Cetay (inaktiv) (02.01.2018, 14:59): Ich bin wohl der erste, dessen Silvester-Kater soweit überwunden ist, dass Musik keine Kopfschmerzen mehr bereitet. Es sollte allerdings nichts allzu heftiges sein:
Johann Sebastian Bach; Goldberg-Variationen, BWV 988 Pierre Hantai (Cembalo, AD: 1993)
Nicolas_Aine (02.01.2018, 16:00):
R. Strauss: Violinsonate Es - Dur Op. 13 Itzhak Perlman & Emmanuel Ax
Perlman sagte vor wenigen Jahren einmal, er sei kein besserer Geiger geworden, seit er 20 war, aber ein besserer Musiker. Fantastische Aufnahme!!!
EinTon (02.01.2018, 17:52): Mein dritter Poppe:
"Speicher" und "Salz" haben mir aber beide besser gefallen (möglicherweise liegen mir bei Poppe eher die kleineren Besetzungen), zudem ist der Sound der Aufnahme etwas dumpf.
"Speicher" und "Salz" haben mir aber beide besser gefallen (möglicherweise liegen mir bei Poppe eher die kleineren Besetzungen) Das geht mir bei Neutönern fast immer so und bei allen anderen eigentlich auch. Gib einem Komponisten ein großes Orchester und er wird Krach damit machen... Speicher ist eine großartige Komposition, aber noch mehr beeindruckt mich Interzone, trotz der größeren Besetzung.
Cetay (inaktiv) (02.01.2018, 21:37): Ich verkoste gerade das dunkelste Bier, das mir je vor die Augen und in die Kehle gekommen ist:
Das ist wirklich so opak wie Obsidian, was durch die Bezeichnung 100 (tiefschwarze Dunkeleinheiten) angedeutet werden soll. Faszinierend! Schmecken tuts nach Bitterschokolade und Kaffee. Muss man mögen...
Als Soundtrack:
Ludwig van Beethoven; Tripelkonzert C-Dur, op. 56 Eliane Rodrigues (Klavier), Chingiz Osman (Violine), Luc Tooten (Violoncello), St. Petersburger Staatsorchester, Walter Proost
Cetay (inaktiv) (02.01.2018, 22:53):
Wolfgang Amadeus Mozart; Violinkonzerte Frank Peter Zimmermann, Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, Jörg Faerber
Vor und nach Zimmermanns Jugendstreich sind viele Aufnahmen dieser Konzerte entstanden (unter anderem von Zimmermann selbst): Virtuosere, reifere, individuellere, spritzigere, klangschönere, gewichtigere, die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigende, mit Referenzen ausgezeichnete, besser zwischen Solist und Orchester verzahnte, tiefer geistig durchdrungene, klügere Auseinandersetzung mit dem Notentext zeigende, sich dem Originalklang annähernde... Nach kurzer Begeisterung verschwinden die im Regal (oder aus dem Speicher beim Ström-Dienst) - Zimmermann I bleibt. Das nenne ich eine Aufnahme für die Ewigkeit.
Eben wieder aufgelegt (K. 211 & 218) und ich kann nicht anders, als mich nach einem dreiviertel Jahr nochmals zu wiederholen. Im Zeitalter der täglichen Erinnerungen sollte das drin sein.
Cetay (inaktiv) (03.01.2018, 22:13): Die Verkostung geht in die nächste Runde:
Dazu eine weitere Aufnahme für die Ewigkeit im Selbstzitat:
Johann Sebastian Bach; Musikalisches Opfer, BWV 1079 Ensemble Sonnerie, Monica Huggett Monica Huggett (Violine), Sarah Cunningham (Viola da Gamba), Gary Cooper (Cembalo), Wilbert Hazelzet (Flöte), Paul Goodwin (Oboe, Oboe d'amore, Oboe da caccia), Pavlo Beznosiuk (Violine, Viola, Tenor Viola), Frances Eustace (Fagott)
Diese Aufnahme ist die weitaus klangfarbenreichste unter allen mir bekannten - die vielfältige Instrumentierung gibt einen Fingerzeig. Bach hat für die meisten der 16 kontrapunktischen Sätze die Instrumentierung offen gelassen und diese Freiheit hat das Ensemble sehr kreativ genutzt, selbstredend mit Originalinstrumenten. Beim 6-stimmigen Ricercar ist es zwar nicht ganz gesichert, aber es gibt doch Indizien dafür, dass es für Cembalo allein gedacht war. Die Sonneries wollten es sich dennoch nicht nehmen lassen, gerade den Sechser besonders bunt zu präsentieren. Daher bieten sie uns beide Realisierungen zur Auswahl. Das Musikalische Opfer als Ganzes ist und bleibt wie die Kunst der Fuge ein verdammt sperriges und schwer zugängliches Werk. Diese Aufnahme ermöglicht mit ihren zahlreichen reizvollen Klangkombinationen einen erleichterten Eintritt und macht das auch ohne kanonisches Rätselraten zu einer echten Hörfreude.
Franz Schubert; Sinfonien 2 & 5 Sinfonieorchester Antwerpen, Phillipe Herreweghe Sinfonie Nr. 2 B-Dur, D. 125 Sinfonie Nr. 5 B-Dur, D. 485 Aufs erste Gehör sehr erfreulich. Das wäre ein gutes Gespann für Haydns Londoner Sinfonien.
Cetay (inaktiv) (06.01.2018, 10:50):
John Cage; Four Quatuor Bozzini String Quartet in Four Parts Thirty Pieces for String Quartet Four
Cetay (inaktiv) (06.01.2018, 19:13):
Nicolò Paganini; Violinkonzert Nr. 4 d-Moll, MS 60 Alexei Gorokhov, Shevchenko Theaterorchester Kiev, Zakhary Kozharsky
Cetay (inaktiv) (06.01.2018, 22:50):
Jean Sibelius; Sinfonie Nr. 3 C-Dur, op. 52 Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Sixten Ehrling
Cetay (inaktiv) (07.01.2018, 10:40):
Luigi Boccherini; 3 Quintette für Gitarre & Streichquartett Pedro Ibañes, Danuta Glowacka-Pitet, Haïk Davtian, Ghislaine Rouits, Emmanuelle Cohen Quintett Nr. 7 e-Moll, G. 451 Quintett Nr. 6 G-Dur, G. 450 Quintett Nr. 4 D-Dur, G, 448
Cetay (inaktiv) (07.01.2018, 21:03):
Ludwig van Beethoven; Violinkonzert D-Dur, op. 61 (Kadenzen: Alfred Schnittke) Gidon Kremer, Academy of St. Martin in the Fields, Neville Marriner
Amonasro (07.01.2018, 23:16):
Richard Wagner: Siegfried
Siegfried - Jess Thomas Mime - Gerhard Stolze Der Wanderer - Thomas Stewart Alberich - Zoltán Kelemen Fafner - Karl Ridderbusch Erda - Oralia Domínguez Brünnhilde - Helga Dernesch Stimme des Waldvogels - Catherine Gayer
Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Im 2. und 3. Akt gefällt mir Jess Thomas besser als im 1. Akt. Die restliche Besetzung ist tadellos, besonders gelungen ist die Erda-Szene.
Allen ein frohes neues Jahr 2018!
Gruß Amonasro
Amonasro (08.01.2018, 15:29):
Giacomo Meyerbeer/Eugène Scribe/Émile Deschamps: Les Huguenots
Margherite de Valois - Ghylaine Raphanel Valentine - Françoise Pollet Urbain - Danielle Borst Le Comte de Saint-Bris - Boris Martinovich Raoul de Nangis - Richard Leech Marcel - Nicola Ghiuselev Le Comte de Nevers - Gilles Cachemaille Tavannes - Jean-Luc Maurette Cossé - Christian Jean Thoré - Marc Barrard De Retz - Antoine Garcin Méru - Hervé Martin Maurevert - Christian Boulay Bois-Rosé - Chritian Jean Un Valet/Une Dame d'honneur - Andrée Didier
Chœurs de l'Opéra de Montpellier Orchestre philharmonique de Montpellier, Cyril Diederich
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (08.01.2018, 20:59):
Claus-Steffen Mahnkopf; Pynchon Cycle The Tristero System für 4 Piccolo, 3 Posaunen, 2 Bassklarinetten, 2 Klaviere & 2 Percussion - Ensemble SurPlus, James Avery The Couriers Tragedy für Violoncello solo - Franklin Cox W.A.S.T.E. für Oboe & Live-Elektronik - Peter Veale, Experimentalstudio des SWR (Klangregie: Joachim Haas & Claus-Steffen Mahnkopf) D.E.A.T.H für 8-Spur Tonband - Experimentalstudio des SWR
Sfantu (08.01.2018, 22:42): Raymond Murray Schafer (*18. Juli 1933 in Sarnia/Ontario)
Kanadischer Komponist & Klangforscher. Er prägte den Begriff Soundscapes. Damit sind Klanglandschaften, Klanghüllen gemeint, die jedes Wesen abhängig von seinem Standort umgeben. Sein Credo besteht u. a. darin, dass der Mensch sich wandeln solle von demjenigen, der Soundscapes ausgesetzt ist zu demjenigen, der sie mit schöpferischer Kraft umgestaltet, sie verschönert & von Lärm befreit. Dabei beruft er sich bspw. auf John Cages Aussage: "Musik sind Klänge. Klänge, die uns umgeben. Seien sie innerhalb oder ausserhalb von Konzertsälen" (aus dem Vorwort zu "The Soundscape").
Auf YouTube gibt es einige kurzweilige Interviews mit Schafer. Sie vermitteln eine Idee der Richtungen, in die er denkt & von seiner Klangphiliosophie.
Kennt ihr das? Euch fehlt von Ravel meinetwegen noch die Originalversion von "Ma mère l'oye". Die CD, auf der ihr das Stück findet, "beglückt" euch nebenbei noch mit dem 15. "Boléro" oder der 8. "La Valse", die dann mit im Regal stehen. Will sagen: ein Nischenstück allein - das erscheint vielen Produzenten marktstrategisch als nicht vertretbar. Es muss also ein Superhit mit drauf (böse gesagt: den Mob und die Neues-Suchenden zufriedenstellen).
So ist es auch hier:
The Orford String Quartet spielt Mozart: Dissonanzenquartett Schubert: Quartettsatz Schafer: Streichquartett (LP, Concert Hall, stereo, ca. 1975)
Zugegeben: Mozart & Schubert werden hier exzellent dargeboten, die vier spielen aufmerksam, mit Attacke, auf der Stuhlkante (das Coverfoto täuscht...). Doch ohne den neugierig machenden, unbekannten Komponistennamen hätte ich sie sicher links liegen lassen.
Der Klappentext trifft es ganz gut: Das Quartett beginnt mit einer äusserst angespannten Atmosphäre, als ob vier aneinandergekettete Personen sich vergeblich zu befreien suchten. Die Anstrengungen der Instrumente, sich frei zu machen, erscheinen alle aussichtslos, bis schliesslich der ersten Geige ein Solo-Gesang in völliger Freiheit gelingt, den die anderen Instrumente ruhig beantworten. Ein Ostinato-Rhythmus im Pizzicato wird hörbar, dessen Bedeutung bald zunimmt & sich mit einer teils von einem, teils von mehreren Instrumenten gleichzeitig übernommenen Melodie abwechselt; darauf folgt eine lange Unisono-Passage. Das Werk endet mit einer Reihe von lebhaften Wiederholungen der wichtigsten strukturellen Elemente, welche jedesmal durch einen Schlageffekt ausgelöst werden "als ob ein Photoapparat Aufnahmen macht: am Ende nimmt man weiterhin Geräusche des Auslösers wahr, obwohl der Film bereits zu Ende ist". (Murray Schafer)
Je näher dem Schlussabschnitt, diesem "Photoshooting", desto spannender das Stück. Die Musiker traktieren ihre Instrumente col legno battuto (das klingt tatsächlich wie ein Blitzgerät), schlagen auf die Corpi, kratzen die Saiten mit den Fingernägeln usw. Das Ganze ist einsätzig & dauert weniger als 15min.
Da sich der Text über die Numerierung & über etwaige Schwesterwerke ausschweigt, nehme ich an, dass es sich um das erste Quartett Schafers von 1970 handelt. Jedenfalls ist meine Neugier geweckt:
Kennt jemand diese Aufnahmen? Ich liebäugle heftig...
R. Murray Schafer; 3 Solos Bradyworks Music for the Morning of the World für Sopran solo und 4-Kanal Tonband Le cri de Merlin für elektrisch verstärkte Gitarre und Tonband DeLuxe Suite für Klavier
Falstaff (12.01.2018, 22:29): Heute eingetroffen:
Cetay (inaktiv) (13.01.2018, 09:32): Ein Wochenende ohne Arbeit, Termine, Besuch oder andere Verpflichtungen steht an... :leb
Ludwig van Beethoven; Streichquartett Nr. 12 Es-Dur, op. 127 Fine Arts Quartett
Cetay (inaktiv) (13.01.2018, 11:04): Die wohl originellste Besetzung eines Orchesterwerks der Klassik i. e. S.
Leopold Kozeluch; Sinfonia Concertante Es-Dur für Fortepiano, Mandoline, Trompete, Kontrabass und Orchester, PosK II:1 Kathryn Cok, Anna Torge, Robert Vanryne, David Sinclair, Kölner Akademie, Michael Alexander Willens
Auf der CD befindet sich auch ein Stück von F. D. Weber, der völlig zu Unrecht im Schatten seines wiederum berechtigt im Schatten stehenden Namensvetters steht und an den hier deswegen erinnert werden soll:
Friedrich Dionys Weber
Cetay (inaktiv) (13.01.2018, 20:08): Und jetzt läuft in Cetays Heimoper eines der aufregendsten Werke der Klassik des 21. Jahrhunderts.
 Enno Poppe; Interzone - Lieder und Bilder für fünf Stimmen, Ensemble und Elektronik (Text: Marcel Beyer) Neue Vocalsolisten, Omar Ebrahim, ensemble mosaik, Jonathan Stockhammer
EinTon (13.01.2018, 22:26): Aus gegebenem Anlass vorhin gerade angehört: das Korngold-Violinkonzert:
...ich sag mal nix weiter dazu... ;)
Cetay (inaktiv) (14.01.2018, 22:26): Nicolò Paganini; Centone di Sonate op. 64, MS. 112 - Lettera A (Nos. 1-6) Luigi Alberto Bianchi (Violine), Maurizio Preda (Gitarre)
Ein echter Alptraum für diejenigen, die eine Aversion gegen Vielschreiberei haben. Es gibt von Opus 64 noch einen Buchstaben B und C - insgesamt 18 Sonaten und damit ist gerade mal ein Drittel der Box abgehandelt. Ich finde es bewundernswert, dass sich Enthusiasten finden, die ein so uniformes Randwerk komplett über einen Zeitraum von fast 20 Jahren einstudieren und aufnehmen, wohlwissend, dass sich das kaum mehr als ein paar handvoll Leute je ganz anhören werden.
Nicolas_Aine (15.01.2018, 16:30): Aus gegebenem Anlass vorhin gerade angehört: das Korngold-Violinkonzert:
...ich sag mal nix weiter dazu... ;) wie darf man denn das verstehen? ;)
bei mir läuft jetzt
Beethoven: Violinkonzert D-Dur Op. 61
Vadim Repin Riccardo Muti Wiener Philharmoniker
Nachdem ich kürzlich nach langer Zeit wieder seine Brahms Aufnahme gehört habe und schwer enttäuscht war, obwohl ich sie mir eigentlich unter "Gefällt mir" abgespeichert habe, wollte ich jetzt doch mal wissen, wie mir sein Beethoven noch gefällt. Das ist deutlich besser :)
Außerdem grade regelmäßig am Laufen:
Habe ich mir kürzlich angeschafft, auf Empfehlung von eigentlich allen, auch hier im Forum wird die Box ja hochgelobt. Aber der Funke will einfach nicht überspringen :(
Cetay (inaktiv) (15.01.2018, 22:32):
Giacinto Scelsi; Werke für Violine solo Weiping Lin Divertimento Nr. 4 L'âme ailée L'âme ouverte Divertimento Nr. 2 Xnoybis Divertimento Nr. 3 Nach langer Abstinenz drängt es den Quartalsscelsianer wieder in eine Exzessphase.
EinTon (15.01.2018, 23:00): wie darf man denn das verstehen? ;)
Ich wollte - da das Werk gerade bei Capriccio, z. T. etwas hochkochend, diskutiert wird - mal antesten, ob sich mein seinerzeitiger (Konzert in der alten Oper um 1990) Ersteindruck einer recht penetranten Süßlichkeit mittlerweile geändert hat. Im Großen und Ganzen hat er sich aber durchaus bestätigt.
Cetay (inaktiv) (17.01.2018, 02:25):
Franz Schubert; Oktett F-Dur für Klarinette, Horn, Fagott, Streichquartett & Kontrabass, D. 803 Ensemble Prisma Wien (auf historischen Instrumenten)
:times10
Cetay (inaktiv) (17.01.2018, 19:44): Nachdem ich schon zugegeben habe, dass ich Mozarts Violinkonzerte höher schätze als seine Klavierkonzerte, verspiele ich nun den letzten Rest an Kredibilität, indem ich einräume, dass das auch für die Flötenkonzerte gilt. Vor allem dann, wenn Orchester und Solistin so glänzend aufgelegt sind wie auf der gerade Gehörten und wenn als Sahnehäubchen zeitgenössisch re-interpretierende Kadenzen oben drauf kommen.
Wolfgang Amadeus Mozart; Flötenkonzerte Nr. 1 & 2 / Konzert für Flöte & Harfe / Andante C-Dur / Rondo D-Dur (Kadenzen: Kalevi Aho) Sharon Bezaly, Ostrobothnian Chamber Orchestra, Juha Kangas
Cetay (inaktiv) (19.01.2018, 18:41):
Ein Fagott in Stockholm (Werke verbunden mit dem Virtuosen Frans Preumayr (1787-1825)) Donna Agrell (Fagott - Grenser & Wiesner, c. 1820) Franz Berwald; Septett B-Dur + Lorenzo Coppola (Klarinette), Teunis van der Zwart (Horn), Marc Destrube (Violine), Yoshiko Morita (Viola), Albert Brüggen (Violoncello), Robert Franenberg (Kontrabass) Eduard du Puy; Quintett a-Moll + Marc Destrube (Violine), Franc Polman (Violine), Yoshiko Morita (Viola), Albert Brüggen (Violoncello) Franz Berwald; Quartet Es-Dur + Ronald Brautigam (Fortepiano), Lorenzo Coppola (Klarinette), Teunis van der Zwart (Horn)
Amonasro (19.01.2018, 19:23):
Richard Wagner: Götterdämmerung
Siegfried - Helge Brilioth Gunther - Thomas Stewart Alberich - Zoltán Kelemen Hagen - Karl Ridderbusch Brünnhilde - Helga Dernesch Gutrune - Gundula Janowitz Waltraute - Christa Ludwig Erste Norn - Lili Chookasian Zweite Norn - Christa Ludwig Dritte Norn - Catarina Ligendza Woglinde - Liselotte Rebmann Wellgunde - Edda Moser Floßhilde - Anna Reynolds
Chor der Deutschen Oper Berlin Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Helge Brilioth gefiel mir sehr, ein sehr angenehmes Timbre und gegenüber Jess Thomas klingt er heldischer und textverständlicher. Auch Helga Dernesch und Thomas Stewart finde ich gute Besetzungen. Dernesch singt den Schlussmonolog geradezu lyrisch. Karl Ridderbusch hinterlässt bei mir gemischte Gefühle, sein Hagen klingt zu sympathisch und harmlos, zu wenig bedrohlich. Neben Stewarts heldisch und kraftvoll tönendem Gunther, der ja der deutlich schwächere der beiden sein sollte, fällt das noch mehr auf. Die Nebenrollen und die orchestrale Seite lassen keine Wünsche offen, für den Trauermarsch dürfte das meine Lieblingsversion werden. Der Chor der Mannen klingt mir zu sehr nach typischem Opernchor, nicht wie Krieger. Insgesamt hinterlässt die Aufnahme also vorerst einen zwiespälitigen Eindruck. Mal sehen, ob sich das bei nochmaligem Hören bessert, allerdings liegt auch noch der Böhm-Ring ungeöffnet hier....
Gruß Amonasro :hello
Amonasro (20.01.2018, 21:24):
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Rigoletto
Il Duca di Mantova - Luciano Pavarotti Rigoletto - Sherrill Milnes Gilda - Joan Sutherland Sparafucile - Martti Talvela Maddalena - Huguette Tourangeau Giovanna - Gillian Knight Il Conte di Monterone - Clifford Grant Marullo - Christian Du Plessis Matteo Borsa - Riccardo Cassinelli Il Conte di Ceprano - John Gibbs La Contessa di Ceprano - Kiri te Kanawa Un usciere di corte - John Noble Un paggio della Duchessa - Josephte Clément
Ambrosian Opera Chorus London Symphony Orchestra, Richard Bonynge
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (21.01.2018, 03:23):
Nicolò Paganini; Quartett Nr. 9 D-Dur für Streichtrio und Gitarre, MS 36 Paganini Quartet
Das Cover stellt das richtig dar. Die 15 Quartette sind keine Werke, bei denen die Gitarre mit den Streichern konzertiert, sondern eine Stimme im Ensemble darstellt. Von einer Gleichberechtigung der vier Stimmen kann aber keine Rede sein, die Violine spielt klar die erste Geige. Nr. 9 ist ein echter Reißer. Mit den gleichen perfiden Tricks, mit denen ein Rossini den Opernbesuchern das dämliche Grinsen in die Gesichter treibt, überrumpelt Paganini hier eins ums andere Mal mit schlagerhaften, aber wirksamen Wendungen. Rein instrumental - ohne Belcanto Sängerschmalz aber dafür mit mal triefendem Gefiedel und mal virtuosem Gesäge - macht das richtig Laune. Mein Guilty Pleasure.
Nicolas_Aine (21.01.2018, 08:39):
Nicolò Paganini; Quartett Nr. 9 D-Dur für Streichtrio und Gitarre, MS 36 Paganini Quartet
Das Cover stellt das richtig dar. Die 15 Quartette sind keine Werke, bei denen die Gitarre mit den Streichern konzertiert, sondern eine Stimme im Ensemble darstellt. Von einer Gleichberechtigung der vier Stimmen kann aber keine Rede sein, die Violine spielt klar die erste Geige. Nr. 9 ist ein echter Reißer. Mit den gleichen perfiden Tricks, mit denen ein Rossini den Opernbesuchern das dämliche Grinsen in die Gesichter treibt, überrumpelt Paganini hier eins ums andere Mal mit schlagerhaften, aber wirksamen Wendungen. Rein instrumental - ohne Belcanto Sängerschmalz aber dafür mit mal triefendem Gefiedel und mal virtuosem Gesäge - macht das richtig Laune. Mein Guilty Pleasure. kein Zufall, soweit ich weiß. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass Rossini Paganini bei der Ausarbeitung der Begleitung seiner Violinkonzerte geholfen hat. Die klingen ja eigentlich auch wie eine Belcantoschnulze, abgesehen von dem technischen Gedöns :D
Cetay (inaktiv) (21.01.2018, 09:31): kein Zufall, soweit ich weiß. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass Rossini Paganini bei der Ausarbeitung der Begleitung seiner Violinkonzerte geholfen hat. Die klingen ja eigentlich auch wie eine Belcantoschnulze, abgesehen von dem technischen Gedöns :D Yep, das meinte ich mit mal triefendem Gefiedel und mal virtuosem Gesäge. Aber irgendwie ist die Kombi der Brenner. :thumbsup:
Cetay (inaktiv) (22.01.2018, 19:39): Rossinis Hilfe scheint wenig bewirkt zu haben, denn der Orchesterpart wird immer wieder kritisiert, weil er kaum über eine Kulissenfunktion hinauskommt und oberndrein noch lasch instrumentiert ist. Alexei Gorokhov, der nach Salvatore Accardo die zweite Gesamtaufnahme vorgelegt hat, griff zur Selbsthilfe und hat das einfach umorchestriert und eigene Kadenzen beigesteuert. Mit der verschlankten und differenzierteren Begleitung gefällt mit das ganz ausgezeichnet. Ich höre jetzt das Dritte:
Nicolò Paganini; Violinkonzert Nr. 3 E-Dur, MS 50 Alexei Gorokhov, Shevchenko Theaterorchester Kiev, Zakhary Kozharsky
Amonasro (22.01.2018, 21:36):
1. Ah.. non mi lasciar, o speme di vendetta - O muto asil del pianto (Rossini: Guglielmo Tell)
2. A te, o cara (Bellini: I puritani)
3. Com'è gentil (Donizetti: Don Pasquale)
4. Ogni mortal mister.. Giunto sul passo estremo (Boito: Mefistofele)
5. Di qual tetra luce... Ah sì ben mio... Di quella pira (Verdi: Il trovatore)
6. Cielo e mar! (Ponchielli: La Gioconda)
7. Che gelida manina (Puccini: La bohème)
8. È la solita storia del pastore (Cilea: L'Arlesiana)
9. Io conosco un giardino (Pietri: Maristella)
Luciano Pavarotti mit
Arleen Augér, Reid Bunger, Herbert Lackner (2) Gildis Flossmann, Peter Baillie (5) Wiener Opernchor, Wiener Opernorchester, Nicola Rescigno (1, 2, 5, 8 ) New Philharmonia Orchestra, Leone Magiera (3, 4, 6, 7, 9) The Ambrosian Singers (3)
Von Pavarottis Arien-Alben sicher eines der besten.
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (22.01.2018, 21:42): Rossinis Hilfe scheint wenig bewirkt zu haben, denn der Orchesterpart wird immer wieder kritisiert, weil er kaum über eine Kulissenfunktion hinauskommt und oberndrein noch lasch instrumentiert ist. Alexei Gorokhov, der nach Salvatore Accardo die zweite Gesamtaufnahme vorgelegt hat, griff zur Selbsthilfe und hat das einfach umorchestriert und eigene Kadenzen beigesteuert. Mit der verschlankten und differenzierteren Begleitung gefällt mit das ganz ausgezeichnet. Ich höre jetzt das Dritte:
Nicolò Paganini; Violinkonzert Nr. 3 E-Dur, MS 50 Alexei Gorokhov, Shevchenko Theaterorchester Kiev, Zakhary Kozharsky eigentlich eine gute Idee, da mache ich mit. Allerdings mit dieser Einspielung:
Joseph Haydn; Die Sieben Letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, Hob. XX:2 Sandrine Piau, Ruth Sandhoff, Robert Getchell, Harry van der Kamp, Accentus, Akademie für Alte Musik Berlin, Laurence Equilbeyete
Cetay (inaktiv) (23.01.2018, 08:45):
Joseph Haydn; Messe d-Moll Hob. XXII:11 "Nelsonmesse" Jonty Ward, Hugh Cutting, Nick Pritchard, Tom Edwards Choir of New College Oxford, New Century Baroque, EdwardHigginbottom
Ich war und bin schwer begeistert... und bass erstaunt. Der Sopran, der ob seiner uneitlen Freiheit von Herumgeeiere - neben dem wuchtigen HIP-Sound des Ensembles- zu meiner Freude beigetragen hat, erwies sich beim Nachlesen als Knabe. Ich hab das echt nicht erhört. :whistling:
Sfantu (26.01.2018, 12:17): Nach längerer Zeit endlich mal wieder aufgelegt: 2x die beiden Klavierkonzerte von Franz Xaver Mozart
Henri Sigfridsson, International New Symphony Orchestra Lviv - Gunhard Mattes (CD, INSO, 2003)
Klaus Hellwig, Kölner Rundfunk Sinfonieorchester - Roland Bader (LP, koch schwann, 1982)
Das erste Konzert C-dur op. 14 entstand in seinem 15. Lebensjahr. Wieviel von einer eigenen charakteristischen Note kann man also erwarten? So klingt hier auch noch deutlich der Stil seines Vaters durch. Dennoch bereits bemerkenswert die erstaunliche Tiefe der Empfindung & eine sanfte Schwermut des langsamen Satzes. Das Hauptthema des Finales hat Ähnlichkeit mit "Bald nun ist Weihnachtszeit, fröhliche Zeit". Im Klaviersatz zeigt sich der virtuose Könner, es hat viele rasche Läufe.
Eindrücklich die Weiterentwicklung, welche das um dreizehn Jahre jüngere zweite Konzert Es-dur op. 25 markiert. Hier ist ein entschiedener Schritt der Emanzipation vom Übervater zurückgelegt. Schade, dass der Mittelsatz eher knapp ausfällt. Dort hätte ich mir noch mehr Versinken in melancholische Tiefen erhofft. Allenthalben weht schon romantischer Geist - der Einfluss seines Lehrers Hummel wird hörbar, man geniesst ein bezauberndes Beispiel eines Werkes auf der Entwicklungslinie hin zum Grand Concert, am Horizont winken bereits Moscheles, Kalkbrenner & Chopin. Da ist sogar das nicht gerade geistblitzende Thema des Schlusssatzes (Allegretto) verkraftbar. Es steht im reizvollen Polacca-Rhythmus. Was Mozart daraus macht, macht staunen. Er verfügt hier über eine breite musikalische Ausdruckspalette, ist souveräner in der Orchesterbehandlung, das Ganze ist abwechslungsreich, unterhaltend, spannend, macht ganz einfach Spass! Gegen Ende erlaubt Mozart sich noch einen Scherz: auf eine Generalpause folgt ein Tutti-Akkord in H-dur. Der Hörer glaubt, nun werde noch ein neues Kapitel aufgeschlagen. Doch zwei Takte später wird wieder zur Grundtonart zurückgekehrt & eine knappe Coda führt zum auftrumpfenden Schluss. Bedauerlich, dass sein Werkkatalog recht überschaubar blieb.
Beide Einspielungen bewegen sich auf hohem, selten aber höchstem Niveau. Hellwig spielt gediegen, Sigfridsson mit einer Spur mehr Emphase. Vom Kölner RSO bin ich etwas enttäuscht, es kommt doch etwas zu brav rüber. Anders die Lemberger (übrigens die Stadt, in der Mozart mehr als die Hälfte seines Lebens verbrachte & wo er wohl massgeblich am Aufbau/Ausbau des Musiklebens beteiligt war): man spürt das Engagement & die Frische dieses (eigentlich Jugend-) Sinfonieorchesters. Nur, dass zu einem gewachsenen Ensembleklang 2003 (5 Jahre nach der Gründung) noch ein paar Schritte zu machen sind, wird eben auch hörbar. Klanglich liegen ebenfalls die Lemberger vorn - die Kölner Aufnahme klingt etwas dumpf - den Höhenregler musste ich bis zum Anschlag hochdrehen. Sigfridsson mit einem Spitzenorchester wäre meine Wunschkombination.
Mutter Constanze meinte übrigens, ihren Sohn, als sich seine musikalische Begabung zeigte, in Wolfgang Amadeus umtaufen zu müssen (zu dürfen). Wie er dazu stand & ob er dies selbst so beibehielt, geht aus keiner der mir vorliegenden Quellen hervor.
Die MGG, 1. Auflage, charakterisiert ihn wie folgt:
Wolfgang Amadeus Mozart d. J. brachte es trotz seines Fleisses nicht zu grossen kompositorischen Leistungen, und da man ihn immer wieder mit dem Vater und dessen Schaffen verglich, wurde ihm der Name des Vaters zur Bürde. Eine schwere Enttäuschung in einem Liebesverhältnis (er blieb ledig) und fortwährende wirtschaftliche Sorgen lähmten seine Schaffenskraft. Als Pianist bewies er beachtliches Können, als Lehrer und Vermittler zwischen Künstler und Laien machte er sich sehr verdient. Im Vater sah er das hehrste Vorbild, ihm zu dienen als seine Verpflichtung. Die Lauterkeit seines Charakters und die Liebenswürdigkeit seines Wesens sicherten ihm wertvolle Freundschaften, so auch die von R. Schumann, F. Grillparzer, J. Spaun u. a. Wolfgang Amadeus Mozart d. J. gehörte nicht zu den grossen der Zeit, überragte aber den Durchschnitt des üblichen Schaffens. Als Persönlichkeit und Komponist verdient er auch das Interesse der Gegenwart. (Walter Hummel)
Interessant der Umstand, dass es ein auch finanziell sehr erfolgreiches Konzert mit Werken seines Vaters in Wien war, das dem 14jährigen erlaubte, Studien bei Salieri & Hummel zu betreiben. Die Mozart-& Hummel-Experten mögen mich korrigieren: Hummel selbst wurde doch als Knabe in den 1780ern im Hause Mozart beherbergt & genoss kostenlosen Unterricht. Wäre es da nicht zu erwarten gewesen, dass der Sohn des einstigen Lehrers gleiche Rechte geniesst?
Cetay (inaktiv) (27.01.2018, 08:38):
Mauricio Kagel; Musik für Renaissance-Instrumente Collegium Instrumentale
Jürgen (27.01.2018, 17:07):
Dvorak: Sinfonie Nr.9 (Aus der neuen Welt), Solti 1983
Cetay (inaktiv) (28.01.2018, 08:16):
Haydn 2032, Vol. 5: L'homme de génie Kammerorchester Basel, Giovanni Antonini Joseph Haydn; Sinfonien D-Dur, d-Moll & G-Dur, Hob. I: 19, 80 & 81 Joseph Martin Kraus; Sinfonie c-Moll, VB 142
Cetay (inaktiv) (30.01.2018, 19:24):
Haydn 2032, Vol. 4: Il Distratto Il Giardino Armonico, Giovanni Antonini Joseph Haydn; Sinfonie C-Dur, Hob I:60 "Per la commedia intitola Il distratto" Joseph Haydn; Sinfonien D-Dur & E-Dur, Hob I:70 & 12 Domenico Cimarosa; Il Maearto di Capella + Riccardo Novaro (Bariton)
Werther - José Carreras Charlotte - Frederica von Stade Albert - Thomas Allen Sophie - Isobel Buchanan Le Bailli - Robert Lloyd Schmidt - Paul Crook Johann - Malcolm King Käthchen - Linda Humphries Brühlmann - Donalson Bell
Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden; Sir Colin Davis
Gruß Amonasro
Amonasro (02.02.2018, 10:55):
Umberto Giordano/Sem Benelli: La cena delle beffe ("Das Mahl der Spötter")
Neri Chiaramantesi - Marco Chingari Giannetto Malespini - Fabio Armiliato Ginevra - Rita Lantieri Gabriello Chiaramantesi - Francesco Piccoli Lisabetta - Giovanna Manci Laldomine - Maria Augusta Micelli Fiammetta - Gigliola Caputi Cintia - Patrizia Gentile Fazio - Alberto Carusi Il Tornaquinci - Enrico Marini Il Calandra - Carlo Micalucci Il Trinca - Gabriele de Julis Il Dottore - Guido Mazzini Lapo - Piero Manghesi Un cantore - Francesco Piccoli
Orchestra Sinfonica di Piacenza, Gian Paolo Sanzogno
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (02.02.2018, 21:59):
Joseph Haydn; Streichquartett D-Dur op. 76/5, Hob. III:79 Tokyo String Quartet
Morgen geht's ins Hifi-Studio für eine erste Hörsitzung auf der Suche nach neuen Luxus - Lautsprechern. :leb Diese CD ist dabei.
Nicolas_Aine (02.02.2018, 23:04): zufällig nach Gmünd? :D Habe die späten Beethoven und Brahms Quartette mit den Herren aus Tokyo, aber so richtig überzeugen tut mich das nicht.
Cetay (inaktiv) (03.02.2018, 07:33): Die Gmünder sind momentan meine Spielpartner und sind beim Preis-Leistungs-Verhältnis in der Oberliga sicher unschlagbar. Aber mich dürstet es nach dem Aufstieg in die Champions League.
Mit Brahms kann mich niemand überzeugen. :D Und der Tokyoter Beethoven hat sich auch nicht in meinem Hörrepertoire verankert. Aber dieser Haydn ist was ganz besonderes. Vor allem die problematischen Menuette werden sensationell gelöst. Für mich ist das eine der beiden Top-Empfehlungen in puncto Opus 76.
Hier läuft das Mozartsche und nur das Mozartsche Requiem - nix ergänzt, nix hinkomponiert.
Wolfgang Amadeus Mozart; Requiem K. 626 (Introitus, Kyrie & originale Fragmente von Mozarts Hand) Iride Martinez, Monica Groop, Steve Davislim, Kwangchul Youn, Chorus Musicus Köln, Das Neue Orchester, Christoph Spering
Cetay (inaktiv) (04.02.2018, 11:40):
Carl Reinecke; Flötenkonzert D-Dur op. 283 Tatjana Ruhland, RSO Stuttgart des SWR, Alexander Liebreich
Cetay (inaktiv) (04.02.2018, 22:06):
Franz Schubert; Winterreise op. 89, D. 911 Josef Greindl, Hertha Klust
Cetay (inaktiv) (05.02.2018, 02:15):
Ludwig van Beethoven; Sinfonie Nr. 5 c-Moll, op. 67 New York Philharmonic, Arturo Toscanini (Carnegie Hall, 6. März 1931 & 9. April 1933)
Amonasro (05.02.2018, 14:27):
Umberto Giordano/Sem Benelli: La cena delle beffe
Giannetto Malespini - Antonio Annaloro Neri Chiaramantesi - Anselmo Colzani Gabriello Chiaramantesi - Enzo Cuagni Ginevra - Gigliola Frazzoni Lisabetta - Mafalda Micheluzzi Laldomine - Liliana Pellegrino Fiammetta - Pina Leo Tanco Cintia - Mafalda Micheluzzi Fazio - Antonio Sacchetti (bei dieser Ausgabe nicht angegeben) Il Tornaquinci - Franco Calabrese Il Calandra - Arrigo Cattelani Il Trinca - Enzo Cuagni Il Dottore - Aldo Corelli Lapo - Walter Artioli Un cantore - Walter Artioli
Orchestra Sinfonica di Milano della RAI, Oliviero De Fabritiis 1955
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (05.02.2018, 23:07):
Theodor Kuchar NSO of Ukraine
Shostakovich: Der Bolzen, Suite, und die Suite für Varieté Orchester (auch bekannt als Jazz Suite Nr. 2). Das ist einfach tolle Musik!
Cetay (inaktiv) (06.02.2018, 22:30):
John Cage; Variations III (Version für Singstimmen-Synthesizer & Farfisa-Orgel) Petridisch
Spooky... Lange dauert es nicht mehr, bis man den Gesang vom Vocaloid nicht mehr als unecht erkennt.
Amonasro (07.02.2018, 17:37):
Umberto Giordano/Nicola Daspuro: Mala vita
Vito Amante - Maurizio Graziani Annetiello - Massimo Simeoli Cristina - Paola di Gregorio Amalia - Maria Miccoli Nunzia - Tiziana Portoghese Marco - Antonio Rea
Coro Lirico Umberto Giordano
Orchestra Lirico Sinfonica della Capitanata, Angelo Cavallaro
Ein interessantes Frühwerk Giordanos, das sich deutlich an die Cavalleria anlehnt. Die Sänger sind nicht herausragend, aber rollendeckend und hörenswert ist die Oper allemal. Es wird die Urfassung gespielt (trotz der damaligen Beliebtheit veristischer Stoffe ging dem Publikum die Handlung um eine betrogene Prostituierte zu weit und in dem Handlungsort Neapel, wo das Publikum seine Heimat beleidigt sah, kam es bei der Aufführung zu einem Theaterskandal, woraufhin Giordano später in der 2. Fassung die "kritischen" Stellen entfernte).
