Welche DVD / Kinofilme sehe ich jetzt - jenseits der Klassik

Rachmaninov (25.12.2008, 10:55):
Bei mir gibt es gleich, kam auch vom Christkind, aus dieser Box

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51xKgIhPAqL._SS400_.jpg

12 Uhr Mittags
cellodil (25.12.2008, 20:49):
Original von Rachmaninov
Bei mir gibt es gleich (...) 12 Uhr Mittags

Seufz!!!

Liebe Grüße

Sabine


P.S.

Lieber Richard,

was würdest Du davon halten, diesen Thread auch auf Kinofilme auszuweiten? Schiene mir irgendwie sinnvoll, oder?
thwinter12 (26.12.2008, 00:03):
Gerade gesehen...


"Ice Age 2" (der 3. Teil ist Pflicht!)


"Batman Begins" (der beste Batman aller Zeiten!)

Servas,
Thomas
daniel5993 (26.12.2008, 01:58):
Gestern Nacht gesehen und immer noch und immer wieder begeisternd :engel

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4009750222676.jpg


und gerade sehe ich (in Kombination mit Musik hören) zu dieser späten Stund, dies:

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/8717418129552.jpg
Rachmaninov (26.12.2008, 09:27):
Original von thwinter12

"Batman Begins" (der beste Batman aller Zeiten!)

Servas,
Thomas

Im Gegensatz zu den meisten hatte ich in Batman the dark knight nie das Gefühl in Gotham (?) City zu sein. Auch die Leistung des "Jokers" war gut, aber der Tod des Darstellers wurde nur zum hypen her genommen. Gut, sehr gut okay, aber so überragend?

Das war bei diesem Badman ganz anders.
Rachmaninov (26.12.2008, 09:29):
Original von daniel5993
Gestern Nacht gesehen und immer noch und immer wieder begeisternd :engel

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4009750222676.jpg



Habe ich zu Weihnachten bekommen, mich aber gestern zur späten Stunden für

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4011976842187.jpg

entschieden.

Einfach ein genialer Film....
Rachmaninov (26.12.2008, 09:33):
Vor ein paar Tagen war ich in Der Tag an dem die Erde still stand.

K.Reaves mag ich einfach und ich finde er spielt seine Rolle gut. Er beherrscht eh die Gabe des völlig ausdruckslosen Gesichtes und das war in dieser Rolle einfach passend.
Die Rolle verlangte ihm nicht viel ab.

Der Film ist ja ein remake des Film aus den 50er Jahren wenn ich es jetzt richtig im Jopf habe.
Die SF Ideen sind somit auch aus dieser Zeit und einfach heute nicht mehr passend bzw. die Umsetzung verliert einfach den Charm wenn man es mit der heutigen Technik versucht.

So passen die Effekte und die Story einfach nicht zusammen.

Kein wunder also, dass der filma auf imdb.com legilich mit 5.7 bewertet ist im durchschnitt...
Bellini (26.12.2008, 11:42):
Da ich nicht so der "Filmegucker" bin, muss man mich immer mit dem Kopf auf einen Film stossen, so sinngemäss, "was den kennst Du noch nicht, da hast Du aber was verpasst".
So und jetzt habe ich mir aufgrund einer Empfehlung von einem Kollegen " Dancer in the dark" angesehen. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal bei einem Film so geweint habe. Und auch die Musik war sooooooooooo schön. Die schauspielerische Leistung von Björk war einmalig und sie war, glaube ich, sogar für einen Oscar nominiert gewesen. Also wer diesen Film noch nicht kennt ...... ich kann ihn wärmstens empfehlen. Aber Vorsicht, man sollte eine ganze Packung Taschentücher dabei haben. :I Ich werde dieses Filmhighlight auf jeden Fall nie vergessen.
thwinter12 (26.12.2008, 23:23):
Gerade gelaufen: Der Lieblingsmärchenfilm von meiner Frau und mir:

"Frau Holle"
Giulietta Masina, Tobias Hoesl, Petra Vanciková, u.a.
Omnia Film/Slovensky Film 1984

Servas,
Thomas
daniel5993 (27.12.2008, 01:13):
Original von thwinter12
Gerade gelaufen: Der Lieblingsmärchenfilm von meiner Frau und mir:

Bis jetzt dachte ich ich hätte alles gesehen :D


Bei mir gabs gerade in lustiger Runde
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/4047552500097.jpg

der Film war nicht übel!
thwinter12 (27.12.2008, 01:31):
Original von daniel5993
Original von thwinter12
Gerade gelaufen: Der Lieblingsmärchenfilm von meiner Frau und mir:

Bis jetzt dachte ich ich hätte alles gesehen :D
Hallo Daniel,

einer der wenigen Märchenfilme, den ich und meine Frau sowohl als Kind als auch im Erwachsenenalter noch immer gerne sehen... :ignore

Die Verfilmung hat etwas ganz besonderes, das nicht in Worte zu fassen ist und wahrscheinlich nur durch Psychologen erklärt werden könnte. :J

Und jetzt war halt wieder die Zeit dafür: Draußen kalt und Schneetreiben. Im Haus schön warm und ein kuscheliges Sofa... :down

Servas,
Thomas

P.S.: Da warst Du ja noch gar nicht auf der Welt, als der Film gedreht wurde! Würde Dir schwer empfehlen, dieses Märchen nachzuholen! :rofl
Cetay (inaktiv) (27.12.2008, 15:38):
Original von Rachmaninov

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4011976842187.jpg

Einfach ein genialer Film....

Bei hochqualitativen Filmen dieses Genres wird immer wieder auf Ein Hauch von Zen, der mit einer ungewöhnlichen philosophischen Tiefe aufwartet, als Referenz verwiesen. Wenn du Hero genial findest, kann ich den mit bestem Gewissen empfehlen.
Rachmaninov (27.12.2008, 16:20):
@Dox,

danke für den Tipp!
Der Titel kommt mir bekannt vor.

Auf meine ochmals sehen Liste steht auch Die sieben Samurai von Akira Kurosawa, der wohl DER Begründer dieser Filme ist. Bzw. dieser Art Filme zu machen!
cellodil (28.12.2008, 09:38):
Gestern im Kino den neuen Woody Allen angeschaut...

Vicky Christina Barcelona erzählt - vor der pittoresken Kulisse von Barcelona und dem Örtchen Orviedo - eine ausufernde Dreiecksgeschichte zwischen den beiden jungen Amerikanerinnen Vicky (Rebecca Hall) und Christina (Scarlett Johansson), die den Sommer in Barcelona verbringen, und dem katalanischen Maler Juan Antonio Gonzalo (Javier Bardem), der jedoch immer noch stark mit seiner Exfrau María Elena (hinreißend von Penélope Cruz gespielt) verbandelt ist. Und dann reist auch noch Vickys eher langweiliger Verlobter Doug aus New York an, der sich plötzlich in den Kopf gesetzt hat, sofort in Barcelona zu heiraten...

Einfach ist es, wie immer bei Allen und auch im wirklichen Leben, also nicht mit der Liebe. Und so richtig glücklich wird weder die vernunftbetonte Vicky, die sich nolens volens nach einer Nacht mit Juan Antonio heftigst in diesen verliebt, aber dann doch Doug heiratet, noch die Möchtegernkünstlerin Christina, die so vieles auszudrücken hätte, aber doch nicht so recht weiß wie, die sich auf eine Dreiecksbeziehung mit Juan Antonio und María Elena einlässt und sich unter deren Obhut kurzzeitig zur Fotografin aufschwingt, aber dann doch merkt, dass sie diese Form der Beziehung eigentlich nicht möchte und mit Vicky und Doug am Ende des Sommers Barcelona verlässt. Und auch Juan Antonio und die temperamentvolle María Elena fallen nach Christinas Auszug in ihr bewährtes, mörderisches Beziehungsmuster zurück.

Trotz schöner Bilder und Szenen macht Allens neuester Film den Eindruck, als wenn man das alles so oder ähnlich schon einmal gesehen hätte. Kein Film, den man unbedingt gesehen haben müsste. Allenfalls wegen der großartigen Penélope Cruz...
cellodil (28.12.2008, 20:05):
Wiedersehen macht doch nicht immer Freude, selbst wenn Robert De Niro mitspielt...

Habe mir gerade Michael Manns

http://www.filmszene.de/video/heat.JPG

angeschaut. So langatmig und zäh hatte ich den Film, den ich damals im Kino gesehen hatte, nicht in Erinnerung... Und weder der Thriller, noch das Drama hat mich beim Wiederanschauen so richtig gepackt... X(

Mal sehen, ob's mir mit Analyze This! (deutsch: Reine Nervensache), den ich heute auch noch anschauen wollte, auch so gehen wird.

http://www.filmszene.de/kino/r/reine.jpg

Voraussichtlich aber (wenn ich mich dieses Mal richtig erinnere) deutlich mehr zu lachen... :D
thwinter12 (28.12.2008, 22:41):
Unser Abendprogramm war:

"Eine zauberhafte Nanny"
Emma Thompson, Colin Firth, Kelly Macdonald u.a.
Universal 2005

Servas,
Thomas
Dr. Schön (29.12.2008, 01:57):
Original von Rachmaninov
@Dox,

danke für den Tipp!
Der Titel kommt mir bekannt vor.

Auf meine ochmals sehen Liste steht auch Die sieben Samurai von Akira Kurosawa, der wohl DER Begründer dieser Filme ist. Bzw. dieser Art Filme zu machen!


Dox' Empfehlung "Ein Hauch von Zen" möchte ich mich unbedingt mit anschließen. King Hu hat in den späten 60ern / frühen 70ern ein handvoll wirklich sehr sehenswerter Filme gedreht, die zwar ob ihrer fernöstlich philosophischen Unterfütterung etwas schwer zugänglich sind, aber doch sehr eindrucksvoll.

Das Meiste was in den 70ern in dieser Richtung in Hong Kong gedreht wurde empfand ich etwas als Massenware, aber das Suchen nach einzelnen Highlights lohnt sich.

Kurosawa hat ja seinerzeit mit "Rashomon" erst ein internationales Interesse am asiatischen Kino geweckt, aber als Begründer dieser Filme (Kung Fu, Choreographie, Martial Arts etc. pp.) würde ich ihn eher nicht betrachten. Damit hatte er eigentlich nichts zu tun. Auch Samurai Filme sog. "Ken-geki" (dt. etwa "Säbel Filme"), wie Kurosawa sie gedreht hat, gab es in Japan bereits zur Stummfilmzeit. Der Witz bei Kurosawa war eher, dass in seinen Filmen, formal wie thematisch, auch westliche Einflüsse zu tragen kamen. So sieht man seinen Filmen schon an, dass er zB Sergej Eisenstein oder auch John Ford sehr schätzte, und wusste, was ein Western ist. Nicht zuletzt hat er zweimal Shakespeare verfilmt.
Daher auch der Erfolg im Ausland.
(Andere bedeutende japanische Filmemacher seiner Zeit, wie Yasujiro Ozu oder Kenji Mizoguchi, sind in ihrer Thematik deutlich japanischer. Nicht das diese Filme auf ihre Weise keinen Reiz haben.)
Dieses ganze "Hong Kong Action Kino" (mit allem was darunter fällt) hätte es aber ohne Kurosawa, meine ich, genauso gegeben.
EinTon (29.12.2008, 12:04):
Ich bekam zu Weihnachten diesen hier, allerdings kannte ich ihn schon:


http://www.amazon.de/Oldboy-Einzel-DVD-Choi-Min-sik/dp/B0007INNMC/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=dvd&qid=1230548478&sr=8-2

Sehr sehenswert, geht aber auch extrem an die Nieren!
Rachmaninov (01.01.2009, 18:33):
großes kino

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/7321921120398.jpg
Solitaire (01.01.2009, 19:59):
Bis gerade eben "Herr der Ringe Teil 2"
Immer wieder genial.
cellodil (02.01.2009, 00:14):
Original von Rachmaninov
großes kino

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/7321921120398.jpg

... den möchte ich auch mal wieder anschauen...
cellodil (02.01.2009, 22:50):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51UBognWu9L._SL500_AA240_.jpg

... angeblich kommt auch ein Cello drin vor :D
daniel5993 (02.01.2009, 23:38):
Original von Solitaire
Bis gerade eben "Herr der Ringe Teil 2"
Immer wieder genial.

Die Extended Edition? Noch besser, noch genialer! Nur bei den Szenen, wo die Bäume ihren Rat abhalten krieg ich immer wieder nen Krabbel.
Rachmaninov (03.01.2009, 09:12):
Original von daniel5993
Original von Solitaire
Bis gerade eben "Herr der Ringe Teil 2"
Immer wieder genial.

Die Extended Edition? Noch besser, noch genialer! Nur bei den Szenen, wo die Bäume ihren Rat abhalten krieg ich immer wieder nen Krabbel.

Das sind keine Bäume :ignore

Aber später wirst Du ja belohnt wenn sie sich in Bewegung setzen!
Rachmaninov (03.01.2009, 14:11):
Original von cellodil
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51UBognWu9L._SL500_AA240_.jpg

... angeblich kommt auch ein Cello drin vor :D


Kannst Du etwas zu diesem Film schreiben?
Rachmaninov (03.01.2009, 14:13):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51xKgIhPAqL._SS400_.jpg

12 Uhr Mittags - wiedereinmal!

Grandios, diese Feigheit einer ganzen Stadt.
Widerlich, aber psychologisch grandios.
Dr. Schön (03.01.2009, 14:23):
Original von Rachmaninov
12 Uhr Mittags - wiedereinmal!


