterung mehr, zumal sie auch eine der weltweit populärsten sein dürfte.

:hello Rideamus
Heike (16.11.2012, 09:47):
Ich denke, dass ich die wohl verführerischste Opernmelodie zur Basis des Lösungswortes gemacht habe, bedarf keiner Erläuterung mehr, zumal sie auch eine der weltweit populärsten sein dürfte.

Lieber Rideamus,
nach der letzten Auflösung von mir nun eine Zugabe:
Das war das verführerischste Rätsel aller Zeiten! Es verführte zu ausführlichen Recherchen zu unbekannten Werken, zu nächtlichen Forenbesuchen in Erwartung von neuen Fragen, zu langen youtube- Hörsitzungen und vermutlich auch zu diesem oder jenem Ticket in der Zukunft!
Tausend Dank!
Heike
Rideamus (16.11.2012, 09:54):
Vielen Dank, liebe Heike :W

Zum richtigen Abschluss dieses Rätsels gehören aber auch noch ein wenig Statistik und vor allem eine richtige Siegerehrung, die hiermit nachgereicht seien.

Mit (bislang) 731 Beiträgen und sagenhaften 12.800 Zugriffen während seiner Laufzeit in den beiden Foren, in denen ich das Rätsel ausrichtete, erwies sich dieses Rätsel als eines der meistfrequentierten, das darin lediglich von dem Adventrätsel 2010 übertroffen wurde. Das hat natürlich primär mit der Anzahl der Tipps zu tun, aber schon deren inhaltliche und kommunikative Qualität belegt, dass es nicht nur den immerhin 25 hoch qualifizierten Ratefreunden, die mindestens phasenweise aktiv daran teilnahmen, einiges Vergnügen bereitet hat. Darüber freue ich mich wiederum besonders, und das spornt mich an, wenigstens alles zu versuchen um in den zwei Wochen bis zum Advent noch das traditionelle Adventsrätsel fertig zu stellen.

Von den 25 Teilnehmern haben 15, also sagenhafte 60%, alle Fragen einschließlich des Lösungswortes richtig beantwortet. Sie wissen am besten, dass dieses Rätsel keineswegs so leicht war, wie das im Nachhinein im Anblick dieser Zahlen den Anschein haben mag, und können daher gemeinsam als Sieger gelten. Von diesen haben sogar 12, also knapp die Hälfte aller Teilnehmer, dank regelmäßiger Tipps und dem fleißigen Einsammeln aller Zusatzpunkte sogar die maximal erreichbare Punktzahl von 66 geschafft. Hier sind diese 12 ersten Sieger in alphabetischer Reihenfolge:

AlvianoArchaeopterixAmelia GrimaldiAtheneCalistoEmotioneGurnemanzHeikePavelQuasimodoTeresa CelliniWaldi:times10 :times10 :times10 :times10 :leb :down :down :down :down :down :leb:times10:times10:times10:times10

Die übrigen drei Sieger, die wegen unvermeidlicher zeitweiser Abwesenheit und anderen Gründen nicht immer dazu gekommen sind, Tipps zu geben und Zusatzpunkte zu sammeln, sind, in der Reihenfolge der von ihnen erreichten Punktzahl:

SeverinaMauerblümchenOper 337:times10 :times10 :times10 :leb :down :down :down :leb :times10 :times10 :times10


Weitere fünf Ratefreunde haben immerhin eine stattliche zweistellige Punktzahl erreicht und ihre Meisterschaft im Rätselraten bewiesen, nahmen aber aus verschiedenen Gründen nur streckenweise an dem Rätsel teil. Manche davon gaben sogar nur Tipps ohne mir ihre Lösung zu verraten, deren Richtigkeit anhand der Tipps aber eindeutig war und deswegen von mir mitgezählt wurde. Wiederum in der Reihenfolge der von ihnen erreichten Punktzahl waren dies
MaggieSuccubusAreiosPhilbertFairy Queen:times10 :times10 :leb :down :down :down :leb :times10 :times10


Und schließlich gab es noch fünf Musikfreunde, die sich ganz sporadisch beteiligten und natürlich, wie jeder, der sich öffentlich oder heimlich mit einem gewissen Erfolg an diesem schweren Rätsel beteiligte, ebenfalls als Sieger fühlen dürfen. Ich kann natürlich nur die erwähnen, die sich hier in einem der beiden Foren gemeldet haben, nämlich

HyacinthBilly BuddEdwinKater MurrMusikkristin:times10 :leb :down :down :down :leb :times10


Ihnen allen gebührt mein herzlicher Dank und natürlich auch der Eure, denn manche ihrer Tipps, ich denke nur an Edwins einsamen Hinweis auf DAMN YANKEES, haben Euch erst auf die richtige Spur gesetzt.

Nun bleibt mir nur noch, allen für ihr reges Interesse zu danken

:thanks :thanks :thanks :thanks :thanks
und meine übliche neugierige Frage zu stellen, ob es denn auch diesmal wieder bestimmte Werke gab, die Euch jetzt mehr interessieren als zuvor, und welche das sind.

Alles Gute bis zum Neustart im Advent, hoffentlich

:hello Rideamus