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (08.02.2018, 02:31):
Morton Feldman; Late Works with Clarinet Carol Robinson Three Clarinets, Cello & Piano + Olivier Voize, Pierre Dutrieu, Elena Andreyev & Vincent Leterme Bass Clarinet & Percussion + Françoise Rivalland, Peppie Wiersma Clarinet & String Quartet + Quatuor Diotima
Amonasro (08.02.2018, 16:23):
Pietro Mascagni/Luigi Illica: Le maschere
Pantalone de' Bisognosi - Carlos Chausson Rosaura - Maria Josè Gallego Florindo - Vincenzo La Scola Dottor Graziano - Nelson Portella Colombina - Amelia Felle Brighella - Oslavio di Credico Il Capitan Spavento - Angelo Romero Arlecchino Battocchio - Giuseppe Sabbatini Tartaglia - Enzo Dara Giocadio - Antonio Pierfederici
Orchestra e Coro del Teatro Comunale di Bologna, Gianluigi Gelmetti
Mascagnis einzige Komödie in hervorragender Besetzung.
Gruß Amonasro
palestrina (08.02.2018, 20:56): AD2013
Hallo Amonasro, selbst dabei gewesen, heute selbst in Wildbald abgeholt und 5€ gespaart! :down
LG palestrina
Amonasro (08.02.2018, 23:13): Viel Spaß mit der Aufnahme, palestrina. Ich habe mich gestern durch Hörproben auf der Naxos-Website gehört und freue mich schon auf die ganze Aufnahme.
Gruß Amonasro :hello
Amonasro (13.02.2018, 17:02):
Pietro Mascagni/Giovanni Targioni-Tozzetti/Guido Menasci: Cavalleria rusticana
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala, Herbert von Karajan
Gruß Amonasro
Amonasro (15.02.2018, 21:13):
Francesco Cilea/Arturo Colautti: Adriana Lecouvreur
Adriana Lecouvreur - Renata Scotto Maurizio - Plácido Domingo Il principe di Bouillon - Giancarlo Luccardi La principessa di Bouillon - Elena Obraztsova Michonnet - Sherrill Milnes L'abate di Chazeuil - Florindo Anpreolli Mad.lla Jouvenot - Lilian Watson Mad.lla Dangeville - Ann Murray Quinault - Paul Hudson Poisson/Il maggiordomo - Paul Crook
Ambrosian Opera Chorus Philharmonia Orchestra, James Levine 1978
Gruß Amonasro
Amonasro (16.02.2018, 12:55):
Ruggero Leoncavallo: Pagliacci
Nedda - Maria Callas Canio - Giuseppe Di Stefano Tonio - Tito Gobbi Beppe - Nicola Monti Silvio - Rolando Panerai
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Tullio Serafin
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (16.02.2018, 18:15):
Ludwig van Beethoven; Sinfonie Nr. 5 c-Moll, op. 67 New York Philharmonic, Arturo Toscanini (Carnegie Hall, 6. März 1931 & 9. April 1933) Immer wieder. Die einzigen brauchbaren Interpretationen der Fünften überhaupt. Begründung im Fachfaden folgt.
Lodoletta - Giovanna de Liso Flammen - Orfeo Zanetti Giannotto - Giuseppe Altomare Antonio - Franco Boscolo La Vanard - Corina Iustian Schmidt La Pazza - Fulvia Bertoli Il Portalette/Una voce di tenore - Carlo Bosi Franz - Ettore Cresci Maud - Alessandra Rossi Trusendi
Coro Cooperativa Artisti Associati, Coro di Voci Bianche Corale "Guido Monaco" Orchestra Camerata Strumentale, Massimo De Bernart
Gruß Amonasro
Amonasro (22.02.2018, 20:57):
Igor Strawinsky:
Pétrouchka
Royal Concertgebouw Orchestra, Riccardo Chailly
Le Sacre du printemps
The Cleveland Orchestra, Riccardo Chailly
Gruß Amonasro
Amonasro (23.02.2018, 14:36):
Richard Wagner: Der fliegende Holländer
Daland - Gottlob Frick Senta - Marianne Schech Erik - Rudolf Schock Mary - Sieglinde Wagner Der Steuermann Dalands - Fritz Wunderlich Der Holländer - Dietrich Fischer-Dieskau
Chor der Deutschen Staatsoper Berlin Staatskapelle Berlin, Franz Konwitschny
Eine sehr textverständliche Aufnahme. Marianne Schech als Senta finde ich gewöhnungsbedürftig. Das Booklet ist sehr schön gestaltet, aber leider fest mit der Hülle verklebt, finde ich etwas unpraktisch.
Gruß Amonasro
Amonasro (25.02.2018, 16:37):
Riccardo Zandonai/Tito Ricordi: Francesca da Rimini
Francesca - Christina Vasileva Samaritana - Victória Mester Ostasio - Levente Molnár Giovanni lo sciancato - Juan Orozco Paolo il bello - Martin Mühle Malatestino dall'occhio - Adriano Graziani Biancofiore - Bénédicte Tauran Garsenda - Kim-Lillian Strebel Altichiara - Marija Jokovic Adonella - Sally Wilson Smaragdi - Victória Mester Ser Toldo Berardengo - Aaron Judisch Il giullare - Alejandro Lárraga Schleske Il balestriere - Se Hun Jin Il torrigiano - Levente Molnár Il prigioniero - Se Hun Jin
Freiburger Kammerchor, Opern- und Extrachor des Theater Freiburg, Vokalensemble der Hochschule für Musik Freiburg Philharmonisches Orchester Freiburg, Fabrice Bollon
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (27.02.2018, 07:16): Zurück in heimischen Gefilden: Von 25°C nach -10°C. :thumbdown: Da bekommt man Gelüste, ganz auszuwandern...
Joseph Haydn; Messe d-Moll Hob. XXII:11 "Nelsonmesse" Jonty Ward, Hugh Cutting, Nick Pritchard, Tom Edwards Choir of New College Oxford, New Century Baroque, Edward Higginbottom
Cetay (inaktiv) (28.02.2018, 14:00):
Luigi Boccherini; Streich- und Gitarrenquintette Europa Galante, Fabio Bondi Streichquintette a-Moll, C-Dur & d-Moll, G. 300, 298 & 295 Menuett aus Streichquintett E-Dur, G. 275 Quintett für Gitarre, 2 Violinen, Viola und Violoncello D-Dur, G. 488 "Fandango" Streichquartett Nr. 4 g-Moll (Opera Prima, 1777) Quintett für Gitarre, 2 Violinen, Viola und Violoncello C-Dur, G. 453 "La ritratra di Madrid" Nicht täglich, aber doch Gelegentlich sei an diesen Komponisten erinnert, der wirklich zu Unrecht im Schatten anderer steht.
Amonasro (28.02.2018, 22:24):
Jonas Kaufmann - Arien/Duette aus Manon Lescaut, Le Villi, Edgar, La bohème, Tosca, Madama Butterfly, La fanciulla del West, La rondine, Il tabarro, Gianni Schicchi und Turandot
mit Kristine Opolais, Massimo Simeoli, Antonio Pirozzi
Orchestra e coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Antonio Pappano
Insbesondere die Arien von Des Grieux und Ramerrez stechen heraus, für Rodolfo und vor allem Rinuccio (Gianni Schicchi) ist mir eine helle lyrische Stimme deutlich lieber.
Gruß Amonasro
Schostakowitsch (01.03.2018, 07:33):
Amonasro (01.03.2018, 15:59):
Carl Maria von Weber/Johann Friedrich Kind: Der Freischütz
Ottokar - Bernd Weikl/Otto Mellies Kuno - Siegfried Vogel/Gerd Biewer Agathe - Gundula Janowitz/Regina Jeske Ännchen - Edith Mathis/Ingrid Hille Kaspar - Theo Adam/Gerhard Paul Max - Peter Schreier/Hans Jörn Weber Ein Eremit - Franz Crass Kilian - Günther Leib/Peter Hölzel Brautjungfern - Renate Hoff, Brigitte Pfretzschner, Renate Krahmer, Ingeborg Springer Samiel - Gerhard Paul Fürstlicher Jagdbursch - Friedrich Wilhelm Junge Heger - August Hütten Fürstlicher Leibschütz - Achim Schmidtchen Schenkmädchen - Gerlind Schulz
Rundfunkchor Leipzig Staatskapelle Dresden, Carlos Kleiber Dialogregie: Joachim Herz
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (03.03.2018, 05:38):
Ludwig van Beethoven; Tripelkonzert C-Dur op. 56 Anne Gastinel, Nicholas Angelich, Gil Shaham, Frankfurt Radio Symphony, Paavo Järvi
Cetay (inaktiv) (04.03.2018, 07:40):
Ludwig van Beethoven; Missa Solemnis, op. 123 Carolyn Sampson, Marianne Beate Kielland, Thomas Walker, David Wilson-Johnson, Capella Amsterdam, Orchestra of the Eighteenth Century, Daniel Reuss
Ich wiederhole mich: Das ist die mit weitem Abstand beste Missa auf dem Markt.
:times10
Cetay (inaktiv) (04.03.2018, 20:50):
Gustav Mahler; Das Lied von der Erde (Fassung für Soli und Kammerorchester v. Arnold Schönberg, vollendet v. Rainer Riehn) James Elves (Tenor), Russell Braun (Bariton), Smithsonian Chamber Players & Santa Fe Pro Musica, Kenneth Slowik
Mein Lieblings-Lied. :thumbsup:
Gernot H. (05.03.2018, 14:10): Hallo Cetay.
Ich höre gerade die Messe solennelle von Hector Berlioz aus dem Jahr 1824. Ein sehr frühes Werk dieses begeisternden Komponisten, das auf spätere Kompositionen wie Sinfonie fantastique, Te Deum und Requiem vorausweist.
herzlich willkommen in unserem kleinen aber feinen Forum. :hello Berlioz verirrt sich bei mir nur noch selten in den DAC, aber diese Aufnahme finde ich grandios:
Hector Berlioz; Grand Messe des Morts Robert Murray (Tenor), Chetham’s School of Music Symphonic Brass Ensemble, Gabrieli Players and Consort, Wroclaw Philharmonic Choir and Orchestra, Paul McCreesh
Sfantu (06.03.2018, 22:09):
Krzysztof Penderecki - Lukas-Passion
Stefania Woytowicz, Sopran Andrzej Hiolski, Bariton Bernard Ladysz, Bass Rudolf Jürgen Bartsch, Sprecher Tölzer Knabenchor, Kölner Rundfunkchor Rundfunk-Sinfonie-Orchester Köln - Henryk Czyz (2 LPs. dhm, 1967)
Der Reigen der Passionsmusiken beginnt bei mir dieses Jahr einmal nicht mit den wohlklingenden barocken Schlachtrössern sondern mit dem kargen, spröden Penderecki: Solisten wie Chöre singen, schreien, flüstern, über weite Strecken wird acappella gesungen. Die Instrumenten-Stimmen sind so effektiv wie sparsam dosiert. Das Erzählte wirkt in seiner Ungeschminktheit schonungslos direkt. Gute bis sehr gute Darbietung. Festtagsstimmung kommt hier zu keiner Zeit auf. Daran ändert auch der wie ein Fremdkörper klingende triumphale Dur-Dreiklang des Schlussakkords nichts.
Cetay (inaktiv) (07.03.2018, 07:36): Sfantu! Ich habe schon befürchtet, du wurdest von einem Vampyr gebissen...
Hier jetzt:
Ludwig van Beethoven; Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125 Judith Hellwig, Lydia Kindermann, René Maison, Alexander Kipnis Teatro Colon Orchestra & Chorus, Arturo Toscanini (Buenos Aires, 24. Juli 1941)
Sfantu (07.03.2018, 23:02): Hallo Gernot,
auch von mir: Herzlich willkommen! Viel Freude wünsche ich Dir & viel anregenden Austausch erhoffe ich mir!
:hello
Amonasro (08.03.2018, 18:54):
Verdi/Piave/Ghislanzoni: La forza del destino
Il Marchese di Calatrava - Silvio Maionica Donna Leonora di Vargas - Renata Tebaldi Don Carlo di Vargas - Ettore Bastianini Don Alvaro - Mario Del Monaco Preziosilla - Giulietta Simionato Il Padre Guardiano - Cesare Siepi Fra Melitone - Fernando Corena Curra - Gabriella Carturan Mastro Trabuco - Piero De Palma Un alcalde - Ezio Giordano Un chirurgo - Eraldo Coda
Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia Roma, Francesco Molinari-Pradelli Decca 1955
Gruß Amonasro
Amonasro (09.03.2018, 17:11):
Gioachino Rossini/Luca Agolini/Jacopo Ferretti: La Cenerentola, ossia La bontà in trionfo
Don Ramiro - Francisco Araiza Dandini - Domenico Trimarchi Don Magnifico - Enzo Dara Clorinda - Emilia Ravaglia Tisbe - Marilyn Schmiege Angelina - Lucia Valentini Terrani Alidoro - Alessandro Corbelli
Georg Fischer: Hammerklavier Chor des Westdeutschen Rundfunks Cappella Coloniensis, Gabriele Ferro
Gruß Amonasro
Falstaff (09.03.2018, 23:30):
Ein weiterer Versuch meinerseits, dieser Oper nahe zu kommen. Aber irgendwie klappt es nicht. Sie bleibt mir fremd. Vielleicht müsste ich sie wirklich erst einmal auf der Bühne sehen.
:hello Falstaff
Falstaff (09.03.2018, 23:32): Danach Kontrastprogramm:
Eine Aufnahme, die mich aufgrund des Tempos und der Leidenschaftlichkeit schwer begeistert.
:hello Falstaff
Sfantu (10.03.2018, 23:21):
Helmut Lachenmann - Allegro sostenuto für Klarinette, Cello & Klavier (1986-88) - Pression für einen Cellisten (1969) - Dal niente für einen Solo-Klarinettisten (1970) - Intérieur 1 für einen Schlagzeugsolisten (1966)
Eduard Brunner, Klar., Walter Grimmer, Vcl., Massimiliano Damrini, Klav., Johannes Beer, Schlagzeug (CD, col legno, 1994)
Letzte Woche machte ich zufälig die Bekanntschaft eines Kompositionsschülers von Lachenmann (in den 80ern in Stuttgart). Dies nahm ich zum Anlass, meine einzige Lachenmann-CD nach langer Pause einmal wieder zu "verkosten". Bei mir braucht es hierfür immer eine gewisse Einstimmung - mentales Training oder wie auch immer man das nennen mag. Jedenfalls ist das keine Musik zum Nebenbei-Hören. Sie verlangt nach unbedingter Fokussierung. Oft passiert nichts oder kaum Hörbares, dann wieder kommt es zu jähen Ausbrüchen. Die Instrumentalisten realisieren spieltechnische Grenzgänge oder - Überschreitungen. Die Spieldauer der Stücke nehme ich potenziert länger wahr als das tatsächlich in Minuten & Sekunden Messbare. In summa: eine Hörhaltung, die erst einmal ausgesprochen herausfordernd ist, im Verlauf aber auch mit Sinneseindrücken der aussergewöhnlichen Art belohnt.
Cetay (inaktiv) (11.03.2018, 11:04):
Jedenfalls ist das keine Musik zum Nebenbei-Hören. Sie verlangt nach unbedingter Fokussierung. Oft passiert nichts oder kaum Hörbares, dann wieder kommt es zu jähen Ausbrüchen. Die Instrumentalisten realisieren spieltechnische Grenzgänge oder - Überschreitungen. Die Spieldauer der Stücke nehme ich potenziert länger wahr als das tatsächlich in Minuten & Sekunden Messbare.
In summa: eine Hörhaltung, die erst einmal ausgesprochen herausfordernd ist, im Verlauf aber auch mit Sinneseindrücken der aussergewöhnlichen Art belohnt. So ist es. Ich habe einmal das 2. Streichquartett live erlebt. Da schien die Zeit fast stehen zu bleiben. Das war eines meiner intensivsten und am nachhaltigsten wirkenden Konzerterlebnisse überhaupt.
Hier läuft jetzt die Fünfte aus Toscaninis nie wieder von jemandem auch nur annähernd erreichten 1939er Beethoven Zyklus in der excellenten Restauration von Music & Arts:
Ludwig van Beethoven; Sinfonie Nr. 5 c-Moll, op. 67 NBC Symphony Orchestra, Arturo Toscanini
Wer noch einen Beweis braucht, dass moderne Musik nicht auf populistische Methoden angewiesen ist, um "verständlich" zu sein, höre hier. Ich kriege immer die Krätze, wenn propagiert wird, zeitgenössische Komponisten hätten gefälligst "fasslich" zu schreiben. Man stelle sich vor, Beethoven hätte sich nach solchen Flachköpfen gerichtet. Dann gäb's heute keine Große Fuge zu bestaunen...
Cetay (inaktiv) (11.03.2018, 20:00): Den Rest des Tages verbringe ich mit extrem hartem Stoff. Allein die Erklärungen im Booklet zu studieren, ist trotz physikalischer Vorbildung eine abendfűllende Angelegenheit. Es geht um die kosmolgische Natur der (höherdimensionalen) Realität, in der wir leben, wahrnehmen, denken und handeln. Das Libretto stammt von einer der führenden theoretischen Physikerinnen unserer Zeit.
Hèctor Parra; Hypermusic Prologue - A projective opera in seven planes Charlotte Ellett (Sopran), James Bobby (Baritone), Ensemble Intercontemporain, Clement Power (Libretto: Lisa Randall)
Sfantu (11.03.2018, 23:02):
Adolf Brunner - Markus-Passion
Ulrich Studer, Bariton - Christus Dieter Agricola, Tenor - Petrus, Hohepriester, Kriegsknecht Martin Bruns, Bariton - Hauptmann Christoph Näf, Bass - Judas Heinz Suter, Bass - Pilatus Regula Zimmerli, Sopran - Magd Heiner Kühner, Orgel Kantoreien & Collegium musicum der Evangelischen Singgemeinde - Klaus Knall (3 LPs, ex libris, 1985)
Weiter geht's mit den Passions-Musiken. Nachdem Penderecki bei mir den Eindruck der Sprödigkeit & Kargheit hinterliess, relativiert sich das nach Adolf Brunners Markus-Passion (UA 1975 in Dresden) ein wenig: hier haben wir es mit einem tief empfundenen aber auch ebenso tief ernsten Stück zu tun: Pendereckis im Vergleich geradezu schillernde Erzählhaltung bleibt in jedem Moment ganz dicht am Geschehen & sorgt stets für eine Art Thrill - trotz des von ihm vertonten Latein gegenüber dem bei Brunner gesungenen Deutsch. Der Komponist betont im Beiheft die schonungslose Direktheit, ja Dramatik von Lukas im Vergleich mit den anderen Evangelisten. Davon blitzt in der Vertonung aber recht selten etwas hervor. Einerseits wohltuende Innenschau, andererseits ein Ausbremsen des dramatischen Flusses stellen die Präludium & Intonation genannten Orgelvorspiele zu den 6 Abschnitten dar. Der emotionale Grundcharakter der Passions-Schilderungen ist mehrheitlich düster-verhangen. Die Chancen zu dramatischer Zuspitzung werden nicht immer genutzt. Die Rolle eines Erzählers oder Evangelisten wird dem Chor übertragen. Dadurch bleibt allein an Aussage & Ausdruck Vieles im Ungefähren, hat weniger Kontur, als wenn die Rolle klar personalisiert wäre. Klug gewählt ist die Wahl der Instrumente für die jeweilige Szenerie. Brunners Klangsprache hat mich einige Male an Benjamin Britten & Michael Tippett denken lassen. Immerhin interessant & von starkem Eindruck die häufige Unterordnung der Musik unter den Sprachduktus, was die Prosodie angeht. Unter den Solisten sticht Heinz Suter als Pilatus hervor: weniger mit einem attraktiven Timbre als vielmehr mit Gestaltungskraft. Aufnahmetechnisch ist die Rolle des Christus leicht in den Vordergrund gezogen während die anderen Protagonisten quasi aus der Mitte des Chores heraus zu hören & somit zu leise sind. Chor & Instrumentalisten sind bestens disponiert, die Aufnahme plastisch, durchsichtig & dynamisch, meine Exemplare obendrein mutmasslich ungespielt & daher im obersten Vinyl-Himmel angesiedelt. Fazit > eine Passionsbetrachtung, die einen unverplanten Nachmittag mit Konzentrationsvermögen, Ausdauer & einer Kanne Rooibos verlangt.
Cetay (inaktiv) (13.03.2018, 11:17): Normalerweise mache ich um programmatische Schlachten- und Revolutionsmusik einen großen Bogen, aber die "Große charakteristische Sinfonie für den Frieden mit der französischen Republik" von Wranitzky ist durchaus genießbar und funktioniert auch ohne Programm sehr gut.
Paul Wranitzky; Sinfonie c-Moll op. 31 NDR Radiophilharmonie, Howard Griffith
Falstaff (17.03.2018, 00:09): Aus aktuellem Anlass:
Vielleicht keine ausgesprochene Geburtstagsmusik, aber irgendwie war mir bei diesem erneuten Wintereinbruch danach. Zudem erinnert sie mich an den letzten Liederabend mit der Ludwig in Berlin mit eben dieser Winterreise.
:hello Falstaff
Falstaff (17.03.2018, 00:13): Und danach dann diese hier:
Vor allem die Szenen aus der 'Elektra' und der 'Frau ohne Schatten' sind schlichtweg grandios.
:hello Falstaff
Amonasro (18.03.2018, 16:49):
Ein weiterer Versuch meinerseits, dieser Oper nahe zu kommen. Aber irgendwie klappt es nicht. Sie bleibt mir fremd. Vielleicht müsste ich sie wirklich erst einmal auf der Bühne sehen.
:hello Falstaf Mir gefällt Fanciulla von ein paar Längen im 1. Akt abgesehen eigentlich sehr, allerdings ziehe ich die Aufnahme mit Carol Neblett, Placido Domingo und Sherill Milnes deutlich vor. Tebaldi klingt mir als Minnie zu glatt, insbesondere die Poker-Szene ist mit Neblett und Milnes deutlich intensiver.
Bei mir jetzt:
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Ernani
Ernani - Carlo Bergonzi Elvira - Leontyne Price Don Carlo - Mario Sereni Don Ruy Gomez de Silva - Ezio Flagello Don Riccardo - Fernando Iacopucci Iago - Hartje Mueller Giovanna - Julia Hamari
RCA Italiana Opera Orchestra and Chorus, Thomas Schippers
Von Verdis Frühwerken höre ich Ernani am liebsten. Nur schade, dass Bergonzi hier nicht auch die Arie Odi il voto singt.
Gruß Amonasro :hello
Amonasro (19.03.2018, 15:08):
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Rigoletto
Il Duca di Mantova - Renato Cioni Rigoletto - Cornell MacNeil Gilda - Joan Sutherland Sparafucile - Cesare Siepi Maddalena - Stefania Malagù Giovanna - Anna di Stasio Matteo Borsa - Angelo Mercuriali Marullo - Giuseppe Morresi Il Conte di Ceprano - Giulio Corti La Contessa di Ceprano - Luisa Valle Il Conte di Monterone - Fernando Corena Un paggio della Duchessa - Maria Fiori
Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia Roma, Nino Sanzogno
Gruß Amonasro
Sfantu (19.03.2018, 23:01): Bei mir jetzt:
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Ernani
Ernani - Carlo Bergonzi Elvira - Leontyne Price Don Carlo - Mario Sereni Don Ruy Gomez de Silva - Ezio Flagello Don Riccardo - Fernando Iacopucci Iago - Hartje Mueller Giovanna - Julia Hamari
RCA Italiana Opera Orchestra and Chorus, Thomas Schippers Eine ganz vorzügliche Aufnahme! Allein den Eingangschor mit seinem unwiderstehlichen Drive zähle ich zu den absoluten Glanzpunkten der Verdi-Diskographie! Das ist pure, mitreissende, Klang gewordene Italianità! Bei jedem neuen Hören so elektrisierend wie beim ersten Mal...
Dekyi1210 (20.03.2018, 22:06): Schöne Sachen werden hier gehört. Ernani mit Schippers - herrliche Aufnahme, Bergonzi in perfekter Belcantomanier, dazu das frische, elektrisierende Dirigat des viel zu jung verstorbenen Schippers, übertroffen nur von Mitropoulos 1956.
Bei mir heute Walküre mit Solti - ich weiß, einfallslos, aber die Besetzung fast ideal und vor allem die Aufnahmetechnik von DECCA (Vinyl mit der DECCA-Kurve!) bis heute unerreicht. Schwachpunkt - wenn es denn einen gibt - eigentlich Hotter. Da ist mir z.B. London unter Leinsdorf oder Stewart unter Karajan lieber...aber das ist Jammern auf eher höherem Niveau
satie (20.03.2018, 22:31): Hallo Dekyi. willkommen im Forum! Ich freue mich auf interessante Beiträge.
Herzliche Grüße Satie
Falstaff (20.03.2018, 23:14): Heute bei mir eher fern der Oper:
:hello Falstaff
Falstaff (20.03.2018, 23:17): Und danach ein wunderbar leichtes 1. Klavierkonzert von Beethoven.
:hello Falstaff
Amonasro (22.03.2018, 22:00):
Gustav Mahler: Das Lied von der Erde
Christa Ludwig Fritz Wunderlich Philharmonia Orchestra, New Philharmonia Orchestra, Otto Klemperer
Gruß Amonasro
Amonasro (23.03.2018, 17:13):
Gaetano Donizetti/Felice Romani: Lucrezia Borgia
Don Alfonso I. d'Este - Ingvar Wixell Lucrezia Borgia - Joan Sutherland Gennaro - Giacomo Aragall Maffio Orsini - Marilyn Horne Jeppo Liverotto - Graham Clark Apostolo Gazella - Lieuwe Visser Ascanio Petrucci - John Bröcheler Oloferno Vitellozzo - Piero De Palma Gubetta - Richard Van Allan Rustighello - Graeme Ewer Astolfo - Nicola Zaccaria Un usciere - David Wilson-Johnson Un coppiere - Paul Taylor
London Opera Chorus National Philharmonic Orchestra, Richard Bonynge
Diese düstere Oper Donizettis zieht alle Register des Schaurigen: eine inzestuöse Liebe, unklare Identitäten, Gifte, Gegengifte und ein Massenmord am Ende, bei dem eine ganze Festgesellschaft vergiftet wird. Die Handlung ist dabei nicht immer logisch (wieso sagt Lucrezia ihrem Mann nicht einfach, dass Gennaro ihr Sohn ist?), während die Musik mit dem Donizetti-typischen Koloratur-Feuerwerk aufwartet. Die Besetzung überzeugt auf ganzer Linie bis in die Nebenrollen hinein, die im Gegensatz zu anderen Donizetti-Opern relativ viele Auftritte haben. Joan Sutherland war bei dieser Aufnahme schon über 50, klingt aber noch deutlich frischer als in der wenig später entstandenen Sonnambula. Ihr teilweise eher kaltes Timbre passt gut zu der unnahbaren Figur, der Tenor Aragall besticht durch eine sehr schönklingende Stimme mit müheloser Höhe und darf hier auch zwei Arien singen, die häufig gestrichen werden.
Gruß Amonasro
Falstaff (24.03.2018, 01:10): Heute ein bisschen Mozart mit Haskil und Cluytens:
:hello Falstaff
Falstaff (24.03.2018, 01:12): Und danach Richter mit Mozart-Sonaten:
:hello Falstaff
Falstaff (24.03.2018, 01:14): Und zum Abschluss eine der Kronen Mozarts in einer fantastischen Interpretation:
:hello Falstaff
Sfantu (25.03.2018, 23:22):
Josef Bohuslav Foerster (1859 - 1951) - Sinfonie Nr. 4 c-moll "Veliká noc" ("Osternacht"), 1905 Symfonický orchestr hlavního města Prahy Film Opera Koncert - Václav Smetáček (LP, Supraphon, 1970)
Nach Penderecki & Brunner erfährt meine kleine Oster-Serie eine denkbar schroffe Kehrtwende: Zum einen hat man es bei Foerster mit einem rein instrumentalen Werk zu tun. Dann aber eben auch mit einer emotionsschwangeren Spätest-Romantik: Foerster schloss als Lehrer & Kritiker um die Jahrhundertwende in Hamburg Freundschaft mit Gustav Mahler. & das dringt in diesem Werk offenkundig durch. Auch werden Anklänge an, Humperdinck & Dvořák, stellenweise sogar Skrjabin hörbar. Die 4 Sätze tragen programmatische Titel: I. "Kreuzweg". Bewegte Thematik spiegelt den Widerstreit von Gut & Böse. II. "Kartfreitag eines Kindes": Der scherzoartige Satz wartet mit allerlei Folkloristischem auf - der stellenweise heiter-verspielte Grundton mag auf den ersten Blick nicht so recht zum tragischen Grundkontext passen. Foerster wählte aber selbst den Untertitel "Karfreitag eines Kindses". Laut Klappentext sei dies eine Anspielung auf österliche Festtagsbräuche & Kindheitserinnerungen. III. "Zauber der Einsamkeit" wird als inbrünstiges Gebet & als Evokation Christi im Garten von Gethsemane gedeutet. IV. "Sieg des Karsamstags": Heldische Motivik im Sinne Mahlerscher Erlösungs-Dramen wird effektvoll von einem Paukenschlag unterbrochen. Hierauf baut sich, von der Orgel ausgehend, eine hymnische Apotheose auf, die unter dröhnender Kathedralen-Kuppel im vollen Orchester ihren triumphalen Abschluss findet. Das Ganze geht für mich in Ordnung, rufe ich mir den übergeordneten Kontext ins Bewusstsein: Christi Sieg über alles Irdische. Denn rein stilistisch ist Foerster gerade in diesem Finalsatz doch wieder sehr nahe an Mahler (mit dem ich immer schon meine Mühe hatte/habe). Bei Mahler steht hinter allem Weltumspannenden am Ende doch immer ein selbstmitleidtrunkener Ich-Schrei - hier darf man wenigstens nominell ein höheres Prinzip als Leitgedanken annehmen (Foerster mag es als tiefgläubiger Christ wohl ernst gemeint haben).
Mag ich diese Musik: Ja. Die übergeordnete Klammer Ostern lässt die Dramaturgie sinnfällig erscheinen. Die in mir schlummernden Mahler-Allergene kauern somit knapp unter der Aktivierungsschwelle...
Falstaff (27.03.2018, 00:19): Und noch 'n bisserl Mozart.
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (27.03.2018, 16:12):
Johannes Kalitzke; Bericht über den Tod des Musikers Jack Tiergarten Szenische Moritat für zwei Schauspieler, Sopran, Bariton und Kammerorchester Werner Eggenhofer, Till Krabbe, Brigitte Jäger, Espen Fegran, Ensemble musikFabrik (NRW), Johannes Kalitzke
Streng genommen könnte man auch diese in die Auswahlliste für Falstaffs Einstiegsdrogen-Opernprojekt aufnehmen. Ich kenne zumindest eine Person, die mit der Oper gar nichts am Hut hat, aber diese Platte zu den wertvollsten seiner Sammlung zählt. Die Handlung bietet ebenso viel Tiefgang wie klassischer Stoff und kommt dabei ganz ohne Adelige und Heldinnen aus.
Falstaff (27.03.2018, 22:49): und kommt dabei ganz ohne Adelige und Heldinnen aus. Na, das is' 'n Kriterium. :P Streng genommen könnte man auch diese in die Auswahlliste für Falstaffs Einstiegsdrogen-Opernprojekt aufnehmen. Lieber Cetay, würde ich glatt machen und Moderne kommt in der Runde immer sehr gut an. Nur leider kenne ich das Stück nicht und bei YouTube finde ich es auch nicht. Bislang kenne ich von Kalitzke nur die Filmmusik zu 'Schatten' und habe nun ein wenig 'Labyrinth der Lieder' gehört. Was mich sofort veranlasst hat, den 'Bericht' zu bestellen. Werde die Runde damit vielleicht beim nächsten Treffen überraschen. Wo sie doch immer nur Callas von mir erwarten. :D
LG Falstaff
Falstaff (27.03.2018, 22:51): Daraus das Streichquartett op.74 Nr.1 von Haydn.
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (28.03.2018, 18:50):
Carl Maria von Weber; Der Freischütz Gundula Janowitz, Edith Mathis, Peter Schreier, Staatskapelle Dresden, Carlos Kleiber
Falstaff (29.03.2018, 01:20): Weiter mit meiner Haydn-Entdeckertour:
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (29.03.2018, 13:30): Weiter mit meiner Haydn-Entdeckertour:
:hello Falstaff Eine Lebensaufgabe ist das, aber eine lohnende.
Das "Problem" ist, dass es bei Haydn kein Frühwerk gibt, in dem Sinne, dass es sich um qualitativ weniger hochstehendes Material handelt. Schon unter den ersten 20 Sinfonien finden sich allerlei Juwelen - und selbst die Scherzandi, die es nicht in die offizielle Zählung geschafft haben, möchte ich nicht verpasst haben. Und damit ist noch kein Streichquartett und kein Klaviertrio gehört und Nebenschauplätze wie die Concerti a Due Lire oder Baryton-Oktette unergründet. Haydns Gesamtwerk kann ich in meinem Normalhörerleben auch nicht mal ansatzweise erfassen, aber egal was ich weglasse: ich weiß, ich verpasse etwas. Ach ja, er hat auch einen ganzen Sack voller Opern geschrieben. ;)
Cetay (inaktiv) (29.03.2018, 16:29):
Gustav Mahler; Sinfonie Nr.8 Mormon Tabernacle Choir, Utah Symphony Orchestra, Thierry Fischer Nachdem ich gestern den Schreifritz ganz unterhaltsam fand, hatte ich noch Lust auf etwas mehr "mit Chor". Warum ich den von mir weitgehend geschassten Mahler und die noch nie sehr geliebte 8. ausgewählt habe, kann man wohl nur Intuition nennen. Die hat mich wirklich schier vom Stuhl gerissen - nicht (nur) wegen des Spektakels, sondern weil ich auf einmal das Gefühl hatte vom Mahler-"Schaf", das nichts "capirt" zum Eingeweihten zu mutieren. Sicher ist aus die Achte ein Ich-Geschrei, aber schreit hier nicht das Universum durch Mahler? Egal, die Interpretation ist herausragend, weil sie ohne das ganze Psycho-Gedöns auskommt und ein weiteres Indiz dafür, dass man den Intentionen des Komponisten möglicherweise am nächsten kommt, indem man sich heraushält. Utah ist eine feine Adresse im Mahler-Kosmos. Schon Maurice Abravanel hat dort einen ganz vorzüglichen Sinfonien-Zyklus vorgelegt, der heute etwas schepps angesehen wird, weil ihm das Abgründige und Doppelbödige abgehen würde - sprich, weil er sich ganz klassisch gibt und den kompositorischen Exzessen Mahlers eben nicht noch interpretatorische (und effekthascherische) aufsetzt.
Falstaff (29.03.2018, 23:29): Eine Lebensaufgabe ist das, aber eine lohnende. Ach, der Aufgaben sind so viele und die Zeit ist so bemessen. ;)
Nein, ich werde schon weitermachen. Deshalb gab es heute:
Daraus das Klaviertrio Hob.XV:19. Bisschen was findet sich ja doch in meinem Regal.
LG Falstaff
Cetay (inaktiv) (30.03.2018, 12:17):
4 x Wolfgang Amadeus Mozart; Sinfonie Nr. 6 F-Dur, K. 43 Wiener Philharmoniker, James Levine // The English Concert, Trevor Pinnock // RIAS-Symphony-Orchester, Ferenc Ficsay // Danish National Chamber Orchestra, Adam Fischer
Amonasro (30.03.2018, 17:32):
Johann Sebastian Bach/Picander: Matthäus-Passion
Solisten: Christoph Prégardien Matthias Goerne Chrisina Schäfer Dorothea Röschmann Bernarda Fink Elisabeth von Magnus Michael Schade Markus Schäfer Dietrich Henschel Oliver Widmer Jan Leibnitz
Wiener Sängerknaben, Arnold Schoenberg Chor Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (30.03.2018, 19:42): Der große alte Bach steht immer noch hoch im Kurs. Spotify verzeichnet in diesem Jahr schon 42 Neuerscheinungen bzw. Wiederauflagen. Als Cageianer bekommt man neues Futter in bescheideneren Dosen verabreicht. Aber immerhin gibt es schon die zweite Ration zu vermelden und damit so viel wie im ganzen Jahr 2017.
John Cage; Electronic Music for Piano Tania Chen (Klavier), Thurston Moore (E-Gitarre), David Toop (Klangbearbeitung), Jon Leidecker (Elektronik)
Cetay (inaktiv) (30.03.2018, 21:08):
Gustav Mahler; Sinfonie Nr. 8 Es-Dur Bulgarian National Choir "Svetoslav Obretenov", Sofia Philharmonic Orchestra, Emil Tabakov
Cetay (inaktiv) (31.03.2018, 00:29):
Johann Sebastian Bach ; Violinkonzerte a-Moll & E-Dur, BWV 1041 & 1042 Frank Peter Zimmermann, Berliner Barocksolisten
live 1949 Berlin, Funkhaus an der Masurenallee, d. h. guter Klang. Fritz Lehmann dirigiert Mitgl. des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters Berlin, den Rundfunkchor, den Knabenchor der St. Hedwigskathedrale. Als Solisten sind u. a. zu hören Helmut Krebs als Evangelist und Dietrich Fischer-Dieskau als Jesus. Keine Hip-Interpretation, trotzdem immer werkbezogen, sehr beeindruckend.
Eine Passion wie ein Schäferspiel. Schon der Eingangschor hebt in heiter gelöster Festtagsstimmung an. & mehrheitlich sonnig geht es weiter, es überwiegen ganz klar die Dur-Tonarten. Die Tenor-Arie "Dich, Petrus, weckt der muntre Hahn" wartet sogar mit verschmitzter Ironie auf, dazu die lautmalerisch kikerikierende Oboe. "Schrecklich harter Ausdruck. Wehe!" kommt wie eine ungestüme Rache-Arie daher. Sie wird vom selben Bass vorgetragen, der unmittelbar davor das Jesus-Rezitativ sang, in welchem das Wort über Judas fällt, es sei besser, er wäre nie geboren worden. Ich begreife also unwillkürlich auch die Worte der folgenden Arie als von Jesus kommend. Das befremdet etwas, da Rachegedanken für mich nicht zum Wesen Christi passen. Im Begleittext wird gemutmasst, dies sei wohl nicht als zusammenhängend aufzuführende Passion konzipiert gewesen. Die Kopien (Autographe sind (oder waren 1986) nicht erhalten) tragen Überschriften, die bestimmten Sonntagen der Fastenzeit zugeordnet sind. Zwar stellt sich ein entsprechender Pasticcio-Eindruck bei mir nicht ein. Befremdlich bleibt, wie gesagt, die fast fröhliche Stimmung. Die Turba-Chöre & die erwähnte Bass-Arie bilden da die wenigen Ausnahmen. Das Ensemble agiert recht homogen auf sehr hohem Niveau. Dennoch herausragend: Andreas Schmidt mit kluger Gestaltung & natürlich mit seinem edlen Gold-Timbre sowie Peter Schreier - der Archetyp eines Evangelisten - blitzsaubere Diktion, expressives Durchleben, ja Verkörpern des Geschehens & auch in schon reiferen Sängerjahren glockenklar wie eh & je. Die genannte Petrus-Verschmäh-Arie macht er zu einem Kabinettstück! Das Instrumental-Ensembel ist kein historisierendes. Wäre es eines, hätte das Ganze ein Quäntchen mehr Kontur, mehr Biss. Dies der einzige kleine Kritikpunkt an der ansonsten vorzüglichen Darbietung.