Die Filmmusik klingt sehr nach Tschaikowskij finde ich. Gerade in dieser Szene wo sich Cooper und Bridges im Pferdestall raufen.
Solitaire (03.01.2009, 15:19):
Bis eben:
"Herr der Ringe Teil 3". Zum erstenmal im englsichen Original. sher genial.
Und habe ich erwähnt, daß Viggo heiß ist??? :D :down
nikolaus (03.01.2009, 15:22):
Original von Solitaire
Bis eben:
"Herr der Ringe Teil 3". Zum erstenmal im englsichen Original. sher genial.
Und habe ich erwähnt, daß Viggo heiß ist??? :D :down

Ist mir gar nicht aufgefallen, aber bei all dem Feuer und Vulkanen in Mordor kein Wunder... :wink
cellodil (03.01.2009, 16:28):
Original von Rachmaninov
Original von cellodil
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51UBognWu9L._SL500_AA240_.jpg

... angeblich kommt auch ein Cello drin vor :D


Kannst Du etwas zu diesem Film schreiben?

Was mir an dem Film wirklich gefallen hat, das sind die hervorragenden und wohl auch hervorragend gecasteten Kinderdarsteller.

Im Mittelpunkt steht auf der einen Seite der elfjährige Evan, der im Waisenhaus aufgewachsen ist und von dem sich herausstellt, dass er ein musikalisches Wunderkind ist gegenüber dem selbst Mozart erblassen müsste. Evan macht sich nun auf, seine Eltern zu finden. Die sind Musiker. Die Mama ist Cellistin und ihr karrierebesessener Vater hat nicht nur die Liebesbeziehung zu Evans Vater, der in einer Band singt, verhindert, sondern auch Evans Mutter erzählt, dass Baby Evan tot wäre und dieses zur Adoption freigegeben. Der von seiner verhinderten Liebe enttäuschte Papa von Evan hat die Gitarre und das Mikro an den Nagel gehängt und anderweitig Karriere gemacht. Während nun Evan durch New York City irrt und merkwürdigen Gestalten, die ihm zumeist helfen, begegnet, findet Evans Mami heraus, dass sie doch einen Sohn hat und macht sich auf, diesen in New York zu suchen. Und Evans Papi, der will nun plötzlich doch um seine Liebe kämpfen und reist nach Chicago, wo Evans Mami wohnt, doch die ist ja in New York. Papi von Evan greift wieder zur Gitarre und tritt mit seiner Band - wo wohl? - in New York City auf. Evan ist inzwischen unter dem Namen "August Rush" Jungstudent und seine Komposition soll von den New Yorker Philharmonikern bei einem Konzert uraufgeführt werden. Just bei diesem Konzert wird auch Evans Mami ihr Comeback als Cellistin (sie hatte nach dem vermeintlichen Tod des Babys als Lehrerin gearbeitet) feiern soll. Zufällig treffen sich Evan und sein ihm unbekannter Papi im Park und spielen dann zusammen Gitarre. Evan erzählt Papi von seinem Konzert... Und den Rest kann man sich wohl denken.

Eine ziemlich grausig konstruierte Geschichte. So eine Art Dickens-Kosmos, der unter rosarotem Zuckerguss begraben wurde. Wenn es einem aber gelingt, darüber hinwegzusehen, das Ganze als süßliches Märchen zu begreifen, dann gibt es ein paar gute Momente. Und auf eine bestimmte Art hat der Film trotz allem Unfug einen wahrhaftigen Kern, denn es geht um die Kraft der Musik.

Aber unbedingt muss man diesen Film sicherlich nicht gesehen haben.
cellodil (03.01.2009, 16:34):
Heute ein Film, der - zumindest im Kino - mein Herz wirklich zum Klingen gebracht hat:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51VXM62WYEL._SS500_.jpg

Liebe Grüße

Sabine
Jürgen (04.01.2009, 17:16):
Original von Solitaire
Bis eben:
"Herr der Ringe Teil 3". Zum erstenmal im englsichen Original. sher genial.


Ohne dass wir uns abgesprochen haben:
Auch ich habe zwischen den Jahren diese Trilogie auf englisch geschaut. Am beeindruckendsten finde ich, wenn Christopher Lee "Morrdorr" sagt.

Leider habe ich nur die Kino-Version.
Ich habe aus Zeitgründen immer nur 2-Stunden-Häppchen gesehen.

Grüße
Jürgen
Rachmaninov (04.01.2009, 20:05):
Original von Dr. Schön
Original von Rachmaninov
12 Uhr Mittags - wiedereinmal!


Die Filmmusik klingt sehr nach Tschaikowskij finde ich. Gerade in dieser Szene wo sich Cooper und Bridges im Pferdestall raufen.

Ist mir nicht aufgefallen, da ich mehr auf die psychologischen Aspekte geachtet hatte und die Aufnahmen mit dem weißen Himmel und den Kontrasten.
cellodil (05.01.2009, 13:20):
Original von Rachmaninov
Original von Dr. Schön
Original von Rachmaninov
12 Uhr Mittags - wiedereinmal!


Die Filmmusik klingt sehr nach Tschaikowskij finde ich. Gerade in dieser Szene wo sich Cooper und Bridges im Pferdestall raufen.

Ist mir nicht aufgefallen, da ich mehr auf die psychologischen Aspekte geachtet hatte und die Aufnahmen mit dem weißen Himmel und den Kontrasten.

... mir bisher auch nicht.

Liebe Grüße

Sabine
thwinter12 (05.01.2009, 19:33):
Gestern gemeinsamer Fernsehabend hiermit:

"Bounce - Eine Chance für die Liebe" (2000)
Ben Affleck, Gwyneth Paltrow u.a. :ignore

Servas,
Thomas
Rachmaninov (09.01.2009, 09:24):
Original von thwinter12
Gestern gemeinsamer Fernsehabend hiermit:

"Bounce - Eine Chance für die Liebe" (2000)
Ben Affleck, Gwyneth Paltrow u.a. :ignore

Servas,
Thomas

@Thomas,

wie war Dein Eindruck?

Beide Schauspieler auf dem Cover empfinde ich eher als mäßig, wenn überhaupt...
cellodil (10.01.2009, 22:32):
http://ia.media-imdb.com/images/M/MV5BMTM2MjQzMzYzNV5BMl5BanBnXkFtZTcwNTg0NTYyMQ@@._V1._SX97_SY140_.jpg

... waren die Jungs da alle noch jung...
Rachmaninov (11.01.2009, 11:59):
gestern abend noch zu sehr späten stunde angefangen:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4006680031484.jpg

Grandioser Film, tiefgründig, geniale schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller, Luc Besson als genialer Regissuer :times10
thwinter12 (11.01.2009, 21:03):
Original von Rachmaninov
Original von thwinter12
Gestern gemeinsamer Fernsehabend hiermit:
"Bounce - Eine Chance für die Liebe" (2000)
Ben Affleck, Gwyneth Paltrow u.a. :ignore
@Thomas,

wie war Dein Eindruck?

Beide Schauspieler auf dem Cover empfinde ich eher als mäßig, wenn überhaupt...
Hallo Richard,

war eher "Pflichtprogramm" :ignore, welches wieder mal sein mußte... :ignore :ignore ("gemeinsamer(!) Fernsehabend" :wink)

Servas,
Thomas
thwinter12 (17.01.2009, 23:58):
Meine Frau konnte überredet werden: :leb

"Der Herr der Ringe - Teil 1: Die Gefährten (Special Extended Edition)"

Servas,
Thomas
cellodil (19.01.2009, 20:35):
Gerade die Qual der Wahl...

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41OznCZdpHL._SS500_.jpg

... Killerkomödie oder Killer ohne Komödie?

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51r93-eKuCL._SS400_.jpg

... oder beide?

Mal sehen...

Liebe Grüße

Sabine
LazarusLong (20.01.2009, 12:47):
Ein sensibler Einstieg in die chinesische Gedankenwelt.

Ein echter Beitrag zum tieferen Verständnis einer mir bis dato vollkommen fremden Kultur.

Vieles, was ich über asiatische Kampfsportstile nicht wusste, trotz langjährigem intensiven Training.

Chinesische Kultur

Wer wie ich diesen Film gesehen und geliebt hat, wird mit mir einig sein: Mehr davon.

:haha

Frank

Sorry, ich konnte nicht wiederstehen
cellodil (20.01.2009, 13:06):
Lieber Frank,

ich wollte den ja eigentlich im Kino anschauen, hab's aber leider nicht geschafft. Jetzt werde ich mir den ganz bestimmt demnächst ausleihen.

Herzliche Grüße

Sabine
Rachmaninov (20.01.2009, 18:50):
8 Blickwinkel ist okay, aber in einigen Punkten doch eher unlogisch.

Aber denke noch akzeptabel.
Rachmaninov (20.01.2009, 18:50):
Samstag sah ich den aktuellen Film "Sieben Leben".

Ganz großes Kino ...

Hat mir sehr gut gefallen.
cellodil (20.01.2009, 20:45):
Original von Rachmaninov
8 Blickwinkel ist okay, aber in einigen Punkten doch eher unlogisch.

Aber denke noch akzeptabel.

Lieber Richard,

mich hat die Konstruktion interessiert, fand das aber dann doch etwas ermüdend und habe, nachdem es dann doch noch den "echten Präsidenten" erwischt hatte, das ganze noch ein bisschen im Schnelldurchlauf gesehen und es dann auch gut (oder nicht...) sein lassen. So richtig spannend fand ich das nicht.

Was mir hingegen richtig gut gefallen hat, das war der zweite Film, You Kill Me

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41OznCZdpHL._SS500_.jpg

Nicht nur, dass Ben Kingsley einfach großartig ist als alkoholabhängiger Polenmafiakiller Frank, der von seiner Familie zum Entzug nach San Francisco geschickt wird, wo er nicht nur an Gruppentreffen der AA teilnehmen muss, sondern ihm auch ein Job als Hilfsbestatter oder Thanatopraktiker zugewiesen wird; die Geschichte hat auch unglaublich viel schrägen Humor, hat viel, viel Herz und ist doch trotzdem spannend.

Liebe Grüße

Sabine

P.S. Heute abend ist bei mir Scorsese und De Niro Time...

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51UaZSDVElL._SS500_.jpg
nikolaus (21.01.2009, 20:12):
Original von Rachmaninov
Samstag sah ich den aktuellen Film "Sieben Leben".

Ganz großes Kino ...

Hat mir sehr gut gefallen.

Ich habe ihn gestern gesehen:
In der Tat ein sehr gut gemachter Film. Mich hat er sehr bewegt...

Nikolaus.
Heike (30.01.2009, 10:57):
aktuell im Kino: "Der fremde Sohn"

Die Geschichte geht extrem an die Nerven. Das ist überhaupt keine rührselige Story, sondern ein erschreckendes Bild der damaligen realen Verhältnisse in den USA. Wenn man sich vor Augen führt, dass das alles wirklich so passiert ist, gruselt es mich noch nachträglich.

Der Film hat alles - Spannung, Horror, Psychologie und auch große Gefühle.
Unbedingt ansehen.
Heike
cellodil (03.02.2009, 23:16):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51icBKNSR5L._SS500_.jpg

Gut gemachte Unterhaltung und wunderbare Darsteller.

Liebe Grüße

Sabine
cellodil (07.02.2009, 20:44):
Bislang immer vor mir hergeschoben...

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51-VELnA9KL._SS400_.jpg

und danach: Feierabend und Sonntag :D

Liebe Grüße

Sabine
Nordolf (07.02.2009, 23:26):
Bei mir lief eben:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/7321925004199.jpg

"Blood Diamond" von Edward Zwick

Ich mag den epischen Stil von Zwick - genau wie bei "Last Samurai" verbindet er auch hier Blockbuster-Action-Elemente mit ambitioniertem Erzählkino. Die Handlung spielt in den 90iger Jahren vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges in Südafrika. Der Film bringt mir - gemeinsam mit dem vor kurzem gesehenen "Battle for Haditha" von Nick Broomfield - die Tatsache in Erinnerung, das wir global gesehen in einem Dauerkriegszustand leben. In Deutschland spüren wir allerdings unmittelbar kaum etwas davon: - und wenn Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan sterben, gesteht man ihnen nur widerstrebend das Attribut "gefallen" zu...

Herzliche Grüße!
Jörg
Rachmaninov (08.02.2009, 10:05):
Original von Nordolf
und wenn Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan sterben, gesteht man ihnen nur widerstrebend das Attribut "gefallen" zu...

Herzliche Grüße!
Jörg

Was jedoch mehr politische Gründe hat, das Soldaten nach allg. Sprachgebrauch im Krieg "fallen" und der Einsatz in Afghanistan ja offiziell kein Kriegseinsatz ist sondern eine humanitäre Aktion.

Von dem Film sah ich nur den Anfang. Er war meiner Freundin damals zu "heftig". Will ich aber auch unbedingt mal sehen.

BTW,

Lord of War
oder
Departet
schon gesehen?

BTW, es herscht nicht nur Krieg mit Waffen, sondern auch andere Kriege deren Folgen jeden betreffen.
Heike (08.02.2009, 11:03):
Mir hat "Blood Diamond" ebenfalls ganz ausgezeichnet gefallen, ich bin immer wieder überrascht, was für ein großartiger Schauspieler Leonardo diCaprio ist. Irgendwie kommt einem immer der Titanic-Kitsch zuerst in den Sinn, dabei hat er so viele supergute Filme gmacht, spontan fallen mir ein: "Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa" (großartig!) und "Aviator" .
Heike
cellodil (08.02.2009, 15:19):
Original von Rachmaninov
BTW,

Lord of War
oder
Departet
schon gesehen?

BTW, es herscht nicht nur Krieg mit Waffen, sondern auch andere Kriege deren Folgen jeden betreffen.

