Jan Van Karajan (01.01.2023, 11:42): Prosit Neujahr, meine lieben Freunde :beer Bei mir geht es heute natürlich mit dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker los :thumbsup: . Grüße Jan :hello
Sfantu (01.01.2023, 18:41): Dir auch ein frohes neues Jahr, lieber Jan :beer ! Proste jetzt nach Sonnenuntergang tatsächlich mit einem Bierchen zurück (aus Köln - ist aber glückicherweise kein Kölsch)
Ich hoffe, Du konntest das Neujahrskonzert genießen. Hab` ich schon seit Jahren nicht mehr gehört / gesehen. Naja, vielleicht hol` ich`s die Tage noch nach.
Bei mir ging heut` eine regelrechte Nielsen-Woche zu Ende - mit dieser Platte:
Carl Nielsen
Violinkonzert op. 33
Tibor Varga, Det Kongelige Kapel København - Jerzy Semkow (LP, turnabout, 1966)
Jan Van Karajan (01.01.2023, 20:08): Lieber Sfantu, Ich kann dir dieses Neujahrskonzert wirklich von ganzem Herzen empfehlen. Das Programm war sehr interessant, es gab insgesamt 14 Premieren, die noch nie an Neujahr aufgeführt wurden. Franz Welser-Möst hat einen super Job gemacht, wenn ich da unter anderem an den unsäglichen Andris Nelsons denke, bei dem ich höchstens 4 von 20 Stücken wirklich mochte. Sobald die Tonaufnahme von dem Konzert rauskommt, wird sie auf jeden Fall bestellt :thumbsup: . Für mich auf jeden Fall das beste Neujahrskonzert seit 2019. Grüße Jan :hello
Joe Dvorak (02.01.2023, 08:21): Das Neujahrkonzert habe ich zum letzten Mal irgendwann in den '90ern gesehen - bis Ricardo Muti das mitklatschende Publikum dirigiert hat und das war's dann fuer alle Zeiten... :thumbup:
Die ersten klassischen Klaenge, die 2023 meine Ohren erreichen:
Allegretto 3`15 Poco moderato 2´19 Molto adagio e patetico 5`15 Allegretto innocente 2`05 Allegretto vivo 1`24 Allegro non troppo ma vigoroso 6`27
Variationen op. 40
15`58
Herrlich herb poetisch kommt Nielsens Klaviermusik daher. Vor allem der Suite eignet eine schroffe, teils expressive Tonsprache, welche wohlig schaudern läßt. Der spätromantische Heizstrahler, den der Komponist in seinen sinfonischen Werken (wenn auch wohldosiert) immer wieder mal anwirft, bleibt hier außer Betrieb. Das sind packend-faszinierend ans Ohr dringende 21 Minuten.
Die Variationen sind da schon freundlicher, lebensbejahender. Doch auch hier gilt: Klare Linie und Strenge.
Bärtschi gestaltet bei aller den Werken innewohnender Virtuosität linear, schnörkellos und entschlackt. Ein Erlebnis!
Toni Bernet (03.01.2023, 18:13): Ich habe kürzlich ein glitzerndes Bijou der Geigenliteratur entdeckt:
Ludwig Wilhelm Maurer (1789 - 1878): Concertante A-Dur für 4 Geigen und Orchester op. 55
Mehr darüber auf meiner Homepage: https://unbekannte-violinkonze…rer-neu-hinzugef%C3%BCgt/
Mit diesem geigerisch glitzernden Bijou allen ein Gutes Neues Jahr
Toni Bernet
Amonasro (03.01.2023, 21:10): Allen ein frohes neues Jahr 2023! :beer Heute:
Giacomo Puccini/Luigi Illica/Giuseppe Giacosa: La bohème
Mimì - Mirella Freni Rodolfo - Luciano Pavarotti Marcello - Rolando Panerai Musetta - Elizabeth Harwood Colline - Nicolai Ghiaurov Schaunard - Gianni Maffeo Benoît - Michel Sénéchal Alcindoro - Michel Sénéchal Parpignol - Gernot Pietsch Un sergente - Hans-Dieter Appelt Un doganiere - Hans-Dietrich Pohl
Schöneberger Sängerknaben, Chor der Deutschen Oper Berlin Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Gruß Amonasro
a-way (04.01.2023, 01:33): Auch ein frohes neues Jahr in die Runde!
Aus Festgesängen des jungen Wagner. "Beim Antritt des neuen Jahres 1835" musste er in wenigen Tagen schreiben / Musikdirektor in Magdeburg seit einem halben Jahr. Der Inhalt ging verloren, nur die Musik überlebte, sagt das Booklet. (Das einaktige Stück von Wilhelm Schmale ist nicht mehr auffindbar.) Die wenigen Tage haben Wagner dicke gereicht, 1, 5 Stunden hat er für die Komposition gebraucht, das Material aus Zeitmangel allerdings mehrfach verwendet.
Richard Wagner: Beim Antritt des neuen Jahres 1835 - Musik zum allegorischen Festspiel in einem Akt von Wilhelm Schmale für gemischten Chor und Orchester WWV 36
Friederike Wagner, Sopran Chor und Orchester der Bamberger Symphoniker, Karl Anton Rickenbacher
a-way (04.01.2023, 01:49):
Richard Wagner - Das Liebesverbot, Große komische Oper in 2 Akten Sabine Hass, Pamela Coburn, Robert Schunk, Hermann Prey, Kieth Engen Chor der bayerischen Staatsoper Bayerisches Staatsorchester, Wolfgang Sawallisch
Joe Dvorak (04.01.2023, 04:25):
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 6 F-Dur, op. 68 "Pastorale" & Nr. 5 C-Dur, op. 67 (AD: 27. Mai 1947) Berliner Philharmoniker, Wilhelm Furtwängler
a-way (04.01.2023, 19:12):
Georg Friedrich Händel / Nicola Giuvo - Aci, Galatea e Polifemo
La Risonanza Fabio Bonizzoni, harpsichord & direction
Joe Dvorak (04.01.2023, 23:27):
Franz Schubert - Sinfonie "Nr. 8" h-Moll, D. 759 (vollendet von Brian Newbold) & Sinfonische Fragmente D. 708A ASMF, Neville Marriner
Die "Unvollendete" erhaelt von mir den Beinamen "Unverzichtbare". Ich werde nicht muede, die immer und immer wieder zu hoeren.
a-way (06.01.2023, 02:34):
Richard Wagner -
- Dors mon enfant (Schlaf mein Kind) - Adieux de Marie Stuart (Abschied von Maria Stuart) - Tout n'est qu'images fugitives (Alles nur flüchtige Bilder) Lone Koppel, Sopran & Jørgen Ellegård Frederiksen, Klavier
Rienzi - René Kollo, Siv Wennberg, Nikolaus Hillebrand, Janis Martin, Theo Adam, Siegfried Vogel, Ingegorg Springer, Peter Schreier, Günther Leib Leipziger Rundfunkchor, Chor der Staatsoper Dresden Staatskapelle Dresden, Heinrich Hollreiser ( https://classicalmusicselloff.weebly.com/store/p220/Wagner/Rienzi_-_Dresden/Hollreiser.html )
Amonasro (06.01.2023, 12:53):
Salvatore Sciarrino: Luci mie traditrici
La Malaspina - Nina Tarandek Il Malaspina - Christian Miedl L'Ospite - Roland Schneider Un servo della casa - Simon Bode
Ensemble Algoritmo, Marco Angius
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (06.01.2023, 15:23):
Giuseppe Martucci : Kompletten Orchesterwerke (4-CD-Box) AD: 1989
Philharmonia Orchestra , Francesco D'Avalos
Bereits das Fono-Forum hat in seiner Ausgabe vom 03/1990 geschrieben: ...Entdeckenswerte Kapazität aus der spätromantischen Sinfonik-Sphäre des 19. Jahrhunderts. ... Toscaninis Vorliebe für GM lässt sich anhand dieser Aufnahmen sehr gut nachvollzehen.
Hier im Forum liest und hört man nur selten was über diesen italienischen Komponisten, der von 1856 - 1909 gelebt hat. Weitere Komponisten, die in dieser Zeit geboren wurden waren Josef Bohuslav Foerster (1859 - 1951) und Hans Rott (1858 - 1884). Beide waren die Meisterschüler von Anton Bruckner. Martucci wiederum, war der Lehrer von etwa Ottorino Respighi gewesen.
Obwohl Martucci in Anton Rubinstein, der sein 2.Klavierkonzert im Programm hatte, Gustav Mahler, der genau dieses Klavierkonzert in seinem letzten Dirigat vor seinem Tode aufführte und Arturo Toscanini, der immer wieder Werke von ihm dirigierte, prominente Förderer hatte, ist er doch wohl nur mit seinen Opern in Erinnerung geblieben.
Obwohl er sich sehr für die Musik Richard Wagners einsetzte, ist sein eigener Komponierstil doch vor allem der Schumann-Brahms-Linie zuzuordnen.
Franceso D'Avalos, (1930-2014), ein echter Prinz und Marquis, aber auch über einige Ecken mit Carlo Gesualdo verwandt, nahm sich gerne Randrepertoire an, darunter eben auch Martucci, Clementi, Goldmark, um es dann mit dem Philharmonia Orchestra einzuspielen, im Regelfall für ASV.
Brilliant Classics nahm sich der Box an, die es aber auch bei ASV gab. Bei nur 2 Sinfonien und Klavierkonzerten und einigen kleineren Werken für Orchester, kann man sich die Box günstig zulegen, wenn jemand sich dafür interessieren sollte. Man macht dabei nichts falsch.
Die Wiedergaben haben doch auch auf Amazon recht gute Kritiken erhalten, so weit man diesen auch wirklich vertrauen kann.
Joe Dvorak (07.01.2023, 00:11):
Franz Schubert - Overture D-Dur, D. 12 / Sinfonisches Fragment D. 936A (arr. Roland Moser) / Grand Duo Sonate C-Dur, D. 812 (arr. f. 9 Instrumente Gabriel Bürgin) Kammerorchester Basel, Heinz Holliger
"Dort öffnen sich die Türen zu einer ganzen musikalischen Welt, zu dem Großartigsten, was es in der Musikgeschichte gibt." (Holliger zu D. 12). Das ist der 6. Teil und Abschluss des vielbeachteten Schubert-Zyklus von dem schweizer Oboisten, Komponisten und Dirigenten Heinz Hollliger mit dem Kammerorchester Basel.
Sfantu (07.01.2023, 10:05): Gute Besserung Daniel Barenboim! Er setzt ein paar Akzente in meinem heutigen Konzertprogramm.
Den Anfang machte
Ludwig van Beethoven
Klaviertrio c-moll op. 1 Nr. 3
Daniel Barenboim Pinchas Zukerman Jacqueline du Pré (CD, EMI, 1970)
Nun gefolgt von
Henri Dutilleux
Sinfonie Nr. 2 "Le Double""
Orchestre de Paris - Daniel Barenboim (CD, Erato, 1988)
Florence Price (1887-1953) war eine US-amerikanischer Komponistin. Sie war die erste schwarze Amerikanerin, die eine Symphonie von einem professionellen Orchester aufführte. Sie wurde in Little Rock, Arkansas, geboren. Nach ihrer Schulzeit wurde sie von ihrer Mutter am New England Conservatory eingeschrieben.
1927 zog die Price Familie nach Chicago, und ihre musikalische Karriere begann zu blühen. 1932 gewann ihre 1.Sinfonie einen Wettbewerb und erhielt damit eine Uraufführung durch das Chicago Symphony Orchestra unter Frederick Stock. Price schrieb drei weitere Symphonien, von denen die zweite nur in einem fragmentierten Zustand existiert.
Musikalisch ist das Ganze eine Mischung aus Dvoraks Neunter Sinfonie, einem ihrer Lehrer, George Chadwick, und natürlich der Einfluss der Musik der Schwarzen und des Jazz. Auf gewisse Art und Weise steht sie damit William Grant Still sehr nahe, wenn auch nicht so sehr auf den Blues bezogen wie Still es war. Bei Price kommt durchaus auch die Romantik der europäischen Sinfonik zum Tragen, aber auch teilweise die mehr auf Filmmusik hinweisenden Werke etwa eines Ferde Grofé (etwa die Niagara Suite).
Man kann besonders im dritten Satz ("Juba Dance") der 1.Sinfonie den Einfluss von der Country Music erhören, oder auch Aaron Copelands ("Rodeo").
Die 4.Sinfonie habe ich noch nicht gehört, die folgt noch. Ich wollte aber schon mal eine erste Stellungnahme zur Musik hier schreiben.
Ich habe keine Vergleichseinspielung da (die teure DGG-Einspielung kaufe ich mir nicht zu dem Preis), aber ich kann nichts Großes kritisieren. Vielleicht, und das wirklich jetzt auf sehr hohem Niveau, könnte mancher Schluss noch etwas mehr Biss vertragen. Doch das kann auch der Aufnahmetechnik so zu verdanken sein. Das kann vermutlich ein Fachmann viel besser beurteilen als ich.
Fazit: Es ist vielleicht keine "ganz große Musik", aber eine wirklich sehr gute, auch erstklassig komponierte und übertragene Sinfonik, die man sich gerne auch in zweites oder drittes Mal anhören möchte. Und mit der 4.Sinfonie gibt es auch noch eine "World Premiere Recording" dazu. Naxos hat sich wirklich von einem Ramsch-Produkt zu einer Midprice-Firma mit hochpreisigen Aufnahmen entwickelt. Das ist sehr erfreulich, auch wenn das "low Budget" nicht mehr stimmt. Dafür bekommt auch inzwischen regelmäßig was für sein Geld geboten.
Sfantu (07.01.2023, 19:38):
Robert Schumann
Papillons op. 2 Impromptus über ein Thema von Clara Wieck op. 5 Fantasie C-dur op. 17
Daniel Levy, Klavier (CD, Edelweiss, 1995)
op. 2 15`05 op. 5 20`24 op. 17 Durchaus fantastisch und leidenschaftlich vorzutragen - Im Legenden-Ton 14`04 Mäßig. Durchaus energisch. 8`21 Langsam getragen. Durchweg leise zu halten 10`42
In den Schmetterlingen störe ich mich mehrfach an Levys Tempodisposition - das paßt entweder nicht zu meinem Empfinden oder nicht zu den Versionen, mit denen ich vertrauter bin (vor allem Jörg Demus und Detlef Kraus) - wobei Letztere auf Ersteres kaum ohne Einfluß gewesen sein dürften.
Auf der Haben-Seite: 1.) Levys sensibler Anschlag 2.) Ein Timbre abseits des perfektioniert-steinwayisierten Mittelstroms: leicht spitz im Diskant, trocken und klar in der Tiefe. Leider kein Wort über das Instrument. 3.) In der Fantasie trifft Levy für mich in idealer Weise den poetischen Geist des Erzromantikers Schumann - ein Glanzlicht!
Sfantu (07.01.2023, 22:44):
Edison Denissow
Sinfonie für großes Orchester (1987)
Orchestre de Paris - Daniel Barenboim (CD, Erato, 1991)
Da lange Zeit nicht mehr gehört und somit nicht genügend präsent in meinem Gedächtnis, bin ich doch recht geschlaucht nach diesem knapp einstündigen Werk zur Abendzeit. Denn es verlangt nicht wenig an Kondition und Fokussierung. Über weite Strecken beherrschen in Starre befindliche Passagen das Geschehen, ein Changieren feiner mit feinsten Klangvaleurs duldet nichts an Ablenkung, fordert bedingungslose Präsenz. Umso elektrisierender die wenigen Passagen Schlagwerk-und-Blech-dominierten Aufruhrs gegen Ende des Mittel-als auch des Schlußsatzes!
Bewundernswerte Darbietung, klarer Klang.
Sfantu (07.01.2023, 23:03):
Isaac Albéniz
Iberia - Hefte 1 und 2 España
Daniel Barenboim, Klavier (CD, Teldec, 2001)
Vielleicht mein letzter Barenboim für heute. Eine runde Sache, dieser subtil-melancholische Volkston, dem dann doch im genau passenden Moment die genau richtige Prise Temperament und Daseinsfreude eignet. Was zudem nicht fehlen darf, ist ein Hauch französischen Raffinements - wie könnte es anders sein unter den Iberern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts? Barenboim gebietet über die gesamte Bandbreite von zartester Innigkeit bishin zu imposanter Pranke.
Amonasro (08.01.2023, 16:49):
Georg Friedrich Händel/Thomas Morell: Judas Maccabaeus
Judas Maccabaeus - Kenneth Tarver Israelitish Woman - Deanna Breiwick Israelitish Man - Sophie Harmsen Simon/Eupolemus - João Fernandes Priest - Owen Willetts
Ouvertüre, HWV 336 Armida abbandonata, HWV 105 Almira Suite, HWV 1 - Ouvertüre und Auszüge Apollo e Dafne, HWV 122
Kathryn Lewek - Armida & Dafne; John Chest - Apollo il pomo d'oro, Francesco Corti
Joe Dvorak (09.01.2023, 11:28):
Franz Schubert - Sinfonie Nr. 8 C-Dur, D. 944 Kammerorchester Basel, Heinz Holliger
Ein Alptraum fuer ADSler. Mit allen Wiederholungen dauert jeder Satz rund eine Viertelstunde und das bei den Laengen, die ohnehin schon in beiden letzten Saetzen drin sind und mit einem grundehrlichen Interpreten, der erst gar nicht versucht, das irgendwie zu ueberspielen.
Da bereitet das hier weit mehr Freude:
Heinz Holliger - Choral Utopia SWR Vokalensemble, Markus Creed
Hochspannender, experimenteller Acapella-Stoff fuer gemischten Chor mit Solisten.
Sfantu (09.01.2023, 23:43):
Robert Schumann
Sinfonie Nr. 3 Es-dur op. 97
Philharmonia Orchestra London - Michael Woods (CD, IMP, 1993)
Lebhaft 9`04 Scherzo. Sehr mäßig 5`54 Nicht schnell 5`14 Feierlich 6`04 Lebhaft 5`2
Dieses Doppel-Pack war bereits seit geraumer Zeit in der Sektion "Zum Aussortieren" in die buchstäblich zweite Regalreihe verbannt, eh ich heute die Erste und die Dritte erneut hörte. Wenigstens im Falle der Rheinischen muß ich nun grundlegend revidieren: ideale Tempi, lustvoll ausgespielte Poesie des romantischsten aller Romantiker. Süffiges Vollbad in philharmonisch-pastoser Breitwand. Gehen die Pauken in der Ersten noch im runden Gesamtklang unter, so kommen sie hier zur Geltung. Nicht erschütternd und aufrüttelnd, so doch wenigstens mit eigenem Fußabdruck im Gesamtbild. Das ist eine mehr als gehobene Normal-Null. In wenigen Momenten (Schlußabschnitte I und V) werden die Zügel mit klugem Maß gelockert, sodaß beglückend aufgetrumpft werden kann. Breiter, süffiger Klang - vielleicht ein letztes Quäntchen Transparenz und Durchschlagskraft vermissen lassend? So stelle ich mir Thielemann mit schlüsssigem Konzept vor.
Joe Dvorak (10.01.2023, 03:50): Angeregt durch den Suchthread:
Antonio Vivaldi - Konzerte fuer Cembalo solo Roberto Loreggian (Cembalo, Pergolis nach Mietke c. 1700-1710)
Normalerweise findet man einen Teil der hier gehoerten Bearbeitungen im Rahmen der 16 Konzerte nach verschiedenen Meistern, BWV 972–987, fuer die sich J.S. Bach ausser bei Vivaldi noch bei Telemann, Marcello und anderen bedient hat. Auf der Tactus-CD werden die Bearbeitungen BWV 972, 973, 976 & 978 durch anonyme Bearbeitungen weiterer Konzerte fuer 1-4 Violinen von Vivaldi (op. 4/6, op. 3/7, op. 4/1 & op. 3/5) ergaenzt. Das sehr eindringlich klingende Instrument spannt eine Kathedrale aus Obertoenen ueber den ganzen Raum auf.
Amonasro (10.01.2023, 22:11):
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Anja Harteros, Elīna Garanča, Jonas Kaufmann, René Pape Orchestra e coro del Teatro alla Scala, Daniel Barenboim
Früher Bruckner am Morgen, vertreibt zwar nicht den Regen und Sorgen, aber beruhigt einfach. Heute mal ein Tag ohne Stress und Hektik.
Maurice inaktiv (11.01.2023, 13:02):
Ildebrando Pizzetti : Sinfonie in A (1940) & Harfenkonzert in Es-Dur (1958,1960)
Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai , Damian Iorio
Absolutes Neuland für mich. Schauen wir mal, wohin die Reise gehen wird.
Pizzetti (1880-1968) wurde in Parma geboren und erhielt zunächst von seinem Vater Klavierunterricht. Von 1895-1991 erhielt er Kompositionsunterricht bei Giovanni Tebaldini. 1908 wurde er Kompositionslehrer am Konservatorium in Florenz, welches er ab 1917 auch leitete (bis 1924). Ab 1924 wurde er Leiter des Konservatoriums von Mailand. Ab 1936 unterrichtete er Komposition an der Accademia Nazionale di Santi Cecilia in Rom.
Pizzetti galt mit Alfredo Casella und Gian Francesco Malipiero als er der Begründer der modernen, italienischen Musik. Leider war er aber auch ein aktiver Unterstützer des Faschismus in seinem Heimatland.
Er schrieb 11 Opern, eine Sinfonie, ein Klavier, Harfen und Cello-Konzert und zwei Violinkonzerte. Dazu Schauspielmusiken, Kammermusik, ein Requiem, Chorwerke, Lieder, u.a.
Joe Dvorak (12.01.2023, 01:14):
Frank Martin - Concerto pour sept instruments à vent / Polyptyque* / Etudes pour orchestre à cordes Marieke Blankenstijn (Violine*), COE, Thierry Fischer
Ein ganz hervorragend gemachter, anlaesslich des sich naehernden 50. Todesjahres des Komponisten erstellter Werkfuehrer findet sich hier. Das laedt zu einer -laengst ueberfaelligen- systematischen Beschaeftigung ein.
Joe Dvorak (12.01.2023, 02:32):
Joseph Haydn - Pariser Sinfonien Nr. 82-87 Orchestre de chambre de Paris, Douglas Boyd
Giacomo Puccini sen.: Fulget sol aurata como Antonio Puccini: Spartaco (Ouvertüre) Antonio Puccini: Regina Coeli Domenico Puccini: Salve Regina Michele Puccini: Dulce Lignum Michele Puccini: Kyrie Giacomo Puccini: Cessato il suon dell'armi Lamberto Landi: Poema Sinfonico per la glorificazione di Giacomo Puccini
Maria Luigia Borsi (Sopran), Caterina Maria di Tindari (Sopran), Dano Raffanti (Tenor), Maurizio Scarfeo (Bariton) Cappella "S. Cecilia" della Cattedrale di Lucca, Coro del Duomo di Castelnuovo Orchestra "Città Lirica", Gianfranco Cosmi
Unbekannte Stücke aus fünf Generationen.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (13.01.2023, 02:23):
Joseph Gabriel Rheinberger - Orgelkonzert Nr. 1 F-Dur, op. 137 & Nr. 2 g-Moll, op. 187 Stefan Johannes Bleicher (Grosse Orgel der Stadtkirche Winterthur, Walcker 1887/88), Musikkollegium Winterthur, Douglas Boyd
Orgelkonzerte (mit Orchester) der Romantik sind rar gesaet: Guilmant und Saint-Saens fallen mir ein, aber das sind Sinfonien mit Orgel. Waschechte Konzerte gibt es hier von Rheinberger zu hoeren. Das ist fuer Freunde des Instruments, der Konzertform und der Epoche schon allein wegen des Mangels an Alternativen zu empfehlen.
Maurice inaktiv (13.01.2023, 10:36):
August Klughardt : Sinfonie Nr.2 , D-Moll, o. 27 (auch als "Leonore", Symphonische Dichtung bezeichnet. So hatte sie Klughardt selbst benannt, weil sein Freund und Mentor Raff ebenfalls zur gleichen Zeit eine Sinfonie gleichen Namens herausgebracht hatte)
Anhaltische Philharmonie Dessau, Manfred Mayrhofer AD: 14.10.2002 Live
Friedrich Gernsheim : Zu einem Drama - Tondichtung für großes Orchester, op. 82
SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern, Klaus Arp AD: 06.06.1995
Bei mir heute auch selten gespieltes und eingespieltes Repertoire, was sich mMn nach sehr gut anhören lässt. Die Sinfonie wurde 1871 geschrieben, Gernsheims Werk 1902, und es dürfte Gernsheims letztes Werk für Orchester überhaupt gewesen sein.
Maurice inaktiv (13.01.2023, 14:25):
Franz Berwald : Sinfonien Nr.3 & 4 AD: 1994 in London
Royal Philharmonic Orchestra , Ivor Bolton
Die Serie, die das RPO aus London mal aufgenommen hat, finde ich absolut brauchbar. Darunter auch die beiden letzten Sinfonien von Franz Berwald, was ich ziemlich erstaunlich finde. Der Dirigent Ivor Bolton, ein Brite, der von 2004 bis 2016 das Mozarteum-Orchester in Salzburg geleitet hat (und dort einen Bruckner-Zyklus auf CD eingespielt hat, der bei Oehms veröffentlicht wurde), dirigierte hier durchaus wenig gespieltes Repertoire ein.
Bolton hält zur Zeit drei Chefdirigenten-Positionen ein: Er ist Chef das Basler SO, des Teatro Real in Madrid und des Dresdner Festspielorchesters.
Sfantu (14.01.2023, 02:44): August Klughardt : Sinfonie Nr.2 , D-Moll, o. 27 (auch als "Leonore", Symphonische Dichtung bezeichnet. So hatte sie Klughardt selbst benannt, weil sein Freund und Mentor Raff ebenfalls zur gleichen Zeit eine Sinfonie gleichen Namens herausgebracht hatte) Weder Klughardts noch Raffs Sinfonie trägt den Beinamen "Leonore" - das Thema hatten wir schonmal.
Joseph Joachim Raff
Klaviertrio Nr. 2 G-dur op. 112
Trio Opus 8: Eckhard Fischer, Violine Mario de Secondi, Violoncello Michael Hauber, Klavier (CD, cpo, AD 1999, ℗ 2001)
Was das Hören der Raff-Sinfonien zur Herausforderung machen kann, sind die schieren Ausmaße, die epische (Über-) Breite. Oftmals ist seine Kammermusik ebenfalls nicht ganz frei davon. Der schlankere Klang kann dagegen wohltuend wirken - trotz manchmal ähnlich breiter Anlage. Das G-dur-Trio ist ein fast archetypischer Raff: schöne, wohlklingende Hochromantik ohne klar ausgeprägten Personalstil. Besonders reizvoll der langsame dritte Satz - eine schlichte Romanze mit dramatisch aufgewühltem Mittelteil. Das wuselige, hier stürmisch bewegte, da sangliche, dort skurril-kapriziöse Finale nimmt nicht weniger gefangen.
Maurice inaktiv (14.01.2023, 10:55): Weder Klughardts noch Raffs Sinfonie trägt den Beinamen "Leonore" - das Thema hatten wir schonmal. Ich lese da komischerweise immer ein "o" mit rein. "LENORE" ist natürlich richtig.
Andréjo (14.01.2023, 11:34): Weder Klughardts noch Raffs Sinfonie trägt den Beinamen "Leonore" - das Thema hatten wir schonmal. Ich lese da komischerweise immer ein "o" mit rein. "LENORE" ist natürlich richtig. Naja - warum das so ist, liegt auf der Hand. Unser Freund, der Napoleon-Fan und Napoleon-Hater ... :D
Allerdings kenne ich beide Sinfonien nicht. Das müsste man dann auch schon wieder ändern ... :whistling:
Sfantu (14.01.2023, 16:43): Naja - warum das so ist, liegt auf der Hand. Unser Freund, der Napoleon-Fan und Napoleon-Hater ... Das vermute ich ebenfalls. Das wohl berühmteste radiergummigenerierte Wut-Loch in einem Bogen Papier.
Amonasro (14.01.2023, 23:00):
Giacomo Meyerbeer/Eugène Scribe/Émile Deschamps: Les Huguenots
Margherite de Valois - Ghylaine Raphanel Valentine - Françoise Pollet Urbain - Danielle Borst Le Comte de Saint-Bris - Boris Martinovich Raoul de Nangis - Richard Leech Marcel - Nicola Ghiuselev Le Comte de Nevers - Gilles Cachemaille Tavannes - Jean-Luc Maurette Cossé - Christian Jean Thoré - Marc Barrard De Retz - Antoine Garcin Méru - Hervé Martin Maurevert - Christian Boulay Bois-Rosé - Chritian Jean
Chœurs de l'Opéra de Montpellier Orchestre philharmonique de Montpellier, Cyril Diederich
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (15.01.2023, 00:29):
Carl Nielsen - Violinkonzert op. 33 Nikolaj Znaider, LPO, Lawrence Foster
Ich brauche immer wieder meine Pausen, weil ich dieses Konzert bisweilen recht exzessiv -in 30 verschiedenen Interpretationen- gehoert habe. Durch die Diskussion ueber den Sinfoniker Nielsen angeregt, habe ich mal wieder diese Aufnahme herausgezogen, die in die vordersten Raenge gehoert. Ich sehe gerade, dass es eine relativ neue Einspielung gibt. Die wird sogleich gehoert:
Carl Nielsen - Violinkonzert op. 33 Johan Dalene, Royal Stockholm PO, John Storgårds
Und dann steht diese hochinteressante Sache an. Mahler sur instruments de l'époque:
Gustav Mahler - Sinfonie Nr. 4 G-Dur Sabine Devieihle, Les Siècles, François-Xavier Roth
Joe Dvorak (15.01.2023, 04:18):
Charles Ives - Sinfonie Nr. 4 Ensemble Modern Orchestra, John Adams
John Adams - My Father Knew Charles Ives Nashville Symphony, Giancarlo Guerrero
Maurice inaktiv (15.01.2023, 11:05):
Jean Sibelius : Sinfonien Nr. 2 AD: März 1960
Philharmonia Orchestra , Herbert von Karajan
Heute mal wieder Sibelius. Passt irgendwie zum Wetter und meiner Stimmung.
Andréjo (15.01.2023, 11:51):
Diese quasi eiskalt sezierende Einspielung der Vierten von Ives schätze ich sehr. Erfreulicherweise macht sie dennoch Tilson Thomas und andere, die ich kenne, nicht überflüssig.
In einen solchen Geniestreich kann man sich allenthalben hineinknien und je nach Laune die verrückten Marsch-Zusammenkünfte, die verhauchenden Reiz-Dissonanzen oder den gesungenen Choral genießen. Letzterer wirkt natürlich durch Kontext und Hintergrundsteppich noch einmal einzigartig neu. Denn die Melodie des Schutzmanns ist ja nichts besonders Raffiniertes - verglichen mit - was weiß ich - Laras Thema vom Meister Jarre.
Sfantu (15.01.2023, 12:38): Heute folge ich erstmals der Empfehlung des Krächz-Orakels aus Neuengland für ein "Fabulous concert program", nämlich der Nr. 56 (gestern erschienen)
1.)
Jean Sibelius
Sinfonie Nr. 4 a-moll op. 63
L`Orchestre de la Suisse Romande - Ernest Ansermet (LP, Decca, 1964)
Tempo molto moderato 9`43 Allegro molto vivace 4`30 Il tempo largo 9`46 Allegro 11`32
Meistens bedeutet Sibelius Vier für das Gewohnheitstier in mir: Berliner / Karajan / DG. Dem wollte ich bewußt ein Schnippchen schlagen und andere Interpreten zu Ehren kommen lassen - wozu stehen sie sonst im Regal? Mit den Romandes fiel meine Wahl auf eine exzellente Alternative. Der von Hörwitz eingeforderte unsentimental-trockene Abschluß der letzten Takte des Finales ohne Ritardando wird nicht eingelöst (womit ich leben kann). Die Pauke könnte es bizzeli plastischer, prominenter daher kommen. Aber sonst - was für eine herrlich klare, stoisch-grimmige Grundstimmung hier in idealer Weise transportiert wird! Famose Klangpracht, Exemplar in VG+ und in bester Laufruhe.
Sfantu (15.01.2023, 13:01): Zweitens:
Camille Saint-Saëns
Phaéton - poème symphonique C-dur op. 39
Philharmonia Orchestra London - Charles Dutoit (LP, Decca, 1980)
Das nicht so furchtbar oft eingespielte Werk bewirkt in Dutoits Version immer wieder Gänsehaut. Daß der infernale Absturz des Himmelstürmers für Hörwitz in, wie er beklagt, jeder Aufnahme mit zu wenig Wumms im Schlagwerk daherkommt, wirft für mich die Frage auf: Ja, wie viel heftiger denn noch?! Ein Mehr an jener Stelle wäre mir ein Zuviel. Hier stimmt alles.
a-way (15.01.2023, 13:05):
Richard Wagner - Der fliegende Holländer
Der Holländer - Alfred Muff Senta, Dalands Tochter - Ingrid Haubold Daland, ein norwegischer Seefahrer - Erich Knodt Erik, ein Jäger - Peter Seiffert Der Steuermann Dalands - Jörg Hering Mary, Sentas Amme - Marga Schiml Matrosen des Norwegers • Die Mannschaft des fliegenden Holländers • Mädchen
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 C-dur op. 26
Lang Lang, Berliner Philharmonisches Orchester - Simon Rattle (LP, Sony, 2013)
Andante - Allegro 9`46 Tema. Andantino - Variazioni I-V - Tema 10`13 Allegro ma non troppo 10`21
Wie kommt er zu dieser Programmgestaltung? Sibelius und Saint Saëns liefern Erzählungen von Desillusionierung und Scheitern während Prokofiew uns mit Energie zu neuen Ufern führt. Ich fand die Konzeption schlüssig und habe das mit Gewinn nacherleben können.
Lang Lang und Simon Rattle stehen bei mir nicht gerade in der ersten Reihe bevorzugter Interpreten. Die vorliegende Einspielung widerlegt allerdings meine Vorbehalte. Ich benötigte weder im Falle Prokofiews noch im Falle Bartóks weitere Versionen. Hieran konnte ich dann aber partout nicht vorbeigehen: im Brocki gefunden und dennoch im Neuzustand, 180g-Vinyl für unter 10 CHF. Eine runde Sache, beherzt, lustvoll und wiederholt auch mitreißend musiziert, dabei klanglich formidabel. Exemplare (Doppel-LP) in VG+ bis NM und doch wird angesichts nicht perfekt ruhiger Oberfläche klar: das sind nicht mehr (oder noch nicht wieder) die guten alten Zeiten der Vinyl-Preßkunst.
Sfantu (15.01.2023, 13:27): edit / mit Sfantus Beitrag überschnitten Macht doch nix.
Sfantu (15.01.2023, 15:43): Da es jetzt die Sonne zum ersten Mal schafft, durchzukommen und nach den philharmonischen Klangballungen von vorhin und ein paar akustischen Nettig-und Nichtigkeiten gönnte ich mir gerade
10`00 (annähernde) Stille:
Bei offenem Fenster und einer Tasse Tee nichts als Bachplätschern und Kuhglocken. Elvis, der Hahn beim Nachbarhaus, 50m bergauf, pausiert heute gnädigerweise weitgehend. Aus solchen Ruhepausen ziehe ich manchmal mehr Energie als aus irgendwas (inklusive Musik).
Toni Bernet (15.01.2023, 16:07): Anfangs Jahr habe ich mich mit einem wenig bekannten modernen Violinkonzert auseinandergesetzt. Es handelt sich um Thierry Escaich: Concerto pour violon et orchestre, 2009 uraufgeführt. Wer sich für weitere Hinweise und einen Hörbegleiter interessiert, findet diese auf meine Webseite unter https://unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com/21-jahrhundert/escaich-neu-hinzugef%C3%BCgt/
Allen noch gute Wünsche für das begonnene Jahr
Toni
Sfantu (15.01.2023, 16:33):
Benjamin Britten
Suiten für Violoncello solo Nr. 1 und 2
Torleif Thedéen (CD, BIS, 1989)
Nr. 1 op. 72 (1964)
Canto primo 2´40 Fuga 4´06 Lamento 3´14 Canto secondo 1´25 Serenata 2´50 Marcia 4´09 Canto terzo 2´56 Bordone 3´42 Moto perpetuo e canto terzo 3´33
Mit Brittens Cello-Suiten ging es nun in karge Klangwelten. Von meditativer Versenkung zu hochexpressiv-wilder Geste reicht das Ausdrucksspektrum. Torleif Thedéen lotet diese Extreme voll aus. Der leichte Hall in der Stocksunder Petri Kyrka paßt nach etwas Einhören schließlich perfekt zu dieser Musik. Doch auch hier muß ich nach der zweiten Suite abbrechen und mir die Dritte später anhören. Wenn es auch nur ein Instrument ist - die Intensität verlangt nach einer Pause.
Amonasro (15.01.2023, 20:40): Camille Saint-Saëns
Phaéton - poème symphonique C-dur op. 39
Philharmonia Orchestra London - Charles Dutoit (LP, Decca, 1980)
Das nicht so furchtbar oft eingespielte Werk bewirkt in Dutoits Version immer wieder Gänsehaut. Daß der infernale Absturz des Himmelstürmers für Hörwitz in, wie er beklagt, jeder Aufnahme mit zu wenig Wumms im Schlagwerk daherkommt, wirft für mich die Frage auf: Ja, wie viel heftiger denn noch?! Ein Mehr an jener Stelle wäre mir ein Zuviel. Hier stimmt alles. Das sehe ich auch so, diese Aufnahme höre immer wieder gerne.
Fleana - Krassimira Stoyanova Radu - Arsen Soghomonyan Tamar - Stephen Gaertner Il Vecchio - Lukasz Golinski
Opera Rara Chorus Royal Philharmonic Orchestra, Carlo Rizzi
Leidenschaftlicher Verismo-Einakter mit orientalisierenden Melodien, kurz und knackig.
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (15.01.2023, 23:41):
Jean Sibelius : Sinfonie Nr.5 AD: 1960
Philharmonia Orchestra , Herbert von Karajan
Jetzt komme ich doch noch dazu die Fünfte zu hören.
Maurice inaktiv (16.01.2023, 00:25):
Jean Sibelius : Finlandia, "Der Schwan von Tuonela", Valse triste, Tapiola AD: 1984
Berliner Philharmoniker , Herbert von Karajan
Ich bevorzuge eigentlich bei Karajan seine früheren Einspielungen bei EMI , aber diese CD ist wirklich hervorragend gelungen. Nicht mehr ganz so schroff wie früher, aber dafür mit einer hervorragenden Aufnahmetechnik exzellent eingefangen. Zu dieser Stunde gefällt mir der Ansatz aber sehr gut.
Joe Dvorak (16.01.2023, 03:30): John Adams Diese quasi eiskalt sezierende Einspielung der Vierten von Ives schätze ich sehr. Erfreulicherweise macht sie dennoch Tilson Thomas und andere, die ich kenne, nicht überflüssig. Ich habe schon einige durch, wobei mir nie der Sinn nach Vergleichshoeren stand, sondern ich immer dann, wenn ich - was haeufig vorkommt- die Vierte hoeren wollte, eine andere gestroemt habe. Mal sehen: Neben Adams noch Stokowski, Serebrier, Tilson Thomas, Ozawa, Dohnányi, Litton, A. Davis, Morlot, Dudamel und nochmal Tilson Thomas. Es gibt in der Diskographie weitere Alben (Karabtchevsky, Schuller, Farberman), die bei meinem Stroemer nicht verfuegbar sind, aber da man die vorhandenen alle -ausser Morlot- gut hoeren kann, ist das kein Mangel.
Andréjo (16.01.2023, 12:25): John Adams Diese quasi eiskalt sezierende Einspielung der Vierten von Ives schätze ich sehr. Erfreulicherweise macht sie dennoch Tilson Thomas und andere, die ich kenne, nicht überflüssig. Ich habe schon einige durch, wobei mir nie der Sinn nach Vergleichshoeren stand, sondern ich immer dann, wenn ich - was haeufig vorkommt- die Vierte hoeren wollte, eine andere gestroemt habe. Mal sehen: Neben Adams noch Stokowski, Serebrier, Tilson Thomas, Ozawa, Dohnányi, Litton, A. Davis, Morlot, Dudamel und nochmal Tilson Thomas. Es gibt in der Diskographie weitere Alben (Karabtchevsky, Schuller, Farberman), die bei meinem Stroemer nicht verfuegbar sind, aber da man die vorhandenen alle -ausser Morlot- gut hoeren kann, ist das kein Mangel.
Danke für den Link zur Diskographie - nicht nur wegen Ives 4.
Ives 4 gibt's ja häufiger zu erwerben, als ich gedacht hätte. Gekauft wird aber nichts mehr. Mal schauen, wo ich im Internet so hineinhören kann.
Gerade bei einem Werk wie der vierten Sinfonie von Charles Ives haben Videos ihren Reiz. Und eine Konzerterfahrung würde ich auch gerne mal machen. Bei einem völlig anderen Schinken, nämlich der Turangalila, habe ich vor Jahren die Möglichkeit zum Live-Hören wahrgenommen. Da waren auch nur 50 Kilometer zu fahren.
Was ich noch konservenmäßig besitze außer Tilson Thomas - wenn es mehrere gibt, weiß ich nicht genau, welche, vermutlich die üblichere :P -: Farberman, Litton, Eleazar de Carvalho (vom Rundfunk im Rahmen eines übertragenen Konzerts vom BR aus München mitgeschnitten - die mäßige Qualität meiner Aufnahme oder tatsächlich auch die Interpretation (??) lassen leider einen rechten Matsch herauskommen).
Gunther Schuller würde mich vor allem noch interessieren. Den Klassiker Stokowski kenne ich von yt.
Der finnische Komponist Leevi Madetoja (1887-1947) läuft auch immer noch unter dem Radar hindurch, was die nordischen Komponisten angeht. Er studierte u.a. ab 1906 in Helsinki bei Armas Järnefelt , 1910-1912 in Paris und dann in Wien bei Robert Fuchs. Anschließend kehrte er nach Helsinki zurück und wurde Dozent an der Sibelius-Akademie.
Stilistisch zunächst sehr von Richard Strauss beeinflusst, konnte er dann einen eigenen Stil entwickeln. Später wurde er noch von der französischen Schule inspiriert. Vor allem durch seine Nationaloper "Die Ostbottnier" wurde er in Finnland bekannt.
Seine beiden ersten Sinfonien schrieb er während des 1.Weltkriegs 1914-1918, seine Dritte dann 1925-1926. Ab 1938 zog er sich wegen Geldnöten und immer schlechter werdende Gesundheit weitgehend zurück.
Sfantu (16.01.2023, 20:20): Oh ja - auf Madetoja hatte ich jetzt auch mal wieder Lust.
Leevi Madetoja
Sinfonie Nr. 1 F-dur op. 29
Sinfóníuhljómsveit Íslands, Reykjavik – Petri Sakari (CD, Chandos, 1992)
Stilistisch zunächst sehr von Richard Strauss beeinflusst, konnte er dann einen eigenen Stil entwickeln. Später wurde er noch von der französischen Schule inspiriert. Strausssche Einflüsse werden vor allem im Kopfsatz hörbar, wie ich meine. Allerdings stand Madetoja Strauss alles Andere als unkritisch gegenüber. Der langsame Mittelsatz beeindruckt mich immer wieder mit seiner schwer zu fassenden traumähnlichen Stimmung - wie ein Gang auf Wolken durch unwirkliche Zwischenwelten, mal in einen seligen, mal in einen beängstigenden Sog hineinziehend (diese Worte sind nur vage Hilfsausdrücke). Das zunächst etwas unentschlossen wirkende Finale wächst sich bald zu interessanter harmonischer Abmischung und rhythmischer Prägnanz aus. Die Reminiszenzen an Themen aus dem ersten Satz tragen zu geschlossener Abrundung bei. Der Schlußabschnitt schwingt sich zu imposanter, selbstbewußter Geste auf. Bei wem findet man auf Anhieb einen ähnlich reifen, fertigen Sinfonien-Erstling?! Übrigens finde ich, hört man Madetojas Lehrer Sibelius ohne Weiteres ebenfalls als Inspiration durch - Sibelius, der sonst gemeinhin als Meister ohne Schule gilt.
Von Herzblut erfüllte und überzeugende Einspielung durch das Reykjaviker Orchester.
Sfantu (16.01.2023, 21:21): Und recht gut dazu passend, wenn auch mehr als 30 Jahre älter:
Robert Kajanus
Kullervos Trauermarsch op. 3
Sinfonia Lahti - Osmo Vänskä (CD, BIS, 2004)
14`43
Kajanus, ein Pionier des finnischen Musiklebens, war 1882 Gründer des ersten Sinfonieorchesters des Landes, das 1914 im Helsingin kaupunginorkesteri, dem Philharmonischen Orchester Helsinki, aufging. Er leitete es bis zu seinem Tode im Jahre 1933, stand ihm also gut 50 Jahre vor. In dieser Funktion leistet er viel für die Etablierung der Werke Jean Sibelius` - im In-wie im Ausland. Kajanus ist Widmungsträger der ersten Madetoja-Sinfonie. Als Komponist ist er für weite Kreise erst noch zu entdecken. Und es gibt herzlich wenig von ihm auf Konserve. Umso erfreulicher Vänskäs Engagement in Sachen Kajanus. Den Kullervo-Trauermarsch brachte der Komponist selbst 1880 im Gewandhaus zur Uraufführung - er hielt sich zu jener Zeit zum Studium bei Richter, Jadassohn und Reinecke in Leipzig auf. Dort hörte er mehrfach Wagner. Sein Kullervo-Trauermarsch ist also nicht von ungefähr durch die Götterdämmerung beseelt. Doch widmet er Kullervo eine Grablegung, die um keinen Deut weniger imposant und erschütternd wirkt als jene Siegfrieds - ein dunkles Roß für Wagnerianer!
Ein Eindruck machendes Plädoyer für Kajanus.
Philidor (17.01.2023, 07:45): Sibelius, der sonst gemeinhin als Meister ohne Schule gilt. Na, dafür berufen sich aber einige Komponisten auf ihn, bis hin zu größten Namen ... Holmboe, Norgard, ... :)
Maurice inaktiv (17.01.2023, 09:58):
Toivo Kuula : Orchesterwerke AD: 2015, Turku
Turku PO , Leif Segerstam
Heute geht es mal nach Finnland, aber in die weniger bekannten Regionen. Die Musik ist absolut tonal gehalten. Angenehm zu hören.
Toivo Kuula (1883-1918) kennt vermutlich hier auch so gut wie niemand. Er studierte in Bologna, Paris, Leipzig und in Helsinki bei Sibelius selbst. Leider wurde er 1918 von einem Offizier tödlich verwundet und erlag 18 Tage später seinen Verletzungen. Leif Segerstam hat seine Orchesterwerke mit seinem Orchester aus Turku auf Ondine eingespielt. Wer also eine Mischung aus Sibelius und Fauré mal hören möchte, sollte sich hier mal umhören.
Maurice inaktiv (17.01.2023, 10:00): Von Herzblut erfüllte und überzeugende Einspielung durch das Reykjaviker Orchester. Ja, die Doppel-CD ist wirklich sehr sehr hörenswert. Damals noch zwei Einzel-CDs, als ich sie erworben hatte. Irgendwann sind sie leider bei mir verschwunden. Inzwischen habe ich auch die Doppel-CD gekauft. Vermutlich sind die Einzel-CDs doch mal verkauft worden wieder von mir vor Jahren.
Maurice inaktiv (17.01.2023, 10:44):
Eyvind Alnaes : Sinfonien Nr.1 & 2
Lettisches NSO, Terje Mikkelsen
Eyvind Alnaes (1872-1932) wurde in Frederikstad in Norwegen geboren und verstarb Heilig Abend in Oslo. Er studierte Klavier, Orgel, Kontrapunkt, Komposition und Hamonik, bekam ein Stipendium durch Edvard Griegs Empfehlung und studierte in Leipzig bei Carl Reinecke.
Er schrieb zwei Sinfonien, wobei er die Erste 1897 in Berlin vollendete.Er schrieb ein Klavierkonzert, diverse Werke für Orgel, Klavier und Chor, alles in einem spätromantischen Stil. Er war Mitbegründer des norwegischen Komponistenverbandes.
Trotz eines angenehmen Stils, der allerdings keinerlei Hinwendung zur Moderne zeigte, blieb er erstaunlich wenig bekannt in unseren Regionen. Allerdings blieben bei mir auch keine Melodien "hängen", was bei Grieg oder auch Sibelius anders ist (zumindest bei mir). Seine Musik klingt warm, anheimelnd, überhaupt nicht abweisend oder schroff. Es ist ein völlig anderer Stil als man es von Sibelius und den Finnen gewohnt ist. Es ist klingt fast schon "paradiesisch" in meinen Ohren.
Die Einspielungen hier gefallen mir gut, es liegt bestimmt nicht am Orchester und dem Dirigenten, dass man nach wie vor wenig von Alnaes hier zu hören bekommt. Ob das in Norwegen anders ist, weiß ich nicht.
Maurice inaktiv (17.01.2023, 13:22):
Peder Gram : Orchestral Works, Vol.1 (u.a. mit der 1.Sinfonie,op. 12 von 1913)
South Jutland SO, Matthias Aeschbacher
Peder Gram (1881-1956) war ein dänisches Komponist und Dirigent, der u.a. in Leipzig bei Arthur Nikisch studierte. A 1908 war er als Dirigent tätig. Er war in Kopenhagen als Kompositions-und Theorie-Lehrer tätig, dirigierte regelmäßig als Kapellmeister beim Dänischen Konzertverein. 1931-1937 war er Vorsitzender des Dänischen Komponistenverbandes. 1937 wurde er Leiter der Musikabteilung des Dänischen Rundfunks.1951 ging er in den Ruhestand.
Er schrieb 3 Sinfonien, die viele Jahre überhaupt nicht mehr gespielt wurden.
Stilistisch ist das Spätromantik, die etwas kühl daher kommt. Große Reibungen oder gar den Blick in die Moderne kann ich da noch nicht erkennen. Den zweiten Teil der kleinen Serie kenne ich allerdings nicht.
Der zweite Teil von DaCapo bringt dann die beiden anderen Sinfonien mit dem gleichen Dirigenten, aber der Dänischen Philharmonie als Orchester.
Sfantu (17.01.2023, 13:43): Das sehe ich auch so, diese Aufnahme höre immer wieder gerne. Nicht wahr?! Auch der Rest des Albums ist für mich mustergültig. Die Orgelsinfonie ist ebenfalls grandios. In Sachen Honegger und Roussel hat er Großes vollbracht. Seltsam profilschwach bei ihm finde ich dagegen Holsts Planets. Schade, daß seine Karriere so unschön endete (wenn auch vollauf zurecht). Aber ja - tempi passati.
Andréjo (17.01.2023, 17:25): Ihr meint Charles Dutoit? Ist er verbindlich abgedankt worden? Nun, dann ist es seine eigene Schuld und überdies ist er auch nicht mehr jung.
Gut, Blomstedt ist älter. Schade - es gab eine Zeit, da war mir Dutoit aus verschiedenen Gründen nicht weniger sympathisch als Blomstedt. Und diverse seiner Einspielungen sind schlicht gut, so dass ich mir erlaube, sie weiterhin zu hören. Vor allem - richtig - Honegger. Angeschafft waren sie deutlich vor seinem Karriere-Ende. Und ich meine nicht, auf diesem Gebiet die Welt retten zu müssen. Auf anderen, viel viel wichtigeren (1) vermag ich das leider ebenso wenig.
:) Wolfgang
NB (1) :) Man wird mich nicht falsch verstehen wollen. Was hinter den Geschehnissen um Dutoit steckt, ist nicht unwichtig und für Einzelne auch sehr wichtig. Das ändert leider nichts daran, dass es grauenhaft Schlimmeres von letztlich auch sehr einzelnen Menschen zu Verantwortendes gibt. Und diese Einzelnen bleiben praktisch unbehelligt ... einfach nur zum Verzweifeln, letztlich an Tausenden von Jahren Menschheitsgeschichte ...
Joe Dvorak (18.01.2023, 03:00):
William Schuman - New England Triptych / Charles Tomlinson Griffes - Roman Sketches, Op.7/1: The White Peacock / Charles Ives - Orchestral Set. Nr. 1: Three Places in New England / Alan Hovhaness - Sinfonie Nr. 2, op. 132 "Mysterious Mountain" / Walter Piston - The Incredible Flutist: Suite from the Ballet Dallas Symphony Orchestra, Andrew Litton
Maurice inaktiv (18.01.2023, 14:08):
Joonas Kokkonen : Sinfonien Nr.1 & 2
Finnisches RSO, Sakari Oramo
Mal schauen, ob ich das wirklich durchhalte. Es ist ein erneuter Versuch, mich ein wenig an die Musik von Kokkonen zu gewöhnen.
Andréjo (18.01.2023, 18:16):
Joonas Kokkonen : Sinfonien Nr.1 & 2
Finnisches RSO, Sakari Oramo
Mal schauen, ob ich das wirklich durchhalte. Es ist ein erneuter Versuch, mich ein wenig an die Musik von Kokkonen zu gewöhnen. Hallo, werter Kollege, hallo, wen's interessieren sollte,
wegen gewisser Reizharmonien habe ich keineswegs Probleme mit dieser Musik - Kokkonen -, sondern ich finde sie - eben - reizvoll. Das ist nicht von vorne bis hinten gleichermaßen spannend und Kokkonen spielt bei mir auch in keiner ersten Liga - so dass ich das dringende Bedürfnis verspüren würde, seine Musik Dir schmackhaft zu machen.
Bis auf die vier Sinfonien und ein Solokonzert - auf zwei CDs - kenne ich, glaube ich, nichts mehr von ihm.
Ich möchte einen anderen Namen nennen, im Sinne eines hinkenden Vergleichs: Humphrey Searle. Den finde ich noch einmal unzugänglicher, aber auch in seinem Fall muss ich mich nicht zwingen - oder nicht immer zwingen. :D Voraussetzung ist die richtige Stimmung und eine gewisse tagesbedingte Offenheit - sozusagen der Drang nicht weiterzubilden. Ist keiner dieser Faktoren gegeben - und besser wären alle beide -, dann nehme ich die Musik schlicht nicht wirklich wahr, selbst wenn ich keine andere Tätigkeit dabei verrichte. Dass sie mir spürbar auf die Nerven fällt, dazu braucht es mehr - Barockoper oder Avantgarde-Gesang sind da stärker gefährdet - was nicht heißen soll, dass ich aus Prinzip solches nicht ertrage. Sondern die Gefahr droht eben, wenn die richtige Stimmung oder die tagesbedingte Offenheit fehlen. Anders gesagt: Letzteres wird stets zweite Wahl sein, sollte ich nicht noch ein Erweckungserlebnis haben.
Bitte mit einem Körnchen Ironie lesen. Die verbleibende Wahrheit reicht noch immer aus. ;) :D :)
:hello Wolfgang
Sfantu (18.01.2023, 20:37): @Andréjo
ich bin dankbar für die Erinnerung an Searle! Höre diese Box, glaube ich, heute erst zum zweiten oder maximal dritten Mal überhaupt. Wenn ich meiner Erinnerung trauen kann, dann wurde das Am-Stück-Hören beizeiten überfordernd. Daher beschränkte ich mich heute Abend auf die erste Sinfonie. Und bin geradezu überwältigt. Die Musik ist so facettenreich, ständig neue Klangtüren öffnend, expressiv und im besten Sinne erzählend. Die evozierten Bilder passen zu avantgardistischen Filmen der Zwischenkriegszeit, etwa von Fritz Lang. Etwas platt formuliert: Wer die Molekular-Küche Weberns interessant findet und sich fragt "Gibt`s das auch in Portionen zum Sattwerden?", der sollte dieses Menu ordern. Faszinierend!
Humphrey Searle
Sinfonie Nr. 1 op. 33 (1953)
BBC Scottish Symphony Orchestra - Alun Francis (CD, cpo, 2005)
Lento - Allegro deciso 6`34 Adagio 6`50 Quasi lìstesso tempo 2`56 Allegro molto - Lento 6`27
Amonasro (18.01.2023, 22:04):
Claude Debussy/Maurice Maeterlinck: Pelléas et Mélisande
Pelléas – Richard Stilwell Mélisande – Frederica von Stade Golaud – José van Dam Arkel – Ruggero Raimondi Geneviève – Nadine Denize Yniold – Christine Barbaux Le berger/Le médécin – Pascal Thomas
Chor der Deutschen Oper Berlin Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Gruß Amonasro
Andréjo (18.01.2023, 22:33): @ Humphrey Searle - wobei es um den Komponisten ohnehin nicht geht ...
Ja, Meister Sfantu, genau diese Erfahrung - bezüglich anspruchsvoller Musik, die ich nur selten gehört habe - mache ich jetzt immer häufiger - dann nämlich, wenn man sich genaues Hören viel öfter leisten kann als früher. Dabei hatte ich als Lehrer ohnehin durchaus die Möglichkeit, wenig anfordernde Routine-Tätigkeiten am Nachmittag und abends mit Musik aufzuwerten. Trotzdem: Es ist nicht das Gleiche. Was soll aber jemand sagen, der eben nicht am eigenen Schreibtisch die Hälfte seiner Arbeit erledigen kann - und dabei ist halt noch einmal die Hälfte oder sogar mehr Routine ?
Gut, Deutsch-Aufsätze zu korrigieren hat bei mir mit Musik auch in der Unterstufe nicht funktioniert. Ich habe zwangsläufig gelernt, zügig zu arbeiten in diesem Bereich. Doch dann macht man zu viele Fehler selbst und übersieht die anderen ... oder man hört halt überhaupt nicht zu ... Manche Kollegen beiderlei Geschlechts sind da geschickter ...
Searle wird wieder vorgeknöpft. Da hast Du mir Laune gemacht. Deine Formulierung bezüglich Webern erscheint mir sehr pfiffig aus der Erinnerung.
:) Wolfgang
Joe Dvorak (19.01.2023, 03:22): Wenn man mich laesst und ich kann, dann arbeite ich bis zu meinem letzten Tag und irgendetwas bis zur Rente hinauszuschieben, habe ich bei anderen allzu oft als 'toedlich' erlebt. Daher leiste ich mir genaues Hoeren schon heute hauefig genug, so dass kein Gefuehl des Mangels aufkommt. Aber ich bin nicht mehr bereit, mir Musik zu erarbeiten. Das habe ich lange genug gemacht - irgendwann will das durch Erarbeiten Zusammengetragene auch mal ausgeschoepft werden. Von Kokkonen hatte ich mal eine CD aus der Meet the Composer Serie, mit der man sich in vorstreamischen Zeiten einen guten Ueberblick ueber finnische Komponisten verschaffen konnte. Und ich fand ihn total uninteressant. Aber das BIS-Label fand ihn immerhin interessant genug, um eine Gesamtausgabe herauszubringen (wann kommt bitte eine von Charles Ives und Frank Martin?), also habe ich mir die erste Sinfonie heute nochmal vorgenommen. Ich kann aber nicht viel dazu sagen, weil mir diese Musik genaues Hoeren nicht erlaubt, sondern die Gedanken immer wieder abschweifen, ich ueber irgendwas nachdenke und die Musik kaum noch wahrnehme. 'Gute' Musik zieht die Aufmerksamkeit so auf sich, dass das innere Plappermaul keine Chance hat, sie zu uebertoenen. Das ist zwar ein subjektiver, aber fuer mich als Subjekt sehr zuverlaessiger Gradmesser. Bei Kokkonen fand schliesslich der Griff zum Steuergeraet statt, um zu sehen, wo wir gerade sind. Es war bereits der 4. Satz -was, schon?- und ich habe mich gefragt, ob ich wissen will, wie es endet und die Antwort war nein und es wurde folgendes aufgelegt:
Viking Dahl - Maison de Fous Swedisch RSO, Ole Krisitian Ruud
Das ist richtig gut. Das Ballett aus dem Irrenhaus entstand in Paris und soll von Milhaud und Ravel beeinflusst sein, von letzterem fehlt aber fast aller Bombast, wie man ihn etwa im Daphne findet. Milhaud habe ich zu lange nicht mehr gehoert, aber der muss wohl mal wieder auf den Hoerzettel. Das andere Werk auf diesem Album wurde schnell abgebrochen - zuviel 'balletttypischer' Bombast.
Maurice inaktiv (19.01.2023, 09:26):
Franz Liszt : Symphonische Dichtungen (Nr.5,1 & 7) AD: 1994 , Lukas-Kirche Dresden Prometheus, Bergsymphonie, Fesktlänge
Dresdner Philharmonie , Michel Plasson
Ein eher ungewöhnliches Programm heute zum Start in den Tag. Die Einspielungen aus Dresden halte ich nach wie vor für sehr gelungen. Leider steht die Dresdner Philharmonie noch immer im Schatten der übermächtigen Staatskapelle.
Maurice inaktiv (19.01.2023, 09:38): wegen gewisser Reizharmonien habe ich keineswegs Probleme mit dieser Musik - Kokkonen -, sondern ich finde sie - eben - reizvoll. Das ist nicht von vorne bis hinten gleichermaßen spannend und Kokkonen spielt bei mir auch in keiner ersten Liga - so dass ich das dringende Bedürfnis verspüren würde, seine Musik Dir schmackhaft zu machen. Von Kokkonen hatte ich mal eine CD aus der Meet the Composer Serie, mit der man sich in vorstreamischen Zeiten einen guten Ueberblick ueber finnische Komponisten verschaffen konnte. Und ich fand ihn total uninteressant. Ich habe keine Probleme mit "Reizharmonien", aber insgesamt fehlt mir doch das gewisse Etwas, um eben NICHT abzuschweifen. Es ist auf Dauer einfach "boring" (langweilig). Für mich ist Kokkonen die Vor-Vorstufe zu dem höchst depressiven Allan Pettersson. Den konnte ich wegen dieser Dauer-Depression in seiner Musik auch nicht ertragen. Er passt nicht zu mir, ich kann mich in diese Stimmlage einfach nicht hineinversetzen. Dagegen versprüht das Spiel von Miles Davis Davis oder Chet Baker geradezu eine freudige Faschings-Stimmung.
Ich möchte einen anderen Namen nennen, im Sinne eines hinkenden Vergleichs: Humphrey Searle. Den finde ich noch einmal unzugänglicher, aber auch in seinem Fall muss ich mich nicht zwingen - oder nicht immer zwingen. ich bin dankbar für die Erinnerung an Searle! Höre diese Box, glaube ich, heute erst zum zweiten oder maximal dritten Mal überhaupt. Wenn ich meiner Erinnerung trauen kann, dann wurde das Am-Stück-Hören beizeiten überfordernd. Daher beschränkte ich mich heute Abend auf die erste Sinfonie. Und bin geradezu überwältigt. Die Musik ist so facettenreich, ständig neue Klangtüren öffnend, expressiv und im besten Sinne erzählend. Mir hat diese Musik "erzählt", dass sie nicht mit meiner Musikvorstellung kompartipel ist, daher habe ich die damals zwei CDs bereits lange aus meiner Sammlung wieder verkauft. Ich habe seine "Geschichte nicht verstanden, die er mir erzählen wollte. Sie lagen hier viele Jahre herum, immer mal wieder habe ich sie versucht zu hören, doch vergebens.
Andréjo (19.01.2023, 11:45): Das ist schon alles in Ordnung auch aus meiner Sicht, was Ihr schreibt, Joe und Maurice. Ich kann das Meiste absolut nachvollziehen. Bekehren wollte ich einst als Dreißigjähriger, das ist lange vorbei und hat nur Nerven gekostet. Zudem hat sich mein eigener Geschmack sehr deutlich erweitert, nicht einmal so sehr verändert.
Am wenigsten komme ich mit Maurice zusammen, was Pettersson anbelangt. Dabei bin ich genauso basisdepressiv veranlagt, ehrlich! Da unterscheiden wir uns halt - vielleicht könnte ein Psychologe Klarheit schaffen, vielleicht auch nicht. Ich hatte ein einziges Mal in meinem Leben quasi zwangsweise Kontakt mit einer solchen Dame, über ein Jahr hinweg. Sie war mir nicht unsympathisch, aber ich hatte den letztlich eigentlich verheerenden Eindruck, dass sie zu 90 Prozent mit ihren Ratschlägen darauf angewiesen war, was ich ihr wie erzähle und was nicht. Und auf die Ratschläge habe ich auch selbst kommen können. Aber ich will nicht bezweifeln, dass die Dinge bei einer suizidgefährdeten Person ganz anders liegen können, in einem viel positiveren Sinn.
Eine Gesamtausgabe Charles Ives wäre sehr wünschenswert. Vielleicht ist sie kaum zu leisten, weil man aus allen Ecken und Enden zusammensammeln und ergänzen müsste und weil der Werkbegriff und die Titelgebung sich bei ihm offensichtlich in vagen Grenzen bewegen, um es mal dezent und genauso vage auszudrücken.
Gestern habe ich übrigens die erste der beiden Searle-CDs gleich mal angehört und habe den Booklet-Text, der hervorragend ist, dazu gelesen. Doch, das kann ich schon hören. Nicht gehäuft, nicht immer.
Ein bemerkenswerter Orchesterleiter ist Alun Francis, was die Vielfalt an Repertoire aus der zweiten Reihe anbelangt. Da darf man ihm dankbar sein.
EDIT: Er ist jetzt um die 80. Da er vor allem bei cpo produziert hat, wird man leicht auf ihn aufmerksam.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (19.01.2023, 12:41):
Jean Sibelius : Sinfonie Nr.2 & Romance for Strings in C-Major, Valse triste, Finlandia AD: März 1992, Boston Symphony Hall
Boston SO, Vladimir Ashkenazy
Dass Vladimir Ashkenazy ein überragender Dirigent der Werke von Jean Sibelius ist, ist hinreichend bekannt. Sein Zyklus mit dem Philharmonia Orchestra, mit dem er auch einige Orchesterwerke eingespielt hat, kann man heute noch nur jedem Interessierten empfehlen.
1992 machte er mit dem Boston Symphony Orchestra weitere Einspielungen, allerdings scheint es da nur bei der einen CD geblieben zu sein. Passend zur Kälte mit bald einsetzendem Schnee nun diese CD.
Maurice inaktiv (19.01.2023, 12:51): Am wenigsten komme ich mit Maurice zusammen, was Pettersson anbelangt. Dabei bin ich genauso basisdepressiv veranlagt, ehrlich! Da unterscheiden wir uns halt - vielleicht könnte ein Psychologe Klarheit schaffen, vielleicht auch nicht. Ich bin zum Glück nicht depressiv veranlagt, auch wenn ich mal meinen "Moralischen" habe. Insgesamt liebe ich Moll-Tonarten und fühle mich in ihnen beim Spielen auch pudelwohl. Daher wäre hier selbst ein Pettersson nicht unbedingt mal das Problem. Doch gerade bei IHM werde ich fast schon aggressiv, so weit, wie er über dem Abgrund schreibt. Das ist mir einfach zu starker Tobak, und deshalb muss ich aus Eigenschutz schon die Finger davon lassen.
Ich habe schon genug CDs hier herumliegen, die viel zu wenig gehört wurden die letzten Jahre. Daher versuche ich weiterhin, hier lieber was abzugeben und mich auf andere Entdeckungen zu konzentrieren, bzw. einfach mal Bestände abzubauen, die zu stark besetzt waren, etwa Bruckner, Brahms oder auch solistische Sachen, die mir nicht wirklich wichtig erscheinen. Da soll gerne sich jemand Anderes daran erfreuen.
Andréjo (19.01.2023, 17:59): Schon alles klar. Das Depressionsproblem ist Erbanlage, stoffwechselbedingt und mit Tabletten zuverlässig zu behandeln. Es geht mir auch gut schon seit Längerem, gewisse Stimmungen bleiben, doch die sind nicht gravierend und sporadisch - vielleicht wie bei Dir.
Aber das war schon mal anders - dann allerdings habe ich so gut wie gar keine Musik gehört, nicht nur keinen Pettersson. Suizidgedanken hatte ich zum Glück nie, doch das tägliche Allerlei war mühsam und hinzu kamen körperlichn Schmerzen, die psychisch übersteuert waren.
Ich will mich und Euch mit Weiterem verschonen. Die paar Sätze sollten nur erklärend sein. Wenn Du mit obigen Erfahrungen Dir die Musik von Pettersson nicht antun willst, obwohl Du im Musikalischen sehr offen, neugierig und eben auch Ausführender bist, dann kann niemand außer Dir dies wirklich beurteilen - ich wage zu behaupten: auch kein Psychologe.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (19.01.2023, 23:25): Wenn Du mit obigen Erfahrungen Dir die Musik von Pettersson nicht antun willst, obwohl Du im Musikalischen sehr offen, neugierig und eben auch Ausführender bist, dann kann niemand außer Dir dies wirklich beurteilen - ich wage zu behaupten: auch kein Psychologe. So ist es. Ich war auch noch nie in Behandlung, wozu auch? Jeder hat mal seinen "Moralischen", bei Dir war es sicher eine andere Sache, das würde ich dann auch nicht so lapidar als "Kann ja mal passieren" abhandeln. Bei Pettersson waren es auch gesundheitliche Gründe gewesen, wenn ich das so verstehen kann.
Maurice inaktiv (19.01.2023, 23:26): Hier war es am Nachmittag sehr "nordisch" gewesen:
Jean Sibelius : Tapiola, En Saga, The Bard, The Oceanides, Pohjola's Daughter AD: 2000
Iceland SO, Petri Sakari
Eine wirklich sehr erfreuliche Einspielung. Generell kann man den Sibelius von Sakari absolut empfehlen. Er hatte dafür kein Weltklasse-Orchester zur Hand, aber dafür eines, was die Musik absolut verstand und auch umzusetzen wusste.
Wilhelm Stenhammar : Excelsior! & 1.Sinfonie AD: 1992 & 1993
Göteborgs Symfoniker , Neeve Järvi
Es gibt immer wieder Disukssionen, ob Järvis BIS-Einspielungen "besser" gewesen waren als später jene von der DGG. Das muss jeder für sich selbst entscheiden
Joe Dvorak (19.01.2023, 23:39): Das ist schon alles in Ordnung auch aus meiner Sicht, was Ihr schreibt, Joe und Maurice. Ich kann das Meiste absolut nachvollziehen. Dabei wollte ich eigentich vermitteln, warum meine 'negativen' Einschaetzungen nicht nachvollziehbar sein koennen und deshalb in der Regel unterbleiben. :P
Manche Scheiben muss ich einfach hoeren, weil ich dahinterkommen will, was man sich wohl dabei gedacht hat, bzw. welche bislang verborgenen Verbindungen hier aufgezeigt werden sollen. Wie selten ich Schumanns Erste gehoert habe, zeigt sich darin, dass mir heute zum ersten Mal aufgefallen ist, wie sehr sich Nielsen mit seiner ersten Sinfonie daran angelehnt hat, in den jeweiligen ersten Saetzen bisweilen an der Grenze zum Plagiat.
Robert Schumann - Sinfonie Nr. 1 B-Dur, op. 38 / Anton Webern - Fünf Sätze, op. 5 & Sinfonie, op. 21 / Arnold Schönberg - Begleitmusik zu einer Lichtspielszene, op. 34 RSO Frankfurt, Eliahu Inbal
Maurice inaktiv (19.01.2023, 23:40):
Victor Bendix : Sinfonien Nr.1 & 2
Omsk Philharmonic Orchestra , Jewgenij Schestakov
Heute Abend dann noch die leider nur einzige GA der Sinfonien von Victor Bendix. Hier würde ich mir mal ein besseres Orchester wünschen, etwa von Naxos jenes aus Malmö mit Petter Sundquist oder Bjarte Engeset. Dass selbst CPO auch noch nicht hier tätig wurde, etwa mit Terje Mikkelsen oder Ari Rasilainen, verwundert mich ebenso. Das wären zwei CDs, also keine jahrelange Angelegenheit.
Andréjo (20.01.2023, 00:19): Wie selten ich Schumanns Erste gehoert habe, zeigt sich darin, dass mir heute zum ersten Mal aufgefallen ist, wie sehr sich Nielsen mit seiner ersten Sinfonie daran angelehnt hat, in den jeweiligen ersten Saetzen bisweilen an der Grenze zum Plagiat. Das muss ich mal gezielt nachhören - aufgefallen ist es mir auch noch nicht. Doch ich kann es mir vorstellen.
Die Schumann-Erste habe ich schon oft gehört. Die Erste von Nielsen vergleichsweise selten. Aber vielleicht zehn Mal schon auch.
Joe Dvorak (20.01.2023, 01:04): Mannofrau. Inbal, Frankfurt & Denon waren eine Traumdiversschaft fuer einen Klangfetish Habende. Das goenne ich mir gleich nochmal in Ueberlebensgroesse.
Gustav Mahler - Sinfonie Nr. 3 d-Moll RSO Frankfurt, Eliahu Inbal
Maurice inaktiv (20.01.2023, 13:05):
Edvard Fliflet Brain : Complete Symphonies (3 Stück) AD: 2005 in Oslo
Norwegisches Radio-Orchester , Peter Szilvay
Ich habe mir diese CD irgendwann mal bei JPC gekauft und auch gehört. Damals wie heute gefällt mir dieser Komponist doch recht gut. Das klingt alles nachvollziehbar was er schreibt, ohne gleich nach Komponisten A oder B zu klingen, aber auch ohne zu viel Disharmonie dabei zu erzeugen.
Edvard Fliflet Brain (1924-1976) wurde in Kristiansand in Norwegen geboren. Bereits sein Vater war Komponist gewesen. Er studierte 1942-1945 in Oslo und debütierte als Dirigent 1947 in Bergen. 1950-1951 studierte er in Paris bei Jean Rivier.
Die drei Sinfonien entstanden 1950, 1954 und 1968. Die Werke sind relativ kurz: ca. 20, 25 und 18 Minuten. Seine bekanntesten Werke sind Ut mot havet und die Oper Anne Pedersdotter.
Warum ich so lange keine Sinfonien von Holmboe angehört habe, weiß ich nicht. Daher ist heute mal wieder Zeit dazu. Hier die zweite CD der GA der Sinfonien unter Orwain Arwel Hughes auf BIS.
Leider gibt es keine weiteren Einspielungen der Sinfonien, so weit ich es weiß. Sakari Oramo, Michael Schönwandt oder Thomas Dausgaard, vielleicht auch Pietari Inkinen und die noch jüngeren Dirigenten aus der Ecke könnten doch mal was tun. Es muss ja keine GA der Sinfonien werden.
Joe Dvorak (21.01.2023, 01:42):
Julius Röntgen - Sinfonie Nr. 9 "Die Bitonale" & Nr. 21 a-Moll / Serenade E-Dur Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, David Porcelijn
Diese GA sollte bald fertig werden, viele fehlen jedenfalls nicht mehr, nachdem vor einiger Zeit ein Doppelpack mit 7 Stueck rausgekommen ist. Brahms, Grieg und bisweilen Nielsen sind Referenzpunkte - freilich von Röntgen mit den Attributen frisch, farbenstark, texturreich und formal eigenwillig versehen. Das gefaellt mir ganz ausgezeichnet.
Maurice inaktiv (21.01.2023, 08:30):
Jean Sibelius : Pelleas et Melisande-Suite, op.46, Ausschnitte aus der Swanwhite Siute, op.54
Iceland SO, Petri Sakari
Rechts die Originalausgabe, links die Wiederveröffentlichung.
Sakari beweist sein feines Gespür für die Musik seines Landsmannes.
Maurice inaktiv (21.01.2023, 08:34):
Edvard Grieg : Sinfonie in C-Moll, EG119 & Alte Norwegische Romanze mit Variationen, op. 51 & Drei Orchesterstücke aus "Sigurd Jorsalfar", op. 56
Malmö SO, Bjarte Engeset
Naxos hatte für die Nordischen Komponisten immer ein gutes Händchen, sowohl mit den Dirigenten, als auch den Orchestern. So ist auch diese CD zu bewerten. Exzellent gespielt. Sehr empfehlenswert. Inzwischen auch als Box zu erwerben.
Maurice inaktiv (21.01.2023, 09:18):
Franz Berwald : Tondichtungen
Gävle SO, Petri Sakari
Wer außerhalb der Sinfonien nach Orchesterwerken von Franz Berwald suchen sollte, wird hier fündig. Sehr kundig werden hier selten gespielte und auch eingespielte Werke von ihm präsentiert. So wurden diese Einspielungen vom BBC-Music Magazine mit Interpretation/Klang "sehr gut" und von Klassik-heute.de mit "Künstlerische Qualität/Gesamteindruck mit 9 von 10 Punkten (21.09.2005) bewertet.
Vielleicht das ungewöhnlichste Stück ist das "Konzertstück für Fagott und Orchester" mit dem hervorragenden Patrik Hakansson am Fagott.
Philidor (21.01.2023, 10:05): Leider gibt es keine weiteren Einspielungen der Sinfonien, so weit ich es weiß. Von weiteren Gesamteinspielungen habe ich auch nicht gehört.
Meine Lieblingssinfonie von Holmboe, die Achte, "Sinfonia boreale", gibt es noch in einer Aufnahme mit Leon Botstein, die Zehnte mit Sixten Ehrling:
Und, ja, da gäbe es noch ein Feld zu beackern ... wie bei Tubin übrigens auch, meiner unmaßgeblichen Meinung nach ...
Philidor (21.01.2023, 10:06): Derweil lasse ich mich vom frühen Beethoven verzaubern:
Ludwig van Beethoven: Klaviertrio Es-Dur op. 1 Nr. 1
The Florestan Trio
Maurice inaktiv (21.01.2023, 13:09):
Alexandre Tansman : Wind Concertos (Bläserkonzerte) - Suite für Oboe und Kammerorchester, Concertino für Klarinette und Orchester, Concertino für Oboe, Klarinette und Streicher, Adagio for Strings
Malta Philharmonic Orchestra, Brian Schembri & Diego Dini Ciacci, Oboe + Fabrizio Meloni, Klarinette
Ich habe vom Orchester zwar schon gehört, aber ich glaube, noch keine Einspielung hier herumliegen. Den Dirigenten kenne ich überhaupt nicht. Kein Ahnung, wie man bei CPO auf diese Konstellation gekommen ist. Die beiden Solisten sind jedenfalls sehr gut und die Solo-Musiker ihrer Instrumente des Orchesters der Mailänder Scala.
Alexandre Tansman, 1897 im Russischen Kaiserleich in der Stadt Lodz geboren, hatte ein bewegtes Leben zu meistern. Zunächst studierte er in Warschau, gewann dort 1919 einen Kompositions-Wettbewerb und siedelte nach Paris über, weil er als Jude den feindlichen Angriffen entgehen wollte, die damals bereits ausbrachen. 1920 wurde er französischer Staatsbürger, musste 1941, nach dem Einmarsch der Deutschen in den Süden des Landes fliehen, und später dann über Portugal in die USA. Dort schrieb er vor allem Filmmusiken und wurde 1946 dort auch für den Oscar nominiert (Paris Underground). 1946 kehrte nach Paris zurück. Er verstarb dort 1986.
Tansman schrieb 9 Sinfonien, mehrere Konzerte und "Concertinos" für diverse Instrumente und weitere Orchesterwerke, Werke für Klavier Solo und Gitarre Solo. Seine Sinfonien wurden unter Oleg Caetani auf Chandos eingespielt. Auch Naxos (Marco Polo) hat sich um die Veröffentlichung seiner Musik sehr bemüht.
Maurice inaktiv (21.01.2023, 16:36):
Jean Sibelius : Aus der hervorragenden Box jene CD mit eben u.a. Belsazar's Feast
Turku PO , Leif Segerstam & Pia Pajala (Sopran)
Segerstam und Sibelius passt eigentlich immer, so auch hier. Die Box wurde bereits oft besprochen, daher schreibe ich dazu jetzt nichts mehr.
Amadé (21.01.2023, 17:45):
Mit viel Inspiration aber auch beherztem Zugriff. Das Symponieorchester des BR mit Nelsons am Pult, eine empfehlenswerte Aufnahme.
Madama Butterfly - Victoria de los Ángeles Suzuki - Miriam Pirazzini B. F. Pinkerton - Jussi Björling Sharpless - Mario Sereni Goro - Piero De Palma Yamadori - Arturo La Porta Il Bonzo - Paolo Montarsolo Yakuzide - Bonaldo Giaiotti Il commissario imperiale - Antonio Sacchetti L'ufficiale del registro - Paolo Caroli La madre - Vera Magrini La zia - Nina de Courson Kate Pinkerton/La cugina - Silvia Bertona
Orchestra e Coro del Teatro dell'Opera di Roma, Gabriele Santini
Victoria de los Ángeles finde ich eine sehr berührende Cio-Cio-San. Die Restbesetzung (insbesondere Sereni) ist sehr überzeugend, Björling klingt mir aber zu kühl-distanziert.
Gruß Amonasro
palestrina (22.01.2023, 10:38): Ja die Butterfly........
Victoria de los Ángeles finde ich eine sehr berührende Cio-Cio-San. Die Restbesetzung (insbesondere Sereni) ist sehr überzeugend, Björling klingt mir aber zu kühl-distanziert. ......für mich gibt es nur zwei Cio-Cio-San, Freni (Karajan)und Leontyne Price (Leinsdorf) ;) ! Und viele hinterher....! Bei Pinkerton sieht das erwas anders aus......ganz vorne Pavarotti, Feruccio Tagliavini, Tucker und Carreras! Und einiges hinterher! :hello LG palestrina
Sfantu (22.01.2023, 15:01): Ich folge zum zweiten Mal Hörwitzens Empfehlung für ein "Fabulous concert program", Folge 62:
Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 3 F-dur op. 90
Большой симфонический оркестр Всесоюзного радио и Центрального телевидения - Владимир Федосеев Großes Sinfonieorchester des Allunionsradios und des zentralen Fernsehens, Moskau - Wladimir Fedossejew (CD, anderes Cover, Musica, 1992)
Allegro con brio 10`08 Andante 8`54 Poco allegretto 6`00 Allegro 9`43
Allegro, ma non troppo 9`33 Andante con moto 8`12 Andante con moto, quasi l`istesso tempo. Allegro scherzando 7`17 Allegro molto 12`35
Die Parallelen sind ohrenfällig, wenn auch nicht gar so eng wie Hurwitz es betont. Daß Dvořák Brahms hier als Inspirationquelle diente, wird jedenfalls nachvollziehbar. Jessesgott - wie lange ich diese herrliche Fünfte nicht mehr gehört hatte. Leider etwas finallastig - musikalisch keineswegs schwach aber zu überbordend.
Philidor (22.01.2023, 17:29): Anton Dvořák
Sinfonie Nr. 5 F-dur op. 76
Oslo-Filharmonien - Mariss Jansons Ist das Hurwitzens Empfehlung für Dvorak 5? Na, man kann auch mal mit Hurwitz einer Meinung sein ... :-)
Sfantu (22.01.2023, 17:51): @Philidor
nein, die Jansons-CD nahm ich spontan zur Hand. Bei dieser Reihe mit fabulösen Konzertprogrammen hält er sich überraschenderweise zurück mit diskographischen Hinweisen, bleibt inhaltlich in der Hauptsache dabei, seine Zusammenstellungen zu begründen.
Die Moskauer hatten heute Nachmittag den Appetit auf mehr Brahms geweckt. Und so kommt dieses schwarze Gold mit einer, wie ich finde, beinahe perfekten Vierten zu Ehren:
Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 4 e-moll op.98
Berliner Philharmonisches Orchester - Herbert von Karajan (LP, DG, 1964)
Allegro non troppo 12`40 Andante moderato 11`02 Allegro giocoso 6`06 Allegro enrgico e passionato 9`58
Sfantu (22.01.2023, 18:25): Und so kommt dieses schwarze Gold mit einer, wie ich finde, beinahe perfekten Vierten zu Ehren Soeben den Plattenteller zum Stehen gebracht, muß ich mich leicht außer Atem und mit feuchten Augen erstmal sammeln. Da bleiben keine Wünsche offen - eine Brahms-Sternstunde! Die Scheibe lief zuletzt am 26. September 2019 bei mir. Hörte ich damals eher beiläufig zu? Hier und heute blieb ich von Anfang bis Ende auf meinem Musik-Canapé hocken. Für solche Platten lohnt sich das Dasein.
Philidor (22.01.2023, 18:53): Für solche Platten lohnt sich das Dasein. ... und es gehört zu den besonderen Gnadenzeiten des Musikhörer-Lebens, solches erleben zu dürfen! Es sei Dir von Herzen gegönnt, Die 1964er Aufnahme kenne ich nicht, doch bei meinem letzten Brahms-4-Walkthrough war die Aufnahme von 197x unter meinen liebsten acht ... (mit Schmidt-Isserstedt, Celi/Stuttgart, C. Kleiber, Wand/NDR SO Studio, Abbado/BP 1991, Rattle/BP 2008 und P. Järvi/Bremer Stadtmusikanten).
Maurice inaktiv (22.01.2023, 19:13):
Jean Sibelius : Svanevit , Ödlan (jeweils Schauspielmusik), u.a.
Turku PO, Leif Segerstam
Links die Box, rechts die Einzel-CD daraus.
Selten gehörte und eingespielte Musik. Einfach hinreißend, diese Musik.
Sfantu (22.01.2023, 21:39):
Allan Pettersson
Sinfonie Nr. 7
Stockholms Filharmoniska Orkester - Antal Dorati (LP, expo norr, 1969)
In einem Satz 40`10
Andréjo führte kürzlich im Zusammenhang mit der Musik Allan Petterssons eine grundsätzliche Hörhaltung der Offenheit gegenüber Unvertrautem ins Feld. Vielleicht war sie es, die mir heute das Hören von Petterssons Siebter ermöglichte. Die Mischung aus Vorurteilen, Verrissen, gängigen Klischees, den unzuverlässigen Erinnerungen an lang zurückliegende eigene Hörerfahrungen und einer Portion Neugier benötigte wohl einfach ein beherzt entfachtes Zündhölzli um Pettersson erneut bei mir in Gang zu setzen.
Mit welchem Ergebnis? In summa - es war nicht durchgängig (wenn auch überwiegend) ein Hörgenuß, ausnahmslos aber ein Hörerlebnis. Sich hierauf einzulassen, stellte sich im Ergebnis als Gewinn heraus. Wenn ich mich den dunklen, depressiven Seiten der Existenz stelle, ob nun mich persönlich oder die gesamte Spezies betreffend, wirkt das Ganze mit einer Klarheit auf mich ein, die einen beobachtenden, mit-oder nachempfindenden Standpunkt erlaubt ohne selbst in einen emotionalen Sog zu geraten. Vielleicht ist solche Herangehensweise nicht steuerbar. Vielleicht haben heute schlicht die Koordinaten gestimmt. Ich hörte die Sieben jedenfalls mit Gewinn. Auf etwa 2/3 der Wegstrecke sind die ruhigeren Abschnitte von einer ungemein tröstenden Zärtlichkeit, die zutiefst berührt. Erst ab der 31. Minute geht es zurück in die Düsternis. Um am Ende abermals in Ergebenheit und Trost auszuklingen.
@Andréjo
Du als (dem Vernehmen nach) Pettersson-Fürsprecher hier im Forum: wenn ich mit der Sieben etwas anfangen kann - welches wären Deine Tiipps zur schrittweisen weiteren Erkundung?
Amonasro (22.01.2023, 21:48): Heute noch eine Butterfly:
Butterfly – Victoria de los Ángeles Suzuki – Anna Maria Canali B. F. Pinkerton – Giuseppe Di Stefano Kate Pinkerton – Maria Huder Sharpless – Tito Gobbi Goro – Renato Ercolani Yamadori/Il Commissario/Ufficiale del registro – Arturo La Porta Il Bonzo – Bruno Sbalchiero
Orchestra e coro del Teatro dell’Opera di Roma, Gianandrea Gavazzeni
De los Ángeles frühere Aufnahme gefällt mir deutlich besser als die unter Santini. Durch Gavazzenis straffe Tempi eine vergleichsweise unsentimentale Interpretation mit Di Stefano in Bestform. Tito Gobbi gibt einen sehr markanten Sharpless.
Gruß Amonasro
Philidor (22.01.2023, 22:28): De los Ángeles frühere Aufnahme gefällt mir deutlich besser als die unter Santini. Durch Gavazzenis straffe Tempi eine vergleichsweise unsentimentale Interpretation mit Di Stefano in Bestform. Tito Gobbi gibt einen sehr markanten Sharpless. Die steht hier im Regal, bestimmt 15 Jahre nicht mehr gehört, aber ich habe sie als hinreißend in Erinnerung ... obwohl die Butterfly nicht gerade meine Lieblingsoper bei Puccini ist.
Andréjo (23.01.2023, 12:37): Pettersson, Allan
Gerne, Meister Sfantu, gebe ich Dir da Tipps. (Wobei ich glaube, dass Du deutlich mehr weißt, als Du zugibst, aber das macht ja nichts. ;) :) ) Nicht zum ersten Mal in der Forenwelt. Schiefgegangen ist es nur bei einem guten Bekannten in der realen Welt. Eigentlich großer Musikliebhaber, hat er mich nie mehr auf solche angesprochen. 8o
Also: Die Dreizehnte kommt deutlich später. :P So auch das Bratschenkonzert. Und meines Erachtens auch die spröderen, obgleich weniger aggressiven oder verworrenen vorausgehenden Sinfonien eins bis fünf oder die Streicherkonzertanten der früheren Zeit. Da fehlt das Pathos, das bei jemandem wie Pettersson für mich einfach dazugehört.
Wenn Du den Tonfall der Siebten - das ist wirklich die populärste und am einfachsten zu hörende, trotzdem habe ich das seltsamerweise schon lange nicht mehr getan -...
also wenn Du selbigen goutieren kannst, dann würde ich mit der Sechsten weitermachen. Die ist am Anfang eine Nuance härter, aber nach einer halben Stunde um so länger tröstlich. Hier kommt dann nämlich eine der Barfuß-Lieder-Melodien zur Geltung.
Du kannst aber auch mit der Zehnten weitermachen. Die dauert nur eine halbe Stunde und ist sehr klar in Sätze eingeteilt - beides nicht typisch für den Komponisten. Der erste ist von erschreckender Heftigkeit, der letzte beinahe ein barockes Pastiche. Aber auch das ist nur typisch. Da wiederum habe ich die für mich nicht ganz verständliche Erfahrung gemacht, dass diese Sinfonie Musikforisten anscheinend überfordert. Jemand meinte, da bevorzuge er dann die Nummer dreizehn. ?(
Die zwölfte Sinfonie vertont Pablo Neruda. Natürlich könntest Du Dir auch die Barfuß-Lieder anhören. Manche davon stellen Material bereit für seine Sinfonik. Aber das ist natürlich nicht der Pettersson der Sinfonien.
Einen Faden gibt es auch im Forum. Selbstverständlich! :)
Es grüßt Wolfgang.
Joe Dvorak (23.01.2023, 16:23): Für solche Platten lohnt sich das Dasein. ... und es gehört zu den besonderen Gnadenzeiten des Musikhörer-Lebens, solches erleben zu dürfen! Ja. nicht wahr? Fuer jemanden, der das nicht kennt, weil ihm Musik nicht wichtig genug ist oder nicht den Stellenwert hat, das Dasein (neben anderem) zu einem lohnendem zu machen, mag das arg pathetisch klingen, aber da ich es kenne, bin ich froh, das hier lesen zu duerfen und zu sehen, dass ich mit meiner Verehrung der Musik nicht alleine stehe. Allein wegen solch offenen Saezten lohnt es sich, hier im Forum dabei zu bleiben. Eine Platte, der ich den genannten Status nicht ganz zugestehe, aber zumindest den, dass man das gewiss anders, aber auf keinen Fall besser machen kann, lief hier heute:
Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 3 F-Dur, op. 90 Philharmonia Orchestra, Arturo Toscanini (Live, 1952)
Sfantu (23.01.2023, 18:02): @Philidor @Joe Dvorak
schön, daß ihr mich versteht. Auch, wenn ich meinen Satz mit einem 23h-Abstand als eine Spur zu dick empfinde. Was mich weiterhin verblüfft: daß eine Karajan-Platte mich derart umhauen konnte - alle Wetter!
