W.A. Mozart: Die Klaviersonaten (Gesamtaufnahmen)

Ganong (12.04.2006, 16:28):
Lieber Zelenka ,
Du erwähnst M uchida & Mozart .Persönlich find eich ihre Interpretation der Mozartsonaten als eine der besten , die ich kenne . Uchida spielt sowohl fast transzendent verinnerlicht als auch mit einer sehr subjektiven Expressivität , die erstaunlich ist . Beim Kauf e i n e r Geasmataufnahme würde ich ihre Einspielung wählen ( vor Giesking oder Lily Kraus ) .
Was meinst Du ?
Dank frü eine Antwort .
Viele Grüsse , Frank
Zelenka (12.04.2006, 17:01):
Original von Ganong
Lieber Zelenka ,
Du erwähnst M uchida & Mozart .Persönlich find eich ihre Interpretation der Mozartsonaten als eine der besten , die ich kenne . Uchida spielt sowohl fast transzendent verinnerlicht als auch mit einer sehr subjektiven Expressivität , die erstaunlich ist . Beim Kauf e i n e r Geasmataufnahme würde ich ihre Einspielung wählen ( vor Giesking oder Lily Kraus ) .
Was meinst Du ?
Dank frü eine Antwort .
Viele Grüsse , Frank

Lieber Frank:

Ich kann Dir nur zustimmen, es stimmt eben alles bei Uchida. Die sehr gute Aufnahmetechnik tut ein übriges. In letzterer Hinsicht wurde Christian Zacharias leider nicht so gut bedient, dessen Gesamtaufnahme mindestens ebenbürtig ist. Ditto Gieseking und Kraus, die ich nur teilweise gehört habe, ich besitze sie selbst leider nicht. Wenn man nur eine Gesamtausgabe der Sonaten haben kann oder möchte, dann sollte es sicher Uchida sein.

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (12.04.2006, 17:09):
Hallo,

nachdem Frank und Zelenka zu dem Thema bereits mehr oder weniger los gelegt haben starte ich doch hiermit mal einen "offiziellem" Thread.

Den Ausgangspunkt kopiere ich einfach hier rein.

Die Frage ist: Welche Gesamtaufnahme schätzt ihr hinsichtlich de Interpretation und, ist ja auch wichtig offtmals, dem Klang.
Carola (12.04.2006, 20:30):
Ich habe schon länger die Gesamtaufnahme der Mozart Sonaten aus den Neunzigern mit Maria Joao Pires im Auge - der Preis hat mich bisher abgehalten.

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000E4S5.01.LZZZZZZZ.jpg


Zwei CDs aus der Reihe habe ich schon, die restlichen vier werde ich jetzt wohl doch endlich über Amazon- Marketplace zusammenkaufen. Ich kann schwer ausdrücken, was mich an Pires Spiel so fasziniert, zumal ich wenig Vergleich habe, außer ihr kenne ich nur noch einige der Sonaten mit Zacharias, die ich ebenfalls sehr gut finde. Aber Pires hat noch etwas mehr, so einen Zauber in ihrem Spiel, eine Mischung aus Kraft und Zartheit, alles klingt ganz einfach und doch wieder sehr subtil - und diese Mischung passt für mein Gefühl genau zu Mozarts Musik. Ich weiß noch genau, als ich das erste Mal eine Mozart Sonate von Pires gehört habe, dachte ich: Ach soo ist das gemeint. Als wenn sich die Musik mir plötzlich aufschlösse. Hm, das war jetzt hoffentlich nicht allzu pathetisch, ist immer schwierig, so etwas in angemessene Worte zu fassen.

Mit Gruß von Carola


P.s. Bei 2001 gibt es auch noch sehr preisgünstig eine ältere Gesamtaufnahme von Pires von 1974, bei Brillant Classics erschienen. Die kenne ich leider nicht, habe aber irgendwo gelesen, dass die Aufnahmequalität zwar nicht optimal sei, das Spiel von Pires aber auch da schon sehr gut.

P.S. Gibt es eigentlich auch schon eine Gesamtaufnahme der Sonaten auf einem Fortepiano eingespielt? Das wäre doch sicher was für Andreas Staier. Nicht, dass ich die kaufen wollte. :D
Rolf Scheiwiller (13.04.2006, 07:09):
Guten Morgen zusammen.

Mozarts Klaviermusik hab ich immer schon hoch geschätzt. Schon seit Jahrzehnten höre ich sie. Und auch die Variationen.

Gesamtaufnahmen mit meinem Lieblingspianisten, wenn es um Mozart geht. Das ist Christian Zacharias. Weiter eine GA mit der Grand Old Lady des Klaviers, der Spanierin Alicia de Larrocha.
Eine andere Gesamtaufnahme , die ich weniger höre, ist auf Eurodisc erschienen, Paul Badura - Skoda. Den hab ich lieber als Duo - Partner mit Jörg Demus.

Zu den verschiedenen Pianisten und deren Interpretationen sage ich gar nichts. Weil ich es nicht kann !

Alle drei Gesamtaufnahmen gefallen mir seit langem.. Aber am meisten allerdings höre ich Christian Zacharias. Die Sonate KV 331, das Finale ist was ganz originelles. Zacharias Frau wirkt ganz kurz mit. Sie bedient einn "türkisch "klingendes Schlagwerk. Oder so was ähnliches.

Rolf.
Daniel Behrendt (13.04.2006, 09:06):
Lieber Rolf,

wohltuend, dass du Alicia de Larrocha erwähnst - Sie wird als Mozart-Interpretin viel zu wenig beachtet. Sie hat einen wirklich prachtvollen, herbstlich-prallen Ton - ihr Mozart ist festlich, gelöst, von milder Heiterkeit - wahrlich sehr weise, aber auf gar keinen Fall geeignet für Leute, die es schlank, gläsern und "objektiv" mögen... Larrocha nimmt sich (sehr subtile) agogische Freiheiten, phrasiert eigenwillig - das ist wirklich ein sehr kreativer Umgang mit Mozart. Es ist wohl die schwerste Übung, Mozart "persönlich" klingen zu lassen, ohne ihm seine Persönlichkeit aufzupfropfen... Aliicia kennt jedenfalls einen der Wege, die nach Rom - respektive in Mozarts Tastenhimmel - führen.

LG!
Daniel
Rachmaninov (13.04.2006, 12:34):
@Daniel,

die Aufnahmen der Klaviersonaten von Alicia de Larrocha besitze ich auch.
Seinerzeit hatte ich sie mir gekauft um eine "günstige" Gesamtaufnahme der Klaviersonaten Mozarts zu beschaffen.



Seit dem höre ich sie auch immer wieder gerne an.

Wahrscheinlich werde ich mir aber auch noch die Uchida Gesamtaufnahme beschaffe. Frank's Äußerungen machen mich doch recht neigierig und da ich bisher von Uchida noch keine Aufnahme im Regal habe würde sich das als Startpunkt für die Entdeckungsreise enbieten (alternativ die Schubert Box).

Die Aufnahme von M. Pieres ist mir einfach derzeit noch viel zu teuer. Da hat die DG Vorstellungen, die ich nicht mit gehen werde.
Ganong (13.04.2006, 16:29):
Lieber Rolf , lieber rachmaninov ,
für den Hinwei smit der subtilen Begründung zu Alicis de Larrocha danke ich .
Ein sicherlich überzeugends Ostergeschenk .
Grüsse , Frank
Daniel Behrendt (14.04.2006, 11:05):
Zitat Carola: P.s. Bei 2001 gibt es auch noch sehr preisgünstig eine ältere Gesamtaufnahme von Pires von 1974, bei Brillant Classics erschienen. Die kenne ich leider nicht, habe aber irgendwo gelesen, dass die Aufnahmequalität zwar nicht optimal sei, das Spiel von Pires aber auch da schon sehr gut.

Liebe Carola,

dier Aufnahme ist für die läppischen paar Euronen, die sie kostet in der Tat ein Geschenk! Auch wenn Maria schon in den 70ern eine famose Pianistin war - in puncto Verinnerlichung, klanglicher Differenzierungskraft und Phrasierungsintelligenz legte sie später deutlich nach. Ich empfehle: Erst mal die billige kaufen und wenn's dir gefällt - in die spätere DG-Aufnahme investieren (oder zum Geburtstag wünschen...) - ausgeglichener, "richtiger" kann man Mozart nicht spielen, die Aufnahme wird noch lange, wenn nicht ewig Bestand haben.

Zitat Zelenka: Ich kann Dir nur zustimmen, es stimmt eben alles bei Uchida. Die sehr gute Aufnahmetechnik tut ein übriges. In letzterer Hinsicht wurde Christian Zacharias leider nicht so gut bedient, dessen Gesamtaufnahme mindestens ebenbürtig ist.