Lieber Richard,

ich bin mal wieder ein Abkürzungslegastheniker... Was heißt denn "BTW"? ?(

Liebe Grüße

Sabine
Rachmaninov (08.02.2009, 15:26):
Original von cellodil

ich bin mal wieder ein Abkürzungslegastheniker... Was heißt denn "BTW"? ?(

Liebe Grüße

Sabine

by the way
LazarusLong (08.02.2009, 19:16):
Original von Rachmaninov


Was jedoch mehr politische Gründe hat, das Soldaten nach allg. Sprachgebrauch im Krieg "fallen" und der Einsatz in Afghanistan ja offiziell kein Kriegseinsatz ist sondern eine humanitäre Aktion.



Ob das für den betroffenen Soldaten von Belang ist? Ja, denn die Versorgung der Familien ist meines Wissens nach abhängig davon, ob man als Soldat gefallen oder nur bei einem humanitären Einsatz ums Leben gekommen ist. Zumindest war es so, als ich noch Uniformträger war.

Frank
cellodil (08.02.2009, 23:36):
Original von Rachmaninov
Original von cellodil

ich bin mal wieder ein Abkürzungslegastheniker... Was heißt denn "BTW"? ?(

Liebe Grüße

Sabine

by the way

:thanks
Nordolf (08.02.2009, 23:36):
Hallo Rachmaninov und Lazarus,

ich habe ja auf Verteidigungsminister Jung angespielt, der sich im Vorfeld der Trauerfeier für die getöteten Soldaten in Afghanistan scharf vom Wort "gefallen" distanzierte - bei der Feier selbst aber genau dieses Wort gebrauchte...

Übrigens ist mir ein Fehler unterlaufen - "Blood Diamond" spielt natürlich nicht in Südafrika, sondern in Sierra Leone und den angrenzenden Ländern. Archer - eine der Hauptfiguren - war Söldner in Südafrika.

"Lord of War" habe ich leider noch nicht gesehen, dafür aber inzwischen "Der letzte König von Schottland" mit Forest Whitaker - auch ein sehr guter Polit-Thriller zum Afrika-Thema. Danke für diesen Tip an Rachmaninov!

Herzliche Grüße!
Jörg
cellodil (09.02.2009, 00:04):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51uHjfT05eL._SS500_.jpg

David Duchovny, der mit den X-Files bekannt wurde, trifft in Jake Kasdans (Buch und Regie) The TV Set auf eine besonders tückische Sorte Aliens, die auf den ersten Blick wie normale Menschen aussehen, die aber heimtückisch mit Worthülsen um sich werfen und leitende Positionen in Fernsehsendern ausfüllen, alles mögliche mögen oder witzig finden und immer nur an ihre Einschaltquoten, attraktive Zielgruppen, Marktanteile und die Werbekundschaft denken... Duchovny spielt den Drehbuchautor Mike Klein, der einen Piloten für eine Fernsehserie geschrieben hat, der nun tatsächlich produziert wird. Leider steht in Mikes Script ein Suizid an zentraler Stelle, das findet Senderchefin Lenny (Sigourney Weaver) doch etwas sehr deprimierend und Depressionen kosten Einschaltquoten. Vielleicht könnte Mike da noch was ändern? Lenny hätte da auch schon eine großartige Idee, die freilich wenig mit dem zu tun hat, was Mike ursprünglich geschrieben hatte. Was soll Mike tun? Einfach alles hinschmeißen? Aber Mikes Frau ist hochschwanger...

Regisseur und Autor Jake Kasdan hat selbst einige Jahre seines Lebens damit zugebracht, Pilotfolgen zu produzieren, von denen die allermeisten niemals ausgestrahlt wurden, und kennt das Business, das ist dem Film anzumerken, nur allzu gut.

Normalerweise mag ich diese Art medialer Selbstreflexion eigentlich nicht so sehr. Aber in diesem Falle habe ich mich doch - vielleicht auch wegen des Wiedererkennungseffekts - recht gut unterhalten.
cellodil (09.02.2009, 00:07):
Original von LazarusLong
Original von Rachmaninov


Was jedoch mehr politische Gründe hat, das Soldaten nach allg. Sprachgebrauch im Krieg "fallen" und der Einsatz in Afghanistan ja offiziell kein Kriegseinsatz ist sondern eine humanitäre Aktion.



Ob das für den betroffenen Soldaten von Belang ist? Ja, denn die Versorgung der Familien ist meines Wissens nach abhängig davon, ob man als Soldat gefallen oder nur bei einem humanitären Einsatz ums Leben gekommen ist. Zumindest war es so, als ich noch Uniformträger war.

Frank

Lieber Frank,

das klingt jetzt wirklich nach ganz schlechtem Film... Ist das tatsächlich so? Und: Welche Variante ist dann für die Hinterbliebenen die günstigere?

Übrigens empfinde ich das Wort "fallen", auch wenn es gängiger Sprachgebrauch ist, immer unangemessen, weil es etwas Euphemistisches (zumindest den Anklang davon) hat.

Liebe Grüße

Sabine
cellodil (09.02.2009, 00:37):
Ich habe mir gestern ja...

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51-VELnA9KL._SS400_.jpg

... angeschaut. Mich würde interessieren, ob den von Euch jemand gesehen hat (bin ich mir eigentlich fast sicher) und was für eine Meinung Ihr dazu habt.

Für mich hatte der Film, obwohl er mich nicht so wirklich gepackt hatte (und der Brad-Pitt-Strang gar nicht), etwas Verstörendes. Ich kann das aber nicht so richtig festmachen, woher das kam. Vielleicht könnt Ihr mir ja auf die Sprünge helfen.

Liebe Grüße

Sabine
satie (09.02.2009, 06:01):
Ich hatte den Film einmal gesehen.
Grundsätzlich muss ich ja sagen, dass ich froh bin über alles, was nicht Nullachtfuffzehnhollywoodkino ist, insofern hatte der Film schon Sympathiepunkte.
Interessanterweise, wenn ich zurück denke an de Film, kann ich mich vor allem noch an genau diesen Strang mit Brad Pitt erinnern, wenn ich auch nicht sagen kann, warum...
Wenn ich mich recht erinnere, gab es dann irgend eine Verbindung über das Gewehr bis nach Japan (das war der zweite Strang, an den ich mich erinnere), wo sich die neurotische Tochter eigentlich splitternackt vom Balkon stürzen will (oder war das ein anderer Film? Mann, ich werde alt...).
Um einen Punkt zu machen zu dieser elend frühen Stunde: Filme dieser Art kennen wir doch eigentlich (von der Machart her) spätestens seit Altmans "Short Cuts". Und wenn ich damit vergleiche, kommt nicht so schnell irgend etwas da heran. Es gabe vor Babel noch diesen L.A. Crash, den ich im Vergleich auch noch über Babel stellen würde.

Herzlich,
S A T I E
LazarusLong (09.02.2009, 08:11):
Original von cellodil
Original von LazarusLong
Original von Rachmaninov


Was jedoch mehr politische Gründe hat, das Soldaten nach allg. Sprachgebrauch im Krieg "fallen" und der Einsatz in Afghanistan ja offiziell kein Kriegseinsatz ist sondern eine humanitäre Aktion.



Ob das für den betroffenen Soldaten von Belang ist? Ja, denn die Versorgung der Familien ist meines Wissens nach abhängig davon, ob man als Soldat gefallen oder nur bei einem humanitären Einsatz ums Leben gekommen ist. Zumindest war es so, als ich noch Uniformträger war.

Frank

Lieber Frank,

das klingt jetzt wirklich nach ganz schlechtem Film... Ist das tatsächlich so? Und: Welche Variante ist dann für die Hinterbliebenen die günstigere?

Übrigens empfinde ich das Wort "fallen", auch wenn es gängiger Sprachgebrauch ist, immer unangemessen, weil es etwas Euphemistisches (zumindest den Anklang davon) hat.

Liebe Grüße

Sabine

Hallo Sabine

Ich weiss nicht, wie es heute aussieht, als ich noch Uniformträger war, fing die Geschichte mit Auslandseinsätzen der Bw gerade erst an. Damals gab es noch viele ungeklärte Fragen, zB. betreffs privater Hinterbliebenenversorgung (Lebensversicherung zahlt nicht bei Tod in Kriegsgebiet) und die Antwort, die ich von meinen Vorgesetzten auf entsprechende Fragen erhielt, lautete sinngemäss: "Hören Sie auf zu jammern, das wird schon irgendwie geregelt".
Ich weiss nicht, wie es heute aussieht, habe mich mit dem Thema nur noch oberflächlich auseinander gesetzt, mich betrifft es ja nun seit 15 Jahren nicht mehr, aber ....

Frank

Lassen wir das Thema, gehört wirklich nicht hier her
cellodil (09.02.2009, 13:22):
Original von Satie
Ich hatte den Film einmal gesehen.
Grundsätzlich muss ich ja sagen, dass ich froh bin über alles, was nicht Nullachtfuffzehnhollywoodkino ist, insofern hatte der Film schon Sympathiepunkte.
Interessanterweise, wenn ich zurück denke an de Film, kann ich mich vor allem noch an genau diesen Strang mit Brad Pitt erinnern, wenn ich auch nicht sagen kann, warum...
Wenn ich mich recht erinnere, gab es dann irgend eine Verbindung über das Gewehr bis nach Japan (das war der zweite Strang, an den ich mich erinnere), wo sich die neurotische Tochter eigentlich splitternackt vom Balkon stürzen will (oder war das ein anderer Film? Mann, ich werde alt...).
Um einen Punkt zu machen zu dieser elend frühen Stunde: Filme dieser Art kennen wir doch eigentlich (von der Machart her) spätestens seit Altmans "Short Cuts". Und wenn ich damit vergleiche, kommt nicht so schnell irgend etwas da heran. Es gabe vor Babel noch diesen L.A. Crash, den ich im Vergleich auch noch über Babel stellen würde.

Herzlich,
S A T I E

Lieber Satie,

ich musste wegen der episodischen Struktur auch an Altmans Short Cuts denken, scheute vor dem Gedanken allerdings auch gleich wieder zurück, weil ich den Altman-Film Klassen spannender und besser finde.

Der Japan-Strang mit dem gehörlosen Mädchen, das den Selbstmord ihrer Mutter (die sich erschossen hatte) nicht verkraften kann und das tatsächlich am Ende splitternackt auf dem Balkon steht und sich - vielleicht (so ganz klar wird das nicht) - vom Balkon stürzen möchte, den Du erwähnst, hat mich, wie auch der Strang mit den beiden Buben und dem Gewehr, deutlich mehr interessiert als der Brad-Pitt-Strang. Ich würde, dass der Brad-Pitt-Strang vor allem deshalb besser erinnert wird als die anderen, weil er das Ganze gewissermaßen zusammenhält, der Punkt an dem sich alle Geschichten auf die eine oder andere Art kreuzen.

Inzwischen glaube ich, dass das "Verstörende" wahrscheinlich diese Stimmung von Einsamkeit und Verlorenheit war, die zwar ansatzweise, aber letztlich doch nicht aufgelöst wurde. Für mich war das auch in diesen wunderschönen Bildern von der Wüste zu spüren, aber auch in den Momenten, wo die Gehörlosigkeit des japanischen Mädchens durch Stille und entsprechende Bilder thematisiert wurde.

:thanks für Deine schnelle Antwort. Sie hat mir geholfen, meine Gedanken noch einmal zu sortieren.

Liebe Grüße

Sabine
Solitaire (12.02.2009, 20:45):
Die DVD von Rene Marik, dem durchgeknallten Berliner Puppenspieler und seinem deppressiven, mit einem Sprachfehler geschlagenen Maulwurf.
Gött-lich. :rofl
cellodil (13.02.2009, 13:52):
Original von Solitaire
Die DVD von Rene Marik, dem durchgeknallten Berliner Puppenspieler und seinem deppressiven, mit einem Sprachfehler geschlagenen Maulwurf.
Gött-lich. :rofl

Ähem? ?(

Liebe Grüße

Sabine
Solitaire (13.02.2009, 14:11):
Gib bei Youtube mal "Rapante" ein :D
cellodil (13.02.2009, 14:19):
Original von Solitaire
Gib bei Youtube mal "Rapante" ein :D

:rofl

Hab' mir das hier angeschaut.

Das ist bestimmt auch gut gegen Halsschmerzen (zumindest ist Lachen gut fürs Immunsystem)!

Liebe Grüße

Sabine
cellodil (14.02.2009, 08:30):
http://thumbs.filmstarts.de/menu/Sleepers-Poster.jpg

... ein Film, bei dem ich mich nur noch an ein paar der beeindruckenden Bilder von Michael Ballhaus (der kann's halt), aber nur noch vage an die Handlung erinnern konnte. War spannend, den wiederzusehen.

Liebe Grüße

Sabine
Heike (18.02.2009, 08:37):
Kino: Der seltsame Fall des Benjamin Button

Da ich den Regisseur David Fincher eigentlich mag (z.B. Fight Club, Panic Room, The Game), wollte ich mir das mal ansehen, obwohl ich bei der Geschichte eigentlich schon eher skeptisch war.
Ich hätte es mir sparen sollen. Der Film ist eine einzige komplett verkitschte Auseinandersetzung mit Altern, Tod und Sterben. Es erinnerte mich an verklärte Erbauungsliteratur und langweilte mich phasenweise unendlich, zudem es noch Überlänge gab.
Alles in allem ein Film, den man nicht gesehen haben muss.
Heike
cellodil (18.02.2009, 19:19):
Bei mir heute abend mal wieder Scorsese- und De Niro-Time...

http://ecx.images-amazon.com/images/I/513KZWXD2BL._SS400_.jpg

Liebe Grüße

Sabine
cellodil (18.02.2009, 19:23):
Liebe Heike,

Danke für die Einschätzung und die offenen Worte. Ich war bis jetzt noch unschlüssig, ob ich mir den Film anschauen soll oder nicht. Aber jetzt bin ich mir sicher, dass ich den zumindest nicht im Kino anschauen muss. Ich vermute, das ist so ein Fall, bei dem vor allem Maske und Spezialeffekte interessant sein könnten - und das ist für eine ganze Spielfilmlänge doch ein bisschen wenig.