Fazit: eine schöne, hörenswerte Passion, die nur leider keine ist. Liebliche, harmlose Geschichten in mehrheitlich heiter-melodiöser Vorklassik. Ecken, Kanten, erschütternde Abgründe: Fehlanzeige. (Muss an die 1980er DEFA-Produktion "Johann Sebastian Bachs vergebliche Reise in den Ruhm" denken: sehe Alexander May als Vater Bach vor mir, wie er Henry Hübchen (als CPE) eine Ohrfeige verpasst, nachdem er dieses Werk zu Ohren bekommt. Auch wenn diese Passion garnicht vorkommt & auch, wenn es Sebastian Kozik als Johann Christian war, der vom Vater abgewatscht wurde, aber egal).
Carl Philipp Emanuel Bach - Passions-Kantate "Die letzten Leiden des Erlösers" Wq 233
Barbara Schlick & Greta de Reyghere, Sopran Cathérine Patriasz, Alt Christoph Prégardien, Tenor Max van Egmond, Bass Collegium Vocale Ghent, La Petite Bande - Sigiswald Kuijken (2 LPs, deutsche harmonia mundi, 1987)
Ganz anders dieses Werk. Es herrscht fast meditative Innenschau vor. Das Kernstück die ausladende, fast formsprengende Tenor-Arie "Wende dich zu meinem Schmerz". Die nicht wenigen wild-dramatischen Ausbrüche zeigen den Sturm-& Drang-Bach den ich kenne & liebe: so z. B. die Bass-Arien "Verstockte Sünder" & "Donnre nur ein Wort der Macht" & wiederum die Turba-Chöre. Vorzüglich die federnd & mit Brennschärfe aufspielende "Bande", das praktisch akzentfrei singende Collegium, der famose Christoph Prégardien & die Goldkehle von Barbara Schlick. Ein Schwachpunkt aus meiner Sicht Max van Egmond: hier fehlt ihm einfach der nötige Biss, die Gestaltungskraft. Auch klanglich bleibt er mit seinem fahlen, schwammigen Timbre blass, wie nicht fassbar. Schade bei dieser lohnenden Partie. Diesmal wird kein Evangelisten-Text vertont sondern Anna Luise Karsch. Sie kommentiert das Geschehen, es fallen kaum Zitate. Die Rollen entsprechen denn auch keinen Figuren der Leidensgeschichte. Interessant, wie sie Pilatus' im Grunde guten Kern herausstreicht & ihn als lediglich zu schwach oder als Opfer der Umstände fast verteidigt. Nicht selten wechseln die Erzähler sogar innerhalb der (phantasievollen) Rezitative.
Insgesamt eine sehr gute, über weite Strecken herausragende Darbietung eines Meisterwerks, das in seinem ernsthaften, edlen Charakter tief bewegt. Hier (1767) hat Bach eine souveräne Reife ausgebildet.
Sfantu (31.03.2018, 19:20): Funkhaus an der Masurenallee, d. h. guter Klang. Das wäre doch vielleicht mal einen eigenen Faden wert: "Die bestklingenden Säle" oder "Das Geheimnis der Zauberakustik". Denn wenn die von Dir gemeinte Aufnahme trotz ihres Jahrganges & trotz Mono klanglich dermassen überzeugt, dann muss das einen Grund haben. Nicht umsonst gehen Orchester für Aufnahmen gern an speziell ausgesuchte Orte: die Berliner statt in die eigene Philharmonie in die Christus-Kirche Dahlem, die Dortmunder statt in ihr Konzerthaus in die Märtmann-Kirche Aplerbeck. Die altehrwürdige Stadthalle Elberfeld hat diesbezüglich ebenfalls einen hohen Nimbus. Was macht aus einem Ort mit Boden, Decke & 4 Wänden eine Wunderbox?
Cetay (inaktiv) (01.04.2018, 13:07):
Franz Schubert; Winterreise op. 89, D. 911 Josef Greindl, Hertha Klust
Ganz klar die Winterreise für mich.
Amadé (01.04.2018, 18:44): Sie gehört auch schon lange zu meinen Favoriten.
Gruß Amadé
Sfantu (01.04.2018, 23:14):
Josef Bohuslav Foerster (1859 - 1951) - Sinfonie Nr. 4 c-moll "Veliká noc" ("Osternacht"), 1905 Symfonický orchestr hlavního města Prahy Film Opera Koncert - Václav Smetáček (LP, Supraphon, 1970)
Nach Penderecki & Brunner erfährt meine kleine Oster-Serie eine denkbar schroffe Kehrtwende: Zum einen hat man es bei Foerster mit einem rein instrumentalen Werk zu tun. Dann aber eben auch mit einer emotionsschwangeren Spätest-Romantik: Foerster schloss als Lehrer & Kritiker um die Jahrhundertwende in Hamburg Freundschaft mit Gustav Mahler. & das dringt in diesem Werk offenkundig durch. Auch werden Anklänge an, Humperdinck & Dvořák, stellenweise sogar Skrjabin hörbar. Die 4 Sätze tragen programmatische Titel: I. "Kreuzweg". Bewegte Thematik spiegelt den Widerstreit von Gut & Böse. II. "Kartfreitag eines Kindes": Der scherzoartige Satz wartet mit allerlei Folkloristischem auf - der stellenweise heiter-verspielte Grundton mag auf den ersten Blick nicht so recht zum tragischen Grundkontext passen. Foerster wählte aber selbst den Untertitel "Karfreitag eines Kindses". Laut Klappentext sei dies eine Anspielung auf österliche Festtagsbräuche & Kindheitserinnerungen. III. "Zauber der Einsamkeit" wird als inbrünstiges Gebet & als Evokation Christi im Garten von Gethsemane gedeutet. IV. "Sieg des Karsamstags": Heldische Motivik im Sinne Mahlerscher Erlösungs-Dramen wird effektvoll von einem Paukenschlag unterbrochen. Hierauf baut sich, von der Orgel ausgehend, eine hymnische Apotheose auf, die unter dröhnender Kathedralen-Kuppel im vollen Orchester ihren triumphalen Abschluss findet. Das Ganze geht für mich in Ordnung, rufe ich mir den übergeordneten Kontext ins Bewusstsein: Christi Sieg über alles Irdische. Denn rein stilistisch ist Foerster gerade in diesem Finalsatz doch wieder sehr nahe an Mahler (mit dem ich immer schon meine Mühe hatte/habe). Bei Mahler steht hinter allem Weltumspannenden am Ende doch immer ein selbstmitleidtrunkener Ich-Schrei - hier darf man wenigstens nominell ein höheres Prinzip als Leitgedanken annehmen (Foerster mag es als tiefgläubiger Christ wohl ernst gemeint haben).
Mag ich diese Musik: Ja. Die übergeordnete Klammer Ostern lässt die Dramaturgie sinnfällig erscheinen. Die in mir schlummernden Mahler-Allergene kauern somit knapp unter der Aktivierungsschwelle... Die Scheibe lag heute erneut auf meinem Plattendreher.
Weshalb? Zur Selbsttherapie - bevor mein Mahler-Problem noch pathologische Züge annimmt. Denn wie albern ist das denn?: wieder & wieder weniger bekannte Komponisten allein an dem zu messen, was sie von berühmten Zeitgenossen unterscheidet. Oder was sie mit ihnen verbindet. Wie gerecht ist es bspw., Richard Strauss, Gustav Mahler, Alexeij Skrijabin, Josef Suk usw. usf. als Messlatten neben jemanden zu setzen, der bisher nicht als stil-oder epochebildend galt - aus welchen Gründen auch immer? Ist Bekanntheit perse bereits ein Qualitätsmerkmal? Wer sagt z. B., dass Mahler als Kollege & Freund zu Hamburger Zeiten stilbildende Impulse nicht von Foerster erhielt als (wie man aufgr. der heutigen Popularität anzunehmen geneigt ist) umgekehrt? Wenn es mir gelingt, mich zu diesem Punkt durchzuringen, dann wird meine Sichtweise vielleicht eine andere. Dann konstatiere ich hohe Instrumentationskunst, kluges Mass der Proportionen, geschickten Einsatz der Mittel zur Erzeugung von Emotionen um eine Geschichte packend & überzeugend zu transportieren. Dann erscheint es in einem neuen Licht, wenn die Leidensgeschichte hier im Hollywood-Stil daher kommt. Stimmt meine vorherige mentale Einstimmung, dann spricht mich am Ende auch das Ergebnis an.
Foerster steht stellvertretend für viele: mein Regal ist davon über die Jahre angefüttert worden, die Auseinandersetzung damit wurde aber auf den Sankt Nimmerleins-Tag verschoben. & so konnte dank eines entsprechenden Urknalls auch Folgendes endlich mal erkundet werden:
"Ze Shakespeara"("aus oder von Shakespeare"), Sinfonische Dichtung op. 76 "Jaro a touha" ("Frühlingszeit & Sehnsucht"), Sinfonische Dichtung op. 93
Symfonický orchestr hlavního města Prahy Film Opera Koncert - Václav Smetáček (LP, Supraphon, 1986)
Libor Hlaváček, Vl., Oldřich Slavíček, Fl., Symfonický orchestr Českého rozhlasu - Václav Jiráček (LP, Supraphon, mono. Kein Aufnahmejahr angegeben)
Ich bin froh, dass es endlich mal eine Initialzündung gab, diese Platten aufzulegen. Meine ersten Eindrücke sind noch frisch, brauchen Zeit, um sich zu setzen. Allenthalben höre ich hochromantische, emotionsbetonte Musik, die vor allem Stimmungen transportiert. Das Violinkonzert (entstanden über einen Zeitraum von 1918 bis 26) tönt bereits einen Schritt abgeklärter. Das Cappriccio zitiert mehrfach das Hauptthema des Kopfsatzes aus Dvořáks Cellokonzert. Die Interpretationen erscheinen mir durchweg stimmig. Die Flamme der Emphase ist konstant (wenn auch wohltuend etwas kleiner als in der Osternacht-Sinfonie). Ausser den erwähnten Zeitgenossen klingen hie & da auch Debussy oder ein weiter gedachter Dvořák durch...Herrgott! Jetzt bin ich ja schon wieder beim Vergleichen!
Foerster lohnt sich!
Amonasro (02.04.2018, 10:38):
Hector Berlioz:
L'Enfance du Christ
Marie - Susan Graham Joseph - François Le Roux Le Récitant - John Mark Ainsley Hérode - Philip Cokorinos Le Père de famille - Andrew Wentzel Un Centurion - Gordon Getz Polydorus - Marc Belleau
Sara la baigneuse
Hélène
La Belle Voyageuse (mit Susanne Mentzer)
Quartetto e coro dei maggi
Chant sacré (mit John Mark Ainsley)
Chœur de l'Orchestre symphonique de Montréal Orchestre symphonique de Montréal, Charles Dutoit
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (02.04.2018, 12:15): Denn wie albern ist das denn?: wieder & wieder weniger bekannte Komponisten allein an dem zu messen, was sie von berühmten Zeitgenossen unterscheidet. Oder was sie mit ihnen verbindet. Wie gerecht ist es bspw., Richard Strauss, Gustav Mahler, Alexeij Skrijabin, Josef Suk usw. usf. als Messlatten neben jemanden zu setzen, der bisher nicht als stil-oder epochebildend galt - aus welchen Gründen auch immer? Ist Bekanntheit perse bereits ein Qualitätsmerkmal? Bekanntheit perse ist kein Qualitätsmerkmal, so wie Unbekanntheit per se nicht auf fehlende Qualität schließen lässt. Sich an den Unterschieden zu berühmten Zeitgenossen zu orientieren, ist für eine Einordnung nicht verkehrt - das, was anders ist, reflexartig als Mangel zu kategorisieren, ist der Blödsinn, der sich quer durch die Rezeptionsgeschichte zieht. Aber da kann man wohl nichts mehr ändern. Der Kanon steht unerschütterlich und auch in der Zeit, in der Musik all-verfügbar geworden ist und Neuerkundungen und -bewertungen für jeden ein Leichtes sind, hört man sich lieber die 279. Neuaufnahme eines der üblichen Verdächtigen an, als dass man mal jemandem, der bisher nicht als stil- oder epochebildend galt, wenigstens mal eine Chance gibt. So? Schulterzucken und Weitertherapieren!
Hier läuft gerade:
Frank Zappa; Civilization Phase III Ensemble Modern, Frank Zappa (Synclavier, Samples)
Sfantu (02.04.2018, 18:54):
Georg Philipp Telemann - Matthäus-Passion (1746)
Wilfried Jochens, Tenor (Envagelist) Klaus Mertens, Bass (Jesus) Sebastian Hübner, Tenor (Petrus) Christoph Burmester-Streffer, Tenor (Judas) Uwe Czyborra-Schröder, Altus (1. Zeuge) Koen van Stade, Bass (2. Zeuge) Bernhard Scheffel, Tenor (Caiphas) Ekkehard Abele, Bass (Pilatus) Rheinische Kantorei Das Kleine Konzert - Hermann Max
(CD, Capriccio, 1999)
Aufs neue eine Passion der Leichtigkeit. Alles ist betont kleingliedrig gefügt, kaum eine Nummer überschritet einmal 5 min Spieldauer. Dies erwartungsgemäss in den Arien, in denen fast durchweg reizvolle Instrumental-Soli mit dem Sänger wettstreiten. Dies dann auch der Pluspunkt für meinen Geschmack. Sicher, man bekommt höchste Qualität in Erfindung, gediegener Komposition & Klangpracht geboten - Telemann eben. Vieles klingt mir angesichts der Leidensgeschichte aber zu freudig & passt oftmals eher in eine Huldigungs-Kantate für einen noblen Auftraggeber, in der repräsentativen, prachtvollen Manier des nordostdeutschen Barock. Jochens ist ein guter aber kein überragender Evangelist. Es fehlt eine Portion deklamatorische Schärfe, um dem Geschehen die angemessene Spannung zu verleihen. Klaus Mertens dagegen ein Abgeklärtheit ausstrahlender Christus mit kernigem Timbre. Die übrigen Beteiligten verdienen sicher ein Gut bis Sehr gut. Unfreiwillig komisch der Chor in Nr. 11 (Track 11) "Wehe, Aufruhr, eilet, helfet!". Durch die hastig zu repitierenden Worte stellt sich der Eindruck ein, den damals ein Rezensent (FonoForom oder Rono muss es gewesen sein) sehr treffend als von einem "in Aufregung geratenen Kaffeekränzchen" beschrieben hat.
Also: musikalisch wert- & reizvoll (kenne nichts von Telemann, auf das dies nicht zuträfe): ja! Eine angemessen würdevolle Passion?: leider nein.
Georg Philipp Telemann - Matthäus-Passion (1730)
Sena Jurinac, Sopran Theo Altmeyer, Tenor (Evangelist) Horst Günter, Bariton (Jesus) Franz Crass, Bass Festival-Chor Luzern Schweizer Festival-Orchester - Kurt Redel
(2 LPs, Philips, ca. 1965)
Gleich die einleitende Sinfonia macht unmissverständlich klar, dass hier eine bodenlose Tragödie heraufzieht. Das Werk ist von feierlichem Ernst durchzogen, die gesamte Anlage breiter, gesetzter, ausladender. Bisher noch nicht so emphatisch gehört wie in dieser Version: Judas' Szene des Erkennens & Eingestehens der eigenen Schuld - passend mit "Furioso" überschrieben. Auch die Stelle gegen Ende mit dem zerreissenden Vorhang, der bebenden Erde & den brechenden Felsen kommt hier ebenfalls herrlich plastisch mit Donnergrollen daher: wilde Streicher-Tremoli & Paukenwirbel. Sehr anrührend die Sopran-Arie "Lass Dich bitt're Tränen netzen". Interessant, dass bei den Nummern in etwas aufgehellterer Stimmung oftmals Traversflöten & Piccoli die stimmführenden Geigen verstärken - so, wie häufig sonst etwa bei Rameau zu hören - sehr reizvoll! Für mich besonders hervorzuheben: Franz Crass & Theo Altmeyer mit jeweils souveräner, fast mustergültiger Gestaltung. Crass steht hier auch stimmlich noch in Saft & Kraft. Altmeyer formt seinen Part exzellent, man lässt sich gern von ihm durch diese Geschichte leiten. Allerdings ist er entweder stimmlich vergleichsweise schmalbrüstig oder aber von der Klangregie benachteiligt. Auch die anderen Solisten sind zu sehr im Hintergrund, verfügen aber wohl einfach über Organe mit mehr Durchschlagskraft. Schade: Horst Günter verkörpert mit seinem nicht besonders attraktiven, altväterlichen Stimmklang keinen Mittdreissiger. Chor & Orchester sind tadellos, der Klang (bis auf die erwähnte Disbalance) voll, durchsichtig, geschmeidig. Organische Tempi, alle sind bei Redel in kundigen, sicheren Händen.
Wie kam es nur zu derart unterschiedlich geratenen Passions-Geschwistern? Auch das ältere Werk ist bereits in Telemanns Hamburger Zeit entstanden. Gut, es liegen 16 Jahre dazwischen. Vielleicht gab es unterschiedliche Auftraggeber? Die Booklets enttäuschen: bei Capriccio wird lang & breit über die neue Art der Rezitativ-Komposition in der 1746er Passion doziert, über die Entstehungsgeschichte erfahre ich nichts. Bei Philips (nur auf französisch & eine etwas sparsame Low-Budget-Auflage) wird auf derartige Unterschiede in Telemanns Passionen nicht ausreichend eingegangen.
Die Pistole auf die Brust, entscheide ich mich - trotz der Einschränkungen - klar fü die 1730er-Version.
Cetay (inaktiv) (02.04.2018, 21:49): Also lieber Sfantu, ich fände es jammerschade wenn diese wunderbaren Besprechungen allesamt bald im Geradehör-Nirvana untergingen. Wie wäre es mit einem Faden "Passionsmusiken abseits des Mainstream" oder so, wo man die hinkopieren und später wiederfinden könnte?
Sfantu (02.04.2018, 22:33): Hi Cetay, von mir aus...warum eigentlich nicht? Bin zwar kein Experte. Bin da so reingeschliddert (die übliche Ausrede der Kleinkriminellen). Also - wer sich berufen fühlt & autorisiert ist: nur zu.
Cetay (inaktiv) (04.04.2018, 16:51):
Louis Spohr; Nonett F-Dur, op. 31 Osmosis (auf Originalinstrumenten)
Mitreißend und farbenstark. :times10
Amonasro (05.04.2018, 16:18): Zuerst Bach, dann Bizet:
Johann Sebastian Bach: Brandenburgische Konzerte
Il Giardino Armonico, Giovanni Antonini
Georges Bizet/Louis Gallet: Djamileh
Djamileh - Lucia Popp Haroun - Franco Bonisolli Splendiano - Jean Philippe Lafont Hassan - Jacques Pineau
Chor des Bayerischen Rundfunks Münchner Rundfunkorchester, Lamberto Gardelli
Dieser trotz prominenter Fürsprecher (Mahler, Strauss) in Vergessenheit geratene Einakter setzt wie die Perlenfischer ganz auf den exotischen Schauplatz (Kairo). Die Handlung ist kaum der Rede wert und aufgrund der bei dieser Aufnahme gestrichenen Dialoge nur schwer zu entschlüsseln, bietet aber Anlass zu orientalischen Klängen (oder was man dafür hielt), tanzenden Haremssklavinnen, etc. Nach einer sehr schönen Ouvertüre und einer stimmungsvollen, von einem Frauen(Nilschiffer?)-Chor eingerahmten Arie Harouns (mit "Harouns Traum" überschrieben) fällt die Oper musikalisch etwas ab. Auf einen herausragenden Moment wie z.B. das Perlenfischer-Duett wartet man leider vergeblich.
Gruß Amonasro
uhlmann (05.04.2018, 22:42):
Gustav Mahler; Sinfonie Nr. 8 Es-Dur Bulgarian National Choir "Svetoslav Obretenov", Sofia Philharmonic Orchestra, Emil Tabakov Wie gehts dir da? Diese Achte ist imo ganz schwer zu packen. Die sog. "Sänger" sind tw. jenseits der Schmerzgrenze (meiner zumindest). Der Zyklus als ganzes ist aber sehr gelungen - v.a. die 3. und 9. sind grandios.
Cetay (inaktiv) (06.04.2018, 15:54): Ich hatte diese Achte ewig nicht mehr gehört (so wie Mahler allgemein -außer LvE- kaum noch den Weg in meine Ohren findet), aber ich erinnere mich, dass wir uns vor ein paar Jahren schon mal drüber ausgelassen haben (-> da). Die Quintessenz gilt heute noch genau so: Eine Aufnahme der Achten wird mir niemals wegen der Sänger gefallen, sondern trotz der Sänger und musikalisch reißt Tabakov die Ungereimtheiten der Vokaldarbietung mehr als raus.
Falstaff (06.04.2018, 22:40): Aus aktuellem Anlass höre ich im Moment natürlich nur den 'Don Carlos'. U.a. in dieser Version:
Falstaff (06.04.2018, 22:42): Dann auch diesen hier:
Falstaff (06.04.2018, 22:49): 'Reingezogen' habe ich mir natürlich auch diese Version (vergleichsweise nebs einigen anderen Live-Einspielungen):
Amonasro (07.04.2018, 21:13):
Gioachino Rossini/Luigi Romanelli: La pietra del paragone
La Marchesa Carice - Agata Bienkowska La Baronessa Aspasia - Anna Rita Gemmabella Donna Fulvia - Anke Herrmann Il Conte Asdrubale - Raffaele Costantini Il Cavalier Giocondo - Alessandro Codeluppi Macrobio - Dariusz Machej Pacuvio - Gioacchino Zarrelli Fabrizio - Teru Yoshihara
Czech Chamber Chorus, Czech Chamber Soloists, Brno Alessandro de Marchi (Dirigent & Cembalo)
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (08.04.2018, 01:05):
Franz Berwald; Sinfonie Nr. 3 C-Dur & Sinfonie Nr. 4 Es-Dur Royal Philharmonic Orchestra, Ivor Bolton
Amadé (08.04.2018, 09:40): Wieder mal eine Ausgrabung von Klöcker:
Schöne, gefällige Musik für den Sonntagmorgen.
Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (08.04.2018, 11:59):
Schöne, gefällige Musik für den Sonntagmorgen. Ein herrlicher Euphemismus für völlig belanglos. :thumbup:
Hier läuft das Quintetto Boccherini, das in den 50ern mit der Veröffentlichung von einigen Strichquintetten auf der Basis von Originalmanuskripten maßgeblich zur Wiederentdeckung ihres Namespatrons beigetragen hat. Ich höre die preisgekrönte Hit-Sammlung von 1975, eingespielt mit der 2. Generation des Ensembles, nachdem die beiden Gründer schon verstorben waren. HIP ist das nicht, aber mit Gewicht und Tiefe, die dieser Musik sehr gut zu Gehör stehen. Man kann das trotzdem gut am Sonntagmorgen hören.
Amonasro (08.04.2018, 12:30):
Jules Massenet/Alfred Blau/Louis de Gramont: Esclarmonde
Esclarmonde - Joan Sutherland Parséis - Huguette Tourangeau L'Empereur Phorcas - Clifford Grant Le Chevalier Roland - Giacomo Aragall L'Évêque de Blois - Louis Quilico Énéas - Ryland Davies Cléomer - Robert Lloyd Un Envoyé sarrasin - Ian Caley Un Héraut byzantin - Graham Clark
Finchley Children's Music Group, John Alldis Choir National Philharmonic Orchestra, Richard Bonynge
Gruß Amonasro
Amonasro (09.04.2018, 22:40):
Gioachino Rossini/Angelo Anelli: L'Italiana in Algeri
Mustafà - Lorenzo Regazzo Elvira - Ruth Gonzalez Zulma - Elsa Giannoulidou Haly - Giulio Mastrototaro Lindoro - Lawrence Brownlee Isabella - Marianna Pizzolato Taddeo - Bruno De Simone
Gianni Fabbrini (Cembalo) Transsylvania State Philharmonic Choir, Cluj Virtuosi Brunensis, Alberto Zedda 2008
Gruß Amonasro
Sfantu (10.04.2018, 21:08): Nicht schlecht gestaunt habe ich als ich dies hier vergangene Woche im Radio hörte:
https://www.youtube.com/watch?v=zE-hbJIC9V0
Johann Wenzel Kalliwoda - Sinfonie Nr 1 f-moll op. 7 (1824): III. Satz, Menuetto. Allegro (ab Minute 17'00). Nach dem ersten Takt war klar: Schumanns Vierte, III. Satz. Dann ging es aber völlig ungewohnt weiter & ich war augenblicklich hellwach (nicht das Schlechteste im morgendlichen Berufsverkehr :) ). Ein Restzweifel an meinem Irrtum blieb: klang das vielleicht in der Erstfassung so? Die hab' ich nicht so selbstverständlich im Gedächtnis abgespeichert. Der Moderator sagte das Stück, wie sich's gehört, anschliessend ab & die Zweifel waren dahin. Ausserdem konnte ich kurz drauf nachprüfen, dass die Scherzi aus Schumann 4 in Erst-wie Zweitfassung - zumindest thematisch - identisch sind.
Von Kalliwoda findet sich nichts in meiner Sammlung (soweit ich's überblicke). Von Vertrautheit mit diesem Komponisten kann also nicht die Rede sein. Kalliwoda (1801-66) prägte als Kapellmeister für annähernd 4 Jahrzehnte das Musikleben am fürstlich Fürstenbergischen Hof zu Donaueschingen. Zu Lebzeiten wurde er recht eifrig im deutschsprachigen Raum gespielt. Grove wie MGG berichten allerdings übereinstimmend von einer im Verlauf nachlassenden Erfindungskraft resp. Verflachung des Stils.
Zurück zu Kalliwodas Erster: Das berühmteste Werk war seine 1. Symphonie, die nach den Erfolgen der Prager und Leipziger Aufführung (1826) in allen grösseren deutschen Städten und im Ausland fast drei Jahrzehnte lang immer wieder auf den Konzertprogrammen stand ...entfaltete Kalliwoda fast vierzig Jahre hindurch ein reges künstlerisches Leben am Hofe. Aufführungen von Cherubinis Wasserträger, Mozarts Don Juan, Titus, Zauberflöte u. a. sowie Orchesterkonzerte mit Liszt, Schumann, Clara Wieck, Thalberg, Dreyschock u. a. als Solisten geben ein Bild von seiner Arbeit. Walter Kramolisch, MGG, 1. Ausgabe
Es ist also mehr als nur wahrscheinlich, dass Schumann das Werk kannte. Kalliwodas Thema von 1824 zitiert er somit in der 1841er Erst- als auch in der 1851er Zweitfassung seiner Vierten.
Im Barock galt es nicht im entferntesten als anrüchig, eigene Themen wieder zu verwenden oder fremde zu "klauen" - ja, es wurde vielmehr gar als Ehrenbezeugung für den Bestohlenen verstanden. War das in der Romantik auch noch der Fall?
Fragen über Fragen...Tja - man lebt & lernt...
Amonasro (11.04.2018, 14:38):
Benjamin Britten: War Requiem
Galina Wischnewskaja Peter Pears Dietrich Fischer-Dieskau
The Bach Choir, London Symphony Orchestra Chorus, Highgate School Choir Simon Preston (Orgel) Melos Ensemble London Symphony Orchestra, Benjamin Britten
Gruß Amonasro
Amonasro (11.04.2018, 21:07):
Giuseppe Verdi/Joseph Méry/Camille du Locle: Don Carlo
Filippo II - Nicolai Ghiaurov Don Carlo - Carlo Bergonzi Rodrigo - Dietrich Fischer-Dieskau Il Grande Inquisitore - Martti Talvela Un frate - Tugomir Franc Elisabetta di Valois - Renata Tebaldi La Principessa Eboli - Grace Bumbry Tebaldo - Jeannette Sinclair Il Conte di Lerma - Kenneth MacDonald Un araldo reale - John Wakefield Una voce dal cielo - Joan Carlyle
Orchestra and Chorus of the Royal Opera House, Covent Garden; Sir Georg Solti
Tebaldi klingt hier schon sehr ältlich, ist aber eine dramatischere Gestalterin als sonst. Die übrige Besetzung ist spitze, wobei die düstere Großinquisitor-Szene mit Talvela und Ghiaurov besonders herausragt. Solti verfolgt einen dramatischeren Ansatz als Giulini. Vieles klingt rauer, ist an vielen Stellen aber auch packender.
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (12.04.2018, 08:17):
Wolfgang Amadeus Mozart; Hornkonzert Nr. 1 D-Dur, K. 412/514 (386d) & Nr. 2-4 Es Dur, K. 414, 447 & 495 Günter Högner, WP, Karl Böhm
Sfantu (14.04.2018, 19:51): Wachgerüttelt durch Cetays Sinfonien-Gerippe-Faden hörte ich dies hier seit langem endlich mal wieder. Anschliessend fragte ich mich: wie konnte ich meinen Ohren das so lange vorenthalten?!
I Allegro II Andante III Scherzo. Tarantella (Allegro vivace) IV Finale. Introduktion: Andante maestoso. Allegro moderato
Camerata Luzern
(LP, Armida, 1978)
In den mir greifbaren einschlägigen Quellen suche ich vergebens nach Blanc. Die MGG online scheint dann doch etwas zu wissen. Bisher konnte ich mich aber zu keiner Subskription durchringen, war mit meiner gedruckten ersten Ausgabe bisher gut zufrieden. Ansonsten gibt es - wie sollte es anders sein - einen knappen Wiki-Artikel. Ich tippe hier den ebenso knappen Klappentext ab:
Adolphe Blanc, der 1828 in Manosque (Provence) geboren wurde, trat mit 13 Jahren ins Pariser Konservatorium ein, wo er im Hauptfach Violine und bei Jacques Fran ois Halévy Komposition studierte. Mühelos gelang ihm eine glänzende Karriere als Theaterkapellmeister und Komponist von Opern, Operetten und Sinfonien. Den grössten Erfolg aber erzielte er mit seiner Kammermusik, die er in all ihren Gattungen ausschöpfete. Hierin gilt er als Vorläufer von Camille Saint-Saëns. Für seine Verdienste zeichnete ihn die Pariser Akademie im Jahre 1862 mit dem Prix Chartier aus. Im Septett, welches er 1860 komponiert hat, setzt sich Blanc nicht nur in der Tonart von seinen Vorbildern (Beethoven, Schubert) ab, er verlässt darin auch das Serenadenhafte, indem er das Werk wie eine Sinfonie in vier Sätze gliedert und alle Instrumente als möglichst gleichwertige solistische Partner einsetzt. Blancs Septett erfreut durch eingängige Melodik, überraschenden Ideenreichtum und französischen Esprit. Es ist zu hoffen, dass die vorliegende Ersteinspielung dem heute wenig bekannten Komponisten viele Freunde schafft.
Dem habe ich nicht viel hinzuzufügen. Allerdings: die grössten Erfolge mit Kammermusik erzielt...im Frankreich des 19. Jahrhunderts mit seiner Opern- & Ballett-Monokultur...da purzeln die zweifelnden Fragezeichen aber so was von...
Beim Scherzo mit einer Spielzeit von 2'05 schrappen die Luzerner hart an der Grenze der Spielbarkeit. Noch einen Tick schneller & mein Staunen würde ins Ärgern umkippen - Geschmackssache halt...Im Finale kadenziert die Geige zum Abschluss der langsamen Einleitung recht rassig fast im Stile von Sarasate - sehr apart! Alles in allem ausgesprochen lohnend!
Falstaff (14.04.2018, 23:21):
Aus der Eröffnungsserie des neuen Hauses der MET. Bergonzi singt wie immer sehr gepflegt und versucht immerhin das Decrescendo am Ende seiner Arie, auch wenn er es nicht mir Bruststimme singt. Aber ich vermisse immer bei ihm die Leidenschaftlichkeit. Die gibt es bei der Price, aber mit dem Timbre und ihrem überaus stark eingesetzten Vibrato werde ich irgendwie nicht warm.
Was übrigens für die ganze Aufnahme gilt.
:hello Falstaff
Falstaff (14.04.2018, 23:25):
Ich liebe ja die Welitsch, aber als Aida finde ich sie nicht so ideal. Vinay brüllt sich durch die Partie und die Harshaw muss ich auch nicht unbedingt haben. Zum Glück gibt es wenigstens Merrill. Die 'goldenen' Jahre der MET waren manchmal auch eher Blech als Edelmetall.
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (18.04.2018, 17:58):
John Cage; Works For Percussion (Complete Edition) Vol.6 Amadinda Percussion Group Haikai + Gergely Ittzés (Suling-Bambusflöte) Improvisation Ia: Child Of Tree Improvisation Ib: Branches Five^4 + Mihály Borbély (Altsaxophon), László Dés (Sopransaxophon) cComposed Improvisation - Version for Bass Guitar and Snare Drum + Tamás Barabás (Bassgitarre) cComposed Improvisation - Version for Snare Drum and One-sided Drums With or Without Jangles But What About The Noise Of Crumpling Paper Which He Used To Do In Order To Paint The Series Of "Papiers Froissés" Or Tearing Up Paper To Make "Papiers Déchirés"? Arp Was Stimulated By Water (Sea, Lake, And Flowing Waters Like Rivers), Forests. :engel
Amonasro (20.04.2018, 19:27):
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Simon Boccanegra (Version von 1857)
Simon Boccanegra - Vittorio Vitelli Amelia Grimaldi - Annalisa Raspagliosi Jacopo Fiesco - Francesco Ellero d'Artegna Gabriele Adorno - Warren Mok Paolo Albiani - Nikola Mijailovic Pietro - Massimiliano Chiarolla Un'ancella - Songhu Liu
Bratislava Chamber Choir, Choir of Teatro Petruzelli di Bari Orchestra Internazionale d'Italia, Renato Palumbo
Gruß Amonasro
Amonasro (21.04.2018, 10:00):
Giuseppe Verdi/Arrigo Boito: Otello
Otello - Mario del Monaco Desdemona - Renata Tebaldi Jago - Aldo Protti Cassio - Nello Romanato Emilia - Ana Raquel Satre Lodovico - Fernando Corena Montano - Tom Krause Roderigo - Athos Cesarini Un araldo - Libero Arbace
Wiener Staatsopernchor, Wiener Kinderchor Wiener Philharmoniker, Herbert von Karajan
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (22.04.2018, 18:27):
Electronic Music for Modular Instruments Ctrl-Z Nicholas Wang; Study for Electronics Ensemble John Cage; Fontana Mix/WBAI Ryan Page; Etude #51 Ryan Ross Smith; Proles
EinTon (23.04.2018, 00:03): Heute nachmittag mal wieder Schumanns 2. und 3. Klaviertrio durchgehört, 2 Werke mit denen ich mich bislang noch nicht viel befasst habe:
Das angeblich am wenigsten beliebte 3. Trio in g-moll gefiel mir mit seiner sehr dichten Kompositionsweise, v. a. in den ersten beiden Sätzen, besser als das 2 in F-Dur. Beim F-Dur-Trio sticht der poetische und außerordentlich romantische 2. Satz besonders heraus.
Cetay (inaktiv) (23.04.2018, 20:15): Für den Gaumen mit fast perfektem Timing:
Ein echter Geheimtip. Ein Bier dieser Stärke, das so verhältnismäßig frisch und leicht schmeckt, ist mir bisher noch nicht untergekommen. Für die Gehörgänge gibt es Haydn. Thomas Feys kompletter Sinfonienzyklus liegt immer noch auf Eis, weil die Genesung nach seinem Unfall viel länger dauert als erhofft. Auch in diesem Jahr wird es keine Fortsetzung geben. Zur Überbrückung hat das Label jetzt die bereits vollständig eingespielten 12 Londoner Sinfonien zusammen in einer 4er-Box wieder veröffentlicht. Die Aufnahmen entstanden zwischen 1999 und 2015 und bieten das besten aus den Welten OPI (Blech, Pauken) und OMI (Streicher, Holz). Ich fange mit der Nr. 93 an und sehe wie weit ich komme...
Cetay (inaktiv) (23.04.2018, 21:28): Dazu noch eine Ergänzung bzw. Korrektur. Die 101. war vor Feys Ausfall noch nicht im Kasten. Um das Set mit den Heidelbergern zu komplettieren, ist Konzertmeister Benjamin Spillner eingesprungen.
Amonasro (23.04.2018, 23:32):
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Joan Sutherland, Marilyn Horne, Luciano Pavarotti, Martti Talvela
Wiener Staatsopernchor Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (27.04.2018, 07:43):
Morton Feldman; Late Works with Clarinet Carol Robinson (Klarinette, Bassklarinette) Three Clarinets, Cello & Piano + Olivier Voize (Klarinette), Pierre Dutrieu (Klarinette), Elena Andreyev (Cello), Vincent Leterme (Klavier) Bass Clarinet & Percussion + Françoise Rivalland, Peppie Wiersma Clarinet & String Quartet + Quatuor Diotima Viel und gerne geströmt. Definitiv in den Top 3 der gehörten Feldman-Platten.
Cetay (inaktiv) (28.04.2018, 03:24): Hier läuft jetzt Band 1 (von 3) der Wiederveröffentlichungen von Aufnahmen des Quintetto Boccherini mit Quintetten von Boccherini aus den 50ern. Zwei der Gründungsmitglieder selbst entdeckten über 100 der Originalmanuskripte und beschlossen daraufhin, ein Ensemble zusammenzustellen, um das bekannt zu machen. Diese Einspielungen haben maßgeblich zur Wiederentdeckung ihres Namespatrons beigetragen.
Cetay (inaktiv) (29.04.2018, 12:55): Es gibt eine neue Realisierung von Ryoanji. :leb Anders als bei der 2587. Einspielung mit irgendwas von BMBBMB gibt es hier wirklich jedes Mal etwas Neues zu entdecken, weil die Partitur genügend Unbestimmtheiten und Wahlfreiheiten enthält.