Lieber Zelenka,
Zacharias' Aufnahme ist in der Tat eine echte (und inzwischen wohl auch preiswerte) Alternative zu den Spitzenreitern. Die Aufnahmetechnik ist doch eigentlich ganz brauchbar... Mich stört da jedenfalls nix.

LG!
Daniel
AcomA (15.04.2006, 08:51):
hallo,

wärmstens empfehlen kann ich die gesamtaufnahme der sonaten incl. der fantasien mit dem österreichischen meisterpianisten und musikwissenschaftler paul badura-skoda. er nahm die sonaten seinerzeit von 1978-1980 für ariola/eurodisc auf. die aufnahmen sind sehr gute stereo ADD. er spielt auf einem modernen flügel, vom klang her könnte es sich um einen steinway handeln.

nehmen wir z.b. die sonate d-dur KV 311. der erste satz kommt frech und frisch. das andante ist vom tempo herrlich austariert mit warmem sonoren ton und großem spannungsbogen. badura-skoda spielt mit wenig pedal und packt in den ecksätzen richtig zu. er befolgt sehr genau die akzente und anweisungen des urtextes. man merkt deutlich, dieser mann beschäftigte sich jahrzehnte mit diesem werk, auch wissenschaftlich.

http://images-eu.amazon.com/images/P/B000BK53NI.03.LZZZZZZZ.jpg

am ende das rondo 'alla turca' der a-dur-sonate KV 331 ! so unwiderstehlich orientalisch kenne ich es von keinem anderen pianisten ! es könnte glatt ein perser sein, der hier zum tanze aufspielt ! ungeheuerlich. zacharias, horowitz, pogorelich, kempff, alle chancenlos gegen diesen östlichen groove.

zur abbildung: diese wiederveroeffentlichung durch naive wurde von badura-skoda auf hammerfluegel gespielt, entspricht also nicht meiner erwaehnten von ariola ! aber ich habe es trotzdem gewaehlt, da sie den pianisten aus dieser zeit demonstriert.

gruss, siamak
ab (26.05.2006, 13:32):
Original von Daniel Behrendt
Zitat Carola: P.s. Bei 2001 gibt es auch noch sehr preisgünstig eine ältere Gesamtaufnahme von Pires von 1974, bei Brillant Classics erschienen.

die Aufnahme ist für die läppischen paar Euronen, die sie kostet in der Tat ein Geschenk! Auch wenn Maria schon in den 70ern eine famose Pianistin war - in puncto Verinnerlichung, klanglicher Differenzierungskraft und Phrasierungsintelligenz legte sie später deutlich nach.
LG!
Daniel

Diese erste DENON-Aufnahme macht Pires auf einen Schlag berühmt und schob sie fast in das Eck "Mozart-Spezialistin" ab.

Ich muss gestehen, dass ich ihre alteren Aufnahmen den neueren bei der DG (wo nimmt sie inzwischen auf?) vorziehe!

(Schade, dass die Violin-Sonaten, die sie mir ihrem Gatten Dumais - mit diesem wunderbar-unausgeglichenen Stradiviarius-Instrument - aufgenommen hat, kein besonders hohes Niveau erreichen!)
fohlenfanatiker (26.05.2006, 13:48):
Seit kurzem habe ich auch die Brilliant-Box von Pires aus den Siebzigern. Ich muss sagen, ich kann mir nicht vorstellen, was sie bei den späteren Aufnahmen auf DG besser machen soll. Ich finde auch, dass man die Mozartsonaten kaum besser spielen kann. Für den Preis von unter 10 € wirklich ein absolutes Schnäppchen. Die Klangqualität ist in Ordnung, jedenfalls so gut, dass man beim Hören nicht auf sie achtet, sondern sich voll und ganz auf die Musik Mozarts konzentrieren kann.


http://images-eu.amazon.com/images/P/B000A7XJME.01.LZZZZZZZ.jpg


Alternativ kann ich noch Andras Schiff empfehlen:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000041K8.03.LZZZZZZZ.jpg

Die Einspielung wurde Ende der Siebziger also knapp vor Einführung der Digitaltechnik aufgenommen. Die Klangqualität ist mit der o. g. von Pires vergleichbar. Der Flügel klingt nur etwas weicher, möglich, dass er einen Bösendorfer verwendet hat, das weiß ich aber nicht genau.
Daniel Behrendt (26.05.2006, 14:00):
Hallo Günter,
Ja, die Pires-Box ist ein richtiger Preisknaller. Die DG-Aufnahme klingt runder, wärmer und räumlicher und erscheint mir eine Spur seelenvoller zu sein, als die alte Version. Ob's den imensen Preisunterschied rechtfertigt, weiß ich allerdings nicht...

Zu Schiff: Man müsste schon hinzufügen, dass seine Lesart deutlich romantisch gefärbt ist und der blumig-softige klavierklang vielleicht nicht jedermanns Sache ist. In jedem Fall aber nach wie vor eine der individuellsten Deutungen - auch ich mag sie.


LG!
Daniel
AcomA (27.05.2006, 19:07):
lieber Daniel,

ja, die 'eurodisc'-box mit badura-skoda habe ich. ich weiß, was du mit hölzern meinst, er spielt sehr sonor und formuliert etwa so, wie man auf dem fortepiano spielen würde. gerade das gefällt mir immens. nicht dieses ewige 'jeu perle' !

gruß, siamak :)
Daniel Behrendt (28.05.2006, 15:54):
Lieber Siamak,

ich weiß noch ziemlich genau, was mir neben der zu kleinteiligen, kurzatmigen Phrasierung damals an Badura-Skoda mißfiel: Ich meinte, Temposchwankungen herauszuhören, die weniger im Stilwillen des Interpreten begründet liegen, als in mangelnder Rhythmusfestigkeit und Tempohärte - mir klang das ein wenig zu klapprig, zu sehr nach manuellen Verlegenheiten.

Kann aber auch sein, dass ich das heute ganz anders empfinde - wenn ich wieder in der Heimat bin und Zugriff auf mein CD-Regal habe, werd ich's prüfen!

Darin, dass das typische, leicht(fertig) dahinperlene Mozartspiel die Gefahr der künstlerischen Beliebigkeit in sich birgt, gebe ich dir recht. Es ist nicht leicht, einen "persönlichen" und dennoch nicht zu eigenwilligen Mozart zu spielen. Auch wenn seine luschige Pianistik mitunter nicht ganz zu unrecht gescholten wird: Daniel Barenboim beherrschtseinen Mozart unnachahmlich, davon konnte ich mich in letzter Zeit einige Male live überzeugen (live "kann" er eh weit mehr als im Studio)
LG!
Daniel
Rachmaninov (07.08.2006, 20:52):
Vir einigen Wochen im Thread internationalen Presse stand:

Original von Zelenka
Und hier die Empfehlungen hinsichtlich Mozarts Klaviermusik aus dem April-Heft des Diapason:

Unverzichtbar

Gesamtausgabe

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00008PW47.02.LZZZZZZZ.jpg


Zwischenzeitlich lass ich noch den Artikel in der FF mit eine bestätigenden Aussage zu dieser Aufnahme!

Mittlerweile habe ich einige Sonaten aus der Gesamtaufnahme gehört und kann mich über eine vorzügliche Anschaffung erfreuen. SO machen mir Mozartsonaten wirklich eine Freude :engel
Carola (08.08.2006, 15:03):
Der Hinweis von "ab" in dem anderen Faden, das Spiel von Pires sei "romantisch" ist vielleicht ein Grund dafür, warum ich es so mag. Denn das wird ja auch über Böhms Aufnahme der Mozart-Sinfonien gesagt, die mir ebenfalls sehr gut gefällt.

Ich selber kann nur schwer formulieren, was mich an dem Spiel von Pires so anspricht und habe auch kaum Eindrücke von anderen Aufnahmen (Uchida kenne ich lediglich von einer CD mit Mozarts frühen Klavierkonzerten).

Ich kann nur sagen, dass ich "früher" die Mozart Sonaten immer ein wenig langweilig und abgedroschen fand (von wem ich sie hörte, weiß ich nicht mehr) und dann, beim Spiel von Pires, dachte ich: Ach sooo!! - und fand diese Sonaten plötzlich überhaupt nicht mehr langweilig.

Ich bin auch nicht der Typ, der sich intensiv mit Vergleichshören beschäftigt. Wenn ich eine Gesamtaufnahme habe, die mir zusagt, wird es für eine ganze Weile auch bei dieser Aufnahme bleiben. Eher werde ich mir dann als nächsten Schritt die Noten dazu besorgen.

Mit Gruß von Carola
ab (10.08.2006, 10:18):
Original von Carola
Der Hinweis von "ab" in dem anderen Faden, das Spiel von Pires sei "romantisch" ist vielleicht ein Grund dafür, warum ich es so mag. Denn das wird ja auch über Böhms Aufnahme der Mozart-Sinfonien gesagt, die mir ebenfalls sehr gut gefällt.