Merci und liebe Grüße

Sabine
Heike (18.02.2009, 22:43):
so ein Fall, bei dem vor allem Maske und Spezialeffekte interessant sein könnten
Genau. Und man kann auch sagen, es war recht gut gespielt - doch das rettete den Film ganz und gar nicht. Denn vor allem die Dialoge waren in der Mehrzahl so dümmlich belehrend und vorhersagbar, dass du nichts verpassen wirst. Es gab übrigens mehrere (meist junge) Leute, die wirklich nach einer Stunde gegangen sind. Eigentlich war das konsequent, denn es kam nichts besseres mehr.
Heike
cellodil (21.02.2009, 19:33):
http://www.ichkennkeinen.de/ichkennkeinen_plakat_10x15.jpg

ICH KENN KEINEN - Allein unter Heteros
(Englischer Titel: TALK STRAIGHT
- The World of Rural Queers)

Dokumentarfilm von Jochen Hick
Deutschland 2003, 99 Minuten,
35 mm, Farbe

... diese wohl recht herzerwärmende und mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Dokumentation über das Leben von Homosexuellen auf dem Land wollte ich mir schon ewig anschauen.

Bin mal gespannt.

Liebe Grüße

Sabine
cellodil (21.02.2009, 22:55):
Die Dokumentation Ich kenn keinen - Allein unter Heteros von Jochen Hick kann ich nur allerwärmstens (kicher) empfehlen. Ein schöner, witziger und mit viel Herz und Empathie erzählter Film. Mit subversivem Humor und einem liebevollen Blick auf die verschiedenen Charaktere. Ein Film, der ohne sauertöpfisch oder pädagogisch zu sein, doch eine Ahnung davon vermittelt, was es heißt, homosexuell zu sein, wenn man nicht im Großstadtmilieu lebt. Großartig. So etwas würde ich gerne öfter sehen.
Heike (22.02.2009, 08:35):
Kino - Zeiten des Aufruhrs

Bisher einer der besten Fime des begonnenen Jahres für mich. Ein phantastischer Leonardo di Caprio, so gut habe ich den noch nie gesehen (und ich fand ihn schon in Aviator hervorragend).

Die Geschichte ist eigentlich trivial bzw. in dieser Art schon oft verfilmt - Paar kriegt Lebenskrise, weil Leben so langweilig geradlinig läuft. Aber das ist mit Liebe zum Detail verfilmt und man kann nachher wirklich lange drüber diskutieren, wer von den beiden nun eigentlich daneben liegt mit seiner Lebenseinstellung.

Heike
cellodil (22.02.2009, 10:06):
Original von Hebre
Kino - Zeiten des Aufruhrs

Bisher einer der besten Fime des begonnenen Jahres für mich. Ein phantastischer Leonardo di Caprio, so gut habe ich den noch nie gesehen (und ich fand ihn schon in Aviator hervorragend).

Die Geschichte ist eigentlich trivial bzw. in dieser Art schon oft verfilmt - Paar kriegt Lebenskrise, weil Leben so langweilig geradlinig läuft. Aber das ist mit Liebe zum Detail verfilmt und man kann nachher wirklich lange drüber diskutieren, wer von den beiden nun eigentlich daneben liegt mit seiner Lebenseinstellung.

Heike

Liebe Heike,

ich habe gerade die Romanvorlage von Richard Yates gelesen (und auch da etwas darüber geschrieben), aber noch keinen Trailer oder irgend einen Ausschnitt aus dem Film gesehen. Deshalb nur eine Frage: Wurde die Handlung in den 50er Jahren belassen? Oder in die Gegenwart verlegt?

Liebe Grüße

Sabine
Heike (22.02.2009, 14:25):
Hallo Sabine,
die Handlung wurde in den 50ern belassen und das macht auch einen Teil des Reizes des Filmes aus: das Zeitbild wurde ganz wunderbar getroffen und das ganze wirkte absolut stimmig.
Heike

P.s. als bekennder Bücherwurm hatte ich deinen Bericht über das Buch schon gelesen, bin ja mal gespannt, wie du den Film findest: Das ist ja immer nochmal anders dann, wenn man die Vorlage kennt.
Heike

P.p.s. Ganz zu Anfang dachte ich, es wäre eher ein Frauenfilm. Aber dann ging das so zur Sache und LdC spielte die Männerrolle so extrem überzeugend, dass ich maßlos neugierig wäre, wie Männer das ganze Drama beurteilen würden.
cellodil (23.02.2009, 19:05):
Liebe Heike,

ich hoffe mal, dass ich das irgendwann im Lauf der Woche noch schaffe. Der Film läuft hier nämlich nur in einer einzigen Vorstellung in einem einzigen Kino (was nicht gerade für einen Publikumserfolg spricht) und ich fürchte fast, dass der bald in der Versenkung verschwinden könnte. Naja. Schlimmstenfalls dann doch auf DVD.

Liebe Grüße

Sabine
Heike (23.02.2009, 19:08):
Hallo,
was nicht gerade für einen Publikumserfolg spricht
Als ich im Kino war, war es knackevoll (und der Film lief täglich!). Man saß bis runter in die erste Reihe. Also die Leute scheint es schon zu interessieren, aber ob die Kinos das auch immer wissen?
Heike
cellodil (23.02.2009, 20:45):
Original von Hebre
Hallo,
was nicht gerade für einen Publikumserfolg spricht
Als ich im Kino war, war es knackevoll (und der Film lief täglich!). Man saß bis runter in die erste Reihe. Also die Leute scheint es schon zu interessieren, aber ob die Kinos das auch immer wissen?
Heike

... manchmal liegt es auch daran, welche Filme sonst noch zeitgleich starten und mit wie vielen Kopien. Tröstlich allerdings, dass sich manche Filme auch ohne Riesenwerbeetat und ohne eine Lawine von Kopien trotzdem durchsetzen...

Liebe Grüße

Sabine
Heike (08.03.2009, 11:34):
Kino: "Der Vorleser"

Hat mir recht gut gefallen, die schauspielerischen Leistungen sind berechtigt gelobt worden und auch die Geschichte an sich schreit ja nahezu nach Verfilmung.

Was mich damals beim Buch viel mehr beeindruckt hat ist diese Auseinandersetzung mit dem Gefühl der Scham. Der Konflikt der Angeklagten, sich dem Gericht nicht als Analphabetin zu offenbaren und dafür eine weit höhere Strafe zu bekommen, das war gelesen viel dramatischer und facettenreicher. Gut umgesetzt ist hingegen die Entwicklung des Jungen, als er langsam aber sicher dieser Frau verfiel.

Ein Stück amerikanischer Größenwahn darf aber nicht fehlen: Die Handlung spielt in Deutschland mit deutschen Protagonisten - kann mir mal jemand erklären, warum die Bücher (aus denen vorgelesen wurde) im film permanent als englischsprachige Bücher gezeigt wurden; warum an der deutschen Uni im Jura-Seminar die Tafel mit englischen Stichworten vollgeschrieben war??? Muss man nicht verstehen, oder?

Heike
Heike (08.03.2009, 19:49):
Kino: Slumdog Millionaire

Und noch ein sehenswerter Film, der sicher zu recht seine Oscars bekommen hat. Ich würd ihn jetzt nicht in die Reihe meiner Lieblingsfilme einreihen (dazu ist das Konzept zu simpel und der Kitschfaktor dann doch zu hoch), aber gutes Kino ist das allemal.

Gekonnt und mit großen Bildern wird das andere Indien gezeigt - das eben trotz aller Wohlstands- und Bollywood- Aufschwünge auch noch da ist. Slums, Elend, Gewalt und immer wieder Verrat und Verlust. Die Kinder, die dort spielen, sind absolut großartig. Die Geschichten grenzen natürlich so manches Mal an gehobenes Betroffenheitskino mit Gruselfaktor, sind aber weder langweilig noch trivial. Nach einem schockierenden Beginn ahnt man Stück für Stück, dass der Regisseur es doch zu gut mit seinem Protagonisten meint, um nicht am Ende ein Happy End folgen zu lassen.

Noch eine Skepsis zum Schluss: Ich hab den Film im Original gesehen und ich kann mir eher nicht vorstellen, dass eine Synchronisation gut funktioniert. Der Film hat sowieso etliche Texteinblendungen und möglicherweise wird das dann albern, wenn das auch noch übersetzt werden soll.
Heike
cellodil (10.03.2009, 09:14):
Original von Hebre
Kino: "Der Vorleser"
Ein Stück amerikanischer Größenwahn darf aber nicht fehlen: Die Handlung spielt in Deutschland mit deutschen Protagonisten - kann mir mal jemand erklären, warum die Bücher (aus denen vorgelesen wurde) im film permanent als englischsprachige Bücher gezeigt wurden; warum an der deutschen Uni im Jura-Seminar die Tafel mit englischen Stichworten vollgeschrieben war??? Muss man nicht verstehen, oder?

Heike

Liebe Heike,

ich glaube, die Erklärung für die Buchtitel ist relativ simpel: Es ist ein amerikanischer Film, in dem im Original auch englisch vorgelesen wird, weshalb es einigermaßen plausibel ist, dass auch die Buchtitel englisch sind.

Liebe Grüße

Sabine
Heike (10.03.2009, 10:22):
Hallo Sabine,
WARUM sie es so gemacht haben ist mir schon klar.
Ich finde es trotzdem völlig inakzeptabel und zwar aus folgendem Grund: Es ist nämlich absolut nicht egal, wo der Film spielt (das wird natürlich auch eingeblendet), es ist sogar absolut wichtig, dass wir in Deutschland sind und dass die Hauptperson eine Deutsche ist und somit deutsch spricht, liest und schreibt.
Dass sie nun z.B. im Gefängnis aus einem englischsprachigen Buch Lesen in der Sprache eines der Alliierten lernt wirkt auf mich äußerst befremdlich.
Heike
cellodil (10.03.2009, 18:01):
Original von Hebre
Dass sie nun z.B. im Gefängnis aus einem englischsprachigen Buch Lesen in der Sprache eines der Alliierten lernt wirkt auf mich äußerst befremdlich.
Heike

Liebe Heike,

wahrscheinlich sollte man den Film einfach unsynchronisiert anschauen, dann wirkt das vermutlich weniger befremdlich.

Dass der Film in Deutschland spielen muss, das ist mir übrigens schon klar (den Stoff kenne ich).

Liebe Grüße

Sabine
(die morgen vielleicht endlich auch mal wieder ins Kino gehen wird...)
Heike (10.03.2009, 18:37):
Hallo Sabine,
wahrscheinlich sollte man den Film einfach unsynchronisiert anschauen, dann wirkt das vermutlich weniger befremdlich.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das (jedenfalls für mich) eine Rolle gespielt hätte. Hier fehlt den Machern einfach Geschichtsbewusstsein oder Sensibilität dafür - es war zudem völlig überflüssig, das so zu machen, da es für das Verständnis keinerlei Relevanz hatte, ob ein englisches oder ein deutsches Buch gezeigt wurde.
Heike
thwinter12 (15.03.2009, 11:04):
Hatte ich gestern vergessen - meine Frau konnte abends überredet werden: :leb

"Der Herr der Ringe - Teil 2: Die zwei Türme (Special Extended Edition)"

Servas,
Thomas
Rachmaninov (21.03.2009, 09:42):
Leihgabe im Player

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0886972272795.jpg
Rachmaninov (22.03.2009, 15:21):
gleich im player

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4010324022325.jpg
LazarusLong (23.03.2009, 09:31):
Original von Rachmaninov
gleich im player

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4010324022325.jpg

Hallo Rach

Kannst Du mal ein paar Worte über den Film verlieren?
Vom Cover her sieht es wie eine Mischung aus The Crow, Spiderman und Batman aus.

Frank
Rachmaninov (23.03.2009, 15:16):
Original von LazarusLong
Original von Rachmaninov
gleich im player

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4010324022325.jpg

Hallo Rach

Kannst Du mal ein paar Worte über den Film verlieren?
Vom Cover her sieht es wie eine Mischung aus The Crow, Spiderman und Batman aus.

Frank

Kurz:
Vampire und Werwölfe geben es sich ordentlich. Sehr gut gmachter Film!
Rachmaninov (27.03.2009, 18:30):
EIne Musik DVD Leihgabe aus der Bibliothek

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0693723782676.jpg
thwinter12 (28.03.2009, 23:08):
Bei einem gemütlichen Fernsehabend mit meiner Frau heute diese Box begonnen:

"Fackeln im Sturm - Die Sammleredition: Buch 1"

Was für eine Kultserie aus meiner Jugend ... eh Kindheit! :down

Servas,
Thomas
nikolaus (28.03.2009, 23:15):
Original von thwinter12
Bei einem gemütlichen Fernsehabend mit meiner Frau heute diese Box begonnen:

"Fackeln im Sturm - Die Sammleredition: Buch 1"

Was für eine Kultserie aus meiner Jugend ... eh Kindheit! :down

Servas,
Thomas

Seufz, ja das waren Zeiten... :I
Heike (03.04.2009, 21:55):
2x Kino in letzter Zeit:

Effi Briest
Eine ganz wunderbare neue Interpretation dieses Klassikers. Ansehen, auch wenn man das Buch von Fontane vielleicht in der Schule mal langweilig fand. Ich habe mich an vielen kleinen Details erfreut, ganz besonders aber am eindrucksvollen Spiel der Hauptdarsteller Julia Jentsch und Sebastian Koch. Da wurde die alte Zeit richtig lebendig.

John Rabe
Sehr spanned und sehenswert, aber nichts für Leute, die kein Blut sehen können, es geht wirklich sehr drastisch zu. Ein Teil der Chronik der unglaublichen Kriegsverbrechen der Japaner im chinesischen Nanjing und die wahre Geschichte des guten Deutschen J. Rabe, der viele Menschenleben rettete. Manchmal wars mir etwas zu pathetisch, aber insgesamt hat mich der Film schon sehr betroffen gemacht.