Von Herzen, Sfantu
Sfantu (23.01.2023, 22:36):
Gerne, Meister Sfantu, gebe ich Dir da Tipps. (Wobei ich glaube, dass Du deutlich mehr weißt, als Du zugibst Mitnichten - ohne Scherz: ich habe original 4 Tonträger mit Musik von Pettersson. Das Konzert hab` ich 3-4x aufgelegt, den Rest jeweils höchstens 2x. Und zwar mit langen zeitlichen Abständen dazwischen - das war`s:
Sinfonie Nr. 6 Norrköpings Symfoniorkester - Okko Kamu (LP, CBS, 1976) Sinfonie Nr. 7 Stockholms Filharmoniska Orkester - Antal Dorati (LP, expo norr, 1970) Sinfonie Nr. 14 Stockholms Filharmoniska Orkester - Sergiu Commissiona (CD, phono suecia, 1982) Violinkonzert Nr. 2 Ida Haendel - Radiosymfonikerna - Herbert Blomstedt (LP, Caprice, 1980)
Daß sich die Sechs unter Deinen Empfehlungen für mögliche nächste Schritte befindet - wie praktisch. Ja - die Barfußlieder scheinen eine Art Schlüssel zur Erkundung (zum Verständnis?) Petterssons zu sein. Vielleicht meine nächste Anschaffung in Sachen P - mal sehen.
Wärmstes Danken nach Franken!
Sfantu (23.01.2023, 22:58):
Magnus Lindberg
Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier (2008)
Karin Kriikku, Klarinette Anssi Karttunen, Cello Magnus Lindberg, Klavier (CD, Ondine, 2012)
Sound big, sound 8`19 Like the tranquility we seek 5`38 Crash wave, crash 5`33
Sehr reizvoll das prachtvolle Klarinettentrio Lindbergs. Eines Komponisten, dessen eigentliches Hauptinsttrument das Orchester ist. Besonders fesselnd der langsame Mittelsatz. Darin ereignet sich ein faszinierendes Changieren zwischen Agens und Patiens. Das irisierende Farbenspiel ist beinahe impressionistisch: gleißend, leuchtend, geschmeidig wie ein glanzbefellter Puma.
Joe Dvorak (24.01.2023, 00:48):
Gunnar Valkare - Viaggio Verschiedene Interpreten
Auch wenn Viaggio (Reise) der Titel des eroeffnenden Werkes ist, passt er zum gesamten Album. Das ist ein Beispiel fuer ein Ganzes, das mehr als die Summe seiner Teile ist. Ob ich die 'schwierige' petterssonesque Sinfonie ausgesessen haette, wenn ich davon begruesst worden waere? Die Platte beginnt mit einem Konzert fuer Akkordeon & Orchester - das ist die eigentliche Viaggio mit staendig wechselnden Szenerien (zwei der acht kurzen Saetze heissen dann auch Scene I & II), es folgen ein Werk fuer Oboe & Chor und ein Stueck fuer Altsaxophon solo. Dann erklingt die unruhige, borderlinened zwischen Agitation und Tranquillitaet schwankende 20-minuetige Sinfonie, mit einer gewaltigen Entladung kurz vor Schluss und einem truegerisch friedvollen Ende. Es folgt ein bisweilen hektisches, wiederum kleinteilig 8-saetziges Werk fuer Kammerensemble (Streicher), nach dem man von einem Begraebbnissmusik spielenden Blockfloetenquarttet wieder in die Ruhe geholt wird. Der stimmige und abwechlungsreiche Fluss macht das Album zu einer lohnenden Hoerreise.
Andréjo (24.01.2023, 00:51): Pettersson und Findus Sfantu
Das Violinkonzert hatten wir mal schwer im Auge - ich habe mich erinnert und auch den Faden oder die Fäden wiederentdeckt.
Dieses (zweite) Violinkonzert ist ohnehin schon Hohe Pettersson-Schule - längst nicht so spröd wie das Bratschenkonzert, und auch auf das erste Violinkonzert - eigentlich Kammermusik - trifft dieses Attribut ein wenig zu. Aber als Pettersson-Fan darf ich das alles hören müssen wollen. :D
:hello Wolfgang
a-way (24.01.2023, 17:21):
The Butterfly Lovers, Violin Concerto - He Zhanhao & Chen Gang Street Musician - basierend auf dem Traditional San Bang Gu (drum with three sticks), arr. Yan Huichang Love in Spring - Zhu Xiaogu Parting of the Newly Wedded - Zhu Xiaogu & Zhang Xiaofeng
Takako Nishizaki, Violine Shanghai Conservatory Symphony Orchestra, Fan Chengwu
Vielleicht schreibe ich ein anderes Mal inhaltlich dazu, ich höre es zum ersten Mal und bin sehr im Gefühl.
Joe Dvorak (25.01.2023, 01:02):
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 1 C-Dur, op. 21 Malmö SO, Robert Trevino
Maurice inaktiv (25.01.2023, 13:11):
Joseph Lauber : Sinfonien Nr.1 & 2
SO Biel Solothurn, Kaspar Zehnder
Mir völlig unbekannt sind die 6 Sinfonien von Joseph Lauber (1864-1952), einem Schweizer Zeitgenossen von etwa Richard Strauss.
Sfantu hat das alles sehr schön beschrieben im Thread, daher verweise ich einfach mal auf diese Seite.
Ich selbst finde das Ganze sehr ordentlich und stimmungsvoll geschrieben, ohne mich aber jetzt vom Sockel zu reißen. Noch weiß ich nicht so recht, ob ich mich freuen soll, oder aber mal abwarten, was die weiteren vier Sinfonien so bringen werden. Wirklich einen Aufbruch ins neue Jahrhundert war bei den beiden Werken nicht zu erkennen. Geschrieben wurden sie 1895 und 1896.
palestrina (25.01.2023, 14:54): Sfantu hat das alles sehr schön beschrieben im Thread Hier der Link...Joseph Lauber
LG palestrina
Sfantu (25.01.2023, 21:05): Nun endgültig Blut geleckt bei Searle, hörte ich seine erste Sinfonie heute schon wieder. Und wieder drängte Neues ins Ohr. Wieder war das Hören eines mit Mehrwert.
Humphrey Searle
Sinfonie Nr. 1 op. 33 (1953)
BBC Scottish Symphony Orchestra - Alun Francis (CD, cpo, 2005)
Lento - Allegro deciso 6`34 Adagio 6`50 Quasi lìstesso tempo 2`56 Allegro molto - Lento 6`27
Reichlich schmal ist die (an Neuware) verfügbare Searle-Diskographie. Reichlich knapp das Werk für Klavier-Solisten, das hier in Ersteinspielung vorliegt:
Humphrey Searle
Concertante für Klavier, Streicher und Perkussion op. 24 (1954)
Simon Callaghan, Klavier, BBC National Orchestra of Wales - Martyn Brabbins (CD, Lyrita, 2022)
4`10
Und doch vermögen auch nur 4 Minuten Searle absolut zu fesseln. Energetisch, perkussiv, nach Ausdruck strebend kommt dieses (zu) kurze Werk daher, das der Komponist im Auftrag Hermann Scherchens für dessen Aufführungen mit Studenten-Orchestern schrieb. Angesichts der Kürze des Searle-Stücks etwas dürftig bei dieser hochpreisigen CD. Die anderen Werke sind jedoch, jedes für sich genommen, so individuell, so spannend, daß es am Ende ohne Weiteres aufgeht.
Joe Dvorak (26.01.2023, 10:10):
Dmitri Shostakovich - Sinfonie Nr. 10 e-Moll, op. 93 Orchestra National du Capitole de Toulouse, Tugan Sokhiev
Amonasro (26.01.2023, 18:36): obwohl die Butterfly nicht gerade meine Lieblingsoper bei Puccini ist. Das geht mir auch so, kurioser Weise ist sie trotzdem die Puccini-Oper, von der ich die meisten Aufnahmen besitze - vielleicht weil ich anders als bei Bohème oder Tosca nicht die eine für mich perfekte gefunden habe. Gavazzeni kommt meinem Ideal noch am nähsten, auch die zweite Tebaldi-Aufnahme unter Serafin höre ich sehr gerne; die zuckerwattige Karajan-Aufnahme mit Freni und Pavarotti dagegen nur wegen der hervorragenden Sänger.
Heute:
Amilcare Ponchielli/Arrigo Boito: La Gioconda
La Gioconda - Anita Cerquetti La Cieca - Franca Sacchi Alvise Badoero - Cesare Siepi Laura Adorno - Giulietta Simionato Enzo Grimaldo - Mario Del Monaco Barnaba - Ettore Bastianini Zuàne - Giorgio Giorgetti Isèpo - Athos Cesarini Un pilota - Guido Pasella Un cantore - Edio Peruzzi
Orchestra e coro del Maggio Musicale Fiorentino, Gianandrea Gavazzeni
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (27.01.2023, 09:42):
Leo Weiner : Toldi - Symphonische Dichtung
Leo Weiner (1885-1960) wurde in Budapest geboren und verstarb dort auch. Er war also ein Ungar durch und durch, mit jüdischen Vorfahren, so dass er bei der Besetzung Ungarns durch die Nazis nur durch viel Glück und dem schwedischen Diplomaten Wallenberg der Vernichtung entging.
Er war der Lehrer so bedeutender Musiker wie Geza Anda, Antal Dorati, Gyorgy Kurtag, Georg Solti oder Tibor Varga.
Seine Kompositionen sind wenig bekannt und auch recht wenig umfangreich gewesen. So diese Symphonische Dichtung, 5 Divertimenti, eine Passacaglia,ein Concertino für Klavier und Orchester, zwei Violinsonaten, drei Streichquartette und Klaviermusik.
Hier im Forum lese ich im Grunde nichts über ihn, aber da ich mich nicht auf allen Gebieten der Klassik tummele, heißt das wenig.
Amadé (29.01.2023, 09:54): Bereits gestern Abend:
Schubert Streichquintett C-Dur, Tanejew Quartett und M. Rostropovitch am 2. Cello
Gruß Amadé
Amonasro (29.01.2023, 15:52):
Francesco Cilea/Arturo Colautti: Adriana Lecouvreur
Adriana Lecouvreur - Renata Tebaldi Maurizio - Mario Del Monaco La Principessa di Bouillon - Giulietta Simionato Michonnet - Giulio Fioravanti Il Principe di Bouillon - Silvio Maionica L'Abate di Chazeuil - Franco Ricciardi
Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia; Franco Capuana
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (30.01.2023, 02:45):
John Harbison - Oboenkonzert & Sinfonie Nr. 2 / Roger Sessions - Sinfonie Nr. 2 William Bennett, San Francisco Symphony, Herbert Blomstedt
a-way (30.01.2023, 04:18): Ersthören
Ryuichi Sakamoto _______________________12 "Ich hatte nicht die Absicht, etwas zu komponieren; ich wollte einfach nur von Klängen überflutet werden. Wahrscheinlich werde ich diese Art von 'Tagebuch' auch weiterhin führen."
Fällt streng genommen wohl unter Jazz, meiner Meinung nach kann es auch sehr gut hier stehen.
Amadé (30.01.2023, 09:44):
Schubert Streichquintett C-Dur - Hollywood String Quartet, Kurt Reher, 2. Cello
Gruß Amadé
Maurice inaktiv (30.01.2023, 11:25):
Joseph Lauber : Sinfonien Nr. 4, h-moll (1913) & Sinfonie Nr.5, D-Dur (1918)
SO Biel Solothurn , Kasper Zehnder
Die beiden Sinfonien entstanden zu einem Zeitpunkt, in dem auch etwa Carl Nielsens 4.Sinfonie, Karol Szymanowskis 3.Sinfonie oder Franz Schrekers Kammersinfonie entstanden sind, also in einer sehr interessanten Zeitperiode.
Mich sprechen diese beiden Werke weitaus mehr an als der erste Teil. Lauber bricht hier auch nicht aus der Tonalität aus, aber er hat doch interessante rhythmische Verschiebungen und auch nie überladene Stellen geschrieben. Er hat sich durchaus von der Romantik befreit, das ist interessante Musik, das gefällt mir wirklich gut.
Joe Dvorak (31.01.2023, 01:04):
Anton Bruckner - Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105 Kölner RSO, Günter Wand
Meine erste selbst gekaufte Klassik-LP.
Amonasro (31.01.2023, 20:40):
Richard Wagner: Das Rheingold
Wotan - Ferdinand Frantz Donner - Alfred Poell Froh - Lorenz Fehenberger Loge - Wolfgang Windgassen Fricka - Ira Malaniuk Freia - Elisabeth Grümmer Erda - Ruth Siewert Alberich - Gustav Neidlinger Mime - Julius Patzak Fasolt - Josef Greindl Fafner - Gottlob Frick Woglinde - Sena Jurinac Wellgunde - Magda Gabory Floßhilde - Hilde Rössl-Majdan
Orchestra Sinfonica della Radio Italiana, Wilhelm Furtwängler
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (31.01.2023, 22:36):
Felix Draeseke : Sinfonie Nr.3, op. 40 in C & Trauermarsch, op. 79 , E-Moll
Radio-Philharmonie Hannover des NDF , Jörg-Peter Weigle
Joe Dvorak (01.02.2023, 11:30): Das wurde schon mal im 2021 Faden gepostet, verdient aber eine Wiederholung. So vital habe ich die Perotin und Leonin zugeschriebene Musik der Notre Dame Schule des 13. Jh. noch nicht gehoert:
Source: Website des Labels https://yokermusic.scot/
Perotin - The Scottish Source luchair (Vokalensemble) Joshua Stutter, Edward Marshall, Harold Thalange, Alasdair Robertson
Das sind faszinierende Einlausche und Einblicke (Begleittext) in die fruehesten bekannten Quellen der polyphonen Musik und abendlaendischen Klassik.
Orchestra Sinfonica della Radio Italiana, Wilhelm Furtwängler
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (02.02.2023, 00:34):
Amerikanische Orchesterwerke The American SO, Leon Botstein
Daraus: Aaron Copland - Inscape Roger Sessions - Sinfonie Nr. 8 Nur mit den einschlaegigen Hits und Sinfonien vertraut, waere ich bei der Auftaktnummer nie und nimmer auf Copland gekommen.
a-way (02.02.2023, 21:09):
Richard Wagner - Tannhäuser Brouwenstijn, Windgassen, Fischer-Dieskau, Greindl Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, André Cluytens
Neben den Meistersingern die einzige Wagner-Oper, die ich noch nicht gehört habe. In Etappen aber wohl eher.
Joe Dvorak (03.02.2023, 11:54):
Witold Lutoslawski - Sinfonie Nr. 3 Finnish RSO, Hannu Lintu
Sehr fein! Die hat in meinem Sinfonien-Ranking einen sicheren Platz in der Top 10. Es gibt etliche Einspielungen. Ich finde Barenboim, Salonen, Wit, Otaka, E. Gardner, Kaspszyk, Blaszczyk & Lutoslawski selbst.
michael74 (03.02.2023, 17:54): Hallo zusammen
etwas schwer heute aber vielleicht bei besserer Stimmung schön anzuhören
Amonasro (03.02.2023, 22:25):
Richard Wagner: Siegfried
Siegfried - Ludwig Suthaus Wanderer - Ferdinand Frantz Mime - Julius Patzak Alberich - Alois Pernerstorfer Fafner - Josef Greindl Waldvogel - Rita Streich Brünnhilde - Martha Mödl Erda - Margarete Klose
Orchestra Sinfonica della Radio Italiana, Wilhelm Furtwängler
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (04.02.2023, 02:10):
Joseph Haydn - Sinfonien G-Dur, Hob. I:88 & 100 Columbia SO, Bruno Walter
Joe Dvorak (04.02.2023, 15:05):
Joseph Haydn - Sinfonie G-Dur, Hob. I:88 Philharmonia Baroque Orchestra - Nicholas McGegan
Roger Sessions - Sinfonie Nr. 6 ACO, Dennis Russell Davies
Amonasro (04.02.2023, 17:54):
Richard Wagner: Götterdämmerung
Siegfried - Ludwig Suthaus Gunther - Alfred Poell Hagen - Josef Greindl Brünnhilde - Martha Mödl Gutrune - Sena Jurinac Waltraute/Die erste Norn - Margarete Klose Die zweite Norn - Hilde Rössl-Majdan Die dritte Norn - Sena Jurinac Alberich - Alois Pernerstorfer Woglinde - Sena Jurinac Wellgunde - Magda Gabory Floßhilde - Hilde Rössl-Majdan
Orchestra Sinfonica della Radio Italiana, Wilhelm Furtwängler
An diesem Ring fasziniert mich vor allem Martha Mödls dunkeltimbrierte Brünnhilde.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (05.02.2023, 02:35): Angeregt durch das Suchspiel hoere ich diese fuer meine Ohren hochinteressante Neuerscheinung:
Edvard Grieg - Peer Gynt, op. 23 (Auswahl, arr. f. Hardanger Fidel, Violine & Streicher) Ragnhild Hemsing, Trondheim Soloists
Amonasro (05.02.2023, 12:13): Franz Krommer:
Concerto für zwei Klarinetten op. 35 Concertino für Flöte, Oboe, Violine & Streicher op. 38
Paolo Beltrami (Klarinette), Corrado Giuffredi (Klarinette) Bruno Grossi (Flöte), Marco Schiavon (Oboe), Robert Kowalski (Violine)
Orchestra della Svizzera italiana, Howard Griffiths
Diese cpo-Aufnahme fand ich gestern überraschend in meinem Briefkasten: ein Geschenk von jpc für treue Kunden. Da ich die Aufnahme online nirgends finde (auch nicht bei jpc) scheint sie noch nicht erschienen zu sein, daher hier auch ohne Bild. Den Komponisten kenne ich nichtmal dem Namen nach. Mein erster Eindruck der schwungvoll gespielten Konzerte ist aber positiv.
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (05.02.2023, 22:52): Franz Krommer:
Concerto für zwei Klarinetten op. 35 Concertino für Flöte, Oboe, Violine & Streicher op. 38
Paolo Beltrami (Klarinette), Corrado Giuffredi (Klarinette) Bruno Grossi (Flöte), Marco Schiavon (Oboe), Robert Kowalski (Violine)
Orchestra della Svizzera italiana, Howard Griffiths
Diese cpo-Aufnahme fand ich gestern überraschend in meinem Briefkasten: ein Geschenk von jpc für treue Kunden. Da ich die Aufnahme online nirgends finde (auch nicht bei jpc) scheint sie noch nicht erschienen zu sein, daher hier auch ohne Bild. Den Komponisten kenne ich nichtmal dem Namen nach. Mein erster Eindruck der schwungvoll gespielten Konzerte ist aber positiv. Dir gleiche Kombination hat bereits die Sinfonien von Krommer bei JPC eingespielt. Zwei CDs davon habe ich selbst bereits gekauft. 9 Sinfonien hat er geschrieben übrigens.
Krommer hat mehrere Werke für Klarinette (und zwei Klarinetten) geschrieben, generell viele Werke für mindestens ein Soloinstrument sehr interessante Kammermusik für Bläser, über 70 Streichquartette, 35 Streichquintette und so gut wie keine Chorwerke. Opern überhaupt nicht, auch für das Klavier hatte er nicht viel übrig (wie auch Andreas Romberg übrigens), schrieb aber immerhin ein Klavierquartett, drei Klaviertrios und 18 Sonatinen für Violine und Klavier. (Angaben vom CPO-Booklet der Sinfonien 1-3, Bert Hagels).
Da dies fast alles Bereiche sind, die Du eher selten hörst, wenn ich Deine Sachen hier als Basis ansehe, ist klar, dass Dir der Komponist nicht geläufig ist.
Joe Dvorak (06.02.2023, 01:38): Da ich die Aufnahme online nirgends finde (auch nicht bei jpc) scheint sie noch nicht erschienen zu sein, daher hier auch ohne Bild. Der Musiksammler hat ein Bild ->hier. Dort steht auch, dass das Album noch nicht veroeffentlicht wurde. Die Aufnahmen entstanden 2017 und 2018. Das fiel schon beim letzten Album aus der Röntgen-Sinfonien-GA auf. Da lagen die Aufnahmen ueber 10 Jahre im Regal und doch lies cpo die Hoerer, die auf die Fortzetzung der GA warteten, 4 Jahre lang zappeln. Den Rest gibt es dann wohl 2026. Dass man GAs scheibchenweise und mit gebuehrendem Abstand herausgibt, um die Einzel-CDs zu verhoekern, weil den Fans das Warten auf die GA zu lange dauert, kann ich verstehen, aber was mehrere Jahre zwischen den Ausgaben sollen, wissen wohl nur die Marketing-Strategen von cpo.
Ich bin entzueckt von dieser wohlgeratenen Bereicherung der schmalen Diskographie dieses faszinierenden Werkes. Da will Blums geniale 'Referenz'-Einspielung gleich auch noch gehoert werden:
Streichquintett C-Dur, gefällt mit diesem Ensemble viel besser als seine Schubert-Quartett-Aufnahmen.
Gruß Amadé
Joe Dvorak (08.02.2023, 00:26):
Jean Sibelius - Belshazzar's Feast, JS48 Pia Pajala (Sopran), Turku PO, Leif Segerstam
Die meist als Suite aufgefuehrte Buehnenmusik gibt es hier in voller Laenge zu hoeren.
a-way (08.02.2023, 23:05):
aus L'Heure Bleue 10. Hildegard von Bingen: Vos Flores Rosarum, * Projection for string orchestra by Olivier Fourés Marianne Piketty, Violine Le Concert Idéal
a-way (08.02.2023, 23:23):
aus Entartete Seelen: Hans Krása: Fugue Ensemble Nova Sonantia
aus Igor Stravinsky - Deux Poèmes de Paul Verlaine, op. 9; Version for Bariton und Karnmerorchester: 2. La Lune Blanche Dietrich Fischer-Dieskau Südfunkchor und Radiosymphonieorchester Stuttgart, Gary Bertini
aus Verlaine - Poètes Maudits dans la Mélodie Françaises Reynaldo Hahn: D'une Prison - Offrande - Fêtes Galantes - L'Incrédule + Chansons Grises 1 - 7 Jean François Lapointe, Bariton; Louise-Andrée Baril, Klavier
a-way (09.02.2023, 00:09): Da ich nach dem 2. Akt vom Tannhäuser vorläufig nicht weiterkomme, versuche ich es vom anderen Ende. Als letztes Wagner-Werk wird in einem Katalog auf Klassika WWV 113: Ihr Kinder, geschwinde, geschwinde angegeben, was ich aber ebenso wenig wie WWV 112 - Willkommen in Wahnfried, du heil'ger Christ als Aufnahme bisher gefunden habe, weswegen ich dann bei Parsifal wäre.
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper, Bühnenorchester der Wiener Staatsoper, Christian Thielemann
Amonasro (09.02.2023, 18:55):
William Walton:
Coronation Te Deum
The Choirs of Salisbury, Winchester & Chichester Cathedrals, London Philharmonic Choir London Philharmonic Orchestra, Sir Georg Solti Ralph Downes (Orgel)
Belshazzar's Feast
Benjamin Luxon (Bariton) London Philharmonic Choir London Philharmonic Orchestra, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (10.02.2023, 03:10):
Edvard Grieg - Peer Gynt (Querschnitt) Barbara Hendricks, Oslo PO, Esa-Pekka Salonen
Sfantu (10.02.2023, 10:47):
Hanspeter Kyburz (*1960)
"Parts" - Konzert für Ensemble (1995) für 2 Geigen, Bratsche, Cello, Kontrabaß, Flöte, Oboe, Klarinette, Harfe, Gitarre, Klavier, Horn, 2 Posaunen, 2 Trompeten und Perkussion
Klangforum Wien - Peter Rundel (CD, Musikszene Schweiz / Migros-Genossenschaft, 1997)
Unterhaltsame, abwechslungsreiche Musik. Der Kopfsatz ist mehrheitlich von lauten, chaotischen Klangwerten bestimmt. Ein wüstes Durcheinander prallt auf die Ohren. Im zweiten Satz herrschen dagegen ruhige Klangereignisse bis hin zur Stille. Die folgenden beiden Sätze sind nicht mehr als zusammenhängende Gebilde auszumachen - Schwebezustände werden abrupt abgelöst von brutalen Schockwellen an lauten Geräuschen. Überhaupt erscheint die Fraktionierung in diese vier Sätze eher als Ermöglichung von Pausen zum Durchschnaufen. Für Ausführende wie für Zuhörende. Selten ist die volle Ensemblestärke zu hören, dann aber umso eindrücklicher. Es stehen also unbegleitete oder kammermusikalische Momente unvermittelt neben orchestralen. Vereinzelt meint man sich entspinnende Motive zu erlauschen ehe sie von jetzt auf gleich abtauchen und ohne erkennbare Wirkung auf den Fortgang bleiben. Die Vielzahl der Perkussionsinstrumente vermag ich nicht alle zu identifizieren. Einzelne (bös gesagt) Topfdeckel-, Quietscheentchen-und Blechbüchsen-Soli sind recht drollig, zumindest hochinteressant, da selten oder nie gehört. Das Ganze hat Happening-Charakter. Und macht Spaß. Ohne belanglos zu sein.
Sfantu (10.02.2023, 14:24):
Milan Mihajlović (*1945)
Orchesterwerke
Jan Mráček, Geige Juliana Koch, Oboe Robert Starke, Klavier Yuriko Ikeya, Cembalo Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt - Howard Griffiths (CD, cpo, 2019)
Vier Bagatellen für Violine, Streichorchester und Cembalo 18`34 Melanholija für Oboe, Streichorchester und Klavier 11`08 Fa-mi(ly) für Streichorchester und Klavier 8`08 Elegie für Streichorchester 8`47 Memento für Orchester 16`10
Eine Stärke des serbischen Komponisten ist ein Sensorium für Atmosphäre - alle Stücke dieses Albums transportieren Emotionen. Meist bewegen sie sich im nachdenklich-schwermütigen Spektrum. Tonale Zentren werden durchschritten oder umkreist jedoch nicht gänzlich verlassen. Gelegentlich scheinen volksmusikalische Einflüsse vom Balkan durch. Die Tonsprache geht kaum einmal über Fußabdrücke hinaus, die dem Ohr etwa aus dem Bartók-Umfeld bekannt sind. Die Stücke sind alle sehr gekonnt und maßgeschneidert auf die jeweils gewählten Instrument-Kombinationen konfektioniert. Memento, das einzige Werk für vollen Orchesterapparat, scheint mir die Ausdruckskraft Mihajlovićs am besten zur Entfaltung zu bringen.
Orchestra della Svizzera Italiana , Howard Griffiths
Franz Krommer gehörte mit Ferdinand Ries, Nobert Burgmüller und Louis Spohr zu den wenigen Komponisten aus dem deutschsprachigen Raum, die nach Beethoven Sinfonien in dessen Umfeld schrieben. Krommer 1759-1831), der in Mähren bei Iglau geboren wurde (František Vincenc Kramář) und in Wien als angesehener Komponist verstarb, wurde bis rund 10 Jahre nach seinem Tode viel gespielt. Dann verschwand er für lange Zeit von den Spielplänen.
Bekannt ist er heute vor allem durch seine zahlreichen Werke für Blasinstrumente und weniger für seine Sinfonien. Daran haben auch die Einspielungen durch CPO nicht viel ändern können. Dass seine 4.Sinfonie dabei sehr erfolgreich war, spielt kaum eine Rolle. Trotzdem sollte man sich damit beschäftigen, da sie wichtige Bausteine zum Romantik hin waren.
Die Sinfonien Nr.1-5 wurden vom bekannten Notenhaus André in Offenbach verlegt, das auch die wichtigsten Werke von Mozart später verlegen durfte. Die 8.Sinfonie gilt als verschollen, die anderen Sinfonien wurden nie von einem Verlag veröffentlicht.
Andréjo (11.02.2023, 12:28): Der dazugehörige Verlag - jpc - sei ihnen gegönnt, denn die Veröffentlichungspolitik des Labels cpo ist vorbildlich. Sich weit umsehen im riesigen Bereich der Kunstmusik, bevor man neue Dutzendware der großen Reißer veröffentlicht. Wobei das natürlich schon auch geschieht, bisweilen - wie in der folgenden kleinen Box - mit einem Bonus (oder mit Boni, je nach Vorkenntnis), worüber sich die Liebhaberin und der Liebhaber freuen.
:) Wolfgang
Amonasro (11.02.2023, 14:24):
Ludwig van Beethoven/Joseph Sonnleithner/Georg Friedrich Treitschke: Fidelio
Leonore - Martha Mödl Florestan - Wolfgang Windgassen Rocco - Gottlob Frick Don Pizarro - Otto Edelmann Don Fernando - Alfred Poell Marzelline - Sena Jurinac Jaquino - Rudolf Schock Erster Gefangener - Alwin Hendricks Zweiter Gefangener - Franz Bierbach
Chor der Wiener Staatsoper Wiener Philharmoniker, Wilhelm Furtwängler
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (11.02.2023, 19:01): Irritierend Aufregendes zur Nacht. Im Quiz nach dem Komponisten gefragt, haette ich nur ins Blaue raten koennen, aber auf den waere ich sicher nicht gekommen:
Karlheinz Stockhausen - Ceylon & Bird of Passage Peter Eötvös (Glocken, Triangel, Synthesizer), Markus Stockhausen (Trompete, Fluegelhorn), u.v.a.
Sfantu (12.02.2023, 12:30): Durch Amonasros Impuls kamen heute diese beiden Scheiben bei mir zum Rotieren. Zuvor schlummerten sie schon geraume Zeit im Ungehört-Stapel.
Leonardo Vinci
Partenope (UA 1724)
Sonia Prina - Partenope Maria Grazia Schiavo - Rosmira/Eurimene Maria Ercolano - Arsace Eufemia Tufano - Emilio Stefano Ferrari - Armindo Charles do Santos - Ormonte
I Turchini di Antonio Florio - Antonio Florio (Gesamtaufnahme, 2 CDs, Dynamic, 2011)
Gesamtspielzeit 125`24
Mir gefällt der repräsentativ-prunkvolle, manchmal etwas steife Stil - ist das typisch für die neapolitanische Schule? Sehr sympathisch ist mir die Entscheidung, die Kastraten-Rollen mit Frauen zu besetzen. Stefano Ferraris und Eufemia Tufanos Timbres sind nicht ganz mein Geschmack. Der von Signora Schiavo schon eher - allerdings hat sie stellenweise mit der Atem-Koordination in den Koloraturen zu kämpfen. Diese (die Koloraturen) perlen bei Sonia Prina dagegen so blitzsauber heraus, daß es Gänsehaut macht! Das Duett Rosmira / Arsace im II. Aufzug überrascht mit seiner avantgardistischen Musiksprache - das klingt beinahe nach Mozarts Figaro. Eine witzige Pointe bringt im III. Aufzug Arsaces List, beim von Eurimene geforderten öffentlichen Zweikampf zu verlangen, sie sollten mit freiem Oberkörper kämpfen. Dadurch ist der Herausforderer gezwungen, seine wahre Identität als Rosmira zu enthüllen. Das kunterbunte Verwirrspiel um Liebe und Macht wird durch diesen Coup endlich seinem Happy End zugeführt. Die Bühnengeräusche in dieser Live-Aufnahme steuern lebendige Atmosphäre bei. Pointiertes Spiel der Instrumentalisten, Variabilität im Basso continuo - mal mit Cembalo, mal mit Laute. Guter Klang, gute Klangbalance. Keine Textbeilage.
Die Momente haben durchaus ihre Momente. Vor dieser knapp einstuendigen Version von 1965 gab es eine kuerzere und 1969 war das Werk auf fast 2 Stunden Laenge angewachsen. Bewahre! Mir ist schon die eben gehoerte Version etwas zuviel des Guten. Aber trotz der Laenge(n) macht das Lust darauf, noch mehr von Charlie zu erkunden.
a-way (13.02.2023, 12:22):
Franz Schubert - Moments musicaux, D. 780 (op. 94) 1st Chopin Festival Hamburg 2018, Ewa Poblocka, Klavier
palestrina (13.02.2023, 16:15):
Zuvor schlummerten sie schon geraume Zeit im Ungehört-Stapel. :I = aber .....besser spät als nie!
Sehr sympathisch ist mir die Entscheidung, die Kastraten-Rollen mit Frauen zu besetzen. :D :A ;)
Diese (die Koloraturen) perlen bei Sonia Prina dagegen so blitzsauber heraus, daß es Gänsehaut macht! Lieber Sfantu, ich habe sie sehr oft Live gesehen, diese kleine agile Person hat mich nie enttäuscht!
Noch erwähnen möchte ich die Mezzosopranistin Maria Ercolano als Arsace ihre warme satte Stimme hatt mich völlig überrascht!
LG palestrina
Toni Bernet (13.02.2023, 16:52): Concerto gregoriano (1921)
In den vergangenen Wochen habe ich mich ausführlich mit Ottorino Respighis Concerto gregoriano auseinandergesetzt. Es kann neben den häufig gespielten Violinkonzerten von Bruch, Sibelius und Glasunows durchaus bestehen. Eine klare Struktur verbindet sich mit einem säkularisierten Mystizismus und kann zu einem tiefen Hörerlebnis werden, wenn man sich auf diese Welt von Respighi einlässt. Eine Möglichkeit, sich mit dem Konzert vertrauter zu machen, findet sich hier: https://unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com/sp%C3%A4tromantik/respighi-neu-hinzugef%C3%BCgt/
Joe Dvorak (14.02.2023, 01:49): Concerto gregoriano (1921)
In den vergangenen Wochen habe ich mich ausführlich mit Ottorino Respighis Concerto gregoriano auseinandergesetzt. Es kann neben den häufig gespielten Violinkonzerten von Bruch, Sibelius und Glasunows durchaus bestehen. Eine klare Struktur verbindet sich mit einem säkularisierten Mystizismus und kann zu einem tiefen Hörerlebnis werden, wenn man sich auf diese Welt von Respighi einlässt. Eine Möglichkeit, sich mit dem Konzert vertrauter zu machen, findet sich -> hier. Ich folge der (fuer mich leichter lesbar gemachten) Anregung und hoere seit ueber 5 Jahren :S mal wieder diese mit ihrem dunklen Klangbild gut zum Werk passende Aufnahme:
Ottorino Respighi - Concerto Gregoriano, P. 135 Lydia Mordkovitch, BBC Philharmonic, Edward Downes
a-way (15.02.2023, 11:11):
_______________________________________________
aus New South American Discoveries: Diego Luzuriaga - Responsorio The Norwegian Radio Orchestra, Miguel Harth-Bedoya + Octandre Edgard Varèse - Octandre; Diego Luzuriaga - Grave Bossa; Thomas Bruttger - Monolith; Coriún Aharonián - Gente; Mariano Etkin - Abgesang Mambo; Graciela Paraskevaídis - Sendas; Rolf Riehm - Sarca - Il fiume Sarca Ensemble Aventure https://www.ensemble-aventure.de/de/aventure/ensemble/cds2/octandre?titel=2
Mir ist noch unklar, wie die beiden unterschiedlichen Cover von "Octandre" zu erklären sind, weil ich außer dem Cover keine weiteren Unterschiede sehe. Ausgangspunkt fürs heutige Hören war die Suche nach ecuadorianischen Musikern, die mich zu Diego Luzuriaga führte. Er wurde 1955 in Loja, Ecuador geboren. Seine Komposition "Grave Bossa" sei eine Zeitlupenversion eines der verschiedenen Begleitmuster des Bossa Nova - so langsam, dass es gar nicht mehr nach "Bossa" klinge, sagt er.
Andréjo (15.02.2023, 11:56): Sehr interessante CDs! Sehr wahrscheinlich kenne ich nur das Stück von Varèse. Und vom Namen her Riehm. Dank an away!
;) Auch das Tier kenne ich nur aus dem Zoo. Ein Guanako?
Die unterschiedlichen Cover wird es vermutlich wegen einer Neuauflage geben. Das wäre der Normalfall, aber das weißt Du ja genauso wie ich. Und der Rückseite der Produktion kann ich das auf die Schnelle allerdings nicht entnehmen.
:hello Wolfgang
a-way (16.02.2023, 14:00): Ein Guanako? Lama würde ich sagen ^^
Sehr wahrscheinlich kenne ich nur das Stück von Varèse. Und vom Namen her Riehm. So dachte ich auch, aber Rolf Riehm habe ich mit Wolfgang Rihm verwechselt und kannte von ihm noch gar nichts.
Die unterschiedlichen Cover wird es vermutlich wegen einer Neuauflage geben. Das wäre der Normalfall, aber das weißt Du ja genauso wie ich. Und der Rückseite der Produktion kann ich das auf die Schnelle allerdings nicht entnehmen. Mich hat irritiert, dass beide im gleichen Jahr erschienen sind und ob eine genauere zeitliche Differenz den Unterschied erklärt, habe ich noch nicht geschaut. Das eine Cover habe ich über die Stichwortsuche auf amazon gar nicht gefunden, bei Discogs wurde das andere nicht angezeigt, auf der Seite des Ensembles habe ich auch nur das luftige Höhencover gesehen. Ich nehme es jetzt erst mal so und höre mich bei Rolf Riehm und Wolfgang Rihm etwas mehr um:
Rolf Riehm - Wer sind diese Kinder + Hamamuth - Stadt der Engel Nicolas Hodges, Klavier SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Beat Furrer
Wolfgang Rihm - 11. Streichquartett / Interscriptum / Grave Minguet Quartett, Markus Bellheim, Klavier
Der Booklet-Text der CD von Rolf Riehm beginnt mit: "Von der Strategie der Erschütterung - Was Kunst zu leisten vermag." Versuche, das Spektrum politischer Musik substanziell zu erweitern. Hamamuth - Stadt der Engel ist eine Reaktion auf den Irak-Krieg (2006 uraufgeführt) / "Erhellende Erschütterungen" - das Weitere ist lang zu lesen X/ - ich höre erst mal lieber. Wolfgang Rihm hat das 11. Streichquartett erst 9 Jahre nach dem 12. vollendet / 12-jähriger Entstehungsprozess und mehr als 400 Werke komponiert; eine genauere Einordnung als "Neue Musik" scheint wohl nur schwer, wenn überhaupt, möglich. Mit "Zwischen Jagden und Formen, Toten und Untoten" ist das Booklet überschrieben. "Jagden und Formen" ist ein symphonisches Orchesterwerk von ihm.
Andréjo (16.02.2023, 15:50): Von Riehm kenne ich vermutlich keine Musik, von Rihm schon ein Dutzend Nummern. Der ist ein rechter Hansdampf in allen Gässchen. Die Namen werden gerne verwechselt, wie ich schon festgestellt habe.
:) Wolfgang
Amonasro (16.02.2023, 18:10):
Richard Wagner: Das Rheingold
Wotan - Hans Hotter Donner - Hermann Uhde Froh - Gerhard Stolze Loge - Erich Witte Alberich - Gustav Neidlinger Mime - Paul Kuen Fasolt - Ludwig Weber Fafner - Josef Greindl Fricka - Ira Malaniuk Freia - Bruni Falcon Erda - Maria von Ilosvay Woglinde - Erika Zimmermann Wellgunde - Hetty Plümacher Floßhilde - Gisela Litz
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Clemens Krauss
Gruß Amonasro
Amonasro (17.02.2023, 21:58):
Richard Wagner: Die Walküre
Siegmund - Ramón Vinay Sieglinde - Regina Resnik Wotan - Hans Hotter Brünnhilde - Astrid Varnay Hunding - Josef Greindl Fricka - Ira Malaniuk Gerhilde - Brünnhild Friedland Ortlinde - Bruni Falcon Waltraute - Lise Sorrell Schwertleite - Maria von Ilosvay Helmwige - Liselotte Thomamüller Siegrune - Gisela Litz Grimgerde - Sibylla Plate Roßweiße - Erika Schubert
Orchester der Bayreuther Festspiele, Clemens Krauss
Gruß Amonasro
a-way (18.02.2023, 14:54):
Joseph Haydn - Stabat Mater + Libera me Domine Marta Mathéu, Sopran; Gloria Banditelli, Mezzosopran; Mirko Guadagnini, Tenor; Sergio Foresti, Bass Coro Canticum Novum Accademia Hermans, Fabio Ciofini
Joe Dvorak (18.02.2023, 16:32):
"Stockhausen - Michael's Farewell" John Wallace (Trompete), Andrew Powell (Live-Elektronik) Andrew Powell - Plasmogeny II Roger Smalley - Echo III Tim Souster - The Transistor Radio of St. Narcissius Karlheinz Stockhausen - Michaels Abschied Auch wenn der Star auf dem Cover irrefuehrend als Alleinunterhalter herausgestellt wird, sind es noch mehr die 'Zugaben', die dieses Album zu einem Klangabenteuer sondergleichen machen. Aufregender und abwechslungsreicher Stoff ohne eine fade Minute.
Maurice inaktiv (18.02.2023, 21:30): John Wallace (Trompete) Wallace gehörte zu den führenden Trompetern der Klassik, die sich der zeitgenössischen Musik widmeten. Er war Solo-Trompeter des Philharmonia Orchestra und der London Sinfonietta, dem führenden britischen Orchester für moderne Musik. Ein ausgezeichneter Trompeter. Ich habe ihn auch hier vorliegen mit einer CD.
Philidor (19.02.2023, 09:01): Heute ist Estomihi, der letzte Sonntag vor der Passionszeit. Bach schrieb 1723 zwei wunderbare Kantaten für diesen Sonntag als Bewerbung für die Stelle in Leipzig. Wenn Ihr nur eine einzige CD mit Bach-Kantaten ins Regal stellen wolltet, diese wäre mMn ein guter Kandidat:
J. S. Bach
"Du wahrer Gott und Davids Sohn" BWV 23 "Jesus nahm zu sich die Zwölfe" BWV 22
Dorothee Mields, Matthew White, Jan Kobow, Peter Kooy Collegium Vocale Gent Philippe Herreweghe
a-way (19.02.2023, 15:43): Heute ist Estomihi, der letzte Sonntag vor der Passionszeit. Danke, fürs darauf aufmerksam machen! ___
Femmes Fatales - Soprano Heroines from the Orient
- Maurice Ravel: Shéhérazade - Samuel Barber: Andromache’s Farewell - Georges Bizet: Les Pêcheurs de perles - Comme autrefois dans la nuit sombre (‘As once in the dark night’) - Karol Szymanowski: Pieśni księżniczki z baśni (‘Songs of a Fairy-Tale Princess’) I. Samotny księżyc (‘The Solitary Moon’) II. Słowik (‘The Nightingale’) IV. Taniec (‘Dance’) - Nikolay Andreyevich Rimsky-Korsakov: Le Coq d’or- Hymn to the Sun - Giacomo Puccini: Turandot - Tu che di gel sei cinta (‘You who are bound in ice’) + Signore, ascolta! (‘Listen, master!’) - Jules Massenet: Thaïs - Dis-moi que je suis belle (‘Tell me that I am beautiful’)
Seljan Nasibli, Sopran National Symphony Orchestra of Ukraine, Yalchin Adigezalov
a-way (19.02.2023, 18:18):
Walter Piston - Violin Concertos Nos. 1 & 2 Fantasia for Violin and Orchestra James Buswell, Violine National Symphony of Ukraine, Theodore Kuchar
Amonasro (19.02.2023, 19:56):
Richard Wagner: Siegfried
Siegfried - Wolfgang Windgassen Mime - Paul Kuen Brünnhilde - Astrid Varnay Wanderer - Hans Hotter Alberich - Gustav Neidlinger Fafner - Josef Greindl Erda - Maria von Ilosvay Waldvogel - Rita Streich
Orchester der Bayreuther Festspiele, Clemens Krauss
Gruß Amonasro
a-way (20.02.2023, 07:56):
Franz Liszt - - Die Ideale + Les Préludes Prague Piano Duo - Totentanz, Paraphrase über "Dies Irae" Rian de Waal, Piano; Anima Eterna, Jos van Immerseel
Amonasro (21.02.2023, 21:52):
Richard Wagner: Götterdämmerung
Brünnhilde - Astrid Varnay Siegfried - Wolfgang Windgassen Hagen - Josef Greindl Alberich - Gustav Neidlinger Gunther - Hermann Uhde Gutrune - Natalie Hinsch-Gröndahl Waltraute - Ira Malaniuk Woglinde - Erika Zimmermann Wellgunde - Hetty Plümacher Floßhilde - Gisela Litz 1. Norne - Maria von Ilosvay 2. Norne - Ira Malaniuk 3. Norne - Regina Resnik
Chor & Orchester der Bayreuther Festspiele, Clemens Krauss
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (24.02.2023, 00:35): Senile Bettflucht schenkte mir zusaetzliche Wachstunden, die an einen der Urvaeter des Heavy Metal gingen:
Richard Wagner - Götterdämmerung, WWV 86D Gun-Brit Barkmin, Daniel Brenna, Hong Kong PO, Jaap van Zweden
Daraus vorerst der Prolog und der erste Akt. Das ist Spiel & Gesang ohne grosses Gewagnere, ganz nach meinem Gusto. Wenn es mich in diesem Leben nochmal nach dem Ring duerstet, dann hoere ich diesen:
Amadé (24.02.2023, 09:26):
Schubert: Streichquintett C-Dur. hier oberste Liga
Gruß Amadé
a-way (24.02.2023, 14:06):
Olivier Messiaen - Quatuor pour la Fin du Temps Martin Fröst, Klarinette; Lucas Debargue, Piano; Janine Jansen, Geige; Torleif Thedéen, Cello https://sonyclassical.de/alben/releases-details/messiaen-quatuor-pour-la-fin-du-temps-quartet-for-the-end-of-time
Schoenes Cover. Leider musste das von mir sehr gemochte Avatar-Teufelchen schon wieder weichen. Ich wollte es nicht gleich als längerfristiges Motto. ^^
Maurice inaktiv (25.02.2023, 09:32):
Franz Krommer : Sinfonien Nr. 6 & 9
Orchestra della Svizzera italiana , Howard Griffiths
Die 6.Sinfonie ist 1823 entstanden, im gleichen Jahr fand auch die Uraufführung statt (16.11.1823 in Wien). Das dürfte das einzige Mal gewesen sein, dass die Sinfonie überhaupt aufgeführt worden war. Das Werk wurde nie gedruckt, Abschriften seien nicht bekannt, so das Booklet. Eine echte Rarität also.
Die 9.Sinfonie wurde am 17.September 1830 beendet, kurz vor seinem 71.Geburtstag. Es dürfte vermutlich sein letztes Wer gewesen sein, dass Krommer geschrieben hatte. Eine Aufführung ist nicht bekannt, darüber gibt es keinerlei Hinweise. Sie wurde zur Einspielung hier auf CD also wohl nie gespielt. Eine ebenso große Rarität also.
Da sich Griffiths mit Musik dieser Zeit sehr auskennt, kann man davon ausgehen, dass er auch hier entsprechend gute Arbeit abgeliefert hat. Vergleichsmöglichkeiten sind natürlich nicht möglich, oder zumindest noch nicht.
a-way (25.02.2023, 11:11):
Dmitri Shostakovich Sinfonie Nr. 1 Scherzi Theme and Variations Five Fragments Orchestre Philharmonique Luxembourg, Gustavo Gimeno
a-way (25.02.2023, 11:14): War wohl doch besser mit dem anderen Avatar.
a-way (25.02.2023, 16:14):
Dmitry Shostakovich:
- Odna (Alone), Complete Film Score, 1929 - 1931 Irina Mataeva, Sopran; Anna Kiknadze, Mezzosopran; Dmitry Voropaev, Tenor Mark van Tongeren, Oberton-Gesang Barbara Buchholz, Theremin Vokalensemble der HfMDK Frankfurt Frankfurt Radio Symphony Orchestra, Mark Fitz-Gerald (Dirigat und Rekonstruktion)
aus Urban Requiem 1. Scott Lindroth - Spin Cycle 2. Camille Saint-Saëns, arr. Lee Brooks - Introduction and Rondo-Capriccioso for Flute, Clarinet and Wind Orchestra Kathryn Thomas Umble, Flöte; Robert Fitzer, Klarinette
Youngstown State University Symphonic Wind Ensemble, Stephen L. Gage
Noch zum heutigen Abschluss.
Amonasro (25.02.2023, 21:58):
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Jessye Norman, Agnes Baltsa, José Carreras, Jewgeni Nesterenko
Chor & Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Riccardo Muti
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (26.02.2023, 03:24):
James Emery - Transformations Franz Koglmann (Fluegelhorn), Tony Coe (Tenorsaxophon, Klarinette), James Emery (Akustikgitarre), Klangforum Wien, Emilio Pomarico
Das ist gelungener Third Stream. Die fruehen Versuche, Jazz und klassische Komposition zusammenzubringen, ueberzeugen mich wenig. Komponisten wie Gershwin oder Milhaud nehme ich trotz reichlichem Gebrauch des Jazz-Idioms als klassisch wahr und Jazz-Musiker wie z.B. Ellington oder Kenton, die gelegentlich klassische Kompositionsweisen anwandten, klingen immer noch nach Jazz. Liebermann fand die Mitte, aber ich empfinde das als ein Nebeneinanderher. Bei Schuller verlieren sich die Grenzen, doch dessen von mir gehoerte Kompositonen gefielen wenig (eine ausdrueckliche Ausnahme ist das Oktett, aber das ist kein Third Stream). Bei der Avantgarde ist die Verschmelzung dagegen einfach, aber das liegt in der Natur der Sache, weil dort die Musik aus beiden Lagern von vorne herein keine klaren Grenzen mehr kennt. Und dann gibt es Emery, bei dessen Transformations ich mich -ausser im jazzlastigen Finale- nun wirklich nicht festlegen kann, ob das Jazz oder klassische Konzertmusik ist. Das Werk dauert ca. 40 Minuten und besteht aus 5 Saetzen und drei Interludien. Der Untertitel Music for 3 Improvisers and Orchestra deutet darauf hin, dass hier wie in Liebermanns Concerto for Jazz Band and Symphony Orchestra eine 'Arbeitsteilung' stattfindet, aber dass die eben nicht so klar ist, macht zusammen mit der stringenten Form die grosse Staerke des Werkes aus. Es ist gleichwohl nicht nur die stilistische Sonderstellung, die das interessant macht, sondern das ist unabhaengig davon einfach richtig gute Musik, die unterhaelt und fordert. Fuer den Zugang ist es sicher kein Nachteil, klassizistischen Stravinsky und gute Filmmusik zu moegen, auch dissonant Neutoenerisches sollte man gelegentlich abkoennen.
Maurice inaktiv (26.02.2023, 09:43): Die fruehen Versuche, Jazz und klassische Komposition zusammenzubringen, ueberzeugen mich wenig. Komponisten wie Gershwin oder Milhaud nehme ich trotz reichlichem Gebrauch des Jazz-Idioms als klassisch wahr und Jazz-Musiker wie z.B. Ellington oder Kenton, die gelegentlich klassische Kompositionsweisen anwandten, klingen immer noch nach Jazz. Ich gebe Dir in gewisser Weise recht, aber Du irrst Dich bei Gerhswin doch sehr. Gerhswins beide Stücke "Summertime" und "I got Rhythm" sind beide aus dem Jazz nicht wegzudenken. Bei "I got Rhythm" ist es besonders deutlich: Die "Rhythm-Changes" (AA-B-A-Form) gehren zu den wichtigsten Harmonie-Grundlagen vieler bekannter Jazzstücke. Doch die Stücke müssen von Jazzern gespielt werden, sonst sind sie als Jazznummern nicht zu verkaufen. Daher war es auch so schwierig, beide Richtungen zu verbinden und wirklich überzeugende Ergebnisse abzuliefern.
Bei Stan Kenton muss man auch etwas differenzieren. Sowohl Bob Graettinger hat z.B. mehr als Jazzer komponiert (für Kenton vor allem), Duke Ellington war immer ein Jazz-Komponist, der allerdings viel vom Impressionismus aufgesogen hat, den er sehr liebte.
Du hast Gil Evans vergessen. Auch er war primär Jazzer gewesen, wenn auch einer, der die Grenzen zur E-Musik oftmals kreuzte. Denke an die Aufnamhen, die er mit Miles Davis gemacht hat. Das war - bedingt durch die ausführenden Musiker - sehr stark vom Jazz geprägter Third Thream.
Bei Schuller verlieren sich die Grenzen, doch dessen von mir gehoerte Kompositonen gefielen wenig (eine ausdrueckliche Ausnahme ist das Oktett, aber das ist kein Third Stream) Da gebe ich Dir recht. Schuller ist einer der ersten Klassiker gewesen, die den Jazz verstanden haben, ohne aber völlig aus der Klassik "auszusteigen".
Wenn man sich mal heute Marcus Roberts (Ex-Pianist von Wynton Marsalis), Michele Camilo oder Wayne Marshall anhört, wird deutlich, wie flexibel Musiker sein können. Hier verschwinden die Grenzen teilweise völlig. Höre Dir mal Roberts unter Seiji Ozawa an, wenn er mit den Berliner PO auf der Waldbühne Gershwin spielt. Besonders deutlich wird es dann, wenn man diesen Musikern ein Jazz-Duo an Bass und Drums dazu gibt.
a-way (27.02.2023, 11:05):
Richard Strauss - Feuersnot, ein Sinngedicht in einem Akt von Ernst von Wolzogen. Op. 50
Rouwen Huther - Schweiker von Gundelfingen, der Burgvogt Lars Woldt - Ortolf Sentlinger, der Bürgermeister Simone Schneider - Diemut, seine Tochter Monica Mascus - Elsbeth Sandra Janke - Wigelis Olena Tokar - und Margret, deren Gespielinnen Markus Eiche - Kunrad, der Ebner Wilhelm Schwinghammer - Jörg Pöschel, der Leitgeb Michael Kupfer - Hämerlein, der Fragner Andreas Burkhart - Kofel, der Schmied Ludwig Mittelhammer - Kunz Gilgenstock, der Bäck und Bräuer Song Sung Min - Ortlieb Tulbeck, der Schäfflermeister
Chor des Bayerischen Rundfunks Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz Münchner Rundfunkorchester, Ulf Schirmer
Joe Dvorak (28.02.2023, 04:42): Die fruehen Versuche, Jazz und klassische Komposition zusammenzubringen, ueberzeugen mich wenig. Komponisten wie Gershwin oder Milhaud nehme ich trotz reichlichem Gebrauch des Jazz-Idioms als klassisch wahr und Jazz-Musiker wie z.B. Ellington oder Kenton, die gelegentlich klassische Kompositionsweisen anwandten, klingen immer noch nach Jazz. Ich gebe Dir in gewisser Weise recht, aber Du irrst Dich bei Gerhswin doch sehr. Gerhswins beide Stücke "Summertime" und "I got Rhythm" sind beide aus dem Jazz nicht wegzudenken. Bei "I got Rhythm" ist es besonders deutlich: Die "Rhythm-Changes" (AA-B-A-Form) gehren zu den wichtigsten Harmonie-Grundlagen vieler bekannter Jazzstücke. Doch die Stücke müssen von Jazzern gespielt werden, sonst sind sie als Jazznummern nicht zu verkaufen. Ich meine, wir liegen da gar nicht weit auseinander. Gershwin hat den Jazz vereinnahmt und davon floss wieder viel zurueck. Unzaehlige Gershwin-Lieder sind zu Jazz-Standards geworden und um Summertime kam nicht mal der grosse Coltrane herum. Aber wie du richtig schreibst, wenn Gershwins Kompositonen nicht von Jazzern, sondern von klassischen Orchestern gespielt werden, klingt es in meinen Ohren rein klassisch. Die Jazz-Elemente sind 'Beiwerk', aber eine echte Fusion findet nicht statt. So meine ich mich jedenfalls zu erinnern. Ich habe ewig keinen Gershwin mehr gehoert - das wird jetzt im Zuge meines aktuellen Jazz-Fieberschubes mit dieser spannenden Kopplung geaendert:
Gershwin / Varèse / Stravinsky - Transatlantic Cincinnati SO, Louis Langrée
George Gershwin - An American in Paris (kritische Edition, ungekuerzte Version) Edgard Varèse - Ameriques (Originalversion 1922) Igor Stravinsky - Sinfonie in C
Maurice inaktiv (28.02.2023, 08:37): Aber wie du richtig schreibst, wenn Gershwins Kompositonen nicht von Jazzern, sondern von klassischen Orchestern gespielt werden, klingt es in meinen Ohren rein klassisch. Die Jazz-Elemente sind 'Beiwerk', aber eine echte Fusion findet nicht statt. So meine ich mich jedenfalls zu erinnern. Ja, genau so sehe ich es auch. Es gibt Ausnahmen. Bei Wayne Marshall, Michael Tilson Thomas und Andrew Litton klingt das weitaus mehr nach einer Verschmelzung, bei den bereits genannten Marcus Roberts oder Michele Camilo (beides sind Jazzer) ist derÜbergang wirklich gelungen. Diese Musiker sind aber in beiden Lagern zuhause.
a-way (01.03.2023, 05:17):
Bruce Adolphe - Chopin Dreams + Seven Thoughts Considered as Music Carlo Grante, Piano
Bruce Adolphe (*31.05.1955) ist amerikanischer Komponist, Schriftsteller + Pianist, sowie Moderator vom "Piano Puzzler" im Rahmen des „Performance Today“-Klassikprogramms (National Public Radio). https://www.yourclassical.org/performance-today https://www.npr.org/podcasts/381443927/performance-today-s-piano-puzzler (Podcast) Er hat u. a. für Yo-Yo Ma, Itzhak Perlman, Sylvia McNair und auch das Orpheus Chamber Orchestra Werke geschrieben. "Self Comes to Mind" ist eine neurologisch inspirierte Komposition (in Zusammenarbeit mit dem Neurowissenschaftler Antonio Damasio). Also mein Interesse ist geweckt und meine Ohren hören gerade gerne, was sie hören. :) Zu „Chopin Dreams“ sagt der Komponist, es sei nicht als Widmung gedacht, sondern emotional stark aufgeladen; beim Komponieren habe er sich vorgestellt Chopin würde noch leben, in New York, und vielleicht Geld in einem Jazz Club verdienen. In „Seven Thoughts Considered as Music“ werden 7 provokative und tiefgründige Aussagen aufgegriffen und musikalisch umgesetzt.
Joe Dvorak (02.03.2023, 06:50):
Asia Piano Avantgarde - Japan Vol. 1 Steffen Schleiermacher (Klavier)
Ein sehr durchwachsenes Programm. Mein Highlight ist die Auftaktnummer Nacht Klänge von Toshio Hosokawa. Vol. 2 enthaelt gleich drei Stuecke von ihm und dazu noch zwei von Takemitsu. Da stelle ich jetzt die Lauscher auf:
"Calligraphy" Asia Piano Avantgarde - Japan Vol. 2 Steffen Schleiermacher (Klavier)
a-way (02.03.2023, 09:37):
aus Giantess: Valerie Coleman - Wish Sonatine; Daniel Paul Horn, piano Carter Pann - Double Espresso; Carter Pann, piano Jennie Oh Brown, Alt & Querflöte
und
aus Through Broken Time: Tania Léon - Alma (2009)* Alvin Singleton - Argoru III (1971) und nochmal die Wunschsonatine von Valerie Coleman (2015)* Jennifer Grim, Flöten *Michael Sheppard, Klavier
Valerie Colemans (amerikanische Komponistin und Flötistin, Gründerin von "Imani Winds" (New Yorker Bläserquintett)) „Wish Sonatine“ ist eine Tondichtung mit eingesprochemen Text (Wish – The Rose of Toulouse / Fred D’aguiar). Tania Léon eine 1943 geborene Komponistin aus Kuba / nach "Freedom Flight"-Emigration New York, wo sie ihre musikalischen Studien weiter fortgesetzt hat. Alvin Singleton und Carter Pann kannte ich jetzt auch noch gar nicht. Interpretationen der Flötistinnen hatte ich schon manche gehört - ist sehr interessant, mal sehen, was sich noch an Infos finden lässt.
a-way (02.03.2023, 16:09):
G. F. Handel - Messiah - Great Choruses Anne Gjevang (Alt), Kiri Te Kanawa (Sopran), Keith Lewis (Tenor) Chicago Symphony Orchestra & Chorus, Sir Georg Solti
Amonasro (02.03.2023, 19:49):
Michel Lambert: Airs de Cour Jean-Baptiste Lully: Trios pour le coucher du roi (Auszüge)
Stephan van Dyck (Tenor) Musica Favola
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (03.03.2023, 04:06):
Franz Schubert - Sinfonie C-Dur, D. 944 Concerto Budapest, András Keller
Nicht uebel, das gefiel mir weit besser als unleangst mit Holliger.
Amonasro (04.03.2023, 11:17):
Georg Friedrich Händel/Charles Jennens: Saul
Saul - Christopher Purves David - Sarah Connolly Jonathan - Robert Murray Merab - Elizabeth Atherton Michal - Joélle Harvey High Priest - Mark Dobell Witch of Endor - Jeremy Budd Ghost of Samuel - Stuart Young Abner - Eamonn Dougan Doeg - Ben Davies Amalekite - Tom Raskin
The Sixteen, Harry Christophers
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (05.03.2023, 00:59): Eine weitere "Grosse":
Franz Schubert - Sinfonie C-Dur, D. 944 Solistes Europeéns Luxembourg, Christoph König
Amonasro (05.03.2023, 15:12): Heute nochmal Händel:
Georg Friedrich Händel/Thomas Morell: Joshua
Joshua - Kenneth Tarver Caleb - Tobias Berndt Othniel - Renata Pokupić Achsah - Anna Dennis Angel - Joachim Duske
Franz Schubert - Sinfonie C-Dur, D. 944 Philadelphia Orchestra, Arturo Toscanini (1941)
Es gibt mehere Einspielungen der Neunten unter der Leitung des Italieners; es lohnt es sich besonders, nach derjenigen mit dem Philadelphia Orchestra Ausschau zu halten. Besser geht es nicht, allenfalls anders.
Orchestra e Coro del Teatro alla Scala, Herbert von Karajan
Gruß Amonasro
emman (07.03.2023, 17:07): Ich höre derzeit
emman (07.03.2023, 22:50): Zum Tagesabschluß
Amonasro (07.03.2023, 23:05):
Ottorino Respighi:
Gli uccelli Antiche danze ed arie
Orchestre Philharmonique Royal de Liège, John Neschling
Gruß Amonasro
emman (08.03.2023, 10:20): Hier dreht jetzt als Frühstücksbegleitung:
:hello
emman (08.03.2023, 15:04): Hier dreht jetzt:
:hello
Maurice inaktiv (08.03.2023, 23:28): Herzlich Willkommen im Forum, liebe Emman. Dem Bild nach zu urteilen weiblich, deshalb auch so mal die Anrede. Sag mal, hast Du zufällig in meinem CD-Regal gestöbert? Bis auf die Klemperer-Einspielung habe ich Deine Aufnahmen alle hier auch noch herumstehen. Ich müsste glatt nachschauen, ob sie noch da sind. :D
Es sind übrigens richtig gute Einspielungen, die Du da ausgesucht hast, dazu zweimal mit dem unvergessenen Sir Charles Mackerras. Das freut mich sehr.
emman (09.03.2023, 00:01): Herzlich Willkommen im Forum, liebe Emman. Dem Bild nach zu urteilen weiblich, deshalb auch so mal die Anrede. Sag mal, hast Du zufällig in meinem CD-Regal gestöbert? Bis auf die Klemperer-Einspielung habe ich Deine Aufnahmen alle hier auch noch herumstehen. Ich müsste glatt nachschauen, ob sie noch da sind. :J :J :J
emman (09.03.2023, 00:05): Zum Tagesabschluß
Gute Nacht!
Joe Dvorak (09.03.2023, 03:32):
Ottorino Respighi - Trilogia Romana NBC SO - Arturo Toscanini
a-way (09.03.2023, 12:22): Huhu @emman !
Daniel-François-Esprit Auber / Augustin-Eugène Scribe - La Sirène Opéra-comique in three acts (AWV 37)
Zerlina - Jeanne Crousaud Mathéa - Dorothée Lorthiois Scopetto - Xavier Flabat Scipion - Jean-Noël Teyssier Le Duc de Popoli - Jean-Fernand Setti Nicolaio Bolbaya - Benjamin Mayenobe Pecchione - Jacques Calatayud Le Grand-Juge - Pierre de Bucy, Speaker Chorus of Soldiers and Smugglers - Les Métaboles
Léo Warynski, Chorus Master Orchestre des Frivolités Parisiennes, David Reiland
Amonasro (09.03.2023, 20:11):
Jean-Baptiste Lully:
Miserere Quare fremuerunt gentes Jubilate Deo
Les Épopées, Stéphane Fuget
Gruß Amonasro
emman (10.03.2023, 09:41): Beethoven: Symhonie Nr. 4 Op. 40 Bayeriches Staatsorchester Carlos Kleiber Orfeo C100841B
Gruss
emman (10.03.2023, 13:54): Lange nicht mehr gehoert:
Felix Draseke Symphonie Tragica Op. 40 Wuppertal SO George Hanson MDG 335 1041-2
Gruss :hello
emman (10.03.2023, 22:40): Gustav Mahler Symphonie Nr. 2 c-moll Galina Wischnjewsksya Sopran Hilde Roessl-Majdan Mezzosopra Wiener Philharmoniker Otto Klemperer Live Aufnahme 13 Juni 1963 Wiener Festwochen, Theater an der Wien Music & Arts CD-881
Gruss :hello
Maurice inaktiv (11.03.2023, 08:32):
Felix Draeseke : Sinfonien Nr.1 & 4
NDR-Radiophilharmonie , Jörg-Peter Weigle
An der Stelle einer Sinfonie von Brahms kann man sich auch gerne mal Felix Draesekes Sinfonien oder Friedrich Gernsheims Werke anhören. Leider gibt es bis heute nur eine Komplettaufnahme der Draeseke-Sinfonien, nämlich jene von CPO, die zum Glück sehr gut gelungen ist, so zumindest mein Eindruck, aber auch jener der damals noch aktiven Fachzeitschriften.
Sonst gibt es nur noch die Sinfonien Nr.1 & 3 plus dem Klavierkonzert und einigen Orchesterwerken unter der Leitung von George Hanson aus Wuppertal. Weder Naxons, noch Brilliant Classics oder Oehms haben hier etwas veröffentlicht, schade.
Amadé (12.03.2023, 09:56): Nach dem Frühstück kurzweiliges vom selben Label.
Gruß Amadé
a-way (12.03.2023, 15:28): Mehr die (oder auch von der) Etage tiefer.
Shostakovich - King Lear: The Fool's ten songs, op. 58a Louise Winter, David Johnson-Wilson City of Birmingham Symphony Orchestra, Mark Elder + Sinfonie Nr. 5, op. 47 Hallé Orchestra, Sir Mark Elder
Sfantu (12.03.2023, 21:33): Neben Previn und Haitink gehörten Bryden Thomsons Einspielungen zu meinen ersten Schritten in Sachen Vaughan Williams, Anfang der 90er. Ich kaufte mir nach und nach alle Einzel-CDs mit Ausnahme der Sea Symphony. Damals glaubte ich eine zeitlang an die CD als Medium für die Ewigkeit, kam aber zu keiner Zeit auf den Gedanken, mich von meiner Plattensammlung zu trennen. Den Alben dieser Serie begegnet man äußerst selten in der Vinyl-Ausgabe. In den letzten knapp 10 Jahren kam mir jetzt zum original dritten Mal eine dieser Scheiben unter die Augen. Und so stehen nun die Nummern drei, fünf und sechs als schwarzes Gold im Regal - die Freude ist groß! Die beiden raubtierhaften, zähnefletschenden Sinfonien vier und sechs sind immer wieder aufs Neue spannend anzuhören. Das London Symphony macht vieles (ich würde beinahe sagen, alles) richtig, die Aufnahmetechnik ist famos. Das originelle Tuba-Konzert rundet die Scheibe ideal ab: hier die düstere, abgründige Sinfonie - dort augenzwinkernd-vergnügliches Konzertieren. Mein Bruder, selbst Posaunist, Dirigent und Lehrer, der aber auch aus anderen Blechblasinstrumenten was herausbekommt, war damals richtig angefixt als er das hörte und mußte abwechselnd staunen und lachen: "Sogar Triller hat's da drin!"
Patrick Harrild, Tuba London Symphony Orchestra - Bryden Thomson (LP, Chandos, 1989)
Amonasro (12.03.2023, 22:05):
Serge Tanejew: Sinfonien Nr. 1 & 3
Novosibirsk Academic Symphony Orchestra, Thomas Sanderling
Gruß Amonasro
a-way (13.03.2023, 14:03):
Clara Iannotta 1. Dead Wasps in the Jam-Jar (III) 2. You crawl over Seas of Granite 3. A failed entertainment 4. earthing - dead wasps (obituary) Jack Quartet
Über Hornisse - Vaughan Williams - auf Dead Wasps in the Jam Jar und Clara Iannotta aufmerksam geworden, höre ich nun hier fasziniert mit hohem Interesse. Clara Iannotta wurde 1983 in Rom geboren und hat unter anderen auch bei Chaya Czernowin studiert, deren Kompositionen ich sehr schätze. You crawl over Seas of Granite ist ein Kompositionsauftrag des Quartetts / die Musiker sind zur Sicherheit auf "Billiginstrumente" umgestiegen. "Mir war bewusst, dass ich sowohl meine klangliche Vorstellung als auch die Physikalität ihrer Instrumente ans absolute Limit bringe", sagt sie selbst dazu. Die Instrumente werden zudem mit Büroklammern präpariert, die Saiten um mehr als eine Oktave nach unten gestimmt / Spannungsverlust - Tonhöhe kaum kontrollierbar, zugleich bezeichnet sie sich als Kontrollfreak. Ihr geht es um die Erweiterung utopischer Klangräume und ich finde, das ist ihr sehr gelungen - ich höre nie Gehörtes jenseits von verschiedenen Handschriften und in Summe macht es weit(er); auch die anderen Werkbeschreibungen im Booklet wie Zitate von ihr lesen sich sehr spannend, aber ich gehe jetzt erst mehr ins Hören.
Auch hier noch:
Clara Iannotta - aus Moult - Dead Wasps in the Jam-Jar II; Münchener Kammerorchester, Clemens Schuldt - aus Temporality of the Impossible - Dead Wasps in the Jam-Jar I; Dejana Sekulić, Violine - aus Longleash: Passage - Il Colore dell'Ombra - I. Pas-sÂge, come un velo II. D'un fiato III. Onirico IV. Con precisione! + Francesco Filidei - Corde Vuote (Hohle Saiten)
Maurice inaktiv (13.03.2023, 19:41):
Paul Hindemith : Symphonie "Mathis der Maler", "Konzertmusik für Streichorchester und Blechbläser" & Symphonische Metarmorphosen
Israel PO , Leonard Bernstein AD: 1989, live
Tolle Konzertaufnahme !!
Joe Dvorak (13.03.2023, 23:06):
Johannes Brahms - Klavierkonzert Nr.1 d-Moll, op. 15 Clifford Curzon, Concertgebouw Orchestra, Eduard van Beinum
a-way (14.03.2023, 13:08):
Alexander Scriabin - Sinfonie Nr. 1 Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Vladimir Ashkenazy
emman (14.03.2023, 14:53): bei mir mal wieder rausgekramt:
Gruss :hello
a-way (14.03.2023, 16:38):
Franz Liszt - Les Préludes* Tasso. Lamento e Trionfo Prometheus Gewandhausorchester Leipzig, Václav Neumann* Dresdner Philharmonie, Michel Plasson
:hello
emman (14.03.2023, 18:19): Ich höre gleich mit
CD1 Berg-Symphonie Tasso, lamento e triunfo Lés Preludes
Eternity and a Day - Komponistin Eleni Karaindrou - Filmmusik
Schönen Abend Neo
Amonasro (14.03.2023, 21:37):
Stefano Landi: La morte d'Orfeo
Orfeo - John Elwes Euridice/Nisa - Johanna Koslowsky Teti - David Cordier Bacco/Fosfore - Michael Chance Calliope/Aurora - Myra Kroese Mercurio/Fileno - Wilfrid Jochens Apollo/Ireno - Nico van der Meel L'Ebro/Furore/Caronte - Harry van der Kamp Fato/Giove - Lieven Deroo
Currende Tragicomedia, Stephen Stubbs
Gruß Amonasro
Sfantu (14.03.2023, 21:55): Ein verspätetes herzliches Willkommen Neo dem Gouldianer!
Paul Hindemith
Klaviersonaten
Nr. 1
Ruhig bewegte Viertel 3'20 Im Zeitmaß eines sehr langsamen Marsches 9'36 Lebhaft 7'54 Ruhig bewegte Viertel, wie im ersten Teil 3'35 Lebhaft 8'04
(CD, Sony, 1993 AD: 13. Okt 1966 (1), 18. Feb 1973 (2), 29. Dez 1966 & 9.-10. Jan 1967 (3))
Selten gehört und heute Abend gerade zur Stimmung passend, faszinieren die drei Sonaten mit ihrer seltsamen Mischung aus spröder Härte und Sanglichkeit.
emman (14.03.2023, 23:33): Zum Tagesausklang:
CD1 Symphonie Nr, 1 Es-dur Symphonie Nr. 2 f-moll Gürzenich-Orchester Kölner Philharmoniker James Conlon
Gute Nacht! :hello
Joe Dvorak (15.03.2023, 01:07):
Johannes Brahms - Violinkonzert D-Dur, op. 77 Scottish Chamber Orchestra, Joseph Swensen (Violine & Leitung)
Diese wie kristallklares Quellwasser sprudelnde Interpretation gefaellt mir wie schon Swensens Personalunion bei Dvorak ganz ausgezeichnet.
Joe Dvorak (15.03.2023, 03:17):
Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 1 c-Moll, op. 68 Philharmonia Orchestra, Otto Klemperer
Klemp hatte ich bei Brahms bislang nicht auf der Rechnung, aber das liegt wohl daran, dass ich Brahms an sich sehr selten drauf habe. Jedenfalls ist das besonders bei der Ersten eine naheliegende Kombination und wie eben erhoert eine nahezu perfekte.
Nordwestdeutsche Philharmonie, Werner Andreas Albert
Mit Richard Volkmann in den eiskalten, aber sonnigen Tag.
Es ist erstaunlich, dass sich nach wie vor niemand nach W.A. Albert um diese Werke gekümmert hat. Ich möchte dabei auch noch die CD mit den Serenaden empfehlen, die ebenfalls von CPO, aber mit der Deutschen Kammerakademie Neuss unter Johannes Goritzki eingespielt wurde.
emman (16.03.2023, 09:15): bei mir beginnt der Tag heute mit:
Gruss :hello
Joe Dvorak (16.03.2023, 10:23):
Johannes Brahms - Klavierkonzert Nr.1 d-Moll, op. 15 Stephen Kovachevich, LPO, Wolfgang Sawallisch
Maurice inaktiv (16.03.2023, 10:27):
Joseph Suder : Kammersinfonie A-Dur & Symphonische Musik
Bamberger Symphoniker , Uwe Mund
Joseph Suder (1892-1980) wurde in Mainz geboren, verbrachte aber ab 1911 die meiste Zeit in München. Dort fing er 1911 an der Akademie für Tonkunst an zu studieren. Er hat sich Zeit seines Lebens nicht in die atonale Musik gewagt, sondern baute auf die Musik von Bach, Beethoven und Richard Wagner auf. Allerdings arbeitete er nur selten mit dem vollen Orchester, wie viele weitere romantische oder spätromantische Komponisten. Dagegen fand er neue Formen für sich, klebte da überhaupt nicht an der Tradition. das ist jetzt sehr vereinfacht ausgedrückt.
Wer mehr über Suder wissen möchte, sollte sich auf DIESER Seite umschauen.
Joseph Suder
Mir war der Name absolut überhaupt kein Begriff, bin durch Zufall bei der Durchsicht der Angebote bei JPC auf den Komponisten gestoßen.
Andréjo (16.03.2023, 11:08): Von Suder kenne ich keine einzige Musik, obwohl mir der Name gut bekannt ist. Du wirst zustimmen, Maurice, dass auch dieses zu ändern wäre. Überdies mit den Bambergern und für kleines Geld. :)
emman (16.03.2023, 15:21): Weiter mit Serenaden.
Gruss :hello
Amonasro (16.03.2023, 19:12):
Kaiser Pedro I. von Brasilien:
Credo Abertura Te Deum Hino da independência do Brasil
emman (16.03.2023, 19:29): Lange nicht mehr gehört, muss mal wieder sein:
Gruss :hello
Maurice inaktiv (17.03.2023, 10:17): Von Suder kenne ich keine einzige Musik, obwohl mir der Name gut bekannt ist. Du wirst zustimmen, Maurice, dass auch dieses zu ändern wäre. Überdies mit den Bambergern und für kleines Geld. Ich habe es befürchtet, dass da jemand zu dem günstigen Preis folgen würde. :thumbsup: Sollte noch jemand folgen wollen, man bekommt auch auf dem Amazon Marketplace die Aufnahme günstig gerade (gebraucht von Rebuy). :D
Das mit dem "günstig auf dem Amazon Marketplace" gilt übrigens auch für die wirklich sehr gelungenen Einspielungen der Slawischen Rhapsodien von Antonin Dvorak von Naxos. :D
Ach, und Nein, ich bekomme dafür keine Provisionen von irgend einer Seite. :!: :wink
Andréjo (17.03.2023, 12:22): :) Da ich sowieso bei jpc bestellen wollte, was nicht gar so häufig geschieht, habe ich die mich stärker interessierende Scheibe mit dem Orgelkonzert dazu genommen. Der andere Suder kann warten.
(Dumme Frage: Du hast jetzt aber nicht explizit mitbekommen, dass ich bestellt habe? Wenn ja, wie? Oder ist die CD jetzt vergriffen? Gut, das kann ich vermutlich nachschauen.)
Das regelmäßige Sparangebot der Osnabrücker, bei dem das Porto wegfällt, lohnt sich für mich kaum je. Entweder bestelle ich sowieso nichts oder ich bestelle für 30 Euro. Entweder ganz oder gar nicht. :) :D
:beer Wolfgang
Andréjo (17.03.2023, 12:24): EDIT: Nein, es gibt sie noch zu kaufen aus Osnabrück Umgebung.
emman (17.03.2023, 12:57): höre z.Zt. mit Vergnügen:
Symphonie Nr. 7
Meine CD ist allerdings DECCA DDD Ovation 430728-2
Gruss :hello
Maurice inaktiv (17.03.2023, 13:30): Dumme Frage: Du hast jetzt aber nicht explizit mitbekommen, dass ich bestellt habe? Wenn ja, wie? Nein, ich arbeite nicht als IT-Spezialist für den BND oder das CIA. :D Ich habe das aus Deinem Posting heraus einfach so angenommen, dass Du zugeschlagen hast, ganz einfach. Ein wenig "Sherlock Holmes" bin ich halt doch manchmal. Ich lese auch übrigens gerne Kriminalromane, aber keinen Holmes. Den fand ich immer zu eitel und arrogant. :tongue:
:beer
Andréjo (17.03.2023, 13:43): Dumme Frage: Du hast jetzt aber nicht explizit mitbekommen, dass ich bestellt habe? Wenn ja, wie? Nein, ich arbeite nicht als IT-Spezialist für den BND oder das CIA. :D Ich habe das aus Deinem Posting heraus einfach so angenommen, dass Du zugeschlagen hast, ganz einfach. Ein wenig "Sherlock Holmes" bin ich halt doch manchmal. Ich lese auch übrigens gerne Kriminalromane, aber keinen Holmes. Den fand ich immer zu eitel und arrogant. :tongue: :beer Alles klar - hab' ich's mir fast gedacht! Selber bin ich leider oft zu langsam oder zu begriffsstutzig für Detektivisches. :) Kriminalromane lese ich selten, mag aber die gehoben-bösartigen, da extrem zynischen vier oder fünf Nummern von Friedrich Dürrenmatt. Das hat man als Deutschlehrer auch gerne für die Lektüre in der Mittel- oder Oberstufe angeboten.
Maurice inaktiv (17.03.2023, 13:46): Meine CD ist allerdings DECCA DDD Ovation 430728-2 Ist das die Doppel-CD mit den Sinfonien 7-9 und dem "Scherzo Capriccioso ?
Dvorak und von Dohnanyi passt sehr gut zusammen. Ich habe die von Dir angegebene CD plus der Neunten und den Slawischen Tänzen (also 3 Einzel-CDs). Auch klangtechnisch hervorragende Einspielungen.
emman (17.03.2023, 15:59): Meine CD ist allerdings DECCA DDD Ovation 430728-2 Ist das die Doppel-CD mit den Sinfonien 7-9 und dem "Scherzo Capriccioso ? Nein, ist es nicht. Die, die du erwähnst, ist diese:
Gruss :hello
emman (17.03.2023, 16:03): Weiter mit Dvorak:
Gruss :hello
Toni Bernet (17.03.2023, 22:02):
So beginnt dieses dieses leichtgewichtige, aber hintergründige Werk des georgischen Komponisten Otar Taktakischwili: Aus der Ferne pochen in Halbtonschritten leise Streicherachtel, darüber sucht die Geige zögernd hoch oben nach ihrer Melodie, findet dann in tieferem Geigenklang einen Abgang in punktiertem Rhythmus. Ein Anfang, der sofort gefangen nimmt, umso mehr, als sowohl das Pochen wie das Suchen weitergeht.
Weitere Informationen und ein Hörbegleiter finden sich hier: https://unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com/20-jahrhundert/taktakischwili/
emman (17.03.2023, 22:54): Wohl das letzte was heute noch laufen wird:
Gute Nacht! :hello
Amonasro (18.03.2023, 12:49):
Heitor Villa-Lobos: Violinsonaten Nr. 1-3
Emmanuele Baldini (Violine) Pablo Rossi (Klavier)
Gruß Amonasro
Sfantu (18.03.2023, 13:02): Auf den Namen des 1948 geborenen estnischen Komponisten und Jan-Rääts-Schülers Raimo Kangro stieß ich per Zufall. Einzelne Hörschnipsel weckten den Appetit. Mit 29,- CHF ein bißchen teuer zwar, bestellte ich mir dann doch diese CD. Und kann nach erstmaligem Durchhören sagen, daß es sich absolut lohnte.
Der Stil ist geprägt von Rhythmus und motorischer Energie. Das tendenziell etwas düstere Klavier-Doppelkonzert weckt vor allem in seinem Kopfsatz Assoziationen an Gamelan-Musik - Colin MacPhee kam mir in den Sinn. Auch gibt es wenige Anklänge an Filmmusik und Rock - glücklicherweise aber wohl dosiert, Crossover sagt mir nämlich nur äußerst selten zu. Auch in den langsameren Abschnitten bleibt das perkussive Element immer präsent.
Etwas lichter und lebensbejahender das knappere Bläser-Doppelkonzert.
Die Kantate möchte ich vorläufig als Glanzpunkt dieses Albums bezeichnen. Eine reizvolle und herausfordernde Aufgabe für einen Chor. Allerlei unkonventionelle Singarten wie beispielsweise Echos und Glissandi sind zu erleben, Ein Hin und Her zwischen Dialoggruppen erzeugt wirkungsvolle Stereo-Effekte. Zunächst ebenfalls rhythmisch betont und an Carl Orff erinnernd greifen nach und nach zunehmend Stille, Kontemplation, Meditation Raum. Der zugrunde liegende (estnische) Text von Leelo Tungal ist im Gegensatz zu Kangros schillernder musikalischer Ausgestaltung recht einfach und klar in der Aussage: jemand gibt seiner Freude Ausdruck. Über sein Dasein, darüber, zu lieben und geliebt zu werden, Kinder zu haben, sich an der Natur zu erfreuen und auch darüber, eines Tages nach einem erfüllten Leben die Welt wieder zu verlassen. Und dennoch auch der Freude über den Glauben an die eigene Unendlichkeit.
Dies sind ganz vorzügliche Darbietungen. Ich liebäugle mit mehr von Kangro.
Raimo Kangro
Konzert für zwei Klaviere und Kammerorchester Nr. 2 op. 36 Konzert für zwei (Konzert für Flöte, Klarinette und Orchester) op. 48 "Gaudeo", Chorkantate op.33
Nora Novik und Raffi Haradjandjan, Klavier Mihkel Peäske, Flöte Toomas Vavilov, Klarinette Junge Philharmonie Tallinn - Toomas Kapten
Kammerchor des finnischen Rundfunks - Tönu Kaljuste Das bei der Kantate beteiligte Orchester wird nicht genannt. (CD, Antes, 1996)
Nicolas_Aine (18.03.2023, 22:41): selten gehörtes Repertoire bei mir:
Franz Schubert: Winterreise
Dietrich Fischer-Dieskau, Gesang Alfred Brendel, Klavier
Amonasro (19.03.2023, 00:10):
Georg Friedrich Händel: Water Music & Music for The Royal Fireworks
Le Concert des Nations, Jordi Savall
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (19.03.2023, 03:35):
Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 4 e-Moll, op. 98 Turku PO, Leif Segerstam
Amonasro (19.03.2023, 12:22):
Heitor Villa-Lobos:
Bachianas Brasileiras Nr. 4 A lenda do caboclo Saudades das selvas brasileiras Chôros Nr. 5 Ciclo brasileiro
Marcelo Bratke (Klavier)
Gruß Amonasro
Sfantu (19.03.2023, 13:00): Amonasros Impuls zu Villa-Lobos' Violinsonaten konnte ich leider nicht folgen, da ich die entsprechende LP nicht finde.
Daher blieb ich weiter auf der Spur, die Raimo Kangros Musik legte. Ich kam vom Schüler auf den Lehrer. Ich hörte gestern und heute erneut
Jaan Rääts
Violinkonzert Nr. 3 op. 96
Florian Meierott, Violine Bieler Symphonieorchester - Thomas Rösner (CD, live, Vogt & Fritz, 2005 - kein Bild gefunden)
In einem Satz 19'41
Das 1997 für den Solisten dieser Einspielung, Florian Meierott, geschriebene Werk hat nicht wenige Anklänge an minimal music (die ich nicht besonders mag). Es bleibt allerdings bei Zutaten, die nicht durchgängig präsent sind. Der Solo-Part scheint mir gerade in diesen MM-Abschnitten sehr fordernd: hohes Tempo, kurze Notenwerte - das muß ziemlich schlauchend sein. Die wenigen ruhigeren Passagen lassen durchatmen bevor gegen Ende wieder ordentlich Fahrt aufgenommen wird.
Sfantu (19.03.2023, 13:11): Ich blieb noch ein wenig im gleichen Kulturraum, bei "I know you, honey" Rautavaara.
Einojuhani Rautavaara
Annunciations (Konzert für Orgel und sinfonisches Blasorchester)
Kari Jussila, Orgel Helsingin kaupunginorkesteri - Leif Segerstam (CD, Ondine, 1996)
In einem Satz 27'22
Ein spannendes Werk mit einem Wechsel aus ruhigen Klangflächen mit imposanten Eruptionen.
michael74 (19.03.2023, 13:42): Hallo zusammen
nachdem ich gestern das Mozart Handbuch abgeholt habe lief gestern und heute schon die GA der Violinkonzerte mit Barati Kristof
Gruß Michael
Nicolas_Aine (19.03.2023, 15:20):
aus einer anderen Box, von der ich grade kein Cover gefunden habe:
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 3 Es Dur Op. 55 "Eroica"
John Eliot Gardiner, Dirigent Orchestré Revolutionnaire et Romantique
auf die Bremer, sonst mein erster Griff ins Regal bei Beethoven, hatte ich heute keine Lust, daher nun diese auch nicht schlecht geratene Aufnahme.
emman (19.03.2023, 16:05): Gerade eingelegt:
Gruss :hello
Sfantu (19.03.2023, 17:23): @michael74
Wie gefällt Dir der Mozart mit Baráti?
Gruß, Sfantu
michael74 (19.03.2023, 17:40): @michael74
Wie gefällt Dir der Mozart mit Baráti?
Gruß, Sfantu Hallo Sfantu,
leider bin ich erst dabei das Werk anzueignen, daher habe ich noch keine Vergleiche mit anderen Einspielungen gemacht. Es ist für Gut da es eine GA ist.. es ist live
Ich habe es bei Brahms auch so dass ich nen Buch lese und mir dann zb die Serenade oder Overtüren.
Sfantu (19.03.2023, 17:52): Na, dann viel Freude beim Entdecken!
michael74 (19.03.2023, 21:52): @michael74
Wie gefällt Dir der Mozart mit Baráti?
Gruß, Sfantu Hallo Sfantu, leider bin ich erst dabei das Werk anzueignen, daher habe ich noch keine Vergleiche mit anderen Einspielungen gemacht. Es ist für Gut da es eine GA ist.. es ist live
Ich habe es bei Brahms auch so dass ich nen Buch lese und mir dann zb die Serenade oder Overtüren. Hallo Sfantu,
die Einspielung von
Gil Shaham, SWR Symphonieorchester, Nicholas McGegan
klingt dynamischer und flotter im Tempi. Auch habe ich den Eindruck beim 1. VK das es mehr Klangfarben hat vielleicht ne andere Besetzung
Gruß Michael
emman (19.03.2023, 22:28): Zum Feierabend gibt es jetzt bei mir :
Gruss :hello
Joe Dvorak (20.03.2023, 04:23):
Johannes Brahms - 3 Intermezzi op. 117, Kavierstuecke opp. 118 & 119 Radu Lupu
Gar nicht uebel. Vielleicht klappt es auf meine alten Tage ja noch mit dem ollen Rauschebart.
emman (20.03.2023, 13:21): Ich höre derzeit:
Gruss :hello
emman (20.03.2023, 15:29): Bei mir jetzt diese:
Edward Elgar Variationen über ein eigenes thema ("Enigma"), Op.36 Halle Orchester 21/23 Juni 1956
Gruss :hello
emman (20.03.2023, 18:25):
Gruss :hello
Amonasro (20.03.2023, 21:06): Heute wieder Händel:
Georg Friedrich Händel:
Coronation Anthems Solomon: Entrance of the Queen of Sheba Orgelkonzert F-Dur op. 4 Jephtha: Overture Messiah: Worthy is the Lamb Messiah: Amen
The Sixteen, Harry Christophers Orgel: Alastair Ross
Gruß Amonasro
emman (20.03.2023, 22:39): Zum Tagesausklang:
Symphonie Nr. 9 d-moll "Dem lieben Gott" 7/10/1944
Gute Nacht :hello
Joe Dvorak (21.03.2023, 00:58):
George Antheil - Ballet Mecanique Palais Royal Orchestra & Percussion Ensemble, Maurice Peress A Jazz Symphony (Originalversion 1925) + Ivan Davis (Klavier solo) Second Sonata for Violin, Piano & Drum + Charles Castleman (Violine), Randall Hodgkinson (Klavier) String Quartet Nr. 1 Mendelssohn String Quartet Ballet pour Instruments Mecanique et Percussion (Originalversion 1925) + Rex Lawson (Pianola)
emman (21.03.2023, 09:20): Bei mir gibt’s jetzt Klarinettenklänge:
Gruss :hello
emman (21.03.2023, 15:51): Bei mir jetzt diese:
Gruss :hello
emman (21.03.2023, 19:56): Ich bleibe französisch
Gruss :hello
Sfantu (21.03.2023, 20:37):
Sergeij Prokofieff
Sinfonie Nr. 2 op. 40
Berliner Philharmonisches Orchester - Seiji Ozawa (CD, DG, 1991)
Allegro ben articolato 12'10 Tema con variazioni 24'49
Hand aufs Herz - wer ist vertraut mit den Sinfonien, abgesehen von den Nummern 1 und 5? Obwohl fast alle davon mehrfach im Regal stehen, höre ich sie ausgesprochen selten. Genau dort möchte ich ansetzen um das zu ändern. Und schon nach diesem ersten heutigen Schritt frage ich mich: wieviel spannende Musik enthält man sich immer wieder vor?! Die grellen Klänge, die brutale, pure Energie des Kopfsatzes machen den Haarschopf im Nu zur Sturmfrisur. Prokofieffs eigene Aussage, er habe hier eine Musik aus Eisen und Stahl komponieren wollen, leuchtet unmittelbar ein. Der erste Satz, aber auch im zweiten Satz die Variationen V, Allegro con brio und VI, Allegro moderato, könnten ohne Weiteres in unserer Sammlung Maschinenmusik reüssieren. Im Variationensatz kontrastiert unerbittlich Hämmerndes, Geräuschhaftes mit zarter Lyrik. Das Schlußwort hat indes fahle Resignation. Eine Wucht, diese Zweite!