John Cage; Ryoanji Anna Frederike Potengowski (Prähistorische Knochenflöte, rekonstr.), Georg Wieland Wagner (Perkussion)
Cetay (inaktiv) (01.05.2018, 21:43):
Johann Sebastian Bach ; Violinkonzerte a-Moll & E-Dur, BWV 1041 & 1042 Frank Peter Zimmermann, Berliner Barocksolisten
Auf das erste Gehör sehr erfreulich. Dieser Eindruck hat sich mittlerweile fest etabliert. Es ist schwer zu beschreiben, was Zimmermann und das Orchester anders machen, aber so unwiderstehlich in die Musik "hineingezogen" werde ich bei Bach sonst höchst selten. :times10
Cetay (inaktiv) (05.05.2018, 23:49):
Joseph Haydn; Stabat Mater, Hob. XXbis Ann Hoyt, Luthien Brackett, Stephen Sands, Richard Lippold Trinity Choir, Rebel Baroque Orchestra, J. Owen Burdick
Astrein! :thumbsup:
Falstaff (06.05.2018, 23:13): Im Moment ist mal wieder die Tosca angesagt. Kommt eigentlich eher selten vor, aber als Abschluss der Callas-Edition halt zunächst diese hier:
24.01.1964 mit Gobbi und Cioni. (Allerdings natürlich in der neueren Version von Warner, aber das andere Bild funktionierte nicht.) Cioni war und ist nie mein Fall gewesen. Callas und Gobbi bekanntermaßen sehr dramatisch, aber auch beide ziemlich über ihren stimmlichen Zenit hinaus. Das visuelle Dokument des II. Aktes wiegt da wirklich manches auf.
:hello Falstaff
Falstaff (06.05.2018, 23:18): Danach die 2. Studioproduktion.
Callas und auch Gobbi in wesentlich besserer Form. Welch' Wunder, handelt es sich doch um ein Studioprodukt. Aber darum fehlt dann auch die allerletzte Spannung zwischen den beiden. Bergonzi ist im Verismo nie so mein Fall. Zu gepflegt im Gesang und zu wenig Leidenschaftlichkeit. Also wenn Callas im Studio natürlich 1953. Da geht nichts drüber.
:hello Falstaff
Falstaff (06.05.2018, 23:22): Und dann noch die 1952er Live-Version aus Mexico.
Callas im absoluten Vollbesitz ihrer stimmlichen Mittel. Di Stefano ein begnadeter Cavaradossi mit einem 'E lucevan le stelle', das mich immer wieder vom Hocker reißt. Campolonghi ist ok, mehr aber auch nicht.
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (07.05.2018, 07:15):
Wolfgang Amadeus Mozart; Sinfonien Nr. 1, 4-9 RIAS Sinfonie-Orchester Berlin , Ferenc Fricsay
Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber es fiel mir heute morgen auf, dass das, was ich über K. 181 & K. 199, die unter Fricsay zu Ereignissen mit Gewicht und Tiefe , ohne dass man das Gefühl hat, dass er etwas dazu tut, geschrieben habe, auch für die ganz frühen Sinfonien gilt.
Amonasro (07.05.2018, 22:27):
Richard Wagner: Das Rheingold
Wotan - Theo Adam Donner - Gerd Nienstedt Froh - Hermin Esser Loge - Wolfgang Windgassen Alberich - Gustav Neidlinger Mime - Erwin Wohlfahrt Fasolt - Martti Talvela Fafner - Kurt Böhme Fricka - Annelies Burmeister Freia - Anja Silja Erda - Vera Soukupova Woglinde - Dorothea Siebert Wellgunde - Helga Dernesch Floßhilde - Ruth Hesse
Orchester der Bayreuther Festspiele, Karl Böhm
Windgassens Loge finde ich sehr uncharismatisch; die erste Aufnahme mit ihm, die mir nicht gefällt. Theo Adam überzeugt mich auch nur teilweise. Herausragend sind dagegen die Riesen, beide mit imposanten Stimmen und dennoch deutlich kontrastierend: Böhme düster und machthungrig, Talvela geradezu sympathisch.
Amfortas - Dietrich Fischer-Dieskau Titurel - Hans Hotter Gurnemanz - Gottlob Frick Parsifal - René Kollo Klingsor - Zoltan Kélémen Kundry - Christa Ludwig Erster Gralsritter - Robert Tear Zweiter Gralsritter - Herbert Lackner Altstimme - Birgit Finnilä Erster Knappe - Rotraud Hansmann Zweiter Knappe - Marga Schiml Dritter Knappe - Heinz Zednik Vierter Knappe - Ewald Aichberger Klingsors Zaubermädchen - Lucia Popp, Alison Hargan, Anne howells, Kiri Te Kanawa, Gillian Knight, Margarita Lilowa
Wiener Staatsopernchor Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (11.05.2018, 18:01):
Franz Clement; Violinkonzert D-Dur Rachel Barton Pine, RPO, José Serebrier
Hier kann man im direkten Vergleich nachhören, wo der Titan abgeschrieben hat.
Cetay (inaktiv) (13.05.2018, 10:54):
Anton Bruckner; Sinfonie Nr. 4 Es-Dur (Version 1878/80) Wiener Philharmoniker, Karl Böhm
Cetay (inaktiv) (20.05.2018, 20:38): Zur Einstimmung auf den morgigen Besuch der Mozartstadt samt Monument und Geburtshaus höre ich Musik des Meisters. Nicht HIP, aber TOP.
Wolfgang Amadeus Mozart; Sinfonien Nr. 25 g-Moll, K. 183 & Nr. 39 Es-Dur, K. 543 Wiener Philharmoniker, Ricardo Muti
Nicolas_Aine (23.05.2018, 22:10): kennst Du zufällig auch die Schubert Symphonien in dieser Kombination? Ich spiele gerade mit dem Gedanken, mir diese zuzulegen.
Bei mir gerade:
Brahms: Horntrio Es-Dur Op. 40
Itzhak Perlman Barry Tuckwell Vladimir Ashkenazy
Eine sehr klangschöne Interpretation, das Klavier könnte vielleicht noch etwas wärmer sein. Mir gefällt besonders das Verhältnis von Ruhe und Drängen.
Falstaff (24.05.2018, 01:24): Nach gefühlten Jahrzehnten heute mal wieder diese Aufnahme gehört:
Fangen wir hinten an. Zaccaria war ein wirklich toller und beeindruckender Timur. Schwarzkopf singt ihre Partie traumhaft schön, ist aber von A bis Z keine Liù. Fernandi verfügte über beeindruckende Spitzentöne, messerscharf gesungen. Leider zu viel Messer und zu scharf und auch sonst sehr unbeweglich. Und Callas? Warum um alles in der Welt musste sie diese Killerpartie 1957 noch aufnehmen? Neben wunderbaren Phrasen, ausdrucksvoll und berührend, stehen eben diese (für eine Turandot halt notwendigen) Aufschwünge zu den Spitzentönen. Und da klingt sie nur noch sauer und scharf. Natürlich ist ihr Portrait unglaublich ausgefeilt, wie man es sonst wohl selten hört. Aber Turandot verlangt eben mehr und genau das konnte die Callas zu der Zeit nicht mehr leisten. Was also bleibt? Serafin und Serafin und Serafin!!! Der Altmeister zeigt es mal wieder allen Konkurrenten. Das ist leidenschaftlich und differenziert, das ist wissend und erfahren und klingt wie aus leichter Hand. Großartig!
:hello Falstaff
MaJu1997 (24.05.2018, 12:41): Johann Sebastian Bach: Air aus der Suite Nr. 3 in D-Dur
Amonasro (25.05.2018, 20:36):
Gioachino Rossini/Jacopo Ferretti: Matilde di Shabran ossia Bellezza e cuor di ferro
Matilde di Shabran - Annick Massis Corradino - Juan Diego Flórez Raimondo Lopez - Bruno Taddia Edoardo - Hadar Halevy Aliprando - Marco Vinco Isidoro - Bruno de Simone Contessa d'Arco - Chiara Chialli Ginardo - Carlo Lepore Egoldo - Gregory Bonfatti Rodrigo - Lubomír Moravec
Prague Chamber Choir Orquesta Sinfónica de Galicia, Riccardo Frizza
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (26.05.2018, 10:30): kennst Du zufällig auch die Schubert Symphonien in dieser Kombination? Ich spiele gerade mit dem Gedanken, mir diese zuzulegen. Ich kenne die 1.und 8. daraus und die gefallen mir gar nicht. Das ist mir zu aufgedonnert, romantisierend und klanglich zu wenig transparent. Ganz alte Schule, die ich mit dem Namen Muti immer verbunden habe. Deswegen war ich von dem Mozart so überrascht, der bei aller dramatischen Wucht keine der genannten Untugenden als Begleiterscheinung mitbringt.
Nicolas_Aine (26.05.2018, 14:48): danke. Ein Freund hat im BR unter Muti Schubert gespielt und war sehr begeistert, kannte die Aufnahmen aber nicht. Und bei Wien bin ich immer vorsichtig :D Hast Du oder sonst jemand hier eine Empfehlung zu Schubert Sinfonien?
Bei mir gerade völlig unpassend zum Wetter:
Penderecki: Violinsonate Nr. 2 (2000)
Ida Bihler, Violine Natalia Tichman, Klavier
anschließend:
Shostakovich: Violinsonate Op. 134
Oleg Kagan, Violine Sviatoslav Richter, Klavier
Amadé (26.05.2018, 20:01): Hallo Nicolas, bei den Schubert-Sinfonien kann ich Dir folgende Einsopielungen empfehlen: Blomstedt-Staatskapelle Dreden Manacorda-Kammerakademie Potsdam Heras-Casado-Freiburgerbarockorchester bei der 3. Jacobsen-The Knigts Viel Vergnügen Amadé
Cetay (inaktiv) (26.05.2018, 20:07):
Manacorda-Kammerakademie Potsdam
Da kann ich mit! :thumbsup:
Cetay (inaktiv) (27.05.2018, 07:52):
Franz Schubert; Sinfonie h-Moll, D759 (Scherzo vervollständigt von Newbold & Entr'acte Nr. 1 h-moll aus D757 als Finale) ASMF, Neville Marriner
Cetay (inaktiv) (27.05.2018, 22:47):
Franz Schubert; Sinfonie h-Moll, D759 Orchestra of the 18th Century, Franz Brüggen
Die ist für die Unvollendete unbedingt als Empfehlung zu nennen.
Amonasro (27.05.2018, 22:55):
Gioachino Rossini/Francesco Maria Berio Marchese di Salsa: Otello ossia Il moro di Venezia
Otello - José Carreras Desdemona - Frederica von Stade Iago - Gianfranco Pastine Rodrigo - Salvatore Fisichella Emilia - Nucci Condò Elmiro - Samuel Ramey Lucio - Keith Lewis Il Doge di Venezia/Un gondoliere - Alfonso Leoz
Ambrosian Opera Chorus Philharmonia Orchestra, Jesús Lopéz Cobos
"Indeed, if one were to choose a single moment as the watershed between the worlds of eighteenth- and nineteenth-century Italian opera, it would have to be the third act of Otello." - Philip Gossett
Ein Fest für Tenöre und eine meiner liebsten Aufnahmen mit Carreras.
Gruß Amonasro
Falstaff (28.05.2018, 00:49): In den letzten Tagen habe ich mich durch einige Interpretationen von D.960 von Schubert durchgehört. Kempff, Haskil, Malikova, Leonskaja, Richter und eben Sokolov.
https://www.youtube.com/watch?v=BAF5daMhyy4
Er nimmt es schon sehr langsam, aber welche Gefühlstiefe erreicht er hier. Da erscheint jede Phrase speziell, da glüht ein inneres Feuer, da ist jemand auf der Suche nach kleinsten und großen Erkenntnissen, kann es umsetzen und verliert trotzdem nicht den Gesamtzusammenhang aus den Augen. Da ist jemand eigen und trotzdem trifft er das Werk. Großartig. Ich weiß, warum ich Sokolov so liebe. ;)
:hello Falstaff
Cantus Arcticus (28.05.2018, 15:07): Hallo Zusammen! Die Lustige Witwe unter Gardiner bei mir:
Viele Grüsse :hello Stefan
Cetay (inaktiv) (28.05.2018, 15:43): Oh weh, die Arbeitssenke muss dich arg mitgenommen haben. Ich lege Lehár immer am Rand des Wahnsinns auf, um mir zu zeigen, dass alles noch viel schlimmer hätte kommen können. 8o
Cetay (inaktiv) (28.05.2018, 20:23): Natürlich gibt es allerorten das übliche Geheule, da stünde doch "moderato". Aber keiner kann sagen, was "moderato" seinerzeit bedeudet hat. Wenn es mal objektive Hinweise gibt, dass das für unsere heutigen Ohren ganz schön flott gewesen ist, dann war halt das Metronom kaputt. Jedenfalls geht bei Zinmans Unvollendeter der Punk ab. Es braucht einige Durchläufe, um sich (lies: mich) an das Tempo und die Athletik zu gewöhnen, aber dann wird das Besondere dieser Leseart klar. Das ist keine Aneinanderreihung von verkappten Liedern einer Trauerweide, sondern sich zwingend entfaltende symphonische Logik, die - trocken wie sie ist - sich selbst genügt. Sicher, ein Ardbeg 10 Single Malt schmeckt sehr herb und gewöhnungsbedürftig und man hat deswegen eine leichter trinkbare, in Sherry-Fässern nachgefreifte Version kreiert. Der wahre Kenner bleibt freilich beim Original, das seine Einzigartigkeit erst mit der Zeit, aber dafür umso nachhaltiger entfaltet. Zinman ist der Ardbeg 10 unter den Unvollendeten.
Franz Schubert; Sinfonie h-Moll, D759 Tonhalle Orchester Zürich, David Zinman
Falstaff (28.05.2018, 23:06): Bei mir auch Schubert, allerdings weiterhin D.960.
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (28.05.2018, 23:47): Ich muss zugeben, dass Dieter Schnebel bislang unter meinem Radar durchgeflogen ist. Lediglich die Komposition Languido für Bassflöte und Live-Elektronik ist mir bekannt. Anlässlich der Todesmeldung füge ich nun diesem fast weißen Fleck auf meiner Hörkarte einen weiteren Farbtupfer hinzu:
Dieter Schnebel; Movimento AG Neue Musik am Leininger-Gymnasium Grünstadt, Silke Egeler-Wittmann
Großer Stoff, den man mir als Kagel verkaufen könnte.
Amonasro (29.05.2018, 21:22):
Claude Debussy/Maurice Maeterlinck: Pelléas et Mélisande
Pelléas - Didier Henry Mélisande - Colette Alliot-Lugaz Golaud - Gilles Cachemaille Arkel - Pierre Thau Geneviève - Claudine Carlson Yniold - Françoise Golfier Un berger/Le médecin - Phillip Ens
Chœur de l'Orchestre symphonique de Montréal Orchestre symphonique de Montréal, Charles Dutoit
Gruß Amonasro
Falstaff (29.05.2018, 23:50): Mal weg von D.960. Heute nun die 3. Brahms in dieser Version:
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (30.05.2018, 07:35):
Manacorda-Kammerakademie Potsdam
Da kann ich mit! :thumbsup: Ich hörte gerade die 3. und die h-Moll und kann dem nur nochmal Nachdruck verleihen. Zumal der 3-Buchstaben-Versand die Einzel-CDs auf 3,99 (Nr. 2 & 4 und Nr. 1 & 10 (Fragment)) bzw. 7,99 EU-Mark (der Rest) runtergesetzt hat.
Cetay (inaktiv) (31.05.2018, 09:30): Im Vergleich: Arnold Schönberg; Variationen für Orchester, op. 31
Berliner Philharmoniker; Herbert von Karajan // Philharmonia Orchestra, Robert Craft
Cetay (inaktiv) (31.05.2018, 09:55): Das hat richtig Laune gemacht, da schiebe ich gleich noch eine nach:
Arnold Schönberg; Variationen für Orchester, op. 31 Berliner Sinfonie-Orchester, Gunther Herbig
Falstaff (01.06.2018, 23:45): Nachdem bei unserem 'Sinfoniker-Treffen' die angepeilte Vorstellung einer Oper 2x wegen zu dünner Teilnahme verschoben werden musste, soll sie nun morgen wohl stattfinden. Deshalb zur Einstimmung und aufgefrischten Vorbereitung heute nochmal der Carlos:
Die junge Caballé, der junge Domingo - von der Stimmschönheit und durchaus auch vom Ausdruck her eine Traumpaarung. Raimondi und Milnes sind für mich live die besten Vertreter dieser Rolle, die ich je gehört habe (trotz Ghiaurov). Aber im Studio klingt es doch immer wieder ein bisschen anders. Verrett allerdings ist fantastisch. Aber warum musste mein so sehr geliebter Giulini gerade diese Oper so langsam dirigieren?
:hello Falstaff
Falstaff (01.06.2018, 23:48): Und dann noch zur Auffrischung und zum Vergleich:
Hier singt er 'Io l'ho perduta' auf französisch und v.a. in französischer Manier. Was die Sehnsucht nach einer wirklich guten und vollständigen französischen GA mal wieder steigerte.
:hello Falstaff
Falstaff (01.06.2018, 23:51): Danach ein wenig aus dieser Aufnahme:
Eine der wirklich tollen HvK-Aufnahmen der 50iger. Nur, warum musste er unbedingt auf Fernandi zurückgreifen?
:hello Falstaff
Amadé (02.06.2018, 10:42): Gestern Abend gehört:
Von den Solisten her eine der besten Figaro-Aufnahmen, besonders hervorheben möchte ich Walter Berry als Figaro. Gruß Amadé
Gernot H. (03.06.2018, 14:57): Soeben hörte ich die Sinfonische Dichtung Tasso von Franz Liszt. Interpretiert von dem Polnischen Nat. Radio Sinf. Orchester Katowice unter Leitung von Michael Halasz. Die Aufnahme erschien 1991, als das Label naxos noch erschwinglich war.
palestrina (03.06.2018, 17:13): Die Aufnahme erschien 1991, als das Label naxos noch erschwinglich war. klick Hallo Gernot H., nach 27 Lenzen darf eine neue NAXOS CD doch heute €9,99 kosten (eine doppel CD nur €16,99) und ist immer noch ERSCHWINGLICH! ;) Und heute wird sie veramscht s,o.!
LG palestrina
Cetay (inaktiv) (03.06.2018, 22:31):
Anton Webern; Sinfonie op. 21 Ulster Orchestra, Takuo Yuasa
In Abwandlung eines Bonmots: In diesen 10 Minuten stecken 10 Mahler-Sinfonien drin.
Falstaff (04.06.2018, 00:10): Nach all dem 'Calos', heute einmal etwas Reduzierteres.
:hello Falstaff
Falstaff (04.06.2018, 21:14): Und noch 'n bisschen FiDi:
Libera (Chor) Berliner Philharmoniker, Simon Rattle
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (10.06.2018, 11:09):
John Cage; Fontana Mix/WBAI Ctrl-Z
Fontana Mix ist eine völlig ideterminierte Komposition. Die Partitur ist eine Kopfschmerzen verursachend komplizierte Vorschrift, wie das Material für die Herstellung des Tonbands zu mixen ist, aber das Material selbst kann frei wählbar alles sein. Dennoch ist das die überzeugenste Komposition auf dieser CD. Wirkt Cages Geist in den Auswahl- und Realisierungsprozess hinein oder höre ich mir das schön, weil ich ein Fan-Boy bin? Egal, das ist spitz wie Nachbars Lumpi. :thumbsup:
Cetay (inaktiv) (10.06.2018, 15:09): Bei mir ist es auch so, dass das genüssliche Musikhören am Abend mit einem Glas Wein ebenfalls nie stattfindet (...) Hier findet es gerade statt. Man könnte jetzt einwenden, dass es noch nicht Abend ist und anmahnen, dass es für die Flasche (mit Gläsern gebe ich mich nicht ab) noch etwas früh sei, aber angesichts der Seltenheit der Gelegenheit wollen wir nicht allzu pingelig sein.
Cantus Arcticus (26.06.2018, 15:38): Hallo Zusammen Bei mir seit gestern Morgen:
Kempffs feinsinnige und unaufgeregte Art des Eintauchens in diese Welt der Poesie sucht bis heute Ihresgleichen. Selten war ich so gefesselt von den Klavierwerken Schuberts.
:times10 :down :down :down Gruss Stefan
Cetay (inaktiv) (28.06.2018, 00:31):
Wolfgang Amadeus Mozart; Serenade Nr. 13 G-Dur, K. 525 "Eine kleine Nachtmusik" Kölner Akademie, Michael Alexander Willens
Cetay (inaktiv) (28.06.2018, 08:33):
John Cage; Fontana Mix & Solo for Voice Eberhard Blum (Flöte, Stimme)
Cetay (inaktiv) (30.06.2018, 22:41):
John Cage; Works For Percussion (Complete Edition) Vol.6 Amadinda Percussion Group Haikai + Gergely Ittzés (Suling-Bambusflöte) Improvisation Ia: Child Of Tree Improvisation Ib: Branches Five^4 + Mihály Borbély (Altsaxophon), László Dés (Sopransaxophon) cComposed Improvisation - Version for Bass Guitar and Snare Drum + Tamás Barabás (Bassgitarre) cComposed Improvisation - Version for Snare Drum and One-sided Drums With or Without Jangles But What About The Noise Of Crumpling Paper Which He Used To Do In Order To Paint The Series Of "Papiers Froissés" Or Tearing Up Paper To Make "Papiers Déchirés"? Arp Was Stimulated By Water (Sea, Lake, And Flowing Waters Like Rivers), Forests. :engel Zum Tagesausklang bei einer Flasche Wein. Amadinda und Cage - das ist eine Symbiose, die einfach nur beglückend ist.
Cetay (inaktiv) (01.07.2018, 14:45): Müsste ich die eine Paganini-CD benennen, wäre es diese:
Nicolò Paganini; Violinkonzert Nr. 4 d-Moll, M.S. 60 Gidon Kremer, Wiener Philharmoniker, Riccardo Muti
Amonasro (05.07.2018, 22:06): Mal ein seltener Ausflug in den Barock:
Giovanni Battista Pergolesi:
Stabat Mater
Laudate Pueri Dominum
Confitebor tibi Domine
Julia Lezhneva, Philippe Jaroussky
Coro della Radiotelevisione svizzera, Lugano I Barocchisti, Diego Fasolis
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (06.07.2018, 08:40):
Luigi Boccherini; Oboenquintette G431-436 Lajos Lencsés (Oboe), Parisii String Quartet
Superb und höchst originell! Um ihn von seinen Zeitgenossen abzugrenzen: Haydn klingt immer nach Haydn, Mozart immer nach Mozart, bei Boccherini weiß man nie...
Amonasro (08.07.2018, 12:42):
Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Schwanensee
London Symphony Orchestra, André Previn
Gruß Amonasro
Amonasro (11.07.2018, 20:43):
Franz Schreker: Der Schatzgräber
Elis - Raymond Very Els - Manuela Uhl Der König - Tijl Faveyts Der Narr - Graham Clark Der Vogt - Kay Stiefermann Der Wirt - Andrew Greenan Albi - Gordon Gietz Der Kanzler/Der Schreiber - Alasdair Elliott Der Graf (Der Herold) - André Morsch Der Magister/Der Schultheiß - Kurt Gysen Der Junker - Mattijs van de Woerd Ein Landsknecht - Peter Arink Erster Bürger - Cato Fordham Zweiter Bürger - Richard Meijer
Chorus of De Nederlandse Opera Netherlands Philharmonic Orchestra, Amsterdam; Marc Albrecht
The New York School: Feldman, Wolff, Brown & Cage Ensemble Avantgarde Ralf Mielke (Flöte), Stefan Stopora (Perkussion), Steffen Schleichermacher (Klavier)
Cetay (inaktiv) (16.07.2018, 11:49):
John Cage; Ryoanji Robert Black (Kontrabass), Eberhard Blum (Flöte), Iven Hausmann (Posaune), Gudrun Reschke (Oboe), John Patrick Thomas (Stimme), Jan Williams (Perkussion)
Im September werde ich den Zen-Garten, der Cage zu dieser Komposition inspiriert hat, besuchen. :leb
Von Stephane D'Alu - Stephane D'Alu's photo, CC BY-SA 3.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24502
Cetay (inaktiv) (20.07.2018, 03:36):
Antonio Vivaldi; Fagottkonzerte RV 480, 497, 499 & 502, Doppelkonzert RV 545 & Konzert für 2 Oboen RV 534 Mihu Fukui, Amy Power, Ensemble F (auf Originalinstrumenten)
Spannend.... :thumbup:
Falstaff (20.07.2018, 22:34): Angeregt durch die Lektüre von Julian Barnes habe ich dies mal wieder aufgelegt:
Mitte der 90iger habe ich mal eine Produktion davon in HH gesehen. Ljubimov inszenierte und Maxim Schostakowitsch dirigierte. Und trotzdem ging es leider ziemlich in die Hose. Von daher war ich immer ein gebranntes Kind, was dieses Werk angeht. Was mit Sicherheit nicht fair ist.
:hello Falstaff
Schostakowitsch (22.07.2018, 18:59):
Amonasro (25.07.2018, 16:08): Ich bin vor der Hitze nach drinnen geflüchtet und höre nun diese Oper, in der auch die glühende Mittagssonne eine wichtige Rolle spielt:
Eugen d'Albert/Hanns Heinz Ewers/Marc Henry: Die toten Augen
Der Hirt - Lothar Odinius Der Schnitter - Olaf Bär Der Hirtenknabe - Cornelia Wosnitza Arcesius - Hartmut Welker Myrtocle - Dagmar Schellenberger Aurelius Galba - Norbert Orth Arsinoe - Margaret Chalker Maria von Magdala - Anne Gjevang Ktesiphar - Eberhard Büchner Rebecca - Cornelia Wosnitza Ruth - Angela Liebold Esther - Barbara Hoene Sarah - Sabine Brohm Eine sieche Frau - Angela Liebold Die Juden - Gerald Hupach, John Maxham, Eberhard Bendel Eine Stimme - Olaf Bär Zwei Stimmen aus dem Brunnen - Barbara Hoene, Cornelia Wosnitza
Falstaff (26.07.2018, 22:14): Nach der Bayreuth-Premiere natürlich dies hier:
Vor allem in der Sicht auf die Personen völlig anders. Aber trotzdem eine Sternstunde der Plattengeschichte.
:hello Falstaff
Amonasro (27.07.2018, 23:45):
Philip Glass/Shalom Goldman/Robert Israel/Richard Riddell: Akhnaten
Akhnaten - Paul Esswood Nefertiti - Milagro Vargas Queen Tye - Melinda Liebermann Horemhab - Tero Hannula The High Priest of Amon - Helmut Holzapfel Aye - Cornelius Hauptmann The Daughters of Akhnaten - Victoria Schneider, Lynne Wilhelm-Königer, Maria Koupilová-Ticha, Christina Wächtler, Geraldine Rose, Angelika Schwarz The Scribe - David Warrilow
Staatsopernchor Stuttgart Staatsorchester Stuttgart, Dennis Russel Davies
Cetay (inaktiv) (28.07.2018, 09:49):
Johann Sebastian Bach; Violinkonzerte Frank Peter Zimmermann, Berliner Barocksolisten
:times10
Cetay (inaktiv) (01.08.2018, 20:27):
Mauricio Kagel; Alles wechselt, All things change Schönberg Ensemble, Nederlands Kamerkoor, Reinbert de Leeuw Quirinus' Liebeskuss für Vokalensemble und Instrumentalisten Serenade für Trio Doppelsextett für 2 Flöten, Oboe, Englischhorn, 2 Fagotte, 2 Violinen, 2 Violas & 2 Violoncelli Großer Stoff. Nichts ist zuviel, nichts fehlt. :times10
Falstaff (02.08.2018, 23:13): Bin mal wieder beim ollen Beethoven und seinen Sinfonien gelandet.
Irgendwie hofft man beim 'Gewittersatz' der 6., dass sich das vielleicht mal auf draußen übertragen würde, aber nix is. :D
:hello Falstaff
Falstaff (02.08.2018, 23:42): Danach die Mengelbergsche Version der 6. Beethoven.
:hello Falstaff
Falstaff (03.08.2018, 01:40): Und dann natürlich erst einmal Furtwängler. ;) Hier in der 1952-Aufnahme.
:hello Falstaff
palestrina (03.08.2018, 18:16): Ich bin ja ganz vernarrt in die Kantate BWV 82 bzw.82a "Ich habe genug" .....
klick ...ob Bass, Bassbariton, Counter oder Sopran meine Stimmung ist entscheidend, ich mag sie Alle! Hier Monica Huggett (Violine u.Leitung ) mit dem Ensemble Sonnerie, Nancy Argenta, Sopran ergo 82a mit Flöte, anstatt wie bei 82 mit Oboe! Eine wunderbare Einspielung!
Werther - José Carreras Charlotte - Frederica von Stade Albert - Thomas Allen Sophie - Isobel Buchanan Le Bailli - Robert Lloyd Schmidt - Paul Crook Johann - Malcolm King Käthchen - Linda Humphries Brühlmann - Donalson Bell
Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden; Sir Colin Davis
Gruß Amonasro
Amonasro (04.08.2018, 20:39):
Pietro Mascagni/Luigi Illica: Le maschere
Pantalone de' Bisognosi - Carlos Chausson Rosaura - Maria Josè Gallego Florindo - Vincenzo La Scola Dottor Graziano - Nelson Portella Colombina - Amelia Felle Brighella - Oslavio di Credico Il Capitan Spavento - Angelo Romero Arlecchino Battocchio - Giuseppe Sabbatini Tartaglia - Enzo Dara Giocadio - Antonio Pierfederici
Orchestra e Coro del Teatro Comunale di Bologna, Gianluigi Gelmetti
Gruß Amonasro
Falstaff (04.08.2018, 22:02): Victor de Sabata 1947 mit seiner Aufnahme der 'Pastorale' von Beethoven.
:hello Falstaff
Falstaff (04.08.2018, 22:44): Daraus die 'Pastorale'.
:hello Falstaff
Falstaff (04.08.2018, 23:40): Und weiter geht's mit der der 6.:
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (05.08.2018, 11:36):
Katrin Zenz spielt John Cage. Ich höre gerade Ryoanji in der Version für Flöte, Perkussion und Tonband und anschließend Solo für Flöte, Altflöte und Piccolo aus dem Concert for Piano and Orchestra. Ich mag Zenz' Ton sehr. Schade, dass keine weitere Volumina folgten, obwohl die Serie m. E. noch nicht "complete" ist. Es fehlen die Flöten-Stimmen von Atlas Eclipticalis, die wie die Stimme des Concert unabhängig aufgeführt werden können und streng genommen gehören auch Werke mit unspezifischer Instrumentierung, wie die Variations dazu.
Cetay (inaktiv) (06.08.2018, 20:29):
Cornelius Cardew; Treatise QUaX Ensemble Petr Kotik (Flöte, Trompete, Violine, Violoncello, Klangobjekte), Pavel Kondelík (Tenorsaxophon, Violine), Jan Hynčica (Posaune, Violine), Josef Vejvoda (Perkussion, Strohgeige), Václav Zahradník (Klavier, Stimme, Violine)
Auf dem Heimweg von der Packstation abgeholt und jetzt im Player. Ich bin zum zerreißen gespannt.
Falstaff (07.08.2018, 01:59): Beethoven 8. Sinfonie:
:hello Falstaff
Falstaff (07.08.2018, 02:01): Und im Vergleich:
Stockholm 1948.
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (07.08.2018, 22:23): Ein Ständchen zur Nacht:
Arnold Schönberg; Serenade op.24 Stephen Varcoe (Bass), Charles Neidich (Klarinette), Alan R. Kay (Bassklarinette), Peter Press (Mandoline), David Starobin (Gitarre), Rolf Schulte (Violine), Toby Appel (Viola) & Fred Sherry (Violoncello)
Falstaff (07.08.2018, 23:54): Bin immer noch bei der 8.
De Sabata 1951 live mit dem New York Philharmonic Orchestra.
:hello Falstaff
Falstaff (07.08.2018, 23:57): Und danach:
Die 8. live von 1943.
:hello Falstaff
Falstaff (08.08.2018, 00:30): Und ein erneutes Kontrastprogramm:
Wieder die 8., diesmal mit Leibowitz und dem Royal Philharmonic Orchestra aus dem Jahre 1961.
:hello Falstaff
Falstaff (08.08.2018, 00:58): Und mal wieder 'was ganz anderes:
Logischerweise daraus die 8. Sinfonie.
:hello Falstaff
Falstaff (09.08.2018, 00:27):
Wie überraschend ;) , daraus mal wieder die 8.
:hello Falstaff
Falstaff (12.08.2018, 01:17): Und nun die 9.
:hello Falstaff
Falstaff (12.08.2018, 01:19): Und danach 'Beethoven brutal' =O :
:hello Falstaff
Amonasro (14.08.2018, 18:51):
Claude Debussy/Maurice Maeterlinck: Pelléas et Mélisande
Pelléas - Didier Henry Mélisande - Colette Alliot-Lugaz Golaud - Gilles Cachemaille Arkel - Pierre Thau Geneviève - Claudine Carlson Yniold - Françoise Golfier Un berger/Le médecin - Phillip Ens
Chœur de l'Orchestre symphonique de Montréal Orchestre symphonique de Montréal, Charles Dutoit
Gruß Amonasro
palestrina (16.08.2018, 10:08): Ein Beispiel meiner neuen Hörgewohnheiten.... klick
.....CD 1-3 Matthäuspassion Aufnahme von 1994 mit einem erlesenen Solisten Ensemble unter Koopman.
LG palestrina
palestrina (16.08.2018, 14:47): Weiter mit Gregorianik....
klick Mater Domini... Festività mariane Die gesammte Kultur des späten christlichen Altertums besingt die ruhmreiche Herrlichkeit von der heiligen Maria . Besonders den Hymnus "Ave maris stella" nach Venantius Fortunatus Dichter und Hagiograph der Merowingerzeit und Bischof von Poitiers, od.Venanzio Fortunato. Übrigens, gestern war Maria Himmelfahrt!
Cantorei Gregoriani /Fulvio Rampi
LG palestrina
Cetay (inaktiv) (16.08.2018, 16:01): Ein Beispiel meiner neuen Hörgewohnheiten.... klick
.....CD 1-3 Matthäuspassion Aufnahme von 1994 mit einem erlesenen Solisten Ensemble unter Koopman.
LG palestrina
Die erste Aufnahme, die mir die Vorzüge der original instrumentierten und solistisch besetzen Messe nahe gebracht hat - nein, dieses Werk überhaupt erst nahe gebracht hat, ist die Pioniertat von Joshua Rifkin. Da wird der polyphone Himmel frei von Chorwolken und aufgedickten Gesangslinien glasklar hörbar.
palestrina (16.08.2018, 16:02): klick
Apocalypse - Kantaten der Barockzeit, mit Werken von: Johann Sebastian Bach (1685-1750), Dieterich Buxtehude (1637-1707), Christian Geist (1650-1711) Siri Karoline Thornhill, Ingeborg Dalheim, Ebba Rydh, Hugo Hymas, Havard Stensvold, Trondheim Barokk, Sigiswald Kuijken Der Chor ist hier auch solistich besetzt!
LG palestrina
palestrina (16.08.2018, 16:18): Die erste Aufnahme, die mir die Vorzüge der original instrumentierten und solistisch besetzen Messe nahe gebracht hat - nein, dieses Werk überhaupt erst nahe gebracht hat, ist die Pioniertat von Joshua Rifkin. Da wird der polyphone Himmel frei von Chorwolken und aufgedickten Gesangslinien glasklar hörbar.
Mit Rifkin hatte ich es bisher noch nicht so, aber was nicht ist kann ja noch werden! ;) LG palestrina
Händel: Mi palpita il cor HWV 132c; Siete rose rugiadose HWV 162; I will magnify thee HWV 250b; Rezitativ & Arie "Yet can I hear that dulcet lay" aus The Choice of Hercules HWV 69 +Bach: Kantate BWV 82 "Ich habe genug" +Vivaldi: Pianti, sospiri e dimandar mercede RV 676 +JC Bach: Lamento "Ach, daß ich Wassers g'nug hätte" +GM Hoffmann: Arie "Schlage doch, gewünschte Stunde"
Akademie für Alte Musik Berlin/Bejun Mehta
Eine echte Bereicherung meiner Countertenor Sammlung!
LG palestrina
Cetay (inaktiv) (17.08.2018, 23:28):
Johann Sebastian Bach; Brandenburger Konzerte The Cambridge Baroque Camerata
Cetay (inaktiv) (18.08.2018, 07:52): Einmal quer solistisch durchs Orchester (Horn, Kontrabass und Pauken müssen leider draußen bleiben):
Luciano Berio; Sequenzas I-XIV
Cetay (inaktiv) (21.08.2018, 00:11): Haydns 100+ Baryton-Trios waren allesamt Auftragswerke, die einem minderbegabten Fürsten als Spielzeug dienen sollten. Soweit richtig. Aus diesem Grund sind sie allenfalls gefällige Gebrauchsmusik. Sicher, und morgen klaut der Weihnachtsmann dem Osterhasen die Eier auf der Scheibenerde.
Mauricio Kagel; Exotica für 6 singende Instrumentalisten mit je mindestens 10 außereuropäischen Instrumenten Michel Portal, Vinko Globokar, Christoph Caskel, Wilhelm Bruck, Theodor Ross & Siegfried Palm, Ltg: Mauricio Kagel
Kagel gehört mehr gehört.
Cetay (inaktiv) (22.08.2018, 23:07):
Gustav Mahler; Sinfonie Nr. 7 e-Moll Tschechisches Radio Sinfonie Orchester, Jiri Stárek
Falstaff (23.08.2018, 02:15): Im Moment mal wieder die unverwüstliche 5. von Beethoven.
2x mit Furtwängler. Das 1. RIAS-Konzert von 1947 und dann das letzte von 1954. Interessanter Vergleich.
:hello Falstaff
Falstaff (23.08.2018, 02:17): Wer Furtwängler sagt, muss natürlich auch Toscanini sagen.
:hello Falstaff
Falstaff (23.08.2018, 02:19): Dann weiter das CD-Regal durchsucht.
:hello Falstaff
Falstaff (23.08.2018, 02:21): Erstaunlicherweise hängt sie mir immer noch nicht zum Halse raus.
:hello Falstaff
Falstaff (23.08.2018, 02:23): Und wieder nur die 5.
:hello Falstaff
Falstaff (23.08.2018, 02:25): Das CD-Regal leert sich langsam, obwohl ich irgendwo bestimmt noch welche finde.
:hello Falstaff
Falstaff (23.08.2018, 02:27): Was man so alles hat.
Leibowitz, Cluytens, Harnoncourt werden mit Sicherheit noch folgen.
:hello Falstaff
Amonasro (23.08.2018, 23:08):
Claude Debussy:
La Mer
Jeux
Le Martyre de saint Sébastien (Fragments symphoniques)
Prélude à l'après-midi d'un faune
Orchestre symphonique de Montréal, Charles Dutoit
Gruß Amonasro
Sfantu (24.08.2018, 18:06): Auf meiner Beethoven-Achte-Tour bei Fricsay angekommen, kam ich auf den Geschmack, meine Platten von ihm mal rauszusuchen. Dabei stiess ich auf diese Single mit Virtuosenfutter. Helmut Zacharias war ein Trauma meiner Kindertage, als es noch original drei Fernsehprogramme gab. In den grossen Feg'-die-Strasse-Samstag-Abend-Unterhaltungsshows tigerte er zum Playback irgendwelcher Schmalz Medleys auf die rückwärts rollende Kamera zu, ein Schmunzelkater, der beim Geigen seine Lippen vor & zurück bewegte wie ein nach Luft schnappender Karpfen - grausig...