Heike
Solitaire (13.04.2009, 11:58):
Während ich gerade mal wieder Umzugkartons packe sehe ich nebenbei "Die 10 Gebote" mit dem grauenhaften Herrn Heston und dem großartigen Yul Brynner. Ein entsetzlich kitschiger Schmachtfetzen, aber zum Osterfest und wenn fast alle CDs schon eingepackt sind ganz okay.
Ich liebe diese Machoszene zu Beginn: Yul Brynner bereitet die Schwester des amtierenden Pharao darauf vor, daß sie seine Frau werden und ihm...äh... zu Gefallen sein muß, wann immer er will.
Dann kommt der traumschöne Satz:
"Ich werde dich rufen wann immer ich will und es wird eine Freude für mich sein. Ob es für dich eine Freude wird liegt bei dir. Aber ich schätze, es wird Eine sein!" :rofl :rofl :rofl
Was! Für! Ein! Macho!!!
Aber genial :D
Heike (13.04.2009, 12:43):
Für heute abend im TV mal einen Tipp auf einen Film, der mich damals im Kino sehr beeindruckt hat, der sehr polarisiert und über den wir noch lange diskutierten:

The Prestige - Die Meister der Magie
(Regie Christopher Nolan)
Ostermontag Pro7 20.15 Uhr

Es geht nicht wirklich um die 2 Magiere, die vor über hundert Jahren einen erbitterten Kampf miteinander austrugen - bitterste Leidenschaften (natürlich um eine Frau) und hasserfüllte Konkurrenzen toben da. Sondern eigentlich geht es um die Grenze zwischen Realität, Illusion und Fiktion. Meisterhaft, wie die Verwirrung auch den Zuschauer erfasst und wie die verschiedenen, verschwimmenden Ebenen verwoben sind- Auflösung wie immer am Ende. Das ist Fantasiedrama at its best - ich mag dieses Genre eigentlich nicht sonderlich, aber Nolan hat es mal vorgeführt, wie es geht!

„Every great magic trick consists of three acts. The first act is called The Pledge: The magician shows you something ordinary, but of course it isn’t. The second act is called The Turn: The magician makes his ordinary something do something extraordinary. Now, if you’re looking for the secret… you won’t find it. That’s why there’s a third act, called The Prestige. This is the part with the twists and turns, where lives hang in balance, and you see something shocking you’ve never seen before“

Heike
Rachmaninov (13.04.2009, 12:45):
Original von Hebre
Für heute abend im TV mal einen Tipp auf einen Film, der mich damals im Kino sehr beeindruckt hat, der sehr polarisiert und über den wir noch lange diskutierten:

The Prestige - Die Meister der Magie
(Regie Christopher Nolan)
Ostermontag Pro7 20.15 Uhr

Es geht nicht wirklich um die 2 Magiere, die vor über hundert Jahren einen erbitterten Kampf miteinander austrugen - bitterste Leidenschaften (natürlich um eine Frau) und hasserfüllte Konkurrenzen toben da. Sondern eigentlich geht es um die Grenze zwischen Realität, Illusion und Fiktion. Meisterhaft, wie die Verwirrung auch den Zuschauer erfasst und wie die verschiedenen, verschwimmenden Ebenen verwoben sind- Auflösung wie immer am Ende. Das ist Fantasiedrama at its best - ich mag dieses Genre eigentlich nicht sonderlich, aber Nolan hat es mal vorgeführt, wie es geht!

„Every great magic trick consists of three acts. The first act is called The Pledge: The magician shows you something ordinary, but of course it isn’t. The second act is called The Turn: The magician makes his ordinary something do something extraordinary. Now, if you’re looking for the secret… you won’t find it. That’s why there’s a third act, called The Prestige. This is the part with the twists and turns, where lives hang in balance, and you see something shocking you’ve never seen before“

Heike

Sehr guter Film, sehr gute Besetzung und spannd bis zum grandiosen Ende :hello
Solitaire (13.04.2009, 12:51):
Ach, danke für den Tip!
Eigentlich wollten wir ja den Fernseher schon Karfreitag abbauen, aber da hat Sorgenkind Rolando im Fernsehen Händel gesungen (Danke nochmal für den Hinweis!) und vorher gab's das Verdi-Requiem aus Köln. Daher haben wir uns das für heute Nachmittag vorgenommen. Aber wenn der Film so gut ist...
Heike (13.04.2009, 12:58):
Hallo Solitaire
der Film ist wirklich gut, mir ging er damals sehr nach und ich freue mich auf die Wiederholung heute. Lass dich überraschen und tauche ein in die Magie .....
Heike
P.s. das Verdi-Requiem aus Köln habe ich aufgenommen
Jürgen (14.04.2009, 00:55):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51SY2GEM87L._SL500_AA240_.jpg

Das Leben des Brian


Musste zu Ostern einfach sein
Solitaire (14.04.2009, 09:23):
Original von Jürgen
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51SY2GEM87L._SL500_AA240_.jpg

Das Leben des Brian


Musste zu Ostern einfach sein
Romanii ite domum !
Jürgen (14.04.2009, 23:42):
Original von Solitaire
Romanii ite domum !

Eines der Highlights dieses Films, insbesondere (oder eigentlich nur) für diejenigen, die sich durchs Lateinische gequält haben.

Grüße
Jürgen
thwinter12 (03.05.2009, 21:47):
Gemeinsamer Fernsehabend:

"Borat"

Nach Jahren wieder mal gesehen - wollte mir aber heute gar nicht so recht gefallen... :(

Servas,
Thomas
thwinter12 (12.06.2009, 22:25):
Drei gemeinsame Fernsehabende hiermit verbracht:

"Vom Winde verweht" (1939)
(Vivien Leigh, Clark Gable etc.)

Wenn ich gewußt hätte, dass es kein Happy-End gibt, hätte ich ihn mir nicht angeschaut... :( :wink

Servas,
Thomas
Rachmaninov (13.06.2009, 07:29):
Original von thwinter12
Drei gemeinsame Fernsehabende hiermit verbracht:

"Vom Winde verweht" (1939)
(Vivien Leigh, Clark Gable etc.)

Wenn ich gewußt hätte, dass es kein Happy-End gibt, hätte ich ihn mir nicht angeschaut... :( :wink

Servas,
Thomas

Was, DAS ist doch das wahrhaftig großartige an diesem Film.

Gestern lief auch "die drei Tage des Condors" im TV. Konnte ich aber leider nicht sehen!
cellodil (14.10.2009, 15:54):
In den letzten Tagen angeschaut:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51dTf8cBTnL._SS500_.jpg

und

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41AjTwfK8OL._SS500_.jpg

und

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51m7DzyQRuL._SS400_.jpg

und

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51bD7eIUg2L._SS400_.jpg

und

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51-flkqeriL._SS400_.jpg

... und heute Abend dann mal wieder Kino (wahrscheinlich die Verfilmung des Stieg Larsson Romans "Verblendung")

Liebe Grüße

Sabine
Rachmaninov (14.10.2009, 16:08):
heute abend schauen wir noch

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/7613059900783.jpg
cellodil (15.10.2009, 00:24):
Heute im Kino:

http://thumbs.filmstarts.de/menu/verblendung_poster_02.jpg

Erstaunlicherweise gelingt es den beiden Autoren Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg, dies umfangreichen Buchvorlage filmisch so zu übersetzen, dass man wirklich nichts vermisst. Dazu eine großartige Besetzung, aussagekräftige Bilder und durchaus packend inszeniert. Abstriche gibt's allein bei der Filmmusik, die an manchen Stellen zu vordergründig und plump ist. Alles in allem aber durchaus sehenswert. Allerdings haben wir uns nach Filmende überlegt, wie der Film wohl wirken mag, wenn man das Buch nicht kennt... Ich würde vermuten, dass er anders wirkt (weil man dann nicht übersprungene Passagen für sich ergänzt), aber doch funktionieren dürfte.

Liebe Grüße

Sabine
Agravain (16.10.2009, 18:55):
Um mein Japanisch aufzubessern :leb :

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61H2xsBrvrL._SS500_.jpg

Hab ich schon als Kind geliebt, muss jetzt und in den nächsten Tagen sein.

Vielleicht geht es dann ganz japanisch weiter: mit Kurosawas Shakespeare Adaptionen. Vielleicht auch mit ein bisschen Vincent Price. Mal sehen :D.
cellodil (16.10.2009, 22:02):
Lieber Agravain,

ist das nicht mit Richard Chamberlain???

Liebe Grüße

Sabine

P.S. Woher kommt eigentlich Dein Name???
cellodil (16.10.2009, 22:05):
P.P.S. Vielleicht magst Du Dich ja da mal vorstellen?

Liebe Grüße

Sabine
Agravain (17.10.2009, 16:29):
Original von cellodil
Lieber Agravain,

ist das nicht mit Richard Chamberlain???

Liebe Grüße

Sabine

P.S. Woher kommt eigentlich Dein Name???

Hallo Sabine,

in der Tat, Richard Chamberlain spielt die Hauptrolle in Shogun. Es ist die einzige Rolle, in der ich ihn ertrage. Ich weiß auch nich wieso. Wenn ich an seinen Quatermain oder gar an Pater Ralph denke, dann kommt mir sofort das kalte Grausen... :leb

Mein Name entsammt den Sagen des Artus-Kreis. Ich habe vor einiger Zeit ein Saminar zu den Texten des Artus-Kreises gehalten und fand den Namen einfach schick. :D Doch da erschöpft es sich auch schon mit dem etwaigen Symbolgehalt des Namens, denn der tatsächliche Sir Agravain ist - im Gegensatz zu mir (so meine wahrscheinlich vollkommen verfehlte Selbsteinschätzung) - nämlich ein ziemliches Ekel.

Viele Grüße zum ersten
Agravain
Agravain (17.10.2009, 16:29):
Original von cellodil
P.P.S. Vielleicht magst Du Dich ja da mal vorstellen?

Liebe Grüße

Sabine


Vielleicht schaff ich das. Vielleicht sogar heute noch.

Viele Grüße zum zweiten

Agravain
cellodil (17.10.2009, 21:28):
Original von Agravain
in der Tat, Richard Chamberlain spielt die Hauptrolle in Shogun. Es ist die einzige Rolle, in der ich ihn ertrage. Ich weiß auch nich wieso. Wenn ich an seinen Quatermain oder gar an Pater Ralph denke, dann kommt mir sofort das kalte Grausen... :leb

:hello Agravain,

ja, "Dornenvögel" ist schon reichlich bizarr... und nicht nur Richard Chamberlain als Pater Ralph... (trotzdem muss ich gestehen, dass ich bei der Erstausstrahlung nach der letzten Folge so geheult habe, dass ich noch Tage wegen der verquollenen Augen das Haus nur mit Sonnenbrille verlassen konnte...). An "Shogun" habe ich leider gar kaum noch Erinnerung mehr - aber immerhin auch keine richtig schlechte...

Original von Agravain
Mein Name entsammt den Sagen des Artus-Kreis. Ich habe vor einiger Zeit ein Saminar zu den Texten des Artus-Kreises gehalten und fand den Namen einfach schick. :D Doch da erschöpft es sich auch schon mit dem etwaigen Symbolgehalt des Namens, denn der tatsächliche Sir Agravain ist - im Gegensatz zu mir (so meine wahrscheinlich vollkommen verfehlte Selbsteinschätzung) - nämlich ein ziemliches Ekel.

... die Ekel sind doch - jedenfalls in der Literatur (im Leben würde ich das nicht unbedingt unterschreiben) - meistens die interessanteren Figuren. Und der Name klingt wirklich ziemlich gut und exotisch und wurde - im Unterschied zu Musketier-Namen bislang (meines Wissens) noch nicht von Parfumeuren missbraucht...

Liebe Grüße

Sabine

P.S. Ich werde mir heute abend übrigens noch "Makellos" mit Robert De Niro anschauen...

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51BUsU9ADhL._SS500_.jpg
cellodil (17.10.2009, 22:31):
Zweiter Anlauf heute abend... ("Makellos" war leider eher öde - trotz de Niro)

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51yGWDMITkL._SS500_.jpg

Liebe Grüße

Sabine
Agravain (18.10.2009, 11:56):
Original von cellodil
P.P.S. Vielleicht magst Du Dich ja da mal vorstellen?

Liebe Grüße

Sabine

Hallo Sabine - bei Interesse guckst Du DA.

Viele Grüße

Agravain
Cetay (inaktiv) (18.10.2009, 20:52):
Endlich mal wieder ein Horrorfilm, bei dem ich mich wirklich gegruselt habe:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51TRDDA8TXL._SL500_AA240_.jpg
The Grudge - Der Fluch; Sarah Michelle Gellar (Darstellerin), Takashi Shimizu (Regie)
Agravain (22.10.2009, 18:06):
Dunkle Jahreszeit = Gruselzeit. Bei mir gleich Coppolas ästhetisches Gesamtkunstwerk, das ich trotz des etwas menschelnden Umgang mit dem Mythos immer wieder gerne sehe:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4030521145900.jpg
Heike (22.10.2009, 20:05):
Bram Stroker's Dracula .....
Ach, diesen pompösen Schinken mag ich auch sehr gerne, das ist sooooo schön tragischer Kitsch, dass es schon wieder absolut kultig ist. Und die Filmmusik ist auch toll.
Heike
Heike (22.10.2009, 20:15):
Und auch noch was zum Abgewöhnen, zwei meiner Meinung nach absolut überflüssige Filme hab ich in der letzten Zeit gesehen:

(DVD) Mel Gibson - Apocalypto
ekliges Schlachtefest, gemischt mit sentimentalem Quark, ohne jeden Tiefgang

(Kino) Beim Leben meiner Schwester
kitschiges Betroffenheitsdrama mit unerträglich amerikanischen Dialogen und jede Menge Gutmenschentum

Ich will mal wieder einen richtig fesselnden aktuellen Kinofilm sehen ,wer weiß was?
Heike
nikolaus (22.10.2009, 21:58):
Ich tue mich mit Empfehlungen eher schwer und weiss auch nicht, welche Art Filme Du gerne siehst, aber ein guter Freund von mir hat mir "Das weisse Band" sehr ans Herz gelegt. Ich selber habe ihn noch nicht gesehen, will es aber unbedingt.