Ein Glücksfall, daß die Berliner und Ozawa dem Sinfoniker Prokofieff mit einer derart luxuriösen Totalen (ich schließe zugegebenermaßen leicht hypothetisch von einem Ausschnitt auf das Ganze) die Ehre erwiesen.
a-way (21.03.2023, 21:16):
Jaakko Mäntyjärvi - Salvat; Tapiola Chamber Choir, Hannu Norjanen
aus der Reihe Women of Note - A Century of Australian Composers Vol. 5: Christine Pan - Motions of Equinox; Christine Pan & Kate Moloney, Harfe; I. Blind Euphoria II. Nostalgia for Celestial Bodies Deborah Cheetham - Bungaree, Flinders Quartet Anne Boyd - Beside Bamboo, Katia Beaugeais, Saxophon; Philiip Shovk, Klavier Marlene Cummins - Starting Over, Ensemble Offspring
:hello
Nachtrag: Ich kannte keine der Komponistinnen bisher - auf die Schnelle habe ich hier: https://anam.com.au/theanamset/composers/deborah-cheetham etwas zu Deborah Cheetham zumindest gefunden. Die anderen Folgen der Reihe klingen auch sehr ansprechend - alles auf einmal ist nur nicht sonderlich praktikabel :S
Amonasro (21.03.2023, 22:59):
Heitor Villa-Lobos:
Descobrimento do Brasil Nr. 1-4 Invocação em defesa da Patria
Maria Kareska (Sopran) Chorale des Jeunesses Musicales de France, Chœurs de la Radiodiffusion Française Orchestre National de la Radiodiffusion Française, Heitor Villa-Lobos 1956
Gruß Amonasro
emman (21.03.2023, 23:09):
Gute Nacht :hello
Joe Dvorak (22.03.2023, 00:42):
Milton Babbitt - Werke für Sopran, Klavier & Tape Bethany Beardslee & Lynne Weber (Sopran), Jerry Kuderna & Robert Miller (Klavier, Tonband, Synthesizer)
"Die vier Werke auf dieser Aufnahme umfassen einen Zeitraum von einem Jahrzehnt und gehören zum Besten, was Milton Babbitt auf Tonband und sonst geschaffen hat. Philomel (1964) für Sopran, aufgenommenen Sopran und synthetischen Klang ist einer der unbestrittenen Klassiker der elektroakustischen Musik und diese Aufnahme ist die definitve. Zwei Versionen von Phonemena (1969) - eine für Sopran und Klavier, die andere für Sopran und Tonband - ein weiteres virtuoses Gesangsstück, das für die einzigartigen Talente von Bethany Beardslee geschrieben wurde, sind auf dieser Aufnahme enthalten. Post-Partitions (1966) für Soloklavier und Reflections (1975) für Klavier und Tonband stellen Babbitts komplexe und doch klare Kompositionen für Soloklavier denen gegenüber, die er für das Zusammenspiel von Live-Interpreten und Tonband geschrieben hat." (NEW WORLD RECORDS) Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) und leicht modifizert
Nach Antheil kommt Babbitt. Spannender Stoff, den ich sicher mehr als ein Mal hoeren kann, will und muss. Oder so...
Joe Dvorak (22.03.2023, 00:52): Hand aufs Herz - wer ist vertraut mit den Sinfonien, abgesehen von den Nummern 1 und 5? Das handbelegte Herz meint: Ich bin mit Nummern 1 und 5 ebenso wenig vertraut wie mit den Nummern 4, 6 & 7. Mein Prokofieff sind die Nummern 2 & 3 und meine Unterlade beherbergt die GA mit Zdenek Kosler.
Joe Dvorak (22.03.2023, 02:26): Nun sehr Vertrautes. Von Babitt zu Bach:
Johann Sebastian Bach - Brandenburgische Konzerte Nr. 1-4, BWV 1046-49 Academy of St. Martin in the Fields, Neville Marriner
Joe Dvorak (22.03.2023, 05:03):
Johann Sebastian Bach - Musikalisches Opfer, BWV 1079 Capella Istropolitana, Christian Benda
Ein kleines Opfer an Zeit fuer ein grosses Opfer an Musik.
emman (22.03.2023, 09:38):
Hieraus KV413
Gruss :hello
Andréjo (22.03.2023, 13:06): Hand aufs Herz - wer ist vertraut mit den Sinfonien, abgesehen von den Nummern 1 und 5? Das handbelegte Herz meint: Ich bin mit Nummern 1 und 5 ebenso wenig vertraut wie mit den Nummern 4, 6 & 7. Mein Prokofieff sind die Nummern 2 & 3 und meine Unterlade beherbergt die GA mit Zdenek Kosler. Vertraut? Das kommt darauf an, was man unter "vertraut" versteht. Eigenlich sind aber sowohl der Wiedererkennungswert wie die Eigenständigkeit jeder seiner Sinfonien hoch.
Oft gehört, ja. Am wenigsten die Vierte, die ja recht umstritten ist. Nicht viel mehr ist es bei der Sechsten, was sie nicht verdient hat. Den Filmmusik-Sound der Siebten mag ich. Aber ich gebe Joe gerne Recht: Seit ich sie kenne - und das ist nicht so lange wie bei Eins und Fünf, schätze ich ob ihres schweren Expressionismus und der raffinierten Farben am meisten die Nummern Zwei und Drei.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (22.03.2023, 14:03): Sergeij Prokofieff
Sinfonie Nr. 2 op. 40
Berliner Philharmonisches Orchester - Seiji Ozawa (CD, DG, 1991)
Allegro ben articolato 12'10 Tema con variazioni 24'49
Hand aufs Herz - wer ist vertraut mit den Sinfonien, abgesehen von den Nummern 1 und 5? Obwohl fast alle davon mehrfach im Regal stehen, höre ich sie ausgesprochen selten. Ein Glücksfall, daß die Berliner und Ozawa dem Sinfoniker Prokofieff mit einer derart luxuriösen Totalen Ich hatte mal genau DIESE GE und irgendwann wieder verkauft, weil ich Prokofiew nur sehr sehr selten höre. Mein Schwerpunkt liegt weniger bei den russischen Komponisten, was überhaupt nichts mit der mangelnden Wertschätzung oder inzwischen dem Krieg zu tun hat, aber Tschaikowski, Prokofiew, Schostakowitsch, Rachmaminov habe ich da (in mehr als nur ordentlichen Einspielungen) höre ich nur, wenn es mir danach ist - und es war mir schon lange nicht mehr danach.
Bei Prokofiew habe ich noch die GE der Sinfonien unter Rostropowitsch da, wenn jemand eine Alternative sucht. Kosler, Neeme Järvi, Dimitri Kitajenko oder auch Kirill Karabits könnten Alternativen sein, falls sich jemand dafür interessieren sollte.
emman (22.03.2023, 15:25):
Hieraus Robert Schumann Schymphonie Nr. 1 D-Dur op. 38 Frülingssymphonie Live Aufnahme München 29 October 1951
Gruss :hello
Andréjo (22.03.2023, 17:05): noch mal zu Prokofieff:
Da besitze ich noch Gesamtaufnahmen der Sinfonien auch mit Weller, Kitajenko (Köln) und neuerdings Roshdestvensky (mit vor allem noch den Klavierkonzerten).
Ozawa war aber meine erste - lange vorher. Sie gilt des Öfteren als langweilig, aber ich kann sie genauso hören wie die anderen, die vielleicht spannender sein mögen. Selbst wenn man bisweilen dann schon auch beginnt zu werten, nehme ich erst mal jede Interpretation für sich als gültig. Ich kann von manchen Foristen die Geschmäcklerei in jeweils eine ganz bestimmte Richtung nicht so recht oder nicht immer nachvollziehen und befinde mich hier im Forum, wie mir bereits rückgemeldet wurde, im Einklang mit einzelnen ganz ähnlich gesinnten Musikliebhabern.
:) Wolfgang
emman (22.03.2023, 20:12): Ich hörte bis gerade eben:
Gruss :hello
emman (22.03.2023, 22:54): Zum Abschluss des Abends
:hello
Sfantu (22.03.2023, 23:04): Hurtig, so lang die Eindrücke noch frisch sind, zum Vergleich eine andere Aufnahme der Zweiten aufgelegt:
Sergeij Prokofieff
Sinfonie Nr. 2 op. 40
Großes Sinfonieorchester des Zentralfernsehens und Rundfunks der UdSSR - Gennadi Roschdestwenskij (LP, Melodya / Eurodisc, AD: 1962)
Allegro ben articolato 11'26 Tema con variazioni 21'22
Rosch geht das Werk in der Tat eine Spur aggressiver, kompromissloser an als Ozawa, scheut noch weniger vor "häßlichen" Klängen zurück. Darf man / muß man aber nicht auch ein wenig relativieren? Zum Zeitpunkt der Berliner Aufnahme (Januar 1990) war Karajan gerade knappe 1 1/2 Jahre tot. Während seiner Ägide von mehr als drei Jahrzehnten designte er den charakteristische Sound dieses Klangkörpers mit seinem samtenen Streicherteppich - Farbe vor Kontur, rund vor kantig. Im Bewußtsein dieses noch nachhallenden Drills sollten wir diese Aufnahmen (zumindest auch) wahrnehmen. Mir gefällt der etwas noblere Zugang zu diesem bärbeißigen Brocken ganz ausgezeichnet - der Reiz des Komplementären sozusagen.
Mein Schwerpunkt liegt weniger bei den russischen Komponisten, was überhaupt nichts mit der mangelnden Wertschätzung oder inzwischen dem Krieg zu tun hat, aber Tschaikowski, Prokofiew, Schostakowitsch, Rachmaminov habe ich da (in mehr als nur ordentlichen Einspielungen) höre ich nur, wenn es mir danach ist - und es war mir schon lange nicht mehr danach. Muß man ja auch nicht mögen. Vieles von Tschaikowskij und Rachmaninoff kann ich mir ob der wehleidig-cineastischen Herzschmerz-Gesten nicht (mehr) antun. Diese beiden aber in einem Atemzug mit Schostakowitsch und Prokofieff zu nennen und deshalb festzustellen, russische Musik läge einem nicht, find ich nicht stimmig. Analog dazu könnte man auch sagen: "Österreichische Musik liegt mir nicht - nach Joseph Haydn, Franz Lehár oder Olga Neuwirth ist mir nur selten".
Joe Dvorak (23.03.2023, 01:40):
Johann Sebastian Bach - Sonate Nr. 3 C-Dur & Partita Nr. 3 E-Dur fuer unbegleitete Violine, BWV 1005-1006 Yehudi Menuhin
Maurice inaktiv (23.03.2023, 06:23): Vieles von Tschaikowskij und Rachmaninoff kann ich mir ob der wehleidig-cineastischen Herzschmerz-Gesten nicht (mehr) antun. Diese beiden aber in einem Atemzug mit Schostakowitsch und Prokofieff zu nennen und deshalb festzustellen, russische Musik läge einem nicht, find ich nicht stimmig. Ehrlich gesagt, ist es mir völlig wurscht, ob Du das stimmig findest oder nicht. Ich hatte vor 15 oder 20 Jahren damit weitaus weniger Probleme, dies hat sich eben geändert im Laufe der Zeit. Da wir in weiten Teilen eine andere Auffassung haben über viele Dinge, ist das kein Widerspruch, sondern einfach nur eine andere Sichtweise. Damit wirst Du leben müssen, ich kann es ja mit Deiner Auffassung auch, auch wenn sie sich mir nicht unbedingt erschließt.
a-way (23.03.2023, 12:35):
Hong Kong New Music Ensemble - Live From Prague Vol. 1
Vieles von Tschaikowskij und Rachmaninoff kann ich mir ob der wehleidig-cineastischen Herzschmerz-Gesten nicht (mehr) antun. Was genau hast du gegen "wehleidige-cineastische Herzschmerz-Gesten"? *neugierig frag*
emman (23.03.2023, 15:41):
Gruss :hello
Sfantu (23.03.2023, 19:14): Was genau hast du gegen "wehleidige-cineastische Herzschmerz-Gesten"? *neugierig frag* Au weia - die Frage kann ich gar nicht so einfach beantworten. Aber sie ist natürlich berechtigt. Nach einigem Nachdenken kristallisieren sich zwei Gründe heraus:
1.) Ich bin wohl nicht zuletzt deshalb ein ziemlicher Kino-Muffel, da ich selbst nah am Wasser gebaut habe (gebaut wurde, wäre eigentlich passender, oder?). Schicksals-Dramen um Tod, Vernichtung, verbotene Liebe oder Liebeskummer gehen mir sehr schnell an die Substanz, sind für mich sehr schnell fast körperlich wahrnehmbar. Mich da abzugrenzen, fällt mir schwer. Und diese Wirkweise der Illusionierung macht mir manchmal beinahe Angst. Drum meide ich die auslösenden Trigger so gut ich kann.
2.) Bleifüße auf dem Tränendrüsen-Pedal wie das große Schicksals-Motiv in Tschaikowskijs Sechster bauen bei mir meistens schnell eine unwillkürliche Abwehr auf. Das ist mir zu direkt und geht wieder in Richtung des oben beschriebenen ersten Grundes. Aber auch aus folgendem Gedanken heraus: Max Gold sagte in einem seiner Programme: "Ich konnte als Kind nichts mit Dingen anfangen, die dafür gemacht sind, daß man mit ihnen spielt. Mein Abenteuerspielplatz war der Sperrmüll". Will sagen: schmachtende Sehnsuchts-und Schmerzmotive sagen mir: Du hast jetzt Sehnsucht und Schmerz zu empfinden! Jetzt!! Ich vertrage Musik besser, die solche Emotionen impliziert. Oder eine solche Implikation ermöglicht - nicht aber zwingend. Die Option, subtil in verschiedene mögliche Gefühlswelten eingeladen zu werden (Gefühlswelten, die sich zudem auch überlagern oder ineinander fließen können), liegt mir viel mehr.
Sfantu (23.03.2023, 19:20): Ehrlich gesagt, ist es mir völlig wurscht, ob Du das stimmig findest oder nicht. Ich hatte vor 15 oder 20 Jahren damit weitaus weniger Probleme, dies hat sich eben geändert im Laufe der Zeit. Da wir in weiten Teilen eine andere Auffassung haben über viele Dinge, ist das kein Widerspruch, sondern einfach nur eine andere Sichtweise. Damit wirst Du leben müssen Ich kann ohne Weiteres damit leben - macht auch gar nicht Aua. Interessanter hätte ich es zwar gefunden, eine inhaltliche Diskussion zu führen. Aber ja - wer das nicht mag, der läßt es bleiben.
Sfantu (23.03.2023, 22:24): Auch andere lange nicht gehörte Dornröschen-Stücke dürfen endlich mal wieder ans Tageslicht:
Felix Mendelssohn
Streichquintett B-dur op. 87
Berliner Streichquintett:
Detlev Grevesmühl und Juan Pastor, Violinen Horst Sprenger und Ralf Kobusek, Bratschen Michael Hussla, Violoncello (CD, MDG, 1994)
Allegro vivace 10'57 Andante scherzando 3'12 Adagio e lento 8'56 Allegro molto vivace 6'05
Das zweite der beiden Quintette - Mendelssohn hat es im Sommer 1845 in Bad Soden vollendet - bietet eine besser ausgewogene Stimmenbalance als das ältere Schwesterwerk, in welchem die Primgeige über weite Strecken dominiert. Kurios das an zweiter Stelle stehende Andante scherzando - für einmal versagt sich der Komponist flink dahinhuschenden Elfenspuk, bändigt das Quirlige im gemesseneren Metrum. Herzstück des Werkes stellt der von Ernst durchdrungene langsame dritte Satz dar. Ein leichtfüßiger Kehraus dann der Schlußsatz mit kleingliedriger Motivik und dicht gewirkter Textur.
Das Berliner Streichquintett macht hier einen blitzsauberen Job. Und doch gibt es Abschnitte (Finale), die ich mir mit noch etwas mehr Attacke, mehr Ungestüm denken könnte.
Joe Dvorak (24.03.2023, 01:24): Bevor nach Bach Bartok dran ist, kommt noch diese Sonderbarkeit zu ihrem Recht.
Louis & Bebe Barron - Electronic Tonalities (OST zu Forbidden Planets)
Dieser mit Hilfe von selbst entwickelten Vakuumroehren-Schaltkreisen und einem Magnettonband realisierte Filmsoundtrack zaehlt heute zu den Pionierwerken der Elektronischen (Kunst-)Musik. Barron erklaert, dass elektronische Schaltkreise und fruehe Lebensformen nach aehnlichen Prinzipien funktionieren. Vielleicht ist das ein Grund, warum diese Musik auf mich manchmal eine direkt ins Hirn zielende, 'primordiale' Wirkung hat.
Joe Dvorak (24.03.2023, 01:34): Und nun:
Bela Bartok - Musik für Streicher, Schlagzeug und Celesta, Sz. 106, BB 114 Montreal SO, Charles Dutoit
Maurice inaktiv (24.03.2023, 09:04): @ emman: Carl Nielsen und Roshdestvensky passt auch immer hervorragend. :beer
emman (24.03.2023, 09:42): @ emman: Carl Nielsen und Roshdestvensky passt auch immer hervorragend. :beer
emman (24.03.2023, 09:43):
Gruss :hello
Maurice inaktiv (24.03.2023, 14:26):
Alberic Magnard : Sinfonien Nr.1 & 3 AD: 1989
Orchestre du Capitole de Toulouse ,Michel Plasson
Ein Zeitgenosse von Svendsen, aber aus Frankreich. Ganz andere Musik, wie aus einer anderen Welt.
Andréjo (24.03.2023, 14:41): Lohnt sich Svendsen? Dumme Frage.
Die Romanze kenne ich, die Romanze kennt man. Aber das ist auch keine Antwort auf eine dumme Frage.
:D :)
Gruß, Wolfgang
emman (24.03.2023, 23:10): Fast schon zu Ende gespielt:
:hello
Maurice inaktiv (24.03.2023, 23:25): Lohnt sich Svendsen? Dumme Frage. Ja, auch mit dieser Einspielung. du kannst Dir auch über JPC die Doppel-CD unter Mikkelsen kaufen, dann hast Du ein Gesamtpaket in sehr guter Qualität vorliegen.
Svendsen/Jansonss ist aber eine hervorragende Wahl. keine Frage.
Andréjo (25.03.2023, 00:02): Danke Dir!
Joe Dvorak (25.03.2023, 00:22):
Bela Bartok - Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug, Sz. 110, BB 115 Vladimir Ashkenazy & Vovka Ashkenazy (Klavier), Dave Corkhill & Andrew Smith (Schlagzeug)
Joe Dvorak (25.03.2023, 06:12): Eroeffnendens zum Mittag:
Ludwig van Beethoven - Ouvertueren Slovak Philharmonic, Stephen Gunzenhauser
Joe Dvorak (25.03.2023, 11:53):
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 4 B-Dur, op. 60 Chamber Orchestra of Europe, Nikolaus Harnoncourt
Es faellt mir schwer, zu glauben, dass schon ueber 30 Jahre vergangen sind, seit dieser Zyklus als "Quadratur des Kreises" fuer Furore gesorgt hat.
Sfantu (25.03.2023, 19:58): @Joe Dvorak
Den Impuls nehme ich dankend auf. Die Vierte ist mir die Liebste unter den neun (streng genommen: unter den sieben, da ich die Nummern 5 und 9 nicht mehr freiwillig höre). Quadratur des Kreises? Meinst Du wegen der Verbindung historisierende Aufführungspraxis und modernes Instrumentarium? Stimmt, dieses Prädikat gebührt dem Gespann COE und Harnoncourt sicherlich. Kurioserweise (so scheint es mir jedenfalls) wird dieses Verdienst (obgleich später entstanden) in der breiten Wahrnehmung eher David Zinman mit den Zürchern zugesprochen - wegen der Ansiedelung im budget-price-Segment?
Jedenfalls macht das Wiederhören große Freude. Und die Europäer schließen ganz dicht zu meinen all time favorites AAM - Christopher Hogwood auf. Der Schlußsatz: Herrscher im Himmel!!! Dionysischer Taumel pur!
Amonasro (25.03.2023, 21:32):
Heitor Villa-Lobos: Bachianas Brasileiras Nr. 1-3
Manoel Braune (Klavier) Orchestre National de la Radiodiffusion Française, Heitor Villa-Lobos
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (26.03.2023, 03:59): Quadratur des Kreises? Meinst Du wegen der Verbindung historisierende Aufführungspraxis und modernes Instrumentarium? Stimmt, dieses Prädikat gebührt dem Gespann COE und Harnoncourt sicherlich. Jeez! Das war die Zeit, in der man noch in der Stadt-Bibliothek Fachzeitschriften las und Radio (S2 und SWF2 - damals noch getrennt) hoerte, um sich zu informieren, daher weiss ich es nur noch ungefaehr. Die Kernaussage der Kritiker war: Man spielte das bisher entweder breit und gewichtig, mit langem Atem fuer die Entwicklungen oder brisk und revolutionaer, aber atemlos ueber Details hinwegspielend - bei NH gibt es jetzt Gewicht und Revolution und trotz der hohen Schlagzahl werden Entwicklungen plastisch herausgearbeitet und Details ausgekostet.
Hier gibt es nun einen Fall von Variante A:
Ludwig van Beethoven - Violinkonzert D-Dur, op. 61 Shlomo Mintz, Philharmonia Orchestra, Giuseppe Sinopoli
Joe Dvorak (26.03.2023, 05:44):
Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur, op. 58 Anthony Newman, Philomusica Antiqua, Stephen Simon
Sfantu (26.03.2023, 17:01): Mich begeisterte heute Brahms aus der Kammer. Den Anfang machten die beiden
Streichquintette Nr. 1 F-dur op. 88 und Nr. 2 G-dur op. 111
The Raphael Ensemble Anthony Marwood und Elizabeth Wexler, Violinen Timothy Bolton und James Boyd, Bratschen Andrea Hess, Violoncello (CD, Hyperion / Helios, 1996)
op. 88
Allegro non troppo ma con brio 11'45 Grave ed appassionato - Allegretto vivace - Tempo I - Presto - Tempo I 11'39 Allegro energico - Presto 4'58
op. 111
Allegro non troppo ma con brio 12'43 Adagio 6'16 Un poco allegretto 5'33 Vivace ma non troppo presto 5'06
Der lichtere Erstling ist von natürlichem Fluß und Abrundung beseelt. Beim zweiten Quintett bin ich oft hin und her gerissen: der Kopfsatz ist mir über weite Strecken zu schwelgerisch, zu wehmütig, mutet fast etwas dvořáksch an. Die beiden letzten Durchgänge überzeugen dafür umso mehr: von welch rätsel-und schattenhafter Stimmung ist das poco allegretto getragen! Das leidenschaftliche Vivace setzt dann ein wuchtiges Ausrufezeichen. Ganz vorzügliches Spiel der Raphaels.
Sfantu (26.03.2023, 17:27): Weiter ging's mit dem
Klavierquintett f-moll op. 34
Jenő Jandó, Klavier Kodály Quartett: Attila Falvay und Tamás Szabo, Violinen Gábor Fias, Bratsche János Devich, Violincello (CD, Naxos, 1990)
Allegro non troppo 11'04 Andante - Un poco adagio 8'22 Scherzo. Allegro - Trio 7'19 Finale. Poco sostenuto - Allegro non troppo - Presto, non troppo 10'35
Brahms überlädt seine Musik immer mal wieder - der Satz dicht, die Ideen einander überrumpelnd. So zu erleben im Finalsatz seines Klavierquintetts. Aber Jesses - was für eine funkensprühende Glut!
Eines der unverzichtbaren Kammermusik-Alben für mich - seit Jahr und Tag.
Sfantu (26.03.2023, 17:44): Schließlich noch das erste
Klavierquartett g-moll op. 25
Emanuel Ax, Klavier Isaac Stern, Violine Jaime Laredo, Bratsche Ma Yo-Yo, Violoncello (CD, Sony, 1988)
Allegro 13'38 Intermezzo. Allegro, ma non troppo. Animato 8'05 Andante con moto 10'13 Rondo alla zingarese. Presto 8'05
Meine Lieblingseinspielung des Stückes mit diesem famosen All-Star-Ensemble. Auch hier fällt wieder eine gewisse Finallastigkeit auf. Aber was für eine Pracht, dieser energiegeladene Kehraus!
Joe Dvorak (27.03.2023, 02:49): Bei mir geht es heteronom-abclich weiter. Auf Beethoven folgt Berio.
Acousmatrix - history of electronic music VII: Berio - Maderna Daraus: Luciano Berio - Momenti / Thema Ommagio a Joyce / Visage
Luciano Berio - Sinfonia Electric Phoenix (Vokalensemble), Orchestre de Paris, Semyon Bychkov
a-way (27.03.2023, 12:42):
American Beauty - A Ragtime Bouquet; Gary Smart, Piano + Scott Joplin on Guitar, Giovanni De Chiaro
Joe Dvorak (27.03.2023, 16:09): Luciano Berio - Momenti / Thema Ommagio a Joyce / Visage Das fuehrt auch den Aufgeschlossensten zu der Frage, wo die Grenzen der Musik sind. Bei diesen Werken muss man auf die universellste Definition zuruckgreifen: Organisierte Klaenge/Geraeusche/Toene. Das raubt dem freilich nichts von seiner Faszination.
Die gerade gehoerte Aufnahme der Fantastique fuehrt auch den Aufgeschlossensten zu der Frage, ob es wirklich richtig schlechte Interpretationen gibt. Das kommt bei mir bleichsuechtig und fahrig an, womit auszukommen waere, wenn ich eine Idee dahinter erkennen koennte. Aber das ist in meinen bescheidenen Ohren einfach gar nichts. (Nein, ich bin keiner der prinzipiellen LCP/Roger-Basher. Hoere z.B. die spaeten Sinfonien von Mozart, Ma Vlast oder die Unvollendete.)
Hector Berlioz - Symphonie fantastique, H 48 London Classical Players, Roger Norrington
Sfantu (27.03.2023, 22:00):
Frank Bridge
Klavierquintett (1904 - hier die revidierte Fassung von 1912)
Music Group of London: David Parkhouse, Klavier Hugh Bean und Perry Heart, Violinen Christopher Wellington, Bratsche Eileen Croxford, Violoncello (LP, nonesuch, 1982)
Adagio - Allegro moderato 13'33 Adagio ma non troppo - Allegro con brio 9'13 Andante - Allegro moderato - Con anima 7'10
Bridge bewegt sich in seinem Frühwerk gern noch im Spannungsfeld von hypertropher Spätestromantik und Expressionismus, etwa zwischen den Arenskij-Trios, Schönbergs Verklärter Nacht, Robert Gund und Botho Sigwart zu Eulenburg. Der Kopfsatz versinkt nach allem vorangegangenen Drama in kohlrabenschwarzer Düsternis. Dem chamäleonesken Mittelsatz eignet gleichermaßen raubtierhafte Eleganz wie Bedrohlichkeit. Eine beglückende, vollauf werkgerechte Darbietung.
Die Platte hatte ich letzten Monat mit einem ganzen Stoß weiterer Vinyl-Trouvaillen beim "Horenstein" in Berlin-Wilmersdorf erstanden. Exemplar in VG+ bis NM-.
Joe Dvorak (28.03.2023, 02:31):
Luigi Boccherini - Cellokonzert Nr. 9 B-Dur, G. 482 Steven Isserlis, Ostrobothnian Chamber Orchestra, Juha Kangas
Joe Dvorak (28.03.2023, 03:18): Luigi Boccherini - Cellokonzert Nr. 9 B-Dur, G. 482 Steven Isserlis, Ostrobothnian Chamber Orchestra, Juha Kangas Um nochmal den Gedanken zur 'schlechten' Interpretation aufzugreifen. Die eben Gehoerte ist sicher auch kein Eigelb, weil sie historische Informationen, die zum Zeitpunkt der Aufnahme vorlagen, ignoriert und weil sie den Komponisten in die falsche Epoche versetzt, aber das ist eben die Entscheidung der Interpreten und im Ergebnis in sich schluessig - die werden sich schon etwas dabei gedacht haben und das ist von einem Banausen wie mir zu respektieren. In diesem Sinne ist das keine richtig schlechte Interpretation. So wie -in diesem Sinne gedacht- auch Goulds Mozart nicht wirklich richtig schlecht ist (und mir sogar gefaellt) oder Karajans Sacre oder Bernsteins israelische Neunte von Dvorak...
Diese Fragen stellen sich beim naechsten Programmpunkt nicht. Hier leitet der Komponist, der ebenso ein anerkannt guter Dirigent ist:
Pierre Boulez - Le Marteau Sans Maitre Yvonne Minton (Mezzo), Ensemble Musique Vivante, Pierre Boulez (AD: 1972)
Maurice inaktiv (28.03.2023, 03:52): Die gerade gehoerte Aufnahme der Fantastique fuehrt auch den Aufgeschlossensten zu der Frage, ob es wirklich richtig schlechte Interpretationen gibt. Das kommt bei mir bleichsuechtig und fahrig an, womit auszukommen waere, wenn ich eine Idee dahinter erkennen koennte. Aber das ist in meinen bescheidenen Ohren einfach gar nichts. (Nein, ich bin keiner der prinzipiellen LCP/Roger-Basher. Hoere z.B. die spaeten Sinfonien von Mozart, Ma Vlast oder die Unvollendete.) Sir Roger macht sich zumindest einen Kopf darüber, warum er sich den Werken so annähert wie er es dann letzten Endes auch umsetzt. Bei Mozart geht es auf, bei Schumann, Mendelssohn, Haydn, Schubert und Beethoven geht es auf, bei Smetana finde ich es nicht wirklich so weltbewegend, dass man im Kreise tanzen müsste, bei Brahms, Bruckner, Mahler oder Vaughan-Williams scheiden sich die Geister.
Sfantu (28.03.2023, 12:50): Nein, ich bin keiner der prinzipiellen LCP/Roger-Basher. Denkst Du, das Phänomen ist verbreitet? Mir ist es nur von Hörwitz bekannt. Auch, wenn er sich zwischendurch halbherzig bemüht, seine Sicht zu relativieren, steht sein Pauschalurteil im Grunde felsenfest. Das ist so vorhersehbar wie ärgerlich, denn ansonsten weiß Uncle Dave sehr wohl auch zu differenzieren. Vielleicht kann man auf den gemeinsamen Nenner kommen, daß Roger Norrington Ergebnisse von schwankender Qualität abliefert? Seiner Fantastique kam damals immerhin das Verdienst zu, die erste auf alten Instrumenten und/oder historisierender Aufführungspraxis zu sein. Die Interpretation selbst habe ich nicht mehr prägnant genug im Gedächtnis - werde sie daher dieser Tage wieder mal auflegen, bin nun neugierig geworden. Gut finde ich das Album mit romantischen Ouvertüren (Ruy Blas!), seine Schubert Vier und Sechs sind Referenz bei mir! Seinen Brahms (hat er den in Stuttgart damals nochmal eingespielt?) fand ich so lala.
Maurice inaktiv (28.03.2023, 23:06): Seinen Brahms (hat er den in Stuttgart damals nochmal eingespielt?) fand ich so lala. Ja, hat er.
Ob das aber zwei verschiedene GE der Sinfonien sind weiß ich nicht.
Joe Dvorak (29.03.2023, 02:13): Nein, ich bin keiner der prinzipiellen LCP/Roger-Basher. Denkst Du, das Phänomen ist verbreitet?Mir ist es nur von Hörwitz bekannt. Auch, wenn er sich zwischendurch halbherzig bemüht, seine Sicht zu relativieren, steht sein Pauschalurteil im Grunde felsenfest. Das ist so vorhersehbar wie ärgerlich, denn ansonsten weiß Uncle Dave sehr wohl auch zu differenzieren. Vielleicht kann man auf den gemeinsamen Nenner kommen, daß Roger Norrington Ergebnisse von schwankender Qualität abliefert? Seiner Fantastique kam damals immerhin das Verdienst zu, die erste auf alten Instrumenten und/oder historisierender Aufführungspraxis zu sein. Die Interpretation selbst habe ich nicht mehr prägnant genug im Gedächtnis - werde sie daher dieser Tage wieder mal auflegen, bin nun neugierig geworden. Gut finde ich das Album mit romantischen Ouvertüren (Ruy Blas!), seine Schubert Vier und Sechs sind Referenz bei mir! Seinen Brahms (hat er den in Stuttgart damals nochmal eingespielt?) fand ich so lala. Vielleicht ist es nicht so verbereit, wie es mir den Anschein hat. Heutzutage reichen in vielen Lebensbereichen zwei, drei wortgewandte Schreihaelse aus, um den Eindruck zu erwecken, sie repraesentierten ein grosse Menge. Und vielleicht ist es nicht nur auf die Londoner Zeit beschraenkt, sondern auch oder sogar noch mehr auf die Zeit, in der den Stuttgart Sound gepraegt hat. Die Zuschreibung zeigt die Problematik - wer ueber alles von Mozart bis Bruckner seinen Eigenklang pinselt, muss mit Kritk rechnen, vor allem wenn die Historiker mit ihren Argumenten kommen. Sei's drum, mich schert das schon lange nicht mehr. Mir ging es nur darum, zu zeigen, dass meine Ratlosigkeit bezueglich Berlioz nichts mit einer Aversion gegen den Herrn zu tun hat. Neben den schon genannten Positivismen aus London zaehle ich auch die Planeten und die LvB-Pastorale aus Stuttgart zu den herausragenden Aufnahmen.
a-way (30.03.2023, 11:24):
aus Boulder Bach Festival 4. Johann Christoph Bach - Ach, dass ich Wassers gnug hätte Claire McCahan, Mezzosopran; Zachary Carrettin, Violine; Paul Miller and Vijay Chalasani, Viola; Joseph Howe and Coleman Itzkoff, Cello; Nicholas Recuber, double bass; Christopher Holman, Harpsichord und Kammerorgel
Hallo @Sfantu, erst noch mal Danke für deine ausführliche Antwort! Ich bin wohl nicht zuletzt deshalb ein ziemlicher Kino-Muffel, da ich selbst nah am Wasser gebaut habe (gebaut wurde, wäre eigentlich passender, oder?). Schicksals-Dramen um Tod, Vernichtung, verbotene Liebe oder Liebeskummer gehen mir sehr schnell an die Substanz, sind für mich sehr schnell fast körperlich wahrnehmbar. Mich da abzugrenzen, fällt mir schwer. Und diese Wirkweise der Illusionierung macht mir manchmal beinahe Angst. Drum meide ich die auslösenden Trigger so gut ich kann. Ich denke, dass ich das einigermaßen gut nachvollziehen kann, da es mir ähnlich geht. Mir hilft manche Musik aber auch, durch Gefühle zu reisen, die ich konkreter gar nicht aushalten würde zu spüren / wie ein Fluss, eine Basis, die wo hindurch tragen kann und mit der Musik der teils von euch erwähnten russischen Komponisten kann ich das aber auch nicht und wusste bisher nicht richtig warum. Vielleicht wirft sie mich mehr auf mich zurück und dann eine gewisse Unverdaulichkeit oder woanders, als ich eigentlich "nett" wollte angespült werden. Spannend im Kontrast dazu finde ich Erinnerungen an nicht klassischen russischen Gesang von Männern im Rahmen eines Zeltlagers, die mehr für sich sangen, die vielleicht mehr bei dem, was man "russische Seele" nennt andocken. Tschaikowskis 6. liebe ich allerdings auch sehr und sie hat eine Ausnahmestellung in meinem bisherigen Hörerleben, ebenso wie Rachmaninows 2., mit der ich einen sehr intensiven Hör-Abend verbinde und alle weiteren Anläufe mit "mehr Rachmaninow" sind bisher emotional aber gescheitert. Den Unterschied, den du zu Schostakowitsch und Prokofiev ziehst kann ich - vermutlich - auch nachempfinden bzw. nachdenken, der Zugang zu Prokofiev fiel mir bisher am leichtesten, da gibt es einige Lieblingswerke, ich habe nur das blöde Problem, dass Klassikhören immer noch vorwiegend intuitiv bei mir geschieht und ich extremer darum ringe, hier überhaupt ein paar Zeilen zu verfassen, die ich auch stehen lassen kann.
Wegen der Wasserbauung - weiß ich auch nicht richtig. :) Das Weitere vertage ich vielleicht erst mal besser.
:hello
Amonasro (30.03.2023, 14:42):
Giovanni Paisiello/Giuseppe Bertati: Il fanatico in Berlina
Orchestra di Conservatorio di Mantova, Elisabetta Maschio
Eine unterhaltsame Opern-Rarität, aber mit sehr halligem Klang.
Gruß Amonasro
Amonasro (30.03.2023, 21:42):
Gioachino Rossini/Francesco Maria Berio di Salsa: Otello ossia Il moro di Venezia
Otello - Michael Spyres Desdemona - Jessica Pratt Elmiro - Ugo Guagliardo Jago - Giorgo Trucco Rodrigo - Filippo Adami Emilia - Geraldine Chauvet Il Doge - Sean Spyres Lucio - Hugo Colín Un gondoliere - Leonardo Cortellazzi
Transylvania State Philharmonic Choir, Cluj Virtuosi Brunensis, Antonino Fogliani
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (31.03.2023, 04:37):
Pierre Boulez - Répons Ensemble InterContemporain, Pierre Boulez (Ltg.), Andrew Gerzso (Elektronik-Assistent)
Amonasro (31.03.2023, 21:37):
Wolfgang Amadé Mozart/Giambattista Varesco: Idomeneo
Idomeneo - Luciano Pavarotti Idamante - Frederica von Stade Ilia - Ileana Cotrubas Elettra - Hildegard Behrens Arbace - John Alexander Gran Sacerdote di Nettuno - Timothy Jenkins La voce - Richard J. Clark
Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, James Levine Inszenierung: Jean-Pierre Ponnelle
Gruß Amonasro
Sfantu (01.04.2023, 12:26): Ich denke, dass ich das einigermaßen gut nachvollziehen kann, da es mir ähnlich geht.
Danke für Deine weiteren Gedanken dazu. Zu wissen, daß ich mit dieser mentalen Disposition (oder Deformation?) nicht allein bin, beruhigt gewissermaßen.
Sfantu (01.04.2023, 12:37): Bei mir heute Vormittag keine gefährlichen Seelenstrips sondern sonnige Hochklassik.
Moderato 14'17 Romanze. Andante, un poco adagio 5'15 Finale. Rondo 6'18
Allerliebst, die Ersteinspielung dieses prachtvollen Konzertes. Es schwingt, wie ich meine, etwas stärker in Mozarts Welt hinüber als in die des großen Bruders. Feines, alle Delikatessen dieser Musik auskostendes Spiel - die Aufnahmetechnik bietet geringfügig zu schwache Bässe.
Sfantu (01.04.2023, 12:57): Und ich blieb im Anschluß gern noch ein wenig beim Holz, das oben kreischt und unten brummt:
Godfried Devreese
Concertino für Violoncello und Orchester
Viviane Spanoghe, Cello Belgische Radio en Televisie Filharmonisch Orkest Brussel - Frdéric Devreese (CD, Naxos, 1993)
Prelude 4'01 Andante 6'01 Finale 4'47
Das auf demselben Album enthaltene, umfangreichere erste Violinkonzert finde ich anstrengender zu hören als dieses beinahe schwerelose Cello-Concertino. Zarte Farbtupfer, frühsommerliche Unbeschwertheit, herzerwärmende Daseinsfreude. Meist weniger kühn, etwas lyrischer und mit mehr impressionistischem Flair, mithin nachromantischer als etwa sein Altersgenosse Prokofieff.
Amonasro (01.04.2023, 13:49):
Georg Friedrich Händel/Silvio Stampiglia: Partenope
Partenope - Karina Gauvin Arsace - Philippe Jaroussky Rosmira/Eurimene - Teresa Iervolino Armindo - Emöke Baráth Emilio - John Mark Ainsley Ormonte - Luca Tittoto
Il Pomo d'Oro, Riccardo Minasi
Vergleichsweise abwechslungsreiche Händel-Oper mit kürzeren Arien, mehreren Ensemble-Sätzen und ironischen Untertönen, am ehesten vergleichbar mit Serse. Diese vorzügliche Aufnahme lässt keine Wünsche offen und bietet sogar zwei Versionen der Schlussszene.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (02.04.2023, 04:00):
Johannes Brahms - Ungarische Tänze, WoO 1 (arr. fuer Violine und Klavier v. Joseph Joachim) Marat Bisengaliev, John Lenehan
Joe Dvorak (02.04.2023, 04:53):
Johannes Brahms - Klavierquintett f-Moll, op. 34 Andreas Staier (Pianoforte Steinway Model D, 1901), Leipziger Streichquartett
Das Klavier ist nicht ganz exakt historisch (das Werk entstand 1865), aber immerhin nicht so vorlaut wie ein ganz modernes, wodurch sich das schoen ins Stimmgeflecht einfuegt und kein Eindruck eines verkappten Klavierkonzerts fuer die Kammer aufkommt. Joe gefaellt das, waehrend die Fachwelt sich uneins ist. Gramophone listet es ganz aktuell unter den besten Brahms-Alben ueberhaupt (The 50 best Johannes Brahms albums | Gramophone), waehrend MusicWeb es nicht mal in der selben Liga wie die Werks-Konkurrenz sieht (Brahms Quintet 307 1218-2 : Classical CD Reviews- October 2004 MusicWeb(UK) (musicweb-international.com)).
Maurice inaktiv (02.04.2023, 07:59): Die "Ungarischen Tänze" mit Marat Binsengaliev und John Lenehan finde ich übrigens hervorragend interpretiert. Die eigentlichen Farbtupfer sind aber die Werke von Joseph Joachim, dem großen Geiger und Brahms-Freund.
Sfantu (02.04.2023, 11:43): Etwa zeitgleich entstanden Ende der 80er die beiden Boccherini-Cellokonzerte-Gesamtaufnahmen von Julius Berger und David Geringas. Die Geringas-3 CD-Box kaufte ich Anfang der 90er, aus der Berger-Einspielung entdeckte ich per Zufall vor 3 Jahren das vol. 3 als Schallplatte. Kürzlich sah ich auch hiervon die 3 CD-Box antiquarisch relativ günstig. Die Werke haben alle ihren Reiz, sind aber (noch) nicht zur Herzensangelegenheit bei mir geworden. Als Entscheidungshilfe, ob die komplette Berger-Version lohnend für mich sein könnte, hörte ich heute Morgen das charmante Konzert Es-dur Gérard 474 im Vergleich.
(Laut vorliegender Einspielung sind die Sätze 1 und 3 ohne Vortragszeichen - ich übernehme hier die Angaben zur Geringas-Giuranna-Aufnahme)
David Geringas, Cello Orchestra da Camera del Padova e del Veneto - Bruno Giuranna (CD, Claves, 1988)
Allegro 7'35 Largo 5'39 Rondo. Allegro 4'06
Falls das Ergebnis repräsentativ ist, steht fest: die komplette Berger-Version ist nicht überlebensnotwendig für mich. In summa schlägt bei Geringas alles eine Spur positiver zu Buche: der Klang ist klarer, die Musiker sind präsenter im Raum abgebildet, während Berger / Czarnecki leicht entfernt und etwas stumpf klingen. Es wird bei Geringas / Giuranna etwas draufgängerischer und, wie mir scheint, lustvoller musiziert. Die Tempi sind durchwegs straffer - was mich, eigentlich einem Freund der gemesseneren Gangarten, hier aber in keinem Moment stört.
Kann sonst jemand etwas zu Berger versus Geringas sagen? Vielleicht liege ich ja falsch.
Und noch zwei weitere Fragen zum Thema Boccherini. Es geht um ziemlich pauschale Aussagen, die, weil sie nicht mit exakter Wissenschaft zu fassen sind, sich einer klaren Beantwortung problem-und schamlos entziehen, zu denen es aber vielleicht doch zumindest begründbare Meinungen von euch gibt:
1.) Habe schon mehrfach die Charakterisierung über seine Musik gelesen, sie sei vom Wesen her weiblich, jene Joseph Haydns männlich.
2.) Hörwitz behauptet, Boccherinis Musik funktioniere nur mit Vibrato. Ohne dies klänge sie wie vertrocknete Blumen (frei von mir übersetzt).
Einen vergnügten Sonntag voller Musik wünscht Sfantu
Joe Dvorak (02.04.2023, 13:50): Die "Ungarischen Tänze" mit Marat Binsengaliev und John Lenehan finde ich übrigens hervorragend interpretiert. Mir fehlen Vergleiche, da ich mich bislang noch nicht mit diesen Werken befasst habe, aber was dieses Gespann abliefert, laesst bei mir keinerlei Wuensche offen. Selbiges gilt fuer die gerade gehoerte Aufnahme der Vierten:
Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 4 e-Moll, op. 98 Wiener Philharmoniker, István Kertész
Maurice inaktiv (02.04.2023, 16:17): Mir fehlen Vergleiche, da ich mich bislang noch nicht mit diesen Werken befasst habe, aber was dieses Gespann abliefert, laesst bei mir keinerlei Wuensche offen. Mir auch, aber ich empfinde es auch so wie Du. Sie lassen keine Wünsche offen. Dafür brauche ich keine Vergleiche im eigentlichen Sinne, weil die Stücke doch (zumindest mir) recht geläufig sind.
Sfantu (02.04.2023, 22:55): Arthur Honegger
Sinfonie Nr. 2
An diesem Stück hatte ich heute richtiggehend einen Narren gefressen, sodaß ich es gleich 4x hintereinander anhörte - 1x mit dem Kammerorchester Lausanne, 1x mit den Berlinern und 2x mit den Bostonern.
Orchestre de chambre de Lausanne - Jesús López Cobos (CD, Virgin, 1992)
Molto moderato - Allegro 10'36 Adagio mesto 7'49 Vivace non troppo 5'15
Boston Symphony Orchestra - Charles Munch (CD, RCA, ℗ 1991, AD: 1953)
Molto moderato - Allegro 8'56 Adagio mesto 6'54 Vivace non troppo 4'48
Berliner Philharmonisches Orchester - Herbert von Karajan (LP, DG, 1973)
Molto moderato - Allegro 10'52 Adagio mesto 9'16 Vivace non troppo 4'54
Das Lausanner Orchester spielt einen etwas coolen, kalkulierten Honegger, bringt am Ende eine Art Normal-Null-Version. Die vielgelobte Karajan-Aufnahme wartet freilich mit luxuriösem Streichersound auf - ein klarer Trumpf bei einer Streichersinfonie. Die einleitenden Pizzicati des Schlußsatzes kommen wie gespenstische Regentropfen hinein genieselt. Das Boston Symphony stellt dann den diametralen Gegenpol zum OcL dar. Ob es werkgerecht ist, sei für einen Moment einmal außen vor gelassen - sie inszenieren hier ein Drama, wie es expressionistischer nicht sein könnte. Die Musiker wüten geradezu durch diese drei Sätze, daß es Staunen macht. Der Kontrast von der langsamen Einleitung des Kopfsatzes zum folgenden Allegro wird sehr deutlich. Die Änderung des rhythmischen Grundpulses kur vor dem Einsetzen der Trompeten-Stimme im Finale wird zu einem spektakulären Herzstolpern herausgeschält - absolut packend. Dies realisieren die Lausanner ähnlich plastisch, wenn auch dezenter. Bei den Berlinern bleibt die Stelle für meinen Geschmack zu harmlos. Der Mittelsatz erhält bei Karajan mit über 9 Minuten eine meditative Aura, die beeindruckt.
Amonasro (02.04.2023, 23:11):
Johann Sebastian Bach/Picander: Matthäus-Passion
Christoph Prégardien (Evangelist) Matthias Goerne (Jesus) Chrisina Schäfer Dorothea Röschmann Bernarda Fink Elisabeth von Magnus Michael Schade Markus Schäfer Dietrich Henschel Oliver Widmer Jan Leibnitz
Wiener Sängerknaben, Arnold Schoenberg Chor Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt
Gruß Amonasro
Amonasro (05.04.2023, 19:04):
Jean-Philippe Rameau/Louis de Cahusac: Zoroastre (2. Fassung 1756)
Zoroastre - Anders J. Dahlin Abramane - Evgueniy Alexiev Amélite - Sine Bundgaard Erinice - Anna Maria Panzarella Zopire/La Vengeance - Lars Arvidson Narbanor - Marcus Schwartz Oromasès/Ariman - Gerard Théruel Céphie - Ditte Andersen
The Drottningholm Theatre Orchestra and Chorus Les Talens Lyriques, Christophe Rousset Inszenierung: Pierre Audi
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (06.04.2023, 04:32):
Johannes Brahms - Violinsonate Nr. 3 d-Moll, op. 108 Leila Schayegh, Jan Schultsz
Parsifal - Wolfgang Windgassen Kundry - Martha Mödl Gurnemanz - Ludwig Weber Amfortas - George London Titurel - Arnold van Mill Klingsor - Hermann Uhde Gralsritter - Walter Fritz, Werner Faulhaber Knappen - Hanna Ludwig, Elfriede Wild, Günther Baldauf, Gerhard Stolze
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Hans Knappertsbusch 1951
Gruß Amonasro
a-way (06.04.2023, 13:19):
Philippe Boesmans - Ricercar Sconvolto; Orgel: Bernard Foccroulle
Maurice inaktiv (07.04.2023, 10:50):
Richard Flury: Orchesterwerke, Vol. 3 (Sinfonien Nr.1 & 4)
BBC Symphony Orchestra , Paul Mann
Richard Flury (1896-1967) , Schweizer Komponist und Dirigent, sagte mir zunächst einmal überhaupt nichts. Er studierte u.a. bei Hans Huber und Joseph Lauber, später bei Joseph Marx in Wien und in Basel bei Felix von Weingärtner (Dirigierstudium).
Er schrieb 7 Sinfonien, 4 Opern, 8 Messen, Violinkonzerte, 2 Klavierkonzerte, u,v,a.
Die Musik scheint mir sehr farbig geschrieben zu sein. Und dass man mit dem BBC SO ein ausgezeichnetes Orchester hierfür gewinnen konnte, spricht bestimmt nicht gegen die Musik Flurys. So recht warm geworden bin ich damit noch nicht, aber man kann nicht immer erwarten, dass das so sein muss beim ersten Anhören.
Stilistisch ist das wohl Spätromantik mit Anleihen an den Impressionismus, ohne aber die Tonalität zu verlassen.
a-way (07.04.2023, 10:58): Die Beethoven-Sinfonien unter dem Leibowitz-Dirigat sind bisher immer noch die, über die ich am meisten Zugang fand / Berührung und da ich ihn als Komponist bisher überhaupt nie gehört habe, nehme ich Tonis Inspiration und Impuls gerne auf:
René Leibowitz - Chamber Music; Ensemble Aisthesis
Rudolf Firkušný, Klavier (LP, Capitol, mono, 1956)
Mich vom Impressionismus heute Vormittag nur ungern loslösend, brauchte es zumindest einen kernig-diesseitigen Interpreten um nicht benebelt in eine Falle des Einlullens zu tapsen: Hier ist Firkušný der richtige Mann. Sein Spiel verzaubert ohne Benommenheit zu erzeugen. Glasklar, nuanciert, halbtrocken, perlend.
Sfantu (07.04.2023, 13:53):
Geirr Tveitt
Folketonar frao Hardanger op. 150
Håvard Gimse, Klavier (CD Marco Polo, 1997)
Auch Tveitts Klaviermusik schuldet dem französischen Impressionismus Einiges. Dessen Verbindung mit dem / seine Anreicherung des norwegischen Volksmusik-Idioms bietet seine Reibflächen wie auch seine Pforten des Ineinanderfließens. Faszinierende Klänge - von zart bis herb, mit transzendierendem Potenzial.
Amonasro (08.04.2023, 11:31):
Richard Wagner: Parsifal
Kundry - Martha Mödl Parsifal - Wolfgang Windgassen Amfortas - George London Gurnemanz - Ludwig Weber Klingsor - Hermann Uhde Titurel - Kurt Böhme Gralsritter - Karl Trekal, Werner Faulhaber Knappen - Hertha Töpper, Hanna Ludwig, Gerhard Unger, Gerhard Stolze
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Hans Knappertsbusch 1952
Dieser Parsifal gefällt mir noch etwas besser als der fast gleich besetzte vom Jahr davor, insgesamt sind die Unterschiede aber minimal. Knappertsbusch dirigiert etwas schneller, Windgassen klingt involvierter. Die Tonqualität ist gleichwertig.
Johannes Brahms - Streichquartett Nr. 1 c-Moll, op. 51/1 Spektral Quartet
Der erste Teil des Doppel-Albums enthaelt neben dem Brahms noch Quartette von Arnold Schoenberg (Nr. 3) & Ruth Crawford Seeger ('1931'), allesamt historische Innovatoren und singuläre Stimmen, die die festgefahrenen Regeln ihrer Zeit umgehen (Experiments in Living — Spektral Quartet). Der zweite Teil enthaelt durch Jazz, Improvisation und Experimentieren angeregte Werke von Sam Pluta, Anthony Cheung, Charmaine Lee und George Lewis.
Die Interpreten laden dazu ein, die Werke, bzw. einzelne Saetze daraus nicht nur in der vorgegebenen, sondern auch in beliebiger Reihenfolge anzuhoeren, um 'provokative' Verbindungen aufzuspueren. Bei der Erstellung der Spielliste kann man -unterstuetzt durch eine Art Tarot- der Intuition die Leitung ueberlassen und erhaelt dann ueber 'Brueckenkarten' Vorschlaege fuer Begriffe, die konzeptuelle Verbindungen zwischen den Titeln aufzeigen sollen, und von denen man den fuer sich passenden auswaehlt (Experiments in Living (spektralquartet.com)). Was immer auch davon zu halten ist; man kann dieser Gruppe wenigstens nicht vorwerfen, lediglich zum 282. Mal das immergleiche abgestandene Repertoire fuer ein ergrautes Publikum herunterzugeigen oder sich mit schalen Crossover-Programmen bei der ADS-Generation anzubiedern.
Sfantu (10.04.2023, 13:51): Wechselbäder fördern die Blutzirkulation und machen munter (echte Aufsteller also). Das akustische Wechselbad des heutigen Vormittags entstand allerdings zufällig bei mir:
Christian Sinding
Sinfonien Nr. 3 F-dur op. 121 und Nr. 4 "Frost und Frühling" op. 129
Norsk Kringkastingsorkestret - Ari Rasilainen (CD, Finlandia, 2002)
op. 121
Con fuoco 14'56 Andante 12'11 Allegro 6'45 Non troppo allegro 11'18
Den Sinding hatte ich seit langem nicht mehr gehört. Und es wird wohl auch aufs Neue einige Zeit ins Land gehen, ehe ich mir das wieder gönnen werde. Dieses sinfonische Wiegelaweia ist doch schon arg wagnerisch durchtränkt. Wotans Abschied und Feuerzauber und fast wörtlich zitiert das Siegfried-Motiv sind nur die äußerlichen Merkmale. Es wogt und wallt in diesen Werken nach Kräften kreuz und quer durch den Ring. Das hat einen gewissen Reiz, ist angesichts der Entstehungszeit in den 1930ern indes hoffnungslos aus der Zeit gefallen. Von einem norwegischen Spät-und Nachromantiker hätte ich mir zudem wenigstens ein paar Prisen volksmusikalischer Einsprengsel erhofft - aber nichts da.
Valens Musik - hätte ich sie ohne den Höreindruck von Sindings schwelgerischen Schlachtrössern gehört, wäre mir womöglich sehr spröde und trocken ins Gehör gefahren. Spröde und trocken - das ist sie zwar auch. Als Kontrast zum Beschriebenen aber wirkt das geradezu wohltuend in seiner klaren, linearen Klanglichkeit. Seine Sinfonien fordern von mir weiterhin eine offene Hörhaltung und Geduld, sie sind in der Tendenz aber längst nicht mehr so abweisend und hermetisch wie bei meinen ersten Begegnungen mit ihnen. Das knappere Violinkonzert ist (wenn auch nur etwas) aufgehellter, die Solistin darf mit weit ausschwingende Kantilenen dieser Musik mehr Körperwärme einhauchen als sie beispielsweise die erste Sinfonie verströmt. In jedem Falle hat dieser (nicht geplante) psychologische Trick seine Wirkung gezeigt und mich Valen wieder einen Schritt näher gebracht.
Andréjo (10.04.2023, 14:04): Von Fartein Valen kenne ich die folgende CD mit einem gewissen Querschnitt durch seine Musik:
Sfantus Charakteristik kann ich gut folgen. Die Musik ist hermetisch - wenn man boshaft sein will: rein konstruktivistisch. Verglichen mit dem Skandinavier erscheint mir Alban Berg wie Hochromantik.
Wobei - wie dem Programm der CD zu entnehmen - durchaus bildhafte Thematik aufgegriffen wird.
Aber natürlich mag man so etwas immer mal wieder gerne hören, als Kontrast zu aufgedonnerten Klängen ... oder einfach so ... ;)
Und das Cover trifft irgendwie auch ... man muss genau hinsehen, um auf der Rückseite irgend etwas lesen zu können. Das ist auf dem Original ganz ähnlich.
a-way (10.04.2023, 16:43): Frohe Ostern in die Runde! :)
aus Felix Mendelssohn - Complete Music for Cello and Piano: Variations Concertantes, op. 17 Emanuel Gruber, Cello; Arnon Erez, Piano
aus The Wigmore Hall Recital: Johannes Brahms - Sonate für Cello und Klavier, op. 38 Maria João Pires, Piano; Antonio Meneses, Cello
Maurice inaktiv (10.04.2023, 16:43): Valen habe ich nie verstanden. Ich habe mich recht früh mit seinen Sinfonien beschäftigt, sie auch versucht komplett anzuhören, und das nicht nur einmal. Inzwischen bin ich Schönberg zumindest einigermaßen näher geommen, auch bei Webern und Berg zumindest teilweise zurecht gekommen, aber bei Falen war das nie der Fall gewesen.
Bei mir waren es noch Einspielungen aus Bergen unter Aldo Ceccato.
Inzwischen mache ich einen großen Bogen um ihn, und ich lebe gut damit. Ich muss und will nicht jeden Komponisten verstehen. Es ist in diesem Fall schade, weil ich eigentlich sonst recht gut mit den Nordlichtern auskomme (Ausnahme: Allan Pettersson, der ist mir zu depressiv. Ich will mir ja nicht die Kugel geben anschließend).
Sfantu (10.04.2023, 23:12):
Sergeij Prokofieff
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-moll op. 18
Alexeij Toradze, Klavier, Orchester des Mariinskij-Theaters Sankt Petersburg - Valerij Gergiew (CD, Decca, 1997)
Diese Gesamtaufnahme der fünf Prokofieff-Konzerte stieß vor einigen Jahren zu meiner Sammlung dazu. Ich dachte einerseits: "Nicht noch eine!" Und andererseits: "Warum tust Du's trotzdem?!". Ich fing wie selbstverständlich mit dem zweiten Konzert an, für das ich, seit ich diese Werke kenne, ein besonderes Faible habe. Und es haute mich völlig um: mit welcher Delikatesse kosten die Interpreten den Kopf-und den dritten Satz aus! Die gemessenen Tempi schließen bis dahin von mir ungeahnte Räume auf. Die Details werden liebevoll heraus modelliert. Das Orchester läßt Gergiew meist zurückhaltend, wohl dosiert aufspielen. Steigerungen wirken hierdurch umso imposanter, erschütternder. Luxuriöse Klangqualität mit weiter dynamischer Spannbreite. Das Scherzo ist mir eine Spur zu überdreht. Solist und Orchester meistern diesen Höllenritt zwar souverän. Dennoch: es bleibt ein Eindruck des Verhetzten, Unentspannten zurück. Einen Tick langsamer und es kämen manche Finessen, nicht zuletzt der bei Prokofieff nie fehlende ironische Hintersinn besser zum Tragen. Mein Favorit bleibt zwar - im Hinblick auf die Gesamtkonzeption - Feltsman / MTT. Dieses Gespann ist aber auf ganz eigene Weise ebenbürtig. Ein Ereignis! Immer wieder!
Joe Dvorak (11.04.2023, 05:42): Ich bleibe weiter beim Griesgram, der hier eine Aufhellungskur par excellence verpasst bekommt:
Johannes Brahms - Streichsextett Nr. 2 G-Dur, op. 36 L'Archibudelli
Ein Rezensent bringt es auf den Punkt: Clear as a bell, and that may be the trouble (Classical Net Review - Brahms - String Sextets). Yes, it may, aber nicht fuer mich. :P
Joe Dvorak (12.04.2023, 05:22):
Johannes Brahms - Streichquartett Nr. 1 c-Moll, op. 59/1 Artemis Quartet
Ich vertrete -zumindest tendenziell- die Meinung, dass die Interpretation von nachrangiger Bedeutung ist, um Zugang zu einem Werk zu finden. Mit vier Jahrzehnten Hoererfahrung glaube ich, die Qualitaet auch in einer mediokeren Darbietung zu erkennen und erleben zu koennen. Nach meinen juengsten Brahms-Erfahrungen bin ich mir da allerdings nicht mehr so sicher. Dass man mich mit der Kammermusik von Brahms (mit Ausnahmen) jagen konnte, habe ich den Werken oder vielmehr deren Nichtentsprechung meines Hoergeschmacks angelastet, aber es liegt vielleicht doch eher an der 'fetten' Interpretationstradition, die 90% der von mir versuchten Aufnahmen plagt. Diese hier gehoert nicht dazu.
Andréjo (12.04.2023, 13:00): Ausnahmsweise mal wieder ein Sternchen vergeben. Was ich explizit meine, ist Dein erster Satz im Kommentar oben. Und - ja - natürlich gibt es, meine ich, Ausnahmen dahingehend, dass man ein Werk weniger mochte, bis man DIE eine oder die WENIGEN Sichtweisen entdeckt hat, die den Spieß umgedreht haben. Bei Tschaikowskys Capriccio Italien ist mir das noch nicht gelungen. :D
Sfantu (12.04.2023, 22:04): Modest Mussorgskij / Maurice Ravel
Bilder einer Ausstellung
Eher seltener steht mir der Sinn nach Repertoire-Schlachtrössern. Heute aber sehr wohl. Und daher durfte Ravels Mussorgskij-Veredelung wieder ihre Runden drehen. 2x sogar. Zuletzt genau 33 1/3 Mal pro Minute (Langspielplatte) - wieviele sind es eigentlich bei einer CD? Wer weiß denn sowas??
Habe leider kein Cover dazu finden können. Diese nicht kommerzielle CD hatte es wohl nicht allzu weit über die Stadtgrenzen hinaus geschafft (wobei: kann überhaupt irgendetwas, das ein Geldinstitut macht, "nicht kommerziell" sein?). Diese feine, feine Darbietung ist mehr als eine Normal-Null-Version. Hier stimmt annähernd Alles - sie ist seit jeher meine "Referenzeinspielung". Ein Begriff, der seinerseits problematisch ist - mir fällt hier und heute leider kein Passenderer ein. Sinn für Proportionen, Tempi, Ausdruck, dynamische Dramaturgie - all das kommt hier dem Optimum nahe.
Und im Vergleich dazu:
Philharmonia Orchestra London - Herbert von Karajan (LP, mono, EMI, 1956)
In London in den 50ern traute er sich noch aufgerauhten Orchesterklang, Ausdruck, Ecken und Kanten. Eine Sternstunde, wie ich finde.
Sfantu (12.04.2023, 23:05):
Frederick Delius
Streichquartett Nr. 3
Fitzwilliam Quartet: Christopher Rowland und Jonathan Sparey, Violinen Alan George, Bratsche Ioan Davies, Violoncello (LP, l'oiseau lyre, 1980)
With animation 7'55 Quick and lightly 4'10 "Late swallows". Slow and whistfully 9'00 Very quick and vigorously 4'35
In seinem letzten Quartett zeigt Delius sich 1916 als der impressionistische Schwelger, den wir kennen. Die Fitzwilliams vermögen durch kluge Gestaltung, die Klänge vor dem Zerfließen zu bewahren. Die feinen Klangvaleurs kommen ausnahmslos zum Tragen. Und doch hören wir keine kernlosen Trauben - die Musiker bemühen sich erfolgreich um Kontur, Akzent, um die dritte Dimension.
Joe Dvorak (13.04.2023, 03:42):
Johannes Brahms - Streichquintett Nr. 2- G-Dur, op. 111 Guarneri Quartet, Pinchas Zuckerman
Das ist fast opernhaft dramatisch zugespitzt. Eigentlich mag ich das weniger, aber eigentlich taugt jedes "Eigentlich" lediglich als Ohrenschliesser, also weg damit.
Amonasro (14.04.2023, 21:18):
Gioachino Rossini/Andrea Leone Tottola: Ermione
Ermione - Sonia Ganassi Andromaca - Marianna Pizzolato Pirro - Gregory Kunde Oreste - Antonio Siragusa Pilade - Ferdinand von Bothmer Fenicio - Nicola Uliveri Cleone - Irina Samoylova Cefisa - Cristina Faus Attalo - Riccardo Botta
Prague Chamber Choir Orchestra del Teatro Comunale di Bologna, Roberto Abbado Inszenierung: Daniele Abbado
Rossinis tragischste Oper und seine unerfolgreichste: nach der Uraufführungsserie wurde sie zu seinen Lebzeiten nicht mehr gespielt. Zu Unrecht, wie ich finde. Die Musik ist hochdramatisch und es gibt einige intensive, deklamatorische Passagen. Im Zentrum stehen die Rachegelüste der Titelfigur, die den Großteil des 2. Akts im Alleingang bestreitet und dort in einer großen Szene verschiedenste Gefühlausbrüche von Liebe, Trauer, gekränktem Stolz bis zur wilden Raserei durchlaufen muss. Die Ouvertüre, die mehrmals vom Chor der gefangenen Trojaner hinter dem Vorhang "unterbrochen" wird, ist in für Rossini ungewöhnlicher Weise mit dem nachfolgenden Drama verzahnt. Zudem hervorzuheben ist Pirros ausladende Arie Balena in man del figlio, eine regelrechte Tour de force. Die Aufführung aus Pesaro ist sehr gut besetzt. Besonders überzeugen Sonia Ganassi in der die Oper dominierenden Titelpartie und Gregory Kunde als Pirro. Die Inszenierung ist nicht perfekt, aber stimmig. Die modernen Kostüme und die hölzerne Bühnenkonstruktion mit drehbarem Mittelteil und anhebbaren Bodenelementen bewahren eine gewisse klassische Strenge und Eleganz. Manches, wie die unfreiwillig komischen Gold-"Verzierungen" auf den Uniformen, ist etwas irritierend, aber insgesamt eine gelungene Aufführung; die Konkurrenz ist ohnehin überschaubar.
Gruß Amonasro :hello
Joe Dvorak (15.04.2023, 03:33):
Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 73 RPO, Thomas Beecham (Live @ Usher Hall, 20. Aug 1956)
Stark!
Sfantu (16.04.2023, 11:08): Heute Morgen stand mir der Sinn nach opulent-hochromantischem Wohlklang. Eine Aufgabe für die tschechoslowakische Staatsphilharmonie Košice und Urs Schneider. Eine gediegene, rundum stimmige Interpretation. Die für Raff typischen Längen können auch sie nicht kaschieren. So verpufft die Ambience der "Träumerei" ein wenig. doch auch so: in summa ist Raff immer lohnend - solides Handwerk, mit Stärken in programmatischer Schilderung und Vorwärtsdrang.
Joseph Joachim Raff
Sinfonie Nr. 3 F-dur op.153 "Im Walde"
Štátni filharmónia Košice - Urs Schneider (CD, Marco Polo, 1990)
I. Abtheilung
Am Tage - Eindrücke und Empfindungen 14'08
II.Abtheilung
Träumerei. Largo 9'29 Tanz der Dryaden. Allegro assai 4'44
III. Abtheilung
Nachts - Stilles Weben der Nacht im Walde - Einzug und Auszug der wilden Jagd mit Frau Holle und Wotan - Anbruch des Tages. Allegro 10'0
Michael Spyres Chœur de l'Opéra national du Rhin Orchestre Philharmonique de Strasbourg, Marko Letonja
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (16.04.2023, 20:40): Joseph Joachim Raff
Sinfonie Nr. 3 F-dur op.153 "Im Walde"
Štátni filharmónia Košice - Urs Schneider (CD, Marco Polo, 1990)
I. Abtheilung
Am Tage - Eindrücke und Empfindungen 14'08
II.Abtheilung
Träumerei. Largo 9'29 Tanz der Dryaden. Allegro assai 4'44
III. Abtheilung
Nachts - Stilles Weben der Nacht im Walde - Einzug und Auszug der wilden Jagd mit Frau Holle und Wotan - Anbruch des Tages. Allegro 10'00 Ich gehe davon aus, dass Du aus Versehen das falsche Cover gepostet hast (mit den Sinfonien Nr.8 und 9, aber Deine Beschreibung lässt eindeutig die Dritte gemeint sein) ?
Für die 9-10. Sinfonie gäbe es ja Alternativen. Bei der Dritten allerdings auch (Stadlmair etwa)
Maurice inaktiv (16.04.2023, 23:05): Kein Problem. Wem ist das noch nicht passiert?
Joe Dvorak (17.04.2023, 04:17):
Jan van Vlijmen - Monumentum Lani Poulson, Radio Filharmonisch Orkest Holland, Edo de Waart
Der erste Satz dieser Sinfonie in zwei Saetzen fuer Mezzo-Sopran & grosses Orchester (Monumentum - Jan van Vlijmen - Muziekweb) traegt den Titel "Heptagon". Da eile ich sogleich in einen anderen Thread... :hello
Amonasro (18.04.2023, 12:08):
Marin Marais/Saint-Jean: Ariane et Bacchus
Ariane - Judith van Wanroij La Gloire/Corcine - Marie Perbost Terpsichore/Dircée - Hélène Carpentier La Nymphe de la Seine/Junon - Véronique Gens Bacchus - Mathias Vidal Géralde/Jupiter - Matthieu Lécroart Adraste - David Witczak Le Roi - Tomislav Lavoie Pan/Lycas/Phobétor/Phantase/Alecton - Philippe Estèphe L'Amour/Élise - Marine Lafdal-Franc Mercure - David Tricou
Les Chantres du Centre de musique baroque de Versailles Le Concert Spirituel, Hervé Niquet
Frisch eingetroffen.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (19.04.2023, 13:19): Neuland-Erkundung:
Luigi Cherubini - Requiem Nr. 2 d-Moll Czech PO & Chorus, Igor Markevitch
Nur Maennerstimmen und Orchester, keine Soloparts. Britannica (Luigi Cherubini | Biography, Compositions, & Facts | Britannica) schreibt dazu: Klassische Klarheit kombiniert mit einem Sinn für religiöse Erhabenheit. Das klingt spannend.
a-way (20.04.2023, 12:51):
P. I. Tchaikovsky - Souvenir d'un lieu cher, op. 42 - (Erinnerung an einen lieben Ort) Julia Fischer, Violine Russian National Orchestra, Yakov Kreizberg
LGürtel28 (20.04.2023, 13:30): Als erste Aufnahme von dessen Hören ich in diesem Forum berichten möchte, führe ich mir nun eine CD des Cantus Cölln zu Genüge und höre Ausschnitte aus dem Altbachischen Archiv, im Einzelnen handelt es sich um Johann Michael Bach: Die Furcht des Herrn Johann Christoph Bach: Lieber Herr Gott, wecke uns auf & Wie bist du denn, o Gott , in Zorn auf mich entbrannt Nun ist alles überwunden (anonymer Autor, vielleicht Adam Drese, diese Zuordnung basiert auf einem Monogramm auf der Titelseite, so das Booklet) Johann Christoph Bach: Es erhub sich ein Streit Johann Michael Bach: Ich weiss, daß mein Erlöser lebt & Auf, laßt uns den Herren loben Johann Christoph Bach: Unsers Herzen Freude hat ein Ende Weint nicht um meinen Tod (anonymer Autor) Johann Christoph Bach: Meine Freundin, du bist schön Dies ist die Reihenfolge der Wiedergabe. Ich glaube, dass die Aufnahme mittlerweile weitgehend vergriffen ist, aber man kann sie noch gebraucht kaufen, z.B. hier.
LG LGürtel28
Joe Dvorak (21.04.2023, 02:21): Hallo LGürtel28,
herzlich willkommen im kleinen, feinen Klassikforum(.de). Ich wuensche viel Freude beim Hoeren und Gedankenaustausch. :hello
Joe Dvorak (21.04.2023, 05:05):
John Cage - Works for Piano, Toy Piano & Prepared Piano Vol. III Josuah Pierce w/ Maro Ajemian, Marylin Crispell & Joseph Kubera
Hauptwerk dieses Albums ist das 1944 entstandene, zweiteilige Book of Music (fuer zwei praeparierte Klaviere) mit ueber 30 Minuten Spieldauer. Diesem Werk begegnet man selten. Warum eigentlich? (Eine oberflaechliche Suche fand noch eine Aufnahme mit Steffen Schleiermacher - zwangslaeufig, weil dieser das gesamte Klavierwerk von Cage eingespielt hat.) Bei der gerade gehoerten Einspielung wurde Pierce von Maro Ajemian unterstuezt. Ajemian ist Widmungstraegerin der ungleich populaereren Sonatas & Interludes, die in rund zwanzig verschiedenen Interpretationen vorliegen.
palestrina (21.04.2023, 08:51): Als erste Aufnahme von dessen Hören ich in diesem Forum berichten möchte, führe ich mir nun eine CD des Cantus Cölln zu Genüge und höre Ausschnitte aus dem Altbachischen Archiv, im Einzelnen handelt es sich um Johann Michael Bach: Die Furcht des Herrn Johann Christoph Bach: Lieber Herr Gott, wecke uns auf & Wie bist du denn, o Gott , in Zorn auf mich entbrannt Nun ist alles überwunden (anonymer Autor, vielleicht Adam Drese, diese Zuordnung basiert auf einem Monogramm auf der Titelseite, so das Booklet) Johann Christoph Bach: Es erhub sich ein Streit Johann Michael Bach: Ich weiss, daß mein Erlöser lebt & Auf, laßt uns den Herren loben Johann Christoph Bach: Unsers Herzen Freude hat ein Ende Weint nicht um meinen Tod (anonymer Autor) Johann Christoph Bach: Meine Freundin, du bist schön Dies ist die Reihenfolge der Wiedergabe. Ich glaube, dass die Aufnahme mittlerweile weitgehend vergriffen ist, aber man kann sie noch gebraucht kaufen, z.B. hier.
LG LGürtel28
Es gibt keine Neue, aber jede Menge gebrauchter!
LG palestrina
Maurice inaktiv (21.04.2023, 11:50): Als erste Aufnahme von dessen Hören ich in diesem Forum berichten möchte, führe ich mir nun eine CD des Cantus Cölln zu Genüge und höre Ausschnitte aus dem Altbachischen Archiv, im Einzelnen handelt es sich um
Johann Michael Bach: Die Furcht des Herrn
Johann Christoph Bach: Lieber Herr Gott, wecke uns auf & Wie bist du denn, o Gott , in Zorn auf mich entbrannt
Nun ist alles überwunden (anonymer Autor, vielleicht Adam Drese, diese Zuordnung basiert auf einem Monogramm auf der Titelseite, so das Booklet)
Johann Christoph Bach: Es erhub sich ein Streit
Johann Michael Bach: Ich weiss, daß mein Erlöser lebt & Auf, laßt uns den Herren loben
Johann Christoph Bach: Unsers Herzen Freude hat ein Ende
Weint nicht um meinen Tod (anonymer Autor)
Johann Christoph Bach: Meine Freundin, du bist schön Dies ist die Reihenfolge der Wiedergabe. Ich glaube, dass die Aufnahme mittlerweile weitgehend vergriffen ist, aber man kann sie noch gebraucht kaufen, https://www.amazon.de/Altbachisches-Archiv-Junghaenel/dp/B00008SHCZ/ref=sr_1_4?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=27RAEO8J7B9RY&keywords=j.s.bach+jungh%C3%A4nel&qid=1682070489&s=music-classical&sprefix=j.s.bach+jungh%C3%A4nel%2Cclassical%2C84&sr=1-4
Hier mal der Link zu Amazon direkt. Mit dem Bild alleine ist es halt auch nicht getan. Ob man aber um die 25 € zahlen will für die beiden CDs, soll jeder selbst entscheiden.
Amonasro (22.04.2023, 20:52):
Antonio Vivialdi/Iacopo Cassetti: Juditha triumphans
Aufs erste Hoer eine hoechst erfreuliche Angelegenheit, die groesste Lust macht, die anderen Fuenfe auch noch zu hoeren. Quicklebendig und kristallklar, gespielt auf Instrumenten und Boegen der Zeit - Details dazu gibt es im Booklet (bei HIGHRESAUDIO).
a-way (23.04.2023, 16:27): Heute hier:
Dietrich Buxtehude - Trio Sonatas op. 2 Arcangelo (Sophie Gent, Violine; Jonathan Manson, Viola da Gamba; Thomas Dunford, Laute; Jonathan Cohen, Cembalo)
Amonasro (23.04.2023, 18:21):
Johann Sebastian Bach: Messe h-Moll
Carolyn Sampson (Sopran) Rachel Nicholls (Sopran) Robin Blaze (Alt) Gerd Türk (Tenor) Peter Kooij (Bass)
Bach Collegium Japan, Masaaki Suzuki
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (24.04.2023, 02:40):
Luciano Berio - Sequenza VIII / J.S. Bach - Chaconne d-Moll aus Partita Nr. 2, BWV 1004 Veronique de Raedemaeker (Violine solo)
Amonasro (24.04.2023, 15:00):
Georg Friedrich Händel/William Congreve: Semele
Semele - Ana Maria Labin Jupiter/Apollo - Matthew Newlin Ino/Junon - Dara Savinoya Iris - Chiara Skerath Athamas - Lawrence Zazzo Cadmus/Somnus/Grand Prêtre - Andreas Wolf Cupidon - Gwendoline Blondeel
Chœur de Chambre de Namur Millenium Orchestra, Leonardo García Alarcón
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (26.04.2023, 06:58):
Kammermusik in Genua nach PaganinI Quartetto Ascanio Camillo Sivori - Picollo tema con variazioni G-Dur Carlo Andrea Gambini - Streichquartett E-Dur Giovanni Serra - Streichquartett Nr. 4 F-Dur "a Camillo Sivori" Camillo Sivori - Rondo D-Dur
Amonasro (26.04.2023, 20:31):
Pedro Antonio Avondano/Pietro Metastasio: La morte d'Abel
Abel - Raquel Camarinha Caino - Ana Vieira Leite Eva - Valentina Varriale Angelo - Filippo Mineccia Adamo - Sergio Foresti
Divino Sospiro, Massimo Mazzeo
Spätbarockes Oratorium eines portugiesischen Komponisten. Schwungvolle Interpretation mit schönen Stimmen.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (27.04.2023, 04:28):
Klavierstuecke & Sonaten Herbert Henck Johann Ludwig Trepulka - Klavierstuecke mit Ueberschriften nach Worten von Nicolaus Lenau, op. 2 Norbert von Hannenheim - Klaviersonaten Nr. 2, 4, 6 & 12 Norbert von Hannenheim - Klavierkonzert Nr. 2: 2. Satz (Solostimme) Mein Vorurteil lautete: Wenn's der Henck aufnimmt, dann muss es was (fuer mich) sein. Mein Urteil lautet: Es ist aber nichts (fuer mich).
Toni Bernet (27.04.2023, 08:38): Eben gehört habe ich eine neue Aufnahme des Violinkonzertes von Mieczysław Karłowicz mit Julia Fischer. Erschienen ist die Live-Übertragung auf Youtube.
Mehr Hinweise zu diesem spätromantischen Konzert mit Link zu Julia Fischers Aufnahme finden sich hier:
Pedro Antonio Avondano/Pietro Metastasio: La morte d'Abel
Abel - Raquel Camarinha Caino - Ana Vieira Leite Eva - Valentina Varriale Angelo - Filippo Mineccia Adamo - Sergio Foresti
Divino Sospiro, Massimo Mazzeo
Spätbarockes Oratorium eines portugiesischen Komponisten. Schwungvolle Interpretation mit schönen Stimmen.
Gruß Amonasro Lieber Amonasro, ...und wunderschönen Arien.....ich war in Metz im Arsenal am 26.2.2022 anwesend, ich kannte das Oratorium nicht bin wegen Mineccia und Foresti hin....und war total begeistert! :)
LG palestrina
Amonasro (27.04.2023, 21:00): Lieber Amonasro, ...und wunderschönen Arien..... So ist es. :thumbup:
Heute:
Gaetano Donizetti/Alphonse Royer/Gustave Vaëz: La Favorite
Alphonse XI - Anthony Michaels-Moore Léonor de Guzman - Vesselina Kasarova Fernand - Ramón Vargas Balthazar - Carlo Colombara Don Gaspar - Francesco Piccoli Inès - Abbie Furmansky Un seigneur - Lorenz Fehenberger
Chor des Bayerischen Rundfunks Münchner Rundfunkorchester, Marcello Viotti
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (28.04.2023, 08:15):
Prima Voce - Enrico Caruso (Die frühen Aufnahmen 1902-1909)
Die Frage, wieviel Bearbeitung solch alte Aufnahmen bei der Restauration vertragen, ohne dass die Integritaet angetastet wird, ist schwierig zu beantworten. (Im Jazz kenne ich wahre Horror-Beispiele. Aufnahmen aus den 20ern, die verblueffend sauber klingen - und unertraeglich aufdringlich und/oder leblos.) Die Nimbus-Leute haben einen pragmatischen Ansatz gewaehlt. Statt einen direkten Transfer von Originalen vorzunehmen, haben sie die Aufnahmen auf einem Grammophon der damals hoechsten Qualitaet abgespielt und das aufgenommen. Der Vorteil: anders als die beim konventionellen direkten Transfer verwendeten, unnachgiebigen Diamant- oder Stahlnadeln, werden die Kaktusstacheln passend in die Rillenform eingedreuckt, was eine genauere Abtastung ermoeglicht und die das Rauschen verursachende Reibung vermindert. Die Gehaeuseresonanz sorgt dazu fuer ein verbessertes Ansprechen des Bassbereichs. Dafuer muss man mit den Hornverfaerbungen des Trichters leben. Man hoert das so quasi so wie der High-Ender der Jahrhundertwende.
Joe Dvorak (30.04.2023, 01:26):
Joseph Haydn - Complete Piano Concertos Mélodie Zhao, Camerata Schweiz, Howard Griffith
Daraus: Cembalokonzert F-Dur, Hob. XVIII:3 Concertino f. Violine, Cembalo und Streicher, Hob. XVIII:6 + David Nebel Eine Gesamteinspielung der fuer Hammerklavier (Nr. 4 & 11), Cembalo (Nr. 2, 3 & 5) und Orgel (Nr. 1, 8 & 10) geschriebenen Konzerte auf dem modernen Konzertfluegel ist selbstverstaendlich grober Unfug, aber man kriegt die damit ebenso wie die Klaviertrios einfach nicht kaputt. An den Originalen mit Christine Schornsheim fuehrt freilich kein Weg vorbei.
Joe Dvorak (03.05.2023, 09:49):
Cage I & II Versus 8
Schlagzeugwerke von John Cage (1st - 3rd Construction, Amores, Credo in US, u.a.) in einer aufregenden, klanglich sehr realistisch eingefangenen Einspielung des mexikanischen Ensembles.
a-way (04.05.2023, 00:59):
aus Chopin / Grieg: Frédéric Chopin - Nocturne in Cis-Moll, op. 9 Walter Kehl, Klavier
Picardische Terz.
Joe Dvorak (04.05.2023, 04:46):
Robert Schumann - Carnaval op. 9 David Hyun-su Kim (Fortepiano Graf, 1830: Kopie v. Regier, 2013)
Schumann auf Originalinstrumenten oder wenigstens Nachbauten muss man mit der Lupe suchen. Kreisleriana op. 16 habe ich -ohne jetzt bis in den allerhinterletzten Winkel zu suchen- gar nicht gesehen. Hat jemand einen Tip?
Sfantu (04.05.2023, 10:10): Als Schallplatte habe ich diese Aufnahme mit Jörg Demus (kurios - mußte vorgestern noch an ihn denken, da ich auf der Durchreise an Demus' Geburtsort Sankt Pölten vorbei fuhr)
Robert Schumann
Kreisleriana op. 16
Jörg Demus, Hammerklavier von Konrad Graf, Wien 1835 (LP, FSM, 1979 - Folge 6 der Reihe "Landschaftliche Kulturpflege in Westfalen-Lippe - Musik auf historischen Instrumenten")
30'05
Höre sie gerade wieder via MiniDisc - hatte mir das Doppel-Album vor x Jahren mal überspielt, zwecks Schonung des Vinyls und zur bequemeren Konsumierung. Auf diesem Album sind ebenfalls enthalten: Abegg- Variationen op. 1 Papillons op. 2 Kinderszenen op. 15 Arabesque op. 18 Blumenstück op. 19 Faschingsschwank aus Wien op. 26
Auf Folge 8 dieser Reihe spielt Demus neben zwei Beethoven-Sonaten:
Phantasiestücke op. 12 Humoresque op. 20
Separat habe ich - wieder mit Demus - noch das Album für die Jugend op. 68 auf einer BASF-Doppel-LP von 1976, dort mit einem 1839er Graf-Flügel (bezeichnet mit "Genaues Pendant zu Schumanns eigenem Flügel").
Demus' Spiel gefällt mir sehr - mit kluger Gestaltung, variablem Ausdruck und immer das zu Ende gedacht, was er an die Tasten weitergibt. Überhaupt ist Schumann für mich singulär, was hochromantische Klaviermusik betrifft.
Die erstgenannten Alben sind klanglich leicht entfernt, die Bässe äußerst schwach. Das ist bedauerlich, denn - muß er mal weit nach links greifen, kommt der herrlich trockene Klang aus dem Instrument scharf herausgestochen: rabenschwarz und doch nie wabernd sondern immer mit Fokus. Ich vermute, der nicht ganz optimale Klang hängt mit der Aufstellung der Mikros und dem Aufnahmeort (Erbdrostenhof zu Münster) zusammen. Mit entsprechend hoch geregelten Bässen geht's am Ende in Ordnung.
Joe Dvorak (05.05.2023, 02:06): Danke fuer den Hinweis. Auf Demus' Fortepiano-Aufnahmen bin ich bei meiner Recherche zwar gestossen, aber die Kreislerei war nicht dabei. In der Jubilaeumsbox ist eine Aufnahme davon, allerdings auf dem Grand. Die gezeigte LP hat mein Stroemer nicht (fraglich, ob die je digitalisert wurde).
Die Klaviermusik von Schumann ist so gar nicht meins, aber man kriegt halt immer wieder um die Ohren, dass die ein Pinakel ist, nicht nur im Bezug auf Schumann oder das Soloklaviergenre, sondern ueberhaupt und jeder der sich Klassikkenner schimpfen will, muss das erkannt haben. Erkenntnis erlangen ist immer gut und ich versuche es weiter - obwohl ich mir eigentlich vorgenommen habe, Werke und Komponisten, die mir nicht entgegenkommen, einfach stehen zu lassen.
Der hier kommt mir sehr entgegen:
Yvacheslav Atoyomov - In Spe (Sinfonie mit Violin- und Violoncello-Soli) Ivan Pochekin, Alexander Buzlov, Russian NO, Valentin Uryopin
"Seine Werke spiegeln eine Vielzahl musikalischer Einflüsse wider, die von der Neoklassik über die russische Volksmusik bis hin zur östlichen Meditation reichen. In jüngster Zeit versucht er beim Komponieren, die Erforschung der inneren Welten der Zuhörer zu fördern." (Vyacheslav Artyomov | Kennedy Center (kennedy-center.org)). Wenn's schee macht...
Amonasro (05.05.2023, 22:09):
Richard Wagner: Tannhäuser
Hermann, Landgraf von Thüringen - Joseph Greindl Tannhäuser - Wolfgang Windgassen Wolfram von Eschenbach - Dietrich Fischer-Dieskau Walther von der Vogelweide - Josef Traxel Biterolf - Toni Blankenheim Heinrich der Schreiber - Gerhard Stolze Reinmar von Zweter - Alfons Herwig Elisabeth - Gré Brouwenstijn Venus - Herta Wilfert Ein junger Hirt - Volker Horn
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, André Cluytens Bayreuth 1955
Gruß Amonasro
Amonasro (06.05.2023, 18:56):
Georg Friedrich Händel/Thomas Morell: Judas Maccabaeus
Judas Maccabaeus - Kenneth Tarver Israelitish Woman - Deanna Breiwick Israelitish Man - Sophie Harmsen Simon/Eupolemus - João Fernandes Priest - Owen Willetts Messenger - Ina Jaks
Sfantu gefällt das! Der Judas ist bei mir sicher eines der liebsten und am häufigsten gehörten Händel-Oratorien. Ist der Cummings Deine favorisierte Aufnahme?
Von Herzen, Sfantu
Sfantu (06.05.2023, 19:25):
Robert Schumann
Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 54
Gerhard Oppitz, Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg - Günter Wand (CD, Hänssler, 2013. Live, 21. März 1983 aus der Musikhalle Hamburg)
Für mich das Klavierkonzert aller Klavierkonzerte. In einer Aufführung, die nichts weniger als eine musikalische Sternstunde darstellt. Habe die Aufnahme erst seit gut einem Jahr. Und doch stieß sie fast augenblicklich meine jahrzehntelange Lieblingsaufnahme vom Thron. Beseeltes, schwungvolles Spiel, bei welchem die Freude und der Elan der Ausführenden unmittelbar ansteckt. Jede Geste sitzt perfekt - einfach nur beglückend. Keine Spur vom Klischee der steifen Hanseaten - das Publikum fällt mit dem Schlußakkord in stürmischen Beifall.
Amonasro (07.05.2023, 16:15): @Amonasro
Sfantu gefällt das! Der Judas ist bei mir sicher eines der liebsten und am häufigsten gehörten Händel-Oratorien. Ist der Cummings Deine favorisierte Aufnahme? Nun, sie ist ehrlich gesagt meine einzige. Das dürfte wesentlich daran liegen, dass ich unter Händels Oratorien die dramatischen (man könnte auch sagen: opernhaften) wie Saul, Theodora, usw. bevorzuge. Allerdings bin ich bisher mit der Aufnahme (vor allem Tarver in der Titelrolle) sehr zufrieden.