Als fescher Jüngling um 1950 herum war sein Weg ins Entertainment wohl noch nicht in Stein gemeisselt. Ein mitreissender Sarasate! Da braucht jemand den Vergleich mit den grossen Namen nicht zu scheuen...
Pablo de Sarasate Zigeunerweisen op. 20 Helmut Zacharias, RIAS Sinfonie Orchester Berlin - Ferenc Fricsay (10 Zoll-Platte, DG, mono, ca. 1950)
Falstaff (25.08.2018, 00:54): Nach einer kurzen Unterbrechung (Harnoncourt mit Beethoven 8., nun wieder die 5.
:hello Falstaff
Amadé (26.08.2018, 09:45):
Unbeschwerte Musik für den Sonntag-Morgen, Beecham ist der richtige Mann fürdieses Genre.
Gruß Amadé
satie (27.08.2018, 12:29): Bei dem Bild Frage ich mich: ist das ein Bärtchen, oder ist ihm bei dem Foto gerade die Zigarettenkippe aus dem Mund gefallen?
Sfantu (27.08.2018, 16:08): Zum Runterkommen von & Kontrastieren zu Beethoven lief anschliessend das hier:
Urs Joseph Flury - Romantisches Klavierkonzert (2011) Margaret Singer, Bieler Sinfonie-Orchester - Urs Joseph Flury - Trio für zwei Geigen & Bratsche (2009) Alexandre Dubach, Franziska Grütter, Françoise Pellaton (CD, UJF, 2011)
Konnte man Vater Richard noch das Signet Nach-bzw. Neuromantiker verpassen, so greift das beim Sohn, der noch rückwärtsgewandter schreibt, längst nicht mehr. Wir haben es hier eher mit einer Art Kunsthandwerk zutun: da komponiert jemand im Stile vergangener Epochen - ein Bindeglied, ein auch nur angedeutetes Sein im Hier & Jetzt fehlt komplett. Das Klavierkonzert tönt nach Carl Reinecke oder einem weiter gedachten Schumann. Das thematische Material des Kopfsatzes speist sich zu 2/3 aus der arpeggierenden Figur im Chopin-Konzert Nr.1: nach dem ersten kraftvollen Einsatz des Solisten mit den punktierten Akkorden geht es jeweils eine Terz auf-, dann einen Sekund-& einen Terzschritt wieder abwärts, das Ganze ein paarmal wiederholt, jeweils eine Terz tiefer beginnend. In unzähligen Abwandlungen in vielen Orchesterstimmen - das nenn' ich mal ökonomisch klug gemacht. Nur verliert auf Dauer das Ganze an Reiz, da irgendwann absehbar. Später kommen ein paar nette impressionistische Tupfer, auch mit Glockenspiel, hinzu, aber - naja. Das ist gut gemachte nostalgische Nachschöpfung - & ich bin unentschieden, wie ich das finden soll. Da komponiert jemand quasi selbstlos resp. ohne existenzielle Not, mehr zum eigenen Vergnügen? Jedenfalls verwundert es nicht, dass Flury die Aufnahme im Selbstverlag herausbrachte.
Kann man den musealen Charakter mal so akzeptieren, wie er ist, dann gewinnt diese Musik einen gewissen morbiden Charme. Die Ausführenden machen ihre Sache jedenfalls stellenweise überzeugend, die Klangqualität ist passabel.
Beim Streichtrio liegt die spieltechnische Wipfelhöhe der Musiker um eine Nuance tiefer (Alexandre Dubach ausgenommen). Stilistisch noch verzopfter als das Klavierkonzert, lässt das Werk im II. Satz dann unvermutet aufhorchen: das selten bis gar nicht in der Kunstmusik aufgegriffene schöne, traurig-tragische Schweizer Volkslied "Ds Vreneli ab em Guggisbärg", das Guggisberglied, wird hier in einem kunstvollen Variationensatz verarbeitet. Allein deshalb hat die CD wohl eine Chance, von meinem Aussortier-Stapel zu entkommen.
Letzterer (der Stapel) ist mittlerweile auf insgesamt knapp 1000 LPs & CDs angewachsen, weshalb ich plane, sie am 22. September auf der Karlsruher Plattenbörse für kleines Geld zu verkaufen.
Cetay (inaktiv) (27.08.2018, 16:33): Bei dem Bild Frage ich mich: ist das ein Bärtchen, oder ist ihm bei dem Foto gerade die Zigarettenkippe aus dem Mund gefallen? Da ist die Sachlage bei Feldman eindeutiger:
Cetay (inaktiv) (27.08.2018, 16:39): Allein deshalb hat die CD wohl eine Chance, von meinem Aussortier-Stapel zu entkommen. Letzterer (der Stapel) ist mittlerweile auf insgesamt knapp 1000 LPs & CDs angewachsen, weshalb ich plane, sie am 22. September auf der Karlsruher Plattenbörse für kleines Geld zu verkaufen. Och wie Schade - da bin ich noch im Jahresurlaub in Fernost. Sonst wäre ich auf ein Hallo vorbeigekommen... :hello
Sfantu (27.08.2018, 18:31): Och wie Schade - da bin ich noch im Jahresurlaub in Fernost. Sonst wäre ich auf ein Hallo vorbeigekommen... Ja, find' ich auch! Wär' eigentlich 'n Grund, es nochmal zu verschieben... :hello
Sfantu (27.08.2018, 19:11): ...& vom geklauten Thema ist dann der Weg nicht weit zum Original:
Frédéric Chopin - Konzert für Klavier & Orchester e-moll op. 11 Krystian Zimerman, Wielki Orkiestra Symfoniczna Polskiego Radia i Telewizji - Jerzy Maksymiuk (das Preisträger-Konzert. LP, Polskie Nagrania, 1975)
Der Erstplatzierte des IX. Warschauer Chopin-Wettbewerbs hiess 1975 Krystian Zimerman. Der 19jährige spielt seinen Part mit traumwandlerischer Sicherheit (ein einziger winziger Patzer im Kopfsatz), setzt individuelle Akzente, hinterlässt "seine "Duftmarke" (falls sich das Bild hier schickt). Maksymiuk liefert mit seinem Orchester so viel mehr ab als die zu erwartende Routine-Übung. Der fast sprichwörtlich schwache Orchester-Komponist Chopin wird hier aufgewertet, indem scharfe Akzente gesetzt werden. Die Unisono-Streicher, die das Finale einleiten, habe ich nie so rigoros, so vehement gehört: kurz & trocken abphrasiert - so hat das endlich einmal Pfeffer! Diese forsche Tempo-Vorgabe fängt Zimerman mühelos auf & zieht das bis zum Ende durch. Die Schlussakkorde gehen in einem Jubel-Orkan unter.
offtopic: Zu diesem Aspekt habe ich vor vielen Jahren hier mal in ein Wespennest getreten. In "Gestern in der Oper" hatte ich Verständnis für solchen emotionalen Überschwang bei einem Donzetti'schen Aktschluss geäussert. Was nicht heisst, dass ich mir das auch zu eigen mache. Ich würd' es aber auch nicht ausschliessen. Kommt eben immer drauf an: In die Schlusstakte von Haydn 45 oder Tschaikowskij 6 hineinzujubeln, würde niemandem einfallen. Als ich vor 2 Wochen in Edinburgh beim Fringe Festival mehrfach während verschiedener Gigs emphatische Urlaute von mir gab, war das völlig normal & ich nur einer von vielen...
Doch zurück zu dieser Schallplatte: Fazit > so muss Chopin!
Cetay (inaktiv) (27.08.2018, 22:39): Ich nehme mal wieder einen Anstrurm auf den vermeintlichen Mount Everest der Streichquartett-Literatur. Beethoven ist ja gerade en vogue bei 2/4 der noch regelmäßig schreibenden Mitglieder, da will ich dann das dritte Viertel beisteuern - nur: bei den Sinfonien kann ich nicht mit. Bei der Fünften gibt's keine interpretatorischen Kompromisse, die Achte mag ich nicht, die geliebte Erste wird nicht wahrgenommen, 2-4 und 6-7 sind bei mir mittlerweile verbotene Hörzone.
Also die Quartette, von denen wir insgeheim wissen, dass sie eigentlich nur der zweithöchste Gipfel sind. Ein musikhistorischer Messfehler sozusagen - freilich im Zeitalter der Kanonhörigkeit unkorrigierbar. Die Frage bleibt, wem man sich für die Tour in die dünne Luft, wo die vier alles andere als vernünftigen Leute hausen, anvertrauen kann. Nach Memorieren, Quer- und Längshören, fiel die Wahl auf das Ungarische Streichquartett in der 2017 herausgegebenen 24-bit/96-kHz Remaster-Ausgabe der 1953 in Mono aufgenommenen Gesamteinspielung. Für Haptiker, die noch das antiquierte Medium CD nutzen: Die Hüllen der Einzel-CDs sind aus stabiler Pappe und wenn man sie mit der Öffnung nach unten hält und leicht mit Daumen und Zeigefinger gegen die Ränder drückt, dann gleitet die Silberscheibe so weit heraus, dann man sie an den Seitenrändern greifen und vollends herausziehen kann. Ich stelle das deswegen heraus, weil Rezensenten heutzutage Boxen ungeachtet ihres musikalischen Inhalts kompett verdammen, wenn man die CDs nicht ohne zerstörerische Gewalt aus den Hüllen kriegt - irgendwo verständlich. Ein vom Tod bedrohtes Medium braucht gerade bei solchen vermeintlichen Nebensächlichkeiten besondere Aufmerksamkeit. Ok, genug geschwafelt. Jetzt geht's ans Hören mit Opus 18 Nr. 1:
Sfantu (28.08.2018, 22:08): Bei der Fünften gibt's keine interpretatorischen Kompromisse, die Achte mag ich nicht, die geliebte Erste wird nicht wahrgenommen, 2-4 und 6-7 sind bei mir mittlerweile verbotene Hörzone. Das passt (diametral) wie eine Schablone auf meine Präferenzen: Hochgradig unerträglich sind mir die 5 ob ihrer Abgedroschenheit & aufdringlichen, indezenten Äusserlichkeit als auch die 9 ob ihrer Abgedroschenheit & formsprengenden Masslosigkeit. Lass uns gemeinsam in Musikantiquariaten stöbern & wir werden uns niemals wegen einer begehrten Scheibe an die Köppe kriegen... :beer :engel Wie schlagen sich die Magyaren beim op. 18?
Falstaff (30.08.2018, 01:06): Das passt (diametral) wie eine Schablone auf meine Präferenzen: Hochgradig unerträglich sind mir die 5 ob ihrer Abgedroschenheit & aufdringlichen, indezenten Äusserlichkeit als auch die 9 ob ihrer Abgedroschenheit & formsprengenden Masslosigkeit. Warum gibt es hier eigentlich keinen 'Ich-fall-in-Ohnmacht'-Smiley? :D
:hello Falstaff
Falstaff (30.08.2018, 01:08): Heute mal zur Erholung ein wenig Mahler. :D
:hello Falstaff
Falstaff (30.08.2018, 01:11): Und danach einige meiner Lieblingslieder von ihm.
:hello Falstaff
EinTon (30.08.2018, 14:59): Bei dem Bild Frage ich mich: ist das ein Bärtchen, oder ist ihm bei dem Foto gerade die Zigarettenkippe aus dem Mund gefallen?
Ersteres:
Amadé (30.08.2018, 17:10): Hallo in der Runde,
Beechams Bärtchen ist Original, der Dirigent vergnügte sich mit Zigarren, weniger mit Zigaretten, wie auf vielen Fotos zu sehen ist.
Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (31.08.2018, 07:26): Lass uns gemeinsam in Musikantiquariaten stöbern & wir werden uns niemals wegen einer begehrten Scheibe an die Köppe kriegen... :beer :engel Wie schlagen sich die Magyaren beim op. 18? :beer
Die Magyaren sind sicher die besten Sherpas, die man sich vorstellen kann, allein es fehlt mir an Kondition und wohl auch an der rechten Geisteshaltung, um den Gipfel zu schaffen - ich hab schon im Flachen (bei Nr. 3) schlapp gemacht und jetzt mal auf unbestimmte Zeit Rast eingelegt. Oder ich nehme - wie bei jedem Versuch bisher- gleich die Seilbahn zu Opus 127. Der Weg dahin lohnt die Anstrengung nicht, vor allem wenn man immer im Hinterohr hat, mit wieviel weniger Aufwand man schlüssiger und befriedigender mehr erleben kann: Haydns Opus 76.
satie (01.09.2018, 08:56): Bei dem Bild Frage ich mich: ist das ein Bärtchen, oder ist ihm bei dem Foto gerade die Zigarettenkippe aus dem Mund gefallen? Ersteres:
Die Frage war natürlich nicht wirklich ernst gemeint, aber dennoch danke! ^^
EinTon (01.09.2018, 19:42): Also die Quartette, von denen wir insgeheim wissen, dass sie eigentlich nur der zweithöchste Gipfel sind. Und welche sollen dann Deiner Meinung nach der allerhöchste sein ;-) ??
Cetay (inaktiv) (01.09.2018, 20:56): Au weia! Wenn das noch nicht durchgedrungen ist, dann tauge ich wahrlich nicht zum Missionar. ;) Siehe z. B. -> hier.
Falstaff (01.09.2018, 23:07): Gehört das hier hinein oder in ...neben der Klassik? ^^
:hello Falstaff
Sfantu (01.09.2018, 23:16): Das gehört tief ins Violette!!! :cool
Grüsse aus Kalau!
Amonasro (01.09.2018, 23:23):
Felix Mendelssohn Bartholdy: Die erste Walpurgisnacht op. 60
Horst Laubenthal Margarita Lilowa Tom Krause Alfred Sramek
Wiener Singverein Wiener Philharmoniker, Christoph von Dohnányi
Gruß Amonasro
Falstaff (01.09.2018, 23:26): Das gehört tief ins Violette!!! Das hab ich mir fast gedacht. :D
Immer dieser Mischmasch. Keiner will ihn haben. LG Falstaff
Sfantu (02.09.2018, 00:27): Neulich als Zufallsfund (böse gesagt: Beifang) auf meinem Stapel mit Neuzugängen gelandet, bin ich jetzt doch aufs Angenehmste überrascht: Bennett als blosser Wurmfortsatz Mendelssohns: so wollen es viele Stimmen in den Konzertführern. Allein, was ich hier & heute höre (5. Klavierkonzert f-moll), nimmt mich gefangen: sicher - der junge Musiker blickte auf zu Schumann & Mendelssohn, war in den 1830ern & 40ern mehrfach in Deutschland. Was mich aber so sehr einnimmt, ist die traumwandlerische Selbstverständlichkeit, mit der Bennett von beiden Vorbildern nur das Beste aufnimmt, darüberhinaus aber eine so selbstbewusste, fast abgeklärte Nonchalance an den Tag legt, die überaus gewinnend ist. Nicht allzu zerrissen & selbstzerstörerisch wie Schumann bisweilen & ohne die oberflächliche Süsse, von der Mendelssohn sich nicht immer ganz freisprechen kann - ein Idealtypus der Hochromantik! (zumindest hier)
Eine abgerundete, sehr fürsprechende Interpretation macht das Glück annähernd komplett.
William Sterndale Bennett - Klavierkonzerte Nr. 2 Es-dur op. 4 & Nr. 5 f-moll Malcolm Binns, Philharmonis Orchestra London - Nicholas Braithwaite (CD, Lyrita, 1990)
Cetay (inaktiv) (02.09.2018, 23:31): Das gehört tief ins Violette!!! :cool
Grüsse aus Kalau! Auch auf die Gefahr hin, mich als Langleitung zu outen, muss ich jetzt doch nachfragen. Besteht der Kalauer darin, dass sich das "Violette" durch vertauschen zweier und ersetzen eines Buchstaben in etwas verwandeln lässt, für das es ein abgekürztes Synonym gibt, welches man durch dieselben Operationen angewandt auf eine "CD" erzeugen kann? Sollte dass der Hintersinn sein, dann kann ich voll und ganz mit. Rein damit mit dieser Peinlichkeit und laaange spülen.
Falstaff (03.09.2018, 00:25): Sollte dass der Hintersinn sein, dann kann ich voll und ganz mit. Rein damit mit dieser Peinlichkeit und laaange spülen. So habe ich den Beitrag von Sfantu nicht verstanden. Allerdings auch nicht diesen Thread. Ich dachte hier wird Musik, die man gerade hört vorgestellt und sie nicht von anderen niedergemacht.
Ich halte mich dann hier lieber raus.
Falstaff
Sfantu (03.09.2018, 06:37): Bester Sir John, Ihr seid bisweilen gar mimosisch, meiner Treu!
Deep = Tief Purple = Violett Kalau = Kalauer
Ein Wortspiel war's, ein Spässle, Witz Ganz ohne Hokus Pokus Nicht bös gemeint, ohn Arg & List War nichts als bloss ein Jokus
Alles wieder gut? Freundschaft? LG, Sfantu
Cetay (inaktiv) (03.09.2018, 08:43): Ich dachte hier wird Musik, die man gerade hört vorgestellt und sie nicht von anderen niedergemacht.
Ich halte mich dann hier lieber raus.
Falstaff Wegen einem negativen Kommentar? Der zugegebenermaßen etwas deftig ausfiel, weil der -wie wir jetzt wissen- missverstandene Kalauer dazu eine Steilvorlage lieferte, wodurch die humorige Komponente dieses "niedermachens" eigentlich erkennbar bleiben sollte - was offenbar eine falsche Einschätzung von mir war. Hey, das kam von mir. In den Annalen dieses Forums finden sich mehrfach Kommentare, dass mir die Rolle des Kritikers nicht liegt, weil ich zu viel Respekt vor jedem habe, der es mit Talent und Fleiss auf eine Bühne geschafft hat - deswegen liest du von mir so gut wie keine Verisse. Nun mach ich mal eine seltene Ausnahme und nicht nur ich, sondern die ganze Sippe soll dafür in diesem Faden mit Schweigen bestraft werden? Ich hoffe, du uberdenkst das nochmal. Ich verspreche im Gegenzug, an anderer Stelle zu begründen, warum das Album meinen Geschmack total verfehlt.
Falstaff (03.09.2018, 22:36): Bester Sir John, Ihr seid bisweilen gar mimosisch, meiner Treu!
Deep = Tief Purple = Violett Kalau = Kalauer
Ein Wortspiel war's, ein Spässle, Witz Ganz ohne Hokus Pokus Nicht bös gemeint, ohn Arg & List War nichts als bloss ein Jokus
Alles wieder gut? Freundschaft? LG, Sfantu Lieber Sfantu, ich denke, ich habe deinen Einwurf genau so verstanden, wie du ihn gemeint hast. Als 'Jokus' eben. Und dann noch als einen guten. Von daher gibt es da überhaupt kein Problem von meiner Seite aus. Ich hätte das aber wohl in meinem letzten Beitrag deutlicher machen sollen. LG Falstaff
Falstaff (03.09.2018, 22:41): Ich hoffe, du uberdenkst das nochmal. Ich verspreche im Gegenzug, an anderer Stelle zu begründen, warum das Album meinen Geschmack total verfehlt. Du kannst das Album gerne verreißen, das ist dein gutes Recht und völlig ok. Aber in diesem Thread ist das total fehl am Platze. Das ist kein Diskussionsthread, schon gar nicht in dieser Art. Tut mir leid, aber das war daneben. Schließlich habe ich nur gepostet, was ich gerade höre. Und dann gibt es eine solche Breitseite.
Es wäre übrigens auch noch etwas anderes, hättest du als Antwort nur geschrieben: Tut mir leid, da habe ich mich vergriffen.
Falstaff
Falstaff (03.09.2018, 22:42): Du erwartest doch nicht, dass ich in diesem Thread noch etwas schreibe immer in der Erwartung....
satie (04.09.2018, 13:35): Hm... Es tut mir leid, aber ist das, lieber Falstaff, jetzt nicht doch etwas arg humorlos? Ich hatte Sfantu und Cetay durchaus so gelesen, sie haben es ja auch danach noch einmal erklärt.
Ich möchte zu bedenken geben, dass alle Threads hier durchaus für Diskussionen genutzt werden dürfen. Solche entstehen durchaus auch dadurch, dass wir bestimmte Aufnahmen unterschiedlich bewerten. Sonst könnten wir auch nur einen Katalog verfügbarer Aufnahmen hier einstellen, wenn keine Bewertungen erlaubt wären. Wie diese formuliert werden, mag ein anderes Thema sein, ich bitte auch gerne darum, hier vorsichtig zu sein, gleichermaßen aber auch um etwas Gelassenheit, wenn Mal ein etwas derberer Tonfall aufscheint.
Herzliche Grüße Satie
Cetay (inaktiv) (06.09.2018, 07:11):
John Cage; Solo für Cello Friedrich Gauwerky Solo for Cello (aus dem Concert for Piano and Orchestra) 59 1/2 Seconds for a String Player Altas Eclipticalis (Version für Violoncello und Violoncello Playback) Variations I (Realisierung für Violoncello Solo) Études Boréales
Amonasro (06.09.2018, 14:29):
Antonín Dvořák:
Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95
Berliner Philharmoniker, Rafael Kubelik
Gruß Amonasro
Amonasro (06.09.2018, 20:59):
Giovanni Battista Pergolesi:
Stabat Mater
Laudate Pueri Dominum
Confitebor tibi Domine
Julia Lezhneva, Philippe Jaroussky
Coro della Radiotelevisione svizzera, Lugano I Barocchisti, Diego Fasolis
Gruß Amonasro
Amonasro (07.09.2018, 14:13):
Gioachino Rossini:
Petite Messe solennelle
Mirella Freni, Lucia Valentini Terrani, Luciano Pavarotti, Ruggero Raimondi Leone Magiera (Klavier), Vittoria Rosetta (Harmonium) Coro Polifonico de Teatro alla Scala, Romano Gandolfi
Stabat mater
Pilar Lorengar, Yvonne Minton, Luciano Pavarotti, Hans Sotin London Symphony Orchestra & Chorus, István Kertész
Gruß Amonasro
Amonasro (07.09.2018, 20:51):
Gaetano Donizetti/Giuseppe Bardari: Maria Stuarda
Maria Stuarda - Joan Sutherland Elisabetta - Huguette Tourangeau Leicester - Luciano Pavarotti Talbot - Roger Soyer Cecil - James Morris Anna - Margreta Elkins
Orchestra e coro del Teatro Comunale di Bologna, Richard Bonynge
Gruß Amonasro
Amonasro (08.09.2018, 19:25):
Gustav Mahler: 2. Sinfonie c-Moll
Jennie Tourel, Lee Venora
The Collegiate Chorale New York Philharmonic, Leonard Bernstein
Die Textverständlichkeit der Solistinnen könnte besser sein und der Chor klingt etwas zu sehr in der Ferne aufgenommen, ansonsten eine klangschöne, emotionale Wiedergabe.
Gruß Amonasro
Rachmaninov (09.09.2018, 08:17):
Sfantu (11.09.2018, 21:58): Hallo Rachmaninov,
was machen die Bostoner aus Schostakowitsch? Wie kommt das Ergebnis bei Dir an?
VG, Sfantu
Sfantu (11.09.2018, 22:42): 2x Elliott Carters Three Occasions for Orchestra:
Sinfonieorchester des Südwestfunks Baden-Baden - Michael Gielen (CD, Arte Nova, 1995)
A Celebration of 100 x 150 Notes 3'32 Remembrance 6'31 Anniversary 6'57
London Sinfonietta - Oliver Knussen (CD, EMI, 1992)
A Celebration of 100 x 150 Notes 3'13 Remembrance 5'49 Anniversary 6'57
Gielen & die Baden-Badener überzeugen mehr. Der Klang ist direkter. Es handelt sich um eine Live-Einspielung (Grande Auditório Gulbekian, Lisboa, 4. Mai 1992). Der Musik wird mehr Luft zum Atmen gelassen, die Details werden besser ausgekostet - Ausnahme: das Glockenspiel zu Beginn des ersten Satzes ist in der EMI-Ausgabe präsenter, prominenter. Oliver Knussen war seinerzeit Ideengeber, den Kopfsatz um die beiden anderen zu ergänzen: A Celebration of 100 x 150 Notes war ein Auftragswerk zum 150. Jubiläum des Staates Texas. Ich habe die konservativen, Cowboy-Hut gedeckten Honoratioren vor Augen, wie sie bei dieser Musik naserümpfend den "gemütlichen Teil" des Abends herbeisehnen...(quasi Perlen vor die Säue). Remembrance soll ein Trauergesang auf den seinerzeit verstorbenen Neue-Musik-Mäzen Paul Fromm sein. Das muss man im Falle der Knussen-Einspielung allerdings auch dazu sagen. Bei Gielen kommt die entsprechende Stimmung ungleich packender zum Ausdruck!
Als Kontrast:
Elliott Carter - Partita Verbier Festival Orchestra - James Levine (CD, VFA, live, 2005)
16'20
Diese Musik - noch dazu in dieser mitreissenden Darbietung - ist pure Energie, wird in keinem einzigen Moment langweilig - das ist feinstes, elektrisierendes Hörvergnügen!
Sfantu (12.09.2018, 22:29):
Johann Joachim Quantz - Konzert e-moll für Flöte, Streicher & Basso continuo "Pour Potsdam" Ernst-Burghard Hilse, Akademie für Alte Musik Berlin (CD, Berlin Classics, 1992)
Allegro 7'02 Arioso 4'59 Presto 4'53
Die gesamte CD ist seit jeher einer meiner Evergreens. Das Quantz-Konzert repräsentiert für mich ein Ebenmass der Gleichgewichte. Woraus? Aus stupender Virtuosität, untrüglichem Sinn für Eleganz & Tiefe der Empfindung. Der barocke, höfische Geist ist noch nicht gänzlich abgestreift. Die Mannheimer Rakete harrte noch der Zündung, ebenso die süssliche Seligkeit des Salzburger Wonnebüberl. Man gibt sich gern einer Illusion vom alten, vermeintlich "grossen" Fritz hin: der des der Künste wie auch der Philosophie zugetanen & fördernden Friedensfürsten. Dass er zur gleichen Zeit brutale Eroberungskriege vom Zaun brach um eine europäische Vormachtstellung anzustreben, kann oder muss man vielleicht sogar, ausblenden, will man diese Klänge losgelöst von der Zeitgeschichte geniessen.
Bessere Fürsprecher als die hier aufspielenden Interpreten kann ich mir nicht wünschen - ein Album für die einsame Insel!
Nicolas_Aine (17.09.2018, 22:47):
verschiedenes hier heraus, bisher das Violinkonzert, das erste Klaviertrio und nun die erste Sonate.
Das Violinkonzert gefällt mir vom Solisten her sehr sehr gut. Könnte meinen bisherigen Favoriten Szeryng ablösen. Allerdings gefallen mir die New Yorker unter Mehta dazu gar nicht. Das ist ein Teppich der ganz schlechten Version. Ein ganz schwammiger Klang ohne jegliche Konturen und Differenzierung, und leider stört das auf Dauer ziemlich.
Die Violinsonate Nr. 1 mit Alexander Zakin am Klavier gefällt mir außerordentlich gut. Stern hat einen fantastischen klaren Ton, sie spielen insgesamt recht stringent, nehmen sich aber an den richtigen Stellen Zeit, ohne das es kitschig oder ausgetreten wird. Ich bin begeistert :times10
edit: wenig überraschend hat Stern das Konzert mehrfach aufgenommen. Es gibt wohl noch Aufnahme mit Beecham und Royal Philharmonic sowie Ormandy und Philhadelphia. Kennt die jemand und kann was dazu sagen? Ich schau auch gleich mal noch im entsprechenden Thread.
Amadé (18.09.2018, 09:25):
Lieder ohne Worte, mit Gieseking. ungedingt einmal hören. Gruß Amadé
Amonasro (18.09.2018, 18:58):
Pietro Mascagni/Giovanni Targioni-Tozzetti/Guido Menasci: Cavalleria rusticana
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala, Herbert von Karajan
Gruß Amonasro
Sfantu (21.09.2018, 18:17):
Franz Hummel - Streichquartett Nr. 1 (1980) Leonardo Quartett (LP, col legno, 1985)
Unglaublich spannend & aufregend, dieses Quartett!
Dieser (also der vorige) Satz steht nun schon etliche Minuten da & ich weiss einfach nicht, wie weiter... Hier stehe ich wieder mal einem Problem gegenüber, das ich habe, wenn es darum geht, Musik wie dieser mit Worten gerecht zu werden. Drum werde ich heute in Allgemeine Klassikthemen einen Faden zu diesem Phänomen (besser: casus knaxus) eröffnen.
Nicolas_Aine (22.09.2018, 16:29):
Cantus Arcticus (27.09.2018, 09:57):
Hallo Zusammen Meine Auswahl, die ich für diesen Morgen getroffen habe. Ein Feuervogel ganz nach meinem Geschmack. Interessant, wie Stravinsky sein eigenes Werk vermittelt... Wobei ich feststelle, dass Boulez sehr nah dran ist mit seiner Auffassung dieser Werke... Kann leider nicht ins Detail gehen, da ich mit einer Hand im Gips nur langsam schreiben kann...
Gruss Stefan
Amonasro (27.09.2018, 14:21): Aus dieser Zusammenstellung:
Manuel de Falla:
El amor brujo
Nati Mistral (Mezzosopran) New Philharmonia Orchestra, Rafael Frühbeck de Burgos
Concierto para clavecín y 5 instrumentos
John Constable (Cembalo) The London Sinfonietta, Simon Rattle
Homenaje "Le Tombeau de Claude Debussy"
Eduardo Fernández (Gitarre)
Psyché
Jennifer Smith (Sopran) The London Sinfonietta, Simon Rattle
Noches en los jardines de España
Alicia de Larrocha (Klavier) The Philharmonic Orchestra, Rafael Frühbeck de Burgos
Frank Zappa; 200 Motels - The Suites L.A. Master Chorale & Philharmonic, Esa-Pekka Salonen
Nicolas_Aine (29.09.2018, 22:02): heute angekommen, direkt im Player:
Cetay (inaktiv) (30.09.2018, 11:57):
Joseph Martin Kraus; Sinfonie c-Moll VB142 Kammerorchester Basel, Giovanni Antonini
Dieses unter Haydns Sinfonien Hob. I: 19 & 80-81 geschmuggelte Meisterwerk von Kraus ist der Superstar auf dieser CD. Das ist einfach unfassbar gut und wieder mal schüttelt man den Kopf über die Musikwissenschaft, die den Komponisten eines solchen Geniestreichs an den Rand der Geschichte schreibt. Unbedingt hören!
Amonasro (30.09.2018, 18:09):
Charles Gounod/Jules Barbier/Michel Carré: Faust
Faust - Franco Corelli Méphistophélès - Nicolai Ghiaurov Marguerite - Joan Sutherland Valentin - Robert Massard Siebel - Margreta Elkins Marthe - Monica Sinclair Wagner - Raymond Myers
Ambrosian Opera Chorus London Symphony Orchestra, Richard Bonynge
Corelli und Sutherland stehen mit der französischen Sprache auf Kriegsfuß, ich höre sie trotzdem gerne. Ghiaurov und Massard singen hervorragend. Besonders gefällt mir in dieser Aufnahme das sehr leidenschaftliche Schlussterzett, aber die Cluytens-Aufnahme bleibt als Gesamtpaket überzeugender.
Der Grundpuls dieser Musik ist ein schreitendes alla breve. Zunächst sind allerlei kraus meandernde Stimmen in allen Instrumentengruppen zu hören - alles recht leise & geheimnisvoll. Die Stimmung einer Nachtwanderung durch eine verzauberte, surreale Szenerie kommt auf. Nach etwa 1/3 beginnt ein Abschnitt, der mich schaudern lässt - grausig & wohlig zugleich: nach einer Generalpause nehmen die Kontrabässe den vertrauten Puls wieder auf. Tun sie das entlang des untersten Frequanzspektrums, so tun das zur gleichen Zeit im anderen Extrem die hohen Streicher mit lang gehaltenen, schrillen, fiependen Noten. Dazwischen klafft ein gigantischer Spalt. Allmählich bekommen die Bässe Unterstützung durch die Celli, das Holz, das Blech, der Klang kehrt zu einem an Extremen verlierenden Gemisch zurück. Nicht aber zu einem Spannungsabfall. Mehr Wirrwarr, mehr Widerstreit, mehr Bedrohliches macht sich breit, in Wellenbewegungen, bis es irgendwann ohne wirkliche Auflösung mit vielen, kleiner & leiser werdenden Fragezeichen verebbt.
Mir gefällt die Idee des Concours international d'éxecution musicale Genève (hier dokumentiert: die 50. Ausgabe), dass Nachwuchs-Dirigenten sich explizit mit zeitgenössischen Kompositionen auseinander zu setzen haben.
Balz Trümpy (* 1946)
Cetay (inaktiv) (30.09.2018, 20:20):
Mauricio Kagel; 75. Geburtstags-Edition daraus: Ein Aufnahmezustand (Hörspiel)
Cetay (inaktiv) (01.10.2018, 01:56): Heavy Rotation:
John Cage; Solo für Cello Friedrich Gauwerky Solo for Cello (aus dem Concert for Piano and Orchestra) 59 1/2 Seconds for a String Player Altas Eclipticalis (Version für Violoncello und Violoncello Playback) Variations I (Realisierung für Violoncello Solo) Études Boréales
Amonasro (01.10.2018, 16:44):
Arrigo Boito: Mefistofele
Mefistofele - Nicolai Ghiaurov Faust - Luciano Pavarotti Margherita - Mirella Freni Marta - Nucci Condò Wagner - Piero De Palma Elena - Montserrat Caballé Pantalis - Della Jones Nereo - Robin Leggate
London Opera Chorus, Trinity Boy's Choir National Philharmonic Orchestra, Oliviero De Fabritiis
Boitos Oper ist durch ihren episodischen Aufbau, den Einbezug von Szenen aus Faust II und der an vielen Stellen fast wörtlichen Übernahmen näher an Goethe als Gounods Version. Die Aufnahme hat keine Schwachstelle, die zahlreichen Chöre klingen genug abwechslungsreich und die Solisten singen traumhaft.
Gruß Amonasro
Amonasro (02.10.2018, 17:55):
Umberto Giordano/Luigi Illica: Andrea Chénier
Andrea Chénier - Franco Corelli Maddalena di Coigny - Antonietta Stella Carlo Gérard - Mario Sereni La contessa di Coigny - Luciana Moneta Bersi - Stefania Malagù Madelon - Anna Di Stasio Roucher/Fouquier Tinville - Giuseppe Modesti Pietro Fléville - Dino Mantovani Mathieu, detto Populus - Paolo Montarsolo Un Incredibile/L'abate - Piero De Palma Il maestro di casa/Schmidt/Dumas - Paolo Pedani
Orchestra e Coro del Teatro dell'Opera di Roma, Gabriele Santini
Vielleicht Corellis beste Aufnahme, aber auch Antonietta Stella und vor allem Mario Sereni, eine der schönsten Baritonstimmen, sind hier ideal. Dazu kommen die durchweg überzeugenden Nebenrollen (besonders Piero De Palma) und eine exzellente Aufnahmequalität.
Gil Shaham (Violine) Paul Meyer (Klarinette) Jian Wang (Violoncello) Myung-Whun Chung (Klavier)
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (03.10.2018, 18:00):
Georges Aperghis; Situations für 23 Solisten Klangforum Wien, Emilio Pomàrico
Cetay (inaktiv) (03.10.2018, 19:11):
Edgard Varèse; The Varèse Album Columbia Symphony Orchestra, Robert Craft
Daraus CD 1: Ionisation für 41 Schlaginstrumente (13 Spieler) Density 21.5 für Solo-Flöte Intégrales für 11 Bläser und 17 Schlaginstrumente (4 Spieler) Octandre für 7 Bläser und Kontrabass Hyperprism für 9 Bläser und 18 Schlaginstrumente (7 Spieler) Poème Électronique für Tonband
Das wurde gerade zum ersten Mal über die neue Anlage gehört und ich bin schier ausgerastet. Das ist und bleibt eines meiner Allzeitfavoriten-Alben. Bei Craft klingt das wie eine einzige zusammenhängende Komposition. Er zeigt auf, wie sehr Varèse aus der Zeit gefallen war, ohne ihn als gewollten Avantgardisten dastehen zu lassen (vgl. Boulez) oder ihn irgendwie doch an die Tradition hängen zu wollen (vgl. Nagano). Hier treffen zwei Singularitaten aufeinander und kreieren einen folgerichtigen Ereignisstrudel, der in der Geschichte der Tonaufzeichnung senesgleichen sucht.
Sfantu (06.10.2018, 00:03):
_____
Administrator: Das Klassikforum Hallo Rachmaninov,
was machen die Bostoner aus Schostakowitsch? Wie kommt das Ergebnis bei Dir an?
VG, Sfantu Na, dann dskutier' ich das mal mit mir selbst: In unserem hiesigen Kulturradio kam dieser Tage eine Besprechung mit Hörbeispielen. Da ganz altmodisch via Tuner über die HiFi-Anlage verfolgt, kam ich dann auch in den vollen klanglichen Genuss dieser Aufnahme. Ich muss schon sagen: das Boston Symphony seziert diese Musik messerscharf, alles (genauer: die martialischen Knalleffekte beider Werke) wird exemplarisch herausgespielt. Es herrscht eine quasi Letztgültigkeit an Detailschärfe & Transparenz, die staunen macht. Ohne etwas darüber zu wissen, wie Nelsons die ruhigeren Passagen angeht, würde ich die Einspielung ohne Weiteres zumindest mal für den Einstieg empfehlen. Über die Elfte sag' ich hier & heute nichts - mit ihr bin ich nie so richtig warm geworden. Stattdessen habe ich an zwei Tagen "meine" beiden Aufnahmen der Vierten nach gehöriger Pause mal wieder durchgehört:
London Philharmonic Orchestra - Bernard Haitink (CD, Decca, 1979)
"Detailschärfe, Transparenz, Ausspielen der Knalleffekte" - kann es da überhaupt noch eine Steigerung geben angesichts Haitink? Diese Version bleibt meine Nummer Eins. Mehr noch als die erwähnten Extreme an Schall-& Alpdruck schlägt mich der Schlussabschnitt des Finales in den Bann mit diesem drückenden, geheimnisvollen Verebben (oder besser: Ersterben?). Da ist am Ende so garnichts geklärt, es bleiben alle Fragen offen...Souveräne Gestaltung! Formidabler ADD-Stereo-Klang!
Philadelphia Orchestra - Eugene Ormandy (LP, CBS, 1963)
Eine famose Orchesterleistung ist hier zu erleben! Schade nur, dass die Aufnahmequalität dem etwas hintan steht: keine optimale Balance, nicht die gleiche hockerstürmende Dynamik wie bei Haitink. Hie & da werden einzelne Abschnitte gehighlightet, so bspw. die Klanghölzer gegen Ende des langsamen Satzes oder das Glockenspiel im leisen Verklingen des Finales. Das wirkt ein wenig cineastisch, hat irgendwo aber auch seinen Reiz.