Gruß, Nikolaus.
Heike (22.10.2009, 22:06):
Ja das könnte mich interessieren, den Film wollte ich mir sowieso ansehen, da auch die Kritiken recht gut waren.

Ich sehe eigentlich alle Genre gern, wenn sie gut gemacht sind - Ausnahme: Teenie-Kömödie, Fantasy und Zeichentrick.
Heike
cellodil (22.10.2009, 22:18):
Liebe Heike,

mir hat "Verblendung" eigentlich sehr gut gefallen, eine gelungene Literaturverfilmung und eine tolle Hauptdarstellerin. Was ich leider noch nicht gesehen habe, was aber tatsächlich toll sein muss, das ist "Gigante".

Herzliche Grüße

Sabine
Heike (23.10.2009, 16:51):
Danke!
Agravain (24.10.2009, 20:08):
Jetzt eine der wohl besten Literaturverfilmungen überhaupt. Und einer meiner Liebelingsfilme obendrein:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51qSyGZYcgL._SS500_.jpg
Heike (31.10.2009, 22:11):
Ich tue mich mit Empfehlungen eher schwer und weiss auch nicht, welche Art Filme Du gerne siehst, aber ein guter Freund von mir hat mir "Das weisse Band" sehr ans Herz gelegt. Ich selber habe ihn noch nicht gesehen, will es aber unbedingt.

Hallo Nikolaus,
ich habe den "Das Weiße Band" inzwischen gesehen. Es ist ein unbedingt sehenswerter, aber schrecklicher Film, der beklemmend erzählt und meiner Meinung nach leider auch furchtbar aktuell ist. Ein Film über Kinder, über Anpassung und über Gewalt. Das Ende lässt einen zunächst scheinbar ratlos zurück, aber bei genauerem Nachdenken fühlt sich genau dieses Ende absolut stimmig an. Also auch von mir eine Anguck-Empfehlung!
Heike
ab (02.11.2009, 12:06):
Ja, das Weiße Band ist endlich wieder einmal ein Haneke-Film, der mich (seit Funny Games) restlos überzeugt hat. Gerade beim letzte von ihm, Caché, bei dem er das erst Mal mit dem Kameramann Christian Berger zusammengearbeitet hatte, fand ich die Diskrepanz zwischen den Berger-typischen ruhenden, sinnlich wirkenden Bildern und Haneke-typischen abstrakt-geistigen ent-sinnlichten Gehalt zu groß und inheterogen. Hier, finde ich, ist das äußerst geglückt, und auch die Voyeuristen-Einstellung, immer wie als Zuseher in zweiter Reihe einem Protagonisten über die Schulter zu sehen, wirkt hier nicht peinlich oder über-didaktisch.
Der Aufbau, die Geschichte aus dem Blick des Dorfschullehrers zu erzählen, der alles zunächst mit einem naiven, verliebten, wohlwollenden Blick aufnimmt, ist schon äußerst perfide. Faszinierend fand ich es, dass sich für jedes unklare Ereignis gleich mehrere Erklärungsmöglichkeiten anbieten, die gleich plausibel erscheinen. Mir gefällt diese Art des Im-Dunklen-Lassens, die, anders als zu Zeiten des Symbolismus, nicht verklärt werden.
Hanekes Perfektionismus, nichts dem Zufalle zu überlassen, schaffte es auch, dass niemand aus der großen Anzahl der Kinderdarsteller wie ein Schauspieler wirkt. Das Gleichgewicht zwischen einem abstrakten Auf-dem-Punkt-Bringen und aber doch noch Realistisch-Wirken fand ich durchwegs geglückt (sehe ich einmal einzig von der bewusst unerträglich gedehnten Demützungsszene zwischen Arzt und Haushälterin ab).
Auch wenn seine Filme nicht mehr diese Radikalität wie früher haben, so sind das nach wie vor Filme, die, wie ich finde, nachhaltig einem beschäftigen.

:hello

http://www.critic.de/uploads/tx_sksimplegallery/das_weisse_band_poster.jpg
Agravain (02.11.2009, 17:36):
Heute neue Glotze bekommen, darum in Bälde wieder ab ins All:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51YDMN9F0YL._SS500_.jpg
Heike (03.11.2009, 08:36):
Hallo ab,
danke für deine schöne Beschreibung, ich stimme dir vollauf zu (bis auf eine Ausnahme, siehe unten). Mich hat besonders die Figur des Pfarrers gefesselt, die fand ich absolut großartig gespielt.

Das Gleichgewicht zwischen einem abstrakten Auf-dem-Punkt-Bringen und aber doch noch Realistisch-Wirken fand ich durchwegs geglückt (sehe ich einmal einzig von der bewusst unerträglich gedehnten Demützungsszene zwischen Arzt und Haushälterin ab).
Diese Szene hat mir in ihrer Unerträglichkeit trotzdem ausgezeichnet gefallen; ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass das realistisch ist und war. Du glaubst nicht, was da heute noch in einigen Beziehungen abgeht, ich kann durch meine Arbeit ein Lied davon singen. Gruselig.
Ich würde hingegen eher den Ehekrach zwischen den Gutsherren kritisieren, da gabs wunderbare Momente, aber auch nicht so ganz stimmige Dialoge. Aber egal, ein wunderbarer Film.
Heike
ab (03.11.2009, 21:03):
Original von Hebre
Diese Szene hat mir in ihrer Unerträglichkeit trotzdem ausgezeichnet gefallen; ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass das realistisch ist und war.

Um mich nicht falsch zu verstehen: Ich fand, dass dies eine der eindrücklichsten Szenen des ganzen Films war (einige, mit denen ich darüber gesprochen habe, empfanden es ebenso). Gerade hier fand ich die schauspielerische Leistung, vor allem der Haushälterin, restlos überzeugend. Ich bezweifle auch nicht, dass es in der Wirklichkeit oft noch viel grausamer zugeht; ganz entsetzlich dieser Gedanke. Ich wollte nicht behaupten, dass solches Verhalten unrealistisch sei, sondern mir schien hier nur das Gleichgewicht etwas gestört: In dieser Sezene brachte Hanke die Demütigung nämlich in einer Form (nämlich durch die ins unermessliche gedehnte Form, eine Form, die ich aus abstrakt-ästhetischer Sicht als sehr angemessen bewerte und auch schätze) auf der Leinwand auf den Punkt, die ich im Vergleich zu seinen anderen "Themen" in diesem Film etwas herausfallend, wenn nicht gar als überpointiert empfunden habe.

(Indes die Emotionslosigkeit des Arztes, in der Handeke die Demütigungen hat vollziehen lassen, hat mich schon überrascht und schien mir beim Kinobesuch im Lichte meiner bisherigen Erfahrungen eher unlausibel (denn als Auswirkung absoluter Gleichgültigkeit kam es mir auch nicht vor); aber womöglich habe ich da nur das das Glück genossen, vor solchen Erfahrungen behütet worden zu sein).

Ja, der Pfarrer, sehr perfide dieses Gestalt. Viel hatten wir uns gestritten, ob er nun die Kinder zu Taten angestiftet hat oder nicht.

Wieviele Filme kennst Du, über die hinterher so angeregt Fragen aufgeworfen wurden und über die Antwortsmöglichkeiten so vehement debattiert worden ist!?

:hello

Ps. In irgendeiner Rezension war trefflich, wie ich fand, zu lesen, dass Haneke weniger Gewalt darstelle, als viel mehr Gewaltstrukturen analysiere. (Unsinn ist es natürlich von all jenen Kritiker voneinander abschreibend zu behaupten, dass Haneke Gewalt nicht direkt zeige, sondern nur deren Auswirkungen.)
Heike (03.11.2009, 22:15):
Hallo ab,
In dieser Sezene brachte Hanke die Demütigung nämlich in einer Form (nämlich durch die ins unermessliche gedehnte Form, eine Form, die ich aus abstrakt-ästhetischer Sicht als sehr angemessen bewerte und auch schätze) auf der Leinwand auf den Punkt, die ich im Vergleich zu seinen anderen "Themen" in diesem Film etwas herausfallend, wenn nicht gar als überpointiert empfunden habe.
Ah dann hatte ich das missverstanden. Da hast du recht. Hast du eine Ahnung, warum er das so gemacht hat? Ob das Absicht ist? Da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht.

Ja, der Pfarrer, sehr perfide dieses Gestalt. Viel hatten wir uns gestritten, ob er nun die Kinder zu Taten angestiftet hat oder nicht.
Das glaube ich ganz und gar nicht, nicht im eigentlichen Sinne jedenfalls.

Wieviele Filme kennst Du, über die hinterher so angeregt Fragen aufgeworfen wurden und über die Antwortsmöglichkeiten so vehement debattiert worden ist!?
Nicht so arg viele.
Ganz spontan fallen mir als unsre privaten Diskussionsklassiker ein:
Fight Club
The Village
Memento
Matrix
Cube
Dogville

Heike
ab (03.11.2009, 22:48):
Original von Hebre
Hast du eine Ahnung, warum er das so gemacht hat? Ob das Absicht ist?

Haneke, so munkelt es, überlässt nichts, aber auch gar nichts dem Zufall!

Die Frage nach dem Warum ist leicht zu beantworten: Dies ist doch ein klassischer Topos der Ästhetik, exemplarisch war es im Mainstream-Kino jüngst sogar bei Inglorious Bastards zu erleben.

Prototypisch wäre natürlich Andrei Tarkowski zu nennen, bislang der einzige Regisseur, der mir einen wirklichen Glauben ans Kino als Kunstform gegeben hat. :down

(Daraus ist zu ersehen, dass ich gar kein Cineast bin, ja sogar nur eher selten ins Kino gehe. Aus der von Dir genannten Liste sah ich auch nur den ersten im Fernsehen. Gerade Lars von Trier aber schätze ich sehr (hatte Dogville damals leider versäumt und mag solche Filme nicht per Video), weil mich jeder seiner Filme nachhaltig beeindruckt hat; auch wenn mir kein einziger gefallen hat.)

Wir hatten Babel und Efter brylluppet viel diskutiert, aber auch Blow Up, als Antonionis Film vor Jahren neu restauriert erneut im Kino lief..

:hello
Heike (03.11.2009, 23:04):
:thanks
Heike
nikolaus (11.11.2009, 21:34):
So, ich habe mir gerade auch "Das weisse Band" angesehen.

Es ist wirklich ein in jeder Hinsicht erstklassiger Film.
Seine Ästhetik kommt mir persönlich sehr entgegen, ich liebe so etwas.
Die Darsteller, und dazu gehören gerade die Kinder, wie ab schon geschrieben hat, sind einfach grossartig.

Ich empfand diesen Film als äusserst kurzweilig - das Wort passt in Anbetracht der entsetzlichen Thematik natürlich überhaupt nicht. Aber für mich hatte er überhaupt keine Längen, weder im positiven noch und schon gar nicht im negativen Sinne.
Die Szene zwischen Arzt und Hebamme/Haushälterin (wirklich beeindruckend ihre schauspielerische Leistung) war mir fast nicht lang genug; sie bewies doch trotz dieser grausamen Demütigungen eine enorme Stärke, wenn auch überdeckt von einer bedrückenden Resignation. Ich hatte fast das Gefühl, die Situation könnte kippen, wenn sie nur länger dauern könnte.
Auch die Szene zwischen Gutsherr und seiner Frau fand ich gelungen. Sie (die Gutsherrin) hat die Situation in diesem Dorf auf den Punkt gebracht.

Das Ende, wenn man es denn so nennen will, ist wirklich stimmig und hinterlässt einen zwar in einer Art Ungewissheit, aber nicht unbefriedigt oder ratlos, im Grunde ist es nicht mehr wichtig.

Erstaunlich, dieser Film!

Nikolaus.
ab (12.11.2009, 08:31):
Original von nikolaus
Ich empfand diesen Film als äusserst kurzweilig - das Wort passt in Anbetracht der entsetzlichen Thematik natürlich überhaupt nicht. Aber für mich hatte er überhaupt keine Längen, weder im positiven noch und schon gar nicht im negativen Sinne.

Ich war in Anschluss daran völlig verblüfft, dass es sich um einen Film mit Überlänge gehandelt hatte, mir kam er gar nicht länger als die üblichen ca. 90 min vor.

Die Szene zwischen Arzt und Hebamme/Haushälterin (wirklich beeindruckend ihre schauspielerische Leistung) war mir fast nicht lang genug; sie bewies doch trotz dieser grausamen Demütigungen eine enorme Stärke, wenn auch überdeckt von einer bedrückenden Resignation. Ich hatte fast das Gefühl, die Situation könnte kippen, wenn sie nur länger dauern könnte.

Interessanter Aspekt, demzufolge könnte womöglich plausibeler interpretiert werden, dass es sich nach dem plötzlichen Verschwinden des Arztes beim überstürzten Abreisen der Haushälterin eher um eine geplante Flucht gehandelt haben könnte, nachdem sie zuvor ihr Kind in Sicherheit , und dann den Arzt ums Eck gebracht hatte.
?(
nikolaus (16.11.2009, 16:12):
Und was ist dann mit den Kindern des Arztes?