Heute wieder zu Wagner:
Richard Wagner: Tristan und Isolde
Tristan - Wolfgang Windgassen König Marke - Martti Talvela Isolde - Birgit Nilsson Kurwenal - Eberhard Waechter Melot - Claude Heater Brangäne - Christa Ludwig Ein Hirt - Erwin Wohlfart Ein Steuermann - Gerd Nienstedt Ein junger Seemann - Peter Schreier
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Karl Böhm 1966
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (08.05.2023, 03:38): Noch nicht lange draussen:
Alfred Schnittke - Psalms of Repentance Cappella Amsterdam, Daniel Reuss
Amonasro (08.05.2023, 15:57):
Johannes Brahms: Klavierquartette Nr. 1 & 3
Tamás Vásáry (Klavier) Thomas Brandis (Violine) Wolfram Christ (Bratsche) Ottomar Borwitzky (Cello)
Gruß Amonasro
Sfantu (08.05.2023, 22:04):
Amy Marcy Beach
Konzert für Klavier und Orchester cis-moll op. 45
Marie Louise Boehm, Westfälisches Sinfonieorchester Recklinghausen - Siegfried Landauer (CD, Vox Turnabout, ℗ 1992, AD 1976. Eingefügt habe ich das originale LP-Cover. Jenes meiner CD konnte ich nicht finden)
Allegro moderato 17'16 Scherzo. Vivace 5'28 Largo 4'18 Allegro con scioltezza 7'10
Amy Beaches Klavierkonzert dreht seit vielen Jahren erstmals wieder bei mir im Player. Das etwas überdimensionierte und für sein Entstehungsjahr 1899 doch leicht verzopft wirkende Werk erfreut in dieser leidenschaftlichen Einspielung durch seine geschmackvolle und handwerklich meisterliche Substanz. Hörwitz beschreibt Beaches Stil als stockkonservativ. Dem stimme ich zu. Doch überzeugt (mich) dieses Konzert nichtsdestoweniger: hoch-bis spätromantisches Vollblut. Chromatischer Tastendonner der Marke Liszt darf als Zutat nicht fehlen, es überwiegt aber eine noble Grundierung im Sinne der akademischen Brahms-Linie.
Ausgewogene Balance, gutes Stereo.
Joe Dvorak (09.05.2023, 01:45):
Ludwig van Beethoven - Sonate für Pianoforte & Violine Nr. 5, F-Dur, op. 24 - "Frühling" Ryo Terakado (Violine Landolfi, Milano 1772), Boyan Vodenitcharov (Fortepiano Walter, Wien 1773: Nachbau v. Clarke, 1992)
Hoechst beglueckend und sogleich wiederholt.
a-way (09.05.2023, 11:58):
Corpus Christi - Music for the Octave of Corpus Christi in the Corpus Christi Royal College of Valencia Victoria Musicae, Josep R. Gil-Tàrrega
Amonasro (10.05.2023, 18:14):
Alessandro Scarlatti: Oratorio per la Santissima Trinità
Fede - Roberta Invernizzi Amor divino - Véronique Gens Teologia - Vivica Genaux Infedeltà - Paul Agnew Tempo - Roberto Abbondanza
Europa Galante, Fabio Biondi
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (12.05.2023, 01:46):
Le Chant des Templiers (nach dem Manuskript der Grabeskirche Jerusalem, 12. Jhd.) Ensemble Organum, Marcel Pérès
Joe Dvorak (12.05.2023, 03:36):
Ottorino Respighi - Prelude & Fuge D-Dur / Passacaglia c-Moll / Tre Corali (nach Johann Sebatian Bach, BWV 532 / BVW 582 / BWV 659, 648 & 645) Orchestre Philharmonique Royal de Liège, John Neschling
Bach orchestral aufzupeppen, ist nun wirklich nicht noetig. Muss das sein? Nein. Kann es sein? Ja. Wer will das hoeren? Diejenigen, die Bach lieben und den spaetromantischen Orchesterapparat lieben, aber kaum etwas von dem, das die spaetromantischen Komponisten dafuer komponiert haben. Gibt es das? Ja, hier!
Joe Dvorak (12.05.2023, 04:16):
Martin Codax - Ondas (Cantigas de Amigo, Galizien, 13. Jhd.) Vivabiancaluna Biffi (Gesang, Viola D'Arco), Pierre Hamon (Mittelalter-Flöten)
Amadé (12.05.2023, 09:51): Bereits gestern Abend:
meine erste Aida-Aufnahme (1974), auch heute noch von der gut gepressten Electrola-Ausgabe gehört.
Gruß Amadé
Joe Dvorak (13.05.2023, 09:02):
Arcangelo Corelli - "Concerti Grossi" Nr. 1 - 6 (arr. v. Francesco Geminiani nach den Violinsonaten op. 5) Ensemble Baroque de Nice, Gilbert Bezzina
Tolle Musik. Die Besetzung mit zwei konzertierenden Violinen gegenueber Streichquartett, Kontrabass und Continuo (Violincello, Gambe, Cembalo) lies mich nichts sonderlich Aufregendes erwarten, aber der Reichtum an Farben und Texturen, den das Ensemble herauskitzelt, verfuehrte dann zum Wiederhoeren.
Joe Dvorak (14.05.2023, 03:35): Rueckblick auf mein insomniebegleitendes Nachtprogramm:
Louis Couperin - Cembalosuite a-Moll Laurence Cummings
George Crumb - Ancient Voices of Children fuer Mezzo-Sopran, Knabensopran, Oboe, Mandoline, Harfe, verstaerktes Klavier/Spielzeugklavier & Perkussion (3 Spieler) Marie-Louise Bourbeau, Veronika Schaaf, Ensemble New Art, Fuat Kent
Veronika klingt nicht nach Knabe, aber heutzutage weiss man das alles nicht mehr so genau. Spukhaft sind die Echo-Effkte, die den Mezzo stellenweise begleiten. Etwas Nachforschen ergab, dass sie in das Klavier hineinsingt und Resonanzen anregt. Crumb gehoert mehr gehoert: Black Angels, Songs Drones and Refrains of Death & Ancient Voices sind herausragende Monumente der Musik aus der zweiten Haelfte des letzten Jahrhunderts.
Claude Debussy - Images pour Orchestre & Prélude à l'après-midi d'un faune Singapore SO, Lan Shui
Joe Dvorak (14.05.2023, 13:40):
Morton Feldman - Coptic Light DSO Berlin, Michael Morgan
Andréjo (14.05.2023, 13:55): Wäre mal wieder anzuhören - Coptic Light ist besonders interessant in mancherlei Hinsicht ...
Amonasro (14.05.2023, 18:57):
Félicien David/Auguste Colin: Le désert
Cyrille Dubois (Tenor), Zachary Wilder (Tenor), Jean-Marie Winling (Sprecher)
Chœur de chambre Accentus Orchestre de chambre de Paris, Laurence Equilbey
Gruß Amonasro
a-way (14.05.2023, 20:54):
Giacomo Puccini / Giuseppe Giacosa und Luigi Illica - Tosca
Floria Tosca - Malin Byström Maria Cavaradossi - Joshua Guerrero Il barone Scarpia - Gevorg Hakobyan Cesare Angelotti - Martijn Sanders Il Sagrestano - Federico de Michelis Spoletta - Lucas van Lierop Sciarrone - Maksym Nazarenko Un Carceriere - Alexander de Jong
Chorus of Dutch National Operam, Klaas-Jan de Groot Netherlands Philharmonic Orchestra, Lorenzo Viotti Regie: Barrie Kosky
Joe Dvorak (15.05.2023, 04:01):
Paradisi Porte - Hans Memlings Engelskonzert Tiburtina Ensemble, Barbara Kabátková, Oltremontano Antwerpen, Wim Becu
Musik um 1500 arrangiert fuer Rekonstruktionen von Instrumenten, die auf Memlings Gemaelden zu sehen sind. Mehr dazu hier: Ein klingender Blick in den Himmel - Hans Memlings Engelskonzert (deutschlandfunk.de).
Joe Dvorak (16.05.2023, 01:02):
George Rochberg - Sinfonie Nr. 2 RSO Saarbrücken, Christopher Lyndon-Gee
Ich gebe es gerne zu. Wenn ich Naxos und American Classics in einer Zeile lese, dann ist das Urteil schon vor dem Hoeren gefaellt, weil sich zu oft nach dem Hoeren herausgestellt hat, dass die Liste der Klischees, die man vorverurteilend erstellt hat, zuverlaessig Punkt fuer Punkt abgehakt werden konnte. Hier klappt das absolut nicht. Rochbergs halbstuendiger Einsaetzer rockt. Statt selbst nach Worten zu klauben, erlaube ich mir, auf die Doppel-10 von H zu verweisen. Auch wer absolut null in Erwaegung zieht, auch nur eine Sekunde lang einen Gedanken daran zu verschwenden, sich mit der Sinfonie eines Amis aus den 50ern zu beschaeftigen, wird das -falls Humor vorhanden ist- mit Gewinn lesen. Mit der Art und Weise, wie die atonale Musik und einige ihrer Vertreter in einer Kombination von Beilaeufigkeit und aetzender Schaerfe ihr Fett weg bekommen, fegt H jeden Moechtegern-Comedian von der Buehne. Aber er pauschalisiert eben nicht voellig und findet hier ein Glanzstueck: Rochberg: Symphony No. 2 - Classics Today
Maurice inaktiv (16.05.2023, 14:16): Ich gebe es gerne zu. Wenn ich Naxos und American Classics in einer Zeile lese, dann ist das Urteil schon vor dem Hoeren gefaellt, weil sich zu oft nach dem Hoeren herausgestellt hat, dass die Liste der Klischees, die man vorverurteilend erstellt hat, zuverlaessig Punkt fuer Punkt abgehakt werden konnte. Oh, das finde ich nicht gerade fair. Etwa die beiden Sinfonien von Kurt Weill, der ganze Barber und Bernstein, George Antheil, Walter Piston, Charles Ives, Roy Harris, Virgil Thomson, William T. Grant, Samuel Jones, David DIamond, Gloria Cotes, Alan Hovhaness, Ned Rorem (die dürfte Dir gefallen), Ernst Toch, Meridith Willson.....Dazu viel zeitgenössische Kammermusik.
Ich weiß, es gibt eine Menge Komponisten, die mehr hochromantisch und damit europäisch geschrieben haben, mit denen wirst Du nicht viel anfangen können, aber es gibt auch eine Menge Werke, die Du Dir vielleicht mal anhören könntest.
Andréjo (16.05.2023, 16:21): Maurice hat Recht, aber über den Tipp mit der Rochberg-Sinfonie freue ich mich!
:hello Wolfgang
Joe Dvorak (17.05.2023, 02:01): Immer gerne. :)
Freilich hat Maurice recht. "Unfair" ist ja sehr diplomatisch ausgedrueckt. Eigentlich ist es saudoof, irgendwelche Epochen, geographische Regionen, Interpretationsstile (HIP, HIPOMI, non-HIP...) oder was auch immer pauschal zu verurteilen, weil einem ein paar Beispiele nicht gepasst haben. Wobei das jeder handhaben kann, wie er moechte - solange er nicht hausieren geht und ungefragt erzaehlt, was fuer Mist das alles ist. Dieses Phaenomen ist uns allen ja leider sattsam bekannt...
Die Vorverurteilerei der Naxos American Classics Serie bezog sich auf die Verbindung mit voellig unbekannten Namen. Ich hab sie mir nicht alle gemerkt, ausser Locklair als besonders abschreckendes Beispiel. Antheil und Ives gehoeren zu meinem engsten Hoerkanon (da nehme ich den Schriftzug gar nicht wahr), Toch zum weiteren, Coates und Hovhannes zum ehemaligen. Die in dieser Serie erschienene, behauptete GA der Floetenwerke von Cage ist gar einer meiner Allzeit-Favoriten.
Amonasro (17.05.2023, 11:30):
Giuseppe Verdi/Antonio Somma: Un ballo in maschera
Riccardo - Carlo Bergonzi Renato - Robert Merrill Amelia - Leontyne Price Ulrica - Shirley Verrett Oscar - Reri Grist Silvano - Mario Basiola jr. Samuel - Ezio Flagello Tom - Ferruccio Mazzoli Un giudice - Piero De Palma Un servo d'Amelia - Fernando Iacopucci
RCA Italiana Opera Orchestra and Chorus, Erich Leinsdorf
Gruß Amonasro
Andréjo (17.05.2023, 17:27): @ Joe und wer sich angesprochen fühlt:
Eine Hovhaness-Phase hatte ich drei Monate lang. Oder so. Und rund fünf CDs finde ich auch. Er ist aber ein arger Vielschreiber ... und dafür ist der Stil wohl nicht abwechslungsreich genug, meine ich. Nichts gegen die geheimnisvollen Berge - aber irgendwie klingt das meiste kaum anders. Am ehesten sprechen mich jetzt noch die deutlich folkloristisch gefärbten Nummern an - die scheinen indes deutlich in der Minderheit zu sein. Beispiel:
:hello Wolfgang
Joe Dvorak (18.05.2023, 05:58): Bei mir lief vor allem diese sehr haeufig:
Das ist schon ein wenig plakativ, aber dennoch gut gemacht. Es ist nicht so, dass ich mich heute davon distanziere, sondern der Gedanke daran loest einfach keinen Impuls aus, das mal wieder aufzulegen.
Joe Dvorak (18.05.2023, 07:39):
Arthur Honegger - Les Misérables Slovak RSO (Bratislava), Adriano
Andréjo (18.05.2023, 11:19): @ Hovhaness und Joe Dvorak:
Genauso geht es mir auch. ;) Ich könnte dem Impuls wieder mal - quasi ausnahmsweise - folgen. Heute ist Herrentag oder Vatitag oder Sauftag oder wie der Nonsens heißt.
Sfantu (18.05.2023, 13:51): Apropos Payne...
Anthony Payne
"time's arrow" für Orchester
BBC Symphony Orchestra - Andrew Davis (CD, nmc, 1996)
Mein bisher einziges Album mit Musik von ihm. Dieses Orchesterwerk entstand im Auftrag für die Royal Albert Hall-promenade concerts 1990. Payne beschreibt darin das Entstehen und Vergehen unseres Planeten - in 27 Minuten und 37 Sekunden (eine recht knappe Laufzeit für eine CD, wenn es so wie hier keine Kopplung mit weiterer Musik gibt).
Besser als ich das könnte, beschreibt Payne selbst sein Werk kurz und bündig wie folgt: Es schwebte mir vor, daß das Stück die Idee des big bang spiegeln sollte: am Anfang eine Materialexplosion und dann Beschleunigung in den Weltraum. Die Musik würde sich allmählich zu einem ruhigen Punkt im Mittelpunkt des Werks hin verlangsamen, und dann, sozusagen im zuge der Schwerkraft den Prozess umdrehen und enden, indem sie sich wieder zu jener Singularität hin beschleunigt, die der nächsten Explosion vorausgeht. Es war wichtig, daß das Werk eine dichtere Harmonik enthielt als ich je zuvor verwendet hatte und einen größeren stilistischen Umfang, vom nahezu Chaotischen zum Einfachen und Geordneten.
Der Stil (und / oder besser: die Thematik) hat in seiner Evokation von Beschleunigungen / Bewegungen gewaltiger Massen manchmal Parallelen zu Anders Hillborg oder Magnus Lindberg. Imposante Realisierung durch das BBC-Orchester.
Sfantu (18.05.2023, 14:22): Und auch ich folge nun euren Hovhaness-Impulsen. Auch von seiner Musik ist das das bisher einzige Album in meiner Sammlung:
Andante con moto 5'58 Double Fugue 5'31 Andante espressivo 5'19
Meine Erinnerungen gehörten endlich mal wieder aufgefrischt. Noch bin ich unentschieden, welchen Platz diese Musik bei mir einnehmen könnte oder ob ich Hovhaness weiter entdecken möchte.
Weiß jemand Näheres über die Gründe, weshalb Bernstein und Copland sich so abschätzig über Hovhaness' Musik ausließen? Als Lehrer des Tanglewood-Stipendiaten Hovhaness sprangen die beiden für den erkrankten Bohuslav Martinů ein. Während einer Probe zu Hovhaness' erster Sinfonie sollen sie sich lautstark über das Werk lustig gemacht und es als Ghetto-Musik bezeichnet haben. Hovhaness hat daraufhin frustriert den Kurs hingeschmissen.
Joe Dvorak (19.05.2023, 02:44): Bernard Rogers soll gesagt haben: "Hovhaness kommt von einem kleinen Planeten, auf dem es immer Weihnachten ist und auf dem es keine schiefen Klänge gibt."
Andréjo (19.05.2023, 08:51): Das Zitat (Bernard Rogers) scheint mir trefflich. :)
Joe Dvorak (20.05.2023, 16:12): Manchmal wird man von seltsamen Impulsen geleitet. Ich habe heute Nachmittag ein Metal-Album gehoert und mir schoss in den Kopf: "Mann, das ist so sperrig wie eine Enescu-Sinfonie". Nun habe ich bestimmt seit mehr als einem halben, wenn nicht ganzen Jahrzehnt keine Enescu-Sinfonie mehr gehoert -eben weil die so sperrig sind- und doch sprang mich dieser Vergleich an. Seltsam das. Jedenfalls habe ich Lust drauf bekommen, aber nicht die mir bekannte mit Rozhdestvensky bei der BCC, sondern eine mit Lokalmatadoren:
George Enescu - Sinfonie Nr. 3, op. 21 Cluj-Napoca PO, Ion Bacia
Die Aufnahme wurde 1988 gemacht, Da hatte man in Rumaenien vermutlich andere Probleme als Sinfonieorchester ordentlich zu unterhalten. Das ist schon ziemlich abrasiv gespielt, nicht immer hundertprozentig exakt im Zusammenspiel und wirkt inhomogen im Zusammenklang, was durch die Aufnahmetechnik noch verstaerkt wird, indem stets das Instrument, das gerade solo spielt, in den Vordergrund gezogen wird. Es spielt fast immer jemand solo - und genau das ist ein Schluessel, um dieses Monster zu entsperren und offenzulegen, wie dieses dicke Gestruepp geordnet ist. Sehr gut! Ich sehe, dass sich auch Hannu Lintu diesem Monster angenommen hat. Ich bin gespannt.
Sfantu (20.05.2023, 20:36): @Joe Dvorak
es es bleibt schwierig in Sachen Zugänglichkeit bei George Enescu. Abgesehen von den beiden Rumänischen Rhapsodien hat er kaum gefällige, massentaugliche Musik geschrieben - sein Stil ist grundsätzlich, wie Du ganz treffend schreibst, sperrig: dichte, harmonisch wie stimmungstragend sehr komplexe Strukturen. Wenn das von Dir beschriebene aufnahmetechnisch problematische Klangbild zumindest für das Verständnis günstige Nebenwirkungen zeitigt - um so besser.
Maurice inaktiv (21.05.2023, 07:25): Ich selbst habe diese Doppel-CD, die Lawrence Foster eingespielt hat:
Hier wird meiner bescheidenen Meinung nach ein wirklich gutes Bild von Enescu vermittelt, noch dazu zu einem vernünftigen Preis. Danke der Informationsflut diverser Anbieter, habe ich gesehen, dass ich sie seit 2013 in meinem Besitz habe, aber zugegeben, sie nur sehr selten gehört habe.
Enescu und Havergal Brian sind für mich nicht greifbar. Wenn man meint, man versteht ihn, steht man wieder vor einem totalen Rätsel. Und so dürfte es den meisten Musikern gehen, die sich mal mit ihm beschäftigt haben. Wie soll es da den "reinen" Zuhörern gehen?
Sfantu (21.05.2023, 10:59): In diesem Faden zu finden: dazu kommt, dass e an rumänischen Dirigenten mangelt, die auf der großen Bühne mitspielen, um vielleicht ihren Landsmann wieder ins Rampenlicht zu stellen.
Dazu kommt, dass er viele Jahre nicht in seiner Heimat lebte, sondern vor allem in Paris und den USA. In seinem Fall ist der als Kosmopolit ein "Heimatloser", auch wenn er mit den Rumänischen Suiten Werke geschaffen hatte, die man hin und wieder hören kann.
Mit Petrenko und den Berlinern würde eigentlich eine Kombination zur Verfügung stehen, denen ich es zutrauen würde, hier einmal tätig zu werden Zahllose Komponisten haben einen Großteil ihres Lebens außerhalb ihres Geburtslandes verbracht. Inwieweit besteht da ein Zusammenhang mit der Verbreitung ihrer Werke? Welchen Einfluß hat es, welcher Paß in der Manteltasche der Ausübenden steckt? Und welche tieferen oder grundlegend neuen Einsichten in Enescus Musik sollten wir von den Berliner Philharmonikern erwarten? Foster, Roschdestwenskij, Mandeal (!), teilweise Ruzicka sowie ältere rumänische Einspielungen drehen sich abwechselnd, wenn auch nicht oft - bei mir. Das sind alles Andere als zweitklassige Darbietungen. Über die Serie aus Tampere mit Lintu habe ich bisher nur höchstes Lob vernommen.
Enescus Musik macht es den Hörern - und das wird auch weiterhin so sein - schwer, sich ihr zu nähern. Hierbei ist (ich spreche freilich nur für mich) restlose Konzentration gefragt - ein Nebenbei-Hören funktioniert nicht.
Ohnehin ergibt sich für mich nur ein bruchstückhafter Einblick, wenn man sich bei Enescu nicht mit der Kammermusik auseinander setzt. Es fällt dann naturgemäß leichter, die Stimmen zu verfolgen. Die kleiner besetzten Sachen sind aber keineswegs leichtere Kost - eher noch herber und fortschrittlicher als die manchmal erschlagenden Orchesterwerke. Gerade die Cellosonaten schätze ich sehr. Über das Nonett hatte ich meiner Begeisterung hier bereits einmal Ausdruck verliehen.
Sfantu (21.05.2023, 12:45):
George Enescu
Sinfonie Nr. 1 Es-dur op. 13
Orchestra simfonică al filharmonicii "George Enescu" din Bucureşti - Mihai Brediceanu (LP, electrecord, 1977)
Assez vif et rythmé 12'26 Lent 13'15 Vif et vigoureux 9'55
Die Aufnahme aus dieser 3-LP-Box offeriert eine pastose, den nachromantischen Überschwang und auch Pomp herausstreichende Erste (Ecksätze). Der zentrale Mittelsatz erhält das nötige schwebend-mysteriöse Parfum um seine seltsam brütende, schwüle Atmosphäre zu entfalten. Ein gelungenes Konzept, das aufgeht. Guter Stereo-Klang, etwas zu schwache (aber gut nachjustierbare) Tiefen.
Maurice inaktiv (22.05.2023, 10:49): Zahllose Komponisten haben einen Großteil ihres Lebens außerhalb ihres Geburtslandes verbracht. Inwieweit besteht da ein Zusammenhang mit der Verbreitung ihrer Werke? Welchen Einfluß hat es, welcher Paß in der Manteltasche der Ausübenden steckt? Es muss keinen Einfluss haben, aber wenn nicht mal die Musik im Heimatland wirklich angekommen ist, dürfte es bei der Sperrigkeit von Enescu im Ausland auch nicht gerade einfacher werden. Eigentlich logisch, wenn man man das bedenkt und nicht gleich versucht daraus mir einen Schuh zu drehen. Manchmal hilft er richtige Pass zum Überleben, und damit auch zum Ausüben des eigentlichen Berufes, gerade in den unruhigen Zeiten von 1914-1945, in Rumänien noch viel länger.
Und welche tieferen oder grundlegend neuen Einsichten in Enescus Musik sollten wir von den Berliner Philharmonikern erwarten? Willst Du das wirklich wissen? Ich hätte auch die Orchester aus Amsterdam, Wien oder Philadelphia nehmen können. Es geht um die Qualität der Orchester und eventuell auch der Dirigenten, die dort mit solchem Material vielleicht bessere Ergebnisse liefern können.
Foster, Roschdestwenskij, Mandeal (!), teilweise Ruzicka sowie ältere rumänische Einspielungen drehen sich abwechselnd, wenn auch nicht oft - bei mir. Das sind alles Andere als zweitklassige Darbietungen. Na, dann muss man hier aber lange suchen, zumindest wird man hier kaum fündig. Ich habe auch nicht geschrieben, dass das zweitklassige Darbietungen sind, Mandeal hatte allerdings ein sicher authentisches Orchester, aber eben kein Spitzenklangkörper dafür zur Verfügung. Seine Erfahrung mit Enescu, gepaart mit einem entsprechenden Orchester, dass weitaus besser vermarktet wird, könnte für Enescus Musik einen Ruck geben.
Diesen Ruck hat es offenbar unter den bereits vorliegenden Einspielungen nicht gegeben. Auch logisch, aber Vermarktung ist ein eigenes, aber sehr wichtiges Argument in Zeiten, in denen man eher Orchester auflöst oder zusammenlegt. Enescus Musik macht es den Hörern - und das wird auch weiterhin so sein - schwer, sich ihr zu nähern. Hierbei ist (ich spreche freilich nur für mich) restlose Konzentration gefragt - ein Nebenbei-Hören funktioniert nicht. Und genau DESHALB muss man diese Musik auch besser vermarkten, aber solche Musik zu vermarkten ist halt ein echtes Problem geworden. Es betrifft ja nicht nur die Musik Enescus, das Beispiel Havergal Brian habe ich erwähnt, weil er doch auch recht sperrig und schwer greifbar komponiert hat. Allan Pettersson wäre ein weiterer Kandidat dafür.
Joe Dvorak (22.05.2023, 13:50): Entstanden 1851 (Satz 1-4), 1863 (5-6) & 1880 (7) mit einer Spieldauer von 72 Minuten. Das verspricht das auditive Pendant zu einer Selbstgeisselung zu werden:
Anton Rubinstein - Sinfonie Nr. 2 "Ocean" Slovak PO, Stephen Gunzenhauser
Maurice inaktiv (22.05.2023, 18:44): Entstanden 1851 (Satz 1-4), 1863 (5-6) & 1880 (7) mit einer Spieldauer von 72 Minuten. Das verspricht das auditive Pendant zu einer Selbstgeisselung zu werden: Ich hatte mal die ganze Reihe durch der Sinfonien, aber zufällig ist diese Zweite noch in meinem Besitz. Meine CDs sind bereits von Naxos gewesen, die sie übernommen hatte dann. Die Sinfonien sind alle durchweg im romantischen Stil geschrieben, schön anzuhören, wer es so mag, aber keine "Must-Have-Einspielungen", so sehe ich es zumindest.
Er hatte eine durchaus interessante Biographie. Sein Vater stammte aus Bessarabien und war Jude, seine Mutter stammte aus dem damals preußischen Breslau, war ebenfalls jüdischen Glaubens und konvertierten zum Russisch-Orthodoxen Christentum über.
Rubinstein (1829-1894) hatte eine außergewöhnliche musikalische Begabung als Pianist und debütierte mit neun Jahren als Konzertpianist. 1840 lernte er in Paris Franz Liszt kennen, der ihn ein Leben lang förderte.
1852 wurde er Hofpianist bei Großfürstin Elena Pawlowna in St.Petersburg. 1862 wurde er der erste Direktor des dortigen Konservatoriums bis 1867.
Er sollte aber vor allem als Konzertpianist bekannt werden, die er von 1867-1887 gab. Die letzten 10 Jahre seines Lebens sollte er allerdings an Depressionen leiden.
Er soll zu seinen Lebzeiten neben Brahms der wichtigste Komponist gewesen sein, der nicht zur von Richard Wagner beeinflusst war. Er schrieb 6 Sinfonien, 2 Cellokonzerte, ein Violinkonzert und 5 Klavierkonzerte.
Es scheint von den Klavierkonzerten noch keine GA zu geben, die Cellokonzerte wurden von Werner Thomas-Mifune und den Bamberger SO eingespielt.
Andréjo (22.05.2023, 19:08): Es scheint von den Klavierkonzerten noch keine GA zu geben Im Schrank finde ich alle Fünfe mit Joseph Banowetz, nicht als Gesamtausgabe von mir erworben, aber wohl als solche zu sehen. Drei CDs sind das, und nicht nur, aber vor allem vom vierten Konzert gibt es viel Konkurrenz. Das dürfte mit Abstand sein Renner sein - wohl auch nicht zu Unrecht. Die anderen Konzerte sind nun keine Reißer und erst recht keine Spitzenliteratur, aber doch angenehm zu hören. Das letzte Konzert füllt eine lockere Dreiviertelstunde und weist im Finalsatz dann doch kräftig Leerlauf auf.
Ob man die drei Marco-Polo-Scheiben überhaupt neuwertig und vollständig kaufen kann, habe ich jetzt nicht überprüft - auch nicht, ob es vielleicht doch eine weitere Komplett-Produktion gibt mittlerweile.
Die Sinfonien kenne ich nicht und habe kein dringliches Bedürfnis, das zu ändern.
Rubinstein selbst - das wird im Beitrag von Maurice klar - war eine erfolgreiche Persönlichkeit. Hinzu kommt der Familienname. :down ;)
Gelegentlich liest man von seiner Beethoven-Physiognomie. ]
(1) Den Namen will ich hier dann doch nicht nennen ohne jede Rückkoppelung mit Hinterbliebenen. Das Argument, ich hätte mein Geschwätz auch für mich behalten können, lasse ich gelten. Aber die Ähnlikchkeit war schlicht verblüffend ...
Maurice inaktiv (22.05.2023, 20:12): Im Schrank finde ich alle Fünfe mit Joseph Banowetz, nicht als Gesamtausgabe von mir erworben, aber wohl als solche zu sehen. Ah, ok. Danke für die Info. Ich hatte nicht alle Einzel-CDs gefunden, und weil ich nicht gerade ein großer Freund von Klavierkonzerten bin, hatte ich damals auch nie das Bedürfnis, sie mal zu erwerben. Mir geht das ähnlich wie Dir mit den Sinfonien. Die hatten mich nicht vom Hocker gerissen, entsprechend habe ich sie wieder verkauft. Die Zweite wollte wohl niemand haben, sonst wäre sie nicht noch da geblieben.
Joe Dvorak (23.05.2023, 02:04): (...) Sinfonien. Die hatten mich nicht vom Hocker gerissen, entsprechend habe ich sie wieder verkauft. Die Zweite wollte wohl niemand haben, sonst wäre sie nicht noch da geblieben. Das liegt vielleicht an den in meinen Ohren nicht voellig an den Haaren herbeigezogenen Kritiken, dass manche Passagen zu lange ausgewalzt und Themen zu oft wiederholt werden. Lohnender als populaerere Werke aus demselben Themenkreis (etwa La Mer oder A Sea Symphony) ist Rubinsteins Ocean-Sinfonie allemal, gegen Nystroems Sinfonia del Mare packt sie dagegen ein. Und dass die 72 Minuten besser investiert sind als in die 151. Version von Beethovens Neunter, versteht sich von selbst. Andererseits wuerde mich Zander schon interessieren. Er ist gefuehlt der drölfzigste Dirigent, der fuer sich in Anspruch nimmt, als allerallererster wirklich alle Anweisungen Beethovens wortwoertlich zu beachten. Immerhin fuehrt das dazu, dass die Spieldauer unter eine Stunde sinkt! Das ist akzeptabel. (Warum die Stunde eine Brandmauer darstellt, ist einfach erklaert: Wenn man ein laengeres Werk zu einer strategisch unguenstigen Zeit auflegt, werden da gefuehlt schnell mal zwei daraus - so wie gestern, als ich den Ozean kurz vor 8 gestartet habe und er kurz nach 9 zu Ende war. Der Stundenzeiger war um zwei vorgerueckt und das gab mir das Gefuehl, den halben Abend verbraten zu haben, mit einem Werk, das so toll nun auch wieder nicht war.)
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125 Rebecca Evans, Patricia Bardon, Robert Murray, Derek Welton, Philharmonia Orchestra & Chorus, Benjamin Zander
Satzdauern: 13:10 - 12:21 - 11:08 - 21:35
Wer die eingesparte Zeit gleich doppelt und dreifach wieder frittieren will, kann sich ueber zwei Bonus-CDs erstreckend eine Diskussion anhoeren, warum das so sein muss.
Maurice inaktiv (23.05.2023, 06:19): Das liegt vielleicht an den in meinen Ohren nicht voellig an den Haaren herbeigezogenen Kritiken, dass manche Passagen zu lange ausgewalzt und Themen zu oft wiederholt werden. Das ist ja oft das Problem bei so langen Werken, auch bei Filmen habe ich da immer das Gefühl, man könnte sie locker raffen, dann wären sie nicht schlechter, trotzdem würde niemand etwas vermissen. Doch so ganz ohne Grund war Rubinstein bestimmt nicht so populär gewesen damals.
Lohnender als populaerere Werke aus demselben Themenkreis (etwa La Mer oder A Sea Symphony) ist Rubinsteins Ocean-Sinfonie allemal, gegen Nystroems Sinfonia del Mare packt sie dagegen ein. Und dass die 72 Minuten besser investiert sind als in die 151. Version von Beethovens Neunter, versteht sich von selbst. Das sind sicher diskussionswürdige Meinungen von Dir, aber bei der 151.Version von Beethoven sind wir absolut einer Meinung. Noch dazu, dass mich Beethoven nur selten wirklich umgehauen hat. Allerdings ist das kein Wunder, bei der Masse an Angeboten, wovon man zu viele Einspielungen unter die Rubrik "Darauf hat die Menschheit bestimmt NICHT gewartet" zählen könnte.
Joe Dvorak (23.05.2023, 08:25): Lohnender als populaerere Werke aus demselben Themenkreis (etwa La Mer oder A Sea Symphony) ist Rubinsteins Ocean-Sinfonie allemal, gegen Nystroems Sinfonia del Mare packt sie dagegen ein. Das sind sicher diskussionswürdige Meinungen von Dir (...) Klar, wenn sie nicht diskussionswuerdig waeren, braeuchte ich sie ja nicht zu aeussern. ^^
Hier jetzt ganz ohne Wasser:
Wolfgang Amadeus Mozart - Streichquintett D-Dur, K 593 Chilingirian Quartett & Yuko Inoue
Sfantu (23.05.2023, 21:00): Nun hab' ich dann doch selbst noch Lust aufs Wiederhören bekommen - und Jesses! Wie lang' mag das her sein seit dem letzten Mal? Die CD steht jedenfalls seit gut 30 Jahren bei mir. Das Booklet druckte das Label damals noch auf dickem Hochglanz-Papier.
Anton Rubinstein
Sinfonie Nr. 2 C-dur op. 42 "Ozean" (Letzte Fassung, 1880)
Slovenská filharmónia Bratislava - Stephen Gunzenhauser (CD, Marco Polo, 1987)
Die Musik hat mehr Substanz als meine Erinnerung ihr zugestand. Sicher - das ist noch erkennbar an Mendelssohn geschult, atmet gediegene Noblesse. Es beweisen aber nicht wenige Stellen zum einen Schritte (oder Schrittversuche) in Richtung expressiver Dramatik, etwa im gespenstischen zweiten Satz, zum anderen das Bestreben, eine stilistisch-programmatische Klammer zu spannen. Mit dem Ziel der Illusionierung in Richtung einer tönenden Weltumseglung. Erfolgreich, wie ich meine. Das Ergebnis ist freilich etwas aus den Fugen geraten. Und doch gelingt es den wackeren Slowaken, diesem Siebenmaster Geschlossenheit zu verleihen, ihn in eine konsistente Form zu gießen.
Trotz allem interessiert mich nun, was das Wuppertaler Sinfonieorchester gut 15 Jahre später daraus machte (und zwar aus der 1851er Erstfassung, auf MDG). Die CD ist bestellt. Bei einem Schweizer Anbieter, nur unwesentlich teurer als bei jpc - dafür aber wohl in absehbarer Lieferfrist, ohne die gern bestreikte Deutsche (Schnecken-) Post.
Übrigens läßt es aufhorchen, wenn man (im Widerspruch zu der weiter oben erwähnten lebenslangen Förderung Rubinsteins durch Liszt) im von Keith Anderson verfaßten Booklet das hier lesen kann:
Liszt, vielleicht einen Rivalen neben seinem Thron fürchtend, sprach über ihn als "Pseudomusiker der Zukunft".
Liszt ist Widmungsträger Rubinsteins erster als auch zweiter Sinfonie.
Maurice inaktiv (24.05.2023, 14:12): Trotz allem interessiert mich nun, was das Wuppertaler Sinfonieorchester gut 15 Jahre später daraus machte (und zwar aus der 1851er Erstfassung, auf MDG). Die CD ist bestellt. Bei einem Schweizer Anbieter, nur unwesentlich teurer als bei jpc - dafür aber wohl in absehbarer Lieferfrist, ohne die gern bestreikte Deutsche (Schnecken-) Post. Bei Amazon (Marketplace) um die 8-10 Euro günstiger. Da hier nicht gestreikt wird zur Zeit, also liefertechnisch kaum ein Problem - es sei denn, Du hast einen so hoch intelligenten GLS-Fahrer wie ich gestern gehabt. Der konnte aus drei Klingeln nicht die beiden Schellen drücken, die mit meinem Nachnamen versehen sind...... :cursing: :thumbdown: Da ging die Selbstabholung vom GLS-Shop schneller und einfacher.
Sfantu (24.05.2023, 20:46): @Andrejo
auch ich mag das vierte Klavierkonzert sehr und finde, daß es zurecht eine gewisse Popularität genießt/genoß- Aus der Banowetz-Reihe habe ich nur noch die leere Hülle des Albums mit den Nummern Eins und Zwei. Die CD selbst ging im Zuge eines Trennungsstreits 2002 zu Bruch. Habe die beiden Werke aber auch als recht substanzarm in Erinnerung.
Anton Rubinstein
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 d-moll op. 70
Abbott Ruskin, Klavier Massachusetts Institute of Technology Symphony Orchestra - David Epstein (CD, price-less, AD 1987, ℗ 1989)
Moderato assai 15'05 Andante 11'49 Allegro 1'21
Das Vierte dagegen überzeugt auf ganzer Linie. Rubinstein war 1864 gereifter und spürbar tiefer in der Hochromantik angekommen als noch zu Zeiten des Beginns der Entstehungsgeschichte seiner zweiten Sinfonie. Ganz à la Chopin wird dem Solisten im Mittelsatz praktisch allein das Feld überlassen, das Orchester bleibt zumeist im Hintergrund. Ein wundersam schwebend-traumverlorenes Ruhen entsteht so, entfaltet zauberische Ambiance. Die Ecksätze sind von einem Wechselspiel drängender Dramatik mit lyrisch-romantischem Schmelz geprägt. Die klug gesetzte Disposition dieser komplementären Elemente im Finalsatz überzeugt vollauf - das virtuose Feuer des Soloparts wird aufs Schönste in Szene gesetzt.
Diese CD enthält die erste Version des Rubinstein 4 in meiner Sammlung - es folgten noch 3, wenn ich es richtig überblicke. Der untadelige Solist überzeugt rundum, das Hochschulorchester zeigt hie und da kleine Schwächen, schlägt sich in summa aber sehr beachtlich.
Bei Amazon (Marketplace) um die 8-10 Euro günstiger. - Amazon marketplace ist in der Schweiz nicht aktiv - Ich bin kein Pfennigfuchser um jeden Preis (genauer: um jede Preisersparnis) - Und ohnehin ziehe ich Neuware vor. Denn: vom Preis für Kultur darf bei den Künstlern gern auch etwas ankommen
Los Angeles Philharmonic Orchestra and Choir, Zubin Mehta 1967
+ Franco Corelli: Konzert in Providence (Rhode Island) 1967 Arien aus Le Cid, I Lombardi alla prima crociata, Tosca, Macbeth & 4 Neapoltanische Lieder Italian Festival Orchestra, Anton Guadagono
+ Franco Corelli in den Ed Sullivan Shows Duette mit Dorothy Kirsten (La bohème) und Renata Tebaldi (Andrea Chénier), Arie aus Cavalleria rusticana & 2 Neapolitanische Lieder Ed Sullivan Show Orchestra, Ray Bloch
Mehta dirigiert eine sehr dramatische Interpretation des Requiems, vorzüglich gesungen, aber in desaströser Tonqualität. Die Zugaben klingen besser und bieten Corelli in Bestform. Kein Must-have.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (25.05.2023, 03:02):
Anton Rubinstein - Sinfonie Nr. 2 "Ocean" (1851 Version) State SO of Russia, Igor Golovchin
Ich bin ein Fan der Underdogs aus Kosice, aber das hier ist nochmal ein anderes Kaliber. Offenbar hat Rubinstein nicht nur drei Saetze hinzukomponiert, sondern auch sonst Hand angelegt.
Maurice inaktiv (25.05.2023, 09:46): - Amazon marketplace ist in der Schweiz nicht aktiv - Ich bin kein Pfennigfuchser um jeden Preis (genauer: um jede Preisersparnis) - Und ohnehin ziehe ich Neuware vor. Denn: vom Preis für Kultur darf bei den Künstlern gern auch etwas ankommen Lach. Aus dem Fenster muss man es aber auch nicht werfen. Selbst als Neuware über Amazon wäre es günstiger gewesen, aber wenn Du in der Schweiz mit Amazon Probleme hast, ist die Situation eh anders. Sei nicht so naiv. Der Künstler sieht von 20 Euro (oder von mir aus auch Franken) nicht mehr wie von 15 €/Franken. Ich bin kein Vertrags-Spezialist für GEMA-Gebühren, aber da dürfte es bei Einspielungen auch gewisse Regularien geben, die nicht direkt vom Verkaufsbetrag abhängig sind. Da verdienen Andere daran, aber nicht in diesem Maße die Künstler selbst. Das weißt Du vermutlich besser als ich, wobei das u.U. in der Schweiz auch anders geregelt ist als bei uns in Deutschland.
Sfantu (25.05.2023, 10:17): @Maurice
selbst wenn er bei Neuware nur 2€ sieht, ist das immer noch besser als 0 € bei Gebrauchtware.
Sfantu (25.05.2023, 10:23): @Joe Dvorak
auch ich bin ein Fan der Underdogs aus Košice. Bei der gemeinten Ozean-Einspielung leitet Gunzenhauser meines Wissens aber die Slowakische Philharmonie Bratislava, nicht die Staatsphilharmonie Košice. Das ist einigermaßen nebensächlich, ich weiß. Bin da ein wenig zwangsgestört.
Maurice inaktiv (25.05.2023, 10:44): Ich bin ein Fan der Underdogs aus Kosice, aber das hier ist nochmal ein anderes Kaliber. Das ist sicher naheliegend, da dort auch Svetlanov viele Jahre dirigierte.
Joe Dvorak (25.05.2023, 12:00): @Joe Dvorak
auch ich bin ein Fan der Underdogs aus Košice. Bei der gemeinten Ozean-Einspielung leitet Gunzenhauser meines Wissens aber die Slowakische Philharmonie Bratislava, nicht die Staatsphilharmonie Košice. Das ist einigermaßen nebensächlich, ich weiß. Bin da ein wenig zwangsgestört. Richtigstellungen sind keine Nebensache. Um das Bonmot eines Kickers etwas abzuwandeln: Bratislava oder Kosice - Hauptsache Polen. :P
Sfantu (25.05.2023, 12:42): That's the spirit! :beer
Amonasro (25.05.2023, 15:49):
Richard Wagner: Das Rheingold
Woglinde - Jutta Vulpius Wellgunde - Elisabeth Schärtel Flosshilde - Maria Graf Alberich - Gustav Neidlinger Fricka - Georgine von Milinkovic Wotan - Hans Hotter Freia - Hertha Wilfert Fasolt - Ludwig Weber Fafner - Josef Greindl Froh - Josef Traxel Donner - Toni Blankenheim Loge - Rudolf Lustig Mime - Paul Kuen Erda - Maria von Ilosvay
Orchester der Bayreuther Festspiele, Joseph Keilberth 1955
Der am besten klingende Bayreuth-Ring aus den 50ern. Der trocken dozierende Loge ist leider ein Schwachpunkt dieser Aufnahme und in Nibelheim gibt es ein deutliches Rauschen im Hintergrund. Hotter, Neidlinger & Co. dafür herausragend.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (26.05.2023, 03:28): Da grossorchestrale Kampfgaeule gerade ein Wiederaufleben in meinem Hoerfeld feiern, kommt jetzt die bereits abgeschriebene Asrael-Sinfonie neuerlich zum Zug. Aber welche Aufnahme? Weller ist schneller und macht in 57'10'' das Rennen.
Josef Suk - Sinfonie Nr. 2 c-Moll, op. 27 "Asrael" National Orchestra of Belgium, Walter Weller
Joe Dvorak (26.05.2023, 05:58):
Josef Suk - Sinfonie Nr. 1 e-Moll, op. 14 Prague SO, Tomáš Netopil
Amonasro (26.05.2023, 13:03):
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Maria Caniglia, Ebe Stignani, Beniamino Gigli, Ezio Pinza
Chor und Orchester des Teatro dell'Opera di Roma, Tullio Serafin 1939
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (26.05.2023, 13:51):
Giovanni Sgambati - Sinfonie Nr. 1 D-Dur, op. 16 Orchestra Sinfonica di Roma, Francesco La Vecchia
Neuland. Laut PR-Text wurde dieses Werk von Saint-Saens und Grieg bewundert. Das ist schon mal vielversprechend.
Amonasro (26.05.2023, 18:58):
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Elisabeth Schwarzkopf, Oralia Dominguez, Giuseppe Di Stefano, Cesare Siepi
Orchestra e coro del Teatro alla Scala, Victor de Sabata 1954
+ Ouvertüren von Verdi, Rossini & Wolf-Ferrari + Respighi: Fontane di Roma
Die Aufnahmen von Serafin und de Sabata könnten kaum gegensätzlicher sein. Serafin dirigiert zügig und wie aus einem Guss (nur 72 Minuten, was den Vorteil hat, dass alles auf eine CD passt), während de Sabata oft sehr langsame Tempi wählt (95 Minuten) und das Stück als eine Serie scharfer Kontraste anlegt. Das Solistenquartett gefällt mir bei de Sabata etwas besser, allerdings klingt der Chor teilweise schrill.
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (26.05.2023, 20:39): Giovanni Sgambati - Sinfonie Nr. 1 D-Dur, op. 16 Orchestra Sinfonica di Roma, Francesco La Vecchia
Neuland. Laut PR-Text wurde dieses Werk von Saint-Saens und Grieg bewundert. Das ist schon mal vielversprechend. Schön anzuhören, aber auch nicht mehr. Die Einspielung finde ich aber gelungen. Ob die CPO-Einspielung des gleichen Werkes "besser" ist weiß ich nicht. Beide Einspielungen sind meines Wissens nach zeitnah veröffentlicht worden.
Joe Dvorak (27.05.2023, 03:42): Giovanni Sgambati - Sinfonie Nr. 1 D-Dur, op. 16 Orchestra Sinfonica di Roma, Francesco La Vecchia
Neuland. Laut PR-Text wurde dieses Werk von Saint-Saens und Grieg bewundert. Das ist schon mal vielversprechend. Schön anzuhören, aber auch nicht mehr. Die Einspielung finde ich aber gelungen. Ob die CPO-Einspielung des gleichen Werkes "besser" ist weiß ich nicht. Beide Einspielungen sind meines Wissens nach zeitnah veröffentlicht worden. Das war auch mein erster Eindruck. Ich meine, dass mehrfaches Hoeren mehr Zutage bringen koennte.
Hier lief gerade:
Robert Schumann - Sinfonie Nr. 4 d-Moll, op. 120 Sofia PO, Hikmet Şimşek
Das Fehlen des letzten Feinschliffes und der ultimativen Praezision wird durch eine sehr engagierte und hineinziehende Darbietung mehr als wettgemacht.
Joe Dvorak (27.05.2023, 03:43): Meine Streaming-App vermeldet, dass heute Paganinis 183. Todestag ist. Das wird gewuerdigt.
Niccolo Paganini - Violinkonzert Nr. 1 D-Dur, op. 6 Alexandra Soumm, Deutsche Philharmonie Rheinland-Pfalz, Georg Mark
Mit ungekuerzter Orchestereinleitung.
Maurice inaktiv (27.05.2023, 04:56): Das war auch mein erster Eindruck. Ich meine, dass mehrfaches Hoeren mehr Zutage bringen koennte. Ehrlich gesagt, hatte ich das nicht, nachdem ich die CD mehr als nur einmal gehört hatte. Okay, in Italien damals neben Verdi und Puccini bestehen zu können, musste man schon was zu bieten haben, aber das hatte er meiner Meinung nach nicht. Er verweigerte sich der Oper (da bin ich bei ihm :D ), war in seinem Instrumentalwerk aber ein Vertreter der Beethoven-Liszt-Wagner-Komponisten. Doch er blieb auch an diesem Punkt irgendwie "stehen". Eigentlich wäre Bruckner die logische Folge gewesen, von der Reihe her, aber von ihm hatte er nichts übernommen.
Für einen Instrumentalkomponisten sind zwei Sinfonien halt auch nicht gerade viel, aber sein eigentliches Wirken war die Rolle als Konzertpianist und Dirigent. Ich habe nur noch die von Naxos begonnene Reihe der Klavierwerke gefunden und seine 2.Sinfonie. Sein Requiem wurde offenbar noch nicht eingespielt.
Ich will Sgambati nicht irgendwie hier miesmachen, gerade die Naxos-Einspielung nicht. Die von CPO kenne ich nicht, erwarte aber auch keine neuen Erkenntnisse dabei, weil dort weder ein Orchester, noch ein Dirigent die Werke eingespielt hat, die jetzt ein besseres Niveau erwarten lassen (Württembergische Philharmonie Reutlingen, Ola Rudner), obwohl ja bei CPO ein Hörer die CD sehr gelobt hat.
Ähnlich sehe ich die Sinfonien von Friedrich Gernsheim. Ich mag sie sehr, aber vermutlich wird sich keines der Spitzenorchester dieser Werke mal annehmen. Ich wäre schon froh, wenn man das mal von den Bamberger Symphoniker oder dem HR-Sinfonieorchester aus Frankfurt geboten bekäme, dort gastieren doch schon die vermeintlich "besseren Dirigenten".
Ich weiß, das mag sich etwas sehr einfach gestrickt anhören, und ich weiß selbst, dass gerade jene "Provinz-Orchester" solchen Komponisten mehr Zeit und Liebe zum Detail widmen als die vermeintlich höher eingeschätzten Klangkörper und Dirigenten, aber so manchmal denke ich mir, dass dort eben doch das Quentchen mehr herauszuholen wäre als eben mit den auf CD vorhandenen Klangkörpern.
Amonasro (27.05.2023, 15:33):
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Joan Sutherland, Marilyn Horne, Luciano Pavarotti, Martti Talvela
Wiener Staatsopernchor Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
+ Quattro pezzi sacri
Chicago Symphony Chorus Chicago Symphony Orchestra, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (28.05.2023, 05:41): Er verweigerte sich der Oper (da bin ich bei ihm :D ) :J Beethoven-Liszt-Wagner-Komponisten. Doch er blieb auch an diesem Punkt irgendwie "stehen". Eigentlich wäre Bruckner die logische Folge gewesen, von der Reihe her, aber von ihm hatte er nichts übernommen. Wagner hoere ich nicht, Mendelssohn und Schumann eher, aber das sind keine schlechten Referenzen, solange aus dem Einfluss kein Plagiat wird. Aber ja, vor die Wahl gestellt noch ein x-tes mal Schumanns Vierte oder nochmal Sgambatis Erste zu hoeren, wuerde ich fuer ersteren entscheiden. Im Falle vom Mendelssohns "Italiensicher" ginge es andersrum aus. Sein Requiem wurde offenbar noch nicht eingespielt. Das wollte ich eigentlich zuerst hoeren, nachdem mein Interesse an Sgambati geweckt wurde, aber wegen der Laenge (79:27) musste ich das vertagen.
Giovanni Sgambati - Messa da Requiem Joern Wilsing, Philharmonischer Chor Heilbronn, Staatsorchester Stuttgart, Ulrich Walddörfer
Amonasro (28.05.2023, 16:05):
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Leontyne Price, Janet Baker, Veriano Luchetti, José van Dam
Chicago Symphony Chorus & Orchestra, Sir Georg Solti
Diese Totenmesse hörte ich heute original zum zweiten Mal - dank Joes Initialzündung. Und ja - eine Stunde-zwanzig können anfangs erstmal abschrecken. Aber mit was für einem ungewöhnlichen und eigenwilligen, großen Wurf wird man da belohnt! Sgambati gelingt eine bezwingende Mischung aus Innen-und Außenwirkung. Die gregorianisch gefärbten, das Werk an der Liturgie orientierenden motettenartigen Chorpassagen wechseln mit effektvollen, dramatischen Abschnitten. Immer wieder überraschen kühne, unerwartbare Einfälle. Die Solopartie hat eine teilweise (aus Sicht meiner eigenen Baß-Bariton-Stimmlage) unbequem hohe Tessitura. Der reife Placido Domingo wäre eine Idealbesetzung für diese Partie. Formal ungewöhnlich als Abschluß die Rückkehr zum Requiem aeterna. Als Hörtipp der Beginn des Dies irae: eine mahnende Blechfanfare - dann, wieder vom Blech, Motivfetzen des Dies irae. Leiser Paukenwirbel, unruhig-nervös und regellos zuckend wirkende Streicherfiguren, dann Crescendo zu einem gewaltigen Tutti samt Beckenschlag, darauf setzt der Chor ein - ein Schreckensszenario, das Gänsehaut macht. Mit wechselnder Intensität geht das so weiter, bis im Confutatis das Metrum anzieht und noch einmal erschütternde Dramatik Raum greift. Das Voca me bringt dann endlich wieder Ruhe und Besinnung. Eine grandiose Inszenierung!
Engagierte, atmosphärische Darbietung aller Beteiligten. Der Chor dürfte gern etwas mehr Textverständlichkeit bieten.
Ich blieb heute noch bei den ganzen drei Tonträgern mit Sgambati-Werken, die ich bei mir finde. Und schon jetzt steht fest: es kommen ganz bald mehr hinzu.
Sfantu (28.05.2023, 18:55):
Giovanni Sgambati
Klavierkonzert g.moll op. 15
Alexandre Paley, Klavier Orchestre National de Montpellier - Friedemann Layer (CD, Actes sud, AD: ?)
Eine Wucht ist Sgambatis einziges Konzert. Das Vorbild Liszt wird nirgends verleugnet, ist aber nicht derart dominant, daß man von bloßer Blaupause sprechen könnte. Zumal im Verglich mit Liszts Klavierkonzerten ist die Anlage hier deutlich breiter, auch fehlt die zirzensische Chromatik weitgehend - das Werk ist reichhaltiger, saturierter, wartet mit weniger Effekt machendem Firlefanz auf.
Untadelig diese hoch erfreuliche Einspielung aus Montpellier. Auf dieser CD wird dem Konzert die Opusnummer 11 vergeben, alle anderen Quellen, die ich finde, besagen dagegen op. 15. Länger als die knappe Dreiviertelstunde Spieldauer forderte die (am Ende ergebnislose) Detektivarbeit auf der Suche nach den Aufnahmedaten. Keine Angaben hierzu - weder auf CD, Hülle, Booklet, Website der Edition Actes sud oder des Orchesters, Discogs (und Artverwandte), oder YT. Auch die Website des Pianisten nennt kein Aufnahmedatum, verkündet bloß fälschlicherweise, es handele sich um die Weltersteinspielung. Immerhin darf man als Aufnahmejahr 2019 oder älter vermuten, dem Todesjahr Friedemann Layers. Naja - am Ende ist das Nebensache.
Maurice inaktiv (28.05.2023, 23:51): Auch die Website des Pianisten nennt kein Aufnahmedatum, verkündet bloß fälschlicherweise, es handele sich um die Weltersteinspielung. Immerhin darf man als Aufnahmejahr 2019 oder älter vermuten, dem Todesjahr Friedemann Layers. Naheliegend wäre die Zeit von 1994 bis 2007, als er Chefdirigent in Montpellier war. Er hatte übrigens auch eine weitgehend unbekannte Einspielung der Sinfonie von Hans Rott mit dem Orchester gemacht, die nicht zu verachten ist.
Joe Dvorak (29.05.2023, 06:54): Nun also:
Frank Martin - Violinkonzert Michael Erxleben, Musikkollegium Winterthur, Jac van Steen
H zueckt die Doppel-10 und findet in der Eroeffnung eine unvergessliche, magische Atmosphäre, ein Amalgam aus Impressionismus, Jazz, modaler Harmonik und einem Hauch von 12-Ton-Technik (Martin: Violin Concerto - Classics Today). Das sollte doch was fuer den Joe sein. Mal hoeren.
palestrina (29.05.2023, 09:51): Auf dieser CD wird dem Konzert die Opusnummer 11 vergeben, alle anderen Quellen, die ich finde, besagen dagegen op. op.15
Op.15 ist richtig und die Aufnahme ist von 2003!
LG palestrina
Maurice inaktiv (29.05.2023, 10:02): Op.15 ist richtig und die Aufnahme ist von 2003! Ersteres ist klar, aber wie kommst Du auf das Aufnahmedatum?
Sfantu (29.05.2023, 10:25): Lieber Palestrina,
danke für die Bestätigung. Ja, woher Du die Information über das Aufnahmedatum hast, würde mich auch interessieren. Obwohl ich Dir selbstverständlich vertraue.
Viel Grüße, Sfantu
Sfantu (29.05.2023, 10:29): @Amonasro
soweit ich mich erinnere, bist Du auch ein Freund des physischen Produkts, also von Tonträgern. Das führt mich zu der bangen Frage: wie viele Verdi-Requien stehen denn, um Gottes Willen, bei Dir im Regal? Und welches sind am Ende Deine Favoriten?
Beste Grüße, Sfantu
Sfantu (29.05.2023, 11:56): Den Abschluß meiner kleinen Sgambati-Runde bildete gestern Abend noch diese Platte:
Einen insgesamt strafferen Zugriff lassen allein schon die Spielzeiten vermuten. Das wirkt zwar zu keiner Zeit verhetzt. Doch gestalten Paley und Layer mit mehr Liebe für Details, kosten das Romantische in dieser romantischen Musik besser aus. Auch aufnahmetechnisch sind sie im Vorteil. Und nicht zuletzt wird es an der ein oder anderen Stelle hörbar, daß es bei den Nürnbergern Anfang der 70er noch Entwicklungspotential zu erwecken galt - allerdings spielen sie sich im Verlauf in Form, haben im Finale mehr Zusammenspiel und Biß als noch im Kopfsatz. Aber ja - der große Bolet punktet natürlich souverän, wenn auch eine Spur trockener, nüchterner als 30 Jahre später Paley. In summa: beide schön anzuhören, dennoch: Paley vor Bolet.
Sfantu (29.05.2023, 12:23):
Stanisław Moniuszko
Ballettmusik aus Opern und andere kleinere Orchesterwerke.
Orkiestra filharmonii narodowej w Warszawie - Antoni Wit (CD, Naxos, 2017)
Prachtvoll das Ballett aus "Hrabina". Der gut 12minütige Trauermarsch für Antoni Orlowski überrascht (mich) damit, wie abwechslungsreich, fast farbig so eine Musik sein kann.
Sfantu (29.05.2023, 12:51): Mir machte das Appetit auf mehr Moniusko. Und so gönnte ich mir (erst zum 2. Mal überhaupt) diese schöne komische Oper:
Stanisław Moniuszko
Verbum Nobile
Oper in einem Akt, Libretto: Jan Chęciński Uraufführung am 1. Januar 1861 am Teatr wielki Warszawa
Pan Serwacy Lagoda - Andrzej Kizewetter, Baß Zuzia - Krystyna Pakulska, Sopran Pan Marcin Pakula - Marian Kondella, Bariton Stanisław / Mihal - Jan Czekay, Bariton Bartolomiej - Edward Kmiciewicz, Baß
Chór i orkiestra państwowej opery im. Stanisława Moniuszki w Poznaniu - Robert Satanowski (2 LPs, Polskie Nagrania, 1969)
Die Einspielung aus Posen ist in die Jahre gekommen, macht aber nichts desto weniger Freude. Die Tragik der "Halka" hätte ich mir heute nicht antun mögen. Drum lieber diese Herzschmerz-Verwechslungs-Komödie. Den Höhepunkt bildet sicher die (in Polen populäre) Dumka, in der Zuzia sich schmerzvoll dem Eheversprechen beugt (von dem bevorstehenden happy end noch nichts ahnend). Mir gefällt Moniuszkos elegante Art, polnisches Volksmusik-Idiom dezent und geschmackvoll einzuarbeiten. Und ich finde das Polnische immer wieder eine schöne Opernsprache, die sich mir ins Ohr schmiegt.
danke für die Bestätigung. Ja, woher Du die Information über das Aufnahmedatum hast, würde mich auch interessieren. Obwohl ich Dir selbstverständlich vertraue.
Viel Grüße, Sfantu Wenn man ein bisschen durch das www surft ! :D
LG Fiesco
Sfantu (29.05.2023, 13:04): Grundgütiger! Ich hatte es nach der beschriebenen Odyssee aufgegeben.
palestrina (29.05.2023, 13:31): @Amonasro
soweit ich mich erinnere, bist Du auch ein Freund des physischen Produkts, also von Tonträgern. Das führt mich zu der bangen Frage: wie viele Verdi-Requien stehen denn, um Gottes Willen, bei Dir im Regal? Und welches sind am Ende Deine Favoriten?
Beste Grüße, Sfantu Lieber Sfantu, ich bin auch noch ein großer Freund von Tonträgern ;) , wird sich auch nicht mehr ändern ! Ich besitze 21 GA von Verdis Messa da Requiem, und meine allerliebsten ist ........
.......liebste habe ich noch einige :) !
LG palestrina
palestrina (29.05.2023, 13:36): Grundgütiger! Ich hatte es nach der beschriebenen Odyssee aufgegeben. Lieber Sfantu, ich gebe nie so schnell auf und überlege mir verschiedene Ansätze, das macht mir oft großen Spass :hello !
LG palestrina
Sfantu (29.05.2023, 13:40): E I N U N D Z W A N Z I G !!!!
Für mich waren fünf bereits mehr als ich brauche. Und hatte daher auf zwei reduziert. Aber einundzwanzig! Herrscher im Himmel! Dafür gibt's 21 Schuß Salut. Wenn ich noch genug Mozart..., ähhhh, Freikugeln finde.
Amonasro (29.05.2023, 14:16): 21 ist wirklich beeindruckend! Bei mir sind es nur 8 Aufnahmen:
Mit Ausnahme von Reiner und Barenboim werden die alle regelmäßig gehört. Am besten gefallen mir beim Requiem die dramatischen, vorwärtsdrängenden Interpretationen („Verdis schönste Oper“), insbesondere bei Reiner ist mir alles zu gedehnt, trotz der erstklassigen Solisten daher nicht so mein Fall. Mein Favoriten sind daher Serafin, Solti I und Muti. Der Muti-Mitschnitt des BR entstand schon 1981, konnte aber (aus rechtlichen Gründen?) erst vor ein paar Jahren veröffentlicht werden. Ein intensives Konzert, bei dem für mich alles stimmt. Müsste ich mich für eine Aufnahme entscheiden, wäre es im Moment diese. Bei Solti ist mir seine opulentere Aufnahme aus Wien wegen der Solisten und der besseren Aufnahmequalität etwas lieber als die zweite aus Chicago.
Gruß Amonasro :hello
palestrina (29.05.2023, 14:59): E I N U N D Z W A N Z I G !!!!
Für mich waren fünf bereits mehr als ich brauche. Und hatte daher auf zwei reduziert. Aber einundzwanzig! Herrscher im Himmel! Dafür gibt's 21 Schuß Salut. Wenn ich noch genug Mozart..., ähhhh, Freikugeln finde. 21 ist wirklich beeindruckend! Bei mir sind es nur 8 Aufnahmen: Ihr lieben, erinnert Euch......ich besitze mittlerweile um die 17 000 CDs, das hat sich so vermehrt eildiweil ich ja schwer aufgestockt habe in Sachen Barockmusik. Vor allem bei Monteverdi, 24 L'Orfeo und diese Woche kommt noch ein neuer hinzu, und den Cavalli liebe ich sehr! Naja ein bisschen verrückt darf man ja noch sein :leb ....Im Alter!
Und vielen Fragen mich dann, was wird aus denen wenn du nicht mehr bist......ist mir egal, zumindest hatte ich im Leben viel Freude daran. Und ich singe ja noch in zwei Chören, in einem sogar sehr bekannten, ja und danach bei den himmlischen Chören singen wir dann dem lieben Gott was vor =O und Verdi dirigiert dann seine Missa!
LG palestrina
Sfantu (29.05.2023, 16:16): @Amonasro @palestrina
merci für eure Auskünfte, ich bin immer noch erschüttert...
@palestrina
Du könntest doch bestimmt einen hauptamtlichen Archivar gebrauchen. Habe ausgezeichnete Referenzen.
Viele Grüße, Sfantu
palestrina (29.05.2023, 16:34):
Du könntest doch bestimmt einen hauptamtlichen Archivar gebrauchen. Habe ausgezeichnete Referenzen.
Viele Grüße, Sfantu Das geht nicht, wir würden ja nur den ganzen Tag Musik hören! :rofl Ob du es glaubst oder nicht lieber Sfantu, ich habe bisher nur 3 CDs doppelt gekauft ....und nur deshalb weil es ein anderes Cover hatte als ich es im Kopf hatte! :D
LG palestrina
Joe Dvorak (30.05.2023, 04:47): Dann mache ich mal mit. Ich bin kein Vokal-Fex, aber Seelenmessen gehen immer. Letze Nacht gab es diese:
Giuseppe Verdi - Messa da Requiem Daniela Nedialkova, Ivanka Ninova, Roumen Doikov, Emil Ponorski, Choir & Orchestra of the Sofia Opera, Ivan Marinov
Auch Unterhunde koennen beissen. Nun stroemt der Rudelfuehrer:
Giuseppe Verdi - Messa da Requiem Herva Nelli, Fedora Barbieri, Giuseppe di Stefano, Cesare Siepi, Robert Shaw Chorale, NBC SO, Arturo Toscanini (1951)
Andréjo (30.05.2023, 11:40): Sehr schön: Unterhund ist ein Lieblingswort von mir. Es passt häufig und plumpe Anglizismen sind zu vermeiden.
Das Verdi-Requiem habe ich allerdings noch nie komplett gehört ... ;( :thumbdown: :thumbup:
Joe Dvorak (31.05.2023, 05:06): (...) plumpe Anglizismen sind zu vermeiden. Da gebe ich meine volle Zustimmung! Ich finde es cool, dass wir zu diesem Topic das gleiche Mindset haben. :thumbsup:
Es muss nicht immer Verdi sein. Das hier ist auch ein Hammer:
Camillie Saint-Saens - Requiem, op. 54 (arr. f. Sopran solo, 8 gemischte Stimmen, Floete, Oboe, Fagott, Horn, Steichquartett, Kontrabass, Harfe & Orgel) Clémentine Decouture, Le Madrigal de Paris, Pierre Calmelet
Amonasro (31.05.2023, 22:58):
Charles Gounod: Mors et vita
Barbara Hendricks, Nadine Denize, John Aler, José van Dam
Orféon Donostiarra Orchestre du Capitole de Toulouse, Michel Plasson
Gruß Amonasro
Amonasro (01.06.2023, 19:08): Zurück zur Oper:
Riccardo Zandonai/Gabriele D'Annunzio: Francesca da Rimini
Francesca - Maria Caniglia Samaritana - Ornella Rovere Ostasio - Mario Tommasini Giovanni lo Sciancato - Carlo Tagliabue Paolo il Bello - Giacinto Prandelli Malatestino dall'Occhio - Mario Carlin Biancofiore - Amalia Oliva Garsenda - Licia Rossini Altichiara/La schiava - Anna Maria Canali Donella - Grazia Colaresu Ser toldo Berardengo/Il balestriere - Aldo Bertocci Il giullare/Il torrigiano - Enrico Campi
Orchestra Sinfonica e Coro di Roma della RAI, Antonio Guarnieri 1951
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (02.06.2023, 08:25):
Franz Schubert: Ouvertüre zur Oper "Fierabras", D 796 & Sinfonie E-Dur (Nr.7) - Rekonstruktion von Richard Dünser (2020)
Berner Symphonieorchester , Mario Venzago
Über die Rekonstruktionen von nicht vollendeten Werken kann man sicher streiten, aber man kann sich auch damit beschäftigen, sie nach bestem Wissen und Gewissen, aber auch vorhandenen Skizzen vervollständigen und damit vor dem Verschwinden retten. Das soll jeder für sich selbst entscheiden.
Da es zu dieser Rekonstruktion keine direkten Vergleichseinspielungen gibt, lasse ich es sie auch sonst unkommentiert stehen.
Joe Dvorak (02.06.2023, 09:01): Danke fuer den Hinweis, @Maurice. Das ist schon ein ziemliches Pottpourri, aber da ich den Kopfsatz von D 729 in den vorliegenden Rekonstruktionen von Weingartner und Newbould sehr genre hoere und das Andante D 936A fuer unbedingt 'rettungswuerdig' halte, werde ich mir das mit Freude anhoeren.
Amonasro (02.06.2023, 16:51):
Pietro Mascagni/Luigi Illica: Iris
Iris - Ilona Tokody Osaka - Plácido Domingo Kyoto - Juan Pons Il Cieco - Bonaldo Giaiotti La voce di Dhia - Gabriella Ferroni Una Guècha - Conchita Antuñano Il Cenciaiuolo - Sergio Tedesco Un Cenciaiuolo/Un Merciaiuolo - Heinrich Weber
Chor des Bayerischen Rundfunks Münchner Rundfunkorchester, Giuseppe Patanè
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (02.06.2023, 18:21): Danke fuer den Hinweis, @Maurice. Das ist schon ein ziemliches Pottpourri, aber da ich den Kopfsatz von D 729 in den vorliegenden Rekonstruktionen von Weingartner und Newbould sehr genre hoere und das Andante D 936A fuer unbedingt 'rettungswuerdig' halte, werde ich mir das mit Freude anhoeren. Es ist "completed after sketches (D729, D708, D936) by Richard Dünser. Der hier ergänzte "5.Satz" ist ein Scherzo II, was Mario Venzago rekonstruiert hat (D936, 1828). Damit da keine Unklarheiten aufkommen. Es ist also eine völlig andere Fassung als Newbould verfasst hatte, eine eher fragwürdige Fassung, aber doch in sich stimmig. Allerdings lässt es sich streiten, ob man das im "Es hätte möglich sein können" oder in den Bereich des "aberwitzigen Ergänzungsversuchs" einordnen soll.
Andréjo (02.06.2023, 18:54): Irgendwo habe ich gelesen, bereits das Cover sei Etikettenschwindel und Hochstapelei, für den Dünser und Venzago gleichermaßen verantwortlich seien. Ich erinnere mich nicht mehr an Details, aber der Tenor war, dass der Name Franz Schuberts hier missbraucht werde und die Veröffentlichung absolut unseriös sei.
Ich kenne die CD nicht, will sie mir auch nicht zulegen und kann daher nicht mit der folgenden, die ich besitze, vergleichen. Doch wie offensichtlich Joe Dvorak und vielleicht auch Maurice höre ich solchen Potpourri- bis Pseudo-Schubert eigentlich bisweilen gerne. Man muss halt um die Problematik wissen, die Maurice geschildert hat.
Maurice inaktiv (02.06.2023, 20:03): Irgendwo habe ich gelesen, bereits das Cover sei Etikettenschwindel und Hochstapelei, für den Dünser und Venzago gleichermaßen verantwortlich seien. Ich erinnere mich nicht mehr an Details, aber der Tenor war, dass der Name Franz Schuberts hier missbraucht werde und die Veröffentlichung absolut unseriös sei. Es ist wohl auch sehr umstritten, weil selbst auf dem Cover die Bedeutungen in Deutsch und Englisch abweichen. Auf Deutsch findet man das Wort "rekonstruiert" in Englisch klingt es da schon genauer ("completed after sketches by Richard Dünser (D729, D708 & D956). Du schreibst es recht treffend, daher muss man hier wirklich sich seine eigene Meinung bilden dazu. Rechtlich scheint es aber zu keiner Klage von irgend einer Seite gekommen zu sein.
Die Einspielung finde ich grundsätzlich "stimmig", aber ich selbst würde sie, wenn ich den Dirigent wäre, nicht einspielen oder aufführen. Als Orchestermusiker müsste ich mir gut überlegen, ob ich da unbedingt mitmachen müsste oder nicht.
Ich kenne die CD nicht, will sie mir auch nicht zulegen und kann daher nicht mit der folgenden, die ich besitze, vergleichen. Doch wie offensichtlich Joe Dvorak und vielleicht auch Maurice höre ich solchen Potpourri- bis Pseudo-Schubert eigentlich bisweilen gerne. Man muss halt um die Problematik wissen, die Maurice geschildert hat. Ich finde grundsätzlich solche "Rekonstruktionen" für hochinteressant, aber ob man unbedingt den Dünser braucht, möchte ich jedem selbst überlassen. Bei Newbould fand ich die Rekonstruktionen "seriös". Sie wurde auch von Sir Neville Marriner und Sir Charles Mackerras eingespielt. Gülke scheint auch seine eigene Fassung vorgelegt zu haben, vermutlich damals in der DDR noch.
Joe Dvorak (03.06.2023, 03:11): Es ist "completed after sketches (D729, D708, D936) by Richard Dünser. Der hier ergänzte "5.Satz" ist ein Scherzo II, was Mario Venzago rekonstruiert hat (D936, 1828). Damit da keine Unklarheiten aufkommen. Es ist also eine völlig andere Fassung als Newbould verfasst hatte, eine eher fragwürdige Fassung, aber doch in sich stimmig. Allerdings lässt es sich streiten, ob man das im "Es hätte möglich sein können" oder in den Bereich des "aberwitzigen Ergänzungsversuchs" einordnen soll. Ich sehe es als "Resteverwertung", etwa wie wenn man drei unfertige Starkoch-Rezepte und Eigenkreationen als ein Gericht auf dem Teller serviert. Das kann durchaus schmecken. Es ist halt zweifelhaft, das unter dem Namen des Kochs anzuloben. Der wuerde den Panscher dafuer vor den Kadi zerren, aber Schubert hat keine Anwaelte mehr. Ich kann nur nochmal bekraeftigen, was ich zu Brucker gesagt habe. Richtig waere: Richard Duenser - Sinfonie E-Moll (basierend auf Skizzen, Particellen und Manuskripten von Franz Schuberts D729, D708 & D936) Nur frisst es dann halt keiner.
Joe Dvorak (03.06.2023, 03:14): Jetzt ein Programm, wie ich mir es nicht ausdenken koennte:
Prism V Danish String Quartet Johann Sebastian Bach - Choralvorspiel, BWV 668 "Vor deinen Thron tret' ich hiermit" Ludwig van Beethoven, Streichquartett No. 16 F-Dur, Op. 135 Anton Webern - Streichquartett (1905) Johann Sebastian Bach - Contrapunctus XIV "Fuga A 3 Soggetti" aus Die Kunst der Fuge, BWV 1080
Maurice inaktiv (03.06.2023, 09:51): Ich sehe es als "Resteverwertung", etwa wie wenn man drei unfertige Starkoch-Rezepte und Eigenkreationen als ein Gericht auf dem Teller serviert. Das kann durchaus schmecken. Es ist halt zweifelhaft, das unter dem Namen des Kochs anzuloben. Der wuerde den Panscher dafuer vor den Kadi zerren, aber Schubert hat keine Anwaelte mehr. Ich kann nur nochmal bekraeftigen, was ich zu Brucker gesagt habe. Richtig waere:
Richard Duenser - Sinfonie E-Moll (basierend auf Skizzen, Particellen und Manuskripten von Franz Schuberts D729, D708 & D936) Nur frisst es dann halt keiner. Ja, doch wäre das nicht mal im Ansatz im Sinne des Komponisten "verarbeitet" worden.
Die Interpretation ist gut gelungen, es ist stimmig, technisch sehr gut eingefangen, aber eben recht zweifelhaft zusammengestellt. Ich glaube nicht, dass sich diese "Variationen" im Konzertbetrieb irgendwo einfinden werden, im Gegensatz zur Newbould-Fassung.
Amonasro (03.06.2023, 16:46):
Umberto Giordano/Arturo Colautti: Fedora
Fedora Romazov - Maria Caniglia Olga Sukarev - Carmen Piccini Loris Ipanov - Giacinto Prandelli De Siriex - Scipio Colombo Dimitri - Gilda Capozzi Desiré/Barone Rouvel - Aldo Bertocci Cirillo/Borov - Cristiano Dalamangas Gretch - Mario Zorgnotti Loreck - Pierluigi Latinucci Sergio - Giuseppe Pezzoli Nicola - Lino Lanfranchi Un savoiardo - Celestino Schianchi
Orchestra Lirica e Coro della RAI di Milano, Mario Rossi
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (04.06.2023, 00:45):
Joesph Joachim Raff - Sinfonie Nr. 11 a-Moll, op. 214 "Der Winter" RSO Basel, Mario Venzago
Sehr schoen und mMn eine vollgueltige Alternative zum ausgetretenen Repertoire. Das Hauptthema des Kopfsatzes ist vielleicht etwas fussgaengerisch, aber das gibt es bei Brahbert und Schumsohn auch. Sauber instrumentiert ist das allemal. Und der Schlusssatz ist umso effektvoller. Haette man mir das blind vorgespielt und dann gefragt, welche Jahreszeit das sein soll, waere Fruehling als Antwort gekommen. Dann passt es auch zur Jahreszeit, auch wenn sich hier bei 28 Grad morgens um dreiviertel 7 keine rechten Fruehlingsgefuehle einstellen wollen. Nach dem Lunaren Kalender, der in Suedchina fuer Klima, Natur und Landwirtschaft zutreffender ist, herrscht seit dem 8. Mai Sommer.
Joe Dvorak (07.06.2023, 03:44):
Mendelssohn - Sinfonien Nr. 1 & 4 / Widmann - Ad Absurdum Sergei Nakariakov, Irish Chamber Orchestra, Jörg Widmann Felix Mendelssohn - Sinfonie Nr. 1 c-Moll, op. 11 Jörg Widmann - Ad Absurdum (Konzertstueck fuer Trompete und kleines Orchester, 2002) Felix Mendelssohn - Sinfonie Nr. 4 A-Dur, op. 90 "Italienische"
Joe Dvorak (08.06.2023, 02:22):
Ottorino Respighi - Concerto All'Antica & Ancient Airs and Dances Davide Alogna, Chamber Orchestra of New York, Salvatore di Vittorio Concerto per Violino a-Moll "all’antica", P. 75 Antische danze ed arie per liuto Suite Nr. 1, 3 & 2, P. 109, 172 & 138 Die Ersteinspielung von P. 75 aus dem Jahr 2019 koennte etwas fuer Tonis Raritaetenkabinett sein.
Amonasro (08.06.2023, 11:28): Die Ersteinspielung von P. 75 aus dem Jahr 2019 koennte etwas fuer Tonis Raritaetenkabinett sein. Es gibt zumindest noch eine ältere Aufnahme von Vadim Brodsky und dem Orchestra Sinfonica di Roma unter Francesco La Vecchia in der Box "Respighi: Complete Orchestral Music". Die Box erschien 2015, die Einzelaufnahmen schon irgendwann früher.
Werther - José Carreras Charlotte - Frederica von Stade Albert - Thomas Allen Sophie - Isobel Buchanan Le Bailli - Robert Lloyd Schmidt - Paul Crook Johann - Malcolm King Käthchen - Linda Humphries Brühlmann - Donalson Bell
Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden; Sir Colin Davis
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (08.06.2023, 18:08): Die Ersteinspielung von P. 75 aus dem Jahr 2019 koennte etwas fuer Tonis Raritaetenkabinett sein. Es gibt zumindest noch eine ältere Aufnahme von Vadim Brodsky und dem Orchestra Sinfonica di Roma unter Francesco La Vecchia in der Box "Respighi: Complete Orchestral Music". Die Box erschien 2015, die Einzelaufnahmen schon irgendwann früher. Danke fuer die Richtigstellung. Da bin ich dem Etikettenschwindel von Naxos aufgesessen. Es gibt sogar noch eine weitere Aufnahme mit Ingolf Turban.
Das sieht eindeutig aus, doch im Kleingedruckten wird klargestellt, dass es sich um die Erstaufnahme der kritischen Edition des Dirigenten(!) handelt. Sehr grenzwertiges Marketing ist das. :thumbdown:
Joe Dvorak (09.06.2023, 10:24): Lutoslawskis Kampfgaul habe ich lange nicht mehr gehoert:
Witold Lutoslawski - Concerto for Orchestra Fort Worth Symphony Orchestra, Miguel Harth-Bedoya
Joe Dvorak (09.06.2023, 14:30):
Gustav Holst - The Planets, Suite for Large Orchestra, op. 32 Ronald Arnatt Chorale & Missouri Singers, Saint Louis Symphony, Walter Süsskind
Da geht es ab. Der Mars muss sogleich wiederholt werden. Trotz Paganini, Wagner und Mahler war Holst der erste wahre Metalhead. Süsskind und die Klangtechniker machen das in der Eroeffnungsnummer mit einer vernichtenden Wall-of-Sound hoer- und spuerbar.
Philidor (09.06.2023, 16:47): Hier ein anderer Knaller.
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 3 d-Moll
Michelle DeYoung, Mezzosopran Damen des Chicago Symphony Chorus Chicago Symphony Orchestra Bernard Haitink
Die dritte war so etwas wie ein "signature piece" Haitinks. Ich kenne vier Aufnahmen (Concertgebouw, Berlin, diese aus Chicago, BRSO), sie sind für meine Begriffe alle mindestens sehr gut. (Ich mag auch Bernstein/Wien oder Adam Fischers Aufnahme, aber das ist eine andere Geschichte ...)
Joe Dvorak (09.06.2023, 17:48): Schoene Anregung. Haitink fiel bei mir irgendwann durchs Raster, weil ich mich bei zwei, drei Aufnahmen furchtbar gelangweilt habe, was freilich lediglich etwas ueber mich aussagt und nichts ueber die Qualitaet der Dirigate. Aber ich erinnere mich, dass ich vor laengerer Zeit einmal von Namenlosen mit diesem Werk ziemlich durchgeschuettelt wurde. Kurz die Suchfunktion bemueht, et voilà!
Picture Source: Universidad de Guanajuato (OSUG promueve nuevo disco, una grabación de la Tercera Sinfonía de Mahler)
Gustav Mahler; Sinfonie Nr. 3 d-Moll Carla López-Spaziale, Coro de Niños del Valle de Señora, Orquesta Sinfónica de la Universidad de Guanajuato , Roberto Beltrán Zavala
Wenn ein Uni-Orchester als Ergebnis jahrelanger Arbeit Mahlers Dritte gibt und dieses Konzert mitschneidet, kann man alles erwarten ausser langweiliger Routine. Sicher, ein mexikanisches Nachwuchs-Orchester hat nicht den weltbesten Posaunisten und nicht die allerletzte Perfektion. Aber dafür gibt es Einsatz und leidenschaftliche Hingabe bis zum Letzten. Eine bisweilen schroffe und düstere, spannungs- und kontrastreiche Interpretation, die sich gleich hinter Tabakov einreiht. Das Klangbild ist extrem transparent, da geht kein kleinstes Detail verloren. Zur Zeit nur als Streaming greifbar. Sehr empfehlenswert. Mal hoeren, ob ich das heute noch genau so sehe, oder genauer gesagt hoere.
Philidor (09.06.2023, 19:29): Das ist doch mal feiner Stoff:
Kaija Saariaho: Graal théâtre (Fassung für Violine und Kammerorchester)
John Storgårds, Violine Avanti? Chamber Orchestra Hannu Lintu
Joe Dvorak (10.06.2023, 05:11):
Claudio Monteverdi - Vespro della Beata Vergine Ensemble Vocal & Instrumental de Lausanne, Michel Corboz (AD: 1966)
Bei den mindestens drei dutzend Aufnahmen (wieviele unser @palestrina wohl hat?) wird die Wahl immer zur Qual, wenn ich die Marienvesper hoeren will und manchmal dauert die Entscheidung bald solange wie das ganze Werk. Heute griff ich einfach zur aeltesten Einspielung, die ich beim Stromanbieter finden konnte. Das ist schon alte Schule: keine Counter & Knaben, ein fetter Chor, moderne Streicher und ausladende Tempi, alles ohne Ecken und Kanten. Aber die andaechtige, bald ehrfuerchtige sakrale, um nicht zu sagen 'spirituelle' Aura ist einzigartig. Tiefer innerer Frieden stellt sich ein.
Sfantu (10.06.2023, 09:03): Letzte Woche eine Reportage zu diesem neuen Album im Kulturradio gehört und Tags drauf bei Schlaile in Karlsruhe gekauft:
Fantasie 7 composers, 7 keyboards
Alexander Melnikow (CD, harmonia mundi France, 2023)
Johann Sebastian Bach - Chromatische Fantasie und Fuge d-moll BWV 903 (Cembalo, Markus Fischinger (Berlin, 2019) nach Hans Ruckers II (Antwerpen, 1624))
Carl Philipp Emanuel Bach - Fantasia fis-moll Wq 67 (Tangentenflügel, Christoph Friedrich Schmahl (Regensburg, 1790), restauriert durch Georg Ott)
Wolfgang Amadé Mozart - Fantasie c-moll KV 396 und Fantasie d-moll KV 397 (Hammerklavier, Christoph Kern (Staufen i. Br., 2014), nach Anton Walter (Wien, 1795), aus Melnikows Sammlung)
Felix Mendelssohn - Fantasie fis-moll op. 28 (Hammerklavier, Alois Graff (Wien, 1828), restauriert durch Edwin Beunk, aus Melnikows Sammlung)
Frédéric Chopin - Fantasie f-moll op. 49 (Érard (Paris, 1885), restauriert durch Markus Fischinger, aus Melnikows Sammlung)
Ferrucio Busoni - Fantasia in modo antico op. 33b Nr. 4 (Bechstein, Modell B (Berlin, ca. 1905-1910), restauriert durch Carsten Schulz)
Alfred Schnittke - Improvisation und Fuge op. 38 (Steinway, Modell D-274 (Hamburg, 2014))
Spannend, diese gute Stunde Zeitreise. Am interessantesten vielleicht Mendelssohn mit Graff und Chopin mit Érard - das waren noch Instrumente mit Charakter, mit Farbe. Ein Plädoyer gegen die heute alles beherrschende monopolistische Steinway-Gleichmacherei. Ist Melnikow der richtige Mann für all diese Stile? Das ist Geschmackssache und daher schlecht diskutierbar. Ich persönlich finde seine Ansätze durchweg stimmig. Und mich macht diese Veröffentlichung neugierig auf sein erstes Konzeptalbum dieser Art von 2018, "Four pieces, four pianos".
Amonasro (10.06.2023, 12:27):
Sergei Prokofjew: L'amour des trois oranges
King of Clubs/Herald - Gabriel Bacquier Prince - Jean-Luc Viala Clarice - Hélène Perraguin Leander - Vincent Le Texier Ninetta - Catherine Dubosc Cook - Jules Bastin Smeraldina - Béatrice Uria-Monzon Truffaldino - Georges Gautier Pantalone/Farfarello/Master of Ceremonies - Didier Henry Celio - Gregory Reinhart Fata Morgana - Michèle Legrange Linetta - Consuelo Carol Nicoletta - Brigitte Fournier
Orchestre e Chœur de l'Opéra de Lyon, Kent Nagano
Gruß Amonasro
palestrina (10.06.2023, 13:30): (wieviele unser @palestrina wohl hat?) .....der palestrina hat 9 Aufnahmen und meine allerliebste ist diese .......
..... (Lieben tue ich noch mehr) meine älteste (1987), hier ist die Besetzung vom aller feinsten, allein wenn man das Duo Seraphin hört!
LG palestrina
Joe Dvorak (10.06.2023, 17:18):
Johann Sebastian Bach - Messe h-Moll, BWV 232 Sylvia McNair, Delores Ziegler, Marietta Simpson, John Aler, William Stone, Thomas Paul, The Robert Shaw Chorale and Orchestra, Robert Shaw (AD: 1960)
Philidor (10.06.2023, 18:05): Unter meinen Explorationen des Oeuvre der jüngst verstorbenen Komponistin Kaija Saariaho fand ich diese bemerkenswert:
Kaija Saariaho: D'Om Le Vrai Sens for Clarinet and Orchestra
Kari Kriikku, Klarinette FInnish Radio Symphony Orchestra Sakari Oramo
Bei Saariahos Musik habe ich oft den Eindruck, als ob andauernd irgendwelche Abgründe (in uns, außerhalb von uns?) aufbrechen und uns etwas aus der Tiefe zuraunen. So auch hier.
Joe Dvorak (11.06.2023, 01:31): Unter meinen Explorationen des Oeuvre der jüngst verstorbenen Komponistin Kaija Saariaho (...) Ich wusste ich nicht, dass sie gestorben ist. Ich finde, das ist eine einstellenswerte 'news'. Erledigt. Die Nachricht nehme ich zum Anlass, jetzt ein Album, das sich mal als vielgespieleter Tontraeger in meinem Haus befand, zu stroemen.
Auf dem Album befinden sich vier Werke fuer jeweils einen der Solisten und Klangbearbeitung im Zusammenwirken mit IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique, Paris).
Amonasro (11.06.2023, 13:01):
Pietro Mascagni/Giovanni Targioni-Tozzetti/Guido Menasci: Cavalleria rusticana
Santuzza - Lina Bruna Rasa Turiddu - Antonio Melandri Alfio - Afro Poli Lola - Maria Meloni Mamma Lucia - Rina Gallo-Toscani
Chorus & Orchestra of the Opera Italiana d'Olanda, Pietro Mascagni 07.11.1938 Dutch Royal Theatre, The Hague, Holland
Verglichen mit der späteren Studio-Aufnahme wählt Mascagni live schnellere Tempi und Bruna Rasa gibt eine noch intensivere Santuzza. Die Studio-Aufnahme hat dafür eine bessere Tonqualität und die bessere Restbesetzung (Gigli, Bechi, Simionato).
Gruß Amonasro
Philidor (11.06.2023, 13:46): Die Nachricht nehme ich zum Anlass, jetzt ein Album, das sich mal als vielgespieleter Tontraeger in meinem Haus befand, zu stroemen. Gute Idee! Schon Max Reger wusste: Das Schwein und der Künstler haben gemeinsam, dass man sie erst nach ihrem Tode schätzt.
Kaija Saariaho: Lichtbogen
Finnish Radio Symphony Orchestra Sakari Oramo
Joe Dvorak (11.06.2023, 17:21):
Claudio Monteverdi - L'Orfeo, favola in musica (SV 318) Monteverdi-Chor Hamburg, Camerata Accademica Hamburg, Hamburger Bläserkreis Für Alte Musik, Jürgen Jürgens
Oha! Da frage ich mich, ob die jungen Formel 1-Aufnahmen (Malmberg, García Alarcón) wirklich die letzte Offenbarung sind.