In diesem Faller würde ich Dir tatsächlich zur späteren DGG-Fassung raten, auch wenn in Geläufigkeitshinsicht nicht mehr alles so einwandfrei ist wie bei der ersten (so mein damaliger Eindruck). In diesem Falle aber auch: Höre doch die Larrocha-Aufnahme einmal im Vergleich! (Obwohl - oder eher: gerade weil - ich vermute, dass Larrochas mehr zusammnklingender Anschlag Dir wohl weniger als der von Pires gefallen dürfte...)
Ganong (11.01.2007, 15:19):
Lieber Zelenka ,

lieber Richard !

Vor wenigen Tagen las ich in der englischsprachigen Presse noch eine Übersicht , die die Einspielung durch Lily K r a u s einsam an die Spitze hob .

So ergeben sich gleich drei wahrscheinlich gleichrangige GA :

Lily Kraus ,

M. Uchida

W. Gieseking .


Viele Grüsse ,

Frank
Amadé (11.01.2007, 18:31):
Lieber Frank,

bitte vorsichtig sein mit "einsamer Spitze"! Es gibt so viele Aufnahmen sowohl einzeln als auch als Gesamteditionen, jede/r Pianist/in hat seine Stärken und Schwächen, ich jedenfalls hüte mich einzelne Gesamtaufnahmen an die Spitze, als , wie man heute so oft liest, Referenzaufnahme hervorzuheben.

Folgende Gesamt-Aufnahmen sind erschienen und meistens noch lieferbar:

Badura-Skoda - KLavier BMG
Hammerklavier
Walter KLien Vox
A. de Larrocha RCA
Chr.Zacharias EMI
Ingrid Haebler Denon
Claudio Arrau Philips - Arraus letzte Aufnahmen
Lili Kraus Sony - Achtung KV 533 fehlt!
j.Cl. Pommier Virgin
M. Horszowski - Arbiter
G. Gould - CBS
Andras Schiff Decca
Barenboim EMI
Pires - Denon/Billiant
DGG
M Endres Oehms/Arte Nova
Gitti Pirner Farao
Klara Würtz Brilliant
Ronald Brautigam BIS auf Hammerflügel
Ludwig Semerjian Atma auf Hammerflügel

Gruß Bernd
ab (12.01.2007, 12:08):
Fast hätte ich es vergessen:
Um die Weihnachtszeit hörte ich einen sehr beselten, ausgesprochen schönen Mozart im Radio: Ich war so gespannt, wer so schön, auch klangschön und doch mit der nötigen Einfachheit Mozart spielen können. Es war dann Gilbert Schuchter (Tudor)! Was gibt es von euch über ihn zu sagen?
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B00004UB3M.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
Ganong (12.01.2007, 18:10):
Lieber Bernd ,

die von mir gennate Bewertung in einem englischen Presseorgan entspricht zufällug auch meiner persönlichen Meinung , dass die Aufnahme mit LILY KRAUS eine der besten ist ( ob KV 533 fehlt ist angesichts der Leistung von Frau Kraus irrelevant ) .

Viel interessanter sind die Interpretationen durch Horszowski und
da Larrocha für mich .

Die zweite GA bekommt man wohl überall noch . Auf Horszowski sollte man unbedingt hinweisen . es gibt dankenswerterweise noch überzeugende Aufnahmen bei BBC Legends .

Warum bei Dir Gieseking fehlt wie Uchida verwundert mich sehr .

Viele Grüsse ,

Frank
Amadé (12.01.2007, 21:02):
@Ganong

Hallo Frank,

:down Gieseking und Uchida habe ich vergessen zu nennen, da sie vorher schon aufgeführt wurden. Ich besitze die beiden Zyklen und auch Lili Kraus. Meine persönliche Reihenfolge der drei ist Gieseking, Uchida und Kraus, bei der a-moll Sonate ist sie doch arg konventionell, insgesamt spielt sie etwas zackig. Auch bin ich mit dem Klang der CDs nicht recht zufrieden, für Aufnahmen von 67/68 sind sie etwas zu stumpf.
Horzsowski halte ich für einen außergewöhnlichen Pianisten,der leider nur Insidern bekannt ist,ich habe auch etliche Aufnahmen mit ihm, von Mozart jedoch nur die von Dir erwähnte BBCL Ausgabe.
SEhr schön das Forellenquintett mit dem Budapester Streichquartett (CBS/Sony). Man höre
beispielsweise nur den Anfang, welch eine Klangfülle. Gestern habe ich im neuen Thread LP - CD darauf hingewiesen, dass LPs oft besser klingen als die spätere CD-Transkription. Die LP zählte zu meinen Schätzen, dann kaufte ich auch die CD-Ausgabe und war enttäuscht. Die Atmosphäre war nicht mehr da, schade. Ein neues Mastering könnte heute wahrscheinlich ein besseres Ergebnis zeitigen.

Gruß Bernd
Ganong (13.01.2007, 15:10):
Lieber Bernd ,

Vorzuziehen ist bei Lily Kraus übrigens ihr erster Durchgang (Haydn Society, 1954) , der auch KV 533 und manch anderes m ehr enthält . Der Zyklus ist bwei Music&Arts erhältlich . Der Klang, obwohl mono, ist besser als bei später bei CBS / Sony !

Viele Grüsse,

Frank
Amadé (13.01.2007, 16:23):
Hallo Frank,

danke für Deinen Hinweis. Als ich vor Jahren die Sony-Box erwarb und das Aufnahmedatum las, wurde ich ein wenig stutzig, da ich glaubte, die Aufnahmen seien viel älter. Lili Kraus ist im selben Jahr wie Arrau, Serkin und Horowitz geboren (1903).

Gruß Bernd
Ganong (13.01.2007, 18:36):
Lieber bernd ,

es gibt , ich habe dies vergessen , einen Auskopplung aus der Moazrt-Box von Lili Kraus ! Diese ist technisch besser hat aber vereinzelte Schärfen . Ich nehme dies aber lieber in Kauf als wenn Aufnahmen dumpf klingen . Dies passiert leider , ich muss dies nochmals betonen , besonders bei neu bearbeitetetn Aufnahmen der EMI .

Noch eines : Matthias Kornemann , bekennender Mozartianer , hat ausdrücklich Walter Gieseking zu d e m Mozartianer erklärt . In einem Interview in RONDO mit Barenboim dann diesem wörtlich gesagt , dass er durch Baremboim zu Mozart gekommen sei . Schlimm ! Finde ich .

Lili Kraus habe ich spät wiederentdeckt . Sie gilt ja , anders als Ida Haendel unter den Geigern , nicht mehr als Geheimtip .

Liest man englischsprachige Fachzeitschriften , so stehen natürlich (?) britische KünstlerInnen einsam im Vordergrund , was oft unangemessen ist . Die Briten betreiben eine exquisite Pflege ihrer Künstler . Ich habe jetzt in London wieder Literatur gekauft , in der Künstler ganze Titelseiten einnehmen ( etwa in Intarnational Piano ) , die wohl kaum jemand kennt .

Viele Grüsse ,

Frank
Ganong (13.01.2007, 18:50):
Lieber Bernd ,

liebe Mozartianer !

Ich lese gerade einen Vergleich von Jonathan Summers in International Piano ( pp. 69- 70 ; Nov/De 2006 ) . J.S. kommt insgesamt zu der für mich nicht ganz schlüssigen Meinung , dass er die spätere Aufnahme vorziehe . Es liegt bei ihm an der besseren Technik .

Jonathan Summers , dies als kurze Ergänzung , huldigt ausgerechnet den extrem spät durch Earl Wild aufgenommen Sonaten Beethovebs , darunter immerhin opus 106 !!! , und die Études opp 10 & 25 von Chopin in einer Weise , dass man bei der Begründung nun wirklich fragen muss : was soll das ?!

Viele Grüsse ,

Frank
Rachmaninov (15.02.2007, 08:15):
Anbei ein Link mit einer Besprechung zu Lili Kraus
Ganong (15.02.2007, 13:00):
Lieber R. ,

vielen Dank für den Link zu Lily Kraus .

Der Verfaser teilt cum grano salis meien hier geäusserte Meinung(en ) .

Das Frau Kraus in einigen Sonaten ein gewisser "Charme" nicht zur Verfügung stand , das müsste dann nöäher an Hörbeispielen erläutert werden .

Aber kein Pianist spielt alle Sonaten , Fantasien etc. gleich gut !

An diser Stelle weise ich , weil er als Mozartinzterpret nicht so zur Geltung gekommen ist , auf Sviatoslav Richter ( Philips ) hin . Die ist ein sehr gewöhnungsbedürftiger Mozart . Sehr herb , aber frie voin allen Klischees , wie dem berühmten "Perlen" ( der Ausdruk stammt von Marguerite Long ) .

