Was digitale Musik im Gehirn macht ...

Heike (06.10.2013, 19:01):
LESEN!

Ein sehr interessanter Artikel auf WELT online:
Warum uns komprimierter Digitalklang so nervt

Zitat:
"Auch wenn die Versuchspersonen subjektiv keinen Unterschied zwischen dem ursprünglichen und dem gestörten Signal ausmachen konnten: Das Gehirn war trotzdem unterschiedlich aktiv. .... Die Effekte lassen sich direkt im Hirn beobachten: Bei schlechtem Ton sind nicht nur wie beim Hören üblich die auditorischen Areale rechts und links aktiv, sondern auch fast alle zentralen Bereiche."

DAS finde ich mal ne wirklich bahnbrechende Erkenntnis! Auch wenn uns also Tonqualität subjektiv gar nicht so unterschiedlich erscheint, IST sie aber unterschiedlich und wird auch völlig anders verarbeitet: Wir "rechnen" sie uns nur wieder richtig zurecht. Endlich mal ein gut belegtes und nachvollziehbares Argument gegen Niedrigbit- MP3, auch wenn sie in Vergleichs-Hörtests hier und da noch so gut abschneiden mögen.
abendroth (06.10.2013, 20:47):
So richtig überzeugen, kann mich der Artikel nicht. Man sollte doch nicht offensichtlich gestörte Signale, etwa durch starkes Hintergrundrauschen, mit völlig rauschfreien komprimierten mp-3 Dateien gleichsetzen. Einerseits wird so getan, als ob das Fehlen subjektiv nicht wahrnehmbarer Frequenzen bei mp3 das Gehirn besonders beansprucht, andererseits wird auch behauptet, das Gehirn sei normal beansprucht, wenn der Hörer gar nichts anderes kennt als komprimierte Formate. Natürlich ist es ermüdend, wenn man zwischen Hintergrundlärm/rauschen und Musik oder Stimme unterscheiden muss. Mich ermüden Gespräche vor einer Geräuschkulisse auch sehr stark. Aber das dies mit dem Fehlen von Frequenzen bei mp3 gleichgesetzt wird und beide Situationen über einen Kamm geschert werden (zumindest im Zeitungsartikel) kann mich nicht überzeugen. Ich jedenfalls bin ein recht zufriedener mp3 Klassikhörer. Zwar bin ich manchmal müde, aber ob das an mp3 liegt? Jedenfalls nehme ich meinen mp3 Spieler immer auf lange Autofahrten mit um Müdigkeit zu vermeiden.
freundliche Grüsse
abendroth
Heike (06.10.2013, 22:06):
Die interessanteste Info für mich war: Auch wenn dem Hörer der Unterschied in der Tonqualität nicht BEWUSST war, er also keinen Unterschied hörte, auch dann gab es stark höhere Gehirnaktivitäten. Sicher ist da noch ne Menge Forschung nötig, aber diese Erkenntnis finde ich als solche so logisch und daher so überzeugend, dass mir da sofort diverse mögliche Folgerungen dazu einfallen.

Kleiner Spaß am Rande: Ich weiß jetzt jedenfalls, warum mich live-Musik mit Abstand am besten fit macht :))