Amonasro (11.06.2023, 22:52):
Pietro Mascagni/Nicola Daspuro: L'amico Fritz
Suzel - Pia Tassinari Fritz Kobus - Ferruccio Tagliavini Beppe - Amalia Pini David - Saturno Meletti Federico - Armando Giannotti Hanezò - Pier Luigi Latinucci Caterina - Giulia Abba Bersone
Orchestra Sinfonica e Coro della RAI di Torino, Pietro Mascagni 1941
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (12.06.2023, 04:16): Ich hoere nun fremdmotiviert:
Heinz Holliger - Violinkonzert "Hommage à Louis Soutter" Thomas Zehetmair, SWR SO, Heinz Holliger
Joe Dvorak (12.06.2023, 05:28): Und nun teils fremd- und teils selbstmotiviert:
Isang Yun - Violinkonzert Nr. 1 (1981) Akiko Tatsumi, RSO Frankfurt, Zdenék Mácal
palestrina (12.06.2023, 12:02): Oha! Da frage ich mich, ob die jungen Formel 1-Aufnahmen (Malmberg, García Alarcón) wirklich die letzte Offenbarung sind. Als erstes, jede Aufnahme ist ein eigenes Produkt, dann kommt für mich die Frage wie ist das Verhältnis.....Tenor oder Bariton, Orchester, Besetzung, Fassung. Von der Urfassung gibt es leider nur 1 Aufnahme, von der Urfassung integriert in einer Gesamtaufnahme ebenfalls eine!
In der Schlussszene hindert Apoll die rasenden Bacchantinnen daran, Orfeo zu zerreißen. Allein schon wegen dieser, nach einem völlig legitimen Parodie-Verfahren eingerichteten Neufassung verdient diese Aufnahme, die der Hersfelder Produktion unter Rudolf Sellner von 1980 folgt, ungeteilte, lobende Aufmerksamkeit. Hier noch ein Link zu https://reversio.de/Jubilate-Schallplatten/Claudio-Monteverdi-L-Orfeo/ zu obigem Orfeo!
Dann gint es noch diese Szene integriert in dieser GA....
Und bei den Neuen gibt es seit Freitag diese, die 2te mit Savall......
.....und noch eine
......mit einem prachtvollen Tenor >Emiliano Gonzalez ToroZurückkommen auf die Jürgens Aufnahme, was mir gut gefällt ist natürlich Nigel Rogers als Orfeo und James Bowman als La Speranza. Beim Orchester habe ich mich mittlerweile weiterentwickelt :D , da gibt es besseres!
Auch wenn du gerne wissen möchtest wieviel Orfeo's der palestrina hat, mit der Neuen sind es jetzt 24! :W
LG palestrina
Andréjo (12.06.2023, 12:34): Ich hoere nun fremdmotiviert:
Heinz Holliger - Violinkonzert "Hommage à Louis Soutter" Thomas Zehetmair, SWR SO, Heinz Holliger Kennengelernt habe ich das Konzert bei einer Live-Übertragung im Rundfunk - etwa fünf Jahre her. wie ich nachschauen konnte. Die Erläuterungen von Holliger im Pausen-Interview haben nichts geschadet, denn der Kontext ist schon hochinteressant. Die Musik auf CD ist dynamisch sehr breit angelegt und oft im unteren Bereich angesiedelt - man sollte von vorneherein ein wenig aufdrehen.
Als nächstes interessiert mich jetzt der Isang Yun.
:) Wolfgang
Joe Dvorak (12.06.2023, 14:44): Die Musik auf CD ist dynamisch sehr breit angelegt und oft im unteren Bereich angesiedelt - man sollte von vorneherein ein wenig aufdrehen. Unterer Bereich ist noch mild ausgedreuckt. Bei letzten Satz dachte ich zuerst, es waere eine leere Datei. Auf jeden Fall ist das ein Wiederhoeren.
Amonasro (12.06.2023, 18:24): Bei mir nun auch ein Orfeo, der sicher nicht die letzte Offenbarung ist, aber auf seine Art sehr ansprechend:
Claudio Monteverdi/Alessandro Striggio: L’Orfeo orchestriert von Ottorino Respighi
Orfeo - Paolo Coni Euridice - Nuccia Focile Messaggera - Claudia Clarich Caronte - James Loomis Apollo - Enrico Facini
Orchestra da Camera Lucchese, Herbert Handt Live 1984
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (13.06.2023, 10:09): Als erstes, jede Aufnahme ist ein eigenes Produkt, dann kommt für mich die Frage wie ist das Verhältnis.....Tenor oder Bariton, Orchester, Besetzung, Fassung.
(...)
Zurückkommen auf die Jürgens Aufnahme, was mir gut gefällt ist natürlich Nigel Rogers als Orfeo und James Bowman als La Speranza. Beim Orchester habe ich mich mittlerweile weiterentwickelt :D da gibt es besseres! Lieber palestrina, volle Zustimmung zum ersten Halbsatz. Ich wuerde noch ergaenzen: jede Aufnahme ist ein eigenes Produkt und ein Produkt ihrer Zeit.
Bei der Frage nach der Praeferenz bin ich bekanntlich anders gepolt. Zuerst kommt bei mir die Musik, dann die Musik und dann die Saenger, wobei mir die Stimmlage weniger und das Schauspielerische gar nicht wichtig ist. (Manchmal versuche ich, Aussagen wie "X fehlt fuer die Rolle des A das Daemonische, da ist Z unubertroffen" oder "Y spielt Rolle der verzweifelt-todessehnsuechtigen B nicht nur, sondern sie wird zu B" hoerend nachzuvollziehen, aber da haben meine Ohren offenbar einen tauben Fleck.) Es reicht, wenn mir Stimmfarbe/Timbre und Artikulation 'gefallen' und sie mich jenseits vom Text bewegen koennen.
Jürgens und das Orchester konnten nur auf der Hoehe der Zeit von 1974 sein und waehrend sich die historische Musikologie, die Interpretationspraxis, sowie die Zuhoerer-Sinne weiterentwickelt haben, bleibt das als 'eigenes Produkt' fuer mich hoechst veritabel. (Ein metaphorischer Vergleich des Hifi-Freaks. Auch hier gab es eine stetige Weiterentwicklung. Hi-Res-Files im Verbund mit modernsten High End-Transistorgeraeten und State-of-the-Art-Mehrwege-Lautsprechern samt Hoerraumeinmessung sind besser als ein 16Bit-CD-Player plus Eintakt-Triode und Einwege-Horn im Wohnzimmer, aber welche der Ketten fuer mich 'musikalisch' richtiger klingt, bleibt offen.)
So, genug gelabert jetzt, Joe! Das geht alles von deiner Hoerzeit ab:
Johann Sebastian Bach - Kantaten BWV 106 & 182 Agnes Giebel, Sheila Armstrong, Rotraud Hansmann, Julia Falk, Helen Watts, Bert van t'Hoff, Kurt Equiluz, Jacques Villisech, Max van Egmond, Monteverdi-Chor Hamburg, Concerto Amsterdam, Jürgen Jürgens
Spannend, wer da so alles im Orchester sass: Frans Brüggen, Jaap Schröder, Anner Bylsma, Maurice André, Gustav Leonhardt...
palestrina (13.06.2023, 11:45): Bei der Frage nach der Praeferenz bin ich bekanntlich anders gepolt. Zuerst kommt bei mir die Musik, dann die Musik und dann die Saenger, wobei mir die Stimmlage weniger Lieber Joe Dvorak, bei mir ist das dann anders, deswegen brauch/habe ich auch mehr Aufnahmen! ;) Ja, und natürlich ist jede Aufnahme das Produkt ihrer Zeit! Apropos Nigl Rogers, er gefällt mir auf der Medlam Aufnahme noch etwas besser, aber das ist natürlich meine Meinung! :hello
LG palestrina
Amonasro (13.06.2023, 18:34):
Michael Nyman/Oliver Sacks/Christopher Rawlence/Michael Morris: The Man Who Mistook His Wife for a Hat
Dr P - Matthew Treviño Mrs P - Rebecca Sjöwall Neurologist - Ryan MacPherson
Nashville Opera, Dean Williamson
Gruß Amonasro
Amonasro (14.06.2023, 13:13):
Pietro Mascagni/Nicola Daspuro: L'amico Fritz
Suzel - Rosanna Carteri Fritz Kobus - Cesare Valletti David - Carlo Tagliabue Beppe - Rina Corsi Caterina - Stefania Pirandello Hanezò - Pierluigi Latinucci Federico - Walter Artioli
Orchestra e Coro di Milano della RAI, Vittorio Gui 1953
Gruß Amonasro
Amonasro (14.06.2023, 21:35):
Gioachino Rossini: Edipo a Colono (Schauspielmusik zu Sophokles' Ödipus auf Kolonos)
Nahuel Di Pierro Coro del Teatro della Fortuna Filarmonica Gioachino Rossini, Fabrizio Ruggero
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (15.06.2023, 08:00):
Yellow - Streichquartette von Mozart und Schoenberg Amaryllis Quartett Wolfgang Amadeus Mozart - Streichquartett Nr. 17 B-Dur, K. 458 "Die Jagd" Arnold Schoenberg - Streichquartett Nr. 2, op. 10 + Katharina Persicke (Sopran) Wolfgang Amadeus Mozart - Streichquartett Nr. 19 C-Dur, K. 465 "Dissonanzen" Ein typisches Sandwichprogramm, das gut am Stueck geniessbar ist.
Amonasro (15.06.2023, 13:20):
Pietro Mascagni/Nicola Daspuro: L'amico Fritz
Suzel - Mirella Freni Fritz Kobus - Gianni Raimondi David - Rolando Panerai Beppe - Bianca Maria Casoni Federico - Piero De Palma Hanezò - Virgilio Carbonari Caterina - Mirella Fiorentini
Orchestra e Coro del Teatro alla Scala, Gianandrea Gavazzeni
Von L'Amico Fritz gibt es zwar nicht viele Aufnahmen; die, die ich bisher gehört habe, haben mich aber alle überzeugt, so auch dieser Live-Mitschnitt von 1963. Freni ist genauso gut wie in der späteren Studio-Aufnahme, die Rolle ist ihr wie auf den Leib geschrieben. Panerai ist ein hervorragender David und Casoni in ihren beiden Arien ein sehr schönstimmiger Beppe (diese Rolle scheint mir der Schwachpunkt der meisten Aufnahmen zu sein). Die eigentliche Hauptrolle ist aber Fritz und hier reicht die etwas zu blasse Darbietung von Raimondi leider nicht an die starke Konkurrenz (Tagliavini, Valletti, Pavarotti) heran. Am selben Abend wurde in der Scala auch die Cavalleria rusticana (mit Simionato & Corelli) aufgeführt, eine Kombination die ich mir öfter wünschen würde, anstatt die Cavalleria immer mit den Pagliacci zu kombinieren. Die historischen Aufnahmen und Mitschnitte von Mascagni, Gui & dieser hier leiden natürlich alle unter einer mauen Tontechnik, allein schon deswegen bleibt die auch musikalisch nahezu perfekte Freni/Pavarotti-Aufnahme für mich die erste Wahl. An zweiter Stelle käme dann Mascagnis eigene Version.
Gruß Amonasro :hello
a-way (15.06.2023, 14:55): Nachhall oder auch Beginn eines gestrigen Berio-Flash/Impuls.
aus Luciano Berio, Sinfonia, Eindruecke III - In Ruhig Fliessender Bewegung Orchestre National de France, Boulez u. a.
Sprache und Musik in dieser Verbundenheit lassen wenig Wuensche uebrig. Eine Bild-Assoziation waere vielleicht der Moment einer sich oeffnenden Tuer / nur ueber das Geschehen im Drumherum wiedergebbar.
Joe Dvorak (15.06.2023, 14:57):
Modest Mussorgsky - Bilder einer Ausstellung (Bearbeitung fuer Orchester: Maurice Ravel) Berliner Philharmoniker, Carlo Maria Giulini
a-way (15.06.2023, 15:12):
Luciano Berio - Ekphrasis Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt und vom Komponisten persoenlich dirigiert
Coro e Orchestra dell'Opera di Roma, Francesco Molinari Pradelli
Gruß Amonasro
a-way (17.06.2023, 15:51):
Wolfgang Amadeus Mozart - Die Zauberfloete
Sarastro - José van Dam Koenigin der Nacht - Karin Ott Pamina - Edith Mathis Tamino - Francisco Araiza Papageno - Gottfried Hornik Papagena - Janet Perry Sprecher - Claudio Nicolai u. a.
Chor der deutschen Oper Berlin Dialogeinrichtung und Regie, Will Quadflieg Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Amonasro (17.06.2023, 16:56):
Vincenzo Bellini/Felice Romani: Norma
Norma - Maria Callas Pollione - Mario Filippeschi Adalgisa - Ebe Stignani Oroveso - Nicola Rossi-Lemeni Flavio - Paolo Caroli Clotilde - Rina Cavallari
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Tullio Serafin
Gruß Amonasro
Amonasro (18.06.2023, 16:55):
Vincenzo Bellini/Carlo Pepoli: I puritani
Elvira Valton - Montserrat Caballé Lord Arturo Talbo - Alfredo Kraus Sir Riccado Forth - Matteo Manuguerra Sir Giorgio Valton - Agostino Ferrin Enrichetta di Francia - Julia Hamari Lord Gualtiero Valton - Stefan Elenkov Sir Bruno Roberton - Dennis O'Neill
Ambrosian Opera Chorus Philharmonia Orchestra, Riccardo Muti
Gruß Amonasro
Philidor (18.06.2023, 17:54): Unter meinen heutigen Auditionen fand ich diese beiden herausragend:
Ludwig van Beethoven: Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 95 ("Quartetto serioso")
Quartetto di Cremona
Johannes Brahms: Streichquartett B-Dur op. 67
Quartetto Italiano (1971)
Andréjo (18.06.2023, 19:48):
Da bin ich gerne dabei. Noch besser gefällt mir das Belcea-Quartett auch beim Opus 95.
:) Wolfgang
Amonasro (18.06.2023, 22:27):
Gioachino Rossini/Gaetano Rossi: Il vero omaggio (Kantate für den Kongress von Verona 1822)
Argene - Tatjana Korovina Alceo - Angelo Manzotti Fileno - William Matteuzzi Elpino - Hernan Iturralde
Il pianto delle Muse in morte di Lord Byron (Kantate 1824)
William Matteuzzi (Tenor) Coro da camera di Czechia I Virtuosi di Praga, Herbert Handt Wildbad 1997
Gruß Amonasro
Amonasro (19.06.2023, 11:41):
Gioachino Rossini: Petite Messe solennelle
Marina Rebeka, Sara Mingardo, Francesco Meli, Alex Esposito
Orchestra e Coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Antonio Pappano
Gruß Amonasro
Amonasro (19.06.2023, 18:24):
Peter Maxwell Davies: The Lighthouse
Sandy/Officer I - Neil Mackie Blazes/Officer II - Christopher Keyte Arthur/Officer III/Voice of the Cards - Ian Comboy
Members of the BBC Philharmonic, Peter Maxwell Davies
Gruß Amonasro
a-way (20.06.2023, 09:44):
Compositions for Viola and Piano I. Henry Eccles - Sonáta G Moll, arr. Paul Klengel II. Benjamin Britten - Lacrymae, Op. 48 III. Rebecca Clarke - Sonata
Květa Novotná, Piano Josef Koďousek, Viola
Die Viola Sonata von Rebecca Clarke beruehrt mich immer wieder neu.
Amonasro (20.06.2023, 20:28):
Gaetano Donizetti/Felice Romani: L'elisir d'amore
Adina - Hilde Güden Nemorino - Giuseppe Di Stefano Belcore - Renato Capecchi Dulcamara - Fernando Corena Giannetta - Luisa Mandelli
Orchestra e Coro del Maggio Musicale Fiorentino, Francesco Molinari-Pradelli
Gruß Amonasro
a-way (21.06.2023, 14:05):
El Cant de la Sibil la Catalunya Montserrat Figueras La Capella Reial de Catalunya, Jordi Savall
Amonasro (21.06.2023, 23:24):
Richard Wagner: Götterdämmerung
Woglinde - Jutta Vulpius Wellgunde - Elisabeth Schärtel Floßhilde - Maria Graf Alberich - Gustav Neidlinger Brünnhilde - Astrid Varnay Waltraude/1. Norn - Maria von Ilosvay Siegfried - Wolfgang Windgassen 2. Norne - Georgine von Milinkovic 3. Norne - Mina Bolotine Gunther - Hermann Uhde Hagen - Josef Greindl Gutrune - Gré Brouwenstijn
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Joseph Keilberth 1955
Gruß Amonasro
Amonasro (22.06.2023, 20:59):
Gaetano Donizetti/Felice Romani: L'elisir d'amore
Adina - Rosanna Carteri Nemorino - Luigi Alva Belcore - Rolando Panerai Dulcamara - Giuseppe Taddei Giannetta - Angela Vercelli
Orchestra e Coro del Teatro alla Scala di Milano, Tullio Serafin
Gruß Amonasro
Toni Bernet (22.06.2023, 23:24):
Das Violinkonzert h-moll op 10 von Elisabeth Kuyper verdient unbedingt die Wiederentdeckung und auch eine weitere bessere CD-Aufnahme. Elisabeth Kuyper stand vor dem 1. Weltkrieg am Anfang einer Komponistinnen-Karriere. Max Bruch war von ihr begeistert und leitete als Dirigent die Uraufführung dieses romantischen Violinkonzerts, das vor allem mit ausdrucksstarken schönen Melodien brilliert. Mehr zu diesem Violinkonzert und ein Link zu youtube bei:
Elisabeth Kuyper: Violinkonzert h-moll op 10 (1908) - unbekannte-violinkonzerte Webseite! (jimdofree.com)
a-way (23.06.2023, 11:48):
aus The Complete argo Recordings The Choir of St John's College, Cambridge, George Guest: Franz Joseph Haydn - die Theresienmesse, die Cäcilien-/kleine Orgelmesse und die Schöpfungs- sowie auch Paukenmesse.
Amonasro (23.06.2023, 20:29):
Valentino Fioravanti/Giuseppe Palomba: Le cantatrici villane
Rosa - Alda Noni Agata - Ester Orell Giannetta - Fernanda Cadoni Don Bucefalo Zibaldone - Sesto Bruscantini Don Marco Bomba - Franco Calabrese Carlino - Agostino Lazzari
Orchestra di Napoli dell'Associazione "Alessandro Scarlatti", Mario Rossi
Gruß Amonasro
Amonasro (26.06.2023, 13:04):
Umberto Giordano/Arturo Colautti: Fedora
Fedora Romazov - Maria Caniglia Olga Sukarev - Carmen Piccini Loris Ipanov - Giacinto Prandelli De Siriex - Scipio Colombo Dimitri - Gilda Capozzi Desiré/Barone Rouvel - Aldo Bertocci Cirillo/Borov - Cristiano Dalamangas Gretch - Mario Zorgnotti Loreck - Pierluigi Latinucci
Orchestra Lirica e Coro della RAI di Milano, Mario Rossi Diese Aufnahme hat mir die letzten Tage keine Ruhe gelassen. Beim letzten Hören war mir noch nichts seltsames aufgefallen. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, das etwas nicht stimmt, ich wusste nur nicht was. Nun fiel mir ein: Hatte ich nicht mal gelesen, dass das eine Studioaufnahme sei? Aber waren da nicht Bühnengeräusche und Applaus? Ich lege die CDs nochmal ein. Ja, eindeutig eine Live-Aufnahme, ich muss mich geirrt haben. Je länger ich aber höre, desto seltsamer kommt mir die Aufnahme vor. Der Klang ist besser, als ich bei einer Live-Aufnahme von 1950 erwartet hätte. Ich schaue nochmal ins Booklet: dort wird die 1. CD in 16 Tracks unterteilt, tatsächlich hat die CD aber nur 5. Passt alles nicht zusammen. Ich höre hin, ich höre her, und plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen oder besser gesagt wie Stöpsel aus den Ohren: das ist ja gar nicht Caniglia, die da singt! Ich suche bei YouTube und finde dort auch die Caniglia/Rossi-Fedora, der Verdacht wird bestätigt: das ist eine völlig andere Aufnahme mit anderen Sängern! Obwohl ich jetzt online schon in einige Live-Mitschnitte reingehört habe, konnte ich nicht herausfinden, um welchen Mitschnitt es sich bei meinen CDs wirklich handelt. Die Aufnahme ist gar nicht mal schlecht, insbesondere der sehr helle lyrische Tenor, der an Tagliavini oder Valletti erinnert. Betrogen fühle ich mich dennoch.
Gruß Amonasro :hello
palestrina (27.06.2023, 10:02):
Umberto Giordano/Arturo Colautti: Fedora
Fedora Romazov - Maria Caniglia Olga Sukarev - Carmen Piccini Loris Ipanov - Giacinto Prandelli De Siriex - Scipio Colombo Dimitri - Gilda Capozzi Desiré/Barone Rouvel - Aldo Bertocci Cirillo/Borov - Cristiano Dalamangas Gretch - Mario Zorgnotti Loreck - Pierluigi Latinucci
Orchestra Lirica e Coro della RAI di Milano, Mario Rossi Diese Aufnahme hat mir die letzten Tage keine Ruhe gelassen. Beim letzten Hören war mir noch nichts seltsames aufgefallen. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, das etwas nicht stimmt, ich wusste nur nicht was. Nun fiel mir ein: Hatte ich nicht mal gelesen, dass das eine Studioaufnahme sei? Aber waren da nicht Bühnengeräusche und Applaus? Ich lege die CDs nochmal ein. Ja, eindeutig eine Live-Aufnahme, ich muss mich geirrt haben. Je länger ich aber höre, desto seltsamer kommt mir die Aufnahme vor. Der Klang ist besser, als ich bei einer Live-Aufnahme von 1950 erwartet hätte. Ich schaue nochmal ins Booklet: dort wird die 1. CD in 16 Tracks unterteilt, tatsächlich hat die CD aber nur 5. Passt alles nicht zusammen. Ich höre hin, ich höre her, und plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen oder besser gesagt wie Stöpsel aus den Ohren: das ist ja gar nicht Caniglia, die da singt!Ich suche bei YouTube und finde dort auch die Caniglia/Rossi-Fedora, der Verdacht wird bestätigt: das ist eine völlig andere Aufnahme mit anderen Sängern! Obwohl ich jetzt online schon in einige Live-Mitschnitte reingehört habe, konnte ich nicht herausfinden, um welchen Mitschnitt es sich bei meinen CDs wirklich handelt. Die Aufnahme ist gar nicht mal schlecht, insbesondere der sehr helle lyrische Tenor, der an Tagliavini oder Valletti erinnert. Betrogen fühle ich mich dennoch.
Gruß Amonasro :hello Lieber Amonasro, es müsste diese Aufnahme sein.......
Sie ist von Mondo Musica, das steht auch auf deinem Cover und die erste CD hat 5 Tracks, und vor allem sie ist sehr gut im Klang!
LG palestrina
Amonasro (27.06.2023, 12:32): Lieber palestrina,
Hörproben dieser Aufnahme habe ich zwar nicht gefunden, dafür andere Aufnahmen mit dem Tenor Aldo Bottion und das scheint tatsächlich der Sänger auf meiner Aufnahme zu sein. Damit wäre das Rätsel gelöst. Vielen Dank. :thanks
Gruß Amonasro
Amonasro (27.06.2023, 19:46):
Modest Mussorgski: Boris Godunow (Rimsky-Korsakow-Fassung)
Boris Godunov/Pimen/Varlaam - Boris Christoff Fyodor/Marina - Eugenia Zareska Xenia - Ludmilla Lebedeva Nurse/Hostess - Lydia Romanova Shuysky/Khrushchyov/Missail - Andrzej Bielecki Shchelkalov/Rangoni - Kim Borg Grigory - Nicolai Gedda Boyar - Gustav Ustinov Simpleton - Wassili Pasternak Police Officer/Guard - Stanislaw Pieczora Lavitsky - Raymond Bonte Chernikovsky - Eugène Bousquet
Russian Chorus of Paris French National Radio Orchestra, Issay Dobrowen
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (28.06.2023, 05:19):
Stephen Goss - Konzert fuer Theorbe und Streicher Matthew Wadsworth, SCO, Benjamin Marquise Gilmore
Diese neobarocke Konzertsuite ist nicht das aufregendste Steuck Musik, das ich je gehoert habe. Ein Bereicherung des Hoerrepertoirs ist es allemal, denn das sublim klingende Instrument wird selten mit Solokonzerten bedacht. Das Booklet gibt gar an, es sei das erste seiner Art. (Stephen Goss - Theorbo Concerto Orchestral (chandos.net))
Andréjo (28.06.2023, 12:10): Da hätte ich jetzt auch nicht das "aufregendste" Stück Musik erwartet, aber: Ich mag solche originellen Besetzungen sehr. Was sagt Joe Dvorak: "selten mit Solokonzerten bedacht" ? :D Überhaupt heute noch irgendwo mit einem Solokonzert bedacht, würde ich sagen. Wissen tue ich gar nichts.
EDIT: Ein nicht ausgedehntes Hineinlauschen bestätigt die Erwartungen. Es scheint mir strukturell recht beliebig und ansonsten ein wenig an die östliche Minimalisten-Mode angelehnt. Aber: Sehr hübsch dennoch. Dank an Joe!
Joe Dvorak (28.06.2023, 13:05): Ich folge nun dem PMD-Trigger von weiter oben. Die habe ich sehr lange nicht mehr gehoert:
Peter Maxwell Davies - Sinfonie Nr. 2 BBC Philharmonic, Peter Maxwell Davies
Das Original ist vergriffen, aber Naxos hat es wiederaufgelegt und noch einen Bonus dazugegeben:
Amonasro (28.06.2023, 18:34):
Vincenzo Bellini/Felice Romani: La sonnambula
Amina - Natalie Dessay Elvino - Francesco Meli Rodolfo - Carlo Colombara Teresa - Sara Mingardo Lisa - Jaël Azzaretti Alessio - Paul Gay Un notaro - Gordon Gietz
Orchestre & Chœurs de l'Opéra de Lyon, Evelino Pidò
Gruß Amonasro
Amonasro (29.06.2023, 13:19):
Giuseppe Verdi/Francesco M. Piave: La traviata
Violetta Valéry - Maria Callas Alfredo Germont - Alfredo Kraus Giorgio Germont - Mario Sereni Flora Bervoix - Laura Zannini Annina - Maria Cristina de Castro Gastone - Piero De Palma Il barone Douphol - Alvaro Malta Il marchese d'Obigny - Vito Susca Il dottore Grenvil - Alessandro Maddalena Un commissionario - Manuel Leitão
Coro e Orquestra Sinfónica do Teatro Nacional de São Carlos, Lisboa; Franco Ghione Live 1958
Gruß Amonasro
Amonasro (29.06.2023, 21:30):
Giuseppe Verdi/Francesco M. Piave: Ernani
Ernani - Mario Del Monaco Don Carlo - Cornell MacNeil Don Ruy Gomez de Silva - Nicola Rossi-Lemeni Elvira - Floriana Cavalli Giovanna - Anna Di Stasio Don Riccardo - Athos Cesarini Jago - Mario Rinaudo
Coro e Orchestra dell'Opera di Roma, Gabriele Santini 1961
+ Interviews with Del Moncao, Cavalli, Santini, Rossi-Lemeni, Rinaudo, MacNeil and Cesarini + Ausschnitte aus Otello I. & IV. Akt
Otello - Mario Del Monaco Desdemona - Onelia Fineschi Jago - Renato Capecchi
Coro de Milano della RAI Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI di Milano, Tullio Serafin 1954
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (30.06.2023, 04:02):
Antonín Dvořák - Sinfonie Nr. 9 e-Moll, op. 95 "Aus der Neuen Welt" Israel PO, Leonard Bernstein
Amonasro (30.06.2023, 18:00):
Pietro Mascagni: Messa di Gloria
Emil Ivanov (Tenor) Roberto De Candia (Bariton)
Coro Polifonico Claudio Merulo The State Philharmonic Orchestra "Dinu Lipatti", Daniele Callegari
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (30.06.2023, 18:52):
Pyotr Ilyich Tchaikovsky - Sinfonie Nr. 6 h-Moll, op. 74 "Pathetique" NY Philharmonic, Leonard Bernstein
Hoehere Inspiration oder Einschlafhilfe? Lenny zerdehnt das ohnehin schon unmaessig schmachtende Werk auf eine Laenge von knapp einer Stunde - 'normal' ist eher eine Dreiviertelstunde.
Anlaesslich eines reinen Chopin-Konzerts in Shanghai (die Tickets waren innerhalb von einer Stunde nach Bekanntgabe ausverkauft) gab es ein ausfuehrliches Portrait von Pogorelich in der hiesigen Presse. Ihm wuerde vorgeworfen, er sei ein Exzentriker und "Enfant Terrible", und er verstoesse gegen etablierte Normen. Er haelt dagegen, dass seine Idee sei, dem Komponisten absolut treu zu sein und nach dem Besonderen innerhalb der Musik und innerhalb des Klaviers zu suchen. Ich bin gespannt - da geht vielleicht sogar Chopin.
Amonasro (02.07.2023, 18:11):
Antonio Vivaldi/Matteo Noris: Tito Manlio
Tito Manlio - Sergio Foresti Manlio - Elisabeth Scholl Lucio - Nicki Kennedy Vitellia - Rosa Dominguez Servilia - Lucia Sciannimanico Decio - Thierry Grégoire Geminio - Davide Livermore Lindo - Bruno Taddia
Modo Antiquo, Federico Maria Sardelli
Gruß Amonasro
Jan Van Karajan (02.07.2023, 21:39): Bei mir heute Abend das Eröffnungskonzert des Schleswig Holstein Musikfestivals mit Mendelssohns Elias unter der Leitung von Alan Gilbert. Sehr schön ☺️. Und ganz klassisch am Radio. Nun ist auch endlich wieder mehr Zeit zum Schreiben hier. Grüße Jan :hello
Joe Dvorak (03.07.2023, 03:48): Nun ist auch endlich wieder mehr Zeit zum Schreiben hier. Das hoeren wir doch gerne. :thumbsup:
Hier wird gerade der spaete Lenny rehabilitert. Wahrscheinlich musste ich selbst erst alt werden, um zu goutieren, was er da anstellt. :P
Felix Mendelssohn - Die Hebriden, op. 26 & Sinfonie Nr. 3 a-Moll, op. 56 "Schottische" Israel PO, Leonard Bernstein
Jan Van Karajan (03.07.2023, 15:23):
Sergei Prokofjew: Symphonie Nr. 2 in d-moll, op. 40
London Philharmonic Orchestra, Walter Weller Grüße Jan :hello
Sfantu (03.07.2023, 15:29): @Amonasro @Joe Dvorak
wie waren eure Begegnungen / Wiederbegegnungen mit PMD? Einerseits sagt mir seine Klangästhetik zu - die (manchmal etwas eisig wirkende) Klarheit. Andererseits tendiert er oft ins Maßlose - das spürte ich beim Wiederhören bspw. der ersten und dritten Sinfonie am zurückliegenden Wochenend': tolle Klangfarben, viele spannende Einfälle, dann aber auch wieder laaange Durststrecken, in denen herzlich wenig passiert.
Sfantu (03.07.2023, 15:32): @Jan Van Karajan
spannende Unterhaltung mit Prokojew! Sfantu gefällt das!
Jan Van Karajan (03.07.2023, 15:44): Lieber Sfantu, tatsächlich hat mich diese Symphonie fasziniert, aber auch ein Stück weit ratlos zurückgelassen. Düster, schwer, von der Form ungewöhnlich... Das werde ich mir in den nächsten Tagen noch einmal in Ruhe anhören müssen, vielleicht finde ich dann Zugang. Prokofjew scheint mir sowieso nur teilweise zu liegen, das einzige Stück, was ich durchgängig zugänglich fand, war das Klavierkonzert Nr. 3. Aber auch da muss ich mich wahrscheinlich nochmal in Ruhe mit beschäftigen. Grüße Jan :hello
Joe Dvorak (03.07.2023, 17:12): @Amonasro @Joe Dvorak
wie waren eure Begegnungen / Wiederbegegnungen mit PMD? Einerseits sagt mir seine Klangästhetik zu - die (manchmal etwas eisig wirkende) Klarheit. Andererseits tendiert er oft ins Maßlose - das spürte ich beim Wiederhören bspw. der ersten und dritten Sinfonie am zurückliegenden Wochenend': tolle Klangfarben, viele spannende Einfälle, dann aber auch wieder laaange Durststrecken, in denen herzlich wenig passiert. Treffer! So ist es auch bei der Zweiten und das duerfte auch der Grund gewesen sein, warum ich sie bei aller Faszination solange nicht mehr gehoert habe.
Amonasro (03.07.2023, 23:04): Für mich war The Lighthouse die Erstbegegnung mit PMD. Von Maßlosigkeit würde ich nicht direkt sprechen, das Werk ist von den Dimensionen und der Besetzung her ja sehr kompakt, eher kammermusikalisch. Allerdings gibt es auf diesem kurzen Raum schon eine große Bandbreite: von der nüchternen Gerichtsszene im Prolog, die etwas an Britten erinnert, zu den in verschiedenen parodierten Stilen gehaltenen Liedern im Hauptteil. Der Gesamteindruck ist collagenhaft. Auf jeden Fall kurzweilig, ich habe die Oper wohl nicht zum letzten Mal gehört.
Heute:
Giacomo Puccini/Guelfo Civinini/Carlo Zangarini: La fanciulla del West
Minnie - Carol Neblett Dick Johnson - Plácido Domingo Jack Rance - Sherrill Milnes Nick - Francis Egerton Ashby - Robert Lloyd Sonora - Jonathan Summers Trin - John Dobson Sid - Malcolm Rivers Bello - Tom McDonnell Harry - Paul Crook Joe - Robin Leggate Happy - William Elvin Larkens - Malcolm King Billy Jackrabbit - Paul Hudson Wowkle - Anne Wilkens Jake Wallace - Gwynne Howell José Castro - Eric Garret Un postiglione - Handel Owen
Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Zubin Mehta
La fanciulla del West finde ich eines der interessantesten Werke von Puccini. Während die Handlung eine ähnliche Situation wie Tosca, aber weniger plakativ und mit einer stärkeren weiblichen Hauptfigur beschreibt, klingt die impressionistisch beeinflusste Musik deutlich moderner. Auch verzichtet Puccini fast völlig auf eingängige Arien (abgesehen von Ch'ella mi creda gegen Ende). Die Auseinandersetzung zwischen Minnie und dem Sheriff im 2. Akt mit dem aus der Decke tropfenden Blut und anschließender Pokerpartie um Leben und Tod finde ich eine der dramatisch packendsten Opernszenen. Die Mehta-Aufnahme lässt keine Wünsche offen.
Gruß Amonasro :hello
Maurice inaktiv (04.07.2023, 08:03):
Johannes Brahms : Streichquintett G-Dur, op. 111 Arnold Schönberg : Verklärte Nacht, op. 4, für Streichorchester
Camerata Academica des Mozarteums Salzburg , Sandor Vegh
Ich mag den Musiker Sandor Vegh, der mit seinen Serenaden von Mozart mir den Komponisten Mozart gut vermittelt hatte. Er war einer der ersten Musiker, der meine Anti-Mozart-Haltung (durch die grausamen Aufnahmen unter Böhm hatte ich diese Haltung gewonnen) begonnen hat aufzubrechen.
Auch bei Schönbergs Bearbeitung und natürlich Schönbergs eigenem Werk bleibt Vegh nichts schuldig. Man merkt auch, dass er mit seinem Orchester viele Jahre zusammengearbeitet hat.
Maurice inaktiv (04.07.2023, 11:06):
Wolfgang A. Mozart: Essential Symphonies, Vol.4 (Sinfonien Nr.19, 34, 36, "Linzer") AD: 2006, Stuttgart, Live-Mitschnitt
SWR-RSO Stuttgart, Sir Roger Norrington
Mozart hier, mit meinem zweiten Wegweiser zu "Wolferl's" Sinfonien. Sandor Vegh war der erste Wegweiser. Ohne diese beiden Interpreten würde ich heute noch einen großen Bogen um ihn herum machen. Danke, Sir Roger und Mr. Vegh !!!
Andréjo (04.07.2023, 13:43): In Sachen Mozart höre ich auch sehr gerne die Kammermusik, aber mit Norrington bin ich bei Dir und die Mehr-als-Gesamtausgabe der Sinfonien unter der Leitung von Christopher Hogwood schätze ich auch sowie natürlich die Klavierkonzerte vor allem - da kenne ich mehrere Integralen, historisch informierte und konventionellere.
Vegh habe ich mir nicht zugelegt und jetzt wäre es zu viel des Guten, aber ich glaube Dir sofort, dass das sehr gute Interpretationen sind.
Böhms letzte vier Sinfonien hatte ich mir vor langer Zeit auf LP zugelegt. Lange nicht hineingehört - meinem Geschmack kommt er wohl nicht mehr entgegen, und damit sind wir nicht ganz allein. ;)
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (04.07.2023, 18:08): aber mit Norrington bin ich bei Dir und die Mehr-als-Gesamtausgabe der Sinfonien unter der Leitung von Christopher Hogwood schätze ich auch sowie natürlich die Klavierkonzerte vor allem Hogwood dürfte auch mir sicher gefallen. Doch so oft höre ich Mozart nicht. Alle Sinfonien hatte ich mal von Brilliant Classics (auch HIP), aber die habe ich wieder verkauft. Die Klavierkonzerte sind nicht so wirklich mein Repertoire, aber immerhin habe ich die GA mit Matthias Kirschnereit, die er damals über Arte Nova eingespielt hatte (immerhin mit den Bamberger Symphonikern unter Frank Beermann, den ich wiederum sehr schätze).
Vegh habe ich mir nicht zugelegt und jetzt wäre es zu viel des Guten, aber ich glaube Dir sofort, dass das sehr gute Interpretationen sind. Hier habe ich die Einspielungen aller Serenaden, also ein anderes Repertoire. Das ist für den Rest meines Lebens ausreichend.
Amadé (04.07.2023, 19:46): Ich tauche auch mal wieder auf.
Veghs Aufnahmen mit Divertimenti und Serenaden (bei Capriccio) von Mozart haben bei mir einen hohen Stellenwert. Nicht aufgenommen hat er, war auch nicht nötig, wie viele Aufnahmen ohne Dirigenten beweisen, die sonenannte "Gran Partita" in B-Dur KV 361, eine Serenade für 12 Bläser und Kontrabass, der bei Aufführungen und Aufnahmen oft durch ein Kontrafagott vertreten wird. Der Plattenmarkt bietet eine Fülle von Aufnahmen, auch sehr guten, z. B:
Kennengelernt habe ich das Werk mit dieser schon historischen LP:
Gruß Amadè
Andréjo (05.07.2023, 01:52): Kirschnereit/ Beermann ist eine meiner Mozart-Integralen der Klavierkonzerte. Sie ist vom Solisten her rhetorisch sehr differenziert und ich bin als Landsmann natürlich auch ein Verehrer der Bamberger Symphoniker, selbst wenn Mozart nun nicht ihr Kern-Repertoire ist.
@ Amadé: Die Gran Partita mit der "Nachtmusique" finde ich auch hervorragend.
Maurice inaktiv (05.07.2023, 07:04):
Anton Zimmermann : 3 Sinfonien (E-Moll, Bb-Dur, C-Moll) AD: 2018
Ich kann diese CD nur jedem empfehlen, der sich mit der Musik dieser Zeit beschäftigt oder interessiert. Die Aufnahmen sind alle CD-Premieren, und Werner Ehrhardt ist der richtige Mann dafür gewesen. Anton Zimmermann wurde leider nur 40 Jahre alt. Ein herber Verlust für die Musikwelt.
Maurice inaktiv (05.07.2023, 07:12): Veghs Aufnahmen mit Divertimenti und Serenaden (bei Capriccio) von Mozart haben bei mir einen hohen Stellenwert. Danke für Deine Meinung zu Vegh. Da sind wir absolut der gleichen Ansicht.
Kirschnereit/ Beermann ist eine meiner Mozart-Integralen der Klavierkonzerte. Sie ist vom Solisten her rhetorisch sehr differenziert und ich bin als Landsmann natürlich auch ein Verehrer der Bamberger Symphoniker, selbst wenn Mozart nun nicht ihr Kern-Repertoire ist. Genau so ist es. Man braucht als Solist halt den passenden Dirigenten dazu, gerade bei einer GA, sonst geht das Ganze furchtbar in die Hose. Leider ist es um Beermann still geworden. Gerade auch während seiner Zeit in Chemnitz hat er einige sehr interessante CDs eingespielt für CPO.
Maurice inaktiv (05.07.2023, 07:47): Joseph Suder : Beschwingte Symphonik AD: 1997
Thüringen-Philharmonie Suhl , Olaf Koch
Joseph Suder (1892-1980) galt nicht gerade als Modernist und Vielschreiber, doch was er komponierte hatte Hand und Fuß, blieb aber immer tonal. Er wurde in Mainz geboren, verbachte aber ab 1911 sein Leben in München.
Wer mehr über ihn erfahren möchte, kann sich gerne HIER https://www.suder.org/ informieren.
Andréjo (05.07.2023, 12:09):
Anton Zimmermann : 3 Sinfonien (E-Moll, Bb-Dur, C-Moll) AD: 2018
Ich kann diese CD nur jedem empfehlen, der sich mit der Musik dieser Zeit beschäftigt oder interessiert. Die Aufnahmen sind alle CD-Premieren, und Werner Ehrhardt ist der richtige Mann dafür gewesen. Anton Zimmermann wurde leider nur 40 Jahre alt. Ein herber Verlust für die Musikwelt. Überraschung! :D Ich bin schon wieder bei Dir. Die CD zeigt eine erstaunliche Begabung, die kaum jemand gekannt hat, und wird exzellent gespielt. Überhaupt kein konventioneller Klassizismus! Posaunen kommen vor und so manches andere hat mich verblüfft.
Sfantu (05.07.2023, 12:25): Man braucht als Solist halt den passenden Dirigenten dazu, gerade bei einer GA, sonst geht das Ganze furchtbar in die Hose. Gerade Mozarts Klavierkonzerte zeigen, daß man ganz hervorragend ohne Dirigenten auskommen kann: Géza Anda, Murray Perahia, Daniel Barenboim, Christian Zacharias sind nur die prominentesten Beispiele.
Andréjo (05.07.2023, 12:33): Pardon, wenn ich mich jetzt auf der Beziehungsebene ein wenig einmische. Werter Sfantu, Du hast sicher Recht und Maurice hat das Gegenteil ja auch nicht wirklich impliziert.
Dennoch fällt mir auf, dass Du sehr gerne das Gegenteil von dem ein wenig anzüglich nachschiebst zu dem, was Maurice gerade gesagt hat. Das finde ich unnötig und das tut einem kleinen Forum wie dem hiesigen nicht gut. Vielleicht - vielleicht bilde ich mir das auch bloß ein oder bin hier überkandidelt.
Also nochmals mein Pardon! Ich will wirklich mit Euch beiden gut auskommen, habe von Euch beiden schon viel gelernt. Und es ist auch nur mein subjektiver Eindruck - aber ich wollte ihn einfach mal loswerden.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (05.07.2023, 14:26): Joachim Raff : Traumkönig und sein Lieb, F-Dur, op. 66 August Walter: Sinfonie Es-Dur, op. 9
Maurice inaktiv (05.07.2023, 14:37): Gerade Mozarts Klavierkonzerte zeigen, daß man ganz hervorragend ohne Dirigenten auskommen kann: Géza Anda, Murray Perahia, Daniel Barenboim, Christian Zacharias sind nur die prominentesten Beispiele. Pardon, wenn ich mich jetzt auf der Beziehungsebene ein wenig einmische. Werter Sfantu, Du hast sicher Recht und Maurice hat das Gegenteil ja auch nicht wirklich impliziert.
Dennoch fällt mir auf, dass Du sehr gerne das Gegenteil von dem ein wenig anzüglich nachschiebst zu dem, was Maurice gerade gesagt hat. Das finde ich unnötig und das tut einem kleinen Forum wie dem hiesigen nicht gut. Vielleicht - vielleicht bilde ich mir das auch bloß ein oder bin hier überkandidelt. Danke, Du bildest Dir das nicht ein, das ist mir auch schon sehr aufgefallen und ist offensichtlich auch so gewollt. Ich habe bis dato darauf nicht reagiert, werde das aber jetzt tun, wenn es schon angesprochen wird.
Sfantu, grundsätzlich kann man nahezu jedes Stück bis hin zu Brahms vermutlich ohne Dirigenten aufführen, und dazu gehören auch die Werke Werke Mozarts. Doch es geht nicht darum was man KANN, sondern was im Fall Kirschnereit/Beermann geschehen ist. Ein Pianist, der sich nicht als Dirigent sieht, spielt die Werke eben MIT Dirigenten ein. Wo ist also das Problem dabei, dass Du meinen Beitrag auch meiner Meinung nach mit Deiner Bemerkung versiehst? Was willst Du damit aussagen oder beweisen? Ich weiß das übrigens selbst, dass man die Konzerte ohne Dirigenten auch spielen und einspielen kann.
Willst Du das in Zukunft weiter so halten, oder wie stellst Du Dir das vor? Und dann wird sich gewundert, wenn ich entsprechend reagiere? Mache ich das auch bei Dir, Sfantu? Ich glaube nicht.
Amonasro (05.07.2023, 15:13):
Georg Friedrich Händel/Thomas Broughton: Hercules (in italienischer Übersetzung von Giulio Cogni)
Eracle - Jerome Hines Dejanira - Fedora Barbieri Illo - Franco Corelli Jole - Elisabeth Schwarzkopf Lica - Ettore Bastianini Un sacerdote di Giove - Agostino Ferrin Erastia - Adriana Macchiaioli Un trachinio - Vittorio Tatozzi
Orchestra e Coro del Teatro alla Scala di Milano, Lovro von Matačić Live 1958
Ein etwas kurioser Mitschnitt, quasi Verismo-Händel.
Gruß Amonasro
Sfantu (05.07.2023, 20:29): Hier erstmal zum ursprünglichen Thema:
Ein Pianist, der sich nicht als Dirigent sieht, spielt die Werke eben MIT Dirigenten ein. 100% Zustimmung - man kann das mit oder ohne Dirigent aufführen.
Man braucht als Solist halt den passenden Dirigenten dazu, gerade bei einer GA, sonst geht das Ganze furchtbar in die Hose. 0% Zustimmung. Diese Aussage ist pauschal. Und sagt uns, daß es ohne Dirigent in die Beinkleider rutscht.
Gerade Mozarts Klavierkonzerte zeigen, daß man ganz hervorragend ohne Dirigenten auskommen kann. Nichts mehr, nichts weniger ist damit gemeint. Hätte ich geschrieben, daß es nur ohne Dirigenten gelingt, wäre es wiederum pauschal. Ich kenne und schätze wunderbare Mozart-Klavierkonzert-Einspielungen - mit und ohne Dirigenten. Mir geht es nicht um Personen-Bashing. Ich bin für Differenziertheit, gegen eine vereinfachende, eben pauschalisierende Sicht - egal, von wem.
Zu dem anderen Punkt später mehr - allerdings nicht hier, wo es meiner Überzeugung nach nicht hin gehört.
Maurice inaktiv (06.07.2023, 11:19): 0% Zustimmung. Diese Aussage ist pauschal. Und sagt uns, daß es ohne Dirigent in die Beinkleider rutscht. Es ist nicht pauschal, aber es ist genau wie ich es geschrieben habe, dass es Solisten gibt, die eben NICHT dirigieren können und wollen, und die brauchen den passenden Dirigenten dazu. Daran war Null pauschal gewesen.
Maurice inaktiv (06.07.2023, 11:20): Zu dem anderen Punkt später mehr - allerdings nicht hier, wo es meiner Überzeugung nach nicht hin gehört. Sehe ich anders, denn Du hast es ja auch im öffentlichen Bereich gepostet. Sich dann hinter der PN zu verstecken bedeutet für mich, dass es was zu verbergen gibt. Nee,Nee, wenn Du Dich hier öffentlich so verhältst mir gegenüber, dann erwarte ich auch eine öffentliche Antwort. So läuft das Spielchen vielleicht in der Schweiz, aber nicht bei mir. Ich bin angepisst, da es nicht das erste Mal war. Und zwar ziemlich angepisst.
Sfantu (06.07.2023, 16:52): Ich hatte keinesfalls vor, Dir PNs zu schicken. Es gibt in diesem Forum einen Mitgliederbereich.
Heute mal ein auch in diesem Forum eher wenig gehörter Komponist aus. "Die Waldnymphe" wurde 1874 beendet, "Der Sturm" 1880 uraufgeführt. Die Sinfonie ist 1898 beendet und 1899 vom Komponisten selbst in Prag uraufgeführt worden. Gedruckt wurde sie sogar erst 1958. Es war Fibichs letztes großes Werk.
Fibich wurde nur 49 Jahre alt, war dreimal verheiratet und u.a. Schüler von Smetana. Er galt neben diesem und Dvorak als der dritte wichtige Komponist seines Landes. Mit der Zeit wurde er von Janacek und Martinu übertroffen und rückte in Vergessenheit.
Seine drei Sinfonien (und auch weitere Werke teilweise) wurden von Karel Sejna, Neeme Järvi und Marek Stilec eingespielt (Supraphon, Chandos und Naxos).
Maurice inaktiv (07.07.2023, 09:24):
Alexander von Zemlinsky : Sinfonien Nr.1 & 2 AD: 1996
Der Dirigent James Conlon hat sich sehr für die Werke Zemlinskys eingesetzt. Seine beiden Sinfonien wurden 1892 und 1897 geschrieben. Erste wurde 1993 uraufgeführt, die Zweite erhielt den Beethoven-Preis des Wiener Tonkünstlervereins und kann als sein letztes Jugendwerk, aber auch zugleich als sein erstes wirklich reifes Werk bezeichnet werden. 1899 wurde das Werk in Wien uraufgeführt.
Zemlinsky war u.a. mit Alban Berg und Arnold Schönberg befreundet, mit dem er sich im Sommer 1897 zurückzog, um in aller Ruhe zu komponieren.
Als Jude musste Zemlinsky sein Heimatland Österreich nach der Übernahme durch Hitler schnellstens verlassen. Über Prag ging es in die USA. Dort kam er Ende 1938 an, allerdings gesundheitlich stark angeschlagen. Die Flucht und ihre Begleitumstände haben ihn gebrochen. Nach zwei Schlaganfällen und einer Lungenentzündung verstarb er 1942 in Larchmont bei New York.
Joe Dvorak (07.07.2023, 11:53): Ich bin beim Thema Mozart-KK klar auf der Seite der Dirigenten. Ich kenne nicht eine Aufnahme 'ohne', die mir gefallen wuerde. Perahias GA zierte mal mein Regal, wurde aber nie durchgehoert, weil mir der Orchesterteil zu farblos war. Auf der anderen Seite gibt es Ciani/Gavazzeni (KV466), Tate/Uchida (diverse), Lipatti/Karajan (KV467), die auf eine Weise vom Solo und vom Dirigat leben, wie ich es mir in Personalunion schwer vorstellen kann.
Maurice inaktiv (07.07.2023, 13:30): Ich bin beim Thema Mozart-KK klar auf der Seite der Dirigenten. Ich kenne nicht eine Aufnahme 'ohne', die mir gefallen wuerde. Perahias GA zierte mal mein Regal, wurde aber nie durchgehoert, weil mir der Orchesterteil zu farblos war. Auf der anderen Seite gibt es Ciani/Gavazzeni (KV466), Tate/Uchida (diverse), Lipatti/Karajan (KV467), die auf eine Weise vom Solo und vom Dirigat leben, wie ich es mir in Personalunion schwer vorstellen kann. Danke für Deinen Beitrag dazu. Deshalb ja auch meine Ansicht dazu, dass mit dem passenden Gespann Solist/Dirigent man hochwertige Einspielung erhält. Für einzelne Konzerte kann das Ergebnis sicher mithalten, wenn ein Solist ohne Dirigent das spielt oder aufnimmt, aber bei rund 10 CDs beide Parts in gleicher Qualität abzuliefern ist echt sehr schwer.
Barenboim ist ja wenigstens "gelernter Dirigent" zusätzlich, Parahia hat bei Carl Bamberger ebenfalls dirigieren gelernt, doch zuerst auch mit Dirigent die Konzerte gespielt. Parahia nehme ich übrigens als wirklich hervorragenden Musiker wahr. Auch verhaspelt er sich nicht so oft wie etwa Barenboim, bei dem man immer den Eindruck hat, er kann nicht genug bekommen, was aber seiner Musik nicht wirklich gut tut.
Allerdings stehen bei mir Klavierkonzerte nicht wirklich im Mittelpunkt. Daher kann ich da kaum an eher mittelmäßige Einspielungen kommen. Die KK, die ich habe und mal höre, gehören zu den mindestens sehr guten Einspielungen. Da brauch ich dann keinen seichten Mist.
Maurice inaktiv (07.07.2023, 13:59):
Jesus Guridi: Diez melodias vascas, Asi cantan los chicos, Una aventura de Don Qujote, En un barco fenicio & Canta el gallo tempranero Philharmonisches Orchester Bilbao, Konservatoriums-Chor der Stadt Bilbao, Juan José Mena + Isabel Alvarez (Sopran)
Jesus Guridi (1886-1961) gehörte zu den besten Komponisten Spaniens und natürlich des Baskenlandes, der auch international bekannt wurde. Neben seiner Vorliebe für die Musik seiner Heimat, der Spätromatik und einer eigenen Umsetzung der Moderne, erschuf er einen Stil, den man auch über 70 Jahre nach seinem Tod noch gut hören kann.
Amonasro (07.07.2023, 21:32):
Giacomo Puccini/Guelfo Civinini/Carlo Zangarini: La fanciulla del West
Minnie – Barbara Daniels Jack Rance – Sherrill Milnes Dick Johnson – Plácido Domingo Nick – Anthony Laciura Ashby – Julien Robbins Sonora – Kim Josephson Trin – Charles Anthony Sid – James Courtney Bello – Richard Vernon Harry – Bernard Fitch Joe – Michael Forest Happy – Kevin Short Larkens – Dwayne Croft Billy Jackrabbit – Hao Jiang Tan Wowkle – Sondra Kelly Jake Wallace – Yanni Yannissis José Castro – Vernon Hartman Un postiglione – Michael Best
Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, Leonard Slatkin Inszenierung: Giancarlo Del Monaco
Domingo und Milnes klingen in der Mehta-Aufnahme besser. Milnes und vor allem Barbara Daniels spielen ihre Rollen allerdings sehr überzeugend. Die Inszenierung ist traditionell, aber anders als andere Met-Aufführungen der Zeit sehr lebendig und mit guter Personenregie, kein Rampensingen.
Gruß Amonasro
Amonasro (08.07.2023, 21:26):
Philip Glass: Akhnaten
Akhnaten - Paul Esswood Neferetiti - Milagro Vargas Queen Tye - Melinda Liebermann Horemhab - Tero Hannula Amon High Priest - Helmut Holzapfel Aye - Cornelius Hauptmann Scribe - David Warrilow
Chor & Orchester der Staatstheaters Stuttgart, Dennis Russell Davies
Gruß Amonasro
Amonasro (09.07.2023, 21:19):
Antonio Vivaldi/Antonio Salvi: Ercole su'l Termodonte
Theodora - Lisette Oropesa Irene - Joyce DiDonato Didymus - Paul-Antoine Bénos-Djian Septimius - Michael Spyres Valens - John Chest
il Pomo D'Oro, Maxim Emelyanychev
Gruß Amonasro
Amonasro (12.07.2023, 22:08):
Giacomo Puccini/Guelfo Civinini/Carlo Zangarini: La fanciulla del West
Minnie – Renata Tebaldi Dick Johnson – Mario Del Monaco Jack Rance – Cornell MacNeil Nick – Piero De Palma Sonora – Giorgio Giorgetti Trin – Enzo Guagni Sid – Virgilio Carbonari Bello – Edio Peruzzi Harry – Mario Carlin Joe – Angelo Mercuriali Happy – Michele Cazzato Jim Larkens – Giuseppe Morresi Ashby – Silvio Maionica Jake Wallace – Giorgio Tozzi Un postiglione – Athos Cesarini Billy Jackrabbit – Dario Caselli Wowkle – Bianca Maria Casoni
Orchestra e Coro dell’Accademia di Santa Cecilia; Franco Capuana
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (13.07.2023, 08:59): Ich poste fast nichts, weil ich gerade so gut wie nichts hoere. Ich bin auf Geschaeftsreise in Sueden von Vietnam mit dichtem Programm. Obwohl nur 2,5 Flugstunden von meinem Domizil im Nachbarland weg, ist das eine voellig andere Welt. Da erweist sich dann vieles von dem, was Joe so in seinem Kopf rumschleppt und fuer ganz wesentlich haelt, als intellektueller Sondermuell erster Klasse.
Maurice inaktiv (13.07.2023, 11:16): Ich poste fast nichts, weil ich gerade so gut wie nichts hoere. Geht mi gerade auch so. Und wenn, dann mehr die Musik aus Kuba oder Latein-Amerika.
Ich bin auf Geschaeftsreise in Sueden von Vietnam mit dichtem Programm. Obwohl nur 2,5 Flugstunden von meinem Domizil im Nachbarland weg, ist das eine voellig andere Welt. Da erweist sich dann vieles von dem, was Joe so in seinem Kopf rumschleppt und fuer ganz wesentlich haelt, als intellektueller Sondermuell erster Klasse. Oha. Dann wünsche ich Dir eine baldige und gesunde Rückkehr in Dein Reich dort Unten.
Amonasro (13.07.2023, 20:37):
Michelangelo Falvetti/Vincenzo Giattini: Il dialogo del Nabucco
Chœur de Chambre de Namur Cappella Mediterranea, Leonardo García Alarcón
Dieses Oratorium ist eines von nur zwei erhaltenen Werken des Priesters und Kapellmeisters von Messina und überzeugt durch die lautmalerischen Qualitäten der Musik und das mediterrane Feeling. Hinter der biblischen Handlung verbirgt sich ein kaum verhohlener Kommentar auf damalige politische Ereignisse (Widerstand gegen die spanische Herrschaft auf Sizilien).
Gruß Amonasro :hello
Amonasro (14.07.2023, 23:40): Heute noch eine Fanciulla:
Giacomo Puccini/Guelfo Civinini/Carlo Zangarini: La fanciulla del West
Dick Johnson – Franco Corelli Jack Rance – Tito Gobbi Minnie – Gigliola Frazzoni Nick – Franco Ricciardi Billy – Eraldo Coda Wowkle – Maria Amadini Ashby – Ugo Novelli Sonora – Enzo Sordello Trin – Athos Cesarini Sid – Michele Cazzato Bello – Pier Luigi Latinucci Harry – Gino Del Signore Joe – Angelo Mercuriali Happy – Carlo Forti Jake Wallace – Nicola Zaccaria Castro – Vittorio Tatozzi Larkens – Giuseppe Morresi Pony Express Rider – Erminio Benatti
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Antonino Votto Live 1956
Spannender, sehr dramatischer Live-Mitschnitt, alle Rollen sind quasi ideal besetzt. Leider ist die Aufnahmequalität - auch gemessen an anderen Mitschnitten der Zeit - sehr schlecht.
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (15.07.2023, 10:15):
Gabriel Fauré : Orchesterwerke (CD1: Pelleas et Melisande, op.80, Masques er Bergamasques, op. 112, Shylock, op. 57) AD: 1979
Orchestre du Capitole de Touöouse, Ensemble Vocal Alix Bourbon, Michel Plasson + Frederica von Stade ( Alt) & Nicolai Gedda (Tenor)
Ich bin bestimmt kein großer Kenner der Musik Faurés, aber mir erscheinen diese Aufnahmen sehr gelungen zu sein. Ich schätze den Dirigenten Michel Plasson sehr, wurde bereits früh von ihm "eingefangen", als ich die Box mit den Werken Alberic Magnards gekauft hatte damals noch bei Saturn in Frankfurt-Bornheim. Lange ist es her.
Amonasro (15.07.2023, 21:05):
Franz Schreker: Der ferne Klang
Grete Graumann - Jennifer Holloway Fritz - Ian Koziara Wirt - Anthony Robin Schneider Schmierenschauspieler - Iurii Samoilov Der alte Graumann - Magnús Baldvinsson Seine Frau - Barbara Zechmeister Dr. Vigelius - Dietrich Volle Altes Weib - Nadine Secunde Mizi - Julia Dawson Milli/Kellnerin - Bianca Andrew Mary - Julia Moorman Spanierin - Kelsey Lauritano Graf - Gordon Bintner Baron - Ian MacNeil Chevalier - Theo Lebow Rudolf - Sebastian Geyer Ein zweifelhaftes Individuum - Hans-Jürgen Lazar Polizeimann/Diener - Anatolii Suprun
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Sebastian Weigle Live 2019
Gruß Amonasro
Amonasro (16.07.2023, 20:49):
Giacomo Puccini/Guelfo Civinini/Carlo Zangarini: La fanciulla del West
Minnie - Eleanor Steber Dick Johnson – Mario Del Monaco Jack Rance – Giangiacomo Guelfi Nick – Piero De Palma Ashby – Vito Susca Sonora – Ezio Viaro Trin – Brenno Ristori Sid – Lido Pettini Bello – Virgilio Carbonari Harry – Valiano Natali Joe – Enzo Guagni Happy – Agostino Ferrin Larkens - Giorgio Giorgetti Billy Jackrabbit - Paolo Washington Wowkle - Laura Didier Jake Wallace – Giorgio Tozzi José Castro – Mario Frosini Un postiglione - Alberto Lotti Camici
Coro e Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, Dimitri Mitropoulos Live 1954
Besonderheit dieses Mitschnitts ist, dass hier anders als bei den anderen mir bekannten Aufnahmen, die von Puccini nachträglich um 16 Takte erweiterte Fassung des Liebesduetts im 2. Akt (Io non ti lascio più) gespielt wird, bei der sich beide Stimmen in der Kadenz unisono zu einem hohen C aufschwingen.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (17.07.2023, 11:09): Dann wünsche ich Dir eine baldige und gesunde Rückkehr in Dein Reich dort Unten. Danke sehr! :)
Abgesehen davon, dass der Rueckflieger wegen eines Taifuns 4 Stunden ueber dem Zielort kreisen musste, bevor wir runter durften, ging alles glatt. Endlich wieder vor einer gescheiten Anlage sitzend, kam mir als erstes Bruckners 5. in den Sinn.
Anton Bruckner - Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105 RSO Berlin, Heinz Rögner
Rögner ist mein Hidden Champion unter den Bruckner-Exegeten. Die Angelsachsen haben fuer seinen Ansatz den schoenen Ausdruck no-nonsense. Das wird mit sachlich, geradlinig uebersetzt, aber der Wortsinn trifft es haarscharf: kein Unsinn.
Maurice inaktiv (17.07.2023, 19:05): Anton Bruckner - Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105 RSO Berlin, Heinz Rögner
Rögner ist mein Hidden Champion unter den Bruckner-Exegeten. Die Angelsachsen haben fuer seinen Ansatz den schoenen Ausdruck no-nonsense. Das wird mit sachlich, geradlinig uebersetzt, aber der Wortsinn trifft es haarscharf: kein Unsinn. Ich kenne und habe die Einspielung. Mein Weg zu Rögner hat lange gedauert, aber er ist vielleicht sogar der passendere Bruckner-Dirigent als etwa Kurt Masur. Bei Suitner ist es sein Dvorak und Brahms, bei Herbig sein Brahms. Sie waren einfach im Westen nicht sonderlich geläufig.
Joe Dvorak (18.07.2023, 00:23):
Darius Milhaud - Sinfonien Nr. 2, op. 247 & Nr. 3, op. 271 "Te Deum" Chor des Theaters Basel, RSO Basel, Alun Francis
Nach eigenem Verstaendnis komponierten Les Six von Wagnerismus und Impressionismus entruempelte Musik. Das hoeren wir doch gerne ... und gleich muss ich zugeben, dass ich zwar schon viel ueber Les Six gehoert habe, aber wenig Musik von ihnen. Ich wuerde jetzt aus dem Kopf nicht mal alle Sechse zusammenbringen. Also schlage ich (auf der Tastatur) nach: George Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Francis Poulenc, Germaine Tailleferre. Man lebt und lernt und bleibt doch ewiger Banause.
Amonasro (18.07.2023, 11:08):
Michelangelo Falvetti/Vincenzo Giattini: Il diluvio universale
Noè - Fernando Guimarães Rad - Mariana Flores Dio - Matteo Bellotto Giustizia Divina - Evelyn Ramirez Munoz Morte - Fabián Schofrin Acqua - Magali Arnault Natura humana - Caroline Weynants Foco - Thibaut Lenaerts Terra - Benoît Giaux
Chœur de Chambre de Namur Cappella Mediterranea, Leonardo García Alarcón
Gruß Amonasro
Andréjo (18.07.2023, 12:37):
Man lebt und lernt und bleibt doch ewiger Banause. Wem sagst Du das !!
Ich hätte sie alle sechs zustandegebracht - denn habe das erst vor kurzem getan. Honegger, Poulenc und Milhaud lohnen sich sehr, meine ich. Germaine Tailleferre hat ein hübsches Harfenkonzert geschrieben und vermutlich noch ein wenig mehr, das ich aber nicht kenne. Auric und erst recht Durey gehören halt dazu ... ;) :)
:hello Wolfgang
Amonasro (18.07.2023, 22:41):
Italo Montemezzi/Sem Benelli: L'amore dei tre re
Archibaldo - Sesto Bruscantini Manfredo - Renato Capecchi Avito - Amedeo Berdini Fiora - Clara Petrella Flaminio/A Youth/A Voice - Aldo Bertocci A Young Girl - Gilda Capozzi An Old Woman - Ebe Ticozzi
Orchestra and Chorus of Radio Italiana, Milano; Arturo Basile
Gruß Amonasro
Amonasro (19.07.2023, 21:51):
Giuseppe Verdi/Arrigo Boito: Otello
Otello - Mario Del Monaco Desdemona - Victoria de los Ángeles Jago - Leonard Warren Cassio - Paul Franke Emilia - Rosalind Elias Lodovico - Nicola Moscona Montano - Clifford Harvuot Roderigo - Charles Anthony Un araldo - Calvin Marsh
Orchestra and Chorus of the Metropolitan Opera, Fausto Cleva Live 1958
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (20.07.2023, 07:20): Heavy Metal in Grossbesetzung. Da darf die Jugend ran:
Gustav Holst - The Planets, op. 32 CBSO Youth Chorus, National Youth Orchestra of Great Britain, Edward Gardner
palestrina (20.07.2023, 10:44):
Giuseppe Verdi/Arrigo Boito: Otello
Otello - Mario Del Monaco Desdemona - Victoria de los Ángeles Jago - Leonard Warren Cassio - Paul Franke Emilia - Rosalind Elias Lodovico - Nicola Moscona Montano - Clifford Harvuot Roderigo - Charles Anthony Un araldo - Calvin Marsh
Orchestra and Chorus of the Metropolitan Opera, Fausto Cleva Live 1958
Gruß Amonasro Leider heißt die Oper nicht Desdemona, den del Monaco und Warren sind für meine Ohren unerträglich! :ignore Dieses Machogehabe von del Monaco ist .... ;) ......und Leonard Warren mochte ich noch nie! De los Ángeles ist dagegen eine bezaubernd leidende Desdemoma!
LG Fiesco
Maurice inaktiv (21.07.2023, 07:49):
Johannes Brahms : Sinfonie Nr.4, e-moll AD: 17.12.1990, Musikhalle Hamburg, Live
Mir war heute Morgen einfach mal danach. Günter Wand war bei Brahms und Bruckner einfach "zuhause". Entsprechend gibt es eine Reihe von Aufnahmen davon. Wie viele weiß ich nicht genau, spielt auch keine Rolle. Diese Box ist einfach der Hammer.
Anschließend gleich noch die Nr.3 hinterher. AD: 14.02.1990, Kölner Philharmonie, Live
Maurice inaktiv (21.07.2023, 07:57): Leider heißt die Oper nicht Desdemona, den del Monaco und Warren sind für meine Ohren unerträglich! Dieses Machogehabe von del Monaco ist .... ......und Leonard Warren mochte ich noch nie! Deine Abwertung von hoch angesehenen Sängern ist ebenfalls unerträglich. Außerdem sind das rein persönliche Ansichten, die völlig unwichtig sind, weil sie nicht mal den Ansatz einer Begründung beinhalten. Da finde ich Deine Aussagen weitaus mehr "Machogehabe" als wenn ein Sänger sich so präsentiert. Bei del Monaco spielt es inzwischen keine Rolle mehr, er hat das Leben hinter sich. Deine Kommentare müssen wir hier leider ertragen. Das finde ich wiederum unerträglich. Sorry, aber einer muss es mal schreiben, auch wenn dann wieder ganze Tiraden als Antwort kommen werden.
Joe Dvorak (21.07.2023, 08:53): Man lebt und lernt und bleibt doch ewiger Banause. Wem sagst Du das !! Das sage ich mir, aber jeder, der will, darf das fuer sich annehmen. Wer das nicht will, darf es fuer sich bezweifeln. Wer meint, er wisse alles besser, darf das auch voellig ablehnen. Ich singe einen Mozart-Kanon mit ihm. :saint:
Antonio Vivaldi - Fagottkonzerte Vol 1 - 6 Daniel Smith, ECO, Philip Ledger (1-1 bis 3-7); Zagreb Soloists, Tonko Ninić (3-8 bis 6-21)
Aus dieser Gesamtaufnahme von 37 Konzerten auf sechs CDs hoere ich Vol. 4. Ich finde die Aufnahmen mit den Kroaten insgesamt engagierter als die mit den Englaendern.
Amonasro (21.07.2023, 11:49):
Giuseppe Verdi/Arrigo Boito: Otello
Otello - Mario Del Monaco Desdemona - Victoria de los Ángeles Jago - Leonard Warren Cassio - Paul Franke Emilia - Rosalind Elias Lodovico - Nicola Moscona Montano - Clifford Harvuot Roderigo - Charles Anthony Un araldo - Calvin Marsh
Orchestra and Chorus of the Metropolitan Opera, Fausto Cleva Live 1958
Gruß Amonasro Leider heißt die Oper nicht Desdemona, den del Monaco und Warren sind für meine Ohren unerträglich! :ignore Dieses Machogehabe von del Monaco ist .... ;) ......und Leonard Warren mochte ich noch nie! De los Ángeles ist dagegen eine bezaubernd leidende Desdemoma!
LG Fiesco So harsch sehe ich das nicht. Ich stimme zu, dass de los Ángeles' delikate Desdemona bei dieser Aufführung herausragt. Leider gibt es nicht viele Verdi-Aufnahmen mit ihr. Von Del Monacos Otello gibt es dagegen zahlreiche Mitschnitte. Dieser scheint mir zu den besseren zu gehören, da er sich hier in den lyrischen Partien (Liebesduett, Niun mi tema) mehr zurücknimmt. Insgesamt gehen er und Warren ihre Rollen aber tatsächlich rustikaler an, als manch anderer nuancierterer Rollenvertreter. Die dramatischen Ausbrüche (Esultate, Abbasso le spade, Ora e per sempre, Si pel ciel) Del Monacos sind dafür von unvergleichlicher Strahlkraft. Die Tonqualität dieses Mitschnitts finde ich überraschend gut. Eine Aufnahme, die ich nicht zum letzten Mal gehört habe.
Gruß Amonasro :hello
Andréjo (21.07.2023, 16:53): Ich singe einen Mozart-Kanon mit ihm. :saint: Das Schlimme ist, dass es leider viel Schlimmeres gibt, wo der Mozart-Kanon dringender erforderlich scheint. Aber sei's drum; ich singe hier auch schon mal mit.
Bei Verdi indes kann ich derart gnadenlos nicht mitreden, dass ich auch das Singen gar nicht erst anfange ...
Und weil der Faden so heißt (und von Mozart ohnehin die Rede war):
Neuerwerb. Einst besaß ich nur die LP-Integrale, habe sie oft gehört und meine jetzt, dass es auch in CD-Gestalt sein kann. Der Plattenspieler wird nicht mehr so oft angeworfen.
Da höre ich gerade KV 271, mit dem Beinamen Jeunehomme oder Jenamy, mit ein paar Klaviertakten schon fast am Anfang, und im Übrigen eines seiner schönsten und geistreichsten Klavierkonzerte.
:beer Wolfgang
Amonasro (22.07.2023, 00:03):
Ruggero Leoncavallo: La bohème
Marcello - Franco Bonisolli Rodolfo - Bernd Weikl Schaunard - Alan Titus Barbemuche - Alexander Malta Il visconte Paolo - Jörn W. Wilsing Gustavo Colline - Raimund Grumbach Gaudenzio - Friedrich Lenz Durand - Norbert Orth Il signore del primo piano - Albert Gassner Musette - Alexandrina Milcheva Mimì - Lucia Popp Eufemia - Sofia Lis
Chor des Bayerischen Rundfunks Münchner Rundfunkorchester, Heinz Wallberg
Leoncavallos Bohème steht leider im Schatten von Puccinis Version. Anders als Puccini fokussiert sich Leoncavallo weniger auf das zentrale Liebespaar (das bei ihm allerdings nicht Mimì/Rodolfo sondern Marcello/Musette ist) als auf die Bohémiens als Gruppe. Während bei Puccini ernste und komische Episoden abwechseln, gibt es bei Leoncavallo eine absteigende Dramaturgie: von der Heiterkeit der hauptsächlich komischen ersten beiden Akte über die eskalierenden Konflikte des 3. zum düster-resignativen 4. Akt werden die Bohémiens unter dem Einfluss von Hunger und Armut immer unglücklicher: Wo Puccinis Figuren aus ihrem kargen Mal im Schlussakt ein heiteres Spiel machen, sind sie bei Leoncavallo, wo der Schluss wie der erste Akt an Weihnachten spielt, so niedergeschlagen und verzweifelt, dass sie noch nicht einmal den einen Hering, den sie sich teilen müssen, anrühren können. Leoncavallo ist nicht nur näher an der literarischen Vorlage, sein Werk ist auch veristischer, zeigt es doch unsere Bohémiens auch von ihrer negativen, gewalttätigen Seite, vor allem im 3. Akt: Schaunard, der Spaßmacher der vorherigen Akte, berichtet, seine Freundin mit dem Stock verprügelt zu haben. Der Streit von Musette und Marcello ist derweil kein komisches Geplänkel im Hintergrund wie bei Puccini, sondern eine hochdramatische Auseinandersetzung. Im Anschluss singt Marcello eine verzweifelte Arie (Testa adorata), die mit ihrem instrumentalen Nachspiel an Vesti la giubba in Pagliacci erinnert. Das Werk ist voll von textlichen und musikalischen Zitaten. Den zahlreichen Zitaten aus der damaligen französischen Literatur in Murgers Roman entspricht in der Oper der häufige Rückgriff auf andere bekannte Opern (u. a. von Verdi, Meyerbeer, Rossini, Wagner), am markantesten vielleicht der Tristan-Akkord im Vorspiel zum 3. Akt, womit der Wechsel von der komischen zur tragischen Hälfte der Oper eingeleitet wird. Inhaltlich und musikalisch weniger geschlossen als der Konkurrent und durch die vielen Zitate vielleicht etwas akademisch wirkend, enthält Leoncavallos Oper dennoch viele Schönheiten.
Gruß Amonasro
Sfantu (22.07.2023, 09:39): @Amonasro
Kompliment, das nenn' ich mal eine informative und appetitmachende Werkbeschreibung. Die LP-Box hielt ich sicher schon hunderte Male in Händen - bei Umzügen oder beim Nachsortieren der Sammlung. Auf dem Plattenteller drehten sich die Scheiben aber nur einmal - kein Ruhmesblatt, ich weiß. Also dann - behände aufs Löwenross geschwungen und erneut zu erleben.
Mit innigstem Dank und herzlichen Grüßen, Sfantu
Joe Dvorak (22.07.2023, 09:42): @Amonasro
Kompliment, das nenn' ich mal eine informative und appetitmachende Werkbeschreibung. Aber so was von... :times10 Da finde ich es fast bedauerlich, dass die Oper nur ein ganz tristes Dasein am aeussersten Rand meiner Hoerzone fristet.
Joe Dvorak (23.07.2023, 16:16):
Joseph Haydn - Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, Hob. XX:1 Enrico Maria Polimanti (Fortepiano)
Amonasro (23.07.2023, 21:50):
Alexander Borodin: Fürst Igor (Fassung ohne 3. Akt)
Igor Svyastoslavich - Constantin Chekerliiski Prince Galitsky/Khan Konchak - Boris Christoff Vladimir - Todor Todorov Yeroshka - Cyril Dulguerov Skula - Alexei Milkovsky Ovlur - Luben Mihailov Yaroslavna - Julia Wiener Konchakovna - Reni Penkova Nurse - Radka Gaeva Polovtsian Girl - Liliana Bareva
Chorus and Orchestra of the National Opera Theatre of Sofia, Jerzy Semkow
Jan Van Karajan (25.07.2023, 16:15): Heute wage ich mich tatsächlich zum ersten Mal an den Parsifal von Richard Wagner und höre mir die Übertragung aus dem Bayreuther Festspielhaus unter Pablo Heras-Casado an. Die zeitversetzte Übertragung im Fernsehen kam für mich nicht in Frage, auf diese seltsamen allzu aus der Luft gegriffenen Inszenierungen kann ich gut verzichten. Generell muss ich sagen: Wenn ich mir die Liste der Dirigenten und Solisten so anschaue, frage ich mich, ob Bayreuth überhaupt noch für die Großen des Betriebs attraktiv ist...
Grüße Jan :hello
Jan Van Karajan (25.07.2023, 20:00): Okay, nach dem zweiten Akt (den ich mir jetzt doch im Bild bei BR Klassik angesehen habe) kann ich auf jeden Fall schon mal Folgendes sagen: Die Inszenierung ist tatsächich nicht ganz so schlimm, wie ich es zuerst befürchtet habe. Die Szene mit den Blumenmädchen, die Parsifal verführen sollen, war tatsächlich sehr gut gemacht. Sie zerren an ihm regelrecht herum, und der arme Junge weiß gar nicht, wie er sich wehren soll. Die Kundry ist herrlich düster, und Klingsor ist in seinem grellen Kostüm eine regelrechte Witzfigur, bei der man gar nicht anders kann, als sie als verrückten Zauberer anzusehen. Musikalisch ist alles sehr solide. Gute Sänger, eine schöne Leistung des Ensembles, und auch Pablo Heras-Casado sagt mir bisher sehr zu. Ich bin schon gespannt, was mich im dritten Akt erwartet.
Grüße Jan :hello
Joe Dvorak (26.07.2023, 03:32):
Franz Schubert - Sinfonie h-Moll, D. 759 "Unvollendete" Anima Eterna Brugge, Jos van Immerseel
Joe Dvorak (26.07.2023, 11:58): Franz Schubert - Sinfonie h-Moll, D. 759 "Unvollendete" Anima Eterna Brugge, Jos van Immerseel Ich habe noch die Nr. 6 C-Dur, D. 589 nachgeschoben. Die explosive Dynamik und die Transparenz des -in der Balance die Blaeser beguenstigenden- Orchesterklanges sind beeindruckend. Aber das permanent "Knallige" ermuedet mich ziemlich schnell.
LGürtel28 (26.07.2023, 23:47): Zum Abschluss des Tages höre ich noch eine Aufnahme der Motetten BWV 225-230 von Johann Sebastian Bach aus den Jahren 1951, 1954 und 1955 mit dem Thomanerchor Leipzig unter Thomaskantor Günther Ramin. Mit Ausnahme von BWV 230 sind alle Motetten a capella aufgenommen. Es handelt sich um ein Zeitdokument. Historisch ist das Ganze wohl eher weniger korrekt, aber ich habe immer Spaß an solchen Aufnahmen, sie zeigen mir das persönliche Verständnis einzelner Personen von dieser Musik, dass nicht durch irgendwelche Regeln beeinflusst ist. Allgemein ziehe ich auch die HIP-Aufnahmen vor, aber ab und an erachte ich so etwas als angenehm. Zum Zeitpunkt des Schreibens habe ich erst BWV 225 Singet dem Herrn ein neues Lied gehört und ich finde mich bestätigt in einigen Erwartungen. Das Tempo ist wie so oft bei Ramin bedeutend langsameres das gängige Tempo, auch ist alles sehr transparent, beides keine negativen Punkte. (Letzteres würde ich fast als eine Voraussetzung für die Interpretation von Bachs Vokalmusik bezeichnen.) Das erlaubt einem, den musikalischen Vorgang besser nachzuvollziehen und zu durchschauen. Man bekommt ein Bild von Harmonik und Kontrapunkt, eine Aufnahme, die wohl beim Verstehen von Bach helfen kann. Eine nette Abwechslung!!
Joe Dvorak (27.07.2023, 02:56): (...) Motetten BWV 225-230 von Johann Sebastian Bach aus den Jahren 1951, 1954 und 1955 mit dem Thomanerchor Leipzig unter Thomaskantor Günther Ramin. (...) Danke fuer den Hinweis. Die Motetten duerften die von mir meistgehoerten Werke Bachs sein und entprechend viele Aufnahmen kenne ich, aber diese war mir bislang unbekannt. Ich finde auch, dass man die Interpreten der alten Schule nicht per se abschreiben sollte. Ich hatte dazu neulich echte Aha-Erlebnise mit ein paar alten Monteverdi-Aufnahmen.
Aber jetzt hoere ich erst mal seit Ewigkeiten wieder und auch nicht ganz ohne Anregung diese:
Wolfgang Amadeus Mozart - Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur, K. 467 Dinu Lipatti, Orchestre du Festivale de Lucerne, Herbert von Karajan
LGürtel28 (27.07.2023, 23:14): Nun Musik deutscher und französischer Romantiker in Bearbeitung für Flöte und Harfe. Das Queens Duo aus Verena Beatrix Schulte (Flöte) und Hanna Rabe (Harfe) hat auf seiner CD "Perception" teils in eigener Bearbeitung folgendes eingespielt:
Robert Schumann - Drei Romanzen, op. 94 Franz Schubert - Arpeggione-Sonate, D. 821 Claude Debussy - Prélude à l’après-midi d’un faune (transkribiert von Judy Loman) André Caplet - Deux petites pièces
Der letzte Name sagte mir vor Erwerb dieser Aufnahme um ehrlich zu sein nichts. Das Booklet stellt ihn als Freund von Debussy vor, der vor allem durch Orchestrierungen einer Klavierwerke Debussys hervortrat. Vielleicht lohnt es sich ja, sich mit diesem Namen ein wenig mehr zu befassen, mahl sehen.
Joe Dvorak (28.07.2023, 00:15): Nach dem Lunaren Kalender, der in Suedchina fuer Klima, Natur und Landwirtschaft verwendet wird, sind wir gerade in der Periode der Great Heat. Das kommt hin. Ich komme gerade voellig durchgeschwitzt von der morgendlichen Runde im Park zurueck, gedreht bei flauschigen 31 Grad vor Sonnenaufgang.
Jetzt gibt es zumindest beim Orchesternamen Abkuehlung:
"Concurrence" Iceland SO, Daniel Bjarnason
Werke von Anna Thorvaldsdottir, Haukur Tómasson, María Huld Markan Sigfúsdóttir & Páll Ragnar Pálsson.
Amonasro (28.07.2023, 15:43):
Carlos Chávez:
Sones Mariachi for Small Mexican Orchestra La paloma azul Xochipilli - An Imagined Aztec Music Danza a Centeotl (aus Los cuatro soles) Yaqui Music de Sonora Huapango de Vera Cruz Sinfonía india - Sinfonie Nr. 2* Sinfonía de Antígona - Sinfonie Nr. 1* Dietrich Buxtehude: Chaconne in e-Moll* (orchestriert von C. Chávez)
Chorus of the National Music League Orchestra of American and Mexican Musicians, *Orquesta Sinfónica de México, Carlos Chávez
Gruß Amonasro
Amonasro (28.07.2023, 22:39):
Pietro Mascagni: Guglielmo Ratcliff
Guglielmo Ratcliff - Angelo Villari Maria - Mariangela Sicilia Douglas - David Stout Margherita - Annunziata Vestri MacGregor - Gianluca Buratto Lesley - Alexandros Tsilogiannis Tom - Quentin Hayes Willie - Sarah Richmond
Orchestra and Chorus of Wexford Festival Opera, Francesco Cilluffo
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (29.07.2023, 04:29):
Richard Strauss - Eine Alpensinfonie op. 64, TrV 233 Badische Staatskappelle, Georg Fritzsch
Die Marketingstrategen mal wieder. Historische Aufmachung, 'Edition'... Das sieht nach Archivaufnahmen aus und damit kriegt man die Badener vielleicht unters Volk, in dessen Bewusststein schlummert, dass die anno dazumals einen mehr als passablen Ring abgeliefert haben. Mich hat man zumindest zum Anhoeren gekriegt. Es handelt sich allerdings um eine Live-Aufnahme aus dem Jahr 2023.
Andréjo (29.07.2023, 11:39): Stimmt - das ist so richtig schön heuchlerisch gemacht. Unterschrift des Meisters, den man älter in Erinnerung hatte - das kommt noch hinzu.
Ich bin ja noch ein klassischer CD-Käufer, aber die 40 Euros bei amazon müssen nicht sein.
:) Wolfgang
palestrina (30.07.2023, 06:25): Ich bin ja noch ein klassischer CD-Käufer, aber die 40 Euros bei amazon müssen nicht sein. Ich bin auch noch der Haptiker :P ! Die CD kostet bei jpc 25€, aber ich bin nicht so, leider, der Gebirgsfreund! :leb
LG vom palestrina
Andréjo (30.07.2023, 12:23): So isses! Auch 25 Euro zahle ich nur, wenn ich ganz scharf auf die Scheibe bin. Das bin ich lange nicht, Gebirgsfreund hin und her. Ich finde zwei, wenn nicht drei Alpensinfonien im Regal und das reicht.
:) Wolfgang
Joe Dvorak (31.07.2023, 01:40): Die Zeiten, in denen ich in den Bergen herumgekraxelt bin, sind schon ein paar Tage her. Aber akustisch bin ich noch regelmaessig in den Alpen unterwegs. Als Nicht-Haptiker zahle ich allerdings etwas weniger als 25 oder 40 Steine. Mal rechnen: Mein Stromdienst fragt fuer den VIP-Zugang ca. 23 Euro jaehrlich ab. Ich hore grob 1500 Alben pro Jahr. Meine Gierde auf Neues hat in den letzten paar Monaten stark nachgelassen, daher sind davon nur ca. 10% Erstbegungen, dem Pendant zur Neuerwerbung eines Haptikers. Diese Alpenueberquerung kostete mich damit ca. (23 Euro/150) 15 Cent.
Es gibt keinen Grund auf die Karlsruher scharf zu sein. Wenn unbedingt noch eine mehr ins Regal soll, dann muss sie aus Frankfurt sein:
Joe Dvorak (31.07.2023, 03:23):
Wood-Cage-Ferneyhough James Wood - Two men meet, each presuming the other to be from a distant planet (Konzert für Perkussion und 24 Instrumente) - Brian Archinal, Ensemble Vertigo John Cage - Ryoanji (Version für Flöte, Tonband & 20 Instrumente) - Livia Schönbächler, Ensemble Vertigo Brian Ferneyhough - La Chute d'Icare (für Klarinette solo und Kammerensemble) - Shuyue Zhao, Nouvel Ensemble Contemporain
LGürtel28 (31.07.2023, 22:23): Wolfgang Amadeus Mozart
Sonate für Violine und Klavier G-Dur KV 301 Sonate für Violine und Klavier e-Moll KV 304 Sonate für Violine und Klavier B-Dur KV 378 Sonate für Violine und Klavier G-Dur KV 379
Augustin Dumay, Violine Maria João Pires, Klavier
Gruß LGürtel28
Amonasro (31.07.2023, 23:15):
Viktor Ullmann/Peter Kien: Der Kaiser von Atlantis
Bubikopf - Juliana Zara Der Trommler - Christel Loetzsch Harlekin/Ein Soldat - Johannes Chum Kaiser Overall - Adrian Eröd Der Lautsprecher - Lars Woldt Der Tod - Tareq Nazmi
Münchner Rundfunkorchester, Patrick Hahn
Gruß Amonasro
Cantus Arcticus (01.08.2023, 11:39): Nach langer Abwesenheit wieder einmal ein Post von mir:
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Howard Griffiths
Jadassohn, der Schüler von Franz Liszt war, trat vor allem als Lehrer von Grieg, Busoni oder Delius in Erscheinung, schrieb aber auch zwischen 1860 und 1888 vier Sinfonien, die man sich durchaus anhören kann. Seine Werke sind aber recht schnell in Vergessenheit geraten. Auch nach dem 2.Weltkrieg kam es nie zu einer Wiederaufnahme seiner Werke, sie waren zu konservativ und hatten bereits 1933 keine Bedeutung mehr im Musikleben. Daran hat sich bis heute im Grunde nichts geändert.
Es gibt keine weitere GE der Sinfonien, daher gibt es keine Vergleichsaufnahmen. Griffiths schätze ich mit seinen Einspielungen, etwa der Werke von Spohr, Franz Anton Hoffmeister oder Franz Krommer, daher dürfte er hier zumindest ebenso achtbare Einspielungen vorgelegt haben.
Joe Dvorak (02.08.2023, 10:21): Nach langer Abwesenheit wieder einmal ein Post von mir. HUCH! 8o
Dann vervollstaendige ich das Mozart-Tripel:
Wolfgang Amadeus Mozart - Sonate für Klavier und Violine B-Dur, K. 454 & A-Dur K. 526 Clara Haskil, Arthur Grumiaux
Joe Dvorak (03.08.2023, 06:16):
Wolfgang Amadeus Mozart - Serenade B-Dur, K. 361 "Gran Partita" Amadeus Winds, Christopher Hogwood
Sfantu (03.08.2023, 07:57): Nach langer Abwesenheit wieder einmal ein Post von mir Schön, mal wieder was vom Zürichsee zu lesen! Ich schließe mich ebenfalls gerne an. Bei Mozartscher Kammermusik stehen bei mir die Klavierquartette ganz oben. Bevorzugt in dieser exquisiten Version:
Wolfgang Amadé Mozart
Klavierquartett g-moll KV 478
Beaux Arts Trio + Bruno Giuranna, Bratsche (LP, Philips, 1983)
Sfantu (03.08.2023, 10:49): Ich blieb im Anschluß in der gleichen Epoche und einer eng benachbarten Gattung:
Luigi Boccherini
Klavierquintette e-moll op. 57 Nr. 3 G 415 und a-moll op. 56 Nr.2 G 412
Andreas Staier, Fortepiano, Les Adieux (CD, dhm, 1990)
e-moll-Quintett Andante lento assai 4'21 Minuetto non presto 2'10 Provensal. Allegro vivace - Andante lento - Allegro vivace 8'58
a-moll-Quintett Allegretto 6'02 Andantino - Minuetto - Trio - Minuetto 5'49 Andantino come prima 1'28 Allegro ma non presto - Allegretto 5'09
Der Wechsel fordert ein paar Minuten Umgewöhnung: hier der satte Sound des modernen Konzertflügels und konventioneller Streicher, dort historisches Instrumentarium. Nicht nur dadurch wirkt Mozart eine Nummer "größer". Seine thematischen Gedanken werden generöser ausgebreitet und verarbeitet während Boccherini in der Tendenz kleingliedriger gestaltet. Auch zeigt er im Formalen Experimentierfreude durch ungewohntes Ineinanderfließen-Lassen von Sätzen sowie Verschränken und Einfügen kontrastierender Abschnitte. Die Stücke erhalten so einen kurzweiligen, divertimentohaften Charakter. Auch in der Stimmführung variiert Boccherini gern. Beispielsweise werden die Streicher passager unisono geführt um den Klang quasi zu moussieren. Im Schlußsatz von G 412 führt dies mit rustikalem Schrumm-Schrumm zu humorigen Klangeffekten.
Joe Dvorak (03.08.2023, 13:31): (...)