Fazit :

In der regel Einzelaufnahmen . Imkonkreten Fall ist man als Käufer aber sehr gut beraten sich die GA von Kraus ( knapp vor ) Uchida zu kaufen . Dann Gieseking .

Ein Problemfall bleibt Claudio Arrau . Gulda wr in seinen Konzertten , auch den Freiluftkonzerten , für mich wesentlich überzeugender als in seinen Studioproduktionen . Gulda war übrigens ein witziger , humorvoller Kommentator in seine Konzertabenden gewesen .

Viele Grüsse ,

Frank

PS: Hinweisen möchte ich noch auf die Interpretationen von Mozartsonaten bei BC Legends durch Wilhelm Kempff .

Frei von Sentimentalitäten und Rokokopuder . bis * . F.
Rachmaninov (02.03.2007, 12:37):
Original von Amadé
Ronald Brautigam BIS auf Hammerflügel
Gruß Bernd


@Bernd,

mir kam wegen der Beethoven Sonaten wieder in den Sinn, daß die Brautogham Mozart Sonaten sehr ositiv in verschiedenen Zeitungen besprochen wurden.

Kennst Du die Gesamteinspielung?
Amadé (03.03.2007, 15:52):
Lieber Richard,
Ronald Brautigam hat bereits vor 10 Jahren Mozarts Klavierwerk auf Hammerflügel eingespielt, Kopie nach Anton Gabriel Walter, Wien ca. 1795. Mozart spielt von ca.1782 bis zu seinem Tode einen Walter-Flügel, man kann also davon ausgehen, dass hier ein authentisches Instrument vorliegt. Brautigam spielt natürlich, empfindsam, jedoch nicht verzärtelt, aber auch kräftig zupackend und vorwärtstreibend. Bei Wiederholungen innerhalb der Sätze schmückt er den Notentext mit Auszierungen , wie es zur Zeit der Entstehung der Werke üblich war, aber nicht in den Drucken vermerkt wurde.
Außer Brautigam legten auch Gustav Leonhardt (CBS-Seon) - kenne ich nur in Auszügen-, Ludwig Semerjian (atma, verschiedene Flügel aus der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums) und Paul Badura-Skoda Gesamteinspielungen der Sonaten mit Hammerflügel vor, letztere kenne ich jedoch nicht. Badura-Skoda spielte die Sonaten dann nochmal auf modernem Flügel ein (BMG Eurodisc).
Sehr gute Einzeleinspielungen, die ich beide wärmstens empfehle, gibt es von Andreas Staier (HMF KV 330-332) sowie Gerritt Zitterbart (gutingi KV 310, 330, 333, 397, 475).
Brautigam und Staier spielen eher gewohnt klassisch, während Zitterbart und Semerjian die klangtechnischen Möglichkeiten ihrer Instrumente aufmerksam einsetzen.
Die Instrumente von Semerjian und Leonhardt können ihre Herkunft vom Cembalo nicht vergessen machen, während die von Staier und Brautigam schon den modernen Konzertflügel erahnen lassen. Zitterbarts Instrument liegt im Klang dazwischen.
Gruß Bernd
:hello
daniel5993 (15.03.2007, 11:33):
Hallo! :hello

Ich habe die GA der Mozart Sonaten von Eschenbach (auf LP)! Von DGG!

Gefällt mir sehr gut!

Jedoch war Eschenbach in der von Amade aufgelisteten GA nicht zu finden? ?(

Gruß
daniel
Amadé (15.03.2007, 15:07):
@daniel5993

Hallo Daniel,
stimmt, ist mir leider entgangen, sie ist auch unlängst auf CD wieder herausgekommen. Möglicherweise habe ich noch was vergessen, ich werde noch mal alte Kataloge wälzen und mich diesem Thema später nochmals zuwenden.
Gruß Amadè



PS: Hast Du keine mail von mir im Postfach?
ab (18.07.2007, 11:47):
Es wurde hier noch nicht erwähnt, dass die Gieseking-Aufnahmen inzwischen sehr preisgünstig und neu 96 kHtz-Remasterd bei Archipel erhältlich sind. Wer kennt diese Ausgabe im Unterschied zur EMI-Box? Welche ist weniger in ihrer Mikrodynamik, die die Musikalistät hörbar macht, beschnitten?
Danke!

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7658550.jpg
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6472485.jpg

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5904826.jpg
Cosima (20.07.2007, 16:59):
Original von ab
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7658550.jpg


Ich habe mich seinerzeit gegen die EMI-Box und für die o.g. Andromeda-Box entschieden, weil mir letztere frischer und klarer zu klingen schien. Ich kann dies aber nur aufgrund der Hörschnipsel beurteilen, die im Internet zur Verfügung stehen, weshalb meine Anmerkungen ohne Gewähr sind.

Andromeda schreibt etwas von „using state of the art restoration techniques“. Ich habe keine Ahnung von Technik, aber ich kann mit dem Remastering gut leben. Man hört zwar mehr oder weniger starkes Rauschen, aber dafür ist der Klavierklang recht lebendig und deutlich eingefangen. Mir ist das lieber als ein insgesamt gedämpftes Klangbild. Und schlussendlich war der Preis auch mitentscheidend.

Interpretatorisch sind die Aufnahmen IMO hinreißend! Gieseking schreibt in seinem Buch „So wurde ich Pianist“ über Mozart: (das Büchlein ist insgesamt sehr lesenswert)

Mein Wunsch nach größtmöglicher Klarheit, die ich für unumgänglich hielt, um Mozart richtig zu spielen, war der zwingende Grund, dass ich ihn ohne Pedal spielte. Ein reiner, klarer Ton ist nicht trocken, selbst wenn er im ersten Augenblick pedalgewohnten Ohren so klingen mag – meine persönliche Überzeugung ist, dass Klangreinheit und Ausdrucksschönheit durchaus zu vereinbaren sind, so wie die vollendete Interpretation der klassischen Form die Kraft der tiefsten Gefühle des Komponisten nicht mindert.

Klar und rein – so würde ich Giesekings Mozart-Spiel auch charakterisieren. Ich höre ihn sehr gern!

Gruß, Cosima
Amadé (20.07.2007, 17:14):
@ Cosima

Ein technischer Hinweis: Ich kann nur für die teurere EMI Box plädieren, da in allen mir bekannten Andromeda-Ausgaben die CDs meist nicht richtig befestigt sind und beim Öffnen leicht herausfallen, das kann mal fatal sein.

Gruß Bernd
Cosima (20.07.2007, 17:17):
Original von Amadé
Ein technischer Hinweis: Ich kann nur für die teurere EMI Box plädieren, da in allen mir bekannten Andromeda-Ausgaben die CDs meist nicht richtig befestigt sind und beim Öffnen leicht herausfallen, das kann mal fatal sein.


Bei meiner Box fällt nichts heraus. Die Qualität ist recht anständig. Außerdem ist doch letztlich die Verpackung ganz gleichgültig, zur Not packt man die CDs halt um.
ab (21.07.2007, 17:19):
Original von Cosima
Man hört zwar mehr oder weniger starkes Rauschen, aber dafür ist der Klavierklang recht lebendig und deutlich eingefangen.

Rauschen ist ein untrügliches Zeichen dafür, eher behutsam restauriert zu haben! Danke für den Hinweis!
Rolf Scheiwiller (15.04.2006, 06:52):
Guten Morgen zusammen.

Leider fiel mir erst vor wenigen Stunden ein, dass es in den 60er -Jahren eine ganz berühmte Einspielung mit einer Wienerin gab.
Ingrid Haebler !
Wer von den Jungen hat diesen Namen schon gehört ?
Dazumal war sie eine Pianistin, die Masstäbe im Mozartspiel setzte.

Ihre Philips - Aufnahmen wurden viel gekauft.

Und heute ist sie fast vergessen. Sie nahm nochmals Mozart für DENON auf. Ob es die noch gibt, weiss ich nicht.

Gruss.
R.
Daniel Behrendt (26.05.2006, 09:54):
Hallo Siamak,

ich glaube, diese Frage wurde seinerzeit bereits in dem anderen Forum gestellt, aber ich tu's nochmal:

Stimmt die von dir wärmstens empfohlene Badura-Einspielung mit der (m.E. längst nicht mehr erhältlichen) Eurodisc-Box überein? Die habe ich nämlich und finde sie, ehrlich gesagt, ziemlich hölzern.

Ingrid Haebler, auf die Rolf zu sprechen kam, finde ich auch nicht übel, allerdings neigt sie - bei aller Akuratesse und Individualität ihres Vortrags - zum Tifteligen, zum Buchstabieren. Mehr fehlt da manchmal die Generösität, der lange, alles verbindende Atem. Irgendwie ist sie eine klavierspielende "Miss charming"...