Fazit: neben Haitink brauche ich keine weitere Schostakowitsch 4. Insgesamt werde ich mir künftig diesen Klang gewordenen Seelenstrip nur noch nach reiflicher mentaler Einstimmung geben & wer weiss, wie oft noch in diesem Leben? 2x in 48 Stunden geht jedenfalls an meine persönlichen Grenzen. Ein Koloss, dieser Dmitrij Dmitrijewitsch!
Amonasro (06.10.2018, 22:39): Aus aktuellem Anlass:
Gioachino Rossini/Étienne de Jouy/Hippolyte Bis: Guillaume Tell
Guillaume Tell - Gabriel Bacquier Hedwige - Jocelyne Taillon Jemmy - Mady Mesplé Mathilde - Montserrat Caballé Arnold Melchthal - Nicolai Gedda Melchthal - Gwynne Howell Gessler - Louis Hendrikx Walter Furst - Kolos Kovacs Ruodi - Charles Burles Leuthold - Nicolas Christou Rodolphe - Ricardo Cassinelli Un chasseur - Leslie Fyson
Ambrosian Opera Chorus Royal Philharmonic Orchestra, Lamberto Gardelli
Gruß Amonasro
Nikolaus (07.10.2018, 10:02):
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Administrator: Das Klassikforum Hallo Rachmaninov,
was machen die Bostoner aus Schostakowitsch? Wie kommt das Ergebnis bei Dir an?
VG, Sfantu Na, dann dskutier' ich das mal mit mir selbst:In unserem hiesigen Kulturradio kam dieser Tage eine Besprechung mit Hörbeispielen. Da ganz altmodisch via Tuner über die HiFi-Anlage verfolgt, kam ich dann auch in den vollen klanglichen Genuss dieser Aufnahme. Ich muss schon sagen: das Boston Symphony seziert diese Musik messerscharf, alles (genauer: die martialischen Knalleffekte beider Werke) wird exemplarisch herausgespielt. Es herrscht eine quasi Letztgültigkeit an Detailschärfe & Transparenz, die staunen macht. Ohne etwas darüber zu wissen, wie Nelsons die ruhigeren Passagen angeht, würde ich die Einspielung ohne Weiteres zumindest mal für den Einstieg empfehlen. Über die Elfte sag' ich hier & heute nichts - mit ihr bin ich nie so richtig warm geworden. Stattdessen habe ich an zwei Tagen "meine" beiden Aufnahmen der Vierten nach gehöriger Pause mal wieder durchgehört:
London Philharmonic Orchestra - Bernard Haitink (CD, Decca, 1979)
"Detailschärfe, Transparenz, Ausspielen der Knalleffekte" - kann es da überhaupt noch eine Steigerung geben angesichts Haitink? Diese Version bleibt meine Nummer Eins. Mehr noch als die erwähnten Extreme an Schall-& Alpdruck schlägt mich der Schlussabschnitt des Finales in den Bann mit diesem drückenden, geheimnisvollen Verebben (oder besser: Ersterben?). Da ist am Ende so garnichts geklärt, es bleiben alle Fragen offen...Souveräne Gestaltung! Formidabler ADD-Stereo-Klang!
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Fazit: neben Haitink brauche ich keine weitere Schostakowitsch 4. Insgesamt werde ich mir künftig diesen Klang gewordenen Seelenstrip nur noch nach reiflicher mentaler Einstimmung geben & wer weiss, wie oft noch in diesem Leben? 2x in 48 Stunden geht jedenfalls an meine persönlichen Grenzen. Ein Koloss, dieser Dmitrij Dmitrijewitsch! Dann werfe ich mal etwas ein:
Ich habe Andris Nelsons mit dem Boston Symphony Orchestra im September live in Paris erlebet - eben mit dieser 4. Sinfonie. Das war eines der intensivsten Musikerlebnisse, die ich bisher hatte, einfach überwältigend (und ich gebe dir Recht: auch ich stoße da eine meine persönlichen Grenzen...).
Das liegt natürlich an dieser großartigen Musik (v.a. der letzte Satz, nicht nur das Finale, sondern auch die Steigerungen davor!!), aber - davon bin ich überzeugt - auch an der kompromisslosen Interpretation durch Nelsons und sein Orchester. Die Spannungsbögen waten teilweise kaum zu ertragen (s.o.), und er gestaltete die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Stimmungen so, dass das ganze nicht auseinanderfielen.
Haitinks Aufnahme habe ich auch, ebenfalls großartig! Im Vergleich wäre bei mir Nelsons vorne, aber eben mit dem live-Erlebnis. Deshalb habe ich mir die Aufnahme bestellt und kann dann besser vergleichen.
Gruß, Nikolaus.
Amonasro (07.10.2018, 19:56):
Amilcare Ponchielli/Arrigo Boito: La Gioconda
La Gioconda - Montserrat Caballé La Cieca - Alfreda Hodgson Enzo Grimaldo - Luciano Pavarotti Alvise Badoero - Nicolai Ghiaurov Laura Adorno - Agnes Baltsa Barnaba - Sherrill Milnes Zuàne - John Del Carlo Isèpo - Regolo Romani Un pilota - Neil Jenkins Prima voce dalla laguna - Neil Jenkins Seconda voce dalla laguna - Geoffrey Shaw Un cantore - Stephen Varcoe Un barnabotto - Rodney Macann
London Opera Chorus, Finchley Children's Music Group National Philharmonic Orchestra, Bruno Bartoletti
Eine sehr gelungene Aufnahme, auch wenn Caballé die Gioconda weniger dramatisch angeht als andere, letztlich überzeugendere Rollenvertreterinnen (wie Cerquetti, Callas).
Gruß Amonasro :hello
Sfantu (07.10.2018, 22:17): Lieber Nikolaus,
dann bin ich gespannt auf Deine Eindrücke! Übrigens beneide ich Dich um dieses Konzerterlebnis!
Barbara Hendricks (Sopran), Eldon Fox (Cello) Lisa Hansen (Flöte), Susan Bell (Fagott) Royal Philharmonic Orchestra, Enrique Bátiz
Gruß Amonasro
norb (13.10.2018, 19:39): Guten Abend
Ich höre gerade die Flötenkonzerte von Saverio Mercadante, Teil einer Galway Box.
Nicolas_Aine (13.10.2018, 22:40):
tapeesa (13.10.2018, 22:42): Ich bin seit ich hier angekommen bin, abendlich im Klassik-Rausch. Grad das hier entdeckt - das ist ja unglaublich - einfach nur wunderschön. Weiß gar nicht, wie ich beschreiben kann, was ich da empfinde - aber es hat ja auch Zeit; Zeit zum immer wieder hören und mich bewegen, berühren lassen davon. ich versuche mich nicht zu ärgern, dass ich bisher so eine enge Klassik-Scheuklappe auf hatte. Da war nur: Mozart, Beethoven, Haydn, Bach, Vivaldi, Wagner und ein paar andere und Schuberts Winterreise als mein "Liebstes" - sicher hatte ich den Namen Schönberg zumindest mal gehört - aber war nie auf meinem Schirm. Egal: es ist nun da.
Verklärte Nacht, Op. 4 / Suite, Op. 29 Import
Pierre Boulez Arnold Schoenberg - Ensemble InterContemporain (Künstler)
Cetay (inaktiv) (13.10.2018, 22:55): Guten Abend
Ich höre gerade die Flötenkonzerte von Saverio Mercadante, Teil einer Galway Box. Einen ebensolchen guten Abend und herzlich Willkommen zurück. :hello Was ist mit ertus passiert?
Hier läuft gerade eine der unverzichtbarsten meiner Unverzichtbaren:
Joseph Haydn; Streichquartett B-Dur op. 76/4, Hob. III:78 Tokyo String Quartet
Das Vierte hat sich bei mir als Favorit aus Opus 76 herauskristallisert. Vor allem das Adagio scheint aus anderen Welten zu stammen.
tapeesa (14.10.2018, 11:46): andächtig, wach, Trost, berührt und keine Worte eigentlich -
daraus:
Lili Boulanger Psalm 130
Bernadette Greevy, contralto Ian Partridge, tenor BBC Chorus BBC Symphony Orchestra Nadia Boulanger 30 October 1968
norb (14.10.2018, 20:25): Ertus mag keine Klassik mehr.
Jetzt Bartoks Concerto for Orchestra, Fritz Reiner und das Chicago SO, ein großer Favorit.
agravain (14.10.2018, 20:42): Hier aufgrund aktueller Beschäftigung (nett) Nachempfundenes.
Nicolas_Aine (14.10.2018, 21:12):
daraus die 6. Symphonie
tapeesa (14.10.2018, 23:21): 1 - The lark ascending David Nolan/London Philharmonic Orchestra/Vernon Handley
Amonasro (14.10.2018, 23:26):
Gaetano Donizetti/Salvadore Cammarano: Lucia di Lammermoor
Lord Enrico Ashton - Robert Merrill Lucia Ashton - Joan Sutherland Sir Edgardo di Ravenswood - Renato Cioni Lord Arturo Bucklaw - Kenneth Macdonald Raimondo Bidebent - Cesare Siepi Alisa - Ana Raquel Satre Normanno - Rinaldo Pelizzoni
Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia Roma, Sir John Pritchard
Eine meiner liebsten Sutherland-Aufnahmen, sie klingt hier deutlich jugendlicher als in der späteren Aufnahme mit Pavarotti. Auch die übrige Besetzung, insbesondere der wenig bekannte Tenor Renato Cioni, braucht den Vergleich nicht zu scheuen. Verglichen mit der späteren Aufnahme gibt es aber leichte Kürzungen (z. B. im Duett Edgardo/Enrico).
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (15.10.2018, 00:15):
daraus die Nr. 8
edit: und wie sich herausstellt, auch die Nr. 7
Cetay (inaktiv) (15.10.2018, 07:50):
Joseph Martin Kraus; Streichquartette op. 1/2-4 Joseph Martin Kraus-Quartett
Ganz exquisit. Kraus' Lebensdaten sind ähnlich mit denen von Mozart. Wenn in seiner Musik Anklänge an Mozart und Haydn zu finden sind, dann weist ihn das nicht als Nachahmer aus, sondern alle drei haben gemäß den Konventionen der Zeit komponiert. Im Rahmen derselben ist Kraus höchst originell und spannend. Die Interpreten dieser Gesamteinspielung (es gibt noch Vol. 2, womit alle Zehne im Kasten sind) setzen sich zu drei Vierteln aus Mitgliedern des Concerto Köln zusammen. Es gibt sicher schlechtere Anwälte für diesen etwas vernachlässigten Klassiker.
tapeesa (15.10.2018, 11:14):
Miroirs, Jeux d'Eau Pavane Andre Laplante (Künstler), Maurice Ravel (Komponist)
daraus
10 - Une barque sur l`océan
Sehr interessant.
norb (15.10.2018, 20:12): Die Brandenburgischen Konzerte 1-3 von JS Bach, Akademie für Alte Musik Berlin.
Amonasro (15.10.2018, 20:58):
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Ernani
Ernani - Carlo Bergonzi Donna Elvira - Leontyne Price Don Carlo - Mario Sereni Don Ruy Gomez de Silva - Ezio Flagello Don Riccardo - Fernando Iacopucci Iago - Hartje Mueller Giovanna - Julia Hamari
RCA Italiana Opera Orchestra and Chorus, Thomas Schippers
Diesen Ernani zu hören ist immer wieder ein Genuss.
Gruß Amonasro
norb (16.10.2018, 20:30):
Daraus die vierte Symphonie. Von Prokofiev sind meine Lieblingssymphonien die erste und siebte, die anderen entdecke ich erst so nach und nach.
tapeesa (19.10.2018, 21:41):
daraus 1 - Takemitsu: I Hear the Water Dreaming von Patrick Gallois & BBC Symphony Orchestra & Sir Andrew Davis
Amonasro (19.10.2018, 22:14):
Giuseppe Verdi/Salvadore Cammarano: Il trovatore
Il conte di Luna - Ettore Bastianini Leonora - Antonietta Stella Azucena - Fiorenza Cossotto Manrico - Carlo Bergonzi Ferrando - Ivo Vinco Ines - Amanda Bonato Ruiz - Franco Ricciardi Un vecchio zingaro - Giuseppe Morresi Un messo - Angelo Mercuriali
Coro e orchestra del Teatro alla Scala, Tullio Serafin 1962
Trotz ein paar Strichen (Wiederholungen der cabalette) ist das neben dem Salzburg-Mitschnitt unter Karajan mein Lieblings-trovatore. Besonders Bergonzis stilvoller Manrico, der in den lyrischen Passagen aufzeigt, warum diese Oper "Der Troubadour" heißt, ist eine willkommene Abwechslung zu den heroisch-lauten Versionen vieler anderer Tenöre.
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (19.10.2018, 23:44):
BWV 1060, 1041, 1042.
Hat mit HIP nix zu tun. Ist auch keine Aufnahme, die ich wirklich weiterempfehlen würde, aber ich mag die Hahn, und so ab und zu geht das schon :)
Cristina Ortiz (Klavier) New Philharmonia Orchestra, Vladimir Ashkenazy
Gitarrenkonzert
Angel Romero (Gitarre) London Philharmonic Orchestra, Jesús López-Cobos
Gruß Amonasro
Andréjo (20.10.2018, 12:01): Hallo, tapeesa!
Wenn ich mir Dein Hörprogramm der letzten Tage ansehe, erkenne ich deutlich die Vorliebe im Neu-Entdecken all dessen, was unmittelbar schmeichelt, Stimmungen vermittelt, Reizharmonik verströmt. Nichts daran erscheint mir problematisch - nicht dass wir uns falsch verstehen!
Möglicherweise wirst Du staunen, wenn Du Dir mit der Zeit das ganze Spektrum stärker problembeladener oder eben "modernerer" Musik eröffnest. Das braucht ein wenig seine Zeit, aber das wird kommen, wenn man so offen herangeht wie Du - da bin ich mir sicher. Ich unterstelle jetzt mal ganz kühn, dass Du über 20 bist und nicht wie ich über 60 ... :ignore (Bitte um dezenten Widerspruch, falls grobschlächtige Fehleinschätzung.)
Es ist ein unermessliches Feld.
Aber Takemitsu ist ohnehin schon ganz beachtlich!
Beispiel: Ravels "Miroirs", die "Barques sur l'océan" sprechen mich immer noch stärker an als der Rest - genau wegen dieser Wirkung, die ich oben zu beschreiben versucht habe. Dabei sind sie kompositorisch eher schwächer. Stark ist sicher "Alborado del gracioso".
Ich könnte mir den Zyklus auch gleich wieder mal anhören.
(Bezüglich der Verlinkung muss ich wohl erst mal wieder nachsehen, wie das hier geht.)
:hello Wolfgang
Amonasro (20.10.2018, 15:39):
Ottorino Respighi:
Feste romane Fontane di Roma Pini di Roma
Orchestra Sinfonica di Roma, Francesco La Vecchia
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (20.10.2018, 18:11): zwar aus einer anderen Box, trotzdem diese Aufnahme von Op. 81:
ich finde das nach wie vor unglaublich gut. Die spielen so fantastisch farbig und schaffen zu jeder Zeit die richtige Stimmung. Das ist einfach völlig durchdrungen.
tapeesa (20.10.2018, 22:39): Hallo Wolfgang,
ich freue mich gerade sehr über deine Rückmeldung. (alterstechnisch bewege ich mich zwischen der 40 und der 50 ;) )
Das "Alborado del gracioso" habe ich wenig konzentriert vorhin kurz durch gehört, aber ich glaube, ich verstehe, was du meinst. Danke fürs drauf aufmerksam machen. Werde mit Muße noch genauer hinhören.
Im Versuch einer Antwort bin ich gerade immer mehr "verästelt", ist vielleicht aber ein gutes Stichwort, weil ich aus einer extremen Fülle komme, Reize mich viel überfluten, Emotionen sehr stark sind und "weniger ist mehr" ein gutes Motto für mich ist. Das merke ich auch beim mich durch youtube momentan treiben lassen: Einfachheit (Satie), Kühle, Beruhigung, Zentrierendes, Solo-Interpretationen ("die Moldau" / Harfe / Valérie Milot) / zum Ozean dann aber auch die "barque" (schön, dass du das auch hörst ...) - Im Prinzip würde ich gerne vom: in der Fülle ertrinken / mich verlieren hin zu: ich bin gut geerdet / zentriert und öffne mich von da aus. Die "umschmeichelnden" Stücke helfen bei diesem Prozess.
Nächste Woche habe ich vor zu einem Konzert mit einigen Schumann-Werken zu gehen. Ansonsten bin ich ein bisschen planlos gerade, ob der Fülle oder diesem unermesslichen Feld, wie du sagst, aber das ist okay. Darf sein. MIr geht es auch weniger um Leistung momentan, eher um: womit gehe ich in Resonanz und warum vielleicht und wie reagiere ich auf Stücke, was sind Schwerpunkte, usw. - viel beobachten und möglichst wertfreier Zugang. Es ist gerade auch ein Stück wie mich in die Musik fallen lassen und getragen werden. Sehr schön und ein Gefühl, was ich brauche.
Einen schönen Abend wünscht tapeesa
Nicolas_Aine (21.10.2018, 23:55):
Nicolas_Aine (22.10.2018, 13:26): ich bleibe erstmal in Schottland:
tapeesa (23.10.2018, 01:01):
Nocturne in B Flat Minor, Op. 9 No. 1: "A Madame Camille Pleyel" Nocturne in E Flat Major, Op. 9 No. 2: "A Madame Camille Pleyel" Nocturne in B Major, Op. 2 No. 3: "A Madame Camille Pleyel" Nocturne in F Major, Op. 15 No. 1: "A Monsieur F. Hiller" Nocturne in F Sharp Major, Op. 15 No. 2: "A Monsieur F. Hiller" Nocturne in G Minor, Op. 15 No. 3: "A Monsieur F. Hiller" Nocturne in C Sharp Minor, Op. 27 No. 1: "A la Comtesse d'Appony" Nocturne in D Flat Major, Op. 27 No. 2: "A la Comtesse d'Appony" Nocturne in B Major, Op. 32 No. 1: "A la Baronne de Billing" Nocturne in A Flat Major, Op. 32 No. 2: "A la Baronne de Billing"
Nach Mussorgskys "Night on bald mountain". Barbers "Agnus Dei" (wow) und Grieg und einer Komposition eher düsterer Art, die ich vergessen habe, führe ich mir verschiedene Nocturnes nun zu Gemüte. Chopin kommt meiner Stimmung da gerade am Nächsten oder meine Stimmung kommt Chopin am Nächsten oder wie auch immer.
Ist ein bisschen wie Wind und Wetter gerade - quer durch die Epochen, spricht mich dieses oder jenes an und Stunden später wieder gar nicht mehr so, dafür anderes, oft auch nur ein Stück von einem Komponisten. Meine Wiener Klassik und Händel - Aversion (viele Jahre eher zwangsverordnetes Kirchengemeinde-Flöten (längere Geschichte), was irgendwann zu einer generellen Klassik-Abwehr geführt hat) löst sich ein bisschen zumindest auf, wenn ich mehr von Außen drauf schaue.
Nicolas_Aine (23.10.2018, 18:17):
daraus die Nr. 3. :times10
Amonasro (23.10.2018, 20:15):
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Rigoletto
Il Duca di Mantova - Renato Cioni Rigoletto - Cornell MacNeil Gilda - Joan Sutherland Sparafucile - Cesare Siepi Maddalena - Stefania Malagù Giovanna - Anna di Stasio Matteo Borsa - Angelo Mercuriali Marullo - Giuseppe Morresi Il Conte di Ceprano - Giulio Corti La Contessa di Ceprano - Luisa Valle Il Conte di Monterone - Fernando Corena Un paggio della Duchessa - Maria Fiori
Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia Roma, Nino Sanzogno
Eine vozügliche Aufnahme, nicht nur wegen der jugendlich-reinen Stimme Joan Sutherlands, die ideal zur naiven Gilda passt, und dem dramatisch packenden Rigoletto MacNeils, sondern auch wegen dem wenig bekannten Tenor Renato Cioni, der mit seiner hellen lyrischen Stimme hervorragend mit Sutherland harmoniert. Sein Duca klingt zwar eher wie ein leichtsinniger Jüngling, insgesamt finde ich die Aufnahme aber stimmig. Das unheimliche Duett von Sparafucile und Rigoletto zieht mir hier aber etwas zu unauffällig vorbei, das Cello scheint zu sehr im Hintergrund aufgenommen, Siepi bleibt auch etwas blass und so hinterlässt die Szene keinen so bleibenden Eindruck wie in anderen Aufnahmen (hier finde ich die Version mit Martti Talvela und Sherill Milnes unter Bonynge exemplarisch).
Gruß Amonasro
palestrina (23.10.2018, 20:24): klick
daraus die Nr. 3. :times10 Hallo Nicolas_Aine, die Cover kann man auch kleiner machen! :D
LG palestrina
Nicolas_Aine (23.10.2018, 21:20): Hi palestrina,
ja, aber wenn ich mit dem Handy was einstelle, dann kann ich nie abschätzen, wie groß das wird :D ich werde mir in Zukunft Mühe geben!
Amonasro (23.10.2018, 21:44): Hi palestrina,
ja, aber wenn ich mit dem Handy was einstelle, dann kann ich nie abschätzen, wie groß das wird :D ich werde mir in Zukunft Mühe geben! Man kann bei Bildern von Amazon die Größe auch exakt einstellen, indem man in der Bildadresse die Zahl hinter dem SX oder SL ändert. Ich nehme in der Regel 350. Genauer ist es hier erklärt: Bilder ändern vor dem Einfügen
Bei mir geht es nun weiter mit:
Heitor Villa-Lobos:
Einleitung zu den Choros
Zwei Choros (Bis)
Choros Nr. 2, 3, 10, 12
Fabio Zanon (Gitarre), Cláudia Cruz (Violine), Johannes Gramsch (Cello), u. a. Chor des São Paulo Symphony Orchestra São Paulo Symphony Orchestra, John Neschling
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (26.10.2018, 21:35):
Johann Sebastian Bach; Die Kunst der Fuge, BWV 1080 Ars Rediviva, Milan Munclinger
Cetay (inaktiv) (28.10.2018, 07:07): Der heutige Morgen stand ganz im Zeichen der New Yorker Schule. Der von Eberhard Blum herausgegebene Dreier-Pack mit den Großen Vier macht süchtig und gehört für mich zu den unverzichtbaren Aufnahmen. Die Anordnung der Stücke mit ständig wechselnden Instrumentierungen wirkt sehr durchdacht - die Serie ist ein überzeugendes Plädoyer für diesen Seitenstrang der Moderne. Und trotz dem durchweg experimentellen Charakter ist das auch gut zum nebenbei hören beim Samstagmorgenkaffee geeignet. :ignore
The New York School 1-3; Werke von Brown, Cage, Feldman & Wolff Eberhard Blum Sonntagmorgens geht das natürlich auch. :D
Klanglich ist das eines der absoluten Hochlichter meiner Sammlung. Ich habe einen Artikel gefunden, der versucht, dem warm-voluminösen, dabei verblüffend unmittelbaren Sound dieser Gesamteinspielung auf den Grund zu gehen. Die Theorie des Autors besagt, dass es an den damals verwendeten Vakuumröhren-Mikrophonen liegt, die wenig später aus der Mode kamen.
Cetay (inaktiv) (29.10.2018, 04:46):
Joseph Martin Kraus; Sinfonien VB 142-143 & Violinkonzert Kang-Hoon Kim, Kurpfälzisches Kammerorchester, Jiri Malat
Cetay (inaktiv) (30.10.2018, 08:01): :thumbsup: Ganz nach meinem Gusto:
Mauricio Kagel; 2 Michael Riessler (Saxophone, Klarinetten), Brigitte Sylvestre (Harfe), Geoffrey Wharton (Violine), Kristi Becker (Klavier), Theodor Ross (Gitarre), Mauricio Kagel (Glastrompete, Stimme) Zwei Akte für Saxophone und Harfe Rrrrrrr... 5 Jazzstücke für Klarinette, Violine & Klavier Blue's Blue - Komödiantisches Musiktrugstück für Klarinette, Glastrompete, Gitarre, Violine und Grammophon
Amonasro (30.10.2018, 18:45):
Giuseppe Verdi/Andrea Maffei: I masnadieri
Massimiliano - Ruggero Raimondi Carlo - Carlo Bergonzi Francesco - Piero Cappuccilli Amalia - Montserrat Caballé Arminio - John Sandor Moser - Maurizio Mazzieri Rolla - William Elvin
Ambrosian Singers New Philharmonia Orchestra, Lamberto Gardelli
Verdis Vertonung von Schillers Räubern fällt neben dem fast gleichzeitig entstandenen Macbeth deutlich ab. Das Libretto bleibt zwar für Opernverhältnisse relativ nah an der Vorlage, die Oper besteht jedoch hauptsächlich aus Arien und die Hauptfiguren bleiben als Charaktere eher blass. Der vierte Akt hebt sich dann jedoch positiv ab. Francesco erhält in seiner Traumerzählung und im Duett mit Pfarrer Moser (erinnert von der Situation her ein bisschen an das Großinquisitor-Duett) doch noch ein gewisses Profil und auch das anschließende Vater-Sohn Duett (Carlo/Massimiliano) finde ich sehr berührend. Leider liegt mir nur das italienische Libretto vor und es bleibt für mich unklar, ob Franz überlebt oder stirbt (bei Schiller begeht er Selbstmord).
Die vorliegende Aufnahme lässt keine Wünsche offen: Bergonzi, Caballé, Cappuccilli, Raimondi - was will man mehr?
Gruß Amonasro :hello
Amonasro (01.11.2018, 21:26): Und noch ein früher Verdi:
Giuseppe Verdi/Salvadore Cammarano: Luisa Miller
Luisa - Anna Moffo Rodolfo - Carlo Bergonzi Miller - Cornell MacNeil Il conte di Walter - Giorgio Tozzi Wurm - Ezio Flagello Federica - Shirley Verrett Laura - Gabriella Carturan Un contadino - Piero De Palma
RCA Italiana Opera Chorus & Orchestra, Fausto Cleva
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (01.11.2018, 23:33): bei mir kommt noch vor dem zu Bett gehen:
daraus das Sibelius VK
Cetay (inaktiv) (02.11.2018, 11:53):
Johann Sebastian Bach; Die Kunst der Fuge, BWV 1080 (Arrangement für Kammerorchester v. Leonard Isaacs) Members of the Philomusica London, George Malcom
Heute am frühen Morgen wollte ich diese sehr breite und getragene Version der KdF als Wiedereinschlafhilfe missbrauchen, aber die Faszination überwog - ganz abseits von Fragen nach der historischen Korrektheit von Instrumentierung, Tempi, Phrasierung und Artikulation. Ich bin froh, dass ich mir auf meine alten Tage solche Hörerlebnisse nicht mehr selbst durch ohnehin illusorische Werk- oder Texttreue-Dogmen verbauen muss.
Cantus Arcticus (02.11.2018, 21:18): Bei mir Sir Edward Elgar persönlich zu Gast mit seiner ersten Symphonie, aufgenommen vom 20.-22. November 1930 in Kingsway Hall London. Ich habe die drei Triple CD Boxen in der ursprünglichen Ausgabe im Second Hand Laden um die Ecke erstanden zu einem sehr guten Preis!!
Ich war erst skeptisch: 1930....naja, wahrscheinlich viel Rauschen ab 78er Scheiben.... Doch WEIT GEFEHLT!!!!
Ich habe dieses Werk selten so frisch und unverbraucht gehört wie hier. Die Klangqualität ist - gemessen am Alter - hervorragend. Was mich wirklich überrascht ist die Tatsache, dass Sir Edward hier eine solch frische und schwungvolle Interpretation vorweist, welche die landläufigen Ansichten zu Elgars Musik - sie sei "viktorianisch" konzipiert, was immer das heissen mag - glatt Lügen straft. Sie gestaltet sich in seiner Sichtweise so modern und luftig wie die Aufnahmen von Haitink oder Sinopoli. Zudem ist Sir Edward markant schneller Unterwegs als seine Kollegen (Sinopoli, Haitink, Davis oder Tate). Für mich ein Glücksgriff :down
Viele Grüsse :hello Stefan
Cetay (inaktiv) (03.11.2018, 14:19):
Cornelius Cardew; Treatise QUaX Ensemble Petr Kotik (Flöte, Trompete, Violine, Violoncello, Klangobjekte), Pavel Kondelík (Tenorsaxophon, Violine), Jan Hynčica (Posaune, Violine), Josef Vejvoda (Perkussion, Strohgeige), Václav Zahradník (Klavier, Stimme, Violine)
Ein neuer Bewohner meines persönlichen CD-Olymp.
Cetay (inaktiv) (03.11.2018, 23:07):
Hans Joachim Hespos; Seiltanz Ensemble 13, Manfred Reichert
agravain (04.11.2018, 08:32): Hier:
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 „Pathétique“
Philharmonia Orchestra Giuseppe Sinopoli
:hello Agravain
Cetay (inaktiv) (04.11.2018, 16:15):
Wolfgang Amadeus Mozart; Flötenquartette K. 285 & 298 William Bennett, Grumiaux Trio
Höre nicht auf die Komposition und Interpretation, sondern auf den Geist der Werkes - Ersetze Theorie durch Hörerfahrung - Glaube nichts, nur weil es von Vielen geglaubt wird - Glaube nichts, nur weil es seit Generationen gesagt wird - Glaube nichts, nur weil es in Standardwerken geschrieben steht - Glaube nichts, nur weil es von Autoritäten stammt - Höre, beobachte, prüfe selbst und nehme an, was dir gefällt, wohltut und nutzt.
agravain (04.11.2018, 18:41): Glaube nichts, nur weil es von Vielen geglaubt wird - Glaube nichts, nur weil es seit Generationen gesagt wird - Glaube nichts, nur weil es in Standardwerken geschrieben steht - Glaube nichts, nur weil es von Autoritäten stammt - Höre, beobachte, prüfe selbst und nehme an, was dir gefällt, wohltut und nutzt. Genau.
Hier:
Johann Sebastian Bach: Ouvertüre Nr. 3 D-Dur BWV 1068
Münchener Bach-Orchester Karl Richter
:hello
Cetay (inaktiv) (05.11.2018, 20:15):
Wolfgang Amadeus Mozart; Streichtrios & Duette Grumiaux Trio
tapeesa (05.11.2018, 21:41):
daraus:
Erlkönig, Op. 1, D. 328 Daniel Norman
Amonasro (05.11.2018, 21:51):
Giuseppe Verdi/Temistocle Solera: Nabucco
Nabucco - Tito Gobbi Ismaele - Bruno Prevedi Zaccaria - Carlo Cava Abigaille - Elena Souliotis Fenena - Dora Carral Il Gran Sacerdote di Belo - Giovanni Foiani Abdallo - Walter Kräutler Anna - Anna d'Auria
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor Wiener Opernorchester, Lamberto Gardelli
Gruß Amonasro
tapeesa (05.11.2018, 22:19):
1 The Battell - William Byrd
Conductor: Elgar Howarth
tapeesa (06.11.2018, 00:09):
=> William Byrd => Cembalo => Bertrand Cuiller
====> ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
Cetay (inaktiv) (06.11.2018, 07:05): Bei mir Sir Edward Elgar persönlich zu Gast mit seiner ersten Symphonie, aufgenommen vom 20.-22. November 1930 in Kingsway Hall London. Ich habe die drei Triple CD Boxen in der ursprünglichen Ausgabe im Second Hand Laden um die Ecke erstanden zu einem sehr guten Preis!!
Ich war erst skeptisch: 1930....naja, wahrscheinlich viel Rauschen ab 78er Scheiben.... Doch WEIT GEFEHLT!!!!
Ich habe dieses Werk selten so frisch und unverbraucht gehört wie hier. Die Klangqualität ist - gemessen am Alter - hervorragend. Was mich wirklich überrascht ist die Tatsache, dass Sir Edward hier eine solch frische und schwungvolle Interpretation vorweist, welche die landläufigen Ansichten zu Elgars Musik - sie sei "viktorianisch" konzipiert, was immer das heissen mag - glatt Lügen straft. Sie gestaltet sich in seiner Sichtweise so modern und luftig wie die Aufnahmen von Haitink oder Sinopoli. Zudem ist Sir Edward markant schneller Unterwegs als seine Kollegen (Sinopoli, Haitink, Davis oder Tate). Für mich ein Glücksgriff :down
Viele Grüsse :hello Stefan Ja, dasselbe gilt auch für das Violinkonzert mit Elgar am Pult. Ganz ähnliche Erfahrungen kann man machen, wenn man sich Gustav Holsts zerschundene Planeten mal unter der Stabführung des Dirigenten anhört.
Sfantu (06.11.2018, 10:12): Weiss nicht, ob das hier irgendwo schonmal Thema war: könnten vielleicht nicht auch technische Gründe eine Rolle gespielt haben, gerade längere Stücke eher flott zu nehmen? Zumindest dann, wenn eine Veröffentlichung auf Tonträger geplant war? Eine 12-Zoll-Schellackplatte bot pro Seite maximal 10min Spielzeit am Stück - & das auch nur im Falle der eher seltenen 33 1/3 Umdrehungen pro Minute. Standard waren bis zuletzt die 78 rpm, woraus nochmal spürbar kürzere Laufzeiten resultieren. Denke da bspw. an die erste Zauberflöten-Gesamtaufnahme mit Beecham. Hab' die mal im Brocki entdeckt - ein imposanter Klotz (weiss nicht mehr, wie viele Scheiben) - konnte es jedenfalls von den Abmessungen locker mit einem der späteren Nibelungenringe auf Vinyl aufnehmen > hier 2h, dort 15h Spieldauer...
Cetay (inaktiv) (06.11.2018, 17:19): Diese Diskussion gibt es immer dann, wenn Werktreue-Jünger mit Hinweis auf das Dirigat des Komponisten behaupten, dass die heutigen Interpretationen viel zu langsam wären und dann eben das Gegenargument mit der begrenzten Spieldauer kommt - egal um welches Werk es geht. Holst ist hier freilich unverdächtig. Er brauchte für jeden Satz außer Merkur zwei Matrizen und hätte damit eine Kapazität von ca. 8-10 Minuten zur Verfügung gehabt. Genutzt hat er für die einzelnen Sätze nur 5:32 - 7:16 Minuten Spielzeit.
Amonasro (06.11.2018, 21:19):
Heitor Villa-Lobos: Floresta do Amazonas
Anna Korondi (Sopran) São Paulo Symphony Orchestra & Choir, John Neschling
Gruß Amonasro
tapeesa (06.11.2018, 23:54): Antonín Dvořák - Requiem
Krassimira Stoyanova, soprano Elīna Garanča,mezzo-soprano Stuart Skelton, tenor Robert Holl, bass
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Mariss Jansons, conductor
(kein CD-Cover, weil keine CD im Handel (habe zumindest nichts gefunden))
agravain (09.11.2018, 12:17): Hm. Ähnlich wie schon bei der von einiger Zeit erschienenen neuen "Falstaff"-Einspielung finde ich, dass Davis nicht (mehr) an die Intensität seiner vorangegangenen Aufnahmen herankommt. Seine 1993er Aufnahme von Sir Edwards "The Music Makers" mit Joan Rogers und den musikantischen Reckinnen und Recken der BBC ist doch ein ganz anderes Kaliber als diese jüngst erschienene.
agravain (10.11.2018, 12:08): Und noch eine Neuerscheinung in Sachen Elgar.
Nicht immer bin ich mit Sir Marks Herangehensweise an Elgar so richtig glücklich. Hier aber schöpft er aus dem Vollen.
:hello Agravain
tapeesa (10.11.2018, 12:48):
Heute im Barock und bei den Arien und adagio - und Philippe Jaroussky ist für mich auch eine Entdeckung -
1 - Andromeda liberata, RV Anh. 117: "Sovente il sole" (Perseo) von Philippe Jaroussky
Amonasro (10.11.2018, 22:02):
Gioachino Rossini/Cesare della Valle: Maometto secondo
Paolo Erisso - Ernesto Palacio Anna Erisso - June Anderson Calbo - Margarita Zimmermann Maometto II - Samuel Ramey Condulmiero/Selimo - Laurence Dale
Ambrosian Opera Chorus Philharmonia Orchestra, Claudio Scimone
Eine sehr gelungene Aufnahme von einer der ungewöhnlichsten Opern Rossinis. Wie ich zufällig entdeckt habe, ist gestern eine neue Aufnahme des Maometto aus Wildbad unter Antonio Fogliani erschienen, ein Grund die Scimone-Einspielung mal wieder zu hören. Auch wenn ich abgesehen von Andersons etwas gewöhnungsbedürftigen Timbre nichts auszusetzen habe, kommt die neue Aufnahme auf den Wunschzettel.
Gruß Amonasro
Sfantu (11.11.2018, 12:23):
Claude Debussy - Images I & II Werner Haas, (LP, Philips, ca. 1969)
Reflets dans l'eau. Andantino molto 4'49 Hommage à Rameau. Lent et grave 7'10 Mouvement. Animé 3'13
Cloches a travers des feuilles. Lent 3'53 Et la lune descent sur le temple qui fut. Lent 5'35 Poissons d'or. Animé 3'18
Genau das Richtige an solch einem Nebel-Suppen-Sonntagmorgen. Haas erweckt die beschriebenen Bilder zum Leben. Hier wird das Wesen der Musik berührt während bei Benedetti Michelangeli (steht gleich neben dran im Plattenregal) darüber hinaus ein Grad an Perfektion erreicht ist, der fast schon steril wirkt. Dort verfliegen die Klänge in ätherischer Transzendenz. Beim Ausklingen der Schlussnoten nimmt er den Fuss erst vom Pedal, wenn der Toningenieur längst auf stop gedrückt hat. Faszinierend? Ja, ohne Frage! & doch passiert bei Haas mehr. Eine grandiose Aufnahme!
agravain (12.11.2018, 20:28): Hier mit ein wenig Verspätung:
Cyril Rootham: For the Fallen
The Sinfonia Chorus BBC Northern Singers Northern Sinfonia of England
Richard Hickox
:hello Agravain
Cetay (inaktiv) (14.11.2018, 18:24):
Franz Schubert; Rondo, Concerto, Polonaise Andreas Janke, Tonhalle Orchester Zürich, David Zinman Rondo für Violine und Orchester, A-Dur, D. 438 Polonaise in B-Dur für Violine und Orchester, D. 580 Konzertstück in D-Dur für Violine und Orchester, D. 345 Diese Werke wurden als Kollateralschaden mit der Unvollendeten erworben, stellen aber m. E. eine Bereicherung der VK-Literatur der Klassik i. e. S. dar. Wer sich beklagt, dass es aus dieser Epoche zu wenig Substanzielles gibt, hört hier rein. Zwar sind das keine kompletten Konzerte, aber vor allem das Konzertstück braucht sich nicht im Schatten des Titanen zu verstecken.