Nein, ich glaube, es ist am Ende wirklich nicht mehr wichtig, wer was getan hat

Themawechsel:

Eine ganz andere Empfehlung ist:

http://www.kinoluzern.ch/files/filme/12329/PlakatBild/big/Giulias%20Verschwinden-PlakatBild.jpg

Ein luftig leichter Film von Christoph Schaub nach Martin Suter über das Alter mit witzigen Szenen und Dialogen und ausgewählten Schauspielern wie Corinna Harfouch, Bruno Ganz, Sunnyi Melles.

Nikolaus.
Rachmaninov (16.11.2009, 18:25):
am WE gesehen

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41KP8Y1TRKL._SS500_.jpg
ab (17.11.2009, 08:26):
sorry
Heike (17.11.2009, 09:00):
Achtung- wer den Film "Das weiße Band" noch nicht kennt aber sehen will, sollte vielleicht nicht weiterlesen, denn das verdirbt die Spannung!
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Ich glaube, dass genau das eine Aussage des Films ist: Man weiß nicht genau, wer es gewesen ist. Wobei man es eigentlich doch ahnt, aber nicht exakt überprüfen kann. Rein logisch betrachtet muss es der etwas durchgedrehte Sohn des Verwalters gewesen sein, der durch diverse Mitwisser und evt. Anstifter unter den Kindern gedeckt wird. Anders sind die Träume der Schwester nicht zu erklären und dazu passt auch die absurde Szene mit der Flöte und dem Gutskind. Aber es will auch keiner so genau wissen, wer es war, denn dann käme die ganze Dorfgemeinschaft in Unruhe und das wäre dann doch zuviel des Guten.

Ich glaube auch, dass die Flucht der Hebamme am Schluss nur einen weiteren Aspekt der Struktur der Gewalt darstellen soll, nämlich simpel die Flucht der wehrlosen Opfer. Dass die als alleinstehende Mutter stigmatisierte Hebamme sich dabei mit dem Arzt verbündet scheint mir auch klar, denn mit dem war sie vorher schon verstrickt und es deutet kaum was darauf hin, dass sie sich draus befreit haben könnte. Dass sie ihn um die Ecke gebracht haben könnte wäre mir sympatisch, glaube ich aber nicht. Man erfährt einfach wenig über die Opfer und was aus ihnen wird, insbesondere über den andersartigen kleinen Sohn der Hebamme erfährt man nichts mehr. So war das leider oft, und dann werden die Opfer in den Gerüchten der Dagebliebenen noch zum Täter gemacht.
Heike
ab (17.11.2009, 09:20):
Original von Hebre

Ich glaube, dass genau das eine Aussage des Films ist: Man weiß nicht genau, wer es gewesen ist. Wobei man es eigentlich doch ahnt, aber nicht exakt überprüfen kann.

Das sehe ich ganz gleich. Mehr noch: wie aus früheren Filmen Hanekes bekannt (exemplarisch explizit dazu die Masochismus-Studie Funny Games), möchte er bewirken, dass der Zuschauer zur persönlichen Stellungnahme gezwungen ist: Hinsehen wie Wegsehen, sich Fragenstellen bis hin zum rein genießenden Voyeurismus sind da so verschiedenste Formen, anhand derer man über sich selbst herausfinden kann, was für ein Mensch man selber ist.
Heike (17.11.2009, 13:35):
Was die Arztkinder angeht - ich glaube, dass die Arzttochter (die ja als sehr weitsichtig und vernünftig gezeichnet wird) eine derjenigen gewesen sein könnte, die diese Flucht angeregt hat. Vielleicht hat sie erkannt (nämlich anlässlich dessen, dass auch der ihr nahestehende hilflose Hebammensohn zum Opfer wurde), dass man dieser Gewalt nicht mehr ausweichen kann in diesem Ort. Da sie offenischtlich einige Fäden in dieser Familie in der Hand hält, könnte sie eine Initiatorin dieses Wegganges gewesen sein.
Heike
Heike (28.11.2009, 22:38):
zwei Kinofilme hab ich inzwischen gesehen:

Verblendung
Eine 16jährige verschwindet und viele Jahre später lässt der reiche alte Onkel nochmal nach dem Mörder suchen.
Hat mir richtig gut gefallen. Spannung, Intelligenz, Gefühl und das richtige Maß Action - alles was ein guter Krimi braucht. Einfach gute Unterhaltung im besten Sinne. Sensationell die Hauptfigur, Lisbeth. Dazu noch schöne nordische Landschaften und ein Familienclan im besten Agatha-Christie- Style. Ich bin in Versuchung, mir die Buchvorlagen (eine Trilogie, deren erster Teil "Verblendung" ist) von Stieg Larsson zu bestellen: oder soll ich bis zum 2. Filmteil "Verdammnis", der für Februar 2010 angekündigt ist, warten?

Antichrist
Auf diesen Lars von Trier - Film war ich neugierig, vor allem, weil ich einige der Filme von ihm sehr schätze (besonders Dogville).
Ein Paar hat Sex und ihr kleiner Sohn kommt hinzu, irritiert geht er zum Fenster, fällt raus, tot. Danach versucht der Mann, der Psychiater ist, seine Frau von ihrer Trauer zu befreien, indem er sie mit ihren Ängsten konfrontiert.
Ehrlich gesagt habe ich den Film nicht verstanden. Er beginnt mit einer extrem gut gemachten Vorspiel-Sequenz, die einen direkt im Sitz erstarren lässt. Danach verflacht der Film zunächst zunehmend, jedenfalls habe ich die pseudotherapeutischen Gespräche zwischen dem Ehepaar als rel. langweilig empfunden. Im letzten Drittel eskaliert es dann und da komme ich dann nicht mehr mit. Die Rollen von gut und böse vertauschen sich, es wird irrational, oder satanistisch, oder psychotisch? Keine Ahnung. Auch das Ende erschließt sich mir nicht wirklich. Da gäbe es auch Grund zum Diskutieren, man müsste es sich nochmal ansehen (um einige Hypothesen zu überprüfen, wo ich mich nicht an Details erinnere) - aber andererseits habe ich nicht so richtig Lust drauf, mir das nochmal anzutun. Ich weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll, jedenfalls extrem verstörend das Ganze, irgendwie krank auf jeden Fall. Trotzdem auch ansehenswert, auch wenn ich es nicht kapiere, was er damit sagen will.
Heike (29.11.2009, 23:06):
und nochmal Kino: Die Päpstin
Eigentlich war ich ja vor allem neugierig auf das Rom vor über 1000 Jahren - aber naja, das war nicht so überzeugend. Ziemlich wenig schöne Architektur. Auch die Schauspielerinnen ließen mit zunehmendem Alter der Johanna im Ausdruck nach - die Kinderszenen waren noch berührend (vor allem im Kontext mit dem frauenfeindlichen Vater), aber dann die erwachsene Päpstin, das war dann doch eher mäßig überzeugend. Kurzweilig war das ganze dann doch, also gepflegter Kitsch sozusagen, jedenfalls nicht langweilig.
Man kommt als Frau doch unweigerlich auf den Gedanken, ab wann wir denn Gleichberechtigung haben. Ich möchte damals wirklich nicht gelebt haben.
Heike
Rachmaninov (30.11.2009, 06:04):
Original von Hebre
zwei Kinofilme hab ich inzwischen gesehen:

Verblendung
Eine 16jährige verschwindet und viele Jahre später lässt der reiche alte Onkel nochmal nach dem Mörder suchen.
Hat mir richtig gut gefallen. Spannung, Intelligenz, Gefühl und das richtige Maß Action - alles was ein guter Krimi braucht. Einfach gute Unterhaltung im besten Sinne. Sensationell die Hauptfigur, Lisbeth. Dazu noch schöne nordische Landschaften und ein Familienclan im besten Agatha-Christie- Style. Ich bin in Versuchung, mir die Buchvorlagen (eine Trilogie, deren erster Teil "Verblendung" ist) von Stieg Larsson zu bestellen: oder soll ich bis zum 2. Filmteil "Verdammnis", der für Februar 2010 angekündigt ist, warten?

Meine Erfahrung ist,dass man sobald man den ersten Film gesehen hat bei den Filmen bleiben sollte.
Wobei mich hier reizen wuerde die buecher zu lesen wird es wohl der Film aus Zeitmangel.

Antichrist
Auf diesen Lars von Trier - Film war ich neugierig, vor allem, weil ich einige der Filme von ihm sehr schätze (besonders Dogville).
Ein Paar hat Sex und ihr kleiner Sohn kommt hinzu, irritiert geht er zum Fenster, fällt raus, tot. Danach versucht der Mann, der Psychiater ist, seine Frau von ihrer Trauer zu befreien, indem er sie mit ihren Ängsten konfrontiert.
Ehrlich gesagt habe ich den Film nicht verstanden. Er beginnt mit einer extrem gut gemachten Vorspiel-Sequenz, die einen direkt im Sitz erstarren lässt. Danach verflacht der Film zunächst zunehmend, jedenfalls habe ich die pseudotherapeutischen Gespräche zwischen dem Ehepaar als rel. langweilig empfunden. Im letzten Drittel eskaliert es dann und da komme ich dann nicht mehr mit. Die Rollen von gut und böse vertauschen sich, es wird irrational, oder satanistisch, oder psychotisch? Keine Ahnung. Auch das Ende erschließt sich mir nicht wirklich. Da gäbe es auch Grund zum Diskutieren, man müsste es sich nochmal ansehen (um einige Hypothesen zu überprüfen, wo ich mich nicht an Details erinnere) - aber andererseits habe ich nicht so richtig Lust drauf, mir das nochmal anzutun. Ich weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll, jedenfalls extrem verstörend das Ganze, irgendwie krank auf jeden Fall. Trotzdem auch ansehenswert, auch wenn ich es nicht kapiere, was er damit sagen will.
Agravain (12.12.2009, 11:35):
Da ich kein Fernsehen schaue, weiß ich nicht, ob diese Schmozette immer noch so um Weihnachten herum läuft. Ich habe die DVD und stürze mich jetzt ich sentimentale vorweihnachtliche Kindheitserinnerungen mit:

http://www.harryhausen.de/covers/sindbad_abenteuer.jpg
Armin70 (16.12.2009, 06:09):
Zuletzt hab ich im Kino "Die Tür" mit Mads Mikkelsen und Jessica Schwarz gesehen. In der Presse gabs zwar zwispältige Kritiken aber mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen.
Eine wie ich finde durchaus gelungene Mixtur aus Ehe-Familiendrama und Mystery-Thriller. Nicht ganz so abgehoben wie vergleichbare Filme aus Hollywood sondern eher subtil. Mit der Logik sollte man es nicht immer zu genau nehmen, denn da hinkt es bei Filmen, die sich mit dem Thema Zeitreisen in die Vergangenheit beschäftigen (Stichwort "Paradoxon") schon ab und an mal. Von den Schauspielern ist die Handlung hervorragend umgesetzt. Vor allem von den beiden Hauptdarsteller Mads Mikkelsen und Jessica Schwarz, von der ich schon ein Fan bin.
(Ich war schon zweimal in ihrem Hotelcafe in ihrer Heimatstadt Michestadt/Odenwald, hab sie da aber leider nicht persönlich angetroffen. Das wäre auch ein zu schöner Zufall gewesen.... :wink).



Vielleicht nur kurz zur Handlung des Films:

Mads Mikkelsen und Jessica Schwarz spielen in dem Film ein Ehepaar (David und Maja). Als er bei der Nachbarin (Heike Makatsch) ist und mit ihr ein Schäferstündchen hat, ertrinkt seine kleine Tochter im Swimmingpool des Gartens. Als er dies bemerkt ist es schon zu spät und er kann seine Tochter nicht mehr retten.
5 Jahre später hat sich das Ehepaar getrennt und er ist vollkommen am Ende und seine Ex-Frau will nichts mehr von ihm wissen. Nach einem erfolglosen Selbstmordversuch entdeckt er in einer kleinen Höhle eine Tür. Als er durch diese hindurch geht merkt er, dass er sich 5 Jahre zurück wiederfindet und zwar genau in der Strasse, wo er mit seiner Familie wohnt. Diesmal kann er seine Tochter rechtzeitig aus dem Pool retten.
Soweit so gut aber die Sache hat einen Haken:
Es gibt ihn doppelt, denn der David aus der Gegenwart ist auch noch da....und es gibt noch weitere "Zeitreisende", die ebenfalls auf ihre Doppelgänger treffen.....

http://www.dietuer.senator.de/
cellodil (20.12.2009, 21:03):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/311R%2BN4GnEL._SL500_AA180_.jpg
Agravain (20.12.2009, 21:05):
Was kann man zu dieser Wahl anderes sagen als: STONK!!!
cellodil (20.12.2009, 21:07):
Original von Hebre
zwei Kinofilme hab ich inzwischen gesehen:

Verblendung
Eine 16jährige verschwindet und viele Jahre später lässt der reiche alte Onkel nochmal nach dem Mörder suchen.
Hat mir richtig gut gefallen. Spannung, Intelligenz, Gefühl und das richtige Maß Action - alles was ein guter Krimi braucht. Einfach gute Unterhaltung im besten Sinne. Sensationell die Hauptfigur, Lisbeth. Dazu noch schöne nordische Landschaften und ein Familienclan im besten Agatha-Christie- Style. Ich bin in Versuchung, mir die Buchvorlagen (eine Trilogie, deren erster Teil "Verblendung" ist) von Stieg Larsson zu bestellen: oder soll ich bis zum 2. Filmteil "Verdammnis", der für Februar 2010 angekündigt ist, warten?


Liebe Heike,

der zweite Band von Larsons Trilogie ist wirklich lesenswert. Hat mir am besten von allen drei Büchern gefallen. Und es ist ja noch ein bisschen Zeit bis Februar...

Liebe Grüße

Sabine
cellodil (20.12.2009, 21:08):
Original von Agravain
Was kann man zu dieser Wahl anderes sagen als: STONK!!!