LG!
Daniel

P.S.: Wurde hier schon Walter Klien, ein anderer bedeutender Wiener, angesprochen? Wirklich nicht übel, forsche Tempi gelegentlich fast von Gouldscher Explosivität. Ist auf 2 Vox-Boxen erschienen.
Rachmaninov (02.03.2007, 12:37):
Original von Amadé
Ronald Brautigam BIS auf Hammerflügel
Gruß Bernd


@Bernd,

mir kam wegen der Beethoven Sonaten wieder in den Sinn, daß die Brautogham Mozart Sonaten sehr ositiv in verschiedenen Zeitungen besprochen wurden.

Kennst Du die Gesamteinspielung?
thwinter12 (03.01.2009, 10:51):
Hallo allen,

nachdem Richard mein Posting übersehen haben dürfte :haha :wink, wollte ich meine Frage mal allgemein in die Runde "werfen":
Original von thwinter12 "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? (01.01.2009)
Original von Rachmaninov
@Thomas,

ich finde die Aufnahme von Fr. Kraus sehr gut! Schon gehört?
Hallo Richard,

nein - leider noch nicht! Ich möchte mir zukünftig (also nachdem ich Schiff und Uchida ausgiebigst gehört habe) schon noch einige Aufnahmen zulegen, aber zunächst mal nichts mehr am "modernen Flügel" - in der engeren Wahl sind bei mir somit:

-) Brautigam (BIS)
-) Rampe (MDG)

Vor allem Rampe würde mich interessieren, da er ja Mozart wirklich wirklich komplett einspielen möchte, allerdings wird bei MDG nie und nimmer eine Box erscheinen und die Einzelaufnahmen zusammenzukaufen - bei dem Preis - das muss ich mir noch gut überlegen. :( Da werde ich wahrscheinlich zunächst Brautigam vorziehen... (dessen Haydn-Box auch dieses Jahr fällig sein wird :cool)

Besitzt Du von diesen Aufnahmen eine und/oder könntest eine Empfehlung abgeben? ?(

Servas,
Thomas
Brautigam wurde ja hier im Thread bereits kurz von Amadé angeschnitten.


Aber was kann man von Rampe halten? Hat jemand von Euch einzelne oder alle bis dato erschienenen Aufnahmen auf MDG? Meinung dazu? (Bis dato dürfte er ja bei Vol. 8 angelangt sein)


Brautigam oder Rampe? ?( Oder vielleicht sogar Brautigam und Rampe? ?(

Servas, :thanks
Thomas
Amadé (03.01.2009, 15:44):
Hallo thwinter12,

ich würde naürlich für beide plädieren, besitze jedoch nur Brautigam komplett zusammen mit den Variationen. Rampe bei MDG ist mir im Augenblick zu teuer, außerdem ist in meinem Klassik-Prisma für die nahe Zukunft keine Mozart-Sonate vorgesehen und ich habe noch zig Einzelaufnahmen.
Wenn es aber eine Gesamtaufnahme mit Hammerclavier, Clavicord oder Cembalo sein soll, darf man eine andere, nicht so bekannte Gesamtaufnahme bei dem Label Atma mit dem kanadischen Spieler Ludwig Sermerjian nicht vergessen, er benutzt Instrumente aus der Mozart-Zeit aus der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. BR4 sendet ab und zu eine Sonate aus dieser Serie. Hier einige Cover:

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0815460000039.jpg http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0815460000022.jpg http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0722056224925.jpg

Gruß Amadé
Rachmaninov (04.01.2009, 15:54):
Original von thwinter12
Hallo allen,

nach einer etwas "schweren" Nacht mit der Franck-Symphonie beginnt mein Sonntag "locker und leicht" mit Mozart:

"K6.284b/K1.309: Sonate für Klavier 07 (1777)"
"K6.284c/K1.311: Sonate für Klavier 08 (1777)"

aus diesen Boxen:


Wolfgang Amadeus Mozart
"The Piano Sonatas"
András Schiff 1980
Decca 1995


Wolfgang Amadeus Mozart
"The Piano Sonatas"
Mitsuko Uchida 1983-87
Philips 2001
Wünsche Euch einen erholsamen Sonntag und Servas, :hello
Thomas

Zwei recht unterscheidliche Pianisten.

Hört man das bei Mozart raus?
satie (04.01.2009, 17:30):
@Thomas:
Was ist denn mit Andreas Staier? Die Sonaten, die ich von ihm eingespielt besitze, halte ich für absolut toll. Er, wie auch Rampe, nutzen die Wiederholungen, um mehr oder weniger stark zu improvisieren oder zu verzieren. Mir scheint das der einzig sinnvolle Umgang mit diesen Notentexten zu sein, außerdem ist ja diese Art des Spiels von Mozart selbst in Briefen etc. überliefert.
Die Aufnahmen mit Rampe, die ich habe, gefallen mir fast genau so gut wie die von Staier (außerdem hat er bei mir immer einige Sympathiepunkte, weil ich ihn vor Jahren in einem Interpretationskurs direkt vor mir hatte), allerdings gibt es mitunter bei ihm etwas gewollte Änderungen, so beispielsweise in der c-moll-Sonate Änderungen von Haltebögen zugunsten Rampe'scher Seufzer-Figuren (die soweit mir bekannt in keiner Quelle zu finden sind). Dass er das von Anfang an macht, und nicht nur bei den Wiederholungen ist mir etwas suspekt, wenngleich es auch musikalisch trotzdem überzeugend bleibt.

Brautigam kenne ich noch nicht mit Mozart, leider.

Herzlich,
S A T I E
satie (04.01.2009, 17:38):
Original von Amadé

Wenn es aber eine Gesamtaufnahme mit Hammerclavier, Clavicord oder Cembalo sein soll, darf man eine andere, nicht so bekannte Gesamtaufnahme bei dem Label Atma mit dem kanadischen Spieler Ludwig Sermerjian nicht vergessen, er benutzt Instrumente aus der Mozart-Zeit aus der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. BR4 sendet ab und zu eine Sonate aus dieser Serie. Hier einige Cover:

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0815460000039.jpg http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0815460000022.jpg http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0722056224925.jpg

Gruß Amadé

Lieber Amadé,
danke für den Tipp!
Ich gebe allerdings folgendes zu bedenken: in aller Regel dürften Einspielungen auf Originalinstrumenten, wenn es sich um Tasteninstrumente handelt, gegenüber solchen auf Nachbauten deutlich schlechter abschneiden und auch eher ein verfälschtes Bild zeichnen. Warum? Weil Tasteninstrumente mit der Zeit deutlich leiden (Orgeln nicht unbedingt so sehr, bzw. sind sie eventuell besser zu restaurieren). Ein Instrument aus der Mozart-Zeit müsste man entweder dermaßen renovieren, dass am Ende kaum mehr ein Originalteil übrig bleibt, oder man muss dann damit leben, dass man im Grunde eine klangliche Verfälschung vor sich hat, vergleichbar mit dem Anhören einer alten Schallplattenaufnahme. Die Akustischen Gegebenheiten stimmen einfach nicht mehr, die gesamte Mechanik ist entweder ausgeleiert oder aber eingestaubt. Da reicht der Ersatz von Saiten beispielsweise nicht mehr aus, um dem ursprünglichen Klang nahe zu kommen.
Damit will ich nicht sagen, dass man nicht auch mit den Originalinstrumenten interessante Aufnahmen machen kann, aber wenn man dem Originalklang möglichst nahe kommen will, muss man Nachbauten nehmen, die heute so frisch gebaut sind, wie sie es damals bei Mozart waren. Der klangliche Unterschied kann bei Hammerklavieren eben einfach ganz enorm sein.
Ich erwähne das nur, weil es viel zu oft vergessen wird. Außer den Streichinstrumenten gibt es fast keine, die nicht mit der Zeit stark in Mitleidenschaft gezogen würde und eher durch nachgebaute ersetzt werden müssen. Eventuell sind bei Blechblasinstrumenten Originale ebenfalls noch brauchbar. So genau kenne ich mich da nicht aus.

Herzlich,
S A T I E
Amadé (04.01.2009, 17:50):
Lieber Satie,

es ist vollkommen richtig, was Du schreibst bezgl. der noch erhaltenen Instrumente mehr als 200 Jahre zurück. Ich möchte auch nicht auf darauf spielen müssen, so reizvoll es für ein Haydn- oder Mozart-Stück wäre. Ich habe die Aufnahmen mit Instrumenten aus der Sammlung des german. Nationalmuseums nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
Die meisten der heute benutzten Tasteninstrumente sind, wie Du schon schreibst, Nachbauten. Ronald Brautigam z.B. spielt solche. Ich persönlich spiele lieber Haydn und Mozart auf einem modernen Instrument, sogar Bach. :ignore

Herzlichst
Amadé
kreisler (16.03.2009, 07:47):
Wer kennt die GA von Barenboim bei EMI?

Ich glaube sie wurde hier noch gar nicht erwähnt. Sowieso scheinen mir seine Aufnahmen (auch die der Beethoven-Sonaten) im allgemeine wenig berücksichtigt. Warum ist das so?