Wolfgang Amadé Mozart
Klavierquartett g-moll KV 478
Beaux Arts Trio + Bruno Giuranna, Bratsche
(...) Interessante Koinzidenz. Als ich Mozart mit Grumiaux gehoert habe, dachte ich spontan: Der ist das Beaux Art Trio der Violine. Beide spielen Mozart "gross" und geschmeidig und eigentlich geht mir diese Spielweise bei den Wiener Klassikern gegen den Strich. Aber in beiden Faellen entspannen sich die verkniffenen Gesichtszuege nach kurzer Zeit und ich bin "drin" und finde mehr Tiefen als bei manchen 'authentisch' Musizierenden.
Hier stimmen Theorie und Praxis:
Wolfgang Amadeus Mozart - Sonaten für Fortepiano und Violine Jos van Immerseel, Midori Seiler
Andréjo (03.08.2023, 13:44): ich bin "drin" und finde mehr Tiefen als bei manchen 'authentisch' Musizierenden. Da es mir - nicht immer, aber schon hin und wieder - genauso geht, suche ich nach einer Erklärung. Leicht möglich, dass man aufgrund der HIP-Praxis ein neues Hörerlebnis hat und sich darüber freut. Doch irgendwann kommt der unmittelbare Vergleich, der wieder relativiert.
Gerne höre ich mir die RBB-Blindverkostung an. Die Vorlieben der Diskutierenden kann ich nicht immer teilen, besonders wenn es um uralte Klassiker-Einspielungen geht, und bisweilen stört mich auch deren etwas arrogante abwertende Haltung. Kompetenz, Materialkenntnis vor allem, meine deutlich überschreitend, gestehe ich ihnen zweifellos zu. Dort werden die hippen Einspielungen gar nicht so selten spürbar kritisiert. Aber ebenso habe ich mich beim Nachhören dann durchaus quasi breitschlagen lassen zugunsten der dort besonders positiv bewerteten Aufnahmen.
Alles bitte cum grano salis verstehen. Ich finde im Regal genügend authentisch informierte Aufnahmen - was immer das ist -, die ich unverändert schätze.
:) Wolfgang
Sfantu (03.08.2023, 17:00): Durch den kammermsikalischen Mozart-Boccherini-Kontrast auf den Geschmack gekommen, hörte ich heute Nachmittag Haydns Einundneunzigste im Vergleich mit diesen beiden Aufnahmen - erneut konventionell versus historisierend:
Franz Joseph Haydn
Sinfonie Es-dur Hob I: 91
Het koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam - Colin Davis (CD, Philips, 1983)
Largo - Allegro assai 8'48 Andante 7'09 Menuet. Un poco allegretto 4'30 Finale. Vivace 5'26
Freiburger Barockorchester - René Jacobs (CD, harmonia mundi France, 2005)
Largo - Allegro assai 9'45 Andante 7'01 Menuet. Un poco allegretto 3'17 Finale. Vivace 7'10
Die Unterschiede sind erwartungsgemäß groß. Und doch ändert das nichts an meiner Überzeugung, daß beide Herangehensweisen ihre Berechtigung haben und jede auf ihre eigene Art Gültigkeit beanspruchen darf. Bei Davis wird natürlich und fließend musiziert. Die Klänge entfalten sich ohne aufgesetzten Nachdruck, es herrscht eine ausgesprochene (weil unausgesprochene) Selbstverständlichkeit. Jacobs dagegen meißelt jede Menge Profil heraus, bürstet gegen den Strich, läßt allerorten aufhorchen. Hörwitz würde ihn dafür sicher als micro manager betiteln (und das ist meistens kein Lob bei ihm). Ich habe allerdings ein gewisses Faible für solcherart Finessen - ich habe Freude daran, solange es nicht übertrieben wird. Zwei Beispiele: In den Wiederholungen des ersten Themas des Andante darf die Konzertmeisterin allerlei Verzierungen spielen - wie ein Sänger in barocken Da Capo-Arien (ein Zufall, daß Jacobs von Haus aus Sänger ist?). Im Schlußsatz, wieder in den Wiederholungen des Hauptthemas spielen die drei Cellisten ihre Begleitfigur con sordino, wodurch es näselnd / schnarrend klingt. Ob beides so notiert ist? Die Frage erübrigt sich, da es organisch wirkt und das Ergebnis geschmakvoll bereichert. Das Tempo des Hauptteils im Kopfsatz ist bei den Freiburgern verhetzt. Ich habe daher Mitleid mit den Streichern - was soll dieser Wahnwitz? Hörgenuß bereitet das nicht, noch dazu wird hie und da noch eins draufgesetzt, Takte nicht zu Ende ausgezählt und schneller als im eigentlichen Metrum voran gestolpert. Vieles Schöne und Freude Bereitende bieten die Breisgauer - dieses akustische Abfahrtsrennen aber gibt empfindlichen Punktabzug.
Amadé (03.08.2023, 18:14):
Sonate B-Dur, ein Gipfel, nicht nur in Schuberts Schaffen sondern auch in der Interpretation. Gruß Amadé
Joe Dvorak (04.08.2023, 03:14):
Wolfgang Amadeus Mozart - Serenade B-Dur, K. 361 "Gran Partita" Akademie für Alte Musik Berlin
Die Instrumente, insbesondere die Hoerner ergeben ein selbst fuer HIPster sehr rustikales Klangbild. Dazu wird das rau und kantig gespielt. Das ist eher nichts fuer Schoengeister. Als Gemeinkoerper ziehe ich die Referenzkarte.
Amonasro (04.08.2023, 22:22): Heute nach langer Zeit mal wieder Strauss:
Richard Strauss: Salome
Salome - Birgit Nilsson Herodes - Gerhard Stolze Herodias - Grace Hoffman Jochanaan - Eberhard Wächter Narraboth - Waldemar Kmentt Page der Herodias - Josephine Veasey Erster Jude - Paul Kuen Zweiter Jude - Stefan Schwer Dritter Jude - Kurt Equiluz Vierter Jude - Aron Gestner Fünfter Jude - Max Proebstl Erster Nazarener - Tom Krause Zweiter Nazarener - Nigel Douglas Erster Soldat - Zenon Kosnowski Zweiter Soldat - Heinz Holecek Kappadozier - Theodor Kirchbischler Sklave - Liselotte Maikl
Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (05.08.2023, 06:00):
Aaron Cassidy - A Way of Making Ghosts A Way of Making Ghosts (2018–20) Ensemble Musikfabrik, ELISION Ensemble, Aaron Cassidy String Quartet (2002) JACK Quartet A Republic of Spaces (2019) line upon line percussion Grammatical Study for Three (Quasi-) Independent Players (2002/2008) Graeme Jennings (Violine). Peter Neville (Perkussion), Peter Veale (Oboe), Manuel Nawro (Leitung) The Wreck of Former Boundaries (2015-16) Kathryn Schulmeister (Kontrabass), Joshua Hyde (Altsaxophon), Daryl Buckley (Lap-Steel-Gitarre, Elektronik) Das ist eine der Platten, die den Hoerer ganz auf sich zurueck werfen. Kein Mensch kann sagen, ob das 'gute' Musik, Krach oder gar Verhinterteilung ist. Dass Kairos und bekannte Ensembles das aufgenommen haben, macht letzteres unwahrscheinlich, aber wer weiss das schon. Der Booklettext, der wortreich erklaert, wie die Kompositionen notiert und gemacht sind, und wie sie gespielt (Knistern; zarte kleine Funken; filigran, zerbrechlich und mikroskopisch klein; stecken geblieben) und gehoert (wie Akkorde (...) sofort zerfließen, nicht eine harmonische Sprache erzeugen, sondern ein Gefühl von kreisenden, langsam mutierenden Spannungen, deren Vektoren das Ensemble durchdringen auch wenn die Tonhöhen es nicht tun) werden, hilft da nicht viel weiter. Bei dem resultierenden Geschnatter, Geklimper, Getrommel und Gekratze muss man hoeren und dann einfach warten, was (mit einem) passiert.
Ich finde das ist saugute Musik, die mich streckenweise lose an das Evan Parker ElectroAcoustic Ensemble erinnert oder an Cardews Treatise (um wenigstens ganz grob ungefaehre Referenzpunkte zu geben).
Joe Dvorak (06.08.2023, 11:04):
Wolfgang Amadeus Mozart - Serenade B-Dur, K. 361 "Gran Partita" Eastman Wind Ensemble, Frederick Fennell
Amonasro (06.08.2023, 14:48):
Wolfgang Amadé Mozart/Johann Gottlieb Stephanie: Die Entführung aus dem Serail
Konstanze - Yvonne Kenny Blonde - Lillian Watson Belmonte - Peter Schreier Pedrillo - Wilfried Gahmlich Osmin - Matti Salminen Selim - Wolfgang Reichmann
Chorsolisten, Chor und Mozart-Orchester des Opernhauses Zürich, Nikolaus Harnoncourt
Gruß Amonasro
Amonasro (07.08.2023, 18:26):
Richard Strauss/Hugo von Hofmannsthal: Elektra
Klytämnestra - Regina Resnik Elektra - Birgit Nilsson Chrysothemis - Marie Collier Aegisth - Gerhard Stolze Orest - Tom Krause Der Pfleger - Tugomir Franc Die Vertraute - Margarethe Sjöstedt Die Schleppträgerin - Margarita Lilowa Erste Magd - Helen Watts Zweite Magd - Maureen Lehane Dritte Magd - Yvonne Minton Vierte Magd - Jean Cock Fünfte Magd - Felicia Weathers Aufseherin - Pauline Tinsley Junger Diener - Gerhard Unger Alter Diener - Leo Heppe
Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
Amonasro (08.08.2023, 16:54):
Giacomo Puccini/Guelfo Civinini/Carlo Zangarini: La fanciulla del West
Minnie – Renata Tebaldi Jack Rance – Giangiacomo Guelfi Dick Johnson – Daniele Barioni Nick – Piero De Palma Ashby – Carlo Cava Sonora – Mario Borriello Trin – Athos Cesarini Sid – Attilio Barbesi Bello – John Ciavola Harry/Un postiglione – Angelo Mercuriali Joe – Virginio Assandri Happy – Egidio Casolari Larkens – Giuseppe Morresi Billy Jackrabbit – Giorgio Onesti Wowkle – Lola Pedretti Jake Wallace – Silvio Maionica José Castro – Bruno Cioni
Orchestra Sinfonica e Coro di Roma della RAI, Arturo Basile Live 1961
Dramatischer als Tebaldis Studioaufnahme. Guelfi ist ein sehr bedrohlich klingender Rance, der wenig bekannte Barioni ein heroischer Johnson, wenn auch weniger exaltiert als Corelli oder Del Monaco. Die Aufnahme fand wohl ohne Publikum fürs Radio statt und kommt daher ohne Störgeräusche aus, im 1. Akt gibt es einige Striche.
Gruß Amonasro :hello
Amonasro (09.08.2023, 23:01):
Richard Strauss/Hugo von Hofmannsthal: Der Rosenkavalier
Die Feldmarschallin – Elisabeth Schwarzkopf Baron Ochs auf Lerchenau – Otto Edelmann Octavian – Christa Ludwig Herr von Faninal – Eberhard Wächter Sophie – Teresa Stich-Randall Marianne – Ljuba Welitsch Valzacchi – Paul Kuen Annina – Kerstin Meyer Sänger – Nicolai Gedda Polizeikommissär – Franz Bierbach Haushofmeister der Marschallin – Erich Majkut Haushofmeister bei Faninal/Tierhändler – Gerhard Unger Notar – Harald Pröglhöf Wirt – Karl Friedrich Modistin – Anny Felbermayer
Philharmonia Chorus Philharmonia Orchestra, Herbert von Karajan
Während ich Salome und Elektra zwar selten, dann aber doch gerne höre, konnte ich mich mit dem Rosenkavalier noch nicht wirklich anfreunden. Um aus einer anderen Strauss-Oper zu zitieren: “Die Oper enthält Längen, gefährliche Längen.”
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (10.08.2023, 09:39):
Uli Fussenegger - San Teodoro 8 (für vier Instrumente und Tonband, basierend auf Material von Giacinto Scelsi) Ernesto Molinari (Kontrabassklarinette), Mike Swoboda (Posaune), Martin Siewert (Elektrische Gitarre, Geräte), Uli Fussenegger (Kontrabass)
Maurice inaktiv (11.08.2023, 13:19):
Anton Bruckner: Sinfonie Nr.1, c-moll, "Linzer Fassung 1866)
Brucknerorchester Linz, Dennis Russell Davies
Wer einen klaren, sorgsam wie schön klingenden Bruckner mag, wird hier seht gut bedient. Ich finde den ganzen Zyklus unterbewertet, weil Davies es wirklich sehr gut versteht, die Werke Bruckners aufzubauen und zu interpretieren. Auch hat er die Studienwerke mit eingespielt. Das ist nicht schlechter als es Tintner, Skrowaczewski oder Venzago gemacht haben.
Karl Goldmark : Ländliche Hochzeit, op. 26
LA PO, Jesus Lopez-Cobos
Antonin Dvorak : Slawische Tänze, op. 72
Royal PO, Antal Dorati
Was als "Low Budget" mal veröffentlicht wurde, ist so überhaupt nicht einzuschätzen. Goldmarks Werk ist sicher kein Bruckner, aber auch völlig anders angelegt. Ob man es nun "Symphonie" oder "Symphonische Dichtung" bezeichnen möchte, sei dahingestellt. Es ist ein leider viel zu wenig gespielter Komponist, vielleicht noch sein Violinkonzert, doch sonst sieht es eher trübe aus.
Über Antonin Dvoraks Slawische Tänze muss man nicht groß schreiben, sie sind auch bei Antal Dorati in den besten Händen.
Damit dürfte es für dieses Wochenende auch schon wieder gewesen sein mit der Musik. Arbeit und Auftritte verschlingen gerade viel Zeit.
Andréjo (11.08.2023, 15:31): Die CD mit Goldmark kann man empfehlen, denn das Werk ist so markant wie eingängig wie abwechslungsreich. Keine höchsten Ansprüche, aber niveauvoll und melodisch einfallsreich.
Möglichst viel Freude bei Deinen Auftritten wünscht:
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (11.08.2023, 18:48): Danke Dir, Wolfgang.
Goldmark ist immer wieder mal bei mir im Player, jederzeit anhörbar, wenn denn die Interpreten entsprechend agieren.
Joe Dvorak (12.08.2023, 03:43):
Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonie Nr. 38 D-Dur, K. 504 Prager Kammerorchester, Charles Mackerras
"It didn't age well" sagt der Angelsachse, wenn einst Massstabsetzedes heute angestaubt klingt. Das koennte man freilich auch ueber den Hoerer sagen und der Platte weiter Zeitlosigkeit zugestehen. Wie auch immer - wir passen heute nicht mehr zusammen.
Maurice inaktiv (12.08.2023, 07:11):
Felix Draeseke : Sinfonie Nr.3, op.40 in C & Trauermarsch in e-moll, op. 79
Radio-Philharmonie Hannover des NDR, Jörg-Peter Weigle
Maurice inaktiv (12.08.2023, 08:12):
Ernst von Dohnanyi : Sinfonie Nr,1, d-moll, op.9
London PO, Leon Botstein
Leon Botstein hat hier mit dem London Philharmonic Orchestra eine hervorragende Einspielung vorgelegt. Auch klagtechnisch (klar, TELARC halt) ist sie exzellent gelungen.
Amonasro (12.08.2023, 11:28):
Harold Shapero:
Nine Minute Overture
Symphony for Classical Orchestra
Los Angeles Philharmonic, André Previn
Gruß Amonasro
Amonasro (12.08.2023, 22:36):
Giuseppe Verdi/Francesco M. Piave: Macbeth
Macbeth - Giuseppe Taddei Lady Macbeth - Birgit Nilsson Banco - Giovanni Foiani Macduff - Bruno Prevedi Dama - Dora Carral Malcolm - Piero De Palma Medico - Giuseppe Morresi Servo/Araldo - Virgilio Carbonari Sicario - Silvio Maionica
Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia di Roma, Thomas Schippers
Gruß Amonasro
LGürtel28 (13.08.2023, 01:07): Johann Sebastian Bach
BWV 102 "Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben" (uraufgeführt am 25.08.1726) Kantate zum 10. Sonntag nach Trinitatis (heute)
in folgenden Interpretationen:
Rudolf Lutz, mit seiner Bachstiftung, interessant ist auch die dazugehörende Einführung Harnoncourt mit dem Tölzer Knabenchor hier Karl Richter als historischer Bachinterpret LG LGürtel28
Maurice inaktiv (13.08.2023, 14:37):
Alexander von Zemlinsky: Symphonie D-Moll AD: 1995
SO des NDR, Antony Beaumont
Nur die Sinfonie, den Gesang kann ich heute nicht ertragen.
Anschließend noch:
Antonin Dvorak: Sinfonie Nr.9 Bedrich Smetana: Die Moldau
Wiener Philharmoniker, Herbert von Karajan
Heute wollte ich mal den Schönklang haben, und davon die volle Ladung. Manchmal muss das so sein.
Maurice inaktiv (13.08.2023, 15:21):
Josef Bohuslav Foerster: Cyrano de Bergerac, op. 55 & Aus der "Shakespeare-Suite, op. 76 Prager Sinfonieorchester & Tschechische PO Prag, Vaclav Smetacek
Mal wieder etwas aus der Raritäten-Ecke. Foerster, der mit Tschaikowsky (der sein wohlwollender Förderer war) und Gustav Mahler befreundet war, shrieb 5 Sinfonien, Symphonische Dichtungen, Ouvertüren, 2 Violinkonzerte, ein Cellokonzert, Messen und andere geistliche Chorwerke (Auswahl meinerseits).
Von 1893 bis 1903 war er in Hamburg Musikkritiker, 1903-1918 Kritiker und Lehrer in Wien. 1922 bis 1931 war er Leiter des Prager Konservatoriums (wo er 1921 hinkam und zum Professor ernannt wurde), anschließend Leiter der Tschechischen Akademie in Prag.
Joe Dvorak (14.08.2023, 14:31):
Giacinto Scelsi - Suite Nr. 8 "Bot-Ba" per Pianoforte Sabine Liebner
Untertitel: "Beschwörung Tibets mit seinen Klöstern auf hohen Berggipfeln - Tibetische Rituale - Gebete und Tänze."
LGürtel28 (15.08.2023, 14:14): Zur Mittagszeit nun Schumann! Klavier- und Violinkonzert unter Nikolaus Harnoncourt mit Martha Argerich und Gidon Kremer
Ich höre die Aufnahmen heute zum ersten Mal und bin voller Vorfreude. Ich schätze Harnoncourt für seine Bemühungen sehr, sei es im Bereich der Alten Musik oder auch hier, z.B. im Bezug auf die Tempi im Violinkonzert, besonders im letzten Satz. Im Booklet steht beschrieben, dass das Konzert aufgrund der langsamen Tempoangabe des dritten Satzes (die Viertel = 63) lange als unspielbar abgetan wurde. Auch heute und in der jüngeren Vergangenheit ist wohl das Einhalten von Schumanns Angaben eine Seltenheit (vgl. diese ältere Aufnahme mit Gidon Kremer und Riccardo Muti mit der Harnoncourt-Aufnahme), nicht aber hier. Der Satz hat den Charakter einer Polonaise, im Booklet ist zu lesen, dass Chopin seinen Schülern empfahl die Polonaisen in Achteln zu zählen, das passt dann wohl besser zum langsamen Tempo. Auch habe ich gelesen, dass das Konzert sowohl von Joseph Joachim als auch von Clara Schumann für ein niederes Werk gehalten wurde. Letzterer wird wohl von Nikolaus Harnoncourt wohl nicht die allergrößte Sympathie entgegengebracht, wie hier bei 16:45 Minuten zu hören ist. Das Konzert wurde wohl im 3. Reich als Gegenpol zum "jüdischen" Mendelssohnkonzert wiederentdeckt und vermehrt aufgeführt. Vom Klavierkonzert mit Argerich erhoffe ich mir Großes. Nikolaus Harnoncourt kann hier beweisen, dass er mehr ist als nur der "Papst der Alten Musik".
LG LGürtel28
Maurice inaktiv (15.08.2023, 18:11): Nikolaus Harnoncourt kann hier beweisen, dass er mehr ist als nur der "Papst der Alten Musik". Das war er so wenig wie etwa Christopher Hogwood. Harnoncourt nahm auch Brahms und Bruckner oder Franz Schmidt auf, und wie ich finde, mehr als nur achtbar. Hogwood sogar Stücke des 20.Jahrhunderts (etwa Holst und Martinu), um mal zwei Beispiele zu geben. Ich finde, er hat das sich schon entwickelt, blieb nicht stehen in der Alten Musik.
Joe Dvorak (16.08.2023, 07:44): Bei Steffen Schleiermacher kann man unwidersprochen sagen, dass er der 'Papst' der Piano-Avantgarde ist. Soweit ich weiss, ist er nie unter Satie hinein gekommen, ausser auf dem Album mit dem er demonstierte, dass letzterer und Franz Liszt "Distant Friends" gewesen sind. Aber sein Hauptmetier ist dort, wo sich die wenigsten hinwagen, u.a. hat er eine Gesamteinspielung (10 Volumina auf 18 CDs) von Cages Klavierwerk gemacht. Hier jetzt:
Soviet Avant-garde I Steffen Schleiermacher (Klavier)
Werke von Sergej Protopopov, Alexander Mossolov, Arthur Lourié & Nikolai Roslavetz aus dem Zeitraum 1914 - 1928.
LGürtel28 (16.08.2023, 14:37): Nikolaus Harnoncourt kann hier beweisen, dass er mehr ist als nur der "Papst der Alten Musik". Das war er so wenig wie etwa Christopher Hogwood. Harnoncourt nahm auch Brahms und Bruckner oder Franz Schmidt auf, und wie ich finde, mehr als nur achtbar. Hogwood sogar Stücke des 20.Jahrhunderts (etwa Holst und Martinu), um mal zwei Beispiele zu geben. Ich finde, er hat das sich schon entwickelt, blieb nicht stehen in der Alten Musik. Ich verstehe was du meinst, ich hätte vielleicht schreiben sollen, dass er "einmal mehr" zeigt, was er alles kann. Ich muss mich mit dieser Fülle an Aufnahmen wirklich mal auseinandersetzen. Und trotzdem kann man Ihm seinen Rang als "Pionier der historischen Aufführungpraxis und der Alten Musik" (so steht ganz oben in Wikipedia) nicht absprechen. Die Kantorin der Schlosskirche hier in Weilburg (Hessen) Doris Hagel studierte in Salzburg bei Harnoncourt und ich kann nur sagen, dass ich als Chorsänger stets davon profitiere. Gerade für einen Schüler, der ein Musikstudium, wahrscheinlich ein Kirchenmusikstudium anstrebt ist das sehr aufschlussreich. Und auch hier in Weilburg reicht die Umsetzung der historischen Aufführungspraxis weiter als in den Barock, so hat die Weilburger Kantorei (leider lange vor meinem Eintritt) eine Aufnahme von Mendelssohns Elias auf historischen Instrumenten vorgelegt. Diese Aufnahme werde ich mir nun anhören.
Es grüßt LGürtel28
Amonasro (16.08.2023, 18:45):
Jean-Baptiste Lully/Molière: Le Bourgeois gentilhomme (Bühnenmusik)
Élève du Maître de musique - Paul-Antoine Benos-Djian Musicienne - Eva Zaïcik Musicien/Poitevin - Cyril Auvity Musicien/Cuisinier - Thibault de Damas Cuisinier/Gascon/Poitevin/Vieille Bourgeoise babillarde - Zachary Wilder Mufti/Espagnol/Homme du Bel Air - Virgile Ancely
Le Poème Harmonique, Vincent Dumestre
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (17.08.2023, 19:25): Ich verstehe was du meinst, ich hätte vielleicht schreiben sollen, dass er "einmal mehr" zeigt, was er alles kann. Ich muss mich mit dieser Fülle an Aufnahmen wirklich mal auseinandersetzen. Es wäre zumindest wünschenswert, denn er war wirklich ein ganz hervorragender Musiker gewesen, der sich auch immer mit der entsprechenden Geschichte dazu beschäftigt hatte.
Und trotzdem kann man Ihm seinen Rang als "Pionier der historischen Aufführungpraxis und der Alten Musik" (so steht ganz oben in Wikipedia) nicht absprechen. Das hat auch niemand in Frage gestellt. Und ich finde, dass diese Bewegung und Folgen sehr wichtig für die Musik war und noch immer ist. Mir waren viele Aufnahmen (etwa von Mozart oder Haydn) viel zu bieder gewesen, die man damals als das "Non Plus Ultra" hingestellt hatte.
Maurice inaktiv (18.08.2023, 13:28):
Jean Sibelius: Finlandia, Der Schwan von Tuonela, Valse Triste, Tapiola
Berliner PO, Herbert von Karajan
Der Hitze mal etwas kühlere Luft aus dem Norden zuführen.
Maurice inaktiv (18.08.2023, 14:28):
Simon Laks : Sinfonie pour cordes (1964) & Sinfonietta pour cordes (1936) Philipp Jarnach: Musik zum Gedächtnis der Einsamen (1952) Arr. für Streichorchester
NFM Leopoldinum Chamber Orchestra , Hartmut Rohde
Sehr interessante Musik, für mich sind beide Komponisten absolutes Neuland, wenn auch nicht namentlich unbekannt.
Damit verabschiede ich mich ins Wochenende.
Andréjo (18.08.2023, 17:10): Mit einem Werk des mir vorher noch nicht einmal namentlich bekannten Komponisten Laks kann ich dienen. Das Streichquartett ist gemäßigt modern - wenn ich mich recht erinnere, im klassizistischen Ton und durchaus gefällig:
Viktor Ullmann - der dem KZ nicht entkommen konnte - hat ebenfalls ein sehr reizvolles Quartett auf dieser CD komponiert. Schostakowitsch kennt man ja eher, auch mit seiner Kammermusik.
:) Wolfgang
Amonasro (18.08.2023, 22:33):
Riccardo Zandonai/Gabriele D’Annunzio: Francesca da Rimini
Francesca – Renata Scotto Samaritana – Nicole Lorange Ostasio – Richard Fredricks Gianciotto – Cornell MacNeil Paolo – Plácido Domingo Malatestino – William Lewis Biancofiore – Natalia Rom Garsenda – Gail Robinson Altichiara – Gail Dubinbaum Adonella – Claudia Catania Smaragdi – Isola Jones Ser Toldo Berardengo – Anthony Laciura Simonetto – Brian Schexnayder Berlingerio – John Darrenkamp Un balestriere – John Gilmore Un prigioniero – John Bills
Metropolitan Opera Orchestra, Chorus and Ballet, James Levine Inszenierung: Piero Faggioni
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (19.08.2023, 05:09): Hier etwas für die Besenkammer:
Werke für Bratsche Solo Hirofumi Fukai Max Reger - Drei Suiten op. 131d Paul Hindemith - Sonate op. 25/1 für Bratsche allein
Maurice inaktiv (19.08.2023, 09:16):
Joseph Joachim Raff: Sinfonie Nr.3, "Im Walde", op. 153
Maurice inaktiv (19.08.2023, 10:36):
Carl Reinecke: Sinfonie Nr.1, A-Dur, op. 79 & König Manfred, op. 93
Rheinische Philharmonie , Alfred Walter
Eine wirklich gelungene Einspielung aus der Frühphase von Marco Polo.
Amadé (20.08.2023, 18:26):
Sonate B-Dur, Studio-Aufnahme 1988, meine LIeblingsaufnahme von den vier bekannten Brendels.
Gruß Amadé
Amonasro (21.08.2023, 20:26):
Georg Philipp Telemann/Johann Samuel Müller: Miriways
Miriways - Markus Volpert Sophi - Ulrike Hofbauer Bemira - Julie Martin du Theil Nisibis - Gabriele Hierdeis Murzah - Stefan Zenkl Samischa - Ida Aldrian Zemir - Susanne Drexl Ein Gesandter/Scandor - Ilja Werger
L'Orfeo Barockorchester, Michi Gaigg
Gruß Amonasro
Amonasro (24.08.2023, 20:01):
Richard Strauss/Hugo von Hofmannsthal: Ariadne auf Naxos
Primadonna/Ariadne – Elisabeth Schwarzkopf Zerbinetta – Rita Streich Komponist – Irmgard Seefried Tenor/Bacchus – Rudolf Schock Haushofmeister – Alfred Neugebauer Musiklehrer – Karl Dönch Offizier/Scaramuccio – Gerhard Unger Tanzmeister – Hugues Cuénod Perückenmacher – Erich Strauss Lakai – Otokar Kraus Najade – Lisa Otto Dryade – Grace Hoffman Echo – Anny Felbermayer Harlekin – Hermann Prey Truffaldin – Fritz Ollendorff Brighella – Helmut Krebs
Philharmonia Orchestra, Herbert von Karajan
Gruß Amonasro
Amonasro (26.08.2023, 22:08):
Richard Strauss/Hugo von Hofmannsthal: Die Frau ohne Schatten
Der Kaiser – Plácido Domingo Die Kaiserin – Julia Varady Die Amme – Reinhild Runkel Barak – José van Dam Seine Frau – Hildegard Behrens Der Geisterbote – Albert Dohmen Die Stimme des Falken – Sumi Jo Die Erscheinung des Jünglings – Robert Gambill Eine Stimme von oben – Elzbieta Ardam Der Hüter der Schwelle – Eva Lind Der Einäugige – Gottfried Hornik Der Einarmige – Hans Franzen Der Bucklige – Wilfried Gahmlich
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor, Wiener Sängerknaben Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Heute zum ersten Mal. Ein sperriger Brocken.
Gruß Amonasro
palestrina (27.08.2023, 10:11): Heute zum ersten Mal. Ein sperriger Brocken. Lieber Amonasro, wenn das für dich ein sperrigen Brocken ist, dann musst du noch dran arbeiten! ;)
Für mich war das Liebe auf den ersten Ton!
LG palestrina
Joe Dvorak (27.08.2023, 13:45):
Pyotr Ilyich Tchaikovsky - Sinfonie Nr. 4 f-Moll, op. 36 Orchestra Sinfonica Di Torino Della RAI, Igor Markevitch
Amadé (27.08.2023, 17:49): Ich gehe eine Sinfonie weiter:
Nr. 5, A: 1967
Gruß Amadé
Amonasro (29.08.2023, 22:44): Lieber Amonasro, wenn das für dich ein sperrigen Brocken ist, dann musst du noch dran arbeiten!
Für mich war das Liebe auf den ersten Ton!
LG palestrina Wird auch sicher noch weitere Male gehört, aber ich fand Musik und Libretto jetzt erstmal relativ unzugänglich.
Heute:
Claudio Monteverdi/Alessandro Striggio: L'Orfeo
La Musica - Monica Piccinini Orfeo - Furio Zanasi Euridice/Proserpina - Anna Simboli Messaggera/Speranza - Sara Mingardo Caronte - Sergio Foresti Plutone - Antonio Abete Apollo - Luca Dordolo
Wird auch sicher noch weitere Male gehört, aber ich fand Musik und Libretto jetzt erstmal relativ unzugänglich. ......ich empfehle dir das Märchen von Hofmannsthal mal zu lesen!
Projekt Gutenberg Hier ganz zu lesen!
Oder als TB!
LG palestrina
Amadé (02.09.2023, 09:50): An den vergangenen Abenden aktweise gehört:
Mitschnitt einer Gedächtnisaufführung aus der Wiener Staatsoper anlässlich des 100. Geburtstages von Richard Strauss, in der Inszenierung des Dirigenten.
Meine erste Begegnung mit Frosch erfolgte 1977 in Frankfurt, es war die Abschiedsvorstellung von Christoph von Dohnanyi als dortiger Opernchef. Hier konnte ich, leider zum einzigsten Male, Birgit Nilsson erleben. Meine erste Platte mit Frosch war die Wiener Aufnahme mit Karl Böhm bei Decca aus dem Jahre 1955.
Gruß Amadé
Amonasro (06.09.2023, 22:56):
Friedrich von Flotow/Wilhelm Friedrich: Martha
Lady Harriet Durham - Anneliese Rothenberger Nancy - Brigitte Fassbaender Lyonel - Nicolai Gedda Plumkett - Hermann Prey Lord Tristan Mickleford - Dieter Weller Der Richter - Hans Georg Knoblich
Chor der Bayerischen Staatsoper München Bayerisches Staatsorchester, Robert Heger
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (06.09.2023, 23:19): der Urlaub ist vorbei, jetzt ist wieder mal.Zeit zum Musikhören:
Antonin Dvorak: Klaviertrio Nr. 4 e-moll Op. 90
Suk Trio
palestrina (07.09.2023, 08:57): Anstatt der Wandfliese...... :leb
L G palestrina
Boris (08.09.2023, 12:44): Nach einem Trip am Wochenende in die Arena nach Verona bin ich wieder mächtig auf einem klassischen Trip. Heute mal keine Oper
Joe Dvorak (09.09.2023, 01:32): Lange keine Neunte mehr gezogen:
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125 Edith Laux, Diana Eustrati, Ludwig Suthaus, Karl Paul, RSO & Chor Leipzig, Hermann Abendroth
Amadé (09.09.2023, 10:12): Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125 Edith Laux, Diana Eustrati, Ludwig Suthaus, Karl Paul, RSO & Chor Leipzig, Hermann Abendroth Hallo Joe, nicht von schlechten Eltern!
Gruß Amadé
Joe Dvorak (10.09.2023, 03:59): Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125 Edith Laux, Diana Eustrati, Ludwig Suthaus, Karl Paul, RSO & Chor Leipzig, Hermann Abendroth Hallo Joe,nicht von schlechten Eltern!
Gruß Amadé In der Tat. :thumbsup: Leidenschaft ohne Pathos, flexible Tempi, die sich 'richtig' anhoeren und grosse hineinziehende Momente.
Tschechische Philharmonie Prag & Chor der Tschechischen Philharmonie Prag , Karel Sejna & Drahomira Tikalová (Sopran) + Karel Kalas (Bass)
Erstaunlich gutes Mono für 1950 und Prag. Respekt!! Das dürfte die erste GE der Fibich-Sinfonien gewesen sein, wenn auch in einem Abstand von 10 Jahren (1950 Nr.1, 1951 Nr.2 und 1961 Nr.3).
Dirigent und Kontrabassist Karel Sejna (1896-1982) dürfte nach Vaclav Talich, Karel Ancerl, Vaclav Neumann und Rafael Kubelik die Nr.5 der tschechischen Dirigenten gewesen sein nach dem 2.Weltkrieg. Ja, da werden mir die Opernfreunde sicher einige andere Namen noch um die Ohren hauen, etwa Zdenek Chalabala. Natürlich noch Zdenek Kosler, Libor Pesek, der letztes Jahr vertorben ist. Jiri Belohlavek, der leider viel zu früh gehen musste, und und und.
Es ist eine der wenigen Mono-Einspielungen die ich besitze, aber die Doppel-CD-Box war so günstig gewesen, da musste ich einfach zuschlagen.
Amonasro (12.09.2023, 14:12):
Philip Glass/Rudolph Wurlitzer: The Perfect American
Walt Disney - Christopher Purves Roy Disney - David Pittsinger Dantine - Donald Kaasch Hazel Disney - Janis Kelly Lilian Disney - Marie McLaughlin Sharon - Sarah Tynan Diane - Nazan Fikret Lucy/Josh - Rosie Lomas Abraham Lincoln/Funerary worker - Zachary James Andy Warhol - John Easterlin Chuck/Doctor - Juan Noval-Moro Secretary - Beatriz De Gálvez Nurse - Noelia Buñuel
Coro Intermezzo y Orquesta Sinónica de Madrid, Dennis Russel Davies Live 2013
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (12.09.2023, 20:01): Anstatt der Wandfliese...... :leb
L G palestrina
wäre für manche Bäder durchaus eine Verbesserung :P
Bei mir nun:
L. v. Beethoven: Chorfantasie Op. 80
Alfred Brendel, Klavier Bermard Haitink London Philharmonic Chorus London Philharmonic Orchestra
Joe Dvorak (14.09.2023, 01:28):
Joeseph Haydn - Concertos Cyprien Katsaris, ASMF, Neville Marriner Klavierkonzert D-Dur, Hob. XVIII:11 Konzert für Violine, Klavier & Orchester F-Dur, Hob. XVIII:6 + Sephanie Gonley Klavierkonzert G-Dur, Hob. XVIII:9 Dieses interessante Set wurde unlängst klammheimlich und mit ordentlicher Verspätung veröffentlicht (Marriner starb im Oktober 2016). Katsaris bietet alternative Kadenzen zu den ersten beiden Sätzen des D-Dur-Konzerts und improvisiert die fehlende Kadenz sowie eine Alternative zum Adagio des G-Dur-Konzert, dessen Authentizität nicht gesichert ist. Allein schon für das Adagio verdient es dieses Werk, mehr gespielt zu werden - ganz gleich, von wem es stammt. Haydn auf dem modernen Konzertflügel ist grober Unfug, funktioniert aber immer wieder, wie etwa im letzten Jahr bei der GA mit Kirschnereit. So ist es auch hier, wobei der alte Marriner mit seiner gleichsam unaufgeregten wie tiefschürfenden Begleitung erheblichen Anteil hat. An Schornsheim, die 8 Konzerte abwechselnd auf Cembalo, Hammerklavier und Orgel eingespielt hat, kommt man freilich nicht vorbei.
Maurice inaktiv (14.09.2023, 10:04):
Jean Sibelius : "The Sound of Sibelius" (u.a. Karelia-Suite, Die Waldnymphe, Valse Triste, Finlandia) AD: 2006-2007
Lathi SO, Osmo Vänskä
Mir ist heute irgendwie nach Sibelius. Diese CD habe ich neu bekommen aus dem Abverkauf von BIS-CDs bei JPC.
Maurice inaktiv (15.09.2023, 10:18):
Carl Reinecke : Orchesterwerke, Vol.1 (incl. 1.& 3. Sinfonie)
Münchner Rundfunkorchester , Henry Raudales Dirigent Henry Raudales ist auch der Konzertmeister des Orchesters, dirigiert aber immer mal wieder. Hier scheint er seine Sache sehr gut gemacht zu haben, so zumindest mein erster Eindruck.
Maurice inaktiv (15.09.2023, 14:12):
Emilie Mayer : Sinfonie Nr.4, H-Moll (Rekonstruktion Malzew) & Concerto für Klavier und kleines Orchester in B-Dur
Neubrandenburger Philharmonie, Stefan Malzew (Sinfonie) & Sebastian Tewinkel (Concerto) + Ewa Kupiec (Klavier)
Emilie Mayer (1812-1883) ist inzwischen auch hier durchaus ein Begriff geworden, da sich einige Labels und Künstler mit ihr beschäftigten und Einspielungen vorgenommen haben. Im Konzertleben ist sie allerdings weiterhin nur sehr selten zu hören. Wenn ich das richtig gelesen habe, hatte sie 8 Sinfonien geschrieben, wovon einige als verschollen gelten und die hier eingespielte Vierte existiert nur als Klavier-Arrangement zu vier Händen, auf dem der Dirigent Stefan Malzew seine Rekonstruktion aufgebaut hat. Das Werk wurde am 16.März 1851 in Berlin.
Das Concerto wurde damals als "stark an Mozart angelehnt" bezeichnet. Nun gut, das mag Anfang der 1850-er Jahre nicht gerade "futuristisch" anmahnen, aber wer weiß, was die sehr kluge Frau Mayer im Kopf hatte? Vielleicht war das von ihr auch so gewollt? Niemand wird es 2023 mehr sagen können und Hinweise dazu scheint es bis dato auch nicht zu geben dazu.
Andréjo (15.09.2023, 14:21): Drei CDs mit der Musik von Emilie Mayer kenne ich mittlerweile und finde ihre Sinfonien und etwas Kammermusik allenthalben originell. Das Klavierkonzert war mir dann in der Tat zu unspezifisch nach zweimaligem Hören.
Boris (15.09.2023, 21:52): Bin auf Nielsen aufmerksam gemacht worden, der bislang total an mir vorbei gegangen ist…
Joe Dvorak (16.09.2023, 02:30): Bin auf Nielsen aufmerksam gemacht worden, der bislang total an mir vorbei gegangen ist… Das verspricht eine spannende Entdeckungsreise zu werden. :thumbsup:
Hier gab's den Teufelgeiger gleich zweimal hintereinander:
.
Niccolò Paganini - Violinkonzert Nr. 1 D-Dur, op. 6 Erick Friedman, CSO, Walter Hendl Sarah Chang, Philadelphia Orchestra, Wolfgang Sawallisch Beide mit ungekuerzter Orchestereinleitung. :thumbup:
Maurice inaktiv (16.09.2023, 07:52): Bin auf Nielsen aufmerksam gemacht worden, der bislang total an mir vorbei gegangen ist… Dann wünsche ich Dir viel Spaß mit diesem wirklich wunderbaren Komponisten. Es loht sich bei Nielsen wirklich.
Maurice inaktiv (16.09.2023, 08:59):
Louise Farrenc : Sinfonien Nr.1 & 3
Insula Orchestra , Laurence Equilbey
Ich kannte weder Dirigentin noch Orchester, aber sie spielen wohl auf historischen Instrumenten. Nun gut, am Ende zählt das Ergebnis, und das scheint mir sehr gelungen zu sein.
Maurice inaktiv (16.09.2023, 11:43):
Zdenek Fibich: Sinfonie Nr.2 AD: 1951
Tschechische Philharmonie Prag , Karel Sejna
Das ist die zweite CD der kleinen Box. Auch hier eine erstaunliche Mono-Qualität für 1951. Sehr erfreulich.
Andréjo (16.09.2023, 13:50): Bin auf Nielsen aufmerksam gemacht worden, der bislang total an mir vorbei gegangen ist… Dann wünsche ich Dir viel Spaß mit diesem wirklich wunderbaren Komponisten. Es loht sich bei Nielsen wirklich. Maurice kann ich nur schwerstens zustimmen. Ich besitze mindestens fünf Gesamteinspielungen - und das heißt etwas bei mir, der ich im Zweifelsfall lieber in die Breite gehe. Die erste Sinfonie ist noch etwas konventioneller, wenn auch ein Personalstil deutlich erkennbar, die zweite hat ein originelles Programm - ist aber keineswegs eine Tondichtung, die dritte dürfte man am seltensten hören und dann kommen die Renner, in meiner persönlichen leicht aufsteigenden Linie: 6, 4 und 5 - aber das ist dann wohl Geschmackssache, wobei die letzte Sinfonie verblüffend moderne Passagen aufweist. Und letztlich steht jede der Sinfonien für sich ...
Joe Dvorak (17.09.2023, 01:41): Es gibt eine Neuaufnahme der Marienvesper! Davon kann man (lies: ich) gar nicht genug hoeren.
Claudio Monteverdi - Vespro Della Beata Vergine Pygmalion, Raphaël Pichon
Da wird schon beim Invitatorium heiligst versprochen, dass das eine ganz grosse Sache geworden ist.
Joe Dvorak (17.09.2023, 01:49): Bin auf Nielsen aufmerksam gemacht worden, der bislang total an mir vorbei gegangen ist… Dann wünsche ich Dir viel Spaß mit diesem wirklich wunderbaren Komponisten. Es loht sich bei Nielsen wirklich. Maurice kann ich nur schwerstens zustimmen. Ich besitze mindestens fünf Gesamteinspielungen - und das heißt etwas bei mir, der ich im Zweifelsfall lieber in die Breite gehe. Die erste Sinfonie ist noch etwas konventioneller, wenn auch ein Personalstil deutlich erkennbar, die zweite hat ein originelles Programm - ist aber keineswegs eine Tondichtung, die dritte dürfte man am seltensten hören und dann kommen die Renner, in meiner persönlichen leicht aufsteigenden Linie: 6, 4 und 5 - aber das ist dann wohl Geschmackssache, wobei die letzte Sinfonie verblüffend moderne Passagen aufweist. Und letztlich steht jede der Sinfonien für sich ... Da schmeisse ich doch glatt meine Rangfolge auch die Runde. Gold: 5, Silber: 1, Bronze: 4, Blech: 6, DNF*: 2 & 3. Die Konzerte sind auch nicht zu verachten.
* wer noch nie Sportveranstaltungen im TV gesehen hat: das steht fuer did not finish (Ziel nicht erreicht).
Boris (17.09.2023, 09:50): Zu einer Rangfolge will ich mich in Sachen Nielsen noch nicht verleiten lassen. Am meisten getriggert in Sachen Eingängigkeit hat sicherlich No. 4, aber ich fand sie alle sehr schick…. Aktuell sind wir dann im Crossover Bereich - es wurde zumindest unter Klassik verkauft und macht sehr viel Spass.
Andréjo (17.09.2023, 12:11): Bin auf Nielsen aufmerksam gemacht worden, der bislang total an mir vorbei gegangen ist… Dann wünsche ich Dir viel Spaß mit diesem wirklich wunderbaren Komponisten. Es loht sich bei Nielsen wirklich. Maurice kann ich nur schwerstens zustimmen. Ich besitze mindestens fünf Gesamteinspielungen - und das heißt etwas bei mir, der ich im Zweifelsfall lieber in die Breite gehe. Die erste Sinfonie ist noch etwas konventioneller, wenn auch ein Personalstil deutlich erkennbar, die zweite hat ein originelles Programm - ist aber keineswegs eine Tondichtung, die dritte dürfte man am seltensten hören und dann kommen die Renner, in meiner persönlichen leicht aufsteigenden Linie: 6, 4 und 5 - aber das ist dann wohl Geschmackssache, wobei die letzte Sinfonie verblüffend moderne Passagen aufweist. Und letztlich steht jede der Sinfonien für sich ... Da schmeisse ich doch glatt meine Rangfolge auch die Runde. Gold: 5, Silber: 1, Bronze: 4, Blech: 6, DNF*: 2 & 3. Die Konzerte sind auch nicht zu verachten. * wer noch nie Sportveranstaltungen im TV gesehen hat: das steht fuer did not finish (Ziel nicht erreicht). An der Silbermedaille erkennt man den Spezialisten! Und, ja, zu verachten ist auch sonst im Schaffen von Nielsen, soweit ich es kenne, kaum etwas!
Nicolas_Aine (17.09.2023, 14:28): ich habe heute mal diese Box entstaubt:
daraus:
1. Lodronische Nachtmusik KV247 F-Dur
Thomas Füri, Dirigent Camerara Bern
Das ist ordentlich gespielt. Mehr aber auch nicht, und der Orchesterklang tut dem Stück auch nicht gut. Kennt jemand eine empfehlenswerte kammermusikalische Einspielung?
Maurice inaktiv (17.09.2023, 17:07): Maurice kann ich nur schwerstens zustimmen. Ich besitze mindestens fünf Gesamteinspielungen - und das heißt etwas bei mir Die erste Sinfonie ist noch etwas konventioneller, wenn auch ein Personalstil deutlich erkennbar, die zweite hat ein originelles Programm - ist aber keineswegs eine Tondichtung, die dritte dürfte man am seltensten hören und dann kommen die Renner, in meiner persönlichen leicht aufsteigenden Linie: 6, 4 und 5 - aber das ist dann wohl Geschmackssache, wobei die letzte Sinfonie verblüffend moderne Passagen aufweist. Und letztlich steht jede der Sinfonien für sich ... Danke, irgendwie habe ich Nielsen - und Sibelius-GE fast schon gehortet, und mein Favorit dürfte die Erste und Vierte sein, aber das muss jeder selbst entscheiden. Bei der Vierten sehe ich besonders Bernstein, Karajan und Paavo Järvi ganz vorne. Die Vierte habe ich mit Järvi in Frankfurt live erleben dürfen, das war noch mal eine Schippe intensiver als die Konserve zuhause im Player. Mit Sir Colin Davis (prima Live-Zyklus), P.Järvi, Salonen, Saraste, Leaper, Roshdestevensky, Ole Schmidt, Kuchar, Alan Gilbert (ganz hervorragende GE), Dausgaard (Ebenfalls exzellent), Neeme Järvi, Blomstedt, Berglund (meine allererste GE), Vänskä, Bernstein/Ormandy und Tuxen/Jensen/Grondahl habe ich eine sehr große Auswahl.
Maurice inaktiv (18.09.2023, 14:09):
Carl Nielsen: Sinfonie Nr.4 : Seattle Symphony , Thomas Dausgaard AD: Live Nov. 2015
Thomas Dausgaard dürfte mit der Seattle Symphony nun auch seinen Zyklus fertig haben. Bisher sind zwei CDs mit den Sinfonien Nr. 1-4 erschienen. Ich gehe davon aus, dass die beiden anderen Sinfonien auch bald veröffentlicht werden.
Heute nun die Nr.4 zuerst. Und die Drei doch noch hinterher.
Von Thomas Dausgaard habe ich einige CDs hier, etwa die GA der Sinfonien von Hamerik, Langgaard und Schumann und die Carl Nielsen-Orchesterwerke. Er macht überall einen guten Eindruck, schauen wir mal. Er war in seiner Funktion als Dirigent relativ lange mit seinen Orchestern verbunden, etwa mit dem Schwedischen Kammerorchester von 1997-2019, dem Dänischen RSO (2001-2012), ist seit 2016 Chef des BBC Scottish SO und seit 2019 in Seattle tätig.
Maurice inaktiv (19.09.2023, 10:49):
Sandor Vegh mit seiner Camerata Academica Salzburg spielt Streichersinfonien, bzw. Serenaden für Streicher von Mozart, Mendelssohn, Dvorak und Hugo Wolf
W.A.Mozart : Serenade D-Dur, KV 239 F.Mendelssohn: Streichersinfonie Nr.9, C-Dur A.Dvorak : Serenade für Streichinstrumente E-Dur, op. 22 Hugo Wolf : Serenade G-Dur
Pedro - Heinz Hoppe Marta - Hanne-Lore Kuhse Sebastiano - Ernst Gutstein Tommaso - Theo Adam Moruccio - Günther Leib Nuri - Rosemarie Rönisch Pepa - Ingeborg Wenglor Antonia - Jola Koziel Rosalia - Gertraud Prenzlow Nando - Harald Neukirch Stimme eines Bauern - Siegfried Vogel
Chor der Staatsoper Dresden Staatskapelle Dresden, Paul Schmitz
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (19.09.2023, 15:53):
J. Brahms: Sinfonie Nr. 2 D-Dur Op. 73
Claudio Abbado Berliner Philharmoniker
Toni Bernet (19.09.2023, 22:53):
Paul Hindemith: Kammermusik Nr. 4 op. 36 Nr. 3 (Violinkonzert)für Solovioline und grösseres Kammerorchester
Mit eine Nachtmusik (3. Satz) in Zeiten desaströser Kriege!
Mehr über dieses Werk neu auf https://unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com/20-jahrhundert/hindemith/
palestrina (20.09.2023, 12:54): Übung macht den Meister lieber Nicolas_Aine.......
....... :P ! LG palestrina
palestrina (20.09.2023, 13:00): ........die Fliesenleger sind unterwegs....
..... :rofl ! LG palestrina
Amonasro (21.09.2023, 14:28):
Heitor Villa-Lobos:
Cellokonzerte Nr. 1 & 2 Fantasia for Cello and Orchestra
Antonio Meneses (Violoncello) São Paulo Symphony Orchestra, Isaac Karabtchevsky
Gruß Amonasro
Amonasro (22.09.2023, 15:20):
Raffaello De Banfield/Tennessee Williams: Lord Byron's Love Letter
The Old Woman - Astrid Varnay The Spinster (Ariadne) - Gertrude Ribla The Matron - Nicoletta Carruba The Husband - Mario Carlin
Academy Symphony Orchestra of Rome, Nicola Rescigno
+ Auszüge aus Alban Berg: Wozzeck
Gruß Amonasro
Boris (24.09.2023, 20:39): Ich bin nach dem Erwerb einer grösseren Sammlung (rund 500 Platten) beim Sichten, Waschen und Hören. Aktuell das Orgelwerk von Bach.
Amonasro (28.09.2023, 00:05):
Carlo Evasio Soliva/Benedetto Perotti: Giulia e Sesto Pompeo
Fulvia - Francesca Pedaci Giulia - Elisabetta Scano Ottavio - Carlo Vincenzo Allemano Sesto Pompeo - Patricia Spence Aufido - Carlo Bosi Marc' Antonio - Donato di Stefano
Coro della Radio Svizzera Orchestra della Svizzera italiana, Angelo Campori Diego Fasolis (Maestro del coro & Fortepiano)
Hörenswerte Oper eines unbekannten Schweizer Zeitgenossen Rossinis.
Gruß Amonasro
Amonasro (28.09.2023, 18:20): Heute ein weiterer Strauss:
Richard Strauss/Hugo von Hofmannsthal: Arabella
Graf Waldner – Otto Edelmann Adelaide – Ira Malaniuk Arabella – Lisa della Casa Zdenka – Hilde Güden Mandryka – George London Matteo – Anton Dermota Graf Elemer – Waldermar Kmentt Graf Dominik – Eberhard Wächter Graf Lamoral – Harald Pröglhöf Fiakermilli – Mimi Coertse Kartenaufschlägerin – Judith Hellwig Welko – Wilhelm Lenninger Djura – Fritz Sengl Jankel – Otto Vajda Zimmerkellner – Karl Kolowratnik
Wiener Staatsopernchor Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
Amadé (29.09.2023, 11:19): @ Amonasro Auch meine Lieblingsaufnahme von Arabella.
Jetzt
KS A-Dur D. 959, eine Spitzenaufnahme!
Gruß Amadé
Joe Dvorak (01.10.2023, 03:28): Nach zwei Wochen Trennung von der heimischen Stereoanlage ist zum ersten Mal wieder 'akustische' Musik angesagt. Der Musikwissenschaftler Robin Maconie hat die Theorie geäußert, dass unser Musikgeschmack auch davon beeinflusst wird, welches Wiedergabe-Equipment wir benutzen. Je höher die Auflösung, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir klassische Musik hören wollen. Wie immer kann man über die Allgemeingültigkeit von Theorien streiten, aber wenn ich sie auf mich anwende, stimmt sie zu 100 %. Unterwegs, auf Kopfhörer und Bluetooth-Lautsprecher angewiesen, ist mir fast nie nach klassischer Musik zumute, aber sobald ich zurück bin, ist das Verlangen da.
Robert de Visée - Pièces de théorbe Hopkinson Smith
Amonasro (02.10.2023, 23:02):
Samuel Barber/Gian Carlo Menotti: Vanessa
Vanessa - Eleanor Steber Erika - Rosalind Elias The Old Baroness - Regina Resnik Anatol - Nicolai Gedda The Old Doctor - Giorgio Tozzi Nicholas - George Cehanovsky A Footman - Robert Nagy
Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, Dimitri Mitropoulos
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (04.10.2023, 05:54): Heute morgen in Dauerrotation:
Charles Ives - Sinfonie Nr. 4 The John Alldis Choir, LPO, José Serebrier
In Joes Sinfonien-Ranking landet die sicher irgendwo unter den ersten Fuenf.
Andréjo (04.10.2023, 13:46): Bei mir auch!
Joe Dvorak (07.10.2023, 08:17):
Pyotr Ilyich Tchaikovsky - Sinfonien Nr. 4-6 Arctic Philharmonic, Christian Lindberg
Die Metapher drängt sich auf. Hier wird das russische Temperament und Feuer, das viele in diesen Werken hören wollen, von der arktischen Kälte gezähmt und ausgelöscht, die russische Seele wird durch eine finnische ersetzt und die Sinfonien erstrahlen, von allem romantischen Muff befreit, als kühl-stählerne Monumente. Ein brandheißer Tipp!
Joe Dvorak (07.10.2023, 08:25): Und nun ein Grossereignis, das bisher unter meinem Radar durchgeflogen ist:
Joseph Haydn - Sinfonie D-Dur, Hob. I:101 & Sinfonie Es-Dur, Hob. I:103 DKP Bremen, Paavo Järvi
Joe Dvorak (08.10.2023, 04:39): Joseph Haydn - Sinfonie D-Dur, Hob. I:101 & Sinfonie Es-Dur, Hob. I:103
DKP Bremen, Paavo Järvi Die Masse der Kritiker überschlägt sich erwartungsgemäß, aber es gibt auch Stimmen, die das etwas verhaltender sehen. Röntgenographisch detailreich, feindynamisch-hochdifferenziert und äußerst pointiert gespielt, keine Frage, aber irgendwie will der Funke nicht überspringen, wozu neben der Unruhe durch ständige 'Action' auch das etwas steril wirkende Klangbild beiträgt. Da ist mir die kompaktere Herangehensweise mit dem wärmeren Orchesterklang etwa eines Shelley bei der eben gehörten Hundertdritten doch viel lieber.
Joseph Haydn - Sinfonie Es-Dur, Hob. I:103 Orchestra Della Svizzera Italiana, Howard Shelley
Maurice inaktiv (08.10.2023, 14:42): Pyotr Ilyich Tchaikovsky - Sinfonien Nr. 4-6 Arctic Philharmonic, Christian Lindberg
Die Metapher drängt sich auf. Hier wird das russische Temperament und Feuer, das viele in diesen Werken hören wollen, von der arktischen Kälte gezähmt und ausgelöscht, die russische Seele wird durch eine finnische ersetzt und die Sinfonien erstrahlen, von allem romantischen Muff befreit, als kühl-stählerne Monumente. Ein brandheißer Tipp! Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob ich SO Tschaikowsky hören will, oder es Tschaikowsky selbst so wollte. Ich hatte mal eine ähnliche Erfahrung bei "Ma Vlast" unter Paavo Berglund. Es wurde eine Einspielung, deren "nordische Kühle" (nicht Kälte) deutlich zu hören war. Wer von Berglund seinen Nielsen oder Sibelius kennt, kann sich dann den Smetana sehr gut vorstellen. Das mag anders, aber mMn nicht wirklich zielführend sein. Es war wirklich keine schlechte Einspielung, aber sie hat mich auch nicht überzeugt und vom Stuhl gerissen.
Andréjo (08.10.2023, 15:29): Tschaikowsky - in meinen jüngeren Jahren habe ich Sinfonien des Meisters oft im Rundfunk gehört, oft live, sie auch alle wenigstens ein einziges Mal zunächst auf Spule (nicht mehr verwertbar), dann auf Kassette mitgeschnitten. Dann hat die Begeisterung nachgelassen und jetzt habe ich quasi den weisen Blick des Alters darauf so wie auf alle gute Musik, die ich kenne, und auf so manche nicht ganz so gute. ;) :)
Auf CD besitze ich die einschlägigen Integralen mit Mrawinsky und Bernstein, und die sind mir schon recht. Je nach Stimmung, könnte ich mir aber unterkühlte Fassungen ganz gut vorstellen, vielleicht sogar hippe . Aber kaufen werde ich mir (wahrscheinlich) nichts mehr.
Tschaikowsky selber wollte solches vermutlich NICHT. Da bin ich bei Maurice - vielleicht auch bei Joe Dvorak, der sich nicht explizit dazu geäußert hat. Aber wir heißen ja nicht Tschaikowsky. :D
:hello Wolfgang
Andréjo (08.10.2023, 15:33): Kennt jemand die Fünfte mit Josef Krips und den Wiener Philharmonikern? Da habe ich soeben eine LP entdeckt und sicher auch irgendwann gehört. Ihr bringt mich auf eine Idee ...
EDIT: Wenn ich nichts übersehen habe, ist eine Wiederauflage auf CD nicht erfolgt.
Maurice inaktiv (08.10.2023, 17:28): Kennt jemand die Fünfte mit Josef Krips und den Wiener Philharmonikern? Ich kann mir gut vorstellen, dass Krips das hervorragend gemacht hat. Auch so ein unterschätzter Dirigent.
Tschaikowsky selber wollte solches vermutlich NICHT. Da bin ich bei Maurice - vielleicht auch bei Joe Dvorak, der sich nicht explizit dazu geäußert hat. Aber wir heißen ja nicht Tschaikowsky. Nein, wir heißen nicht Tschaikowsky, doch ich gehe hier vom Lebensweg aus, den er genommen hat. Und da halte ich eine unterkühlte oder gar kalte Lesart für einen eher unglücklichen Ansatz.
Maurice inaktiv (08.10.2023, 17:31): Ich selbst besitze die GA unter Svetlanow und Litton. Dazu noch Karajans 4-6 (EMI) und - inzwischen verkauft - Karajans DGG-GA. Sonst noch einzelne Aufnahmen, das reicht mir völlig aus.
Amonasro (10.10.2023, 23:45):
Umberto Giordano/Luigi Illica: Andrea Chénier
Andrea Chénier - Luigi Marini Maddalena di Coigny - Lina Bruna-Rasa Carlo Gerard - Carlo Galeffi La contessa di Coigny/Madelon - Anna Masetti Bassi Bersi - Ida Conti Mathieu/Pietro Fléville - Aristide Baracchi Roucher/Fouquier-Tinville - Salvatore Baccaloni Maggiordomo/Dumas/Schmidt - Natale Villa L'Incredibile/L'abate - Giuseppe Nessi
Chorus and Orchestra of La Scala, Lorenzo Molajoli
Gruß Amonasro
Amadé (11.10.2023, 11:38): @'Andréjo, Beitrag 780
hier habe ich mich über Krips ausgelassen: www.klassik-prisma.de/tschaik.5.htm
Gruß Amadé
Maurice inaktiv (11.10.2023, 11:41): @'Andréjo, Beitrag 780
hier habe ich mich über Krips ausgelassen: klassik-prisma.de/tschaik.5.htm
Gruß Amadé Der Link ist leider nicht mehr aufrufbar (bei mir vielleicht nur).
Jetzt wird's wohl Zeit, mal wieder den Plattenspieler anzuwerfen. :)
Joe Dvorak (11.10.2023, 22:36): Pyotr Ilyich Tchaikovsky - Sinfonien Nr. 4-6 Arctic Philharmonic, Christian Lindberg
Die Metapher drängt sich auf. Hier wird das russische Temperament und Feuer, das viele in diesen Werken hören wollen, von der arktischen Kälte gezähmt und ausgelöscht, die russische Seele wird durch eine finnische ersetzt und die Sinfonien erstrahlen, von allem romantischen Muff befreit, als kühl-stählerne Monumente. Ein brandheißer Tipp! Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob ich SO Tschaikowsky hören will, oder es Tschaikowsky selbst so wollte. (...) Dass ich ihn so hören will, wusste ich erst, nachdem ich ihn so gehört hatte. Und was der gute alte Pyotr wollte - da kann man schon darüber spekulieren. Ich freue mich einfach, dass es ein breites Interpretationsspektrum gibt, in dem selbst ein Tchaikovsky-Skeptiker wie ich fündig werden kann. Wer Klarheit und formale Gewichtung will, ohne die 'russische Seele' zu opfern, versucht es mit Markevitch. Hier gibt es das Beste aus beiden Welten.
Pyotr Ilyich Tchaikovsky - Sinfonien Nr. 4-6 LSO, Igor Markevitch
Maurice inaktiv (13.10.2023, 07:55):
Wilhelm Stenhammar : Sinfonie Nr.2, g-Moll & Musik aus August Strindbergs "Ett Drömspel" (Arr.: Hilding Rosenberg)
Anwerp SO , Christian Lindberg
Diese Einspielung ist aufnahmetechnisch hervorragend gelungen. Der SACD-Sound ist alleine schon sein Geld wert.
Nicolas_Aine (14.10.2023, 00:15): Finde leider kein Bild:
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Streichquartett D-Dur Op. 44 Nr. 1
Bartholdy Quartett
Eine sehr lohnenswerte GA, wie ich finde.
Joe Dvorak (14.10.2023, 06:13): Hilfe eilt herbei:
Maurice inaktiv (14.10.2023, 15:54):
Josef Suk : Asrael AD: 02./03.10.2014
Tschechische PO , Jiri Belohlavek
Asrael war eine der letzten Einspielungen, des leider viel zu früh verstorbenen Dirigenten Jiri Belohlavek (1946-2017). Auch hier hat er eine hervorragende Einspielung vorgelegt.
Jean Sibelius : "The Unknown Sibelius"
Lathi SO, Osmo Vänskä, Okku Kamu Dominante Choir, Leitung Seppo Murto Orphei Drängar (Chor) , Leitung: Robert Sund Folke Gräsbäck, Klavier, Helena Juntunen (Sopran), Anne Sofie von Otter, Monica Groop (Altstimme), Jorma Hynnin (Bariton) Jaakko Kuusisto, Laura Vikman & Jyrki Lasonpalo (Violine), Taneli Turunen (Cello), Anna Kreetta Gribajcevic (Bratsche) und Eero Munter (Kontrabass)
Ich zitiere aus dem Booklet-Text von Andrew Barnett aus dem Jahre 2013:
Es mag sonderbar erscheinen, eine CD, die sich dem "unbekannten Sibelius" widmet, mit seinem wohl bekanntesten Werk zu beginnen: Finlandia". Doch bei der hier eingespielten Version handelt es sich weder um die bekannte Druckfassung, noch um die Erstfassung (....), sondern um eine eher selten zu hörenden Interimsfassung, an deren Ende das "Hymnen"-Thema in voller Länge in unverhohlenem Blechgepräge wiederkehrt.
Auch die Des-Dur-Erstfassung der Symphonischen Dichtung "Die Okeaniden" zeigt ein bekanntes Werk in früher Gestalt. (...) Sibelius schrieb das Werk für seine einzige, triumphale Amerika-Reise um Jahr 1914, in deren Rahmen er es beim Norfolk Festival aufführen sollte. Doch vor dem Konzert überlegte er es sich anders und schrieb das Werk praktisch vollständig um. Die ältere Fassung gelangte in die Bibliothek der Yale University und wurde von den Mitwirkenden der vorliegenden Einspielung erstmals 2002 der Öffentlichkeit vorgestellt.
So weit das Booklet über die eigentlich beiden bekannten Werke, die hier doch Einzug gehalten haben. Des Weiteren sind Werke für Gesang und Klavier, Klavier Solo, eine Serenade für zwei Violinen und Cello und Chorwerke zu hören.
Die Serenade, JS 169 aus dem Jahre 1887 fand ich ganz wunderbar. Auf er einen Seite hochromantisch, kommen aber auch auch schon immer wieder kleine, kurze Ausreißer in das 20. Jahrhundert darin vor. Diese Einspielung sollte man eigentlich nutzen, um sich der weiteren Kammermusik von Sibelius zuzuwenden, aber ich kann nicht alles hören und mal reinhören. Seufz.....
Joe Dvorak (15.10.2023, 16:28): Diese Einspielung sollte man eigentlich nutzen, um sich der weiteren Kammermusik von Sibelius zuzuwenden, aber ich kann nicht alles hören und mal reinhören. Seufz..... Ja, so ist es, und so bleibe ich am Ende beim Bewährten - und auch da gibt es noch genug Überraschungen:
Gustav Holst - The Planets (Suite for Large Orchestra), op. 32 LPO, Bernard Hermann
Es sind nicht nur die langsamen Tempi, sondern auch die generell unspektakuläre, "unfilmmusikalische" Herangehensweise des Filmmusik-Komponisten Hermann, die zunächst Verwunderung und dann Bewunderung hervorrufen. Schwer zu finden - auch bei Streaming-Portalen bedarf es ausgeklügelter Suchstrategien - aber für Fans dieses Schinkens als Alternative unbedingt hörenswert.
Nicolas_Aine (16.10.2023, 21:34):
ein freier Abend (zumindest ab jetzt…).
Ich beginne aus dieser Box:
A. Dvorak: Klavierquintett Nr. 1 A-Dur Op. 5
Borodin Quartett Sviatoslav Richter, Klavier
Nicolas_Aine (16.10.2023, 22:23): und weiter gehts:
E. W. Korngold: Symphonie Fis-Dur Op. 40
André Previn, Dirigent London Symphony Orchestra
Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so viel für ein Orchesterwerk geübt zu haben. Und in den Proben gings grade so weiter: Den 2. Satz haben wir zwei Tage lang einfach nur in langsamen Tempo gespielt und gearbeitet. Hab ich in Profiorchestern so auch nie erlebt, auf diesem Niveau schon gar nicht… uiuiui, das war schwer. Aber: Es lohnt sich. Wenn mans dann "kann", machts wirklich Spaß. Tolle Musik!
Nicolas_Aine (16.10.2023, 23:32): noch zu oben: Lange nicht mehr gehört, dieses Werk. Hatte gar nicht mehr im Kopf, wie toll… der 3. Satz ist schon genial mit diesem Farbreichtum. Mir ist auch wieder eingefallen, eins der wenigen Werke, für die ich ähnlich viel geübt habe, war auch von Korngold: die tote Stadt. Ein Kollege hats damals ganz treffend gesagt: Das gemeine an Korngold ist, dass es, im Unterschied zu Strauss, möglich ist, tatsächlich jeden Ton zu spielen. Leider ist das ziemlich arbeitsintensiv :ignore
Jetzt zum Abschluss:
L. v. Beethoven' Symphonie Nr. 7 A-Dur Op. 92
John Eliot Gardiner, Dirigent Orchestre Révolutionnaire & Romantique
Joe Dvorak (18.10.2023, 00:57): noch zu oben: Lange nicht mehr gehört, dieses Werk. Hatte gar nicht mehr im Kopf, wie toll… der 3. Satz ist schon genial mit diesem Farbreichtum. Dafuer bin ich immer zu haben. Vorurteilend, dass Storgards der Richtige ist, wenn Farben gefragt sind, habe ich diese eingestroemt:
Erich Wolfgang Korngold - Sinfonie Fis-Dur, op. 40 Helsinki PO, John Storgårds
Amadé (18.10.2023, 12:32):
KV 491: Vogt trifft den Nerv der Musik genau, das Orchester sekundiert nicht, sondern fügt sich mit Umsicht in das Konzept ein. Es scheint die letzte CD mit Lars Vogt zu sein.
GRuß Amadé
Amonasro (18.10.2023, 22:30):
Umberto Giordano/Luigi Illica: Andrea Chénier
Maddalena di Coigny - Maria Caniglia Andrea Chénier - Beniamino Gigli Carlo Gérard - Gino Bechi Contessa di Coigny - Giulietta Simionato Madelon - Vittoria Palombini Bersi - Maria Huder Roucher - Italo Tajo Fouquier-Tinville/Fléville - Giuseppe Taddei Mathieu - Leone Paci Abate/L'Incredibile - Adelio Zagonara Maestro di casa/Dumas/Schmidt - Gino Conti
Chorus and Orchestra of La Scala, Oliviero de Fabritiis
Gruß Amonasro
Amonasro (21.10.2023, 18:06):
José Antônio de Almeida Prado:
Pequenos funerais cantantes ao poeta Carlos Maria de Araújo Sinfonia dos Orixás
Clarissa Cabral (Mezzosopran) Sabah Teixeira (Bassbariton) São Paulo Symphony Choir & Orchestra, Neil Thomson
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (25.10.2023, 09:42):
Carl Nielsen : Sinfonie Nr.1
Seattle Symphony , Thomas Dausgaard
Joe Dvorak (29.10.2023, 09:00):
Ludwig van Beethoven (Kadenzen: Jörg Widmann) - Violinkonzert D-Dur, op. 61 Veronika Eberle, LSO, Simon Rattle
Um diesen hundertfach eingespielten Schinken heute noch an die Frau zu bringen, braucht es Alleinstellungsmerkmale. Hier kommen sie in Form von neuen Kadenzen und als Zugabe gibt es das Fragment C-Dur aus dem Violinkonzert WoO5 (ohne jegliche Vervollständigungsversuche). Laut Widmann sollen die Kadenzen das Konzert in seiner ursprünglichen Radikalität und Experimentierfreude erlebbar machen. Das gelingt in den Kadenzen durchaus, aber warum man dann für den "Rest" einen derart hausbackenen Ansatz wählen musste, bleibt das Geheimnis der Labelleute und Interpreten.
Joe Dvorak (29.10.2023, 11:22):
Ludwig van Beethoven - Violinkonzert D-Dur, op. 61 Lee Jong Eun, Savaria SO (?), Ender Sakpinar (?)
Da ist viel mehr Leben drin, und auch Lee spielt abenteuerliche Kadenzen mit modernem Touch. Von wem? Um das herauszufinden, braucht es wohl Internet-Detektive aus der Liga eines @Armin70. Obwohl SONY CLASSICAL auf dem Cover prangt, sind die Künstlerin und das Album dort nicht gelistet. Auf Lees Website und ihrem offiziellen Youtube-Kanal ist ebenfalls nichts zu finden. So bleibt es auch ein Rätsel, wer hier sonst noch mitspielt. Allerdings kann man auf YT das Video zu einem Konzertmitschnitt sehen und das ist von der reinen Spielzeit auf die Sekunde identisch mit dem Album. Dort sind Orchester und Dirigent aufgelistet, aber ich war zu faul, akribisch zu vergleichen, ob es sich in beiden Fällen wirklich um die gleiche Aufnahme handelt (daher die Fragezeichen), zumal auch unter dem Video nur die vergebliche Frage eines Kommentators nach dem Urheber der Kadenz steht.
Nicolas_Aine (29.10.2023, 21:33):
G. Enescu: Streichoktett C-Dur Op. 7
Christian Tetzlaff, Antje Weithaas, Isabell Faust, Katherine Gowers, Violine Antoine Tamestit, Rachel Roberts, Viola Gustav Rivinius, Quirine Viersen, Violoncello
Es ist, wie ich hier schon irgendwann mal angemerkt habe, nicht unbedingt die sauberste Aufnahme. Aber sie trifft den Gestus und die Charaktere sehr gut, wie ich finde, auch weil die Tempi nicht zu schnell angesetzt werden, sondern sich ziemlich an den angegebenen Metronomzahlen orientieren. Dadurch hat es nicht immer den Riesendrang nach vorne oder den jugendlichen Überschwang, was der Sache aber nicht schadet. Grade der Anfang gefällt mir so sehr gut. Und das Stück ist sowieso genial. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr verfalle ich diesem Monstrum von Werk.
Joe Dvorak (30.10.2023, 09:23): Bei der Besetzung kann man mit gutem Recht von einer Supergroup sprechen. :thumbsup:
Nicolas_Aine (30.10.2023, 10:38): ja, deswegen hab ich die damals auch gekauft. woltle den Mendelssohn, weil diese Gruppe den stilistisch auch schön spielt, dachte ich mir, und tatsächlich: das ist ganz fantastisch.
Amonasro (01.11.2023, 13:09):
Jean-Baptiste Lully: Plaude laetare Gallia Henry Du Mont: Magnificat Jean-Baptiste Lully: Benedictus Jean-Baptiste Lully: Domine salvum fac regem Jean-Baptiste Lully: Notus in Judæa Deus
Les Épopées, Stéphane Fuget
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (03.11.2023, 05:10):
Ludwig van Beethoven - Violinkonzert D-Dur, op. 61 María Dueñas, Wiener Symphoniker, Manfred Honeck
"Zum Einschlafen" ist Rezensenten-Latein, das eigentlich nichts anderes aussagt, als dass der Schreiberling eine vordergründige Vorliebe für 'Action' hat. Hier ist es ausnahmsweise einmal (zumindest für meine Erstegegnung mit dieser Neueinspielung) angebracht, denn es ist mir tatsächlich nach wenigen Minuten trotz gebührender Lautstärke passiert und nichts konnte mich mehr aufwecken, bevor das Werk zu Ende war. Wen wundert's bei 27:17 für den ersten Satz...
Joe Dvorak (03.11.2023, 06:29):
Pyotr Ilyich Tchaikovsky - Sinfonie Nr. 6 h-Moll, op. 74 "Pathetique" Wiener Philharmoniker, Herbert von Karajan (1985)
Joe Dvorak (03.11.2023, 12:09):
Felix Mendelssohn-Bartholdy - Octet, Quintets 1 & 2, Quartet 2 Hausmusik London, Monica Huggett Streichquartett Nr. 2 a-Moll, op. 13 Streichquintett Nr. 2 B-Dur, op. 87 Streichquintett Nr. 1 A-Dur, op. 18 Oktett für Streicher Es-Dur, op. 20 Ich weiss nicht wo die Meinungen, FMBs Kammermusik sei strahlend und jugendlich unbeschwert (lies: harmlos) immer herkommen. In meinen Ohren ist das sehr profund. Was ist am 2. Satz von op. 13 harmlos? Sei's drum, das ist einfach grossartige Musik. :thumbsup:
Joe Dvorak (04.11.2023, 05:01):
Ludwig van Beethoven - Violinkonzert D-Dur, op. 61 Christian Ferras, Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Joe Dvorak (04.11.2023, 10:14):
Franz Schubert - Sinfonie h-Moll, D. 759 "Unvollendete" London Classical Players, Roger Norrington
Aus heutiger Sicht kann man diese frühe HIP-Aufnahme als klassisch ausgewogen bezeichnen. Während viele der heutigen HIPster durch ständige Akzentsetzungen eine permanente Unruhe hineinbringen und bei jeder Gelegenheit draufschlagen (ich habe eben Jacobs nach wenigen Minuten entnervt aufgegeben), beschränken sich die Briten damit auf die Momente, in denen es dramaturgisch sinnvoll erscheint.
Joe Dvorak (04.11.2023, 10:54):
Marcin Stanczyk - Mosaïque Geysir-Grisey (2006) für Violine, Viola, Kontrabass und zwei Klaviere Sighs (2012) für Kammer- oder Sinfonieorchester Mosaïque (2012) für Violoncello und Elektronik Blind Walk (2015) für Ensemble Afterhearings (2015) für Flöte, Klarinette, Violoncello, Gitarre und Klavier Ich vermute, dass der Erfolg von KAIROS unter anderm darin begründet ist, dass sie Neue Musik in handlichen Paketen an die Ohren bringen. Viele Alben kombinieren Werke verschiedener Gattungen und unterschiedlicher Besetzungen, und die Länge der einzelnen Stücke überschreitet selten die 20-Minuten-Marke. Da ist man vielleicht eher bereit, sich auf unbekannte Zeitgenossen einzulassen, als wenn man gleich mit einem dreistündigen Mammutwerk beglückt werden soll.
Joe Dvorak (05.11.2023, 02:19): Alle wech... Wo ist der Lichtschalter?
Franz Schubert - Sinfonie Nr. 3 D-Dur, D. 200 Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Maurice inaktiv (05.11.2023, 08:12): Aus heutiger Sicht kann man diese frühe HIP-Aufnahme als klassisch ausgewogen bezeichnen. Während viele der heutigen HIPster durch ständige Akzentsetzungen eine permanente Unruhe hineinbringen und bei jeder Gelegenheit draufschlagen (ich habe eben Jacobs nach wenigen Minuten entnervt aufgegeben), beschränken sich die Briten damit auf die Momente, in denen es dramaturgisch sinnvoll erscheint. Ich fühle mich Norrington und seinem Orchester immer wohl. Ich habe nie den Eindruck, dass er das "überdramatisieren" will, sondern einfach sorgsam abwiegt, was mit der Musik in Einklang zu bringen ist und was nicht. Man kann es auch mal bewusst extrem machen, aber nicht als das letzte Mittel immer und immer wieder anwenden. Keine Musik verträgt so etwas, Schubert schon einmal überhaupt nicht.
Amadé (05.11.2023, 10:00):
Mit diesem Ensemble immer wieder gern gehört.
Gruß Amadé
Maurice inaktiv (06.11.2023, 08:11):
Hans Rott : Sinfonie E-Dur Anton Bruckner : Symphonisches Vorspiel C-Moll, WAB 297 Gustav Mahler : Andante allegretto "Blumine"
Bamberger Symphoniker , Jakub Hrusa
Man kann hier einfach nur mit der allergrößten Freude lauschen und sich an den Werken begeistern. Was Jakub Hrusa und die Bamberger hier eingespiet haben ist allererste Sahne. Dazu eine hervorragende Aufnahmetechnik eines Labels, was sich nach Jahren des Wankes offenbar wieder gefangen hat. Mit dieser Scheibe könnte nun der endgültige Durchbruch der großartigen Sinfonie Hans Rotts erfolgt sein.
Nicolas_Aine (06.11.2023, 22:22):
L. v. Beethoven: Streichquartette Nr. 15 a-moll Op. 132 & Nr. 16 F-Dur Op. 135
Belcea Quartett
Andréjo (06.11.2023, 23:08):
Hans Rott : Sinfonie E-Dur Anton Bruckner : Symphonisches Vorspiel C-Moll, WAB 297 Gustav Mahler : Andante allegretto "Blumine"
Bamberger Symphoniker , Jakub Hrusa
Man kann hier einfach nur mit der allergrößten Freude lauschen und sich an den Werken begeistern. Was Jakub Hrusa und die Bamberger hier eingespiet haben ist allererste Sahne. Dazu eine hervorragende Aufnahmetechnik eines Labels, was sich nach Jahren des Wankes offenbar wieder gefangen hat. Mit dieser Scheibe könnte nun der endgültige Durchbruch der großartigen Sinfonie Hans Rotts erfolgt sein. Die werde ich mir wohl anschaffen als Fan der Bamberger Symphoniker. Die Sinfonie von Rott kann man öfters haben; ich finde sie sehr interessant und reizvoll.
:hello Wolfgang
Joe Dvorak (07.11.2023, 01:05): Mit Stanczyk konnte ich nichts anfangen und habe schnell das skippen angefangen. Das hier fesselt nach ein paar Minuten deutlich mehr und ich bin gespannt wie es weitergeht:
Luca Francesconi - Etymo Barbara Hannigan, Pablo Márquez, Benny Sluchin, IRCAM - Centre Pompidou, Ensemble intercontemporain, Susanna Mälkki Etymo (1994) für Sopran, Ensemble und Elektronik Da Capo (1985-86) für neun Instrumente A fuco, 4° studio sulla memoria (1995) für Gitarre und Ensemble Animous (1995) für Posaune und Elektronik
Maurice inaktiv (07.11.2023, 09:45):
Joseph Haydn: Sinfonien Nr. 18,2,20,17,19 AD: Juli 2020
Heidelberger Sinfoniker , Thomas Klumpp
Johannes Klumpp übernahm 2020 die Heidelberger Sinfoniker, nachdem Vorgänger Thomas Fey es gesundheitlich bereits ab 2014 nicht mehr leiten konnte. Klumpp ist auch Leiter des Folkwang Kammerorchesters Essen seit 2013. Während er in Essen an der GA der Mozart-Sinfonien wirkt, führt er in Heidelberg die GA der Haydn-Sinfonien fort, die bereits unter Thomas Fey begonnen wurde.
Maurice inaktiv (07.11.2023, 09:46): Die werde ich mir wohl anschaffen als Fan der Bamberger Symphoniker. Die Sinfonie von Rott kann man öfters haben; ich finde sie sehr interessant und reizvoll. Du wirst es nicht bereuen. Viel Spaß beim Anhören dann.
Andréjo (07.11.2023, 12:05): Die werde ich mir wohl anschaffen als Fan der Bamberger Symphoniker. Die Sinfonie von Rott kann man öfters haben; ich finde sie sehr interessant und reizvoll. Du wirst es nicht bereuen. Viel Spaß beim Anhören dann. :thumbup:
Joe Dvorak (07.11.2023, 15:28):
George Enescu - Violinsonate Nr. 3 a-Moll, op. 25 'dans le caractère populaire roumain' Mihaela Oprea, Jakob Alsgaard Bahr
Keinerlei Reue gibt es auch hier. Ein grandioses Werk, das sogleich wiederholt werden muss:
George Enescu - Violinsonate Nr. 3 a-Moll, op. 25 'dans le caractère populaire roumain' Christian Ferras, Pierre Barbizet
Andréjo (07.11.2023, 15:49): Da könnte ich mich doch anschließen. Eine hoch raffinierte Nummer - urwüchsig, virtuos, in Anlage und Mitteln immer wieder verblüffend!
Joe Dvorak (08.11.2023, 04:02): Eine hoch raffinierte Nummer - urwüchsig, virtuos, in Anlage und Mitteln immer wieder verblüffend! So isses. :thumbsup:
Maurice inaktiv (09.11.2023, 08:49):
Joseph Marx: Eine Herbstsymphonie
Grazer Philharmoniker, Johannes Wildner
Geschrieben 1920/21, Uraufführung am 05.02.1922 durch die Wiener Philharmoniker unter Felix Weingartner. Erstaufführung im Graz 28.09.1922 durch Clemens Krauss. Während die Uraufführung noch einen gemischten Eindruck hinterließ (es gab mehr Zustimmung als Ablehnung), wurde die Erstaufführung in Graz für alle Beteiligte ein voller Erfolg.
Das viersätzige, gigantische Werk ist hier erstmals in der Originalfassung eingespielt und veröffentlicht worden. Das Werk widmete er seiner Lebensgefährtin und der Sängerin vieler seiner Lieder, Anna Hansa.
Marx, der ein entschiedener Gegner der Zweiten Wiener Schule war, stand sein ganzes Leben lang zur Tonalität, auch wenn er sie durchaus an die Grenzen geführt hat. Man kann das in diesem Werk gut heraushören, finde ich. Man kann sich aber auch gut vorstellen, dass die Wiener Philharmoniker 1922 nach nur drei Proben in diesem sehr komplexen Werk nicht wirklich wohlgefühlt haben und dadurch der Komposition nicht wirklich gerecht wurden.
Clemens Krauss, durch die Wagner-Opern sicher mit dem nötigen Durchblick geprägt, dürfte weitaus mehr Proben zur Verfügung gehabt haben, als er das Werk in Graz dann erstaufführte. Der Erfolg gab ihm zumindest recht, dem Werk aber auch den notwendigen Schub.
Da Joseph Marx trotz seiner Bekenntnis zur Tonalität, von den Nazis aus seinen Ämtern enthoben, konnte erst nach dem Kriege 1945 wieder aktiv ins Musikleben eingreifen.
Joseph Marx war mit sehr vielen zeitgenössischen Komponisten befreundet, darunter Alban Berg, Erich Wolfgang Korngold, Alfredo Casella, Zoltan Kodaly, Maurice Ravel, Franz Schmidt, Franz Schreker, Richard Strauss und Karol Szymanowski.
Gerd (09.11.2023, 11:00): Heidelberger Sinfoniker , Thomas Klumpp
Johannes Klumpp übernahm 2020 die Heidelberger Sinfoniker, nachdem Vorgänger Thomas Fey es gesundheitlich bereits ab 2014 nicht mehr leiten konnte. Klumpp ist auch Leiter des Folkwang Kammerorchesters Essen seit 2013. Während er in Essen an der GA der Mozart-Sinfonien wirkt, führt er in Heidelberg die GA der Haydn-Sinfonien fort, die bereits unter Thomas Fey begonnen wurde. Hallo und guten Tag zusammen. habe mich gestern angemeldet und bin ein Klassik-Interessierter seit einigen Jahren. Dieser hier angesprochene Haydn-Zyklus wurde dieses Jahr vollständig abgeschlossen von den Heidelberger Symphonikern mit Johannes Klumpp. Es gab extra aus diesem Anlaß im Sommer ein Konzert, bei dem wir zufällig neben Herrn Hänssler (Labelchef) saßen und ich mich in der Pause auch mit ihm unterhalten konnte. Auf der CD, die ich dort kaufte, war u.a. die erste Symph. von Haydn, noch mit Frey eingespielt. Das hohe Tempo (1. Symph./CD) hat mich regelrecht erschreckt aber "live" hat mir dieses Orchester unter Klumpp schon 2x dieses Jahr sehr gut gefallen. Die Heidelberger Symphoniker spielen offensichtlich mit Verve und viel lebendigem Schwung. Mir könnte das so durchgehend auf Dauer vielleicht etwas zu einseitig werden, habe mir aber noch kein Urteil gebildet, auch wenn ich das vor Ort durchaus sehr unterhaltsam fand. Vorerst bleibe ich überwiegend bei meinen alten Dorati-Einspielungen und ergänze einzeln bei Bedarf, wenn mir bessere gefallende Einspielungen über den Weg laufen sollten, wie Nr. 76 von Günter Wand, die ich unglaublich gelungen finde (hab die nun seit heute auch als LP):
Maurice inaktiv (09.11.2023, 13:14):
Wilhelm Furtwängler : Sinfonie Nr.2, E-Moll AD: 09./10.12.1954, Live aus dem Herkulessaal in München Mono
SO des BR, Eugen Jochum
Wilhelm Furtwängler wollte Zeit seines Lebens als Komponist Anerkennung finden. Doch seine langen, schwierigen und komplexe Werke haben e bis heute schwer. Immerhin gibt es sie auf CD zu hören und kaufen, im Saal findet man sie dagegen überhaupt nicht, oder sehr selten vor.
Durch diverse Gründe wollte Eugen Jochum Furtwänglers 2.Sinfonie dirigieren. Als Termin stand der 09./10.12.1954 zur Debatte, der es auch letzten Endes wurde. Jochum, der sein ganzes Leben lang ein großer Freund von Furtwänglers Interpretationen war, lud den hier Komponisten extra zu den Proben und der Aufführung ein, was er auch zusagte. Doch es sollte nicht mehr dazu kommen, denn Furtwängler verstarb überraschend am 30.11.1954.
So wurde dieses Konzert und auch dieser Mitschnitt zur Trauerfeier und Requiem für den großartigen Dirigenten Wilhelm Furtwängler, der auch ein ganz hervorragender Komponist war, auch wenn ihm darin nie die gleiche Anerkennung zuteil wurde.
Der Mono-Klang ist für 1954 in Ordnung, man kann auch irgendwie die Spannung fühlen, die damals geherrscht haben muss. Ich weiß nicht, ob es nicht überhaupt das erste Mal war, dass jemand Fremdes die Musik von "Fu" aufgeführt hatte, aber viele Konzerte wird es nicht gegeben haben, von Aufnahmen ganz angesehen.
Das Werk selbst ist rund 82 Minuten lang, wurde also auf zwei CDs übertragen. Für mich ist es ein Gemisch aus Mahler, Bruckner, Zemmlinsky und vielleicht auch noch Reger dazu. Brahms kann ich da nicht heraushören mehr, wie es etwa auf Wikipedia geschrieben steht, eher noch Schreker.
Maurice inaktiv (09.11.2023, 13:20): Hallo und guten Tag zusammen. habe mich gestern angemeldet und bin ein Klassik-Interessierter seit einigen Jahren. Herzlich Willkommen hier im Forum.
Dieser hier angesprochene Haydn-Zyklus wurde dieses Jahr vollständig abgeschlossen von den Heidelberger Symphonikern mit Johannes Klumpp. Es gab extra aus diesem Anlaß im Sommer ein Konzert, bei dem wir zufällig neben Herrn Hänssler (Labelchef) saßen und ich mich in der Pause auch mit ihm unterhalten konnte. Danke für die Info. Das ist eine sehr schöne Information übrigens.
Auf der CD, die ich dort kaufte, war u.a. die erste Symph. von Haydn, noch mit Frey eingespielt. Das hohe Tempo (1. Symph./CD) hat mich regelrecht erschreckt aber "live" hat mir dieses Orchester unter Klumpp schon 2x dieses Jahr sehr gut gefallen. Die Heidelberger Symphoniker spielen offensichtlich mit Verve und viel lebendigem Schwung. Ich bin ein großer Fan von Thomas Fey, dessen Haydn ich für ganz hervorragend halte. Endlich mal nicht so bieder und oftmals steif und langweilig wie Dorati das vor nun rund 50 Jahren noch dirigiert hatte. Diese Aufnahmen habe ich alle verkauft.