Cantus Arcticus (14.11.2018, 21:08): Bei mir aus dieser Box:
The Well Tempered Clavier, Book I, 17-24, Bwv 846-869 J.S. Bach
Eigentlich wollte ich diese Collection gar nicht erwerben, bekam sie dann für unter 90.- Schweizer Franken. Da war der Fall klar und ich habe es nie bereut. Zeitgleich lese ich "Glenn Gould - Die Biographie" von Kevin Bazzana:
Es ist wirklich spannend, sich gleichzeitig hörend und lesend mit einem Künstler zu beschäftigen.
Grüsse :hello Stefan
tapeesa (15.11.2018, 15:48): Es ist wirklich spannend, sich gleichzeitig hörend und lesend mit einem Künstler zu beschäftigen. Das finde ich auch -
bin gerade bei "Die Regenschirme des Erik Satie" von Stéphanie Kalfon " hängen geblieben, nach in ein paar andere Bücher hinein geschaut zu haben (dank Großstadtbücherei unkompliziert möglich einfach mal "zu probieren".)
Haas erweckt die beschriebenen Bilder zum Leben. Hier wird das Wesen der Musik berührt während bei Benedetti Michelangeli (steht gleich neben dran im Plattenregal) darüber hinaus ein Grad an Perfektion erreicht ist, der fast schon steril wirkt.
War sehr interessant zu lesen und parallel in beide Interpretationen hinein zu hören. Werde da nochmal genauer hinhören, hinfühlen, unter den von dir genannten Aspekten. ______________________________________________________________________
daraus:
4 - in a landscape / John Cage; pianoforte Margaret Leng Tan
Amadé (16.11.2018, 11:18):
daraus KV 467, superb, aber auch kurios: moderner Flügel trifft auf HIP-Orchester!
Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (16.11.2018, 12:47): Ich glaube, dass ich diese CD auch schon mal lobend erwähnt habe. In der Tat ist das ganz superb, auch KV466. Ich muss etwas Erbsen zählend erwähnen, dass das Heidelberger Orchester nur im Blech und bei den Pauken mit Originalinstrumenten besetzt ist, aber in punkto historischer Aufführungspraxis sind sie natürlich durch die Feysche Schule gestählt. Auf der Webseite des Orchesters ist zu lesen, dass sich Thomas Frey -nachdem das Comeback nach seinem Unfall mehrfach verschoben wurde- nun ganz zurückgezogen hat. Damit ist das Aus für die Haydn-Sinfonien-GA endgültig besiegelt. Ich höre daraus:
Joseph Haydn; Sinfonie C-Dur, Hob. I:31 "Hornsignal" Wilhelm Bruns (Naturhorn), Heidelberger Sinfoniker, Thomas Fey
Sfantu (16.11.2018, 14:27): Haas erweckt die beschriebenen Bilder zum Leben. Hier wird das Wesen der Musik berührt während bei Benedetti Michelangeli (steht gleich neben dran im Plattenregal) darüber hinaus ein Grad an Perfektion erreicht ist, der fast schon steril wirkt. War sehr interessant zu lesen und parallel in beide Interpretationen hinein zu hören. Werde da nochmal genauer hinhören, hinfühlen, unter den von dir genannten Aspekten. Bin gespannt auf Deine Eindrücke! & übrigens: Kompliment, dass Du Dich mit Lili Boulanger auseinandersetzt. Viel zu jung verstorben, schrieb sie wie besessen im Wettlauf mit dem Tod. & entlud geradezu spiralförmig ihr immenses Potential: an Ideen, an schöpferischer Kraft, an Ausdruck. Sie verschob quasi bei jedem Atemzug ihre Grenzen. Wer weiss, was sie noch alles hätte realisieren können. Eine Ausnahme-Begabung!
Sfantu (16.11.2018, 15:03):
Jakob Friedrich Kleinknecht (1722 - 94) Sinfonia concertante G-dur für zwei Flöten & Orchester
Konrad Hampe, Albert Müller, Münchener Kammerorchester - Hans Stadlmair (LP, Bayerische Vereinsbank, 1980)
Allegro maestoso - Tentino - Allegro e grazioso 13'28 Romanza. Poco andante 4'19 Rondo. Andante 5'10
Kapellmeister am Hofe des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth, schrieb Kleinknecht diese reizvolle & trotzdem eigenwillige Musik: Der Stil mit seiner sonnigen, geschmeidig-eleganten Art erinnert mich stellenweise an den Bückeburger Bach. Auch Anklänge an Haydn sind vorhanden & nicht selten werden romantische Harmonien gestreift. Im Kopfsatz dauert es stattliche gut 3 1/2 Minuten, bevor die Solisten ihren ersten Einsatz haben. Im wiegenden 6/8 wird man mit einer eng gewirkten kompositorischen Struktur & vielen herrlichen Einfällen beglückt (im Finale übrigens auch). Die Romanza (g-moll) lässt auch das Cello solistisch hervortreten. Im Schlusssatz (alla breve) sorgt das etwas simple Hauptthema für keinen Punktabzug, da auch hier ein Füllhorn an unerwartbaren kleinen Volten & Trugschlüssen das Zuhören spannend macht (im Schlussabschnitt weiss man bspw. mehrfach nicht, wo es hingeht: eine zünftige Stretta oder ein leises Ausklingen). Zwar ohne jede Ahnung vom Flötenspiel, bezeichne ich die Solistenparts als nicht übermässig anspruchsvoll - das hätte sicher auch der alte Fritz locker vom Blatt gespielt. Die Einspielung ist konkurrenzlos, daher gibt es wenig zu mäkeln. Es wird tadellos, geschmackvoll & nicht historisierend musiziert. Formal ungewöhnlich, dass die Sätze durch verbindende Überleitungen attacca gespielt werden. Ein 3/4 Jahrhundert später griff Mendelssohn zu diesem Trick um dem britischen Publikum keine Gelegenheit zum damals dort üblichen Zwischenapplaus zu bieten. Aber hier: im fest gefügten Hofzeremoniell brauchte man so etwas doch wohl nicht zu befürchten?
Eine Trouvaille!
P. S. Nicht wundern, wenn die Cover-Abbildung später in anderem Kontext wieder auftaucht. Auf der B-Seite sind zeitgenössische (1980) Werke, die ich noch erkunden muss.
Amonasro (16.11.2018, 20:17):
Gioachino Rossini/Felice Romani: Bianca e Falliero, o sia Il consiglio dei tre
Camerata Bach Choir, Poznan Virtuosi Brunensis, Antonio Fogliani
Gruß Amonasro
palestrina (17.11.2018, 10:03):
Gioachino Rossini/Felice Romani: Bianca e Falliero, o sia Il consiglio dei tre Gruß Amonasro Hallo Amonaso, hast du meinen Beifall in der Einspielung vernommen! :)
Und wie gefällt dir die Aufnahme?
LG palestrina
agravain (17.11.2018, 21:17): Hier:
Ludwig van Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61
Vadim Repin - Violine
Wiener Philharmoniker Riccardo Muti
„This is surely one of the most satisfying Beethoven recordings to hit the shelves in some time...“ schreibt Kevin Sutton. Ich meine: Ein im positiven Sinne traditionsverbundenes Dirigat Mutis, dazu schlüssiges, unaufgeregtes und durchaus für sich einnehmendes Spiel Repins ohne Ausreißer. Turnt nicht ab, reißt aber auch nicht vollends mit.
:hello Agravain
Nicolas_Aine (18.11.2018, 00:42): ich mag diese Beethoven Aufnahme sehr gern (übrigens auch die Kreutzer Sonate), ich finde es ähnlich wie bei seiner Tchaikovsky Aufnahme ganz toll, wie er das alles mit großer Ruhe spielt, das schafft fantastische Momente, finde ich.
@Cetay: Ich bin nicht auf dem aktuellen Stand, aber ich kenne ein paar Geiger aus dem Heidelberger Orchester, und meines Wissens wurde überlegt, die Aufnahme ohne Dirigent fortzusetzen. Aber die Info ist schon mindestens einige Monate alt, kann sein, dass sich das geändert hat.
Bei mir vorher:
manchmal fehlt mir ein bisschen die Klangwucht, wie z. B. beim allerersten Forte beim Choreinsatz, aber sonst finde ich das ganz toll.
Und jetzt noch:
Daraus ebenfalls das Requiem:
Tomova-Sintov, Anna Leib, Günther Rundfunksolistenvereinigung Berlin Koch, Helmut RSO Berlin
agravain (18.11.2018, 06:50): Hier früh am Morgen:
Sergei Rachmaninow: Symphonie Nr. 2 e-Moll op. 27
The Philadelphia Orchestra Eugene Ormandy
Wunderbar.
:hello Agravain
Cetay (inaktiv) (18.11.2018, 09:04):
Ludwig van Beethoven; Streichquartett Nr. 15 a-Moll, op. 132 Ungarisches Streichquartett (1953)
agravain (18.11.2018, 16:31):
Daraus ebenfalls das Requiem:
Tomova-Sintov, Anna Leib, Günther Rundfunksolistenvereinigung Berlin Koch, Helmut RSO Berlin
Brahmsens Requiem nun auch hier:
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45
Katherine Fuge Matthew Brookes Monteverdi Choir Orchestre Révolutionnaire et Romantique Sir John Eliot Gardiner
Sehr schön. Nur der letzte Satz kommt mir zu Beginn deutlich zu forsch daher. Aber mir ist die ältere Aufnahme - auch wegen der dortigen Solisten (ich möchte bspw. die ziemlich harte Ms. Fuge hier nicht mit der wirklich balsamischen Margiono im Detail vergleichen müssen) - noch einen erkennbaren Tuck näher.
:hello Agravain
Amonasro (18.11.2018, 21:31):
Gioachino Rossini/Felice Romani: Bianca e Falliero, o sia Il consiglio dei tre Gruß Amonasro Hallo Amonaso, hast du meinen Beifall in der Einspielung vernommen! :) Und wie gefällt dir die Aufnahme?
LG palestrina Lieber palestrina,
beneidenswert, dass du live dabei warst. Mir gefällt die Aufnahme sehr. Wunderbare Sänger und tolle Arien (ein richtiges Kolaratur-Feuerwerk). Allerdings kenne ich noch keine der anderen Aufnahmen dieser Oper. Heute habe ich mir übrigens die neue Maometto-Aufnahme aus Wildbad bestellt.
Gruß Amonasro :hello
Amonasro (18.11.2018, 22:22): Heute diese ungemein stimmungsvolle Musik:
Heitor Villa-Lobos:
Gênesis Erosão Amazonas Dawn in a Tropical Forest
Czecho-Slovak Radio Symphony Orchestra (Bratislava), Roberto Duarte 1990
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia concertante Es-Dur KV364
Yehudi Menuhin - Violine Rudolf Bardhai - Viola Bath Festival Chamber Orchestra
:hello Agravain
tapeesa (19.11.2018, 23:26):
& übrigens: Kompliment, dass Du Dich mit Lili Boulanger auseinandersetzt. & entlud geradezu spiralförmig ihr immenses Potential: Sie verschob quasi bei jedem Atemzug ihre Grenzen.
Danke. Freut mich, dass du das siehst und ich mag, wie du den Prozess von Lili Boulanger in Worte fasst.
So - hart abgekämpft auf der Suche nach einem passenden Stück für heute Abend - immer wieder taucht meine Vorliebe für mythologische Inhalte, Märcheninhalte, Literatur-Vertonungen in der Klassik auf. Den Blaubart-Mythos fand ich immer schon faszinierend. Bela Bartók ist generell auch eine Entdeckung für mich heute.
Christa Ludwig, Walter Berry, London Symphony Orchestra, István Kertész
Amadé (20.11.2018, 17:20): Mozart KK C-Dur KV 467 in dieser Aufnahme:
Gruß Amadé
Cantus Arcticus (20.11.2018, 19:20): Mozart KK C-Dur KV 467 in dieser Aufnahme:
Gruß Amadé Hallo Amadé Eine Aufnahme, die ich sehr schätze! Gruss :hello Stefan
Albert Roussel; Sinfonie Nr. 4 A-Dur Royal Scottish National Orchestra, Stéphane Denève
agravain (21.11.2018, 08:29): Hier wird erneut gefidelt. Auf höchstem Niveau, wie ich meine:
Ludwig van Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61
Zino Francescatti - Violine Columbia Symphony Orchestra Bruno Walter
:hello Agravain
tapeesa (21.11.2018, 12:11): Gestern Michail Iwanowitsch Glinka (La Séparation (Sokolov) und The Lark (Kissin)) - das hat den ganzen Tag in mir nachgehallt.
Davor ein Abstecher in meine persönliche Vorhölle - Johann Strauß - senior wie junior - die Fledermaus hat mir dann den Rest gegeben - der inkarnierte Albtraum der Neujahrstage meiner Kindheit.
Um so spannender zu entdecken, dass es so viel anderes neben dem, was ich an Klassik erfahren habe, gibt -
Mit Bluebeard's castle, habe ich mir gestern dann auch meine erste bewusste Klassik-CD gekauft - vorher war eher suchend und nicht wirklich tieferes Gefühl dabei.
heute:
daraus
Three Questions with Two Answers / BBC Philharmonic Orchestra
I. Sostenuto II. Moderato III. Impetuoso IV. Largamente V. Molto sostenuto
Amadé (22.11.2018, 17:12): nochmal KV 467, jetzt in einer neueren Aufnahme (Mitschnitt) mit Jonathan Biss:
Biss (*1980) ist ein Sohn der bekannten Geigerin Miriam Fried.
Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (22.11.2018, 22:25):
John Cage; Variations IV Realisierung: John Cage, David Tudor
agravain (23.11.2018, 08:25): Mein Tag beginnt mit einer Lieblingsaufnahme:
Carl Maria von Weber: Der Freischütz
Max - René Kollo Agathe - Hildegard Behrens Kaspar - Peter Meven Ännchen - Helen Donath Kilian - Hermann Sapell Kuno - Raimund Grumbach Eremit - Kurt Moll Ottokar - Wolfgang Brendel Samiel - Rolf Boysen
Chor & Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Rafael Kubelik
Musikalisch mich rundum überzeugend. Und dazu mit dem unvergleichlichen Rolf Boysen als Samiel. Großes Kino.
:hello Agravain
agravain (23.11.2018, 16:07): Anlässlich des 10. Todestages von Richard Hickox:
Edward Elgar: The Dream of Gerontius op. 38
Arthur Davies - Gerontius Felicity Palmer - The Angel Gwynne Howell - The Priest & The Angel of the Agony London Symphony Chorus London Symphony Orchestra Richard Hickox
:hello Agravain
tapeesa (23.11.2018, 19:01):
daraus Tchaikovskys Symphonie No. 6
krass, ganz viele Ebenen ... ich höre Töne von kreuz und quer, links, rechts und Linien. ein bisschen wie bei The Battell / Byrd, das hat auch so - (ich finde keine passenden Worte dafür) - ein rund-um-Erleben bei mir erzeugt, ein "Alles" und "die Teile", Strömungen gleichzeitig glasklar, präsent. Hatte bisher gar keinen Zugang zu Tchaikovsky, aber bei der Symphonie und dem Orchester / Dirigenten - ja.
Amonasro (24.11.2018, 19:18):
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Macbeth
Macbeth - Piero Cappuccilli Banco - Nicolai Ghiaurov Lady Macbeth - Shirley Verrett Dama di Lady Macbeth - Stefania Malagù Macduff - Plácido Domingo Malcolm - Antonio Savastano Medico - Carlo Zardo Servo di Macbeth - Giovanni Foiani Sicario - Alfredo Mariotti Araldo - Sergio Fontana Tre apparizioni - Alfredo Giacometti, Maria Fausta Gallamini, Massimo Bortolotti
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala, Claudio Abbado
Zwar ziehe ich den volleren, wärmeren Klang und die lebendigeren Hexenchöre der Muti-Aufnahme vor, Abbados Aufnahme höre ich trotzdem immer wieder gerne.
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (25.11.2018, 00:04): Mit gut angeheizten Röhren ohne Gegenkopplung auf die Kopfhörer verstärkt, in Begleitung eines Dalmore Scotch "Cigar" Single Malt, 44%, ins akustische Nirvana:
Johann Sebastian Bach; Die Kunst der Fuge, BWV 1080 (Arrangement für Kammerorchester v. Leonard Isaacs) Members of the Philomusica London, George Malcom
Amonasro (28.11.2018, 15:15):
Hector Berlioz: Les Troyens
Énée - Michael Spyres Chorèbe - Stéphane Degout Panthée - Philippe Sly Narbal - Nicolas Courjal Iopas - Cyrille Dubois Ascagne - Marianne Crebassa Cassandre - Marie-Nicole Lemieux Didon - Joyce DiDonato Anna - Hanna Hipp Hylas - Stanislas de Barbeyrac Priam - Bertrand Grunenwald Un Soldat/Un Chef grec - Richard Rittelmann L'Ombre d'Hector - Jean Teitgen Hélénus - Stanislas de Barbeyrac Sentinelle I - Jérôme Varnier Sentinelle II - Frédéric Caton Le dieu Mercure - Jean Teitgen Hécube - Agnieszka Sławińska
Les Chœurs de l'Opéra national de Rhin, Badischer Staatsopernchor, Chœur phiharmonique de Strasbourg Orchestre philharmonique de Strasbourg, John Nelson
Gruß Amonasro
Amonasro (29.11.2018, 20:37):
Camille Saint-Saëns/Ferdinand Lemaire: Samson et Dalila
Dalila - Rita Gorr Samson - Jon Vickers Le Grand-Prêtre de Dagon - Ernest Blanc Abimélech/Un vieillard hébreu - Anton Diakov Un messager philistin - Rémy Corazza Premier Philistin - Jacques Potier Deuxième Philistin - Jean-Pierre Hurteau
Chœurs René Duclos Orchestre du Théâtre National de l'Opéra de Paris, Georges Prêtre
Gruß Amonasro
agravain (30.11.2018, 14:53): Am letzten Novembernachmittag noch einmal ein "herbstliches" Programm, das ausnahmslos aus britischen Werken besteht. Ich beginne mit dieser CD, die mitnichten "nur" die Cellokonzerte von Sir Edward und Sir William beherbergt, sondern auch zwei Preziosen aus dem Hause Holst.
Imogen Holst: The fall of the leaf - for cello solo
Stephen Isserlis - Violoncello
Auch hier fälllt das Blatt. Großartiges Stück. Sagte ich schon, wie sehr mich Finzi immer wieder beeindruckt?
Gerald Finzi: The Fall of the Leaf - Elegy for orchestra op. 20
London Philharmonic Orchestra Sir Adrian Boult
Hier fällt nicht nur das eine Blatt...
Sir Arnold Bax: November Woods
Ulster Orchestra Bryden Thomson
Und schließlich noch ein einigermaßen unbekanntes Werk unter den unbekannten Werken Rutland Boughtons, das sich perfekt an die keltische Waldvision Bax' anschließt:
Rutland Boughton: Symphonie Nr. 2 "Deirdre" - A Celtic Symphony
BBC Philharmonic Orchestra Sir Edward Downes
Für denjenigen, den's interessiert, geht es HIER zu Infos zur Sage von Deidre of the Sorrows...
:hello Agravain
Amadé (30.11.2018, 19:48): Eine Cosi in deutscher Sprache:
nicht zu verachten!
Gruß Amadé
tapeesa (30.11.2018, 21:41): Meine Großbritannien-Affinität (plus Irland und Nord-Irland) hat ihr Zentrum in den schottischen Highlands und bei Robert Burns, sowie bei der Sage um Flora MacDonald und Bonnie Prince Charlie. Deirdre of the Sorrows kannte ich noch gar nicht - danke für den Link!
Arvo Pärt haut mich gerade um ...
daraus: 5 - My heart´s in the Highlands / Arvo Pärt Stephen Wallace & Matthew Owens
Nicolas_Aine (30.11.2018, 22:48):
Amadé (02.12.2018, 09:56):
daraus KK B-Dur KV 238
Gruß Amadé
agravain (02.12.2018, 11:18): Hier Adzventzmusik.
Georg Philipp Telemann: Saget der Tochter Zion TWV 1:1235
Wilhelm Friedemann Bach: Lasset uns ablegen die Werke der Finsternis
Barbara Schlick, Claudia Schubert, Wilfried Jochens, Stephan Schreckenberger
Rheinische Kantorei Das Kleine Konzert Hermann Max
:hello Agravain
Amonasro (03.12.2018, 22:41):
Giuseppe Verdi:
Messa da Requiem
Joan Sutherland, Marilyn Horne, Luciano Pavarotti, Martti Talvela
Wiener Staatsopernchor Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Quattro pezzi sacri
Chicago Symphony Chorus Chicago Symphony Orchestra, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
agravain (04.12.2018, 18:04): Hier gab es - Elisabeth Gaskell lässt grüßen - „North & South“.
Jean Sibelius: Symphonie Nr. 6 d-Moll, op. 104
Bournemouth Symphony Orchestra Paavo Berglund
Giuseppe Verdi: Luisa Miller
Luisa - Montserrat Caballé Miller - Sherrill Milnes Laura - Nancy Williams Rodolfo: Richard Tucker Wurm - Ezio Flagello Conte di Walter - Giogio Tozzi Federica - Louise Pearl Un contadino - Lou Marcella
The Metropolitan Opera Chorus and Orchestra Thomas Schippers
:hello Agravain
agravain (07.12.2018, 16:30):
Sfantu (07.12.2018, 19:29):
Entschuldigt bitte - dies ist das einzige Bild, das ich im Netz finden konnte. Die image-address lässt aus meiner Sicht keine Option zur Grössen-Anpassung zu.
Tōru Takemitsu - "From me flows what you call time" für 5 Perkussionisten & Orchester (1990)
Schweizer Schlagzeug Ensemble Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester - Andreas Delfs (CD, sjso, live aus der Tonhalle Zürich, 31. Oktober 1993)
26'26
Tiefenentspannt & gleichzeitig hellwach macht mich diese knappe halbe Stunde Klangreise. In meiner Wahrnehmung ist sie am Ende aber mindestens doppelt so lang. Das ist Neue Musik ohne jede Annäherungsschwelle, sie zieht einen unwiderstehlich hinein... Formidable Klangqualität!
tapeesa (08.12.2018, 00:02): Entschuldigt bitte - dies ist das einzige Bild, das ich im Netz finden konnte. Die image-address lässt aus meiner Sicht keine Option zur Grössen-Anpassung zu. Mich hat das gerade zu einem Lächeln verleitet - :) und auf das Stück von Takemitsu neugierig gemacht - wunderschöner Titel - _____________________________________
Heute erst ein Podcast über Schumann und die Kreislerianer.
Nun Mendelssohn: Lieder ohne Worte - interpretiert und gespielt von Daniel Barenboim.
agravain (08.12.2018, 11:27): Düstere Wolken jagen über den Himmel, es stürmt, Regen peitscht gegen die Fenster. Das ist die rechte klimatische Atmosphäre für diese Tragödie aus dem „Kalevala“:
Jean Sibelius: Kullervo, op. 7
Soile Isokoski, Sopran Tommi Hakala, Bariton
YL Male Voice Choir Helsinki Philharmonic Orchestra
Leif Segerstam
Sfantu (08.12.2018, 16:11): Hatte gestern & heute mehrfache Begegnungen mit "La Piemontoise", dem 4ème ordre aus der Triosonaten-Sammlung "Les Nations" von François Couperin.
.
Sfantu (08.12.2018, 16:13):
Frans Brüggen, Block-& Querföte Jaap Schröder & Marie Leonhardt, Violinen Gustav Leonhardt, Cembalo Anner Bylsma, Violoncello (LP, Telefunken, 1969)
21'20
Sfantu (08.12.2018, 16:17):
Wilbert Hazelzet & Philippe Suzanne, Querflöten Reinhard Goebel & Hajo Bäß , Violinen Henk Bouwman, Cembalo Jaap ter Linden, Viola da Gamba (LP, DGA, 1984)
20'36
Sfantu (08.12.2018, 16:21):
Wolfgang Schulz, Querflöte Hansjörg Schellenberger, Oboe Philip Moll, Cembalo Milan Turkovic, Fagott Klaus Stoll, Violone (CD, Denon, 1990)
18'53
Sfantu (08.12.2018, 16:55): Speziell der Hörvergleich zwischen der Telefunken-Platte & der Denon-CD ist verblüffend: zunächst glaubt man kaum, es hier mit ein & demselben Werk zu tun zu haben. Die Holländer spielen mit fast meditativer Ruhe, mit ernster Innenschau. Bei den "Europäern" dagegen quirlt & sprüht es nur so. Da ist zum einen die unterschiedliche Gesamtspieldauer (wobei 2'27 Unterschied jetzt auch nicht die Welt ist). Dann die andere Instrumentenwahl (Couperin gewährt hier gewisse Freiheiten): die manchmal schneidende Oboe & fast mehr noch das knackige Fagott bringen eine andere Grundfarbe, sorgen für mehr äusseren Klang-Glamour. Mir scheint aber vor allem, daß überhaupt eine grundsätzlich andere Werkauffassung & Musizierhaltung besteht. Selbst die Moll-Sätze (sie sind sogar in der Überzahl) kommen so keck, beinahe überdreht daher, dass es wie fremd wirkt. Oder packt nun endlich auch mich einmal ein vielbeschworenes Gespenst an die Schulter, das ich bisher immer für ein Phantom hielt?: die seinerzeit viel & heiß diskutierte quasi antiseptische Kälte der Digital-Technik. Nach dem Hören dieser Aufnahme fühl' ich mich jedenfalls negativ gestresst.
Fazit > ab sofort 2cm freier Platz im CD-Regal. Die Musica Antiqua Köln erfreut mit phantasievoller Tempogestaltung & feinem Sinn für Agogik - die höfische Noblesse dieser Musik kommt so ideal zur Geltung. Einen wohltuenden Counterpart bilden die Holländer mit ihrer dunkler grundierten, nachdenklicheren Sicht & geschmackvollen Phrasierungen & Verzierungen.
agravain (08.12.2018, 21:05): Hier:
Johann Sebastian Bach: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir“ BWV 131
Balthasar-Neumann-Chor Balthasar-Neumann-Ensemble Thomas Hengelbrock
Großes Kino!
Cetay (inaktiv) (09.12.2018, 07:59): Hier:
Johann Sebastian Bach: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir“ BWV 131
Balthasar-Neumann-Chor Balthasar-Neumann-Ensemble Thomas Hengelbrock
Großes Kino! Das gilt m. E. für die ganze Platte.
Amadé (09.12.2018, 10:26): Gestern Abend gehört:
(bei mir noch Eurodisc-Cover)
Rimsky-Korssakoff: 2. Sinfonie op.9 "Antar", gespielt vom Staatl. Sinfonie-Orchester der UdSSR unter Leitung von Jewgenij Svetlanov
Meines Erachtens ein schwaches Werk, auch wenn die Interpreten sich alle Mühe geben. Auch die Bezeichnung "Sinfonie" trifft nicht zu, besser wäre "Sinfonische Suite" wie Scheherazade, die aber mit viel mehr und interessanterer Musik aufwartet. Kennt jemand das Stück?
Gruß Amadé
satie (09.12.2018, 12:42): Ich kenne die Aufnahme mit Neeme Järvi, finde das Werk nicht schlecht, es ist halt noch ein eher frühes. Rimski-Korssakow hat es übrigens später tatsächlich in Symphonische Suite umbenannt!
Amonasro (09.12.2018, 13:22):
Claudio Monteverdi: Vespro della Beata vergine da concerto
Roberta Invernizzi, Monica Piccinini, Anna Simboli (Sopran) Sara Mingardo, Francesco Ghelardini (Alt) Vincenzo Di Donato, Luca Dordolo, Gianluca Ferrarini (Tenor) Pietro Spagnoli, Furio Zanasi (Bariton) Antonio Abete, Daniele Carnovich (Bass)
Concerto Italiano, Rinaldo Alessandrini
Gruß Amonasro
Cetay (inaktiv) (09.12.2018, 18:11):
Nicolai Rimsky-Korsakov; Sinfonie Nr. 2, op. 9 "Antar" L'Orchestre de la Suisse Romande, Ernest Ansermet
Amonasro (09.12.2018, 22:43):
Hector Berlioz: L'enfance du Christ
Marie - Susan Graham Joseph - François Le Roux Le Récitant - John Mark Ainsley Hérode - Philip Cokorinos Le Père de famille - Andrew Wentzel Un Centurion - Gordon Getz Polydorus - Marc Belleau
Chœur et Orchestre symphonique de Montréal, Charles Dutoit
Gruß Amonasro
Amonasro (10.12.2018, 23:25):
Georg Friedrich Händel/Nicola Francesco Haym: Giulio Cesare in Egitto
Státní filharmonie Brno - Jiří Bělohlávek (LP, Supraphon, 1977)
Largo - Allegro 11'55 Allegro 5'45 Allegro risoluto alla marcia 5'30 Allegretto vivace - Adagio 8'40
Sfantu (11.12.2018, 22:29):
Nikolai Rimskij-Korsakow - Antar op. 9
Rotterdams Philharmonisch Orkest - David Zinman (LP, Philips, 1981)
Largo - Allegro 11'22 Allegro 5'11 Allegro risoluto alla marcia 5'20 Allegretto vivace - Adagio 8'12
Sfantu (11.12.2018, 22:35):
Nikolai Rimskij-Korsakow - Antar op. 9
Göteborgs Symfoniker - Neeme Järvi (CD, DG, 1987)
Largo - Allegro 12'32 Allegro 5'23 Allegro risoluto alla marcia 5'55 Allegretto vivace - Adagio 8'53
Sfantu (11.12.2018, 23:50): Bemerkenswert ist, daß die Spontaneit der Einfälle die mehrfachen Umarbeitungen des "Antar" überlebt hat. Die ursprüngliche Fassung entstand nämlich bereits 1868 (wurde allerdings erst 1949 veröffentlicht) 1875 unterzog er das Werk einer gründlichen Umarbeitung: diese Fassung erschien 1880 im Druck Eine weitere, drastischere Umarbeitung folgte jedoch 1897 & nunmehr hieß das Werk "Symphonische Suite". Unter den vier Fassungen des "Antar" handelt es sich hier zweifellos um die beste: dennoch ist sie äußerst selten zu hören. Herausgegeben von Maximilian Steinberg erschien sie 1913, fünf Jahre nach dem Tod des Komponisten, in einer Druckausgabe. Daß sie nicht zu Lebzeiten Rimsky-Korsakovs herauskam, lag am Widerstand seines Verlegers, der die Umarbeitung von 1875 veröffentlicht hatte & die Kosten eines neuen Stichs der Platten scheute, den die zahlreichen Änderungen der Fassung von 1897 erforderlich gemacht hätten. Infolgedessen führte der Komponist eine weitere Umarbeitung durch, wobei er die Platten der Fassung von 1875 zugrunde legte. Diese 1903 erschienene Version wird in vielen Ausgaben irrtümlicherweise mit 1897 datiert. Diese "Kompromiß-Lösung" ist die heute am häufigsten gespielte. Max Harrison (Klappentext zur Zinman-Aufnahme)
Verwirrend, oder? Daß ausgerechnet bei dieser dazugehörigen Platte nicht erwähnt wird, welche Version denn nun eingespielt wurde, ist so daneben, dass es fast schon wieder komisch ist.
Im Booklet zur Järvi-Einspielung wird Claude Debussys Kommentar zu "Antar" zitiert: Hier haben wir ein vollkommenes Meisterwerk, das die traditionelle Gattung der Symphonie erneuert, indem es sie zum Teufel jagt.
Man muß diese Einschätzung nicht teilen, selbst, wenn man ihr eine etwas provokante Würze zugesteht.
Ich habe den "Antar" immer gemocht. & sei's allein schon, weil er nicht (die arg überstrapazierte) "Sheherazade" ist. Aber das greift natürlich zu kurz. Beide Werke sind sich nicht einmal unähnlich in der Klangsprache, selbst in der Dramaturgie: dort ein patriarchales Vorzeichen mit Happy End, hier ein matriarchales ohne Happy End aber mit einem quasi versüßten Tod des Titelhelden, da er (der Tod) die Weisung / den Wunsch Antars erfüllt, nämlich zu sterben, sobald er nicht mehr vorbehaltlos liebt. Der orientalistische Märchenzauber wirkt im "Antar" kongruenter, weniger plakativ.
@ Amadé Swetlanows Aufnahme kenne ich nicht. Trotzdem ist er doch eigentlich der Spezialist für spätromantischen Überschwang. Drum könnte sich meine Befürchtung bewahrheiten: wenn er's nicht schafft, Dich für das Werk zu begeistern - wer dann?
Järvis wie Zinmans Einspielungen bezeichne ich als sehr gut bis luxuriös:
Zinman mit den Rotterdamern: klasse Aufnahmen bspw. von Rimskiij bis Bartok - nicht eine Platte dieses Gespanns, die mich nicht begeistert, zudem sind sie praktisch alle audiophil geraten. Seine Zürcher Zeit hielt diese Höhe beileibe nicht immer, das gilt ebenso für die Aufnahmen aus seiner Zeit als Chef in Baltimore.
Bei Järvi ist der Von-Haus-aus-Schlagzeuger nicht zu verleugnen: grosse Trommel & Pauken haben im "Antar" nicht gerade wenig zu tun - Järvi lässt es entsprechend krachen, legt das Schwergewicht klar auf Klang-Spektakel. Auf der anderen Seite entkommt er auch hier nicht ganz (meinem) Vorurteil der Oberflächlichkeit. Zinman hat am Ende doch mehr feine Details zu bieten. Einzig bei Järvi wird die gespielte Fassung erwähnt nämlich die von 1897 Angesichts des oben beschriebenen Wirrwarrs mit den Fassungen darf man aber wohl vorsichtig zweifeln...
Bělohlávek erhält schließlich die Note "Dabei sein ist alles": die Brünner Staatsphilharmonie spielt(e) nicht in einer Liga mit den Holländern & den Schweden. Spieltechnisch nicht über die letzten Zweifel erhaben bspw. der 2. Satz mit den raschen Tonrepititionen im Holz. Der gleich darauf folgende Alla-Marcia-Satz ist dagegen noch am besten gelungen: angemessen markiges, schneidiges Musizieren! & trotzdem: das Märchen-Parfum kommt nicht so recht ins Schweben. Weder Klang noch Interpretation ziehen einen in illusionierende Traumbilder.
Ohne Kenntnis der Partituren vermute ich dieselbe Ausgabe bei allen drei Aufnahmen.
Amadé (12.12.2018, 18:37): Lieber Sfantu,
ganz herzlichen Dank für die umfassende Recherche, Du scheinst wohl die meisten "Antars" zu besitzen. Ich habe mal in meinen alten Bielefelder Katalogen geblättert und kann folgende Ergebnisse melden: 1966 1 Aufn. (Scherchen), 1977 0 Aufn., 1985 1 Aufn. (Zinman), 1993 3 Aufn.(Järvi, Maazel, Svetlanov-POL), 2001 6 Aufn. (Butt, Järvi, Kitajenko, Svetlanov-POL, Svetlanov-UdSSR, Zinman), im letzten Katalog von 2014 sind es nur noch 4 CDs. Also scheint das Interesse nicht groß zu sein, Scheherazade drängt alles zurück. Ich selbst besitze 3 Aufnahmen: Beecham (EMI) ein Mitschnitt von 1951, Svetlanov-Melodya/BMG und Järvi. Bei Svetlanov-POL ist im Bielefelder Fassung 1897 vermerkt, dann wird er in Moskau (1977) auch diese Version benutzt haben. Dietmar Holland berichtet im Booklet dueser Einspielung nur von einer grundlegenden Überarbeitung 1876, welche Svetlanov tatsächlich spielen lässt, darüber schweigt sich das Booklet aus. Bisher hat mich "Antar" nicht überzeugen können, aber ich werde mich noch einmal bemühen.
ich habe mir überlegt, wie ich zur Ehrenrettung des Antar beitragen könnte, aber du hast ja schon ganze Arbeit geleistet. Die fehlende Wiener Form darf man dem Werk keineswegs per se als Schwäche vorwerfen, denn R-K hat sie ganz bewusst vermieden (zum Teufel gejagt). Dass die Themen und Motive weniger ausgeprägt und einprägsam als bei der Sheherazade sind, stimmt wohl, aber es ist ebenso richtig festgestellt, dass sie weniger plakativ wirken. Die Orientalismen bleiben in den Fluss eingebettet, der teilweise etwas zäh und repetitiv ist, aber dadurch auch eine eigenartige innere Spannung bewahrt. Das Beste ist, dass das zwar akribisch auf Grundlage eines Programms konstruiert wurde und dennoch als absolute Musik glänzend funktioniert. Allzu gerne würde ich dieses narkotisierende Klangfarbenfest im Konzertsaal erleben. Auf Konserve wird die Helios-CD (auch mit Svetlanov) klanglich ganz hoch gehandelt:
Sfantu (13.12.2018, 09:17): Lieber Amadé,
nach Adam Riese haben wir beide gleich viele Antar-Aufnahmen. Allerdings wird sich das höchstwahrscheinlich ändern, da Bělohlávek bei mir wohl bald weichen muss. Es sei denn, Du
lieber Cetay,
begeisterst mich / uns noch für die Ansermet-Aufnahme. Wie fandest Du sie? Eigentlich sind OSR & Ansermet für meinen Geschmack immer eine sichere Bank. Beim Antar, könnt' ich mir auch gut vorstellen, mit "nur" 2 Einspielungen gut leben zu können. Falls Du sagst: "Diese (Ansermet) oder keine!", wär' ich jedoch schnell wieder in Versuchung (zumal sie sicher auch noch auf Vinyl aufzutreiben ist)...
Gruß, Sfantu
tapeesa (13.12.2018, 22:52): Obwohl ich seit Tagen komplett "abgenervt" von klassischer Musik bin - höre ich nun dieses - irgendwie "schizo" - angezogen - abgestoßen - oder auch mit innerer Glaswand dazu - zu Teilen auf dieser, wie auf jener Seite. immerhin ertrage ich heute Worte wie Jesus und Messias. Auch habe ich bei Messiaen schon öfters hinein gehört und nicht wirklich Zugang gefunden und jetzt aber irgendwie "dann doch".
Album Messiaen : Edition
daraus - Messiaen : 20 regards sur l'enfant Jésus
Künstlerin Yvonne Loriod
____________________________________
Bingo - nun auch von mir ein überdimensioniertes Cover-Bild - weil auch für mich keine Zahl in dieser Adresse ersichtlich, mit der man die Größe justieren könnte.