Naja, ich frage jedenfalls nach den Mozat-Sonaten, weil ich schon länger mal nach einer GA suche, und asl ich BArenboim gehört habe, habe ich mir gedacht: Das ist genau der Mozart den ich suche. MIt viel musikalischem Gefühl, anstatt als "Glasperlen" gespielt. Ich empfand den Mozart einfach als leicht und doch mit Ausdruck; etwas "romantisch" aber dennoch exakt.

Doch wer kann mir die Schwächen (wenn welche vorhanden :D) dieser Aufnahme sagen.
Wirklich teuer ist sie ja auch nicht, und er spielt noch dazu die weiteren Klavierwerke in der "verzierten" Emi-Box, die mich auch sehr reizen würden...

Vielen Dank,
Kreisler
kreisler (19.03.2009, 21:53):
Weil niemand geantwortet hat ( :hello jemand da?) iwollte ich jetzt nochmal nachfragen, weil ich über einen Kauf nachdenke. Es handelt sich um diese Box:

http://208.131.143.232/i/9/3/8/0/4/2.jpg

Barenboim scheint tatsächlich wenig bekannt zu sein, was seine Klavier-Aufnahmen angeht. Ich verstehe das nicht ganz meiner Meinung nach ist auch sein Beethoven-Zyklus wirklich beachtenswert!

Mir hat sein Mozart beim reinhören sehr gut gefallen. Ihr werdet sicher sagen: Es gibt eine Reihe witerer ,wenn nicht besserer, Mozartinterpreten für die Sonaten, wie sie hier schon benannt wurden: Uchida, Pires, oder Gieseking, Haskil, Krauss, Schiff etc.

Ich habe allerdings mit einigen ein Problem, in der Hinsicht, dass sie mir (z.B. Uchida) etwas zu sehr "mozartisch" spielen, und sie sich für mich zu sehr "aus der Interpretation heraushalten", soll heißen, zu kalt spielen. Manchmal hab ich das Gefühl, dass tut dem Mozart vielleicht doch nicht so gut.
Außerdem mag ich auch ganz gerne einigermaßen romantische Mozartinterpretationen, wie die von Barenboim wohl eine ist.

Jedenfalls frag ich einfach noch mal: kennt sie irgendwer und kann sie mir jemand empehlen, bzw. etwas kritisieren?

Danke,
Kreisler
daniel5993 (19.03.2009, 22:47):
Abend kreisler,

Barenboims Aufnahmen der Klavierkonzerte Mozarts bei EMI haben mich nicht sonderlich umgehauen, dewegen von meiner Seite eine sehr enthaltsame Beschäftigung mit Ihm, zumal er als Dirigent auch nicht mein Liebling ist.
Für "Sternstunden" der Klassik mit Barenboim halte ich seine Zusammenarbeit mit Otto Klemperer, mit den 5 Klavierkonzerten Beethovens, wirklich große und größte Klasse :down :down :down!

Seine Aufnahmen der Klaviersonaten Mozarts kenne auch ich nicht. Ich bin jedoch schon mit erstklassigen Aufnahmen eingedeckt. Allen voran Alfred Brendel, der nahezu komplett, 2x die Klaviersonaten im Studio aufgenommen hat. Ebenfalls gern gehört ist Arrau bei Mozart, dieser hat auch etliche dieser Klaviersonaten und Fantasien aufgenommen. Dann folgen teils teils, Haskil, Gilels, Fischer. Ja, besonders Fischer gefällt mir von denen gut.

Fast der komplette Zyklus der Klaviersonaten mit Pires und Giseking stehen noch ungeöffnet in meinem Regal und warten auf ihre Stunde. Wenn ich Gelegenheit finde, äußere ich mich dazu noch.

Grüße
Daniel
Gamaheh (19.03.2009, 23:24):
Lieber Kreisler,

Du hast recht, von Barenboim ist hier nicht viel die Rede - erstaunlich eigentlich. Ich schätze ihn außerordentlich (vor allem als Pianisten, und bin erfreut, daß er wieder mehr Klavier spielt), und das habe ich hier auch gelegentlich schon eingeflochten. Seine Aufnahme der Mozart-Sonaten habe ich nur unvollständig und lange nicht gehört, da auf Kassette. Vielleicht komme ich dazu, aber es ist ein bißchen umständlich. Ich habe sie zumindest in guter Erinnerung, aber mehr kann ich dazu gerade nicht sagen - tut mir leid.

Sehr schön finde ich die "Gulda-Tapes", das sind diese privat in irgend einer Stube entstandenen Aufnahmen, die jahrelang in irgend einem Keller geschmachtet haben - die sind einfach wunderbar! (Aber - glaube ich - auch nicht ganz vollständig.)

Grüße,
Gamaheh
Cetay (inaktiv) (20.03.2009, 07:25):
Original von kreisler

Barenboim scheint tatsächlich wenig bekannt zu sein, was seine Klavier-Aufnahmen angeht. Ich verstehe das nicht ganz meiner Meinung nach ist auch sein Beethoven-Zyklus wirklich beachtenswert!



Ich bin zwar da :hello kann aber zu der Mozart-GA von Barenboim leider nichts sagen. Seinen Beethoven finde ich nicht ganz unbeachtenswert, aber er hat mich nicht so vom Hocker gerissen, dass ich nun unbedingt auch den Mozart hören müsste.
kreisler (20.03.2009, 07:35):
Ich mag seinen Beethoven sehr gern, deshalb frage ich auch nach dem Mozart.
Irgendwie gefällt mir sein Ansatz. Aber das mit dem Mozart muss ich mir nochmal überlegen...

:hello kreisler
Jürgen (20.03.2009, 08:07):
Ich dachte erst, ich hätte diese Aufnahme.
Nach längerem Draufrumdenken fiel mir aber ein, dass es die KKs mit und unter Barenboim (auch EMI) sind, die bei mir im Regal stehen.

An Gesamtaufnahmen der Klaviersonaten habe ich nur Clara Würtz aus der Brilliant Megabox. Für meine Zwecke reicht diese Aufnahme voll aus, da ich von den Sonaten (wie auch von Mozart i.A) nur ein paar Gassenhauer sehr gerne höre. Diese sind natürlich super, machen aber im schnitt nur etwa 5% aus.

Beim Kauf dieser GA würde ich an deiner Stelle noch etwas Geduld haben. Die erscheint bestimmt in einigen Jahren bei Brilliant für nen
http://www.appel-un-ei.de/0c1a30bd40f2ae6ee3f3528bc6d5b0b6_ApelEi-pfad.jpg.

Grüße
Jürgen
Heike (20.03.2009, 09:15):
Ich schätze Barenboim auch sehr (diese CD kenne ich allerdings nicht). Vielleicht ist er nicht der ganz große Virtuose am Klavier, aber ich finde ihn ungemein musikalisch, sein Spiel ist sehr intuitiv ausdrucksvoll. Und v.a. immer, wenn ich ihn live gehört habe, hat er mich sehr begeistert - weil er die Stimmung ganz genau traf.
Heike
Amadé (20.03.2009, 17:18):
Hallo Thwinter12,

aus Zeitgründen kann ich Dir hier nur ganz kurz einen Hinweis auf meine Homepage geben, dort habe ich 3 Klavierwerke mit Barenboim wertend eingeordnet. Bitte unten klicken.
Gruß Amadé
kreisler (20.03.2009, 19:26):
Original von Gamaheh
Sehr schön finde ich die "Gulda-Tapes", das sind diese privat in irgend einer Stube entstandenen Aufnahmen, die jahrelang in irgend einem Keller geschmachtet haben - die sind einfach wunderbar! (Aber - glaube ich - auch nicht ganz vollständig.)

Grüße,
Gamaheh

Ja Guldas "Tapes I & II" sind wirklich sehr schn, meine Mutter hatte sie sich gekauft, als sie herauskamen.

Allerdings, wie du schreibst, nicht ganz vollständig, und außerdem hätte ich persönlich auch gerne mal eine etwas in Richtung "romantische" Gesamtaufnahme.
Warum umbedingt GA?
Ganz einfach. Weil ich Mozart-Fan bin, und noch dazu sehr gerne Jugendwerke oder so genannte "unbedeutendere Werke" von großen Komponisten höre.
Und noch dazu hat man einen Überblick und das bedeutend günstiger als mit Einzelcd´s von verschiedenen Pianisten (die dann aber sicher auf die GA folgen werden :D)

Ich mag Barenboim sehr, auch wenn er hier wohl eher dem (Interpretations-)Mittelfeld einzuordnen ist; aber wie Jürgen geraten hat, wart ich doch wohl noch ein bissl bis ich mir eine GA kaufe...

kreisler
Pollux (20.03.2009, 21:21):
Ich höre die Mozartsonaten eher selten. Dessen ungeachtet ist mir beim Lesen dieses Threads mit einiger Überraschung aufgefallen, dass ich tatsächlich Stücker drei Gesamtaufnahmen hier herumstehen habe, wovon eine gar noch jungfräulich des ersten Anhörens harrt. ?(
Diverse Einzelaufnahmen der üblichen Verdächtigen Uchida, Brendel, Pires und Horowitz kommen auch noch dazu.