Ich finde auch die GA der Sinfonien unter Denis Russell Davies und dem Stuttgarter KO sehr gelungen. Haydn braucht den Biss und den Pfeffer, man darf den Bogen nur nicht überspannen - und genau DAS hatte Fey so wunderbar geschafft. Es wirkt in sich geschlossen, weder zu übertrieben noch zu sehr zugespitzt. Ich finde auch seinen Mendelssohn richtig klasse. Ebenfalls nie langweilig oder gar zu sehr auf die Spitze getrieben. Haydn hat nicht für tapsige Tanzbären geschrieben.
Andréjo (09.11.2023, 13:28): Die von Gerd oben abgebildete CD besitze ich auch und es könnte durchaus eine Empfehlung zu HOB. I/76 vorausgegangen sein. Ansonsten findet sie sich natürlich in meiner bekannten Gesamteinspielung, die Adam Fischer über ein Jahrzehnt hinweg erstellt hat. Ich weiß jetzt gar nicht genau, ob sie mit Antonini, den ich sammle, schon erschienen ist - ich glaube, nein.
Da man nun die über hundert Sinfonien als Nicht-Profi und Nicht-Spezialist kaum überblicken kann, so ist mir die Nummer 76 lange auch gar nicht weiter aufgefallen. Witzigerweise hat sich das mit der Anschaffung der Sinfonien von Robert Simpson geändert. Denn dort wird sie kurz zitiert, in dessen vierter Sinfonie.
Simpson kann ich all denen empfehlen, die gemäßigt moderne Klänge in orchestralem Gewand von 30 bis 60 Minuten Dauer schätzen. Er hat einen markanten Personalstil, ist Nielsen-Spezialist gewesen, was man nicht selten heraushört, und seine Musik erscheint sehr formstreng. Die Vierte höre ich eigentlich am liebsten, aber da gibt es unterschiedliche Präferenzen unter den Foristen.
...
Ja, und jetzt hätte ich gerne die Integrale verlinkt, finde sie aber weder bei jpc noch bei amazon, sondern nur Einzelausgaben. :/ Oder fehlt mir die nötige Intelligenz zum Suchen? - Es wäre nicht das erste Mal. :)
:hello Wolfgang
Maurice inaktiv (09.11.2023, 13:59):
Wilhelm Furtwängler : Sinfonie Nr.2, E-Moll AD: 09./10.12.1954, Live aus dem Herkulessaal in München Mono
SO des BR, Eugen Jochum
Wilhelm Furtwängler wollte Zeit seines Lebens als Komponist Anerkennung finden. Doch seine langen, schwierigen und komplexe Werke haben e bis heute schwer. Immerhin gibt es sie auf CD zu hören und kaufen, im Saal findet man sie dagegen überhaupt nicht, oder sehr selten vor.
Durch diverse Gründe wollte Eugen Jochum Furtwänglers 2.Sinfonie dirigieren. Als Termin stand der 09./10.12.1954 zur Debatte, der es auch letzten Endes wurde. Jochum, der sein ganzes Leben lang ein großer Freund von Furtwänglers Interpretationen war, lud den hier Komponisten extra zu den Proben und der Aufführung ein, was er auch zusagte. Doch es sollte nicht mehr dazu kommen, denn Furtwängler verstarb überraschend am 30.11.1954.
So wurde dieses Konzert und auch dieser Mitschnitt zur Trauerfeier und Requiem für den großartigen Dirigenten Wilhelm Furtwängler, der auch ein ganz hervorragender Komponist war, auch wenn ihm darin nie die gleiche Anerkennung zuteil wurde.
Der Mono-Klang ist für 1954 in Ordnung, man kann auch irgendwie die Spannung fühlen, die damals geherrscht haben muss. Ich weiß nicht, ob es nicht überhaupt das erste Mal war, dass jemand Fremdes die Musik von "Fu" aufgeführt hatte, aber viele Konzerte wird es nicht gegeben haben, von Aufnahmen ganz angesehen.
Das Werk selbst ist rund 82 Minuten lang, wurde also auf zwei CDs übertragen. Für mich ist es ein Gemisch aus Mahler, Bruckner, Zemmlinsky und vielleicht auch noch Reger dazu. Brahms kann ich da nicht heraushören mehr, wie es etwa auf Wikipedia geschrieben steht, eher noch Schreker.
Gerd (09.11.2023, 14:43): Endlich mal nicht so bieder und oftmals steif und langweilig wie Dorati das vor nun rund 50 Jahren noch dirigiert hatte. Hallo Maurice, danke und hm, ich muß sagen, daß mir z.B. die Dorati-80+81 zuhause dann, nachdem die Heidelberger mir persönlich etwas zu gleichförmig schwungvoll-vergnügt interpretiert hatten, doch etwas besser gefallen hatten, denn mein Eindruck war bisher, daß es manchmal zu eindimensional (i.S.v. alle Sätze einer Symphonie scheinen so die ähnliche Grund- "Stimmumg" zu verbreiten, alle Symphonien ebenfalls) kraftvoll-vergnügt und frisch klingen kann, und bei Dorati besonders die letzten 2 Dutzend Haydn-Symphonien doch sehr abwechslungsreich und ausgewogen und heute noch sehr gut sich behauptend klingen, was man am erstklassigen Decca-Sound (das waren tolle Techniker) und an den ungarischen Musikern, die durchaus auch der Prägung Haydns näher gewesen sein könnten, festmachen kann. Außerdem sind diese CDs immer noch sehr gesucht und gebraucht nur recht teuer zu erstehen, also die Nachfrage bei Klassikfans wohl nicht zu Unrecht immer noch sehr hoch. Ich muß gestehen, daß ich zumindest für diese späteren Nummern die Kritik an Dorati nicht nachfühlen kann, eher bei den frühen Nummern. Aber zum Glück ist das Geschmacksache. Doch Freys erste Haydn-Symphonien klingen für mich ein bißchen zu schnell, so daß ich viele Details nicht mehr hören kann und die Grundemotion eingeengt wird auf Schwung ohne Gravität, für meine Ohren, ich habe deshalb diese Frey-CD wieder verkauft, weil ich die "Roy Goodman"-Einspielung hier sehr ausgewogen finde:
Schön ist natürlich, daß mittlerweile einige mehr Gesamteinspielungen vorliegen, durch die ich mich noch nicht durchkämpfen konnte. Man muß ja auch noch Zeit haben, andere Komponisten hören zu können.
Maurice inaktiv (09.11.2023, 17:45): Ja, und jetzt hätte ich gerne die Integrale verlinkt, finde sie aber weder bei jpc noch bei amazon, sondern nur Einzelausgaben. Oder fehlt mir die nötige Intelligenz zum Suchen? - Es wäre nicht das erste Mal. Welche suchst Du denn genau?
Die Adam Fischer-GA der Haydn-Sinfonien ist leider für mich keine echte Empfehlung mehr, weil die frühen Aufnahmen oftmals recht bieder daher kommen. Erst, als Fischer auch die Erfahrungen der HIP-Bewegung in sein Dirigat einfließen lässt, kommt sein Haydn auf Touren. Vorher ist es auch nur langweiliger Einheitsbrei, den man bereits zu oft kaufen konnte. Dann doch lieber die Roy Goodman-Einspielungen, die auch um 1989/90 herum begonnen, aber nie abgeschlossen wurden. Dafür stimmen dort Tempo, Spielwitz und Spannung. Auch klanglich sind sie den frühen Brilliant Classics-Aufnahmen überlegen.
Wenn Du di3 Aufnahmen von Thomas Fey und später dann Johannes Klumpp meinst, kenne ich noch keine Box, die alle Sinfonien enthält.
Maurice inaktiv (09.11.2023, 17:48): Doch Freys erste Haydn-Symphonien klingen für mich ein bißchen zu schnell, so daß ich viele Details nicht mehr hören kann und die Grundemotion eingeengt wird auf Schwung ohne Gravität, für meine Ohren, ich habe deshalb diese Frey-CD wieder verkauft, weil ich die "Roy Goodman"-Einspielung hier sehr ausgewogen finde:
Schön ist natürlich, daß mittlerweile einige mehr Gesamteinspielungen vorliegen, durch die ich mich noch nicht durchkämpfen konnte. Man muß ja auch noch Zeit haben, andere Komponisten hören zu können. Ich besitze diese Aufnahmen auch von Roy Goodman. Insgesamt ein sehr gut hörbarer, vitaler und spannender Haydn. Da gebe ich Dir absolut recht. Das andere Posting zuvor hätte eigentlich bereits VOR Deiner Antwort ankommen sollen, aber irgendwie ist es im System hängen geblieben.
Andréjo (09.11.2023, 19:01): Ja, und jetzt hätte ich gerne die Integrale verlinkt, finde sie aber weder bei jpc noch bei amazon, sondern nur Einzelausgaben. Oder fehlt mir die nötige Intelligenz zum Suchen? - Es wäre nicht das erste Mal. Welche suchst Du denn genau? Den Simpson Robert.
Bei Fischers großem Gesamt-Haydn - er hat ja schon wieder neu begonnen, wie mir scheint - muss man freilich Spreu unterschiedlicher Güte vom unterschiedlichen Weizen trennen. ;) :)
Maurice inaktiv (09.11.2023, 22:43): Den Simpson Robert. Verstehe. Die GA der Sinfonien ist eh zur Zeit nicht mehr erhältlich. Daher ist das nicht so tragisch jetzt.
Andréjo (09.11.2023, 23:12): Noch mal @ Simpson: Ich hab's mir natürlich gedacht und finde es ein wenig schade. Die Einzelausgaben sind halt teuer, aber vielleicht kann jemand, der sich sehr interessiert, noch alles zusammenstellen. Ich glaube, das habe ich selber auch schon mal so gehandhabt.
Meine Empfehlung hätte die oder der Betroffene auf jeden Fall. :)
EDIT: Doch, soeben habe ich ein Gebrauchtexemplar bei amazon für € 75,- gefunden. Kein Schnäppchen also, aber vermutlich billiger als sie einzeln zusammenzukaufen, was offenbar auch noch klappen würde. Vorhin habe ich das Exemplar übersehen und jetzt will ich es auch nicht mehr verlinken. Es handelt sich wieder einmal um diesen - was weiß ich - dänischen Text zum nicht verfügbaren Coverbild ... :whistling:
Robert Simpson - The Complete Symphonies Diverse Orchester, Vernon Handley (Nos. 1-10), Matthew Taylor (No. 11)
Bei Discogs will einer 45 Euronen plus Versandkosten haben.
Joe Dvorak (10.11.2023, 02:18):
György Kurtág - Complete Works for Ensemble and Choir Asko | Schönberg, Netherlands Radio Choir, Reinbert de Leeuw
Aus diesem fetten Dreifach-Album höre ich: Doppelkonzert für Klavier, Violoncello & zwei Kammerorchester, op. 27/2 + Tamara Stefanovich, Jean-Guihen Queyras Samuel Beckett: What is the Word, op. 30b + Gerrie de Vries (Mezzosopran)
Andréjo (10.11.2023, 09:19): @ Simpson: Discogs-Anbieter verlangen oft überzogene Portokosten, aber bei einer Box dieser Größenordnung lohnt sich das dann allenthalben - zumal die 11 Euronen vergleichsweise unspannend sind, es könnten auch 30 sein.
Danke an Joe für's Cover!
:) Wolfgang
Joe Dvorak (10.11.2023, 12:33): Hallo @Gerd, herzlich willkommen im Forum! :hello
Schön, dass über Haydn diskutiert wird. Da bekomme ich gleich Lust, ihn mal wieder zu strömen:
Joseph Haydn - Sinfonie fis-Moll Hob. I:45 "Abschied" & C-Dur Hob. I:60 "Il Distratto" Contentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt
Gerd (10.11.2023, 18:21): Hallo Joe, danke, ja ich habe für mich erst vor 1 Jahr etwa und endlich, muß ich sagen, Haydn "entdeckt" und mich mit seiner Musik beschäftigt, ich habe 2 gute Bücher über ihn gelesen und viele Symphonien (ca. die Hälfte mindestens) angehört, die Schöpfung, viele Streichquartette, Klaviersonaten (Brendel) und ein Klavierkonzert und eben diese 2 Konzerte der Heidelberger Symphoniker gesehen und Haydn ist nun für mich eine wunderbare neue musikalische Welt, die sich doch sehr von den späteren Komponisten, die ich vorher kennenlernte, unterscheidet. Er wird mir immer bedeutsamer und seine schwierigen Startbedingungen in Armut und Selbststudium ringen größten Respekt ab. Ein Jahrhundertereignis des 18. Jahrhunderts.
In diese Harnoncout-Version muß ich mal im Stream reinhören nachher...
Die Abschieds-Symphonie ist diejenige, bei der Haydn am Schluß nach und nach das Pultlicht der einzelnen Musiker löschen lies und Einer nach dem Anderen aufhört zu spielen, denn die Musiker wollten dem Fürsten Ihre Niedergeschlagenheit zeigen, da sie Heimweh nach Ihren Familien hatten und endlich in Urlaub wollten, es zeigte Wirkung...
Die Nr. 60 war eigentlich Bühnenmusik zu "Der Zerstreute" oder eben "Il Distratto" und wurde von "Kennern damals als ein Meisterstück" (Text des Booklets) angesehen und hat deshalb auch 6 Sätze wohl. Die 60er Symphonien enthalten einige Bühnenmusiken, wobei die 67 wohl die interessanteste ist. Hier eine Übersicht, wo man in alle reinhören kann:
Haydn107
Sfantu (10.11.2023, 21:08): Hallo @Gerd
ein herzliches Willkommen auch von mir Und schön, zu lesen, daß wieder jemand eine Lanze für Dorátis Haydn-Einspielungen bricht. Ich habe seine Sinfonien-Totale noch auf Schallplatten - nach wie vor eine Instanz! Viele nach ihm machten Vieles auf andere Weise ähnlich gut. Die durchgehende Konsistenz, die Stilsicherheit und Überzeugungskraft seines Zyklus' - übertroffen wurden sie meines Erachtens bisher aber nie.
Viel Freude am Entdecken und am erkenntnisreichen Austausch wünsche ich Dir und uns!
Viele Grüße, Sfantu
Nicolas_Aine (11.11.2023, 00:56): Lieber Gerd, auch von mir herzlich willkommen!
Ich will eure Haydn Diskussion nicjt unterbrechen, aber bei mir läuft zu später Stunde (irgendwie passend):
F. Mendelssohn-Bartholdy: Die erste Walpurgisnacht
Birgit Remmert, Mezzosopran Uwe Heilmann, Tenor Thomas Hampson, Bariton René Pape, Bass Arnold Schönberg Chor, Erwin Ortner Chamber Orchestra of Europe Nicolas Harnoncourt
Joe Dvorak (11.11.2023, 01:55): Hallo @Gerd
ein herzliches Willkommen auch von mir Und schön, zu lesen, daß wieder jemand eine Lanze für Dorátis Haydn-Einspielungen bricht. Ich habe seine Sinfonien-Totale noch auf Schallplatten - nach wie vor eine Instanz! Viele nach ihm machten Vieles auf andere Weise ähnlich gut. Die durchgehende Konsistenz, die Stilsicherheit und Überzeugungskraft seines Zyklus' - übertroffen wurden sie meines Erachtens bisher aber nie. Ich breche mit. Den ganzen Dorati hatte ich in der Originalausgabe auf CD dabei als ich mit zwei Koffern auf Unbestimmt in die Ferne entschwand. Damals begründete ich das wie folgt: Es mag hier und da aufregendere Einzeleinspielungen geben, aber so geschlossene und mätzchenfreie Gesamteinspielungen mit Langzeittauglichkeit hat später niemand mehr hingekriegt. (Der Plural deshalb, weil dies noch die Gesamtaufnahme der Streichquartette mit den Aeolians einschloss.) Ich kann die Kritik an diesem Zyklus aus heutiger Sicht durchaus nachvollziehen, aber meist nur dann, wenn ich mir einige Menuette aus den frühen Symphonien anhöre. Das wirkt im Vergleich mit den HIPstern manchmal schon etwas pomadig. Was mir bei denen oft fehlt, ist die "Gravität". Was heisst das eigentlich? Würde, Ernsthaftigkeit, oder Erhabenheit der Haltung. Ja, irgendwie sowas meine ich...
Joe Dvorak (11.11.2023, 06:47):
Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonie Nr. 31 D-Dur, K.300a "Paris"; Nr. 35 D-Dur, K.385 "Haffner" & Nr. 40 g-Moll, K.550 Symphony Nova Scotia, Georg Tintner
Das ist herausragend - in dem Sinne, dass hier interpretatorisch nichts herausragt und es dennoch absolut stimming und hineinziehend ist.
Gerd (11.11.2023, 11:20): Vielen Dank fürs Willkommenheißen, ich finde, daß Doratis Gesamteinspielung (ich habe die Hälfte auf Vinyl und die andere Hälfte auf CD angeschafft mittlerweile) eine sehr gute Basis darstellt und von der ausgehend kann man praktisch andere Einzeleinspielungen vergleichen und ggf. ja dazukaufen im Einzelfall.
Eben grade höre ich aber Schumanns wunderbares Klavierkonzert Op 54, Royal Philharmonic Orch. mit Malcolm Franger...(Vinylbox "Das Beste" war noch mint/sealed...)
Nachher gehts in den Herbstwald...
Maurice inaktiv (11.11.2023, 11:45): Bei Haydn der Mozart brauche ich im Regelfall kein volles Orchester, daher bevorzuge ich Kammerorchester. Bei Haydn geht mir oftmals das Pointierte, der Witz zu sehr unter. Auch bei Dorati war das so. Vielleicht höre und empfinde ich Haydn einfach anders, das weiß ich nicht. Doch ich fühle mich bei Roy Goodman, Norrington, Thomas Fey oder Harnoncourt sehr wohl. Wer auch einen wirklich sehr guten Haydn konnte waren Leonard Bernstein oder Sir Simon Rattle.
Bei Karajan winke ich ab, das ist mir einfach zu viel Schönklang, das war Haydn nicht, Haydn wollte sehr wohl die Akzente auf dem Punkt haben, aber nicht glatt gebügelt für das Häppchen-Meeting der High Society, auch wenn er vielleicht dafür geschrieben hatte.
Adam Fischers Brilliant Classics-Zyklus wurde durch die Zweiteilung für mich unglaubwürdig. Zunächst bieder wie andere Dirigenten, aber dann erstaunlich frisch und die HIP-Bewegung mit einbauend. Hier hätte man die altbackenen Einspielungen neu aufnehmen müssen.
Bei Mozart empfinde ich es noch extremer. Böhms Mozart war für mich sehr viele Jahre der Grund, dass ich mir Mozart nicht mehr geben konnte und wollte. Erst Sir Roger Norrington hatte diesen "Böhm-Fluch" besiegen können. Selbst Harnoncourt konnte das dicke Brett vor den Ohren nicht lösen, allenfalls mal leicht ankratzen.
Gerd (11.11.2023, 17:06): Bei Haydn geht mir oftmals das Pointierte, der Witz zu sehr unter. Auch bei Dorati war das so. ja, bei Dorati sind die "Witze" Haydns selten gut zu verstehen, finde ich auch
Bei Karajan winke ich ab, das ist mir einfach zu viel Schönklang, das war Haydn nicht, auch das sehe ich genauso
Bei Mozart empfinde ich es noch extremer. Böhms Mozart war für mich sehr viele Jahre der Grund, dass ich mir Mozart nicht mehr geben konnte und wollte. Ja, mir ging das ähnlich und ich muß aber zugeben, daß ich mittlerweile Böhms Mozart wieder gut finde und gerne höre, auch wenn ich mir bewußt bin, daß Mozart eigentlich nicht romantisch komponiert gewesen sein kann; Böhm ist für mich allerdings auch ein gern gehörter Gegenspieler zu Leibowitz z.B. , denn Böhm ist altmodische Geschmacksache zwar, aber er hat sehr genau und differenziert ausgearbeitet und definiert gearbeitet mit hoher Qualität, weswegen ich Fan von Böhm wieder geworden bin, auch wenn er extrem "out" ist
Maurice inaktiv (11.11.2023, 22:21): Ja, mir ging das ähnlich und ich muß aber zugeben, daß ich mittlerweile Böhms Mozart wieder gut finde und gerne höre, auch wenn ich mir bewußt bin, daß Mozart eigentlich nicht romantisch komponiert gewesen sein kann; Mir hat er Mozart schlicht und einfach total verbaut. Seinen Bruckner oder Strauss finde ich wirklich absolut hörenswert, dann bin ich bei Böhm schon raus.
Böhm ist altmodische Geschmacksache zwar, aber er hat sehr genau und differenziert ausgearbeitet und definiert gearbeitet mit hoher Qualität, weswegen ich Fan von Böhm wieder geworden bin, auch wenn er extrem "out" ist Ach, es fängt schon mit der großen Orchesterbesetzung an. Die BP waren zu diesem Zeitpunkt bereits stark "karajanisiert", dazu Böhms mir altbackener Ansatzpunkt bei Mozart. Da tut sich nichts bei mir, es langweilt nur. Das ist Kaufhausmusik, in DEM Fall hochwertige Kaufhausmusik, aber eben kein interessanter Mozart. Ich müsste mal den Josef Krips hören, der da wohl etwas modernerer Auffassung war, aber ich scheue mich davor wie der Teufel das Weihwasser.
Da finde ich den Sandor Vegh um Längen interessanter. Dessen Einspielungen der Serenaden von Mozart habe ich hier stehen. Das klingt mir schon weitaus besser und näher bei Mozart als der ganze Brei von Böhm.
Gerd (11.11.2023, 23:01): Ach, es fängt schon mit der großen Orchesterbesetzung an. Die BP waren zu diesem Zeitpunkt bereits stark "karajanisiert", dazu Böhms mir altbackener Ansatzpunkt bei Mozart. Da tut sich nichts bei mir, es langweilt nur. Das ist Kaufhausmusik, in DEM Fall hochwertige Kaufhausmusik, aber eben kein interessanter Mozart. oh, da kann ich nicht mitgehen, Böhm ist für mich einer der Allerbesten, auch bei Mozart und trotz der eher romantischen aber präzise-langsamen Interpretation ist es große Kunst und in sich schlüssig für mich - und Böhm darf man schon respektieren: allein seine 1. von Brahms mit den Berlinern oder die Große C-Dur mit den Berlinern sind für mich Referenz; Böhm war ein einzigartig guter Dirigent für mich, den ich nicht missen möchte und dennoch gefallen mir auch modernere Dirigentenergebnisse, die ruhig konträr zu Böhm sein dürfen, man darf nicht vergessen, auf welchem hohen Niveau die alle gearbeitet haben. Es ist doch schön, daß es so viele verschiedene Ergebnisse gibt, letztlich weiß niemand, wie eine Mozart-Symphonie im 18.Jhd wirklich geklungen hat und wie es Mozart selbst mit den heutigen Möglichkeiten am Besten gefallen würde. Aber die Leibowitz-Fassung der Jupiter-Symphonie macht für mich auch wesentlich mehr Sinn als die von Böhm, die mir zu langsam ist.
Maurice inaktiv (12.11.2023, 16:20): oh, da kann ich nicht mitgehen, Böhm ist für mich einer der Allerbesten, auch bei Mozart und trotz der eher romantischen aber präzise-langsamen Interpretation ist es große Kunst und in sich schlüssig für mich - und Böhm darf man schon respektieren: Ich verkürze den Satz von Dir auf das für Mozart wichtigste: Böhm "romantisiert" Mozart, aber zu dessen Zeit war die Romantik stilistisch doch noch ein ganzes Stück entfernt. Daher halte ich diesen Ansatz von Böhm für seinen Jahrgang typisch, aus musikhistorischer Sicht aber falsch.
Es ist doch schön, daß es so viele verschiedene Ergebnisse gibt, letztlich weiß niemand, wie eine Mozart-Symphonie im 18.Jhd wirklich geklungen hat und wie es Mozart selbst mit den heutigen Möglichkeiten am Besten gefallen würde. Den ersten Teil unterschreibe ich Dir zumindest teilweise, den zweiten Teil aus musikhistorischer Sicht nicht. Man weiß eine ganze Menge über die Zeit um 1750-1790 herum. Ganz sicher kann man sein, dass die Orchester im Regelfall mehr in Richtung Kammerorchester gegangen sind, dass auf Darmseiten gespielt wurde und es keine Ventilinstrumente gab. Als Trompeter mit zumindest damals klassischer Ausbildung habe ich mich natürlich auch für solche Dinge interessiert, wie Entstehung der Ventile, bzw. der Möglichkeiten, Halbtöne präziser spielen zu können. Mozarts Musik dürfte also durch die weitaus beleseneren HIP-Dirigenten und dann auch Musiker, heute (oder vielleicht auch bereits 1990) dem Klang Mozarts näher gekommen sein als es unter der Generation Böhm geschah.
Böhm darf man schon respektieren: allein seine 1. von Brahms mit den Berlinern oder die Große C-Dur mit den Berlinern sind für mich Referenz; Böhm war ein einzigartig guter Dirigent für mich, den ich nicht missen möchte und dennoch gefallen mir auch modernere Dirigentenergebnisse, die ruhig konträr zu Böhm sein dürfen, man darf nicht vergessen, auf welchem hohen Niveau die alle gearbeitet haben. Das werde ich auch überhaupt nicht abstreiten, daher sind wir uns da durchaus einer Meinung. Inzwischen sind aber mehrere Jahrzehnte vergangen. Die Möglichkeiten der ausübenden Musiker sind inzwischen weitaus besser geworden, die Ausbildung und das technische Können ebenso. Auch dir Dirigenten haben sich (bis auf Thielemann) ihre Ansichten durch die HIP-Bewegung verändert. Da sind wir inzwischen bei der vielleicht vierten Generation der HIP-Bewegung angekommen. Allerdings wird heute teilweise sehr überstürzt und zu viel am Klang und Tempo "herumgebastelt". So mancher bekannte HIP-Dirigent ist dann auch schon mal damit auf die Nase gefallen.
Ich bin gespannt, wohin die Reise gehen wird. Bei den alten Meistern ist man inzwischen am Ende angekommen, dort ist mit zu viel der HIP-Kunst kein echter Erfolg mehr möglich.
Dass Böhm Brahms, Schubert, Bruckner oder Wagner "konnte", war für einen Dirigenten aus dem deutschsprachigen Raum selbstverständlich. Ich möchte dem Karl Böhm auch kein Unrecht antun, aber sein Mozart ist überhaupt nicht mein Ding.
Joe Dvorak (12.11.2023, 16:38): Der Wahn! Da ich mich gerade außerhalb der Great Firewall befinde, habe ich etwas auf Youtube gestöbert. Eigentlich ist das ein übler Zeitfresser par excellence und strikt zu meiden, aber dafür hat es sich gelohnt:
Beethoven's Symphony No. 9 / Klaus Mäkelä / Oslo Philharmonic
Der Wahn! Okay, das sagte ich schon. Der damals 23-Jährige und sein bestens aufgelegtes Orchester plus Chor & Solisten räumen so ziemlich alles weg, was sich da draußen so tummelt(e) und meinte, sich an dieses Werk heranmachen zu dürfen.
Gerd (12.11.2023, 18:09): aus musikhistorischer Sicht aber falsch. ja, das stimmt, klar. . Es ist natürlich wahrscheinlicher, daß die Mozartsymphonien besser "funktionieren" wenn man sich der historischen Praxis annähert. Aber wer weiß, ob die Böhmsche Version dem Mozart nicht trotzdem gefallen hätte, denn er hatte so große Orchester nicht zur Verfügung und die Romantik kannte Mozart nicht und mußte erst erkämpft werden u.a. von fast-Romantikern wie Beethoven und Schubert. Mozarts Klavierstil soll ja recht trocken ohne Pedal etwas "gehackt" gewesen sein (die Klaviere damals haben noch nicht sehr gut geklungen), ob die musikhistorisch korrekte Darbietung 1. überhaupt je möglich wird und 2. überhaupt das beste Ergebnis liefert ist ja unsicher. Alle Urteile bleiben so oder so begründet eh Geschmacksache. Bei mir dürfen moderne und alte Aufführungspraktiken neben- und nacheinander je nach Laune gehört werden, ich kann aber nachvollziehen, weswegen Dir Böhms Mozart nicht gefällt, sein Beethoven mit den Wienern finde ich z.B. auch überwiegend träge und laaangsam, so daß ich die LP-Box wieder verkauft hatte, allerdings voreilig, denn manchmal wäre ich in der Stimmung, Beethoven mal etwas entspannter gespielt zu hören, ob das nun so gewollt war oder nicht wäre egal. Nee, ich finde es gut, daß es so viele verschiedene Einspielungen gibt, zwischen denen man wählen kann, vorausgesetzt die Qualität und Präzision stimmt, was beim Böhm angenommen werden kann.
Gerd (12.11.2023, 18:13): Dass Böhm Brahms, Schubert, Bruckner oder Wagner "konnte", war für einen Dirigenten aus dem deutschsprachigen Raum selbstverständlich bei Schubert und Brahms ist gar nichts selbstverständlich, da ist Böhm kein Durchschnitt, sondern einzigartig und ganz vorne dabei, findet ich.
Gerd (12.11.2023, 21:12): Beethoven's Symphony No. 9 / Klaus Mäkelä / Oslo Philharmonic
Der Wahn! Okay, das sagte ich schon. Der damals 23-Jährige und sein bestens aufgelegtes Orchester plus Chor & Solisten räumen so ziemlich alles weg, was sich da draußen so tummelt(e) und meinte, sich an dieses Werk heranmachen zu dürfen. guter Tipp
Joe Dvorak (13.11.2023, 07:09):
George Crumb - Works for Amplified Piano(s) Yoshiko Shimizu Celestial Mechanics (Makrokosmos IV) (1979/2012) Kosmische Tänze für verstärktes Klavier, vierhändig (und sechshändig) Zeitgeist (1988) 6 Tableaux für zwei verstärkte Klaviere, Buch I Otherworldly Resonances (2005) (Tableaux, Buch II) für zwei verstärkte Klaviere Ich bin versucht, für die Bewertung dieses Albums wieder den Wahn zu bemühen, aber das lasse ich mal besser, sonst glaubt das Forum noch, ich sei von demselben befallen.
Gerd (13.11.2023, 09:18): den Wahn zu bemühen Guten Morgen Joe, wer oder was ist denn "der Wahn"? Ich nehme an, nicht die Stimmen in deinem Kopf, sondern ein Autor? :-)
Maurice inaktiv (13.11.2023, 11:53):
Max Bruch: Sinfonie Nr.2 , f-Moll
Neue Philharmonie Westfalen, Johannes Wildner
Die Interpretation gefällt mir, der Klang ist für eine SACD nicht gut. Irgendwie alles zu weit weg. Die hohen Streicher klingen irgendwie dünn, das kann an der Technik, aber auch an meinem dicken Kopf von der Erkältung her liegen.
Andréjo (13.11.2023, 12:18): den Wahn zu bemühen Guten Morgen Joe, wer oder was ist denn "der Wahn"? Ich nehme an, nicht die Stimmen in deinem Kopf, sondern ein Autor? :-) Der Wahnsinn wird's halt sein - eine wahnsinnig gute Aufnahme! Aber der Gerd wird's schon heimlich geahnt oder gar gewusst haben. :)
Wahn, Wahn, überall Wahn. Oder so ähnlich. Kommt mir jedenfalls bekannt vor.
:hello Wolfgang
Gerd (13.11.2023, 17:12): Der Wahnsinn wird's halt sein ach so, im Sinne von Oliver Kahns Lieblingswort...:-)
Amonasro (13.11.2023, 22:27): Gerd, auch von mir herzlich willkommen! :beer
Bei mir heute Spanisches:
Joaquín Rodrigo:
Concierto de Aranjuez Fantasía para un gentilhombre Cançoneta Invocation et Danse Trois petites pièces
Pepe Romero (Gitarre) Augustín Leon Ara (Violine) Christine Pendrill (Englischhorn)
Academy of St Martin in the Fields, Neville Marriner
Gruß Amonasro
Gerd (14.11.2023, 15:45): Hallo Amonasro, ich Danke Dir :-)
...und hier ist, was ich zuletzt gehört habe (besonders das Bach-Stück ist selten und sehr schön, gibts auch auf youtube) : :hello
Wer die Einzel-CD haben möchte, kann sich bei Amazon umschauen. Dort wird die CD für ein paar Cent verramscht. Eine Schande, aber vielleicht findet sie so jemanden, der diese sehr schöne Musik zu schätzen weiß.
Alnaes schrieb seine beiden Werke im Geburtsjahr von Felix Draeseke und 11 Jahre nach Draesekes letzter (4.Sinfonie) Sinfonie. Alnaes war nach Edvard Grieg, Johan Svendsen, Christian Sinding und Johan Halvorsen einer der führenden Komponisten Norwegens gewesen. Auch diese CD ist zur Zeit recht günstig auf dem Marketplace zu erwerben.
Gerd (15.11.2023, 12:04): Felix Draeseke (1835-1913) : Sinfonien Nr.1 Danke, kannte ich gar nicht, hab mir grade den 2. Satz angehört auf youtube: der ist sehr spannend und gefällt mir sehr! Und was entdecke ich dank youtube da am Rande? Die mir völlig unbekannte, offensichtlich damals sehr angesehene Komponistin Emilie Mayer, die lt. Wiki "der weibliche Beethoven genannt wurde" (wobei ich nicht finde, daß sie nach Beethoven klingt, sondern ihren eigenen Stil hat):
"Emilie Luise Friederika Mayer (* 14. Mai 1812 in Friedland (Mecklenburg); † 10. April 1883 in Berlin) war eine deutsche Komponistin. Sie war in ihrer Zeit hochgefeiert und galt weithin als der „weibliche Beethoven“. Emilie Mayer komponierte acht Sinfonien, Konzertouvertüren, ein Klavierkonzert, Kammermusik und Lieder. Ihre Werke sind stilistisch von der Wiener Klassik sowie ab den 1850er Jahren von Beethoven beeinflusst, wobei sie zunehmend eine eigene Tonsprache fand. In den 1860er Jahren komponierte sie überwiegend Kammermusik; besonders in ihren Violinsonaten zeigen sich frühromantische Anklänge. Emilie Mayer gehört zu den bedeutendsten Komponistinnen des 19. Jahrhunderts."
..hat mir auf Anhieb auch gleich gefallen. Z.B. der 2. + 3. Satz der 7. Symphonie von ihr, oder Ihr Klavierkonzert - bin begeistert!
Andréjo (15.11.2023, 12:57): Ja, ich finde auch, dass Emilie (Emilia?) Mayer eine bemerkenswert eigene Sprache hat. Ein paar Sachen kenne ich. Das Klavierkonzert hat mich weniger angesprochen, es klingt mir zu sehr nach einem abgeflachten Mozart.
:) Wolfgang
Gerd (15.11.2023, 17:43): Hallo Wolfgang, Sternchen? Meinst Du den Daumen hoch, "gefällt mir" den man vergeben kann und dann "+1" oben steht? Oder was meinst Du, weil ich sehe nirgends irgendwelche Sternchen und hab auch keine vermißt, um deine Frage zu beantworten. Hab ich irgendwie den Eindruck vermittelt irgendwelche Sternchen zu wollen? Dann sorry :-) :-) ich brauche keine!!!! :-) :-) also möchtest Du nicht, daß ich bei Dir einen "gefällt mir" vergebe, ich dachte das ist eine Möglichkeit auszudrücken, daß man einem Beitrag zustimmt, ob einem die Musik, die vorgestellt wird "gefällt" oder ob einem der Beitrag "gefällt", wenn man den besser nicht benutzen soll hier, dann sagt mir das, aber bisher wurde ich nur gefragt, ob ich "Sternchen möchte" die Funktion ist m.E. nicht als "Lob" gedacht, aber scheinbar falle ich negativ mit der Benutzung dieser Funktion auf? Ich finde sie praktisch um einem Beitrag zuzustimmen, nicht um die Person dahinter zu loben und man geht ja in ein Forum, um Reaktionen verschiedener Art zu bekommen, ich nutze dabei sowohl Textantworten genauso wie die "gefällt mir" - Funktion. Ist das hier nicht gerne gesehen? Dann laß ich das. Gibt ja noch den hier zur Not: :thumbsup:
nee, nicht Emilia:
Emilie Mayer – Wikipedia
Der Anfang des Klavierkonzerts gefällt mir schon sehr gut von ihr, es gibt ein Video auf youtube, bei dem eine weibliche Dirigentin ein rein weibliches Orchester dieses Konzert dirigiert mit einer weiblichen Pianistin...konnte noch nichts Abgeflachtes in dem Stück erkennen, muß aber noch etwas länger ihre Musik hören, hab bisher nur in Teile reingehört. Vielleicht "flacht" auch meine Meinung ja noch ab, aber einige Sätze von Symphonien von ihr kenne ich bereits und das klingt nicht nur nach Mozart, sie liegt irgendwie zwischen Klassik und Romantik (beim Klavierkonzert 1. Satz mehr nach Klassik, schon im 2. moderner mit originellen Ideen) und hat einen eigenen Stil, finde ich jetzt schon. Du mußt mir aber auf keinen Fall nun einen "Daumen hoch geben" Haha!
Andréjo (15.11.2023, 18:39): :) Das sind die Likes unter dem Avatar-Bild. Aber ich mag diese unnötigen Anglizismen nicht sonderlich. Und um die zu vergeben, klickt man in der Tat beim gewünschten Beitrag das Emotikon Daumen nach oben an.
Die "Likes" mögen hier manche und manche legen keinen Wert darauf oder sind eben der Meinung, man könne das Lob an den Beitrag auch schlichtweg formulieren. Mit Sicherheit sind sie von niemandem verpönt - mein Eindruck. Und das Gegenteil gilt halt auch nicht. Man möge mir gerne widersprechen, sollte ich doch nicht so ganz richtig liegen.
Und - nein - Du hast keinerlei Interesse in diese Richtung gezeigt. Ich wollte Dich nur ungefragt aufklären, was nun nicht wirklich nötig war - Pardon! ;) :)
Danke für die Emilie mit e. Ich hätte natürlich auch einfach nachschauen können.
Noch zum Klavierkonzert. Natürlich stört mich die Musik nicht - warum sollte sie? Aber im Vergleich zu ihren Sinfonien erscheint mir das Konzert dann doch rückwärtsgewandt. Anders ausgedrückt: Es gibt ihre Eigenständigkeit für mich nicht deutlich genug wieder. Und Mozart erreicht sie natürlich nicht. Ansonsten fällt mir bei den Sinfonien - die ich kenne - Mozart eigentlich gar nicht mehr ein. Wenn's denn sein muss, dann eher Schumann oder der auch nahezu unbekannte, aber in der zweiten Sinfonie beinahe geniale Burgmüller. Der Norbert, nicht der Friedrich. Der Friedrich hat eher gefällige Klaviernummern von geringer Bedeutung geschrieben.
:hello Wolfgang
Gerd (15.11.2023, 20:57): In der Tat: ich habe vorhin das Klavierkonzert von E.M. vollständig gehört, es ist im Gegensatz zur z.B. 4. oder 7. Symphonie wirklich stark im Stil der Klassik komponiert (vielleicht der 2. Satz etwas weniger) und an sich zwar ein schönes Stück Musik mit z.T. auch originellen Einfällen, aber tatsächlich - wie Du sagst - rückwärtsgewandt, denn es ist ja Mitte des 19. Jahrhunderts komponiert von E.M. vermute ich. Dann höre ich mir nun gleich mal die 7. und 4. vollständig an...
Nicolas_Aine (15.11.2023, 21:45):
F. Mendelssohn-Bartholdy: Streichquartett D-Dur Op. 44 Nr. 1
Bartholdy Quartett
Maurice inaktiv (15.11.2023, 22:08): Danke, kannte ich gar nicht, hab mir grade den 2. Satz angehört auf youtube: der ist sehr spannend und gefällt mir sehr! Immer wieder gerne. Bei den Raritäten bist Du bei mir übrigens absolut richtig.
Und was entdecke ich dank youtube da am Rande? Die mir völlig unbekannte, offensichtlich damals sehr angesehene Komponistin Emilie Mayer, die lt. Wiki "der weibliche Beethoven genannt wurde" Ach, die kanntest Du auch nicht? OH, Gerd !! Dein Geldbeutel könnte stark geschädigt werden. :D Wobei n modernen Zeiten man ja genug Hörmaterial im Netz bekommt für einen Monatspreis. Das Label CPO ist gerade dabei eine GA der Sinfonien von ihr aufzunehmen. Auch gibt es Einzelaufnahmen diverser Werke und seines Klavierkonzertes.
Ich selbst besitze die Einspielung der Sinfonien Nr.3 & 6 mit dem Philharmonischen Orchester Bremerhaven unter Marc Niemann. Noch ungehört habe ich die Vierte und das Klavierkonzert hier neu liegen (auf Capriccio).
Nicolas_Aine (16.11.2023, 00:25): weil ich zu faul war, vom Sofa aufzustehen, gabs noch 44/2 hinterher. Und danach das gleiche Genre und das gleiche Symptom:
M. Ravel: Steichquartett F-Dur
Z. Kodaly: Streichquarett Nr. 2 Op. 10
Melos Quartett
Joe Dvorak (16.11.2023, 05:10): Der Wahnsinn wird's halt sein ach so, im Sinne von Oliver Kahns Lieblingswort...:-) Der Wahn des Sinns ist natürlich gemeint. Da ich mich geistig und geschmacksmäßig wieder zurückentwickle und auf dem Stand eines Teenagers angekommen bin, bediene ich mich vermehrt der Jugendsprache. Und damals war "Wahn" ein Synonym für Wahnsinn, etwa: Ey Alter, die Schnecke da drüben ist der absolute Wahn. Heute findet man das anscheinend nicht mehr.
Joe Dvorak (16.11.2023, 05:32): Mit dem Lobesdaumen ist das so eine Sache. Manchmal bezieht er sich auf den Beitrag und die Mühe, die sich der Verfasser damit gemacht hat, manchmal bezieht er sich darauf, dass das hurtig gepostete Titelbild eine Aufnahme zeigt, die gefällt, und manchmal geht er nach hinten los. Wir hatten hier mal eine Diskussion über Kaija Saariaho, bei der ich erfuhr, dass sie kurz zuvor gestorben war, und ich sagte, das wäre eine Erwähnung in der Rubrik News wert. Nachdem das gleich erledigt war, hat jemand den Daumen geklickt. Da galt wohl der Tatsache, dass ich die News gepostet habe, aber "X gefällt das" unter der Nachricht, dass jemand gestorben ist, sieht halt irgendwie komisch aus...
Joe Dvorak (16.11.2023, 05:45): Da wir im Was höre ich gerade jetzt Faden sind: Ich hänge immer noch am neuen Crumb-Album fest. Das ist nämlich der Wahn(sinn). :thumbsup:
Maurice inaktiv (16.11.2023, 11:08):
Emilie Mayer: Sinfonie Nr.4, h-Moll & Konzert für Klavier und Kleines Orchester, B-Dur
Neubrandenburger Philharmonie, Stefan Malzew (Sinfonie) & Sebastian Tewinkel (Konzert) - Ewa Kupiec (Klavier)
Weiter geht es mit Raritäten, die es vielleicht doch eines Tages auch in den Konzertsaal bringen werden. Dass es über 100 Jahre nach Ihrem Tod einmal eine Reihe von CD-Veröffentlichungen von ihren Werken geben würde, hätte man wohl nicht für möglich gehalten.
Da ich noch Mitten im Hören bin, kann ich nur meinen Eindruck bis dahin kurz zusammenfassen: Einem sehr gelungener 1.Satz folgt ein wunderbar im Cantabile gehaltener 2.Satz, den man sich auch gut als Lied vorstellen könnte. Seher behutsam orchestriert, niemals überladen. Das ist Musik, das ist auch auf Augenhöhe mit ihren damals berühmten Kollegen.
So, bin gerade beim Klavierkonzert angekommen. Die Nähe zu Mozart ist nach wenigen Takten völlig klar und dürfte niemandem schwer fallen, der sich in dem Bereich wohl fühlt. Trotzdem finde ich es hörenswert. Auf der Bühne wird es vermutlich kaum zu finden sein, eben wegen der Nähe zu Mozart. Da wird man weitaus eher ein Konzert von Mozart auswählen als jenes von Mayer. Doch vielleicht findet es auch Aufnahme in eine Reihe, die eben auf solche Musik ausgelegt ist.
Maurice inaktiv (16.11.2023, 14:21):
Friedrich Witt: Kammermusik für Bläser Carl Friedrich zu Löwenstein: Quintett in D-Dur
Consortium Classicium
Da ich kein Kenner der Kammermusik bin, einfach nur kurz und bündig: Sehr hörenswerte, für mich auch ganz hervorragend gespielte Stücke.
Gerd (16.11.2023, 14:42): Ach, die kanntest Du auch nicht? OH, Gerd !! Dein Geldbeutel könnte stark geschädigt werden. ..ich hatte tatsächlich bereits den JPC-Warenkorb gestern mit 4 CDs gefüllt und dann wieder gelöscht, ich höre mir die Stücke erstmal als Stream an und entscheide dann, je nach dem, was mich "getollschockt" hat, wird dann gekauft, da ich eigentlich Vinyl-Käufer in erster Linie bin, aber auch die Klassik-CD-Sammlung quillt so langsam über, dennoch hab ich ausschließlich sehr bekannte Komponisten bisher beachtet und für mich nach und nach entdeckt, doch um mindestens eine Mayer-CD werde ich nicht drum herum kommen, das steht schon fest. Zu Weihnachten kann man ja auch Wünsche sammeln, z.B. auch die Biographie...
um nicht allzu "off-topic" zu sein: habe heute morgen als Erstes den 3. Satz der Symphonie 104 von Krips gehört, Haydn ist so originell und macht unglaublich gute Laune, außerdem die etwas zu lange "Treppe abwärts" ist wirklich witzig...
Gerd (16.11.2023, 14:51): Und damals war "Wahn" ein Synonym für Wahnsinn hätt ich auch gleich drauf kommen können, übrigens reimt sich Kahn auf Wahn...;-) Weiter geht es mit Raritäten, die es vielleicht doch eines Tages auch in den Konzertsaal bringen werden. das wäre wirklich schön, wenn man eine Mayer-Symphonie im Konzertsaal sehen und hören dürfte, ich glaube das wird kommen
Gerd (16.11.2023, 15:16): Melos Quartett ...das Melos-Quartett ist mein Lieblingsquartett (Beethoven) zusammen mit dem Köckertquartett (Haydn) nicht nur, weil mir Instrumentensound und Aufnahmequalität (Art des Halls etc.) gefallen , natürlich auch die Interpretation
Joe Dvorak (18.11.2023, 05:17):
Malcom Arnold - Sinfonie Nr. 5, op. 74 & Sinfonie Nr. 6, op. 95 LSO, Richard Hickox
Ich weiss nicht, ob ich je etwas von diesem Briten gehoert habe. Die mit "Gammophone Editor's Choice" und "DIAPSON D'OR" ausgezeichnete Einzel-CD aus dieser Box wird als Probe gezogen.
Andréjo (18.11.2023, 13:34): Malcolm Arnold wird hier nicht von jedem gemocht und das ist auch einem jeden unbenommen. Die Argumentation dafür kann ich teilweise nachvollziehen und teilweise könnte ich sie nach dem Vice-versa-Prinzip auch umkehren. Ich finde aber, dass der Komponist ungemein unterhaltsam ist, in den ernsten und in den ohnehin unterhaltsamen Werken gleichermaßen. Er hat einen unverwechselbaren Stil und es ist auch gar nicht nötig, so wie es in den Booklets bisweilen geschieht, ihm nun dringend Gustav Mahler als Vorbild angedeihen zu lassen - von der ein wenig aus dem Rahmen fallenden Neunten mal abgesehen. Unmittelbar zuvor hatte er seine finsterste Lebensphase.
Auch seine Orchesterbehandlung ist in ihrer Spezifik unverwechselbar und - nach beiden Seiten, der guten wie der schlechten - selbst seine Biographie.
Die Hickox-Integrale ist hervorragend, auch wenn es Konkurrenz gibt.
Wenn Du spätere Aufnahmen von Sinfonien mit ihm selbst als Dirigenten hörst, wird Dir deren Langsamkeit auffallen - im Vergleich mit Hickox, zum Teil selbst noch mit Andrew Penny's Integrale, die ich auch gerne höre. Das hat schlicht mit der Biographie zu tun.
Ich kenne sehr viel von ihm mittlerweile und bereue da gar nichts. Die sehr englischen oder sehr scherzhaften oder ernst gemeint marschförmigen mag ich seltener, das ja. Aber die meisten seiner Märsche sind doch eher doppelbödig angesetzt. Und die jazzoiden Kleinformen sind gut gemacht. Für den Colonel-Bogey-Marsch ist er nicht wirklich verantwortlich, aber er hat sozusagen einen Kontrapunkt dazu geschrieben, und hierbei wird bisweilen verwechselt.
Eine sehr interessante Figur. Natürlich spielt er in keiner ersten Reihe mit und natürlich hat er keine Entwicklungen geprägt.
Zum Einstieg empfehle ich die Fünfte. Der erste Satz mag zunächst flüchtig und unzugänglich wirken, den zweiten prägt eine big tune, welche am Ende des Finales nach Moll umgebogen und damit in der Tendenz zerstört wird. Das mag man für billig halten, für pseudo-tragisch - dann ist aber auch Richard Wagner nicht frei von solch Billigem -, doch es hat Atmosphäre, meine ich.
Andréjo (18.11.2023, 13:44): Einen kleinen Faden haben wir ja vor Ort - hätte mich gewundert, wenn nicht:
Malcolm Arnold: Sinfonische Werke
Dort tummeln sich zwei Antipoden - glaube ich zumindest; einer lebt ja leider schon lange nicht mehr.
Warum auch nicht, was die Antipodie betrifft? Einer meiner absoluten Lieblingskomponisten ist Allan Pettersson. Von Malcolm Arnold erschreckend weit weg - und doch gibt's auch da eine kleine, aber markante Berührungsebene.
:) Wolfgang
Andréjo (18.11.2023, 13:50): Vielleicht hat Uhlmann - der dritte im obigen Faden Recht, vielleicht hat Sfantu - jüngst im Motz-Faden - noch mehr Recht. Es stört mich nicht; ich würde nicht einmal prinzipiell widersprechen. Aber ich meine, in dieser Musik etwas gefunden zu haben, was ich auch haben möchte. 99 Prozent anderes bleibt mir noch.
Maurice inaktiv (18.11.2023, 20:06):
Schostakowitsch, Prokofiev, Scrabin, Rachmaninov AD: 05.-07.12.2014, London
gespielt vonm Blechbläser-Septett "Septura".
Alan Thomas, Simon Cox (B-Trompeten) - Huw Morgan (Es/Eb-Trompete) - Matthew Gee, Matthew Knight (Posaunen) - Dan West (Bass-Posaune) - Peter Smith (Tuba)
Alle Stücke wurden von den Musikern der Band arrangiert. Keines wurde speziell für dieses Ensemble oder diese Besetzung geschrieben. Gespielt wird hier auf absolutem Spitzen-Niveau. Die Musiker haben alle führende Positionen in anderen Orchestern inne. Gegründet wurde das Ensemble 2012 von u.a. Simon Cox und Matthew Knight. Noch heute sind alle sieben Musiker mit dabei. Natürlich gibt es auch die sog. "Vertretungen", ohne die man ein solches Ensemble kaum aufrecht erhalten kann.
Mehr Informationen bekommt man hier:
https://septura.org/about-us/players/
Gerd (18.11.2023, 22:31): Nábend, komme grade von einem Konzert des Mandelring Quartetts. Gespielt wurde: Haydn Op. 74/3 Debussy Op. 10 Beethoven Op. 59/3
Mensch, waren die gut eingespielt, wir saßen in der ersten Reihe in der Mitte, das war ein unglaublich guter Klang, das kann keine HiFi-Anlege so gut :-) :-)
Jetzt zum Ausklingen, mein Lieblings-Haydn-Quartett Op 33, sorry, bißchen verschwommenes Foto:
Joe Dvorak (19.11.2023, 00:34): Er hat einen unverwechselbaren Stil und es ist auch gar nicht nötig, so wie es in den Booklets bisweilen geschieht, ihm nun dringend Gustav Mahler als Vorbild angedeihen zu lassen - von der ein wenig aus dem Rahmen fallenden Neunten mal abgesehen. Unmittelbar zuvor hatte er seine finsterste Lebensphase. Vielen Dank für die interessanten Ausführungen. Ein Belobigungssternchen ist hochverdient. Die zitierte Passage hat mich sofort auf den Plan gerufen. Mahler als Vorbild zu nehmen ist nicht grundsätzlich verkehrt, immerhin hat der 3 richtig gute Sinfonien hinterlassen. Und ja, diese Neunte hat es in sich - das ewig lange Schluss-Lento zieht ganz schön rein. Das steht er seinem Vorbild und auch der Pathétique von Tchaikovsky schon sehr nahe. Was ich gehört habe, rückt Arnold in die bei mir stark besetzte Kategorie "die Werke verdienen Wiederhören und der Komponist weitere Auseinandersetzung", was in der Regel - leider - bedeutet, dass ich die Werke nicht wieder höre und mich mit dem Komponisten nicht weiter auseinandersetze, bis ihn dann irgendwann jemand im Forum wieder ins Gedächtnis ruft.
Malcolm Arnold - Sinfonie Nr. 9 Ireland NSO, Andrew Penny
Amonasro (19.11.2023, 23:13):
Arrigo Boito: Mefistofele
Mefistofele - Cesare Siepi Faust - Mario Del Monaco Margherita - Renata Tebaldi Elena - Floriana Cavalli Marta/Pantalis - Lucia Danieli Wagner/Nereo - Piero De Palma
Orchestra e Coro dell'Accademia di Santa Cecilia, Tullio Serafin
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (20.11.2023, 10:58): Wieder fiel im Forum ein Name, den ich mehr vom Sagen als vom Hören kenne. Streaming sei Dank kann das sofort geändert werden:
Georg Friedrich Haas - in vain (2000) Klangforum Wien, Sylvain Cambreling
Eine glatte Widerlegung meiner Salami-These zum KAIROS-Erfolg. Das Werk dauert über eine Stunde. Den Klangzauberer Cambreling als Advokaten für einen Spektralisten heranzuziehen, ist keine allzu fernliegende Wahl.
Maurice inaktiv (20.11.2023, 18:04):
Gabriel Fauré, Maurice Ravel, Claude Debussy : Music for Brass Septet, Vol. 5 AD: November 2015, St.Paul's Kirche, New Southgate, Lomdon UK
Septura (Blechblas-Ensemble aus England)
Erneut spielen die Blechbläser aus England auf sehr hohem Niveau Arrangements bekannter Werke der dreier großer Komponisten, hier Franzosen. Mir persönlich gefallen die Arrangements der Bandlitglieder Simon Cox und vor allem Matthew Knight sehr gut. Auch klagtechnisch ist das sehr gut eingefangen worden.
Maurice inaktiv (21.11.2023, 13:09):
Gustav Mahler : Sinfonie Nr.5, cis-Moll
Gürzenich-Orchester Köln , Francois-Xavier Roth
Keine Frage, das Orchester spielt exzellent. Das Klangbild sehr ausgewogen. Leider fehlen mir die Angaben zum Aufnahmedatum und auch die Solisten werden nicht genannt. Doch manchmal fehlt mir etwas die Wucht, die das Werk erzeugen kann. Doch das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.
Joe Dvorak (22.11.2023, 08:25):
Anton Webern - Variationen op. 27 Steffen Schleiermacher (Klavier)
& Werke von Wolpe, Herscovici, Spinner, Focke, Elston, Leich und Searle.
Ausser Wolpe & Searle habe ich keinen davon je zuvor gehoert.
Maurice inaktiv (22.11.2023, 10:23):
Karl Weigl: Sinfonie Nr.1, E-Dur, op.5 & Bilder und Geschichten, op.2 - Suite für kleines Orchester
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz , Jürgen Bruns
Karl Weigl (1881-1949) hatte ein sehr ereignisreiches Leben hinter sich. Es führte ihn von Wien, wo er geboren wurde, 1938 in die USA. Als Sohn jüdischer Ungarn studierte er bei u.a. Alexander von Zemlinsky und Robert Fuchs, war Solo-Korrepetitor unter Gustav Mahler an der Wiener Hofoper, war mit Arnold Schönberg und Anton Webern bekannt und fand bereits Anfang des 20.Jahrhunderts erste Anerkennung als Komponist.
Arnold Rosé, der berühmte Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, brachte eines seiner Werke für Kammerbesetzung zur Uraufführung. Durch den Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland, musste er das Land schnellstens verlassen. Durch amerikanische Freunde gelang ihm die Flucht in die USA. Dort musste er als Privatlehrer, später dann u.a. am Boston Conservatory und Philadelphia Academy of Music arbeiten. 1949 verstarb er an Knochenmarkkrebs.
Weigl, der als "Dr.Phil." 1929 die Nachfolge von Hans Gal an der Uni Wien lehrte, brachte berühmte Schüler hervor: u.a. Erich Wolfngang Korngold, Hanns Eisler und Erich Zeisl.
Weigl schrieb 6 Sinfonien, 2 Klavierkonzerte, ein Violinkonzert, 8 Streichquartette und zahlreiche weitere Kammermusik, Orchestermusik und auch Werke für Gesang und Orchester.
Amonasro (22.11.2023, 22:51):
Domenico Alaleona: Mirra
Mirra - Denia Mazzola-Gavazzeni Cecri - Julia Gertseva Euriclea - Hanna Schaer Pereo - Mario Malagnini Ciniro - Franck Ferrari
Chœur de Radio France, Maîtrise de Radio France Orchestre National de France, Juraj Valcuha
Interessante spätveristische Oper, die einzige dieses Komponisten.
Gruß Amonasro
Gerd (23.11.2023, 11:29): Karl Weigl danke, hab mal bei JPC reingehört, klingt vielversprechend, hab mittlerweile E.Mayer, deren 7., bis ca. zur Hälfte angehört. Allerdings sprang doch kein Funke über, werde nun die früheren von ihr "testen"
Maurice inaktiv (24.11.2023, 09:19):
Johann Ludwig Böhner: Große Sinfonie d-Moll, op. 140, u.a.
Landessinfonieorchester Thüringen-Gotha, Hermann Bäumer
Johann Ludwig Böhner (1787-1860) wurde bei Erfurt geboren und galt zu seiner Zeit als der "Thüringer Mozart". Gefeiert als Klavier-und Orgelvirtuose, galt er als hochbegabter Komponist. Ab 1805 in Gotha als Klavierlehrer tätig, lernte er dort Louis Spohr kennen, von dem er auch als Komponist beeinflusst wurde.
Er galt aber auch als eine etwas "zwielichtige" Gestalt, machte er doch Carl Maria von Weber Plagiatsvorwürfe. 1819 erlitt er einen psychischen Zusammenbruch, von dem er sich nicht wieder erholen sollte. Lediglich seine einzige Sinfonie, die er 1844 schrieb, zeigte noch einmal sein ganzes Können.
Böhner schrieb 5 Klavierkonzerte, eine Fantasie für Fagott und Orchester, eine Fantasie für Klarinette und Orchester, eine Fantasie über ein Originalthema für Violine und Orchester, u.a.
Auf den beiden CDs, die unter dem Titel "Musik am Gothaer Hof" laufen, kann man fast alle seine wichtigen Werke hören.
Joe Dvorak (25.11.2023, 02:42):
Flow Annelien Van Wauwe, NDR Radio Philharmonie, Andrew Manze Wolfgang Amadeus Mozart - Klarinettenkonzert A-Dur, K. 622 (Originalversion für Bassettklarinette) Wim Henderickx - SUTRA, Konzert für (Bassett) Klarinette, Orchester & Elektronik
Maurice inaktiv (25.11.2023, 10:08):
Wilhelm Stenhammar: Sinfonie Nr.3, g-Moll & Serenade in F-Dur
Göteborgs Smyfoniker, Herbert Blomstedt
Es ist ganz wunderbar, dass der große, alte Mann der "nordischen Musik" im zarten Alter von 85 Jahren noch an die 2.Sinfonie von Stenhammar ging und sie auch noch live eingespielt hat, ebenso die Serenade.
Maurice inaktiv (25.11.2023, 23:30):
Luis Humberto Salgado: Sinfonien Nr.6, 7 & 8
Cuenca Symphony Orchestra, Michael Meissner
Salgado, ein der Nationalkomponist Ecuadors, dürfte nicht jedem geläufig sein. Seine Werke waren es mir zuvor nicht, sein Name noch weniger. Hier nun der Abschluss der GA aus Ecuador, die Brilliant Classics veröffentlicht hat. Die 6.Sinfonie ist für Streicher und Pauken geschrieben worden. Die 7.Sinfonie ist eine Art Widmung an Ludwig van Beethoven. Die Original-Partitur befindet sich übrigens in Bonn im Beethoven-Haus.
Einflüsse zu nennen ist nicht s einfach. Auf der einen Seite steht die Musik Schönbergs, aber mir fällt es leichter Salado zu folgen, als etwa Fartein Valen, einem ebenfalls von Schönberg geprägten Komponisten aus Norwegen, dessen vier Sinfonien ich mal besessen und gehört, aber nie verstanden habe. Dass die Musik weitaus perkussiver ist als die europäische "Konzert)-Musik liegt nahe. Doch wer Bartoks "Divertimento" kennt, könnte auch eine gewisse dahin feststellen. Auch die Musik Strawinskys ist sehr rhythmisch und könnte weiterhelfen Salgado näher zu kommen. Doch während Strawinsky eine Nähe zum Jazz hegt, kann ich bei Salgado dies nicht feststellen. Die Rhythmik seiner Musik kommt für mich eindeutig aus der Musik seiner Heimat oder zumindest Latein-Amerikas.
Ich muss für seine Musik Lust und Zeit haben. Es ist nichts, was man mal so nebenbei anhören kann.
Andréjo (26.11.2023, 00:08): Um diese Sinfonien schleiche ich auch schon länger herum. Die Integrale ist ja auch sehr preisgünstig. Aber eine Frage an Maurice hätte ich. Wie ist die Qualität des Orchesters aus Deiner Sicht? Irgendwo habe ich nämlich gelesen, es sei ziemlich drittklassig. Im Zweifelsfall lege ich da allerdings nicht gar so großen Wert darauf, wenn bei interessanter Musik ohnehin keine Alternativen zur Verfügung stehen.
Maurice inaktiv (26.11.2023, 08:53):
Deutsche Flötenkonzerte
Paul von Winter: Flötenkonzert Nr.1, d-Moll, Flötenkonzert Nr.2, d-Moll Franz Lachner : Flötenkonzert d-Moll Anton Rösler : Flötenkonzert Es-Dur (Murray RWV C19)
Alle diese Konzerte sind sog. "Weltersteinspielungen" und wurden hier erstklassig von dem hervorragenden Solisten Bruno Meier und dem Prager Kammerorchester wunderbar eingespielt. Etwas unglücklich ist dabei lediglich, dass drei der vier Konzerte in d-Moll stehen, und man dann das Es-Dur-Konzert ans Ende gestellt hat. Das ist jetzt aber Meckern auf sehr hohem Niveau.
Maurice inaktiv (26.11.2023, 09:12): Um diese Sinfonien schleiche ich auch schon länger herum. Die Integrale ist ja auch sehr preisgünstig. Aber eine Frage an Maurice hätte ich. Wie ist die Qualität des Orchesters aus Deiner Sicht? Irgendwo habe ich nämlich gelesen, es sei ziemlich drittklassig. Im Zweifelsfall lege ich da allerdings nicht gar so großen Wert darauf, wenn bei interessanter Musik ohnehin keine Alternativen zur Verfügung stehen. Nun, ich kannte weder Komponist, noch Dirigent oder Orchester. Und, wie Du bereits richtig bemerkt hast, es gibt KEINE Vergleichseinspielungen. Das Orchester hat nicht das Format von den Orchestern, die wir in der Regel hören werden, schon mal überhaupt nicht in einem Musikforum, wo die User weitaus bessere Klangkörper gewohnt sind.
Ich möchte Dir gerne ein anderes Beispiel geben, vielleicht versteht man (und Du) mich dann besser. Es gibt nur EINE GE der Sinfonien von Erkki Melartin. Das dort spielende Tampere PO unter Leonard Grin macht sicher nicht alles richtig, aber ich kann damit leben. Natürlich würde ich mir wünschen, dass eine Firma wie Naxos oder CPO sich dieser Sinfonien mit einem entsprechenden Orchester den Werken widmen würde, aber bis dato ist nichts passiert.
Man muss also Brilliant Classics und dem Orchester aus Ecuador dankbar sein, diese Werke überhaupt eingespielt zu haben, denn sie sind es durchaus wert gehört zu werden. Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn man grundsätzlich solche Raritäten auch von entsprechend guten Orchestern und Dirigenten veröffentlichen würde, doch damit lässt sich wohl kaum Profit machen. Also nimmt man solche Orchester, die das Unternehmen wenig Geld kosten, aber mit entsprechend großen Engagement zu Werke gehen.
Mir sind diese beiden Veröffentlichungen lieber als die 711. GE der Beethoven-Sinfonien unter welchem Orchester auch immer, wo auch nur selten alles passt. Ja, ich habe jetzt irgendwie um den heißen Brei geschrieben, aber eben auch deutlich gemacht, dass die Kritik am Orchester nicht unbegründet ist. Auf Amazon gibt es immerhin 23 Bewertungen dieser 9 Sinfonien und der Durchschnitt beträgt 4,3 von 5 Sternen. Ohne dies überbewerten zu wollen, ist das ein Ergebnis, was zumindest Hoffnung macht, dass diese Werke weitere Einspielungen nach sich ziehen könnte. DANN erst haben wir die Möglichkeit, wirklich fair bewerten zu können.
Andréjo (26.11.2023, 13:30): Danke Dir! Und - wenig überraschend für Dich vermutlich - ich stimme im Grundtenor absolut zu, was die 711 anbelangt.
@ Melartin: Das sind keine Glanzleistungen, weder aufnahmetechnisch noch interpretatorisch, aber schlecht sind sie auch nicht, diese Einspielungen, meine ich.
Joe Dvorak (26.11.2023, 16:24): Ich habe mir als Appetithappen Salgados Zweite und Dritte vorgenommen. Dass die Nr. 2 von Schönbergs Kammersinfonie inspiriert ist, sollte niemanden abschrecken. Hier geht es weit weniger dissonant und abweisend zu, die permanente Nervosität, die das Opus 9 des Österreichers "auszeichnet", fehlt hier völlig. Dafür gibt es Orchesterfarben satt, und verschiedene Instrumente werden solistisch herausgearbeitet, dasselbe gilt auch für den Drittling. Ich stimme zu, dass das garantiert lohnenswerter ist, als irgendeinem gehypten Doppelnamen dabei zuzuhören, wie wie er versucht, in den Beethoven-Sinfonien etwas zu finden, das die 710 Vorgänger übersehen haben könnten. Zur Frage der Qualität: Meine Fähigkeiten, Fehler bei der Intonation und der Präzision zu erkennen, liegen zwar nur knapp über dem Niveau von Amusie, aber selbst ich muss feststellen, dass jemand, der in dieser Hinsicht pingelig ist, an diesen Aufnahmen nur begrenzt Freude haben dürfte. Alle anderen finden hier ein spannendes Betätigungsfeld.
Andréjo (26.11.2023, 17:44): Auch Joe ein Dankeschön! Die Amusie kenne ich allerdings nicht. :W
Amonasro (26.11.2023, 20:03): Nochmal den Mefistofele:
Arrigo Boito: Mefistofele
Mefistofele - Nicolai Ghiaurov Faust - Luciano Pavarotti Margherita - Mirella Freni Elena - Montserrat Caballé Marta - Nucci Condò Wagner - Piero De Palma Pantalis - Della Jones Nereo - Robin Leggate
London Opera Chorus, Trinity Boys' Choir National Philharmonic Orchestra, Oliviero De Fabritiis
Trotz der Meriten der Serafin-Aufnahme ist mir die Fabritiis-Aufnahme noch lieber. Pavarottis lyrischer Faust passt besser zur Rolle als Del Monacos heroische Interpretation, Margherita und Elena kontrastieren stimmlich deutlicher und Ghiaurovs slawischer Bass klingt noch etwas dämonischer als Siepi. Insbesondere aber ist der Chor, der hier sehr viel zu singen hat, ein Ohrenschmaus. Von den Faust-Veroperungen ist Boitos Version mit dem Einbezug von Faust II, der Abfolge nur lose verbundener Szenen, der Wortwahl (viele Textzeilen sind fast wörtliche Übersetzungen aus dem Drama) und dem deutlichen Fokus auf den Teufel auf Kosten der Liebesgeschichte die Goethe-nächste. Die deutlich längere 1. Fassung des Werks mit einem zusätzlichen Akt und einem Bariton-Faust hat Boito nach der unerfolgreichen Uraufführung leider vernichtet.
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (26.11.2023, 22:13): Danke Dir! Und - wenig überraschend für Dich vermutlich - ich stimme im Grundtenor absolut zu, was die 711 anbelangt. Gerne doch. Nein, überrascht bin ich nicht, das hast Du völlig richtig vermutet.
Ich habe mir als Appetithappen Salgados Zweite und Dritte vorgenommen. Dass die Nr. 2 von Schönbergs Kammersinfonie inspiriert ist, sollte niemanden abschrecken. Hier geht es weit weniger dissonant und abweisend zu, die permanente Nervosität, die das Opus 9 des Österreichers "auszeichnet", fehlt hier völlig. Dafür gibt es Orchesterfarben satt, und verschiedene Instrumente werden solistisch herausgearbeitet, dasselbe gilt auch für den Drittling. Zur Frage der Qualität: Meine Fähigkeiten, Fehler bei der Intonation und der Präzision zu erkennen, liegen zwar nur knapp über dem Niveau von Amusie, aber selbst ich muss feststellen, dass jemand, der in dieser Hinsicht pingelig ist, an diesen Aufnahmen nur begrenzt Freude haben dürfte. Alle anderen finden hier ein spannendes Betätigungsfeld. Lieber Joe, da gehe ich mit Dir absolut konform. Diese Musik ist interessant geschrieben, aber durchaus dissonant, ohne einen völlig aus den Hufen zu werfen. Eine grundsätzlich spannende Musik, die ich mir gerne mal von etwa Gustavo Dudamel mit eines seiner großartigen Orchester anhören würde. Ich bin mir sehr sicher, dass man auf einmal noch viel mehr Farben und Musik heraushören würde wie mit der doch recht laienhaften Truppe aus Ecuador. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass es dort kein qualitativ besseres Orchester gibt.
Man kann übrigens in der Tat die Schwächen des Orchesters durchaus gut hören, wenn man mal eine Weile ohne Ablenkung zuhört. Ob wirklich falsche Noten gespielt wurden, ist etwas schwieriger, weil man weder Vergleiche hat, noch eine Partitur (auf die ich grundsätzlich keinen Wert lege, ich bin weder Dirigent noch so jemand, der ein Stück an Hand einer Partitur meint zu "erhören". Die Musik wird letzten Endes abseits der Partitur gemacht, nämlich bei der Umsetzung durch Dirigent und Orchester. Hoffentlich versteht man mich jetzt nicht falsch. Egal, soll mich wenig beschäftigen jetzt).
Joe Dvorak (27.11.2023, 03:15):
Arnold Schönberg - Kammersinfonie Nr.1, op. 9 & Suite, op. 29 Zahir Ensemble, Juan Garcia Rodriguez
Schönberg war mit seinen Helfern gut darin, die Werke anderer Komponisten dezimierend zu transkribieren, um sie im kleineren Rahmen aufzuführen. Hier hat es ihn selbst erwischt. Anton Webern hat von der Kammersinfonie eine Quintettfassung für Klavier, Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello angefertigt, die hier gespielt wird. Diese Version gefällt mir besser als das Original. Die Suite ist originell besetzt: 2 Klarinetten, Bassklarinette, Violine, Viola, Violoncello & Klavier. Dieses Album bekommt von mir einen fetten Hochdaumen.
Maurice inaktiv (27.11.2023, 07:54):
Ernst von Dohnanyi : Tante Simona-Ouvertüre, Suite fis-Moll, op. 19 & American Rhapsody, op. 47 Leo Weiner : Serenade f-Moll für kleines Orchester, op. 3
ORF RSO Wien, Roberto Paternostro
Zwei Schönberg-Zeitgenossen aus Ungarn, die beide noch in der Spätromantik zuhause waren kann man hier hören. Eine sehr sinnvoll zusammengestellte CD mit Werken, die man auch nicht so oft zu hören bekommt. Eingespielt 2019 und 2020
Maurice inaktiv (28.11.2023, 09:20):
Jean Sibelius: Sinfonie Nr.1 , Karelia Ouvertüre, Karelia Suite, op.11, Finlandia AD: August-Dezember 1987, Hesinki
Finnisches RSO, Jukka-Pekka Saraste
Es beginnt wieder die "Sibelius-Saison" bei mir. Los geht es mit seinem Erstling, Uraufgeführt 1899 mit großem Erfolg übrigens. Doch den größten Erfolg sollte er mit "Finlandia" aus dem gleichen Jahr erlangen.
Orquesta Sonfonica de Castilla y Leon , Max Bragado Darman
Von der Kälte Finnlands in die Wärme Andalusiens. Das ist eine der meiner Meinung schönsten CDs meiner Sammlung. Diese impressionistisch angehauchte Musik mit unüberhörbaren Einflüssen der Musik Andalusiens wird hier auch tontechnisch hervorragend eingefangen. Weder Dirigent noch Orchester waren mir vor dem Kauf damals ein Begriff.
Die CD ist auf dem Marktplatz für weniger als ein Kaffee to go zu erwerben. Das nur mal so zum Hinweis.
Maurice inaktiv (29.11.2023, 10:05):
Ernest Bloch: Sinfonie in cis-Moll & Poems of the Sea AD: 2011, London
London SO, Dalia Atlas
Ich kann nur immer wieder eine Lanze brechen für den Komponisten Ernest Bloch (1880-1959). Gerade, wer die Musik Mahlers, Rotts, Bruckners, Schrekers oder von Zemlinskys mag, wird sich bei Bloch gut aufgehoben fühlen.
Dalia Atlas, die israelische Dirigentin, ist eine große Förderin und Kennerin der Musik Blochs. Sie hat hier mit dem großartigen London Symphony Orchestra zwei ausgezeichnete Interpretationen hinterlegt, die ich nur jedem ans Herz legen kann.
Maurice inaktiv (29.11.2023, 13:25): Hier wird gefuchst und nicht gebrucknert oder gebrahmst.
WDR-SO Köln, Karl-Heinz Steffens
Wer die Musik im Brahms-Umfeld zu schätzen weiß, wird sich vermutlich auch gerne mit Robert Fuchs oder Friedrich Gernsheim beschäftigen.
Gerd (29.11.2023, 16:16):
Hallo, heute mal altbekannte Kost bei mir ...VG
Maurice inaktiv (01.12.2023, 10:39):
Johann Ludwig Böhner: Solo & Orchesterwerke AD: 1997/98
Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl , Hermann Breuer + Solist: Klaus Thunemann (Fagott)
Das ist der zweite Teil um den wenig bekannten JL Böhner (1787-1860). Es dürfte die erste Produktion des Orchesters gewesen sein, da es erst 1998 aus den beiden Orchestern "Landessinfonieorchester Thüringen" Gotha und "Thüringen Philharmonie Suhl. Bäumer, der seit 1991 in Gotha Chefdirigent war, bekam die Aufgabe übertragen, beide Orchester zu einem guten Ensemble zusammenzufügen.
Hermann Breuer ist übrigens nicht der Jazz-Posaunist Hermann Breuer, der sich genau so schreibt und dieses Jahr verstorben ist. Doch darauf wäre vermutlich eh niemand gekommen.
Maurice inaktiv (01.12.2023, 15:26):
Gustav Mahler: Sinfonie Nr.5 , cis-Moll AD: 1990
Polnisches RSO Katowice , Antoni Wit
Erstaunlich, was der großartige Antoni Wit aus seinem Orchester aus Kattowitz immer wieder herausgeholt hat, so auch hier. Da wollten selbst die Klangtechniker von Naxos nicht hintenan stehen und haben sic mächtig ins Zeug geworfen. Immerhin ist die Einspielung bereits 1990 entstanden, zu einer Zeit, als bei Naxos nicht immer alles zusammengepasst hat. HIER schon.
Ich glaube nicht, dass jemand auf die Idee kommen würde, bei dem riesengroßen Angebot aus Maher 5-Einspielungen, sich ausgerechnet für jene aus Polen zu entscheiden. Doch wer, wie ich, das Werk einfach großartig findet und immer mal wieder gerne zu den vermeintlichen "Exoten" greift (ich gebe zu, diese hier war einfach auch sehr günstig gewesen, die Kritiken dazu sehr gut), freut sich dann um so mehr darüber.
Der Beginn war für mich dann doch eher irgendwie "fremd wirkend". Ich weiß auch nach mehrfachem Hören der Eingangs-Fanfare nicht, ob der erste Takt bewusst so gespielt wurde oder "verhuddelt" klingt, aber dann ist alles in Ordnung. Das Tempo des Trauermarsches ist vielleicht das langsamste Tempo, welches ich kenne. Mir fällt spontan keine Fassung ein, die da langsamer wäre. Doch es funktioniert, wenn man weiter hört, gut. Insgesamt ist sie im Durchschnitt (ich habe hier noch ungehört Mariss Jansons/SO des BR - 73,30 und Vänskä/Minnesota Orchestra - 75,30 liegen) mit insgesamt 74.43 Minuten.
Maurice inaktiv (02.12.2023, 09:46):
Ernst Rudorff: Sinfonie Nr.3, op.50 , h-Moll & Variationen über ein eigenes Thema, op. 24
Bochumer Symphoniker, Frank Beermann
Während die Variationen, die um 1874/75 herum geschrieben wurden, sich einer großen Beliebtheit erfreuten, fristete seine 1911 entstandene Sinfonie nur ein Schattendasein, weil sie zu ihrer Zeit bereits als "veraltet" und zu "traditionell" galt. Rudorff (1840-1916) war ein Zeitgenosse von Brahms und Bruckner, dazu kam noch Mahler als großer Mann der modernen Sinfonien, später dann Richard Strauss und Schönbergs Zeit. Er hatte einen schweren Stand mit seinen Werken. Er geriet schon bald nach seinem Tod in Vergessenheit.
Rudorff war Schüler von Woldermar Bargiel, Clara Schumann (mit der er eng befreundet war), später bei etwa Julius Rietz und Carl Reinecke. Alles irgendwie bekannte Namen, aber eben auch nur Leute aus der berühmten zweiten Reihe.
Rudorff war Berliner und gehörte zum Kreis der "Berliner Akademiker" , zu denen auch Friedrich Kiehl, Max Bruch und Heinrich von Herzogenberg gehörten. Auch hier wieder ein Umkreis bekannter Komponisten, von denen man nur Max Bruch auf Grund seines Violinkonzertes in die erste Reihe stellen würde.
Joe Dvorak (02.12.2023, 12:21):
Franz Schubert - Winterreise, D. 911 Cory Renbarger (Bariton), Stephen Carlson (Klavier)
Dem Cover nach zu urteilen, eine Aufnahme der Spitzenklasse. :thumbsup:
Maurice inaktiv (02.12.2023, 14:47): Dem Cover nach zu urteilen, eine Aufnahme der Spitzenklasse. :D Das würde besser zur Alpensinfonie passen. :whistling:
Maurice inaktiv (02.12.2023, 15:11):
Victor Herbert: Serenade for String Orchestra, op.12 , Seven Pieces for Violoncello and String Orchestra, Three Pieces for String Orchestra
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Sebastian Tewinkel + Maximilian Hornung (Cello)
Victor Herbert (1859-1924) war eine schillernde Persönlichkeit gewesen. Er wollte einerseits als klassischer Komponist Erfolg haben, aber auch gleichzeitig viel Geld verdienen. Schnell erkannte er, dass man das Erste nur sehr schwierig erreichen konnte, aber er hatte ein unglaubliches Gespür für die leichte Musik, womit er sich ein Vermögen verdient, um Musik zu schreiben, die zwar erfolglos, aber durchaus mehr als nur seicht oder einfach war.
Herbert wurde in Dublin geboren, studierte in Stuttgart Cello, spielte zeitweise in der Kapelle von Eduard Strauss mit, ging mit seiner Frau Therese Förster in die USA (sie wurde Sängerin an der MET), während er zeitweise in diversen Orchestern spielte, dann aber die Leitung von Blaskapellen übernahm. Später gründete und leitete er seine eigene Kapelle.
Mit Sigmund Romberg wurde er einer der Begründer der "Amerikanischen Operette", schrieb Stücke für die berühmten "Ziegfeld Follies" und stand damit durchaus auch in der Nähe des frühen Jazz, oder zumindest der jazzbeeinflussten Musik der "Tin Pan Alley".
Bekannt wurde er vor allem für "Babes in Toyland", was auch mit Stan Laurel und Oliver Hardy verfilmt wurde, also mit zwei der wirklich ganz Großen des frühen Filmzeitalters.
Mit Irivng Berlin, John Philip Sousa, Jerome Kern und anderen Komponisten gründete er ASCAP (American Society of Composers, Authors and Publishers) am 13.02.1914.
Herbert schrieb zwei Cellokonzerte, von denen zumindest eines immer mal wieder gespielt wird. Eingespielt wurden diese, aber auch andere Werke von ihm vor allem auf dem Label Naxos (oder auch Marco Polo).
Amonasro (02.12.2023, 22:17): Heute anlässlich ihres 100. Geburtstages natürlich eine Callas-Aufnahme:
Floria Tosca - Maria Callas Mario Cavaradossi - Giuseppe Di Stefano Scarpia - Tito Gobbi Cesare Angelotti - Franco Calabrese Spoletta - Angelo Mercuriali Sagrestano - Melchiorre Luise Sciarrone/Carceriere - Dario Caselli Pastore - Alvaro Cordova
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala, Victor de Sabata
Hier stimmt einfach alles. :times10
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (03.12.2023, 08:52):
Wilhelm Stenhammar: Excelsior!, op. 13 , Mellanspel ur Sängen, op. 44, Serenade F-Dur, op. 31
Royal Flemish Philharmonic, Christian Lindberg
In den Advent mit der herrlichen Musik von Stenhammar. Gerade das Zwischenspiel zu Sängen (einer eigentlich großen Kantate für vier Singstimmen, großem Chor und Kinder - oder Jugendchor) ist einfach traumhaft.
Joe Dvorak (03.12.2023, 10:43):
Karlheinz Stockhausen - Kontakte David Tudor (Klavier, Schlagzeug), Christoph Caskel (Schlagzeug), Karlheinz Stockhausen & Gottfried Michael Koenig (Elektronik)
Gepflegte Sonntagnachmittags-Unterhaltung. Nicht alles, was Stocky gemacht hat, ist ein Genuss, aber langweilig ist es selten - und wenn er einen Treffer gelandet hat, dann war es meistens ein Volltreffer.
Joe Dvorak (03.12.2023, 23:48):
Joseph Haydn - Klavierkonzerte G-Dur, F-Dur & D-Dur, Hob. XVIII: 4, 3 & 11 Roland Batik, Academia Allegro Vivo, Bijan Khadem-Missagh
Ganz exquisit mit dem richtigen Mix aus Grazie und Gravität. Batik hat auch alle Klaviersonaten von Haydn und von Mozart eingespielt.
Gerd (04.12.2023, 13:19): Moin, am Samstag kam diese mint/sealed LP-Box :
sehr mächtiger, voller und extrem dynamischer Sound, erstklassige Pressung. Aber meilenweit von HIP entfernt, was Schuberts 8. z.B. nicht schadet in dem Fall. Bei der 6. würde ich tendenziell vielleicht eher die "schlankere" und griffigere Einspielung von Böhm/Berliner P. vorziehen, aber diese Wand Box hat eine wie gesagt extrem herausragende Pressqualität. Die 9. habe ich noch nicht verglichen, da muß sie sich gegen Leibowitz, Marriner und Böhm vergleichen lassen auf meinen Plattentellern.
Diese unglaubliche Soundwucht könnte nicht an jedem Tag das Richtige sein, denke ich.
Maurice inaktiv (04.12.2023, 16:13): Bruckner, Schubert, Brahms und Schumann - da ist Wand immer hervorragend gewesen. Übrigens gibt es auch eine hervorragende "Carmina Burana" unter seiner Leitung aus Köln, so weit ich es weiß. Dass er, so ganz nebenbei, auch Mozart, Tschaikowsky oder eine CD mit Musik das 20.Jahrunderts eingespielt hat, ist inzwischen auch bekannt. Ein Dirigent, der endlich im hohen Alter die Aufmerksamkeit bekommen hat, die er bereits viel früher verdient gehabt hätte, ist zumindest durch Platten und CDs bestens belegt.
Gerd (04.12.2023, 19:54): sehe ich auch so, lese wie schon mal vor Tagen erwähnt, seine Biographie grade; also sein Beethoven ist für mich, was Klang und Interpretation angeht, die Nummer 1, seit Kurzem, wobei es noch einige Einspielungen gibt, wo er sich den ersten Platz zumindest teilen muß mit anderen Einspielungen, aber seine 9. ist zumindest bei den ersten 3 Sätzen unglaublich gelungen. Sein Brahms ist auch Referenz für mich (zumindest die jüngstse 1 + 3. die ich kenne). Bei der 6., 5. und 9. Schuberts finde ich Böhm /Berliner gleichgut/anders und Marriners 4. ist für mich noch nicht getoppt worden. Schumanns 3. gefällt mir von Leibowitz sehr gut, da kenne ich aber wenige andere Einspielungen (Masur nur). Vor allem wenn man noch Vinyl hört, kommt man um die 80er Jahre-DMM Pressungen mit Wand und den Rundfunkorchestern Köln und NDR, die z.T. digital recordet wurden, nicht herum, denn besser gehts auf Vinyl kaum. Da fällt mir keine neuere Pressung ein, die besser wäre.
Gerd (04.12.2023, 20:08): eben grade auf dem Plattenteller drehen sich begeisternd diese 2 unterbewerteten Beethoven-Stücke, die ich ebenbürtig finde zu den Ouverturen/Symphonien (ja, auch das Ritterballett ist sehr interessant musikalisch und auch von der Bedeutung, den auch da hat der junge Beethoven schon den vollen künstlerischen Anspruch gehabt (Staatskapelle Berlin, 7oer mit Günther Herbig - sehr guter Klang und tolle Einspielung)
Maurice inaktiv (04.12.2023, 22:03): also sein Beethoven ist für mich, was Klang und Interpretation angeht, die Nummer 1, Nun, ich bin kein großer Beethoven-Hörer mehr, aber Wands Beethoven hatte ich selbst im Regal und auch angehört. Bei Schubert gibt es interessante Alternativen, etwa Sandor Vegh, Claudo Abbado oder Sir Colin Davis, oder Antonello Manacorda mit der Kammerakademie Potsdam, die mich umgehauen hatte. Auch von Karajan hatte eine ganz ausgezeichnete Neunte von Schubert eingespielt. Bei Beethoven wäre etwa Harnoncourt oder Zinman interessant.
Karajans Beethoven ist sicher sehr differenziert zu betrachten. Die 62/63-er GA der Sinfonien kann man wirklich empfehlen, jene um 75/76 herum ist bereits recht weichgespült, aber irgendwie auch nicht wirklich misslungen, sein später Beethoven ist wirklich diskutierbar, damit kann ich mich nicht mehr wirklich anfreunden. Schubert wirkt auch ohne HIP, wenn er die richtige Kombination Dirigent/Orchester hat, so höre ich es zumindest. Bei Beethoven kann man sich streiten. Doch auch da gibt es immer wieder auch Einspielungen von den herkömmlichen Orchestern. Bruckner mit HIP-Einflüssen sind nicht so wirklich meine Sache, aber ich finde die Idee, den frühen Bruckner nicht mit großem Orchester spielen zu wollen, durchaus legitim. Wobei es mir bei Bruckner und auch Brahms manchmal zu dünn klingt. Doch auch hier haben es Dirigenten schon geschafft, zumindest Alternativen einzuspielen.
Maurice inaktiv (05.12.2023, 09:24):
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 0 , d-Moll, 1869-er Fassung, WAB 100
Tapiola Sinfonietta , Mario Venzago
Das hier ist so eine Einspielung, die Mario Venzago mit einem Kammerorchester eingespielt hat.
Maurice inaktiv (06.12.2023, 10:45):
Carl Nielsen : Sinfonie Nr.4 AD: 1982 Jean Sibelius: Tapiola AD: 1984
Berliner PO, Herbert von Karajan
Schade, dass er nur die Vierte eingespielt hat. Es wäre wirklich sehr interessant geworden, hätte er sich den anderen Werken Nielsens noch gewidmet, anstatt zum vierten Mal Beethovens Sinfonien einzuspielen. Sein Sibelius, aber auch seine Vierte von Nielsen gehören zum Besten, was er jemals aufgenommen hat.
Maurice inaktiv (06.12.2023, 11:27):
Carl Nielsen: Sinfonie Nr.2 AD: 2019
Seattle Symphony , Thomas Dausgaard
Das ist der zweite Teil der GA der Sinfonien von Nielsen durch das Orchester und ihren Chefdirigenten Dausgaard, der hier zwei sehr gute Einspielungen vorgelegt hat. Auch der erste Teil wurde bereits sehr gelobt.
Das Orchester selbst ist irgendwie etwas unter dem Radar anderer Orchester gelaufen. Dabei hatte Gerard Schwarz, der von 1984 bis 2010 Chefdirigent und dann Musikdirektor wurde. 2010 übernahm dann der mir völlig unbekannte Ludovic Morlot den Posten bis 2019 (der ab 2009 das Orchester als Gast bereits dirigierte). 2019 kam dann Thomas Dausgaard als Chef an die Reihe. Dausgaard dirigierte bereits 2003 das erste Mal das Orchester, und war ab 2014 der 1.Gastdirigent das Orchesters gewesen.
Das machte gerade unter Schwarz viele Einspielungen mit amerikanischen Komponisten bei Naxos, aber auch etwa Pfitzner, Berlioz, Rimsky-Korsakov, sogar einen kompletten Ring der Nibelungen (das Orchester fungiert auch als Opernorchester), Ives, Duttileux, Richard Strauss, Ravel, Strawinsky, die 10. von Mahler......
Maurice inaktiv (07.12.2023, 08:34):
Joseph Haydn: Sinfonien Nr. 3, 33, 108 & 14
Heidelberger Sinfoniker, Johannes Klumpp
Nicolas_Aine (07.12.2023, 22:35): eine Neuerwerbung:
J. Sibelius: Streichquartett Op. 56 "Voces intimae" A. Schönberg: Streichquarett d-moll Op. 7
Phion, orchestra of Gelderland & Overijssel , Kevin Griffiths
Erneut ein Dirigent, der mir sehr wenig sagt und ein Orchester, was ich noch nie gehört habe. Es ist wohl 2019 erst durch die Zusammenlegung zweier anderer Orchester aus Holland entstanden, also nach diesen Einspielungen erst, und zwar aus den Orchestern aus Arnheim und Eschede.
Andreas Romberg (1767-1821) stammt aus einer Musikerfamilie. So ist mir sein Cousin Bernhard Romberg ((1767-1841) bekannt, da ich Einspielungen von diesem besitze.
A. Rombergs Sinfonien entstanden 1773-1774 und 1797. Seine Werke erinnern mich an Mozart, Joseph Haydn und Beethoven, sollen aber auch von Carl Philip Emanuel Bach beeinflusst worden sein. Letzterer kann gut möglich sein, wirkte Romberg doch auch in Hamburg, wo die 3.Sinfonie geschrieben und uraufgeführt worden ist.