Amonasro (14.12.2018, 21:31): Puccinis Il trittico wurde genau heute vor 100 Jahren in New York uraufgeführt. Grund genug, mir die drei Einakter heute wieder einmal anzuhören, und zwar in dieser Aufnahme:
Giacomo Puccini/Giuseppe Adami: Il tabarro
Michele - Tito Gobbi Giorgetta - Margaret Mas Luigi - Giacinto Prandelli Il Tinca - Piero de Palma Il Talpa - Plinio Clabassi La Frugola - Miriam Pirazzini Un venditore di canzonetta - Renato Ercolani Due amanti - Piero de Palma, Silvia Bertona
Coro e Orchestra del Teatro dell’Opera di Roma, Vincenzo Bellezza
Suor Angelica - Victoria de los Ángeles La zia principessa - Fedora Barbieri La badessa - Mina Doro La suora zelatrice - Corinna Vozza La maestra delle novizie - Mina Doro Suor Genovieffa - Lidia Marimpietri Suor Osmina - Santa Chissari Suor Dolcina - Anna Marcangeli La suora infermiera - Lidia Marimpietri Due suore cercatrici - Lidia Marimpietri, Santa Chissari Due converse - Silvia Bertona, Maria Huder Una novizia - Santa Chissari
Coro e Orchestra del Teatro dell'Opera di Roma, Tullio Serafin
Gianni Schicchi - Tito Gobbi Lauretta - Victoria de los Ángeles Zita detta La vecchia - Anna Maria Canali Rinuccio - Carlo del Monte Gherardo - Adelio Zagonara Nella - Lidia Marimpietri Gherardino - Claudio Cornoldi Betto di Signa - Saturno Meletti Simone - Paolo Montarsolo Marco - Fernando Valentini La Ciesca - Giuliana Raymondi Maestro Spinelloccio - Alfredo Mariotti Messer Amantio Di Nicolao - Alfredo Mariotti Pinellino - Virgilio Stoco Guccio - Paolo Caroli
Orchestra del Teatro dell'Opera di Roma, Gabriele Santini
Ob es sich hier um eine geplante Gesamtaufnahme oder nachträgliche Kompilation handelt, weiß ich nicht. Zwar spielt bei allen drei Aufnahmen das selbe Orchester, aber unter drei verschiedenen Dirigenten; zudem sind die ersten beiden Teile Mono, der Schicchi eine Stereoaufnahme. Andererseits scheinen die drei Aufnahmen nur zusammen erhältlich. Verbindendes Element sind die beiden Sänger Tito Gobbi und Victoria de los Ángeles, die in jeweils zwei Teilen eine Hauptrolle haben. Sie sind auch der Grund, warum das bisher mein Lieblings-trittico ist. Insbesondere Gobbis Michele ist für mich unerreicht. Als einzigen Nachteil neben der nicht idealen Tonqualität empfinde ich den Umstand, dass die von Puccini geforderten Hintergrundgeräusche in Il tabarro wie Schiffssirenen, Autohupen oder Glockenläuten hier komplett weggelassen wurden.
begeisterst mich / uns noch für die Ansermet-Aufnahme. Wie fandest Du sie? Eigentlich sind OSR & Ansermet für meinen Geschmack immer eine sichere Bank. Beim Antar, könnt' ich mir auch gut vorstellen, mit "nur" 2 Einspielungen gut leben zu können. Falls Du sagst: "Diese (Ansermet) oder keine!", wär' ich jedoch schnell wieder in Versuchung (zumal sie sicher auch noch auf Vinyl aufzutreiben ist)...
Gruß, Sfantu Ich bin nicht gerade ein verlässlicher Richter für diese Musik, wenn ich also die Aufnahme ganz vorzüglich beurteile, sollten die Alarmglocken läuten. Hier gibt es keinen spätromantischen Überschwang und wer die viel beschworene russische Seele sucht oder gar hochemotionales Feuer, wird hier nicht viel finden. Und das finde ich gut. Ich sage nicht: die oder keine, sondern: wenn eine, dann die.
agravain (16.12.2018, 14:46): Hier lief diese Version von Bachs D-Dur „Magnificat“ BWV 243:
Danach nun George Templeton Strongs symphonische Dichtung „Le Roi Arthur“. Leider verwehrt mir seit geraumer Zeit chronischer Zeitmangel, einen schon länger im Hirn herumspukenden Text zum „Arthurischen“ in der Musik zu schreiben. Aber wer weiß, was das kommende Jahr so bringt. An den sich hier herumtreibenden Adriano jedenfalls besten Dank für die Einspielung dieses höchst interessanten Werkes.
Cetay (inaktiv) (16.12.2018, 18:08):
John Cage; Variations I-III Motion Ensemble
Um 1960 herum entstanden, gehören die Variations zu Cage's avantgardistischten "Kompositionen" überhaupt. Getrieben von dem Ziel, Musik zu schaffen, die völlig Indeterminiert ist, legte Cage in der Partitur lediglich Regeln fest, wie mit Hilfe von Zufallsoperationen durch die Ausführenden selbst eine graphische Partitur zu erstellen ist. Auch für das Lesen der graphischen Partitur gibt es nur einen losen Satz von Hinweisen; die Interpreten sind hier weitgehend frei, Regeln und Beschränkungen festzulegen, nach denen sie die Aufführungspartitur schaffen. (Da drängt sich die Frage auf, warum man sich als Ausführende die Mühe machen soll, das alles zu erarbeiten und dann einzustudieren, statt gleich frei zu improvisieren. Die Antwort ist simpel: Im ersten Fall spielt man nach Partitur, im zweiten Fall improvisiert man.)
Das Motion-Ensemble hat einen interessanten Plan für die Realisierungen gewählt. Die Variation I wird auf konventionellen Instrumenten (Trompete, Geige, Schlagwerk, Klarinette, Kontrabass, Horn, präpariertes Klavier) gespielt, Variation II nutzt präparierte und elektrisch verstärkte Instrumente (Violine, Schlagwerk, Kontrabass) und Nr. 3 ist auf rein elektronischem Wege realisiert. Zeitgleich mit der Variation II wird von einer Sprecherin die Lecture on Nothing vorgetragen. Dieses Stück (in der Version für Sprecher und Cello) hat in mir vor rund 30 Jahren die Liebe zur Neuen Musik entfacht. Ich höre gerade diese zu den unverzichtbarsten unter den Unverzichtbaren gehörende Scheibe und zitiere dem Prinzip der maximalen Faulheit folgend einen Uralt-Kommentar, weil der heute noch genau so gilt, ausser, dass man aus der 30 bald eine 40 machen kann. :ignore
Adriano (16.12.2018, 18:22): Danke sehr, Agravain Wie Du siehst, treibe ich mich heute mal hier herum :-) Diese Templeton Strong-CD gehört zu meinen Lieblings-CDs. Schade, dass ich damals diese Serie nicht weitermachen durfte...
agravain (16.12.2018, 19:24): Schade, dass ich damals diese Serie nicht weitermachen durfte... Das ist in der Tat schade, denn auch „Sintram“ und „Ondine“ waren für mich schöne Entdeckungen. Gern würde ich mal „The Haunted Mill“ oder auch „The Trumpeter“ hören...
Hier nun Jahreszeigemäßes:
Gerald Finzi: Magnificat op. 36 In terra pax op. 39
Norma Burrows, John Shirley Quirk The Richard Hickox Singers City of London Sinfonia Richard Hickox
Cetay (inaktiv) (16.12.2018, 19:34):
If I was on a desert island and I could only have one Respighi work, assuming I would have a CD player etc and electricity to play it, I would choose Metamorfoseon Grund genug, das mal (wieder) zu goutieren. Welche Einspielung ist zu empfehlen?
Adriano (16.12.2018, 19:34): Apropos "Mill", hat Templeton Strong 1883 den zweiten Satz von Raffs Streichquartett No.7 für Orchester bearbeitet. Der Titel "Die Mühle"...
Adriano (16.12.2018, 20:07): @Cetay Von "Metamorfoseon, Modi XII" gibt es gute Einspielungen von Edward Downes, Geoffrey Simon (beide Chandos), Geog Hansen (MDG) und John Neschling (BIS). Für mich ist die erste die beste, aber das ist nur eine persönliche Meinung.
Cetay (inaktiv) (16.12.2018, 20:29):
Ottorino Respighi; Metamorphoseon modi XII, P. 169 Philharmonia Orchestra, Geoffrey Simon
agravain (16.12.2018, 20:53): Ottorino Respighi; Metamorphoseon modi XII, P. 169 Ich habe das Werk seit mindestens einem Äon nicht mehr gehört und folge darum nun der Anregung. Auf meinem kleinen CD-Regal steht nur diese Aufnahme. Klanglich IMHO ein ziemliches Fest.
Amonasro (16.12.2018, 20:53): Ich kenne López-Cobos (Telarc) und La Vecchia (Brilliant). López-Cobos' flottere Tempi ziehe ich klar vor. La Vecchia (36 Minuten) klingt mir zu zerdehnt.
Gruß Amonasro :hello
tapeesa (17.12.2018, 21:11): Arnold Schönberg (1874-1951): Pélleas und Melisande, poema sinfonico op.5 (1903) --
Sinfonie-Orchester des Südwestfunks Baden-Baden Dirigent: Bruno Maderna
Habe in mehrere Aufführungen der sinfonischen Dichtung hinein gehört - unter der Dirigentenschaft von Bruno Maderna spricht es mich am meisten an. Irgendwann kriege ich dann vielleicht auch mal hin, präziser zu benennen warum, von musiktheoretischen Aspekten und konkreteren Dingen her.
Etwas Paukenartiges (?) - in der 8. Minute finde ich richtig gut.
Amonasro (18.12.2018, 21:34):
Antonín Dvořák: Cellokonzert h-Moll op. 104
Mischa Maisky Berliner Philharmoniker, Zubin Mehta
Robert Schumann: Cellokonzert a-Moll op. 129
Mischa Maisky Orpheus Chamber Orchestra
Gruß Amonasro
Amonasro (19.12.2018, 22:42):
Heitor Villa-Lobos:
Choros Nr. 11
Cristina Ortiz (Klavier) São Paulo Symphony Orchestra, John Neschling
Elvira Valton - Montserrat Caballé Lord Arturo Talbo - Alfredo Kraus Sir Riccardo Forth - Matteo Manuguerra Enrichetta di Francia - Julia Hamari Sir Giorgio Valton - Agostino Ferrin Lord Gualtiero Valton - Stefan Elenkov Sir Bruno Roberton - Dennis O'Neill
Ambrosian Opera Chorus Philharmonia Orchestra, Riccardo Muti
Mein Favorit ist zwar die Sutherland/Pavarotti-Aufnahme, aber Caballés berückendes O rendetemi la speme ist schon sehr beeindruckend.
Gruß Amonasro
tapeesa (21.12.2018, 01:43):
daraus
12 P. I. Tchaikovsky Hymn of the cherubim (excerpt)
gespielt von: The USSR Ministry of Culture Chamber Choir
tapeesa (21.12.2018, 02:09): Langsam werde ich fündig.
Sofia Gubaidulina - Canticle of the Sun
1 Gubaidulina: The Lyre Of Orpheus (Live) von Gidon Kremer & Marta Sudraba & Kremerata Baltica
2 Gubaidulina: The Canticle Of The Sun - Glorification Of The Creator, And His Creations: The Sun And The Moon (Live) von Nicolas Altstaedt & Andrei Pushkarev & Rihards Zaļupe & Rostislav Krimer & Māris Sirmais & Chamber Choir Kamēr...
3 Gubaidulina: The Canticle Of The Sun - Glorification Of The Creator, The Maker Of The Four Elements: Air, Water, Fire And Earth (Live) von Nicolas Altstaedt & Andrei Pushkarev & Rihards Zaļupe & Rostislav Krimer & Māris Sirmais & Chamber Choir Kamēr...
4 Gubaidulina: The Canticle Of The Sun - Glorification Of Life (Live) von Nicolas Altstaedt & Andrei Pushkarev & Rihards Zaļupe & Rostislav Krimer & Māris Sirmais & Chamber Choir Kamēr...
5 Gubaidulina: The Canticle Of The Sun - Glorification Of Death (Live) von Nicolas Altstaedt & Andrei Pushkarev & Rihards Zaļupe & Rostislav Krimer & Māris Sirmais & Chamber Choir Kamēr...
Adriano (21.12.2018, 16:46): Ups, hatte die Einspielungen von "Metamorfoseon" mit López-Cobos und Francesco La Vecchia vergessen. Danke, agravain :-) Die erste ist hervorragend, ausser in einigen Variationen, wo der Maestro eindeutig zu schnelle Tempi braucht.
Adriano (21.12.2018, 16:50): Zu Schönbergs "Pelléas": Hör Dir mal die Aufnahme Karajans an, die ist sensationell - und sinnlich, wie sie sein soll, also kein intellektuelles Gewürm. Ein Bogen übers ganze Werk - und was für ein Orchester! Das waren noch Zeiten!
Martha Lipton Women's Chorus of The Schola Contorum, Ross, Hugh Boy's Choir of The Church of the Transfiguration, Garder, Stuart Bernstein, Leonard; New York PO 1963
Martha Lipton Women's Chorus of The Schola Contorum, Ross, Hugh Boy's Choir of The Church of the Transfiguration, Garder, Stuart Bernstein, Leonard; New York PO 1963 Eine Aufnahme, zu der ich immer wieder gern zurückkehre - besonders, was den letzten Satz angeht. Viel inniger kann man das kaum musizieren, finde ich.
Hier:
agravain (22.12.2018, 14:03): Oldie but - irgendwie auch - goldie:
Amadé (22.12.2018, 16:31): jetzt mal wieder Schuricht:
Gruß Amadé
Maurice inaktiv (22.12.2018, 17:44):
agravain (22.12.2018, 19:04): Hier eine weitere historische Aufnahme von Bachs „Magnificat“ - nun in der weihnachtlichen Es-Dur-Fassung mit Einlegesätzen.
Arditti String Quartet Orchestre Philharmonique de Radio France Pascal Rophé
Cetay (inaktiv) (23.12.2018, 05:54):
Otorinno Respighi; Metamorphoseon modi XII Sinfonieorchester Wuppertal, George Hanson
Endlich!! Wie oft wurde bei spätromantischen Orchesterwerken schon beteuert, dass der aufgeblähte Orchesterappart nur zur Differenzierung der Farben dient und hauptsächlich kammermusikalisch eingesetzt wird. Und wenn man es dann nachhört, dann wird halt doch Krach damit gemacht. Hier nicht! Und es kommt noch besser: Es handelt sich um ein formal strenges Variationenwerk; 12 Stück in allen Kirchentonarten und mit wechselnden Solisten. Man wird nicht mit Programmen belästigt oder, schlimmer noch, mit untergeschobenen biographischen, psychologischen oder philosophischen Deutungen oder, am Allerschlimmsten, mit zeitgeschichtlich-politischen Botschaften, die sich angeblich hinter den Noten verstecken. Hier gibt es ein Fest der Farben und Formen ohne Nebenwirkungen. Wer die Klangmagie der Römischen Trilogie schätzt, nicht aber die dort mitgelieferten Geschmacklosigkeiten, hört mal bei den Metamorphosen rein.
agravain (23.12.2018, 18:45): Weiter geht es mit meiner Reise durch Aufnahmen des Bachschen „Magnificat“ älteren Baujahres. Nun:
Adriano (24.12.2018, 09:25): Bravo, agravain :-) Durch diese tollen Bach-Einspielungen von Karl Münchinger und Karl Richter bin ich gross geworden und konnte Vieles lernen! Und was für tolle Sänger da mitmachten! Leider werden heute diese Aufnahmen von Fachidioten belächelt. Aber gut, dass es noch Musikliebhaber gibt, die mit dem Herzen hören. Es gibt zwei preisgünstige Reissue-Boxen, eine von newton (Münchinger) und die andere von DGG (Richter), wo die h-Moll-Messe und die beiden Passionen drin sind. Bei Richter kommen noch die Osterkantaten und bei Münchinger das Weihanchtsoratorium dazu.
agravain (24.12.2018, 10:20): Leider werden heute diese Aufnahmen von Fachidioten belächelt. Lieber Adriano, wie schön, mal solch einen Kommentar zu lesen. Ich habe einfach viel Spaß an den besagten Aufnahmen und interessiere mich ohnedies für die Geschichte der Bach-Rezeption. Als eifriger Chorist habe ich Bachs Werke für Chor x-Mal „historisch informiert“ gesungen und mich umfangreich theoretisch mit „HiP“ beschäftigt. Dennoch freue mich aber auch an den alten Aufnahmen, weil sie mir (nicht immer, aber doch oft) freier vom Herzen weg musiziert erscheinen als manch eine historisierende und doch nur glatt-perfektionistisch und am Ende gänzlich seelenlos bleibende. Tatsächlich ist mir ersteres mittlerweile wesentlich wichtiger als vermeintliche Korrektheit. Und auf das Urteil von „Fachidioten“ gebe ich schon lange nichts mehr.
Drum nun auch weiter Älteres:
Anbei eine Besprechung zur Aufnahme, die ich vor längerer Zeit geschrieben habe.
Georg Friedrich Händel: Messiah HWV 56 Boult (1954) – Jennifer Vyvyan, Norma Procter, George Maran, Owen Brannigan, London Philharmonic Choir, London Philharmonic Orchestra
Während Boults zweite Aufnahme des Händel’schen „Messiah“ auch heute noch ausgesprochen populär ist, so ist seine erste Aufnahme doch historisch gesehen seine bedeutendere, markiert sie doch (wie auch die im selben Jahr entstandene Scherchen-Aufnahme) eine erste Abkehr von der älteren britischen Händel-Tradition, wie sie von Sir Malcolm Sargents und Sir Thomas Beecham vertreten wurde. Boult präsentierte zwar gestalterisch einen „Messiah“, wie man ihn sich auf den britischen Inseln traditionell wünschte, aber er wandte sich ab von Uminstrumentierungen, Arrangements und Kürzungen.
Auch aus heutiger Perspektive lässt sich ein Gutteil dieser Aufnahme gut hören, wobei es natürlich hilft, kein Purist zu sein. Im Jahre 1954 war es natürlich beim „Messiah“ – ähnlich wie im Falle der Bach’schen Passionen“ – vollkommen gängig, die Größe und die Würde, die das Werk ausstrahlt, durch üppige Besetzung und eine eher ruhige, vermeintlich „Bedeutung“ ausstrahlende Tempowahl zu verdeutlichen. Das ist hier nicht anders. Der London Philharmonic Choir ist ein satt besetztes Ensemble, im Klang ein echter „Volkschor“. Es ist ein voller und recht üppiger Chorklang, der dem Hörer hier entgegenflutet, wobei das Ensemble nie Gefahr läuft massiv und unbeweglich zu wirken. Boult lässt die Choristen selten so recht schmettern, er legt stattdessen viel mehr Wert auf leichte Artikulation, rhythmische Akkuratesse und Wohlklang im Piano (ganz wunderbar zurückhaltend, ja fast ehrfurchtsvoll das „Glory to God“). Oft sind es ja gerade jene Sechzehntelläufe („Ha shall purify“ oder „For unto us a child is born“), die anfällig für ein zuviel an Saft und Kraft. Hier nichts dergleichen. Erleichternd kommt für den Chor hinzu, dass Boults Tempi in den Chören nie wirklich rasant sind. Selten sind sie unerwartet zäh, beispielsweise bei „The Lord gave the word“ (das wie gegen die Musik musiziert wirkt) oder im ziemlich trägen „Their sound is gone out“. An sich jedoch schwingen Boults Tempi, alles fließt. Tatsächlich kommen mir die meisten Stücke freundlich beschwingt und enorm selbstverständlich vor, nie entsteht hier der Eindruck eines Zielens auf oberflächliche Darstellung der virtuosen Leistungsfähigkeit eines Ensembles (wie ich es bisweilen in jüngeren Aufnahmen wahrzunehmen glaube). Zudem ist Boult ist kein „Haudrauf“ wie Beecham, der die Feierlichkeit des Stückes mit reichlich Bummsfallera förmlich in die Zuhörer hineingeprügelt. Boult lässt – zumindest in den vielen Chorsätzen, dezent, aber voller Ausdruck und mit einer gewissen Lässigkeit, die man klischeehaft man vielleicht als „britisches Understatement“ beschreiben mag.
Zu den Solisten.
Von den Damen bin ich rundum angetan. So hat Jennifer Vyvyan eine kristallklare, flexible und doch auch warme und körpervolle Stimme, die m.E. für die Sopran-Partie im „Messiah“ fast schon idealtypisch ist. Mit strahlender Freude und schon fast hipper Leichtigkeit gestaltet sie die Koloraturen in „Rejoice greatly“, nimmt sich dann aber enorm eindrucksvoll zurück, wenn es – Boult reduziert hier deutlich das Tempo – heißt „he shall speak peace unto the heathens“. Ganz zart gestaltet sie dann gemeinsam mit Norma Proctor das „He shall feed his flock“, das „How beautiful are the feet“ bringt sie ungeheurer verinnerlicht und ihr „I know that my redeemer liveth“, für das sie einen kaum schlagbaren kindlich-gläubigen Ton parat hat, ist allein schon das Hören der gesamten Aufnahme Wert.
Auch Norma Procter gefällt mir ausgesprochen gut. Zunächst einmal freue ich mich darüber, dass sie ein „echter“ Alt ist, mit voller und warmer Stimme, die auch im tiefen Register – ganz ohne jedes Pressen - hervorragend klingt (z.B. „O thou that tellest“). Das gibt es m.E. gar nicht mehr so oft. Das von Boult ausgesprochen ruhig genommene „He was despised“ gestaltet sie liedhaft schlicht, ohne irgendwelchen interpretatorischen Schnickschnack, dafür voll von Mitgefühl und Wahrhaftigkeit. Das ist so eine überzeugende Leistung, dass ich ihre ab und an etwas spezielle Artikulation problemlos vergessen kann.
Die Gestaltung der Tenor-Partie obliegt dem amerikanischen Tenor George Maran. Bekanntermaßen bringt das Accompagnato „Comfort ye, my people“ die ersten gesungenen Töne im „Messiah“ und entsprechend hoch ist hier – so geht es mir zumindest – die Erwartungshaltung. Trotz des ziemlich langsamen Tempos, das Boult hier anschlägt, offenbaren sich unmittelbar Marans Qualitäten. Das ist eine ganz leichte, im Kopf angesiedelte, schwebende Stimme, die sich am besten im Piano und Pianissimo anhört (z.B. in „But thou didst not leave“). Wenn dann aber mehr Brust und Kraft hinzugegeben werden, dann gewinnt die Stimme nicht unbedingt an tenoraler Strahlkraft, sondern eher eine gewisse Härte („Ev’ry valley shall be exalted“). Leider geht damit dann keine zunehmende Entschlossenheit im Ausdruck einher, wie Marans Wiedergabe der Arie „Thou shalt break them“ deutlich zeigt. Während Boult und das London Philharmonic Orchestra, das überhaupt durchweg überzeugend musiziert, die ruppige Tonsprache der Arie, das Zerschlage und Zerbrechen so recht ausreizen, bleibt Maran zu blass, steif und kraftlos.
Bassist Owen Brannigan ist nach meinem Empfinden der ganz deutliche Schwachpunkt der Aufnahme. In seinem Falle frage ich mich immer, wie der Mann einst in Großbritannien eine solche Karriere machen konnte (Geraint Evans ist noch so ein Fall). Sicher, es herrschte ein anderes Sängerideal als heute. Aber trotzdem. Es muss wohl die Bühnenpräsenz gewesen sein. Was man heute per Tonträger – und eben auch hier - hören kann, ist eine nach meinem Dafürhalten unkultivierte, geradezu grobschlächtige Stimme, groß und dunkel zwar, aber enorm schlecht geführt und in der Färbung oft sehr nach ganz heißer Kartoffel klingend. Dazu gesellen sich ein Hang zu fettigem Pathos, artikulatorischen Manierismen und Schwächen in der Intonation (insbesondere bei Melismen). Und das bei der herrlichen Partie. Schade.
Insgesamt ist dies – ich lasse Brannigan einmal außen vor – eine durchaus hörenswerte Aufnahme, die nicht nur dokumentarischen Charakter hat. Interpretatorisch verändert Boult bis zu seiner 1960er Aufnahme nur wenig. Dort indes ist die Leistung des Solistenquartettes homogener, auch wenn ich Vyvyan und Procter den Damen Sutherland und Bumbry tatsächlich vorziehe. Deutlicher Pluspunkt der jüngeren Einspielung ist – da beißt die Maus keinen Faden ab – der dort exquisite Klang. Hier tönt es dann doch bisweilen etwas muffig.[\quote
palestrina (24.12.2018, 11:25): Hallo lieber agravain, ich stelle dann mal das passende Cover ein ;)
LG palestrina
:engel Allen ein frohes besinnliches Weihnachtsfest! :engel
agravain (24.12.2018, 11:31): Hallo lieber agravain, ich stelle dann mal das passende Cover ein ;)
LG palestrina
:engel Allen ein frohes besinnliches Weihnachtsfest! :engel :thumbup:
Auch von meiner Seite: Frohes Fest allseits!
agravain (24.12.2018, 13:41): Und nun:
Heinrich Schütz: Historia der freuden- und gnadenreichen Geburt Gottes und Marien Sohnes Jesu Christi SWV 435
Herta Flebbe, Hans Joachim Rotzsch, Hans-Olaf Hudemann Westfälische Kantorei Wilhelm Ehmann
Adriano (24.12.2018, 14:11): Bach hat auch sehr sinnliche Musik geschrieben - und die klingt auf Darmseiten gespielt nicht immer sinnlich :-)
Zum Thema Sinnlichkeit in der Musik: Soeben habe ich in meinem Archiv gewühlt und eine fabelhafte, unübertroffene Supraphon-Aufnahme von 1965 gehört. Ich vermute, die gibt es noch nicht auf CD. Als ich damals meine LP-Sammlung verkaufte, habe ich etliche Platten digitalisiert (mit sehr guten Resultaten) - darunter auch diese "Psyché" dirigiert von Jean Fournet - einem der besten César Franck-Dirigenten seit eh und je. Also, falls Ihr sie nicht habt, kann ich meinen Transfer durch einen Link oder durch wetransfer verfügbar machen. Mann muss mich allerdings zuerst benachrichtigen oder durch die E-Mail-Adresse, die auf der Titelseite meiner Homepage steht.
agravain (24.12.2018, 14:42): eine fabelhafte, unübertroffene Supraphon-Aufnahme von 1965 gehört. Ich vermute, die gibt es noch nicht auf CD. Doch, die gibt es auf CD, und zwar in dieser insgesamt sehr hörenswerten Kiste:
Adriano (24.12.2018, 15:03): Ach ja, stimmt, die ist ziemlich neu, gell?. Danke. Doch behalte ich mir meinen privaten Transfer, denn so Boxen mag ich nur, wenn nur ein einziger Komponist drin vorkommt :-) Natürlich mache ich Ausnahmen, wie z.B. bei Ansermet, Carl Schuricht und bei der Callas... Bald wird ja meine Fritz-Brun-Box auf Brilliant Classics erscheinen :-)
agravain (24.12.2018, 21:08): Hier:
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Vom Himmel hoch
Für mich seine schönste Choralkantate.
agravain (25.12.2018, 08:51): Festlich-traditionell in den Tag mit:
Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248 - Kantate I: „Jauchzet, frohlocket“
Agnes Giebel, Marga Höffgen, Josef Traxel, Dietrich Fischer-Dieskau Thomanerchor Leipzig Gewandhausorchester Leipzig Kurt Thomas
agravain (26.12.2018, 09:54): In den Tag mit:
Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248 - Kantate II: „Und es waren Hirten in derselben Gegend“
Gunthild Weber, Sieglinde Wagner, Helmut Krebs, Heinz Rehfuss Berliner Motettenchor RIAS Kammerchor Berliner Philharmoniker Fritz Lehmann
tapeesa (27.12.2018, 23:56):
Richard Strauß: Ariadne auf Naxos
daraus:
"Gibt es kein Hinüber?"
und "Es gibt ein Reich"
Jessye Norman
und dann vielleicht noch mehr.
Langsam kristallisiert sich heraus, welche Komponisten mir ein Stück näher sind, wo es mich immer wieder hinzieht. Richard Strauß gehört auf jeden Fall dazu.
Elektra, war die erste Oper die ich "live" gesehen / gehört habe.
War damals ein riesiges Erlebnis für mich. Hat mich völlig gefangen genommen.
Adriano (28.12.2018, 11:17): Ja ja, aber Strauss dann schon lieber mit einem etwas weniger langweiligen Dirigenten als Kurt Masur! Böhm und Solti machen dieses besonders wertvolle Stück richtig lebendig. Kürzlich (und endlich) ist die hervorragende Böhm-Einspielung am Bayerische Rundfunk von 1970 auf CD erschienen; das spürt man echte Theaterluft, auch wenn es "nur" ein Studioaufnahme ist!
palestrina (28.12.2018, 11:18):
Richard Strauß: Ariadne auf Naxos daraus:"Gibt es kein Hinüber?"und "Es gibt ein Reich"Jessye Norman und dann vielleicht noch mehr.Langsam kristallisiert sich heraus, welche Komponisten mir ein Stück näher sind, wo es mich immer wieder hinzieht. Richard Strauß gehört auf jeden Fall dazu.Elektra, war die erste Oper die ich "live" gesehen / gehört habe.War damals ein riesiges Erlebnis für mich. Hat mich völlig gefangen genommen. Lieber tapeesa, du meinst doch hoffentlich Richard Strauss! ;)
LG palestrina
agravain (28.12.2018, 12:10): Hier GM mit MTT:
Ich mag „meine“ Mahler 9 ja sowohl in fließender (wie bspw. bei Neumann aus Leipzig oder Ančerl) als auch in weit ausholender Lesart (Sinopoli aus Dresden). MTTs Darstellung gehört in die zweite Kategorie. Sie lässt sich viel Zeit, ist ausgesprochen klangschön und durchweg bestens „gestylt“. Viel Außenwirkung, aber zu wenig Potenzial, um an letzte Dinge rühren zu können.
Nicolas_Aine (28.12.2018, 20:41):
daraus die Kreutzer Sonate. :times10
agravain (29.12.2018, 10:51): Hier:
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 8 c-Moll WAB 108
Chicago Symphony Orchestra Daniel Barenboim
Gar nicht übel.
agravain (29.12.2018, 13:56): Und nun die älteste vollständige Aufnahme von Bachs „Magnificat“ BWV 243 aus dem Jahre 1944.
tapeesa (29.12.2018, 15:04): Lieber tapeesa, du meinst doch hoffentlich Richard Strauss!
liebe tapeesa - wenn wir dann schon ganz genau sind - zum Manne bin ich noch nicht mutiert - ;)
Da ich überall Richard Strauß geschrieben habe, nehme ich an, du meinst das "ß" - danke für den Hinweis (war da dann etwas "schlampig" unterwegs). ______________________________________________________________________________
Ja ja, aber Strauss dann schon lieber mit einem etwas weniger langweiligen Dirigenten als Kurt Masur!
Habe deine Sicht (Kurt Masur - Langeweile - Bruno Maderna - intellektuelles Gewürm) und deine Empfehlungen zur Kenntnis genommen! Sowie teils reingehört.
Persönlich finde ich Langeweile und Intellektualität haben aber auch ihren ganz eigenen Reiz.
Sfantu (30.12.2018, 00:03): Es hat ein knappes Dutzend Hörsitzungen gebraucht, bis Samuel Barbers Klavierkonzert sich dergestalt bei mir ins Gedächtnis & ins Gemüt gespielt hat, daß ich dazu etwas schreiben kann. Zwar waren das nicht meine ersten Begegnungen mit diesem Werk, wohl aber die ersten, die weiter unter die Oberfläche gingen.
Was könnte der Grund dafür sein? Sperrigkeit etwa? Nicht, wenn ich es genau betrachte: zwar ist es arg zerklüftet in seiner Anlage, besonders der Kopfsatz. Es mangelt andererseits aber auch nicht an einschmeichelnden Themen. Was mich am Ende fasziniert, ist die Vielgestaltigkeit, das immer neu auftretende Überraschungsmoment & der klangliche Thrill: virtuoses Feuerwerk, jedoch nie im Übermaß. Kompositorische Volten & Hakenschläge, die ständig aufrütteln. Alles aber in klugem Maße, in sicher abgerundeten Proportionen. Sollte ich ein Attribut exemplarisch herausstreichen, so hieße dies: geheimnisvoll
Stellvertretend hierfür 3 Details:
Im ersten Satz wird das betriebsame Geschehen wiederholt unvermittelt unterbrochen: ein schneidender Ton im gestopften Blech, begleitet von Streicher-Tremoli, sogleich wieder decrescendierend. Das Ganze vermittelt sich als eine Art Einspruch, ein warnendes "Aaaaaber...!" "Man" nimmt es unwillkürlich als bedrohlich wahr. Weshalb? Weil es tatsächlich natürlicherweise als bedrohlich wahrgenommen werden muss? Oder, weil es hundertfach so oder ähnlich in entsprechenden Kontexten gehört & somit zu einer Chiffre für Bedrohliches wurde (also "gelerntes Verhalten" im psychologischen Sinne)? Wie auch immer - bei mir erzeugen diese Stellen eine fast unwiderstehliche Spannung & Faszination.
Der gesamte langsame Satz hat etwas Rätselhaftes, auch hier schwingt für mich etwas Geheimnisvolles in praktisch jedem Takt mit. Das Eingangsthema wird quasi durch sich selbst zeitversetzt begleitet - ein ungemein wirkungsvoller Kunstgriff. Holzbläser-Soli bringen feine lyrische Farben mit hinein.
Das Finale ist von Beginn an von motorischer Betriebsamkeit geprägt. Das toccatenhafte Hauptmotiv domoniert letztendlich das gesamte Geschehen. & doch: das zweite Thema in deutlich ruhigerem Zeitmaß wird rhythmisch vom Xylophon solistisch angekündigt - aufs Neue verblüffend, Spannung erzeugend & ja, auch hier, ungemein geheimnisvoll.
Kann sein, daß nur mir es so geht. Jedenfalls sorgt Barber mit diesen Schlüsselstellen dafür, daß ich stetig unter Spannung bleibe.
Sfantu (30.12.2018, 00:11):
Samuel Barber - Konzert für Klavier & Orchester op. 38
John Browning, Saint Louis Symphony Orchestra - Leonard Slatkin (CD, RCA, 1991)
Allegro appassionato 14'24 Canzone. Moderato 7'54 Allegro molto 6'41
Sfantu (30.12.2018, 00:17):
Samuel Barber - Konzert für Klavier & Orchester op. 38
John Browning, The Cleveland Orchestra - George Szell (LP, CBS, 1964)
Allegro appassionato 12'50 Canzone. Moderato 7'04 Allegro molto 5'47
Sfantu (30.12.2018, 00:34): Beide Einspielungen ergänzen sich aufs Beste:
Browning war auch der Uraufführungs-Solist, hat somit sicher eine besondere Beziehung zum Werk.
In der älteren Aufnahme ist das Klangbild eine Nuance natürlicher. Obwohl hier etwas mehr Zug nach vorn herrscht (siehe die Spielzeiten), wirkt es zu keiner Zeit verhetzt). Browning geht hier volles Risiko, man höre nur in die Kadenz im ersten Satz hinein: da wird durch die wilden Akkord-Ketten gewütet, daß es einem den Atem raubt. Über Kopfhörer ist sogar das Stöhnen & Schnauben des Solisten im Stile Glenn Goulds oder Keith Jarrets wahrnehmbar.
Die knapp 30 Jahre jüngere Version zeigt Browning eine Spur beherrschter, kalkulierter. Mit Slatkin an seiner Seite ist eine geradezu cineastisch breite Orchester-Dynamik garantiert, die dem Werk gut zu Gesichte steht. Packender als bei Szell das erwähnte jähe Dazwischenfahren, die bedrohlichen, warnenden Akkorde im ersten Satz.
Das Stück hat das Zeug zu einem Favoriten bei mir.
agravain (30.12.2018, 10:13): Ich beginne heute mit einem „Schlager“:
Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11
Krystian Zimerman Polish Festival Orchestras
agravain (30.12.2018, 11:05): Und nun auf mehrfache Empfehlung Adrianos hin:
Reinhold Glière: Symphonie Nr. 3 h-Moll op. 42 „Ilja Muromets“
Orchester der Wiener Staatsoper Hermann Scherchen
Bei mir als Download.
Adriano (30.12.2018, 12:03): Ja, auch Naxos bietet diese Aufnahme als Download dar. Habe mir jedoch eine eigene Digitalisierung ab Original-LPs gemacht, die sehr gut gelungen ist und etwas weniger ausgefiltert klingt :-)
Sfantu (30.12.2018, 18:50): Jetzt kram' auch ich mal wieder den ukrainischen Superhero Ilja Murometz heraus. Auf CD habe ich die alte Naxos-Version (ursprünglich Marco Polo) mit Donald Johanos.
Reinhold Glière - Sinfonie Nr. 3 h-moll op. 42 "Ïlja Murometz"
Symphonický Orchestr Československo Rozhlásu, Bratislava - Donald Johanos (CD, Naxos, 1991)
Die wandrenden Pilger. Ilja Murometz & Svjatogor 21'42 Solovej, der Räuber 21'41 Bei Vladimir dem Großen 6'50 Kriegstaten & Steinwerdung des Ilja Murometz 25'05
Die Slowaken schlagen sich mehr als nur tapfer - mir gefällt die Scheibe nicht schlecht. Zwar verwöhnt die Aufnahme das Ohr nicht gerade mit audiophilen Freuden. Aber mit der Zeit gehtä s in Ordnung...
Die von Adriano ungeliebte Farberman-Doppel-LP ist der einzige andere "Ilja"in meiner Sammlung. Mein letztes Mal liegt Jahre zurück - ich bin gespannt auf das Vergleichshören. Allerdings: diesen Brocken 2x am selben Tag? (Für mich) unmöglich. Das spar'ich mir wohl für den Berchtoldstag auf.
Übrigens tradiert auch das Naxos-Booklet den Unsinn von Glières belgischer Abstammung. Als er im Jahre 1900 die Schreibweise seines Familiennamens Glier (sein Vater war aus Sachsen eingewandert} offiziell ins Kyrillische ändern ließ, war der pseudofranzösische Akzent entweder Ergebnis der Transkription oder aber Glier / Glière half ein wenig nach - französich war damals nicht nur, aber besonders im Zarenreich extrem chic. Der kleine "Unfall" oder Trick kam also fast einer Nobilitierung gleich.
agravain (30.12.2018, 19:05): Und nun auf mehrfache Empfehlung Adrianos hin:
Reinhold Glière: Symphonie Nr. 3 h-Moll op. 42 „Ilja Muromets“
Orchester der Wiener Staatsoper Hermann Scherchen
Was soll ich sagen: Die hat mir wirklich gut gefallen!
Aber...
Die von Adriano ungeliebte Farberman-Doppel-LP ... finde ich nach wie vor auf ihre eigene Art und Weise doch faszinierend. Wild-wuchernd, mäandernd einen düsteren Mythos erzählend, eher spontan als strukturiert. Kommt man von Scherchen her, dann kann ich mir gut vorstellen, dass das, was Farberman (ich wusste gar nicht, dass er im November verstorben ist) hier macht, etwas fad schmeckt. Im Moment genieße ich den Luxus, beide Herangehensweisen interessant finden zu können. Wie sich das auf längere Zeit entwickeln wird? Wer weiß. Downes, der ebenfalls im Regal steht, hat in meinen Ohren ein wenig etwas von der Normalnull.
Weiter geht es hier mit:
agravain (31.12.2018, 11:19): Der letzte Tag dieses Jahres gehört bei mir natürlich Edward Elgar. Ich beginne mit:
Variations on an Original Theme („Enigma“), op. 36