Die bislang von mir verschmähte GA könnte sich möglicherweise als die beste herausstellen: die Rede ist vom Pires-Zyklus aus den 70er Jahren. Ich habe einzelne Sonaten aus dem späteren Zyklus bei DG von ihr gehört, die mir gut gefallen haben.

Die zweite GA in meiner Sammlung steuert Klara Würtz bei. Die Aufnahmen sind Bestandteil einer 40CD-Box von Brilliant Classics. Habe ich auch schon länger nicht mehr gehört. Habe ich als "zum Kennenlernen okay" im Gedächtnis behalten. Müsste ich aber nochmals hören, um der guten Klara Würtz nicht Unrecht zu tun.

Die dritte GA schließlich hat ein gewisser kanadischer Klavierexzentriker eingespielt, um mal zu gucken wie Mozart klingt, wenn er ihn wie "seinen" Bach spielt. Erstaunlich, wie spritzig, raffiniert und gute Laune versprühend diese Sonaten unter der Stakkatofuchtel des mutmaßlichen Mozartverächters Glenn Gould gelungen sind. Mir macht's Spaß, ist aber sicher Geschmachsache. Selbst diejenigen Mozartliebhaber unter euch, die dem Gouldschen Zugriff so gar nichts abgewinnen können, sollten sich dieses Erlebnis wenigstens ein Mal gönnen (eine gut sortierte Stadtbibliothek bewahrt vor sinnlosen Ausgaben). Nach dieser "Entschlackungskur" erklingen nämlich die Mozart-Aufnahmen eurer Lieblingsinterpreten garantiert in ganz neuem Glanz, schöner und strahlender als je zuvor. :D
kreisler (20.03.2009, 21:57):
Original von Pollux
Die dritte GA schließlich hat ein gewisser kanadischer Klavierexzentriker eingespielt, um mal zu gucken wie Mozart klingt, wenn er ihn wie "seinen" Bach spielt. Erstaunlich, wie spritzig, raffiniert und gute Laune versprühend diese Sonaten unter der Stakkatofuchtel des mutmaßlichen Mozartverächters Glenn Gould gelungen sind. Mir macht's Spaß, ist aber sicher Geschmachsache. Selbst diejenigen Mozartliebhaber unter euch, die dem Gouldschen Zugriff so gar nichts abgewinnen können, sollten sich dieses Erlebnis wenigstens ein Mal gönnen (eine gut sortierte Stadtbibliothek bewahrt vor sinnlosen Ausgaben). Nach dieser "Entschlackungskur" erklingen nämlich die Mozart-Aufnahmen eurer Lieblingsinterpreten garantiert in ganz neuem Glanz, schöner und strahlender als je zuvor. :D

Oh, das mit der Stadtbibliothek trifft bei mir ganz zu, genauso hab ich es mal gemacht.

Na, jedenfalls war ich gehörig entsetzt wie sich selbst Gould sowas herausnehmen kann: Einen so völlig danebenen Mozartzyklus! Das hat einfach nichts mehr mit Interpretation und noch viel weniger mit Mozart zu tun. Er wollte wohl diese Reaktion der Hörer provozieren, aber irgendwann hört halt mein Verständnis für Exzentrik, oder was das sein soll, auf.
Vielleicht macht es ihm ja Spaß, aber er glaubt doch nicht wirklich, dass man ihn damit ernst nehmen soll?

Naja, wahrscheinlich war im das sowieso egal. Wahrscheinlich wollte er sich nur mit den "eingestaubten Mozart-Hörern" einen kleinen Spaß erlauben und ihnen zeigen, wie greußlich Mozart klingt, wenn er "richtig" gespielt wird.
Obwohl er wohl wiederum darauf gar nicht Anspruch erheben würde. Ich nehme an, er wurde einfach mal wieder von seinem "Rebellier-Wahn" gegen alte Konventionen gepackt.

Irgendwie finde ich es aber letztendlich selber auch wieder ganz lustig: du hast recht, beim ersten reinhören in die a-moll Sonate hab ich auch gelacht. :D

Tut mir leid, für die harten Worte gegen den kanadischen Klavier-Exzentriker, da ich ihm wohl manchmal auch unrecht tue, aber ich musste einfach mal sagen, was ich davon halte :ignore

lg kreisler
Gamaheh (20.03.2009, 22:35):
Original von kreisler
Original von Pollux
Erstaunlich, wie spritzig, raffiniert und gute Laune versprühend diese Sonaten unter der Stakkatofuchtel des mutmaßlichen Mozartverächters Glenn Gould gelungen sind. Mir macht's Spaß, ist aber sicher Geschmachsache. :D

Na, jedenfalls war ich gehörig entsetzt wie sich selbst Gould sowas herausnehmen kann: Einen so völlig danebenen Mozartzyklus! Das hat einfach nichts mehr mit Interpretation und noch viel weniger mit Mozart zu tun. Er wollte wohl diese Reaktion der Hörer provozieren, aber irgendwann hört halt mein Verständnis für Exzentrik, oder was das sein soll, auf.
Vielleicht macht es ihm ja Spaß, aber er glaubt doch nicht wirklich, dass man ihn damit ernst nehmen soll?

Naja, wahrscheinlich war im das sowieso egal. Wahrscheinlich wollte er sich nur mit den "eingestaubten Mozart-Hörern" einen kleinen Spaß erlauben und ihnen zeigen, wie greußlich Mozart klingt, wenn er "richtig" gespielt wird.

Das ist auch wieder lustig! Ich bin da gerade Mal Polluxens Meinung und im übrigen denke ich schon, daß man durchaus mal etwas ganz anders machen kann, um es in neuem Licht und neuer Frische erscheinen zu lassen - es gibt doch zuviele belanglose und völlig verstaubte Mozart-Einspielungen. Ich wußte gar nicht, daß er sie alle eingespielt hat; da kann man sich allerdings fragen, ob es gleich eine Gesamtaufnahme sein mußte.

Daß Gould der Meinung war, daß er allein Mozart "richtig" gespielt hat, kann ich mir nicht vorstellen - dazu war er sicherlich viel zu intelligent. Überhaupt halte ich es für schwierig zu sagen, was er sich bei diesem oder jenem gedacht hat - sicher hat er es nicht immer gesagt und auch im Laufe seines Lebens seine Meinung geändert.

Interessant ist hier für mich auch wieder einmal, daß die Musiker unter uns Goulds Mozart-Interpretationen abscheulich finden (Satie hatte dazu auch schon harte Worte gefunden, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt), während wir Laien da (wahrscheinlich aus eklatanter Ignoranz) doch offener zu sein scheinen.

Grüße,
Gamaheh

P.S.: Auch ich würde die Pires-Gesamtaufnahme wärmstens empfehlen (die wird hier auch nicht oft genannt).
kreisler (20.03.2009, 23:30):
Original von Gamaheh

Das ist auch wieder lustig! Ich bin da gerade Mal Polluxens Meinung und im übrigen denke ich schon, daß man durchaus mal etwas ganz anders machen kann, um es in neuem Licht und neuer Frische erscheinen zu lassen - es gibt doch zuviele belanglose und völlig verstaubte Mozart-Einspielungen.

Natürlich muss man auch mal etwas anders machen, das ist ganz klar. Allerdings finde ich, dass hier kaum von "neuem Licht und neuer Frische" gesprochen werden kann. Vielleicht mag es für euch sein Spiel ja sogar frisch klingen. Vielleicht besticht die 1. Sonate (C-Dur, KV 279) ja noch durch vollkommene Unabhängigkeit der Hände und unglaubliche Motorik (die ich übrigens - ganz nebenbei - bei Mozart nicht besonders mag), jedoch empfinde ich die oben genannte A-moll Sonate (KV 310) einfach als falsch gespielt. Und das ist sie auch! Das Tempo ist mehr als unmusikalisch. Halt ungefähr so, wie wenn man am CD-Player vorspult. Das kann ich auch ohne Gould...
Er versucht gar nicht erst irgendwelche Melodien herauszuheben, nein, alles gefälligst gleich laut und durchgehämmert! Warum auch unwichtige Melodiebögen hervorheben?
Und bei "alla-turca" hat sich wohl verlesen. Allegretto steht da nicht Largo.
(Hier muss ich aber erwähnen, dass dieses sehr langsame alla-turca auch etwas für sich hat, und bei ersten genaueren hören sogar recht spannend ist. Jedoch wird es ziemlich schnell ziemlich langweilig. Sowas zieht halt nur einmal, am Anfang...).