Um 1800 herum wurde sein Name noch im gleichen Atemzug mit jenen von Beethoven, Haydn und Mozart genannt. Nach seinem Tode verblasste sein Ruhm, bis man ihn in den 1990-er Jahren langsam wieder auskramte.
Maurice inaktiv (08.12.2023, 14:57):
Woldemar Bargiel : Sinfonie in C, op. 30, Intermezzo für Orchester, op. 46, u.a.
Orquesta Sinfonica de San Luis Potosi , José Miramontes Zapata
Musik, Orchester und Dirigent sind mir völlig unbekannt.
Woldemar Bargiel (1828-1897) war ein Zeitgenosse von Max Bruch, Johannes Brahms und Anton Bruckner. Geboren und gestorben in Berlin, trat er als Chorjunge noch unter Felix Mendelssohn auf. In Leipzig war er Student unter Moritz Hauptmann, Ferdinand David, Ignaz Moscheles, Julius Rietz und Niels Gade.
Anschließend ging es über Berlin nach Köln (auf Empfehlung von Ferdinand Hiller) als Professor für Musiktheorie, dann weiter nach Rotterdam bis 1874 (als Kapellmeister und Direktor an der dortigen Maatschappij tot bevordering der Toonkunst. Anschließend ging er als Professor nach Berlin zurück, wo ihn vor allem Joseph Joachim haben wollte. Dort unterrichtete er bis zu seinem Tode.
Schüler von Bargiel waren u.a.: Leo Blech, Paul Juon, Ernst Rudorff und Waldemar von Baußnern.
Bargiel war kein Neuerer, sondern stand stets in der Tradition eines Felix Mendelssohn und Ludwig van Beethovens. Er wurde zu Lebzeiten hoch geschätzt von etwa Felix Draeseke und Johannes Brahms.
Seine Sinfonie wurde 1864 geschrieben und noch m gleichen Jahr uraufgeführt durch den bekannten Dirigenten Franz Wüllner, übrigens in Aachen. Dieser war von 1858-1865 dort Musikdirektorund damit einer der Vorgänger Herbert von Karajans.
Zum Abschluss dann noch einmal drei Meister unter sich: Antonin Dvoraks Neunte unter Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern.
Antonin Dvorak: Sinfonie Nr. 9 AD: 1977
Berliner PO, Herbert von Karajan
Ich habe keine Ahnung, wie oft er die Neunte Dvorak eingespielt hat, aber drei Einspielungen finde ich bei mir vor. 1957 und 1977 mit der EMI und den Berliner Philharmonikern (übrigens zeitlich mit kaum Unterschieden in den Sätzen). 1985 live mit den Wiener Philarmonikern (Deutsche Grammophon), 1964 mit den Berlinern ebenfalls für die Deutsche Grammophone,
Auch die Achte, die hier mit dabei ist, nahm er mehrfach auf: 1960 mit den Wiener Philharmonikern für Decca, 1979 für die EMI mit den Berlinern und 1985 mit den Wiener Philharmonikern für die Deutsche Grammophon.
Möglich sind natürlich noch weitere Einspielungen etwa als Bildplatte, das dürfte aber ein ausgemachter Karajan-Spezialist besser wissen als ich es tue.
Bei seinem Dvorak ist alles absolut stimmig, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass er dabei nicht auf den Kern der Stücke kam, den etwa Fricsay, Kubelik oder Belohlavek besser trafen.
Gerd (08.12.2023, 18:48): Bei Beethoven wäre etwa Harnoncourt oder Zinman interessant. Ja, die Beiden kenne ich und schätze ich auch. Wands Beethoven ist eine nochmalige Verbesserung von der mir bereits gut bekannten und bisher begeistert gehörten Versionen von Leibowitz. Karajan bleibt mir zu sehr an der Oberfläche und zu sehr Effekthascherei ohne den Kern der Musik auch nur erfassen zu wollen, da geht´s meiner Meinung nach eher um die Darstellung von Karajan selbst, aber da bin ich ja nicht der Erste, der das so sieht. Klar, seine 60er Beethoven-Sachen sind echt heavy und rein hedonistisch gehört sicherlich befriedigend und dramatisch/sentimental und mächtig, aber gehn an Beethovens differenzierter Musik vergleichsweise vorbei. Beethoven hat sentimentale Rezeption seiner Musik gehaßt, er wurde dann wütend und man muß ihn weder mit schlappen Tempi (Böhm) noch mit Streicherkleister und Rumms noch aggressiver machen, als er eh schon ist. Leibowitz war erfreulich davon schon völlig entschlackt aber zu sachlich und manchmal zu hektisch und Wand ist werktreuer und erspürt das richtige Tempo ("das. was man nicht als falsch empfindet") zusätzlich möchte er vor Allem aufspüren, was der Komponist wollte. Wenn man exemplarisch seine 5. hört, wird einem klar, daß es keine "Schicksalssymphonie" ist und man mit weniger Rumms-Wums, den geistigen Gehalt besser freilegt. Jedenfalls empfinde ich das so. Karajan ist vor allem ein Pop-Star, der sich und seine Platten perfekt vermarktet hat und den Markt so verstopft hatte, daß kaum Andere wahrgenommen wurden in den 70er Jahren, finde ich. Auch seine Brahms-Box ist zugekleistert eindimensional im Vergleich zu Wand oder Böhm, die bei Schubert und Brahms hervorrragend waren. Das ist natürlich nur meine singuläre Meinung, ist ja alles Geschmacksache, in welche Seife man beißen möchte.
Maurice inaktiv (08.12.2023, 19:48): Karajan ist mir zu sehr an der Oberfläche und zu sehr Effekthascherei ohne den Kern der Musik auch nur erfassen zu wollen, da gehts meiner Meinung nach eher um die Darstellung von Karajan selbst, aber da bin ich ja nicht der Erste, der das so sieht. Klar, seine 60er Beethoven-Sachen sind echt heavy und rein hedonistisch gehört sicherlich befriedigend und und dramatisch/sentimental und mächtig, aber gehn an Beethovens differenzierte Musik überwiegend vorbei. Ich überlasse Dir Deine Meinung, und werde sie auch nicht kommentieren. Das führt zu nichts, schon alleine, wenn ich weiterlese, was Du sonst noch geschrieben hast.
Deine Schreibweise erinnert mich sehr stark an den User "Bernd" im anderen Forum "Capriccio". Es würde mich nicht wundern, wenn Du die gleiche Person bist hinter beiden Accounts. Sorry, da bringt eine Diskussion nichts, höchstens nur Unruhe auch hier im Forum, darauf habe ich keine Lust, und die Anderen hier auch nicht.
Gerd (08.12.2023, 20:00): nein, der bin ich nicht und ehrlich gesagt deckt sich meine Meinung über Karajan mit der vieler Fachleute, und ich denke auch deine Meinung über Karajan ist rein subjektiv und wenn ich nun mal anders denke, bedeutet das nicht, daß einer von uns Recht hätte oder man ihn abwerten sollte. Karajan ist für mich ein nicht ernstzunehmender Selbstdarsteller aber Viele hat das wohl überzeugt, allein wie der rumfuchtelte und sich affig ausstaffiert hatte, ich fand das schon immer einfach nur peinlich. Daß er gleich 2x in die NSDAP eingetreten war und von den Nazis einen Dirigentenposten freigeräumt bekommen hatte, läßt nicht grade auf einen guten Charakter schließen, da war Wand von anderem Kaliber. Wand sagte immer: "(der Musik) Dienen statt Verdienen" in Anspielung auf Karajan...
Es muß erlaubt sein, das zu sagen. Muß ja niemand mich toll finden oder meiner Meinung sein. Oder ist das ein Mimosen-Forum, weil Du mich deshalb angehst, daß hier keiner "Lust" drauf hat?
Darf man jemanden, der von Vielen geliebt und bewundert wird, nicht kritisieren oder schlecht finden? Das hält Karajan in seiner Monumentalität sicher aus, wenn ein kleines Licht wie ich, ihn nicht so toll findet.
Ich kenne das aber schon zur Genüge, auch wenn man den Antisemiten Wagner und seine unverschämten Korrekturen in der Partitur der 9. von Beethoven schlimm findet oder die Oberflächlichkeit von Karajan kritisiert, sind viele schockiert und wenden sich ab. Ich finde es ok, verschiedene Ansichten verschieden zu begründen und nebeneinander stehen zu lassen, vielleicht lernt man ja ein neues Argument kennen und wird am Ende umgestimmt. Das kann bei überzeugenden Argumenten auch mir passieren.
Nicolas_Aine (08.12.2023, 22:01): Ganz ruhig, ihr beiden. Meinungsverschiedenheiten dürfen sein, diskutiert werden darf auch - aber bitte immer sachlich und höflich bleiben.
Nicolas_Aine (08.12.2023, 22:02):
Bei mir nun eine weitere Neuerwerbung:
F. Schubert: Oktett D803
Berliner Philharmonisches Oktett
Maurice inaktiv (08.12.2023, 22:46): Karajan ist für mich ein nicht ernstzunehmender Selbstdarsteller aber Viele hat das wohl überzeugt, allein wie der rumfuchtelte und sich affig ausstaffiert hatte, ich fand das schon immer einfach nur peinlich. Daß er gleich 2x in die NSDAP eingetreten war und von den Nazis einen Dirigentenposten freigeräumt bekommen hatte, läßt nicht grade auf einen guten Charakter schließen, da war Wand von anderem Kaliber. Halt !! Dass Karajan "rumfuchtelt" könntest Du locker an 100 weiteren Dirigenten auch kritisieren, entspricht aber nicht der Realität. Frage die Leute, die unter ihm gespielt oder gesungen haben, fange mit der Callas (die bestimmt ebenfalls keine einfache Person war) an und höre mit seinen Musikern in Berlin auf, dann würdest Du vielleicht (!!!) verstehen, dass er ein exzellenter Dirigent war. Oder glaubst Du im Ernst, er hätte sonst Werke von Schönberg, Webern, Strawinsky, Bruckner oder Schostakowitsch dirigieren können? Klar und deutlich- NEIN, hätte er nicht. Schon mal überhaupt nicht mit dieser Qualität auch bei Aufnahmen. Offenbar hast Du weder vom Dirigieren, noch Musik machen direkt eine Ahnung, dafür aber vorgefertigte Meinungen, die Du hier dann schreibst. Setzen, 6. Durchgefallen.
Daß er gleich 2x in die NSDAP eingetreten war und von den Nazis einen Dirigentenposten freigeräumt bekommen hatte, läßt nicht grade auf einen guten Charakter schließen, da war Wand von anderem Kaliber. Diesen Mist sofort in Verbindung mit seinem Charakter und seinem Können alleine schon in einem Atemzug zu bringen ist eine Frechheit. Auch dazu etwas zu schreiben bringt nichts, Deine Meinung ist vorgefertigt, entspricht Deinem Gutdünken, aber ist weitab der Realität.
Es muß erlaubt sein, daß zu sagen. Muß ja niemand mich toll finden oder meiner Meinung sein. Oder ist das ein Mimosen-Forum, weil Du mich deshalb angehst, daß hier keiner "Lust" drauf hat? Jetzt wird es ja immer besser. Du bringst hier eine derart unangebrachte "Kritik" ein, die derart fern ab der Realität ist, und hast sofort ein Problem damit, wenn Du entsprechend Gegenwind bekommst? Na, da bist Du hier genau richtig, bei mir erst recht.
Nein, mit Dir werde ich in Zukunft weder "diskutieren" wollen, noch mich sonst austauschen. Du hast Dich mit Deiner Meinung selbst als völlig indiskutabel erwiesen, weil Du jemanden bereits an Dingen abqualifiziert hast, die man gerade Karajan NICHT streitig machen kann, und das ist sein fachliches Können.
Damit das auch deutlich wird hier: Ich verstehe Dich, was seine Art der Darstellung oder wie er sich selbst auch darstellt, darüber könnte man in der Tat diskutieren. Man könnte auch über seine Interpretationen diverser Komponisten und Einspielungen diskutieren, da bin ich bestimmt auch nicht mit allem einverstanden (was ich hier bereits früher schon geschrieben habe, nur für Dich zur Info).
Doch wenn Du "herumfuchteln" schon schreibst, dabei im gleichen Absatz seine Partiezugehörigkeit erwähnst (die mit seinen Interpretationen und seinem Dirigierstil nichts zu tun hatte), die damals eine Menge weiterer Musiker, Dirigenten, Künstler, etc. hatten, solltest Du Dich mal mit dieser Zeit beschäftigen. Vergesse dabei nicht, mal bei Clemens Krauss, Wilhelm Furtwängler, Oswald von Kabasta, Karl Böhm oder Hans Knappertsbusch nachschaust, wirst Du vielleicht einige überraschende Dinge entdecken. Vielleicht willst Du das aber auch nicht, weil dann Dein Weltbild zertört würde? Wer weiß? Bei den Komponisten etwa Richard Strauss, Wener Egk, Carl Orff, Hans Pfitzner, Ernst Pepping.
Richard Strauss und Wilhelm Furtwängler hatten sogar am Anfang noch wichtige Posten inne, die sie dann aufgaben, aber sie dirigierten weiter und blieben im Land.
Eugen Jochum, der kein Parteimitglied war, hatte trotzdem einen wichtigen Posten unter den Nazis, wurde von ihnen übrigens sehr hofiert. Gewehrt hat er sich dagegen wohl nicht, auch er blieb im Lande. Günter Wand hast Du selbst erwähnt, er hatte zudem Glück, dass Köln nicht ganz so "nazifreundlich" war wie andere deutsche Großstädte. Auch Wand war nicht in der Partei und konnte mit dem Kerlen auch nichts anfangen. Er kam Sein Posten war relativ unwichtig, gemessen etwa an Dresden, Berlin, München oder auch Leipzig.
Übrigens war von Karajan mit einer Vierteljüdin verheiratet. Die Ehe wurde aber von höchster Stelle genehmigt (klingt seltsam, war aber so), doch dafür bekam er gerade KEINEN Posten, den man ihm vielleicht gegeben HÄTTE, wäre er nicht mit Anita Gütermann ab 1942 verheiratet gewesen. Ihre Familie sorgte nach dem Kriege dafür, dass er 1947 wieder dirigieren durfte. Dass er sie dann in den 1950-er Jahren verlies, um eben mit Eliette Mouret anbandelte, ist eine andere Geschichte.
So viel dazu. Mehr kannst Du selbst herausfinden. Wenn Du Deine Hausaufgaben gemacht hast, probiere es noch einmal. Bye.
Joe Dvorak (09.12.2023, 03:42):
Joseph Haydn - Klavierkonzerte F-Dur, G-Dur & D-Dur, Hob. XVIII: 3, 4 & 11 Derek Han, ECO, Paul Freeman
Han und die Engländer sind eher auf der 'ernsten' Seite angesiedelt. Hipster werden Spritz, Witz und Tanz vermissen. Das heisst nicht, dass es nicht vorhanden wäre, aber die Betonung liegt mehr auf Gravität und Tiefgründigkeit. Wahrscheinlich klinge ich wie eine Schallplatte mit Sprung, wenn ich sage, dass das Haydn gut zu Gehör steht. Dass der Idealfall darin besteht, beides unter einer Kappe zu vereinen, ist eine Binsenweisheit, und dass Christine Schornsheim die erste Wahl ist, erzähle ich auch nicht zum ersten Mal. Und es gibt nichts Neues unter der Sonne (Ecclesiastes 1:9, SLT).
Die Argumente um Hubsi müssen wir uns auch gerade zum 88. Mal anhören. :ignore
Maurice inaktiv (09.12.2023, 10:26):
Antonin Dvorak: Sinfonie Nr.8 AD: Januar 1985, Wien
Wiener PO, Herbert von Karajan
Der "herumfuchtelnde Nichtskönner" also.....
Maurice inaktiv (09.12.2023, 11:27):
Felisx Mendelssohn: Sinfonie Nr.1, c-Moll, op.11 AD: November 1972, Berlin
Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Für das Aufnahmejahr ist der Klang wirklich ganz ausgezeichnet. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob sein Ansatz bei Mendelssohn passt oder nicht, da haben später die Leute der HIP-Bewegung doch ganz andere Ergebnisse erzielt. Es scheint mir aber doch sehr sorgsam eingespielt worden sein, vermutlich auch hier, um Zeit einzusparen. Natürlich hatte er auch "sein" Orchester zur Hand, die genau wussten, was er wollte.
Meines Wissens nach hat HvK die Werke ausschließlich auf Wunsch der Deutschen Grammophone vollständig eingespielt, sie im Konzert aber nie, oder nur höchst selten gespielt. Auch hat er sie später nicht wieder volldigital eingespielt. Darüber zu spekulieren, warum er es nicht mehr getan hat, dürfe müßig sein, doch ich gehe davon aus, dass er sie als "nicht so wichtig" erachtet hatte, und damit keine Zeit verschwenden wollte. Noch dazu dürfte er später kaum zu einem anderen Ergebnis gekommen sein.
Auch Robert Schumann hat er nur ein einziges Mal als GA der Sinfonien eingespielt. Auch hier dürfte er sich dafür zu schade gewesen sein für, sowohl früher, als auch später in seiner Zeit. Allerdings hat er dafür sein Klavierkonzert immer mal wieder auf dem Programm stehen gehabt, es auch mindestens drei Mal auf Platte (oder CD) verewigt haben.
Gerd (09.12.2023, 12:40): Der "herumfuchtelnde Nichtskönner" also..... So würde ich das nicht formulieren, denn der konnte schon was, nämlich den hedonistischen Klang-Genuß bis auf ungeahnte Spitzen treiben, der reine Genuß seiner Einspielungen ist hoch, aber der geistige Gehalt und vor allem die Werktreue (z.B. bei Beethoven) war bei Karajan nicht grade das Leitmotiv seiner Arbeit, da gab es bessere, wie Klemperer, Böhm oder Wand oder Paavo Järvi, Leibowitz, um nur wenige exemplarisch zu nennen, die ihn bezüglich dieser Qualität toppen. Aber hochwertige LP-Produktionen, mit dramatisch-sentimentalem Ausdruck eingespielt, das konnte Karajan, deshalb ist der Musiklaie in der Regel sehr beeindruckt von den Karajan-Einspielungen. Aber auch Kenner genießen Karajans toll klingende LPs immer noch. Was Karajan auch konnte sind meist die passenden Tempi, das muß man ihm lassen. Ich werde die Mendessohn-Einspielung mal anhören und mit der von Sawallisch vergleichen.
Bei mir läuft gerade, Beethovens 3. /Leibowitz 1962, klangtechnisch nicht auf der Höhe moderner Einspielungen, aber damals erstmals dieses Werk zeigend, "nicht als aufgeputzte Spitzenleistung und entrümpelt vom Schmutz, der sich als Spur jahrzehntelangem Dirigentenexibitionismus darauf abgesetzt hatte" (Originalzitat Adorno) :
Maurice inaktiv (09.12.2023, 13:23):
Arnold Schönberg : Verklärte Nacht, op.4 & Pelleas und Melisande, op. 5 AD: 12/1973
Berliner PO, Herbert von Karajan
Für mich eine seiner besten Einspielungen überhaupt. Er selbst machte dafür die hervorragende Aufnahmetechnik verantwortlich, ohne die es ihm nicht möglich gewesen wäre, den Ansprüchen Schönbergs nachzukommen. So viel dazu, er wäre vor allem ein Selbstdarsteller gewesen (was er mit letztendlich auch war, spätestens bei den Bildplatten).
Als Alternativen habe ich bei der Verklärten Nacht Sinopoli, Chailly, Vegh und Uasa zur Verfügung, für "Pelleas" ebenso Sinopoli und Thielemann.
Maurice inaktiv (09.12.2023, 13:49): der reine Genuß seiner Einspielungen ist hoch, aber der geistige Gehalt und vor allem die Werktreue (z.B. bei Beethoven) war bei Karajan nicht grade das Leitmotiv seiner Arbeit, da gab es bessere, wie Klemperer, Böhm oder Wand oder Paavo Järvi, Leibowitz, um nur wenige exemplarisch zu nennen, die ihn bezüglich dieser Qualität toppen Ach, was zeichnet denn die "Werktreue" bei Klemperer und Böhm so aus? Die Tempi bestimmt nicht, sorry, aber das sind doch Phrasen, nichts weiter. Welche "Werktreue" welcher Aufnahmen von Beethoven unter Karajan meinst Du jetzt? Du verallgemeinerst das so sehr, dass ich mir sehr sicher bin, dass Du keine einzige Aufnahme von Karajans Beethoven je gehört hast. Alleine daran erkennt man Deine Vorurteile. Wie soll ich mit Dir darüber diskutieren, wenn Du nicht mal das weißt?
Ich bin übrigens kein Kenner von Beethoven-Einspielungen, daher kann ich hier nur aus dem Bauch heraus schreiben. Karajans Beethoven kenne ich auch nicht komplett, den aus den 1950-ern wollte ich mir mal kaufen, habe es aber sein lassen, weil mich Beethoven nicht reizt. Noch dazu fühle ich mich da nur selten bei den Altstars am Pult gut aufgehoben. Bei Karajan habe ich nur die 61/62-er GA und jene von 76/77 gehört, den letzten Zyklus nur in Teilen, Wands Zyklus schätze ich sehr, weil er grundsätzlich nichts zu viel macht, sondern die Musik für sich sprechen lässt.
Klemperer war später ein verbitterter, alter Mann. Sein Beethoven ist quasi in Beton gemeiselt. Klemp war vielleicht die ärmste Sau aller Dirigenten gewesen, weil er auf der einen Seite grandios war, aber auf der anderen Seite aber er ein nicht gerade einfaches Leben hatte ab 1933. Ich meine das auf seine Gesundheit, aber auch die unsägliche Zeit in Europa, die er durch Flucht in die USA musikalisch sicher gut überstand, gesundheitlich dafür weniger. Sicher einer der größten Dirigenten, die Deutschland je hatte, keine Frage.
Bei Böhm scheiden sich die Geister, zumindest bei mir. Seine Mozart-Sinfonien haben mir den Weg zu Mozart Jahrzehnte lang verbaut, weil ich später feststellen musste, dass er einfach nur langweilig war. Als Bruckner-Dirigent finde ich ihn weitaus besser, sein "Ring" aus Bayreuth ist sicher legendär, aber Wagner und Opern nicht mein Fall. Ich habe ihn mir angehört, aber an mir ist Wagner grandios gescheitert, was bestimmt nicht an Böhm, sondern an mir lag.
Paavo Järvi ist mir auch im Konzertsaal bekannt, er war ja lange Jahre in Frankfurt tätig. Seinen Carl Nielsen und Hans Rott möchte ich nicht missen. Beethoven hat er mit den Bremern gemacht, den kenne ich nicht, soll aber ausgezeichnet sein. Doch was ich an Beethoven da habe, reicht mir bis ans Ende meiner Tage, dafür höre ich seine Musik viel zu wenig inzwischen.
Jetzt habe ich Dir zumindest mal nach bestem Wissen geantwortet, auch wenn einiges dabei hier vielleicht nicht mehr unbedingt hin gehört.
Ach, Karajans Ausflüge in die Barock-Musik finde ich langweilig und wirklich einfach nur wunderschön gespielt, aber eben auch glattgebügelt ohne Ende. Auch bei seinem Haydn und Mozart sehe ich nichts, was man haben müsste, das wird heute durch die HIP-Bewegung weitaus lebhafter angeboten. Da würde ich auch nicht unbedingt auf Deine hier ausgewählten Dirigenten zurücckgreifen, wobei Wand bei Haydn und Mozart auch eine gute Figur gemacht hat.
Gerd (09.12.2023, 15:05): dass ich mir sehr sicher bin, dass Du keine einzige Aufnahme von Karajans Beethoven je gehört hast. entschuldige, das wird jetzt wirklich zu arg von Dir, ich verstehe nicht, wieso Du wiederholt mich persönlich in Frage stellst (erst soll ich sogar jemand anders sein, jetzt hab ich noch nie Karajan angehört und so weiter) angreifst und mir ein Urteilsvermögen absprichst, ich finde das unhöflich und unsachlich und auch sehr unfair. Ich habe Dich nicht ein einziges Mal persönlich bewertet oder beurteilt, warum machst Du das mit mir und zwar sehr ruppig? Ich hingegen würde Dir nie unterstellen, keine Ahnung zu haben, von den Stücken, über die Du schreibst, aber warum teilst Du so grob gegen mich aus? Ich habe eine andere Meinung und begründe diese auch und natürlich besitze ich viele Einspielungen von Karajan (Brahms, Tschaikowsky, Beethoven ´63 Box, Berlioz, Debussy u.v.a.) und ich bitte Dich damit aufzuhören, mich persönlich mit solchen unterirdischen Beschuldigungen anzugehen. Denn das hat "sicher keiner Lust zu lesen hier", nicht meine Meinung über Karajan. Ich habe mich mit Karajan beschäftigt und auch viel über ihn gelesen und gesehen und muß mich nicht persönlich in Frage stellen lassen und gegen Deine Vermutungen über mich rechtfertigen, nur weil Dir meine Ansichten zuwider sind.
Du bist Dir ständig "sicher" wer und wie ich bin und was ich tue, dabei kennst Du mich gar nicht, redest Du am Ende von Dir selbst und projizierst etwas in mich?
Ich möchte aber eigentlich nicht über Dich reden und bin deshalb bisher nicht auf Deine Unterstellungen über meine Person eingegangen, das soll nun auch das letzte Mal sein, in Zukunft werde ich das ignorieren und mir meine Teil denken, denn besonders niveauvoll ist das nicht grade hier von Dir.
Ich hätte Dir eigentlich gerne mitgeteilt, daß ich grade Deinen Tipp Mendelssohns 1. zu hören befolgt habe und verglichen mit Sawallisch, das hätte Spaß gemacht, aber mit jemandem, der mich persönlich herabsetzen möchte, tausche ich mich nicht über Vorlieben und musikalische Einschätzungen gerne aus.
Laß das bitte sein, auf mir herumzuhacken, denn es geht hier nicht um mich persönlich, oder Dich, sondern um Musik und Dirigenten. Danke. Wenn Du an einem sachlichen Austausch mit Argumenten wirklich interessiert bist, dann laß deine Angriffe auf meine Person. Für mich bist Du derzeit kein sachlicher Gesprächspartner mehr.
Maurice inaktiv (09.12.2023, 18:29): Laß das bitte sein, auf mir herumzuhacken, denn es geht hier nicht um mich persönlich, oder Dich, sondern um Musik und Dirigenten. Danke. Wenn Du an einem sachlichen Austausch mit Argumenten wirklich interessiert bist, dann laß deine Angriffe auf meine Person. Für mich bist Du derzeit kein sachlicher Gesprächspartner mehr. Ich habe das, was ich eigentlich schon gepostet hatte, zurückgezogen.
Ich habe nicht auf Dir herumgehackt, sondern auf Deine meiner Meinung nach völlig unqualifizierten Äußerungen geantwortet. Die Sachlichkeit fängt bei der Person an, die unsachlich begonnen hat, einen der nach wie vor populärsten und wohl auch besten Dirigenten des 20.Jahrhunderts hier zu beschreiben. Darauf habe ich reagiert, und zwar deutlich, doch ich habe Dich nur da direkt angegriffen, wo Du ganz deutlich Dich selbst mit Worten abqualifiziert hast, das habe nicht ich getan, sondern Du selbst.
Ich hätte Dir eigentlich gerne mitgeteilt, daß ich grade Deinen Tipp Mendelssohns 1. zu hören befolgt habe und verglichen mit Sawallisch, das hätte Spaß gemacht, aber mit jemandem, der mich persönlich herabsetzen möchte, tausche ich mich nicht über Vorlieben und musikalische Einschätzungen gerne aus. Das hast Du jetzt ja auch, aber zugleich wieder Deinen Entschluss gefasst nicht diskutieren zu wollen mit mir. Das steht Dir frei, jeder kann das selbst entscheiden, mit wem er sich austauschen möchte und mit wem nicht.
Vielleicht liegen wir bei Karajan bei manchen Einspielungen nicht einmal weit auseinander. Das kann durchaus sein, weil es genug Komponisten gibt, die mir bei HvK auch nicht adäquat umgesetzt erscheinen, etwa seinen zwar klanglich wunderschönen, aber auch stinklangweiligen Barock-Einspielungen.
Es liegt mir übrigens fern, Dich hier in irgend einer Form abzuqualifizieren, das hast Du selbst bereits getan. Ich lasse so etwas aber auch nicht einfach stehen, sondern werde das entsprechend scharf kommentieren, denn das war von Deiner Seite nicht fair und auch nicht sachlich gewesen. Doch mit 50 Jahren Bühnenerfahrung kann ich sehr wohl so einige musikalische Dinge gut bewerten und einschätzen, gerade auch, was das Dirigieren angeht. Nein, ich selbst habe nie dirigiert, das überlasse ich auch denen, die sich dazu berufen fühlen, ich bin es nicht.
Wenn Du Dich also von mir zu sehr angegriffen gefühlt hast, tut es mir leid. Von meiner grundsätzlichen Meinung, wie Du Dich hier "verkauft" hast, weiche ich nicht ab, auch wenn ich mit Dir bestimmt, was Karajans generelle Art und Weise angeht, durchaus einer Meinung sein könnte. Ich verherrliche ihn nicht, absolut nicht, doch ich stelle auch nicht Dinge in einem Satz so dar, als ob er ein menschenverachtender Nazi mit Hang zur Selbstdarstellung und musiktechnischem Unvermögen gewesen wäre. Es ist, wie bei jedem Menschen im Leben: Er hat viele Dinge richtig gemacht, aber auch viele Dinge falsch. Niemand ist frei von Fehlern, wir alle nicht.
satie (09.12.2023, 23:29): An dieser Stelle hätte ich mal einen Literaturtipp:
Maurice inaktiv (10.12.2023, 09:19):
Ernst Rudorff: Sinfonie Nr.3, op. 50 , h-Moll
Buchumer Symphoniker, Frank Beermann
Uraufgeführt am 11.02.1911, galt Rudorffs letzte Sinfonie bereits als nicht mehr "zeitgemäß". Darüber lässt sich sicher streiten, auch wenn seine Musik ohne die damals bereits starken harmonischen Reibungen auskommt.
Maurice inaktiv (10.12.2023, 10:17):
Ildebrando Pizzetti : Sinfonie in A & Harfenkonzert in Es-Dur AD: 2015, Turin/Italien
Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI , Damian Iorio & Margherita Bassani (Harfe)
Pizzetti war bereits 60 Jahre alt, als er seine Sinfonie in A fertiggestellt hatte. Sein Rang, neben Alfredo Casella und Gian Malipiero zu den Neuern der modernen italienischen Musik zu gehören ist die eine Seite, dass er ein bekennender Faschist war, die andere Seite seines Lebens.
Maurice inaktiv (10.12.2023, 13:43):
Diese Doppel-CD wird tatsächlich mit "Expressionismus" bezeichnet. Mit Alfredo Casella, Eugene Goossens, Franz Schreker, Karol Rathaus, Vladimir Vogel und Egon Wellesz findet man einen Teil der Avantgarde der 1920/30-er Jahre dabei.
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Nilos Athinäos, Jürgen Bruns und Christoph Campestrini
Andréjo (10.12.2023, 15:34):
Diese Doppel-CD wird tatsächlich mit "Expressionismus" bezeichnet. Mit Alfredo Casella, Eugene Goossens, Franz Schreker, Karol Rathaus, Vladimir Vogel und Egon Wellesz findet man einen Teil der Avantgarde der 1920/30-er Jahre dabei.
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Nilos Athinäos, Jürgen Bruns und Christoph Campestrini Eine sehr interessante Mischung mit diversen Nummern, die ich nicht gekannt hatte vorher. Beispielsweise meine einzige Aufnahme bislang mit Musik von Karol Rathaus. Bei dem attraktiven Orgelkonzert von Casella gibt es mittlerweile Konkurrenz. Eine weitere Einspielung kenne ich schon länger. Sie ist im Charakter gänzlich anders, da sehr langsam und bedächtig angelegt und dadurch auch mehr Pathos entwickelnd. Ich finde aber beide Modelle reizvoll zu hören.
Inwieweit man bei den Stücken immer sinnvoll von Expressionismus sprechen kann, ist eine andere Frage. Freilich ist der Begriff vage genug. In der Literaturwissenschaft etwa wird er gleichermaßen gerne für das Jahrzehnt um den Ersten Weltkrieg verwendet und lässt sich dann auch relativ genau bestimmen und andererseits für vage Tendenzen über das ganze Jahrhundert hinweg. In der Musik halte ich die Anwendung für noch einmal diffiziler - schlicht weil es sich halt um eine Kunstform handelt, die sich - sehr grob umrissen - nicht mit quasi digitalen Entsprechungen zwischen Form und Gehalt umreißen lässt. Aber das ist ein riesige Kapitel, bei dem ich auch nur bedingt in einer Diskussion mithalten könnte.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (10.12.2023, 16:19): Eine sehr interessante Mischung mit diversen Nummern, die ich nicht gekannt hatte vorher. Ich finde die Mischung sehr interessant, weil auf der einen Seite echte Raritäten angeboten werden, die Musik mMn auch gut umgesetzt wird und man so vielleicht einen ersten Zugriff zu diesen Komponisten findet.
Beispielsweise meine einzige Aufnahme bislang mit Musik von Karol Rathaus. Bei Rathaus empfehle ich Dir gerne die Sinfonien unter dem unschlagbaren Israel Yinon.
Leider sind die Sinfonien Nr.2 & 3 von CPO nicht mehr bei JPC gelistet, die waren mal spottbillig im Abverkauf gewesen, da hatte ich sie aber schon gekauft. Auf Ebay wird sie gerade zum vernünftigen Preis angeboten.
Inwieweit man bei den Stücken immer sinnvoll von Expressionismus sprechen kann, ist eine andere Frage. Das kommt schon recht nahe, aber ich würde es als zeitgemäße, moderne Musik der ersten 25 Jahre des Jahrhunderts nennen. Es gibt da bereits zu viele diverse Einflüsse, von der Musik Schönbergs, hin zu den Impressionisten, Expressionisten, Spätromantikern und auch des frühen Jazz.
Sfantu (10.12.2023, 22:43):
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 3 Es-dur op. 55
Allegro con brio 12'33 Marcia funebre. Adagio assai 13'55 Scherzo. Allegro vivace alla breve 5'12 Finale. Allegro molto - poco andante - Presto 10'45
Sinfonie Nr. 4 B-dur op. 60
Adagio - Allegro vivace 8'35 Adagio 9'09 Menuetto. Allegro vivace Trio: un poco meno 5'02 Allegro ma non troppo 6'22
Royal Philharmonic Orchestra London - René Leibowitz (Reader's Digest, 1961)
Da für mich so essentiell wie unverzichtbar, habe ich Leibowitz' Beethoven-Totale auf Platten als auch auf CDs. Heute entschied ich mich aus Bequemlichkeit (2 Gläser feinen roten Cuvées aus dem Kaiserstuhl sind schon verinnerlicht) für die CD-Box. Leibowitz' Beethoven ist mir die wichtigste Gesamteinspielung des vergangenen Jahrhunderts. Wegen der spieltechnischen Klasse? Auch. Wegen der Aufnahmequalität? Naja - da gab es auch um 1960 bereits Besseres. Wegen des interpretatorischen Ansatzes? Unbedingt! Hier setzt jemand auf Entschlackung, Stringenz, energetischen Schub. Ein freundlicher aber entschiedener Bruch mit dem damals allgemeingültigen philharmonischen Plüsch und der Anbetung des Titanischen. Stattdessen knappe, scharf umrissene Agogik, brennendes Temperament, trockener Humor. Daß auch nach Leibowitz noch konventioneller Beethoven damaliger Schule gespielt und aufgenommen wurde - keine Frage. Allein - ein nicht ignorierbares Fanal ward gesetzt. Anknüpfungspunkt und Inspiration für die historisierende Aufführungspraxis, zwanzig Jahre später. Wohl gemerkt - die Streicher spielen mit angemessenem Vibrato, es kommt konventionelles Instrumentarium zum Einsatz. Was zählt, was im damaligen Umfeld den Alleinstellungs-Meilenstein setzt, ist der forsche, verknappende Ansatz: Expressivität, Entschlackung, Schärfung des Werkprofils. Vereinzelt erhalten Holzbläser aufnahmetechnische Polituren - sicher gut gemeint aber deplatziert, da unnatürlich wirkend. Dafür erhält die Pauke die ihr gebührende Präsenz. Exemplarisch das Scherzo aus der Eroica - für meinen Geschmack eigentlich eine Spur zu schnell genommen. Doch was machen sie aus diesem Stück! Messerscharfe Konturen, glutvolles Spiel, ein Musizieren auf der Stuhlkante!
Meine einzige direkte Vergleichsmöglichkeit auf physischem Tonträger mit Karamalz' erstem Berliner Zyklus ist die Vierte: besserer Klang. Aber interpretatorisch? Eingeschlafene Füße.
Gerd (11.12.2023, 11:22): Da kann ich nur zustimmen, ich habe erst Zugang zu Beethoven über Leibowitz gefunden und bei Karajan und Bernstein (auf verschiedene Weise) kam mir als anfangender Klassikhörer (vor 25 Jahren) alles vergleichsweise beliebig interpretiert vor, ein reines An - und Abschwellen, Dramatik, Wucht abgewechselt mit romantischen Gefühlen ließ mich kalt. Erst die entschlackte, fast sachliche Einspielung von Leibowitz hat mir die Möglichkeit gegeben, mehr vom geistigen Gehalt dieser Symphonien zu erarbeiten und Beethovens Musik sagte mir plötzlich etwas jenseits von schöner Unterhaltung in weihevoller Stimmung.
editiert, d. Admin sage ich es trotzdem nochmal klar und unqualifiziert: Karajan ist für mich der erste Schritt (zugegeben sehr kleine) hin zu James Last. Ich werde das nun völlig "unqualifiziert" und mich dabei selbst absolut als komplett Durchgeknallter darstellend, begründen:
Wenn man versucht - wie Karajan - Musik möglichst massentauglich, angenehm, schön, mit sentimentalen und dramatischen Posen und vergleichsweise sinnentleert zu interpretieren, so daß jeder Laie sich dem Sound hedonistisch hingeben kann, ohne das erste Ziel, den geistigen Gehalt eines Stückes freilegen zu wollen, dann ist man auf dem Weg hin zu Kitsch. Und man kann so in jedes Wohnzimmer Platten verkaufen. Man höre sich mal die 1. von Brahms von Karajan im Vergleich zur Böhm (mit den Berlinern) an, da mußte ein Musikfreund von mir, der Karajan-Fan ist, im direkten Vergleich verblüfft zugeben, daß die einzelnen Nebenstimmen, Klangfarben, Präzision völlig verschieden herausgearbeitet oder auch nicht herausgearbeitet (Karajan) waren und Karajan deutlich gebündelt-eindimensional betont und relativ verschwommen-seelig klang. Das Hallo war groß, als ich endlich meine Karajan -Kritik "beweisen" konnte, denn dieser Musikfreund war (und ist) sehr überzeugter Karajan-Freund, denn er steht auf die Wucht seiner 5. und 7. z.B.
editiert, d. Admin
Auch Sawallisch im Vergleich zu Karajans 1. /1. Satz von Mendelssohn klingt genauer, straffer, deutlicher in den Nebenstimmen und und unsentimentaler bei ruhigen Abschnitten, Karajan hat den weicheren, volleren Sound in den man sich reinlegen kann mit Genuß, aber der quasi Weichzeichner ist auch hier bei Karajan - vergleicht man nur den ersten Satz - zu hören. Ich "verstehe" bei Karajan die Musik einfach weniger. Klar, daß mich das jetzt völlig disqualifiziert, aber ich habe nicht die nötige Ahnung, wie ich Karajan besser bewerten kann, sorry.
Bei mir läuft gerade Brahms 2. von Klemperer, editiert, d. Admin ganz schön unromantisch interpretiert, ist gut so, aber Wands Version erschließt sich mir beim NDR besser. Hoffentlich nicht, weil Wand mehr die "unqualifizierten" Musikhörer ansprechen wollte…;-)
Sfantu (11.12.2023, 12:24): Ich sollte freilich präzisieren resp. differenzieren:
Karajan per se höre ich nicht ausschließlich als Weichzeichner und Egalisierer. Das ist sicher ein Charakteristikum des von ihm geschaffenen "Berlin Sound". Dort, wo es paßt, kann es überwältigend sein: Bruckner, Brahms Vierte, Sibelius, Holst und Honeggers Zweite etwa. Im Falle Beethovens aber zündet er keine Funken bei mir. Umso erstaunlicher, daß er wieder und wieder Beethoven-Zyklen aufnehmen zu müssen meinte. Sehe da gewisse Parallelen zu Grisu, dem kleinen Drachen: "Ich will aber Beethoven-Experte sein!!"
Joe Dvorak (11.12.2023, 13:39): Nicht zu vergessen, die Alpensinfonie und Nielsens 4. Den Diskussionsfaden mit den guten Platten, die er gemacht hat, gibt es ja schon. :thumbup:
Gerd (11.12.2023, 13:47): ja, die 4. von Brahms muß ich wohl nochmal hören, bei Holst kenne ich nur eine einzige LP, die ich so großartig finde (die allseits bekannte von Zubin Mehta), daß ich bisher keinen Drang hatte, eine andere anzuhören. Aber stimmt, er ist nicht durch die Begriffe Weichzeichner und Egalisierer allein zu charakterisieren, es kommt dazu, daß er mir zu viel von seinen eigenen unpassenden Emotionen in seine Interpretationen reinbringt, anstatt der Intension des Komponisten mehr auf der Spur zu sein, mir kommt es so vor, als benutzte er die Komposition um sich selbst darzustellen, statt das Werk und den Komponisten, die an 2. Stelle nur zu stehen scheinen, dazu paßt auch sein seltsames Verhalten am Pult, das mich abschreckt. Mir erschließt sich bis jetzt sein Größe nicht. Na ja, nun kann ich ja wieder eine Weile ausschließlich von denjenigen Einspielungen sprechen, die mir gefallen, anstatt von denen, die sich mir nicht erschließen. Oh Entschuldigung, ich hab vergessen zu erwähnen, daß meine Argumente mich disqualifizieren.
Maurice inaktiv (11.12.2023, 13:55): Karajan per se höre ich nicht ausschließlich als Weichzeichner und Egalisierer. Das ist sicher ein Charakteristikum des von ihm geschaffenen "Berlin Sound". Dort, wo es paßt, kann es überwältigend sein: Bruckner, Brahms Vierte, Sibelius, Holst und Honeggers Zweite etwa. Oder seine Einspielungen der Zweiten Wiener Schule, seiner überwältigenden Einspielung der Vierten von Carl Nielsen, Richard Strauss, Debussy klingt bei ihm traumhaft schön, seine Einspielung der 1.Sinfonie von Mili Balakirev aus dem Jahre 1949 etwa, bei Brahms sehe ich den ganzen Brahms insgesamt anders als Gerd oder Du. Doch das sind im Grunde Kleinigkeiten. Auch seine Fünfte von Mahler finde ich eine Hammereinspielung, seine letzte Bruckner-Einspielung mit den Wienern ist fast eine Art Vermächtnis.
Wenn man diese Aufnahmen alle zusammenfasst, ist das völlig ausreichend, ihm einen festen Platz in der Reihe der großartigen Dirigenten zu reservieren.
Karajan hatte Mendelssohn, Schubert und Schumann nur eingespielt, weil er von den Plattenfirmen dazu gedrängt wurde. Es gibt eine sehr ordentliche Neunte von Schubert, sein Mendelssohn und Schumann sind, gemessen an den Einspielungen, die man heute von der HIP-Bewegung kennt, absolut harmlos, aber vom musikalisch-orchestralen Standpunkt aus exzellent eingespielt worden. Bei Mendelssohn finde ich Thomas Fey oder Norrington weitaus stilsicherer und mir auch lieber, als der Ansatz Karajans. Bei Schumann gibt es ebenfalls mehr als genug Alternativen, von Sawallisch angefangen, bis hin zu Bernstein, Simon Gaudenz, Norrington oder auch Harnoncourt.
Bei Brahms fällt mir spontan Daniel Raiskin ein, Bruno Walter, Heinz Rögner, ganz hevorragend hier Günter Wand, Auch Kurt Sanderling, Abbado, Bernstein, Saraste mit dem WDRSO Köln. Doch ich schätze Karajan mit seinem Brahms ebenfalls. Klar, bei so vielen Gesamteinspielungen wird man immer Alternativen finden, nach all den Jahrzehnten ist das auch normal. Karajan ist jetzt fast 35 Jahre tot, da hat sich viel getan. Allerdings auch viel trostloser Durchschnitt.
Was den Kommerz angeht, mag das stimmen, was Gerd von James Last hier schreibt, mal so viel dazu: Ich mag seinen Sound auch nicht, aber er hatte dort Oben eine verdammt gute Band stehen, übrigens fast alles auch exzellente Jazzmusiker, die ihr Fach genau so gut verstanden haben, wie die Berliner Philharmoniker. Nur durch solche Einspielungen und Auftritte waren sowohl die Berliner Philharmoniker, als auch die Musiker von James Last in der Lage, wirtschaftlich zu überleben, um nebenbei dann wirklich das spielen zu können, was sie eigentlich wollten. Es ist immer eine Sache des wirtschaftlichen Aspektes gewesen, und Karajan wusste das besser als alle anderen Dirigenten vor ihm. Man kann ihm das vorwerfen, aber nur so war es möglich, die Musiker bei Laune zu halten und auch neue Musiker zu bekommen.
Man sollte bei Karajan klar trennen zwischen seinem riesigen Aufwand, unbedingt der Nachwelt Einspielungen von ihm zu bewahren und jenen Einspielungen, die wirklich bedeutend oder zumindest sehr gelungen waren. Sein Beethoven ist angreifbar, das war er damals schon und ist es heute erst recht, doch da gibt es andere Dirigenten, die schneiden da auch nicht wirklich besser ab.
Das Ganze Karajan vorzuwerfen, ist unfair, denn er war vom Können her einer der besten Dirigenten, die es im20. Jahrhundert gab, vielleicht nicht der beliebteste, aber neben Bernstein und auch Stokowski der vielleicht am meisten in der Öffentlichkeit stehende Dirigent. Dabei war er in vielen Bereichen alles andere als extrovertiert. Er mochte keine Pressetermine, es sei denn, es ging um die Vorstellung neuer, moderner Techniken oder Partys. Wer bei ihm einen Termin haben wollte, musste erst einmal an seiner Sekretärin vorbei, bzw. sich dort anmelden.
Und Nein, Karajan ist bestimmt nicht mein Lieblingsdirigent, aber ich weiß ihn bei bestimmten Einspielungen zu schätzen.
Karl Böhm hier so zu loben, ist jedem sein gutes Recht, ich bin hier nicht so euphorisch, mir hat er mit seinem Mozart den Weg verbaut, viele Jahre lang quasi völlig verhagelt.
Man muss Karajan weder mögen noch in seinem Handeln verstehen. Doch man sollte ihm allen Respekt als Musiker und Dirigent entgegen bringen, weil es genug absolut hochwertige Aufnahmen von ihm gibt. Dass dabei auch genug Zeugs ist, was man nicht unbedingt braucht, versteht sich bei der Masse von selbst. Damit hat er weder sich, noch der Musikwelt einen echten Gefallen getan. Ich verstehe auch nicht, warum man diese weniger gelungenen Einspielungen noch immer neu herausbringt. Doch hier geht die Rechnung der Vermarktung vermutlich noch immer voll auf. Wenn aber dadurch Menschen an die Klassik geführt werden, die daran Gefallen finden, ist das doch auch schon was wert. Die, die vorher nichts davon gehört haben, und es danach weiter nicht tun werden, dürften vermutlich auch mit anderen Einspielungen nicht dort zu finden sein.
Übrigens haben Naxos und Brilliant Classics doch einen fast ähnlichen Weg gewählt. Und von diesen beiden Firmen sind inzwischen sehr viele hervorragende Neueinspielungen oder auch Wiederveröffentlichungen hervorgetreten. Man müsste dann auch diese Künstler, die sich dafür zur Verfügung gestellt haben, verdammen, doch da macht niemand. Warum auch?
Kommerz hat immer mehrere Seiten. Erfolg bringt Neid mit sich, Misserfolg Schadenfreude. Viele hervorragende Künstler waren kommerziell nicht erfolgreich, weil sie nichts vom Geschäft verstanden. Karajan verstand beide Seiten hervorragend umzusetzen. Wer es schafft, dass eine Firma Sony ihr Hauptwerk in unmittelbarer Nähe zu Karajans Anwesen bauen zu lassen, muss ein exzellentes Geschick und Können haben, nicht nur auf einem Gebiet. Wer es schafft, dass die Stadt Berlin den Philharmonikern einen solchen Saal zu bauen, erreicht das nur, wenn alles drumherum stimmt. Da lassen sich die vielleicht in der Interpretation weniger gelungenen Einspielungen oder Doppelungen verschmerzen.
Maurice inaktiv (11.12.2023, 14:11): ich hab vergessen zu erwähnen, daß meine Argumente mich disqualifizieren. Gerd, Du machst Dich damit echt lächerlich. Genau DAS sind die Aussagen, die Dich abqualifizieren, das bin nicht ich. Eigentlich wollte ich auf diesen Blödsinn nicht mehr eingehen, aber sowas nervt echt und ist peinlich.
Aber stimmt, er ist nicht durch die Begriffe Weichzeichner und Egalisierer allein zu charakterisieren, es kommt dazu, daß er mir zu viel von seinen eigenen unpassenden Emotionen in seine Interpretationen reinbringt, anstatt der Intension des Komponisten mehr auf der Spur zu sein, mir kommt es so vor, als benutzte er die Komposition um sich selbst darzustellen, statt das Werk und den Komponisten, die an 2. Stelle nur zu stehen scheinen, dazu paßt auch sein seltsames Verhalten am Pult, das mich abschreckt. Welches "seltsame Verhalten am Pult" bitte? Schaue Dir mal Bernstein an, wenn der dirigiert. Er tanzt, er verzieht auch da Gesicht zu einer Fratze, er "leidet" mit, gerade bei Mahler und Tschaikowsky ist das ganz extrem. Bei Bernstein sind es auch immer Bernsteins Interpretationen, so wie es bei Abbado dessen Interpretationen waren. Dein offensichtliches Einschießen auf von Karajan mit echt absurden Sätzen machen Deine Postings zur Farce.
Dein so geschätzter Otto Klemperer sitzt auf seinem Stuhl und ballt die Fäuste, "fuchtelt", um in Deinem Sprachbereich zu bleiben, damit herum, dazu ein Gesichtsausdruck, als ob er total beleidigt wäre. Ist DAS jetzt "besser" und macht den Dirigenten Klemperer besser, oder ist das das Ergebnis seiner vielen gesundheitlichen Rückschlägen? Ich bewege mich mal mehr auf Deiner Linie, die Du hier wählst, wenn es um Karajan geht.
Vergleiche mal mit George Szell, Fritz Rainer und Richard Strauss. Das waren die drei "Minimalisten", was die Dirigiertechnik angeht. Die Ergebnisse waren aber grandios gewesen. Übrigens war auch deren Mimik auf das absolut Notwendigste reduziert.
Oh Entschuldigung, ich hab vergessen zu erwähnen, daß meine Argumente mich disqualifizieren. Das kannst Du Dir schenken. Überqualifiziert bist Du damit bestimmt auch nicht.
Gerd (11.12.2023, 14:39): Du machst Dich damit echt lächerlich ja, danke für die vierte Beleidigung, man muß nur seine Meinung über Karajan begründen, dann wird man abgewertet...,nun werde ich sogar als lächerlich beleidigt, was sind denn das für Sitten hier in diesem Forum, darf man denn einfach so ständig einen Diskussionspartner beleidigen und abwerten? Offensichtlich ja, also - da der Klügere ja nachgeben soll - und ich auch diesem unterirdischen Niveau von einem scheinbar wichtigen Teilnehmer hier nicht mehr ausgesetzt werden will, gehe ich in ein anderes Forum, wo Meinungsäußerungen über Karajan nicht ungeschützt mit persönlichen Beleidigungen gekontert werden dürfen. das ist wirklich arg hier.
Nicolas_Aine (11.12.2023, 15:25): Bitte hört auf damit. Ich werde hier heute abend / heute nacht mal durchwüten und diverse Nachrichten schreiben. Jeder weitere Beitrag dieser Art wird gelöscht.
Nicolas_Aine (12.12.2023, 00:30): So, ich habe hier jetzt einige Beiträge entfernt bzw. bearbeitet und diverse Nachrichten an diverse Benutzer geschrieben.
Ich kanns nur nochmal sagen: Ich möchte, dass sich hier alle anständig und zivilisiert miteinander unterhalten. Es ist eigentlich nicht besonders schwer!
Joe Dvorak (12.12.2023, 02:46):
Philip Glass - Koyaanisqatsi Glass Ensemble, Michael Riesman
Joe Dvorak (12.12.2023, 07:14): Philip Glass - Koyaanisqatsi Glass Ensemble, Michael Riesman Über Phil kann man geteilter Meinung sein. Unser Freund Andréjo setzt gerne mal einen versteckten Nadelstich, ein anderes Mitglied bezeichnete seine Musik als so interessant wie einen tropfenden Wasserhahn. Als ich heute morgen in seine 12. und 14. Sinfonie hineinhörte, fand ich, dass da was dran ist (wobei tropfende Duschköpfe manchmal wirklich geile komplexe Rhythmen hinkriegen). Er überzieht schon lange gnadenlos, aber unter den alten Sachen gibt es ein paar echte Glanztaten. Die Opern-Trilogie (Einstein, Satyagraha, Echnaton) hat etwas mehr zu bieten als Getröpfel, und vor allem sein gerade nochmal gehörter kommerzieller Durchbruch ist ein Geniestreich sondergleichen. (Die auf LP-Länge gekürzte Version der Filmmusik wohlgemerkt.)
Andréjo (12.12.2023, 12:18): Im Falle des Koya-undsoweiter ist es die ideale Filmmusik und das meine ich nadelstich- und ironiefrei! :)
Joe Dvorak (13.12.2023, 02:53):
Arrigo Boito - Mefistofele (Auszüge) Nicola Moscona, The Robert Shaw Chorale, NBC Symphony Orchestra, Arturo Toscanini
Das rockt teuflisch.
Joe Dvorak (15.12.2023, 04:53):
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125 BBC Symphony, Arturo Toscanini
Die Zahl der veröffentlichten Neunten unter Toscanini ist unüberschaubar, darunter viele obskure, nicht restaurierte Aufnahmen mit erbärmlichem Klang, oft mit spärlichen Begleitinformationen. Diese hier ist in dieser Hinsicht unverdächtig. Das Label Music & Arts, das bereits dem kompletten Zyklus von 1939 zu neuem Glanz verholfen hat, konnte für die vorliegende, auf Acetat verewigte Aufnahme einer Rundfunksendung von 1937 den Restaurationskünstler Marc Obert-Thorn gewinnen. Das Ergebnis verlangt zwar immer noch einiges an Nehmerqualitäten, was Störgeräusche und Verzerrungen anbelangt, aber das, was zum Vorschein kommt, belohnt die Pein um ein Vielfaches. Puristen seien vor dem englischsprachigen Gesang gewarnt.
Gerd (15.12.2023, 22:04): Günter Wands 5. , die er im hohen Alter allerdings noch mehrmals erneut auf CD veröffentlicht hat, vor allem als Live-recording dann. Dies hier ist eine relativ frühe 1977 Einspielung von ihm, der erst mit 62 sich "getraut" hat, Bruckner zu spielen und danach bis in die 90er Jahre sehr oft Bruckners Symphonien aufgeführt hat, so daß er bald als "der" Brucknerdirigent galt.
Mir gefällt die DLP, allerdings finde ich den Sound nicht optimal, der Aufführungsraum klingt mir etwas zu sehr nach leerer Steinfliesenhalle, mit einer bestimmten Raumresonanz, die mir nicht so gefällt, von der Tendenz her, aber die Musik selbst ist hervorragend und spannend. Da ich als Phonofreak nun einfach eine andere, etwas "wärmer" klingende Nadel einsetzen konnte, hab ich dieses Klangproblem entscheidend mildern können.
Allerdings kann bei mir noch nicht die Rede davon sein, daß ich diese Symphonie wirklich "verstanden" oder richtig erfaßt hätte, dazu ist sie mir zu neu, den ich höre sie grade zum ersten mal. Die 3. und 4. Symphonie sind für mich leichter zugänglich, diese schwebt noch entrückter, sozusagen...ich werde auf jeden Fall die Einspielung Wands mit den Berliner Philharmonikern (1996) anhören müssen.
Joe Dvorak (16.12.2023, 02:51):
Philip Glass - Akhnaten Paul Esswood, Chor & Orchester der Stuttgarter Staatsoper, Dennis Russell Davies
Der totale Triumph der Wiederholung. :thumbsup:
Joe Dvorak (16.12.2023, 14:39):
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125 NBC Symphony, Arturo Toscanini
Der Mitschnitt einer weiteren "legendären" Rundfunkübertragung vom 6. Februar 1938, ebenfalls bei Music & Arts erschienen. Welche Neunte mit dem Maestro ist eigentlich nicht legendär? Absolut unschlagbar ist jedenfalls die Einspielung aus dem Zyklus von 1952 (RCA), und dann gibt es noch die wahnsinnsnah entfesselte Live-Aufnahme aus dem Teatro Colón in Buenos Aires im Jahr 1941 (u.a. auch von M&A restauriert, aber da konnten selbst die Besten nicht viel machen) - das sind dann wohl die legendärsten der Legendären.
Joe Dvorak (17.12.2023, 04:21):
Erkki-Sven Tüür - Sinfonie Nr. 5 (für Orchester, Big Band und Elektrische Gitarre) Nguyên Lê, Umo Big Bans, Helsinki PO, Olari Elts
Spannender Stoff. Die E-Gitarre konnte zwangsläufig erst in der zeitgenössischen klassischen Musik Fuß fassen. Die ersten Kompositionen stammen aus dem Jahr 1950 (Radamés Gnattali - Concerto carioca No.1 & Bruno Maderna - Studi per il 'Processo' di Kafka). Neben der eben gehörten Sinfonie von Tüür haben die ersten drei Sinfonien von Schnittke einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt, und auch in Bernsteins Westside-Story ist dieses Instrument in der Besetzungsliste zu finden. Nicht zu vergessen der Grenzgänger Terje Rypdal, einiges von Olga Neuwirth und natürlich John Zorns Book of Heads. Was gibt's sonst noch? Sheerpluck, die Datenbank für zeitgenössische Gitarrenmusik listet 7281 Kompositionen auf, bei denen das elektrifizierte Instrument eine Rolle spielt, darunter 489 Werke für unbegleitetes Solo. Ein Komponist, der sich auf diesem Gebiet besonders hervorgetan hat, strömt nun durch den Äther:
Tim Brady - Symphony in 18 Parts for solo electric guitar
Joe Dvorak (17.12.2023, 09:53):
Philip Glass - Einstein on the Beach Glass Ensemble, Michael Riesman
Obwohl in dieser Kiste 4 CDs stecken, handelt es sich um eine Neuauflage der 1979 erstmals von CBS auf 4 LPs herausgebrachten gekürzten Fassung mit einer Spieldauer von etwa 2 Stunden und 45 Minuten. Man hat einfach jeden Akt auf eine CD gepackt, um Wechsel mitten im Akt zu vermeiden. 1993 erschien eine Neuaufnahme mit dem gleichen Ensemble, auf die 35 Minuten mehr Musik gelasert wurden, womit man immer noch respektabel von den 5 Stunden Spielzeit der Bühnenfassung entfernt blieb. Man will uns Hörern einfach nicht zu viel zumuten. Glass begründete die Neuproduktion damit, dass die Erstausgabe wegen der mangelnden Erfahrung mit dieser Art von Musik klangliche Härten und spieltechnische Ungenauigkeiten zeige und die Tempi bisweilen absichtlich angezogen wurden, damit einzelne Szenen auf eine LP-Seite passten. Außerdem sei das Klangbild der Neueinspielung durch die Fortschritte in der Synthesizer-Technologie deutlich wärmer und organischer geworden, was das Hören weniger anstrengend mache. Pah, als ginge es bei diesem avantgardistischen Werk darum, dass sich Laien dem hedonistischen Klanggenuss hingeben ( ;) ) statt sich mit dem kryptisch verschlüsselten Inhalt auseinanderzusetzen. Wir Hartgesottenen geben uns das natürlich das Original, so wie es zum ersten Mal auf die Menschheit losgelassen wurde, auch wenn es bisweilen ordentlich in den Ohren klingelt.
Amonasro (17.12.2023, 22:09):
Hector Berlioz: Les Troyens
Énée - Michael Spyres Cassandre - Marie-Nicole Lemieux Didon - Joyce DiDonato Chorèbe - Stéphane Degout Panthée - Philippe Sly Narbal - Nicolas Courjal Iopas - Cyrille Dubois Ascagne - Marianne Crebassa Anna - Hanna Hipp Hylas/Hélénus - Stanislas de Barbeyrac Priam - Bertrand Grunenwald Un Soldat/Un Chef grec - Richard Rittelmann L'Ombre d'Hector/Le dieu Mercure - Jean Teitgen Sentinelle I - Jérôme Varnier Sentinelle II - Frédéric Caton Hécube - Agnieszka Sławińska
Les Chœurs de l'Opéra national de Rhin, Badischer Staatsopernchor, Chœur phiharmonique de Strasbourg Orchestre philharmonique de Strasbourg, John Nelson
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (19.12.2023, 02:15):
Philip Glass - Akhnaten Anthony Roth Costanzo, Met Opera, Karen Kamensek
Diese relativ junge Produktion gefällt mir weniger als die aus Stuttgart. Die Tempi sind breiter, die Orchestergruppen besser getrennt, was Transparenz schafft, allerdings auf Kosten des motorischen Flusses. Über weite Strecken wirkt das Orchesterspiel auf mich seltsam distanziert, ganz besonders etwa in der langsamen Einleitung zur Krönungsszene. Es fehlen die gewaltigen Spannungsbögen, die DRD aufgebaut hat - da ist man von Anfang bis Ende gebannt 'drin' im Geschehen. All das führt dazu, dass das 'Magisch-Rituelle' dieser Musik verloren geht. Der Sprecher agiert mir zu theatralisch und die Sänger harmonieren in den Ensembles nicht so gut miteinander, weil sie individuell zu stark sind. Kurzum: Wer dieses Werk hört, weil er ein Opernfreund ist, wird hier viel Gutes finden, wer diese Oper hört, weil er Glass liebt, wird wohl die Stuttgarter Aufnahme deutlich vorziehen.
Joe Dvorak (20.12.2023, 04:54):
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125 Leontyne Price, Maureen Forrester, Léopold Simoneau, Norman Scott, Westminster Choir, New York Philharmonic, Herbert von Karajan
Laut Gramophone (Beethoven's Ninth Symphony: the greatest recordings | Gramophone) soll diese Einspielung aus dem Jahr 1958 in der teutonischen Aufführungstradition verwurzelt sein, aber auch ein großes Interesse an Toscaninis einzigartiger technischer Beherrschung des Werkes verraten, ohne die verzerrenden Übertreibungen der ersteren und den beeinträchtigenden Mangel an Wärme des letzteren. Na, dann lass mal hören.
(SheA-Verzeichnis nach Jeanette Morgenroth Sheerin (1952-2020))
Drottningholms Barockensemble - Nils-Erik Sparf, Konzertmeister (CD, Swedish Society Discofil, 2023)
Sehr erfreulich, sehr bereichernd dieser Neuzugang mit Instrumentalmusik Johan Joachim Agrells (1701-1765)!
Der Sproß einer Pfarrersfamilie aus Löt in der schwedischen Provinz Östergötland, durchlief als Jugendlicher die Kathedralschule zu Linköping, wo er zum Geiger und Pianisten ausgebildet wurde. Als Achtzehnjähriger begann er das Studium der Rechte in Uppsala. Auch dort war er Teil des damals reichen Musiklebens der Stadt. Anläßlich eines Besuchs des Landgrafen Maximilian von Hessen-Cassel, zusammen mit dem schwedischen König (seinem Bruder), fiel in einem Konzert Agrells Musizierkunst derart positiv auf, daß er vom Fleck weg in die Casseler Hofkapelle engagiert wurde (ab 1723 unter Maximilian, im Anschluß, ab 1737, unter Wilhelm VIII). Hier begegnete er u. a. Locatelli und Johann Sebastian Bach. Wohl nicht zuletzt aufgrund erheblicher ausstehender Gehaltszahlungen durch den notorisch schlecht haushaltenden Landgrafen bewarb Agrell sich 1746 auf die Stelle des Musikdirektors der Reichsstadt Nürnberg. Und entschied die Bewerbung für sich. Dies sollte seine Lebensstellung bleiben. Durch Heirat erlangte er Zugang zu den höheren Kreisen und wurde Mitglied des Magistrats - als Stadtcomplimentarius und Stadtschenk (das waren noch Amtstitel, nicht wahr?! Da wär' man auch gern in die Lokalpolitik gegangen...). Diese Ämterhäufung (er war gleichzeitig noch Kantor der Frauenkirche) brachte Agrell indes an den Rand der Überarbeitung und er bat (ob mit Erfolg, bleibt unklar) um die Entbindung von zumindest den stadtpolitischen Verpflichtungen.
Seinerzeit muß Agrells Musik eine gewisse Strahlkraft in Mitteleuropa besessen haben - er wurde offenbar im deutschsprachigen Raum und in Skandinavien viel aufgeführt. Ein nennenswerter Teil in Leopold Mozarts "Nannerl Notenbuch" speist sich aus Kompositionen Agrells.
Die hier zu hörenden Sinfonie sind sämtlich im Barock fußende Generalbaß-Werke. In ihnen sind aber schon unverkennbar vorklassische Ausknospungen herauszuhören. Es mag kühnere, originellere Musik aus dieser Zwischenperiode geben. Was man Agrell jedoch nicht absprechen kann, ist ein Gespür für Proportionen, Eleganz und Esprit. Langeweile kommt (bei mir) zu keiner Zeit auf. Geschmackvolle, akzentuierte Darbietungen. Eine leicht verstärkte Besetzung könnte die Musik (vielleicht) mit etwas mehr Gewicht und barocker Pracht bereichern. Guter Klang.
Sfantu (22.12.2023, 00:08):
Johan Joachim Agrell
Flötenkonzert D-dur
Maria Bania, Flöte, Concerto Copenhagen - Andrew Manze, Konzertmeister (CD, Chandos, 1993)
Allegro 5'40 Poco andante 4'41 Presto 4'35
Hernach gleich das Agrellsche Flötenkonzert D-dur. Es steht etwas deutlicher noch als die erwähnten Sinfonien bereits mit einem Bein im galanten Stil. Besonders der langsame Mittelsatz in Moll stellt ein wahres Kleinod dar. Sangliche Linien voll sanfter Melancholie zaubern hier eine bukolische Szenerie. Man möchte sich gut und gern doppelt so lang daran delektieren. CPE Bach hatte bei seinem Potsdamer Dienstherrn bekanntlich nicht unbedingt den leichtesten Stand. Mag ein Grund darin liegen, daß seine vier famosen Flötenkonzerte himmelweit über den spieltechnischen Fähigkeiten des dilettierenden Monarchen lagen? Agrell hätte hier wohl gnädigere Resonanz erfahren. Kein belangloses Gedudel, wohlgemerkt. Nobel, anmutig, mit schöner Licht-und-Schatten-Führung. Aber nicht in jene zirzensischen Höhen (davon) fliegend.
Eine rundum geglückte Einspielung legen die Beteiligten hier vor. Allein der Klang könnte etwas mehr Direktheit und Klarheit vertragen. Das Continuo-Cembalo etwa kommt meines Erachtens nicht zu klanglich optimaler Geltung.
Andréjo (22.12.2023, 08:23): Den Komponisten kenne ich - allenfalls, das heißt ziemlich vage - dem Namen nach. Besten Dank an Sfantu für den Tipp!
Weißt Du zufällig, wie sich dieses komplexe Werkverzeichnis erklärt? Ich habe so etwas vorher noch nie gesehen.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (22.12.2023, 11:37): Den Komponisten kenne ich - allenfalls, das heißt ziemlich vage - dem Namen nach. Besten Dank an Sfantu für den Tipp!
Weißt Du zufällig, wie sich dieses komplexe Werkverzeichnis erklärt? Ich habe so etwas vorher noch nie gesehen. Falls Du mehr wissen möchtest, empfehle ich Dir Dich dorthin zu wenden:
Unter dem Namen des Komponisten dürftest Du fündig werden.
Sfantu (22.12.2023, 11:57): Die Frage bezieht sich auf Sheerins Methodik beim Katalogisieren, fällt also in den special-interest-Bereich Bibliothekarswesen. Ich befürchte, das könnte zäh und mühsam werden. Auf dieser Seite der University of North Carolina ist immerhin ein Abriß zu ihrer Dissertation über Agrell zu lesen. Möglicherweise ein Startpunkt um weiter zu forschen?
Andréjo (22.12.2023, 15:11): Danke Euch!
Originell indes, dass sich spezielles Bibkothekarswissen zur Werkspezifizierung hierbei im Booklet findet. Wenn ich da so an die Schlamperei bei älteren Veröffentlichungen wesentlich bekannterer Barockmeister denke ... Wobei sich das mittlerweile wohl schon geändert hat, so wie die Aufnahmen immer forschungsgetreuer werden (oder zumindest solches behaupten ...)
:P :) Vielleicht sollte ich mir freilich erst mal Musik von Agrell anhören, bevor ich intensiver in die Forschung gehe ...
:hello Wolfgang
Joe Dvorak (23.12.2023, 03:41):
Philip Glass - Violinkonzert Nr. 1 & Igor Stravinsky - Violinkonzert in D* David Nebel, LSO, *Baltic Sea Philharmonic, Kristjan Järvi
Starke Platte. Auf das erste Ohr könnte man meinen, der Glass sei eine echte Konkurrenz für Gidon Kremers Einspielung, gäbe es nicht das Naturgesetz, dass alles, was Kremer spielt, per definitionem konkurrenzlos ist.
Andréjo (23.12.2023, 12:13): :) Das Kremer-Naturgesetz kenne ich zwar nicht, aber ich will mal daran glauben.
An einer zweiten Einspielung des Glass-Konzerts - das meines Erachtens trotzdem zu seinen (sehr wenigen) besten Nummern gehört - bin ich nicht so furchtbar interessiert, an einer soundsovielten desjenigen von Strawinski viel eher. Mal schauen. Heute und nächste Woche nicht mehr. Oder einfach mal im Netz hören, sofern ich die Nummer finde, und überhaupt nicht kaufen.
Pendereckis "Weihnachtssinfonie" erweist sich mir immer wieder als ein kolossaler, düsterer Brocken. In ihrer Einsätzigkeit und gedrückten Stimmung erscheint sie mir wie eine Art Westentaschen-Pettersson. Im Wissen um die vergleichsweise knappe Spieldauer kann ich mich auf diese "Nachtwanderung" aber bereitwillig einlassen. Man ist halt mit Schal, Mützchen und Taschenlampe unterwegs - danach geht's aber wieder zurück ans behagliche Feuer.
Interpretatorisch (darf man das überhaupt so sagen, wenn doch der Komponist selbst am Pult steht?) wie klanglich allemal ein Erlebnis!
Joe Dvorak (24.12.2023, 02:44): An einer zweiten Einspielung des Glass-Konzerts - das meines Erachtens trotzdem zu seinen (sehr wenigen) besten Nummern gehört - bin ich nicht so furchtbar interessiert, an einer soundsovielten desjenigen von Strawinski viel eher. Da wäre die Faust die erste, die ich in Erwägung ziehen würde. Die habe ich gestern zum ersten Mal gehört und war sehr beeindruckt. Dass auch Werke aus dem letzten Jahrhundert durch historische Instrumente gewinnen, hat Roth bereits mit dem Sacre bewiesen. Es gibt Details und feinst ausgehörte Klangfarben ohne Ende. Knauser, die die Qualität eines Albums in Minuten messen, seien vor der kurzen Spielzeit gewarnt.
Igor Stravinsky - Violinkonzert in D Isabelle Faust, Les Siècles, François-Xavier Roth
Sfantu (24.12.2023, 11:49):
Philip Glass
Original Soundtrack zu "Koyaanisqatsi" (LP, Island, 1983)
(Soweit ersichtlich) Der einzig bei mir übriggebliebene Tonträger mit Musik von Philip Glass. Als Jüngling war ich Enzyklopädist. Alles aus allen Epochen und aus sämtlichen Gattungen meinte ich kennen und "haben" zu müssen. Der heilsame Prozeß des Abspeckens, Aussortierens, Neu-Begreifens und der Neu-Einordnung bewirkte dann nach und nach die Trennung von fast allem Glass-Geschirr. Insgesamt empfinde ich minimal music als nicht mit einer meiner Teilschwingungen in Einklang zu bringen. Weshalb stellt Koyaanisqatsi eine Ausnahme dar? Wohl, weil die Erstbegegnung so unvorbereitet wie fesselnd war: sobald der Film auf VHS herauskam, sahen wir ihn mit unserem Geschichtslehrer im Unterricht. Auf die noch wenig bespielten Tapes, die unsere jugendlichen Gemüter damals waren, machte dieses Happening starken Eindruck. Es fällt nicht schwer, dies im Abstand der Jahrzehnte hörend erneut nachzuvollziehen.
Andréjo (25.12.2023, 12:07):
Pendereckis "Weihnachtssinfonie" erweist sich mir immer wieder als ein kolossaler, düsterer Brocken. In ihrer Einsätzigkeit und gedrückten Stimmung erscheint sie mir wie eine Art Westentaschen-Pettersson. Auf Sfantus Empfehlung hin, sozusagen, habe ich sie mir heute Morgen nach Mitternacht zum dritten oder gar erst zweiten Mal angehört.
Der Vergleich mit Pettersson gefällt mir. Es gibt Passagen, wo mich der ähnliche Tonfall frappiert, selbst wenn - alles in allem - Penderecki hier konservativer ist als der noch einmal stärker neu-expressionistische und oft atonale Pettersson. Engstirnig fundamentalistische Kreise haben das Penderecki ja auch vorgeworfen.
Die stille Nacht geht nicht nur im Ganzen völlig unter, sondern man müsste das Werk auch lauter drehen - was ich später vielleicht machen werde. Aber Kopfhörer mag ich nicht und so waren vorhin die Bedingungen quasi zu weihnachtlich.
Der Beiname wurde, wie ich gelesen habe, nur anfangs verwendet. Er passt ja auch nicht.
:) Wolfgang
Sfantu (25.12.2023, 17:12):
Krzysztof Penderecki
Sinfonie Nr. 2 "Wigilijna"
Wielka Orkiestra Symfoniczna Polskiego Radia i Telewizji w Katowicach - Jacek Kasprzyk (LP, Polskie Nagrania, 1981)
30'10
Mich beruhigt es, daß nicht nur ich "Stille Nacht" nicht heraushörte. Hatte schon begonnen, zu recherchieren, ob in Polen vielleicht ein anderes Weihnachtslied gesungen wird, das einen ähnlichen Titel hat. Beim heutigen Hören dieser Ersteinspielung hatte ich dann aber doch Glück: etwa 2 bis 3 Minuten nach Beginn erklingt der Anfang von "Stille Nacht" tatsächlich leise in der Solo-Klarinette. Später, ebenfalls etwa 2 bis 3 Minuten vor dem Ende des Werks, wird die Melodie erneut kurz von den Streichern angerissen. Außer, daß Penderecki an Weihnachten 1979 die Idee kam, das "Stille Nacht"-Motiv in seine zweite Sinfonie zu integrieren, hat die Musik in der Tat nichts mit Weihnachten zu tun. Die düster-trostlose, fast postapokalyptische Grundstimmung würde eher den Titel Karfreitagssinfonie in den Sinn kommen lassen.
Die Aufnahme ist direkter, das Spiel hat einen rauheren, strafferen Zugriff, die Gesamtspieldauer ist 4 1/2 Minuten kürzer als bei Penderecki. Die Krakauer spielen eine Spur nobler und distinguierter als die Kattowitzer. Deren rustikalerer Zungang bekommt dem Werk aber besser.
Sfantu (25.12.2023, 17:44):
Masataka Matsuo (*1959)
Phonosphere I
Badische Staatskapelle Karlsruhe - Kazushi Ono (CD, Antes, 1997)
24'32
Matsuo kontrastiert in Phonosphere I traditionelle japanische Musik (hier besonders Musizierpraktiken des Kabuki-Theaters) mit westlicher Sinfonieorchester-Kultur. Solo-Instrumente sind die Shakuhashi-Flöte (Kifu Mitsuhashi) und das Tsukeuchi, eine Art Klangbrett, das geschlagen wird (Masataka Matsuo). Die unterschiedlichsten Konstellationen von Nebeneinander, Nacheinander, Gegeneinander und Miteinander werden durchlaufen. Gegen Ende steht eine Art langsam in die Breite und Höhe zu wachsen scheinende Klangsäule, eine Apotheose, die auf dem Höhepunkt jäh verstummt bis ein letztes Mal Shakuhashi und Tsukeuchi knappe Kommentare einstreuen. Das Stück vermeidet jedes Klang-Postkarten-Klischee. Proportionalität, sicheres Orchestrierungs-Gespür, konturierte Klangrede.
Sfantu (25.12.2023, 19:15):
Pjotr Iljitsch Tschaikowskij
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-moll op. 23
Jewgenij Kissin, Berliner Philharmonisches Orchester - Herbert von Karajan (LP, DG, 1989)
Allegro non troppo e molto maestoso - Allegro con spirito 23'41 Andantino semplice - Prestissimo - Tempo I 8'33 Allegro con fuoco 7'35
Ein "Klassik für Millionen"-Programm, aufgeführt von "Klassik für Millionen"-Superstars - wie schleicht sich sowas bei mir ein?! Weder herrscht ein Mangel an op. 23-Einspielungen noch hätte ich aus eigenem Antrieb nach dieser Aufnahme gesucht - vielmehr schien sie mich gesucht zu haben: denn als Schallplatte findet man sie tatsächlich nicht besonders leicht. Zum Erscheinungszeitpunkt war das Gros der Klassik-Hörer - und der "Karajan-Express" ohnehin - längst mit Volldampf auf CD-Kurs unterwegs. Und so sah ich vorgestern diese Aufnahme tatsächlich erstmals bewußt als Schallplatte. Guter Zustand, kleiner Preis, schnelle Entscheidung. Einmal durch die Waschanlage und ab auf den Plattenteller. Und ich muß sagen - das ist alles Andere als eine schlechtes Album! Dieser Mitschnitt des 88er Berliner Sylvesterkonzerts war bekanntlich der Urknall für Kissins internationale Karriere und wohl Karajans letzte geburtshelferische Tat dieser Art, Richtig schlecht fand ich HvK bei Tschaikowskij nie. Kissin läßt es an allen Ecken und Enden funkeln und sprühen, gebietet über die gesamte Palette vom zartesten Anschlag bis zur imposanten Pranke. Wahre Kleinode zudem die Skriabinschen Zugaben.
Joe Dvorak (26.12.2023, 02:24):
Salvatore Sciarrino L'orizzonte luminoso di Aton (für Flöte solo) - Matteo Cesari Quartetto (Steichquartett) N.8 - Quartetto Prometo Bei dieser Musik versagt mir jedesmal die Verbindung vom Hirn zu den Fingern, wenn ich sie beschreiben soll. Man hört oft, um für neue Musik aufnahmebereit zu sein, müsse man erst einmal seinen Geist leeren. Bei Scriarrino ist es umgekehrt. Um meinen Geist zu leeren, muss ich ihm nur aufmerksam zuhören.
Andréjo (26.12.2023, 17:23):
Man hört oft, um für neue Musik aufnahmebereit zu sein, müsse man erst einmal seinen Geist leeren. Bei Scriarrino ist es umgekehrt. Um meinen Geist zu leeren, muss ich ihm nur aufmerksam zuhören. Nicht auszuschließen, dass ich das nachvollziehen kann. Feldman, Sciarrino, Scelsi, aber schon auch mal rhythmischer Minimalismus oder Mozart und ich schalte ab. Was immer solches genau heißt ...
:) Wolfgang
Sfantu (26.12.2023, 18:16): Zwei stark unterschiedliche Weihnachtsmusiken verklangen heute am späten Nachmittag bei mir: was die Besetzungsstärke, die musikalische Umsetzung sowie die feiertagsbezogene Spiritualität betrifft:
Arthur Honegger
Cantate de Noël für Bariton-Solo, Kinderchor, Chor und Orchester
Gilles Cachemaille, Pequenos Cantores do Grêmio Literário, Coro e Orquestra da Fundação Calouste Gulbenkian, Lisboa - Michel Corboz (CD, Cacavelle / Erato, 1990)
24'32
Benjamin Britten
A Boy was born op. 3 Choralvariationen für Herren-, Damen-und Knabenstimmen
Corydon Singers - Matthew Best (LP, Hyperion, 1984)
28'45
Gleich sein erstes größeres Chorwerk zeigt den jugendlichen Britten so souverän und sattelfest, daß es Staunen macht!
Joe Dvorak (27.12.2023, 11:12): Man hört oft, um für neue Musik aufnahmebereit zu sein, müsse man erst einmal seinen Geist leeren. Bei Scriarrino ist es umgekehrt. Um meinen Geist zu leeren, muss ich ihm nur aufmerksam zuhören. Nicht auszuschließen, dass ich das nachvollziehen kann. Feldman, Sciarrino, Scelsi, aber schon auch mal rhythmischer Minimalismus oder Mozart und ich schalte ab. Was immer solches genau heißt ... :) Wolfgang Stimmt - Feldman und Scelsi wirken auf ähnliche Weise bei mir. Das ist kein Abschalten, sondern im Gegenteil ein Einschalten des hellwachen, reinen Gewahrseins.
Bei der folgenden Tour ist das eher unwahrscheinlich:
Richard Strauss - Eine Alpensinfonie, op. 64, TrV 233 Warsaw Philharmonic, Kamirez Kord
Die großen Bestandsaufnahmen im Netz (MusicWeb-International, Gramophone) sehen Karajans Digitalaufnahme von 1980 an der Spitze, aber H erklärt diese polnischen Unterhunde zu seiner Referenz (Reference Recording: The Most Resplendent Alpine Symphony - Classics Today).
Andréjo (27.12.2023, 11:20): Die Weihnachts-Kantate von Honegger habe ich ein paar Male gehört und finde sie charmant - reizvolle Harmonik vor allem. Britten kenne ich hier nicht.
Jan Van Karajan (27.12.2023, 21:46): Tja, was tut der junge Klassikliebhaber, wenn er unter starkem Liebeskummer leidet und der Angebetete sich nicht für ihn interessiert? Richtig, er nutzt schwere Klänge voll Melancholie, um seine Gefühle zu kompensieren :D . Also habe ich heute Abend mal wieder das Klavierkonzert Nr. 2 von Sergej Rachmaninow aufgelegt.
Peter Rösel, Klavier Berliner Sinfonie-Orchester, Kurt Sanderling
Eine grundsolide Aufnahme. Das Konzert wird nicht überdramatisiert, dennoch gibt es auch hier vollen Orchesterklang und einen wunderbaren Solisten mit warmem Klang.
Verzeiht mir an dieser Stelle den kleinen Exkurs ins Privatleben ;) .
Grüße Jan :hello
Sfantu (27.12.2023, 22:53): Lieber Jan,
oje - Liebeskummer zum Fest der Liebe...ich kann aus der Erfahrung heraus leider von keiner Tendenz zur Besserung berichten, was den Liebeskummer angeht. Der bleibt auch in fortgeschrittenen Lebensjahrzehnten etwa gleich schmerzhaft. Rachs Klavierkonzerte sind freilich zum Teil selbst Klang gewordene Seelenstrips. Entsprechende Gemütsverfassungen quasi komplementärmedizinisch (also Gleiches mit Gleichem) zu therapieren - da streiten sich wohl die Expertenmeinungen. Ich bin da jedenfalls ein schlechter Ratgeber. Wenn Du aber spürst, daß es Dir hilft - dann umso besser. In Christoph Ruegers "Musikalischer Hausapotheke" finde ich gerade nur Beispiele, welche das Gefühl Liebeskummer thematisieren und durchleben. Nichts aber, das Hilfe oder Linderung versprechen könnte. Heitere, sarkastische Musik aufzuzählen, wäre billig und unbeholfen. Ich fürchte, da mußt Du selbst fündig werden. Und aus eigener Erfahrung kann ich ebenso wenig Hilfreiches beisteuern. Es unterlag bei mir nie berechenbaren Wirkmechanismen, welche Musik (falls überhaupt) Wege aus dem Jammertal ebnen könnte. Höchstenfalls ein vager Fingerzeig: bei mir sind / waren es am ehesten lineare, schlanke, entschlackte Klänge, die es schafften, mich im Falle von Liebeskummer oder sonstiger Trauer bei der Hand zu nehmen und zu trösten - also kleinere Besetzungen, verknappte Harmonien - in letzter Konsequenz vielleicht unbegleitete, einstimmige Musik - gregorianischer Choral etwa. Doch das bleibt am Ende alles vage und nicht repräsentativ.
Gute Geister und baldige Linderung wünscht Sfantu
Jan Van Karajan (27.12.2023, 23:39): Vielen Dank für deine netten Worte, lieber Sfantu :) . Ich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass mir schwere, intensive Klänge durchaus eine Hilfe sein können, zum Beispiel Rachmaninow oder Bruckner. Ansonsten auch gerne Klaviermusik aus der Epoche der Romantik, weil ich dabei immer sehr gut abtauchen kann und die Ruhe finde, die man in solchen Situationen manchmal braucht. Und auch deine Erfahrungen kann ich gut nachvollziehen: Linderung ist generell nicht leicht zu erreichen. Vor allem dann, wenn man mit der Person auch noch regelmäßig Kontakt haben muss :D . Das Ganze bringt mich auf eine Idee für einen neuen Faden, damit müsste ich mich morgen aber nochmal in Ruhe beschäftigen. Grüße Jan :hello
Joe Dvorak (28.12.2023, 02:25):
Ludwig van Beethoven - Septett op. 20 & Oktett op. 103 Camerata Freden
Joe Dvorak (29.12.2023, 03:03):
Elliott Sharp - The Complete String Quartets 1986-2014 JACK Quartet • Sirius Quartet • Soldier Quartet
20 Quartette werden uns hier präsentiert, einige davon liegen zusätzlich noch einer alternativen Version oder in einer durch Klangmanipulation bearbeiten Variante vor. Das sind viereinhalb Stunden Material, das nachdem ich einige Stichproben gezogen habe, für einen kompletten Hördurchgang nach und nach ansteht. Die Vielfalt an Klängen, Texturen und Spieltechniken ist unerschöpflich, der Ausdruck reicht von ruhig-statischen Klangflächen bis zu reinem Krach und allem, was dazwischen liegt. Im positiven Sinne aufregende, wenn nicht gar erregende Musik.
Joe Dvorak (30.12.2023, 02:02):
Ludwig van Beethoven - Streichquartett F-Dur, op. 18/1 Budapest String Quartett (AD: 1958-61, 2022 Remaster)
Der dritte Budapester Zyklus, aufgenommen zwischen 1958 und 1961, wurde nochmal nach allen Regeln der klangtechnischen Kunst überarbeitet und liegt nun im Hi-Res-Format vor. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Die Protagonisten sind trennscharf im Raum verteilt, der Klang ist unmittelbar und natürlich. Letzeres lässt sich auch von der Interpretation sagen. Geradlinig und ohne Mätzchen, durchdacht und abgeklärt, expressiv und unsentimental, durchaus alte Schule, aber immer noch auf der Höhe der Zeit. Ganz meins. Ich bin gespannt, ob das bis zum Gipfel hält (wenn ich denn ankomme).
Joe Dvorak (01.01.2024, 23:50): Ludwig van Beethoven - Streichquartett F-Dur, op. 18/1 Budapest String Quartett (AD: 1958-61, 2022 Remaster)
(...) expressiv und unsentimental, durchaus alte Schule, aber immer noch auf der Höhe der Zeit. Ganz meins. Ich bin gespannt, ob das bis zum Gipfel hält (wenn ich denn ankomme). Das muss man dann doch ein wenig relativieren. Das G-Dur-Quartett op. 18/2 ist nicht gerade Beethovens einfallsreichstes - vielleicht kompositorisch oder formal innovativ, aber wer kann daraus auf Anhieb ein halbes Dutzend Themen und Motive vorpfeifen? Eben. Und da wirkt die unaufgeregte Herangehensweise der Budapester doch ein wenig dröge. Optional Takacs eingelegt, zeigt sich, dass hier etwas Pfeffer von Noeten ist. Bei der Nr. 4 ist es wieder besser, aber auch hier zeigt der Vergleich, dass bei aller Profundität doch etwas Sentimentalität, vulgo Schmalz, im langsamen Sarz störend ist. Also sicher kein Gipfelsturm mit den zumindest dem Namen nach ungarischen Hauptstädtern. Mal sehen, wie weit ich hiermit komme:
Ludwig van Beethoven - Streichquartett G-Dur, op 18/2 & c-Moll, op. 18/4 Takács Quartet
Sfantu (02.01.2024, 00:29): Eine Neubeschäftigung mit Beethovens Quartetten ist bei mir längst überfällig - drum bin ich dankbar für den Impuls aus dem schwäbischen Fernost. Die 18er mit dem Talich-Quartett waren meine ersten Tonträger mit LvB-Quartetten überhaupt. Und gehören damit zu den Urgesteinen meiner gesamten Kollektion. Allein das delikate, elegant-federnde Scherzo sorgt mit seinen punktgenauen, lustvoll ausgespielten Akzenten wie beim ersten Hören auch heute wieder für ungetrübte Freude! Der Kopfsatz könnte für meinen Geschmack eine Spur gemächlicher genommen werden. Am Ende beglücken die Ausführenden aber durch ihre ansteckende Musizierlust und Attacke. Angenehm neutrales Klangbild - optimale Ortung im Raum: nicht zu schwammig, nicht zu trocken.
Ludwig van Beethoven
Streichquartett G-dur op.18 Nr. 2
Talichovo kvarteto
Petr Massiereur und Jan Kvapil, Violinen Jan Talich, Bratsche Evzen Rattal, Cello (CD, Calliope, 1986)
Allegro 6'58 Adagio cantabile - Allegro 6'12 Scherzo. Allegro molto 4'24 Allegro molto quasi presto 5'20
Sfantu (02.01.2024, 01:39): Das Belcea-Quartett spielt da und dort mit einer Prise mehr Finesse auf. So wird etwa der Kontrast zwischen langsamem und schnellem Teil im 2. Satz mit mehr Vehemenz herausgearbeitet. Und doch bleiben die Unterschiede letztendlich marginal. Der Klang ist eine Spur weicher, symbiotischer, bleibt aber gleichwohl angenehm im Ohr. Als Sekundär-Rumäne erlaube ich mir einen kleinen Hinweis: die namengebende Primaria des Quartetts Corina Belcea ist Rumänin. Der Name Belcea wird daher zwar wie im Italienischen "Beltschea" ausgesprochen, allerdings mit der Betonung auf der ersten Silbe, also: 'Beltschea, nicht Bel'tschea.
Ludwig van Beethoven
Streichquartett G-dur op. 18 Nr. 2
Belcea Quartett
Corina Belcea und Axel Schacher, Violinen Krzysztof Chorzelski, Bratsche Antoine Lederlin, Cello (CD, Zig-Zag-Territoires, 2013)
Allegro 8'09 Adagio cantabile - Allegro 5'53 Scherzo. Allegro molto 4'27 Allegro molto quasi presto 5'36