Also was ich sagen will: Es gibt weit aus bessere Methoden, etwas neues in die Musik zu bringen, als alles einfach vollkommen anders zu spielen, nur damit sich da "neue Horizonte" eröffnen. Ich bezweifle halt sowohl Sinn, als auch Rechtfertigung solcher neuen Ansätze. Eins hat Gould erreicht: Seine Aufnahme wird nicht als belanglos (wie viele andere - zugegeben wirklich etwas langweilig geratene Mozarteinspielungen) sondern über sie wird diskutiert :D

Ich wußte gar nicht, daß er sie alle eingespielt hat; da kann man sich allerdings fragen, ob es gleich eine Gesamtaufnahme sein mußte.

Ich muss sagen, dass macht mich auch etwas stutzig. Vielleicht mochte er letztendlich in Wirklichkeit diese Musik doch ganz gerne? Aber dann könnte ich mir beim besten willen nicht die Provokation der Aufnahmen erklären.

Das Gould der Meinung war, daß er allein Mozart "richtig" gespielt hat, kann ich mir nicht vorstellen - dazu war er sicherlich viel zu intelligent.

Eben, deshalb bin ich mir auch ziemlich sicher, dass die Aufnahme ganz absichtlich so geworden ist.
Und nicht, dass Gould so ein eigenartiges Mozart-Verständnis hatte.

Außerdem hab ich gerade eine gar nicht so uninteressante Kunden-Rezension bei Amazon über diese GA gelesen. Der Schreiber meint, dass sich Gould nicht "in den Dienst des Werkes" stellt, sondern vielmehr nur seine eigene Persönlichkeit im Spiel darstellt. In gewisser Hinsicht (wenn auch nicht so drastisch) hat er auch recht damit. Dass das bei Mozart nicht klappt ist klar.

Also: Eine wirklich alberne Aufnahme, die mir aber trotzdem zu denken gibt, in wie weit man Neues in einer Komposition entdecken kann. Ich finde aber, dass man dafür die Musik von Mozart einigermaßen verstehen sollte, und da weiß ich bei Gould nicht so recht...

Und wenn sich Satie schon über die Einspielung - sicher viel treffender - ausgelassen hat, dann hab ich wohl jetzt ein bisschen zu viel über Gould geschrieben...

Viele Grüße,
Kreisler

P.S.: Auch ich würde die Pires-Gesamtaufnahme wärmstens empfehlen (die wird hier auch nicht oft genannt).

Darf ich Fragen: Die bei Brilliant oder bei DGG? Besonders die erste ist - wegen des Preises - sicher eine Überlegung wert...
Gamaheh (21.03.2009, 00:04):
Original von kreisler
Darf ich Fragen: Die bei Brilliant oder bei DGG? Besonders die erste ist - wegen des Preises - sicher eine Überlegung wert...

Ich meinte die bei Brilliant erschienene - ist schon ein bißchen alt, 1974 in Japan aufgenommen. Die andere kenne ich nur auszugsweise, ist mir auch zu teuer (obwohl sie - wenn ich mich nicht irre - in der Aula meiner alten Schule aufgenommen wurde).

Grüße,
Gamaheh
thwinter12 (16.08.2009, 11:07):
Original von thwinter12 aus "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ?" (heute)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
"Sonates (Vol. 2): K281, K545 & K310"
Ludwig Sémerjian, Hammerflügel 2002
Atma Classique 2003

Mit dieser Einspielung komme ich auf einen Tipp zurück, den mir Amadé zu Beginn dieses Jahres gab...

Original von Amadé (03.01.2009)
Wenn es aber eine Gesamtaufnahme mit Hammerclavier, Clavicord oder Cembalo sein soll, darf man eine andere, nicht so bekannte Gesamtaufnahme bei dem Label Atma mit dem kanadischen Spieler Ludwig Sermerjian nicht vergessen, er benutzt Instrumente aus der Mozart-Zeit aus der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. BR4 sendet ab und zu eine Sonate aus dieser Serie.
...und ich bin schwer begeistert! Bei Sémerjian musste ich sogar einige Male aufstehen und mittanzen! Mozart's Sonaten auf dem Hammerflügel gespielt, reißen einem richtig vom Hocker.

Weitere Volumes werden folgen - obwohl die Diskographie bei Sémerjian's Gesamtaufnahme ewas verwirrend zu sein scheint:

-) 5 Folgen erschienen beim Label "Atma Classique" (die Serie war damit noch nicht abgeschlossen!) und dann letztes Jahr
-) 3 weitere Folgen - aber nun bei "World of Sound - Monde Sonore"??? (mir liegt hier eine Folge vor - von Atma Classique nichts mehr zu lesen!)

Viellicht kann jemand Licht in die Angelegenheit bringen!? Hat sich Sémerjian vor Abschluß der Gesamtaufnahme von Atma Classique etwa getrennt?

Servas,
Thomas
Guenther (12.08.2017, 18:09):
Der niederländische Pianist Ronald Brautigam gilt als Experte von OPI-Aufnahmen im Bereich der Wiener Klassik.

http://www.ronaldbrautigam.com/

Nach und nach erschienen und erscheinen Aufnahmen von Haydn, Mozart und Beethoven auf Hammerflügel-Nachbauten. Es handelt sich dabei um Nachbauten von Stein (ca. 1788), Walter (ca. 1792 und 1805), Graf (ca. 1819) und Pleyel (ca. 1830) aus der Werkstatt von Paul McNulty.

http://www.fortepiano.eu/de/

Seit einiger Zeit interessieren mich ganz besonders OPI-Aufnahmen von Klavier-Solo-Stücken, und so bestellte ich vor kurzem die Gesamtaufnahme von Mozarts Klaviersonaten incl. der Gesamtaufnahme der Variationen, die auch sonstige Einzelstücke enthält, die man sonst nur relativ selten zu hören bekommt.

https://www.amazon.de/S%C3%A4mtliche-Werke-F%C3%BCr-Klavier-solo/dp/B000F902TU/ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1502537977&sr=8-7&keywords=brautigam+ronald

Für diese Aufnahme benutzte Brautigam den "Walter"-Nachbau, was dem Instrument, das Mozart in Wien von Anton Walter vor 1785 erwarb und bis zu seinem Tod nutzte, entspricht. Das Original wurde 1856 von Carl Thomas Mozart an das Mozarteum in Salzburg übergeben, wo es bis heute zu besichtigen ist.

http://www.mozarteum.at/museen/mozart-instrumente.html

Der Klang des Hammerflügels ist erstaunlich transparent und erinnert an modernere Klaviere, zumindest in Diskant und Mittellage. In den Tiefen verliert er zuweilen diese Transparenz, und die Töne verschwimmen an manchen Stellen ein wenig, besonders wenn "forte" gespielt wird. Dies ist mir z.B. im Presto der Sonate No. 9 aufgefallen, aber auch z.B. in dem "Modulierenden Präludium" (ohne KV).

Auch erscheint mir an einigen Stellen die Balance zwischen Diskant und Baß nicht ausgewogen, letzterer ist manchmal kaum zu hören und zu verfolgen, z.B. an einigen Stellen der Variationen von KV331.
Allerdings ist dies ein "Jammern auf hohem Niveau", wie man so schön sagt.

Brautigam spielt die Werke in gewohnt bravouröser virtuoser Weise, insbesondere gefallen mir die Verzierungen, die fast immer zurückhaltend sind, aber an den "richtigen" Stellen "Dampf" machen, z.B. im Presto von KV280.

Die Tempi in den schnellen Sätzen sind virtuos, jedoch Gott sei Dank nicht zu schnell, so daß das Instrument noch seine schöne Transparenz zeigen kann. Insbesondere hat mir die Behutsamkeit bei dem Rondo "alla turca" von KV331 gefallen. Hierdurch bekommen die Arpeggien des Teil 2 in der linken Hand noch ihre Berechtigung, ohne als Klangbrei zur reinen Begleitung zu mutieren.

Die langsamen Sätze sind z.T. erfrischend schnell, rubati sind behutsam eingesetzt. Brautigam vermeidet damit eine "Romantisierung" bzw. Manieriertheit der mozartschen Musik, ohne daß sie dadurch trocken oder langweilig klingt. Ganz besonders auch das nicht zu langsame "Adagio" in dem Fantasie-Fragment in d-Moll (KV397).

Die Wiederholungen werden an manchen Stellen mit kleinen Varianten gespielt, was dem Usus der Zeit entspricht.

Ich habe diese Aufnahme sehr genossen und kann sie jedem Klavier-Solo-Liebhaber nur warm an Herz legen.
Abendroth (13.08.2017, 21:15):
Wenn man Mozart auf Hammerflügel hören will, dann muss man sicher auch den Aufnahmen von Bezuidenhout Beachtung schenken, von denen es wohl bald eine Gesamtaufnahme geben wird. Die Bemerkung richtet sich aber nicht gegen Bräutigam, dessen Aufnahme ich nicht kenne.