Wie wahr, großartig, einfach großartig und sehr beeindruckend!
cellodil (28.12.2009, 22:41):
Habe mir gerade Alain Gsponers "Lila Lila" angesehen.

http://images.kino.de/s/lila-lila-plakat/flbilder/max09/auto09/auto46/09461037/w120.jpg

Was soll ich sagen? Wirklich vom Hocker gerissen hat mich diese filmische Adaptation des gleichnamigen Romans von Martin Suter (den ich - zugegebenermaßen - ziemlich gerne gelesen hatte) nicht.

Sicherlich liegt das zum Teil daran, dass gerade dieser Roman, in dem ein junger Kellner zufällig ein Romanmanuskript findet, dieses als sein eigenes Werk ausgibt, um ein Mädchen zu beeindrucken, und dadurch zum Bestsellerautor wider Willen avanciert, von allen Romanen Suters derjenige ist, der am allerwenigsten für eine filmische Bearbeitung als Vorlage geeignet ist, weil sich das literarische Vexierspiel des Romans filmisch eben nicht adäquat umsetzen lässt.

Nicht sonderlich glücklich wohl auch Gsponers Entscheidung, seinen Film aus einer einzigen Perspektive zu erzählen und die Figur des Jacky (hinreißend gespielt von Henry Hübchen) erst recht spät ins Spiel zu bringen. Und auch die Verlegung des Schauplatzes (von Zürich nach Berlin) nimmt der Geschichte leider doch einiges an Witz und Charme.

Fazit: Kein Film, den man unbedingt gesehen haben muss. Mäßig, aber nicht gänzlich ärgerlich.
Heike (28.12.2009, 22:53):
Danke für die Warnung, ich hatte auch überlegt, mir den demnächst anzusehen. Auch ich lese Suter ausgesprochen gern (meine Favoriten: "Die dunkle Seite des Mondes" und "Small World")
Jetzt überleg ich s mir nochmal, ob ich nicht leiber was andres anschaue,
Heike
cellodil (28.12.2009, 23:00):
Liebe Heike,

"Small World" fand ich auch ausgesprochen gut. Und "Die dunkle Seite des Mondes" ist so schön schräg. Kennst Du auch "Ein perfekter Freund"? Den fand ich auch ganz witzig.

Den "Lila Lila"-Film kannst Du - würde ich sagen - getrost versäumen.

Was sich aber lohnt, wenn Du mal dazu Gelegenheit haben solltest, das sind Martin Suters Autorenlesungen (ziemlich viel Charme und Witz).

Ich frage mich auch, wieso Suter plötzlich doch die Filmrechte seiner Romane verkauft. Er hat das lange Jahre absichtsvoll nicht getan. Naja. Wahrscheinlich braucht er Geld. Schade ist es trotzdem.

Liebe Grüße

Sabine
Heike (28.12.2009, 23:03):
"Ein perfekter Freund" kenne ich nicht, das setze ich mir mal auf die Wunschliste!
Hach es gibt so viele schöne Bücher, warum muss man eigentlich seine Zeit so oft mit arbeiten verbringen????
Heike
thwinter12 (01.01.2010, 15:29):
Vor einigen Tagen haben meine Frau und ich mit dieser "Kult-Serie" begonnen: :down


"Falcon Crest - Die komplette erste Staffel"

Lange musste man auf die DVD-Veröffentlichung warten, aber nun kann Angela Channing wieder intrigieren ... :D

Servas,
Thomas
nikolaus (01.01.2010, 20:37):
Ach ja, das waren noch Zeiten... :engel
cellodil (01.01.2010, 22:40):
Original von Hebre
Hach es gibt so viele schöne Bücher, warum muss man eigentlich seine Zeit so oft mit arbeiten verbringen????
Heike

Seufz!!! Du sprichst mir aus der Seele!!!

:beer oder Prost Neujahr! und liebe Grüße

Sabine
Agravain (04.01.2010, 18:10):
Original von thwinter12
Vor einigen Tagen haben meine Frau und ich mit dieser "Kult-Serie" begonnen: :down


"Falcon Crest - Die komplette erste Staffel"

Lange musste man auf die DVD-Veröffentlichung warten, aber nun kann Angela Channing wieder intrigieren ... :D

Servas,
Thomas

Wie cool, das es das auch auf DVD gibt....:)

Bei mir heute Abend etwas hieraus:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4006448756260.jpg
Fairy Queen (04.01.2010, 18:40):


Ganz frisch angelaufen: ein Film über die kurze aber sehr leidenschaftliche
Liebesbeziehung zwischen Coco Chanel und Igor Strawinsky.
Der Film beginnt mit dem Riesenskandal um die Uraufführung von "Le sacre du printemps" 1913 in Paris.
Coco Chanel ist dort und total fasziniert von der unerhörten Musik und dem Tanz des Ballett russe.7 Jahre spâter ist sie als Modemacherin berühmt und reich geworden und Strawinsky ist mit Frau und 4 Kindern in Paris und sucht eine Bleibe. Die Familie macht einen idyllisch glücklichen Eindruck und Strawinsky ist ein vorbildlicher Ehemann und Vater. Coco Chanel lâdt alle 4 ein, in ihrer Villa zu wohnen, um dort ungestört und frei von Sorgen komponieren zu können.
Es gelingt ihr sehr leicht, Strawinsky zu verführen, sie ist das genaue Gegenteil seiner sehr weiblich-warmherzigen und mütterlichen Ehefrau.
Sie stört sich an keinerlei Konventionen ist, total unabhängig und makellos elegant. Die menage à trois ist für sie eine ganz normale Angelegenheit, sie agiert schamlos unter den Augen von Frau und Kindern und ist so inspiriert von ihrer Leidenschaft, dass ihr berühmtes Parfum Chanel Nr 5 entsteht.
Nicht so jedoch für Strawinsky und seine Frau. Zunächst toleriert seine Frau die Affâre noch, aber unter dem wachsenden psychischen Druck reist sie schliesslich mit den Kindern nach Biarritz ab, während Stravinsky bleibt, um mit Coco eine Neu-Produktion der Sacre du printemps zu machen- sie schneidert die Kostüme der Tänzer.
Als er ihr einmal abends im Zorn sagt, sie sei im Gegensatz zu ihm keine Künstlerin sondern nur eine Stoffverkäuferin, lässt sie ihn umgehend fallen und er verzehrt sich fortan.... etc pp....

Die Aufführung der Sacre ist dann jedenfalls endlich ein rauschender Erfolg in Paris.

Interessanter Einblick in die 2Oiger Jahre in Paris mit sehr viel Musik und dekorativen Bildern, aber das Klischee der femme fatale und frz. Dekadenz gegen die russische Familienidylle fällt mir ein bisschen heftig aus. An Liebe kann man nciht glauben, wenn da irgendwas geliebt wird, ist es das Bild des jeweils Anderen.
Die Liebenszenen sind ergo durchweg misslungen, was gerade bei diesem Sujet ärgerlich ist
Toll ist der Anfang mit einer sehr langen Sequenz der Sacre du printemps bei der Uraufführung. Mir lief es wirklich eiskalt runter bei diesen archaischen Rhytmen und ich kann die Aufregung des ersten Publikums schon nachvollziehen!
Gute und rollendeckende Schauspieler. viel serh dekorative Bilder. Cocos Villa und ihre Eleganz sind so kalt wie hinreissend.

euphonia
Heike (04.01.2010, 19:30):
Oh das klingt spannend, den Film werde ich mir unbedingt ansehen!! Allerdings scheint er in Berlin noch nicht zu laufen :-(
Heike
Armin70 (05.01.2010, 08:26):
Hallo,

der Film scheint wirklich interessant zu sein. Lt. dieser Internetseite ist der Kinostart in Deutschland aber erst am 15.04.2010:

Coco & Igor_Info

Als Vorgeschmack gibts hier schon mal einen Trailer zu sehen:

Coco & Igor_Trailer

Gruß
Armin

P.S.: Die Uraufführung des "Sacre" ist eines der musikhistorischen Ereignisse, bei dem ich damals gerne live dabei gewesen wäre.... :wink
Fairy Queen (05.01.2010, 12:24):
Dass der Film erst im April anläuft , erstaunt mich aber jetzt doch ziemlich..... ?(

Ja, diese Uraufführung des Sacre muss unglaublich gewesen sein- das Pariser Publikum ist ja Einiges gewohnt gewesen und Krawalle in der Oper gabs da schon öfter- man denke z.B. an die Uraufführung des Lohengrin (ich glaube 1891?) wo es sogar Tote gab.

Aber bei diesem Ballett glaube ich, war es sogar weniger die Musik als derTanz, der für solche Tumulte sorgte. Das Ballett und seine Ästhetik ist eine heilige Kuh der Franzosen und viele High Society Herren hatten ihre Mätressen im Ballett. Was auch der Grund war, dass alle Komponisten, die an der oper reüssieren wollten, Balletteinlagen haben musste um eben diese Mätressen zur Geltung bringen zu können. Sowas gibts wohl nur in Frankreich.... :D
Jedenfalls war das "Unästhetische" (im bourgoisen Sinne) des Sacre-Balletts offenbar eien Zumutung ohnegleichen und die unverhüllt archaischen Rhytmen entblössten gewiss Dinge, die man lieber im Dunkeln lassen wollte. Die ZEit war 1913 noch nicht reif für eine solche Provokation. Das ist spannend in diesem Film zu sehen, wie die Provokation dann nach dem Weltkrieg zur Normalität wird.
Psychologisch finde ich ihn im Hinblick auf die "Liebesgeschichte" allerdings zu platt und klischeeverbunden. aber ich bin gespannt, was Andere dazu meinen, auh wenn es erst im April sein wird.

Euphonia
Jürgen (05.01.2010, 13:20):
Original von Euphonia
man denke z.B. an die Uraufführung des Lohengrin (ich glaube 1891?) wo es sogar Tote gab.



Laut RICHARD WAGNER VERBAND MINDEN fand die französische Erstaufführung des „Lohengrin“ unter Polizeischutz im Jahre 1887 in Paris statt. Nach nur 5 Tagen wurde das Werk allerdings wegen großem Widerstand wieder eingestellt.
Erst 1891 konnte die Oper mit Erfolg wiederaufgenommen werden.

Die Uraufführung fand jedoch 1851 in Weimar statt.

Grüße
Jürgen
Peter Brixius (05.01.2010, 13:25):
Original von Jürgen
Original von Euphonia
man denke z.B. an die Uraufführung des Lohengrin (ich glaube 1891?) wo es sogar Tote gab.



Laut RICHARD WAGNER VERBAND MINDEN fand die französische Erstaufführung des „Lohengrin“ unter Polizeischutz im Jahre 1887 in Paris statt. Nach nur 5 Tagen wurde das Werk allerdings wegen großem Widerstand wieder eingestellt.
Erst 1891 konnte die Oper mit Erfolg wiederaufgenommen werden.

Die Uraufführung fand jedoch 1851 in Weimar statt.


In dem Roman "Die achte Karte" von Kate Mosse findet man eine eindringliche Darstellung der Pariser Ereignisse um Wagners "Lohengrin", ansonsten beschäftigt sich der Roman mit Debussy.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Z43T21BRL._SL500_AA240_.jpg
cellodil (07.01.2010, 23:42):
Gerade im Kino gesehen:

http://images.kino.de/s/die-schachspielerin-plakat/flbilder/max09/mbiz09/mbiz41/z0941501/w120.jpg

Die Handlung des Films ist relativ schlicht: Putzfrau Hélène (Sandrine Bonnaire) will Schachspielen lernen und verbringt die Nächte mit Schachbuch und Schachcomputer, den sie ihrem etwas irritierten Ehemann zum Geburtstag geschenkt hatte; weil sie im Selbststudium nicht weiterkommt, fragt sie den kauzigen Witwer Dr. Kröger (Kevin Kline), bei dem sie normalerweise putzt, ob er ihr das Schachspielen beibringen würde, was dieser - zunächst widerwillig, dann jedoch mit einigem Wohlgefallen - tut. Am Ende gewinnt Hélène sogar ein Schachturnier und reist zu einem anderen Schachturnier nach Paris.

Eine eher schwache Geschichte, aber großartige Schauspieler.

Nichts, was man unbedingt gesehen haben müsste, aber auch nichts, worüber ich mich fürchterlich geärgert hätte.
ab (08.01.2010, 08:45):
Original von Peter Brixius
In dem Roman "Die achte Karte" von Kate Mosse findet man eine eindringliche Darstellung der Pariser Ereignisse um Wagners "Lohengrin", ansonsten beschäftigt sich der Roman mit Debussy.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Z43T21BRL._SL500_AA240_.jpg

Lohnt sich solche Lektüre aus Sicht eines Musikinteresses an Debussy?
:thanks
Fairy Queen (08.01.2010, 11:28):
Lieber ab, ich habe das Ganze als Hörbuch genossen und muss sagen, dass das unglaublich spannend erzählt ist und bis zur letzten Minute in Atem hält. Was Debussy angeht, ist er eher eine Marginalie und man erfährt nichts wirklich Interessantes über ihn.
Leute die sich für Musik unter magischen Gesichtspunkten oder für Tarotkarten interessieren haben gewiss mehr davon, als solche, die etwas über Debussy lernen wollen. Die blutigen Ereignisse bei der Erstaufführung des Lohengrin in Paris sind aber tatsächlich sehr beeindruckend erzählt .
Euphonia
ab (08.01.2010, 11:52):
Danke!

Siehe Privatnachricht!
Fairy Queen (10.01.2010, 19:22):
Bei uns ganz frisch im Kino und wie ich euch nur wünschen kann, hoffentlich bald auch in Deutschland: der neue Film von Jane Campion("Das Piano") "Bright Star"

Die Geschichte der grossen Liebe und der der letzten drei Jahre des viel zu jung an Tuberkulose gestorbenen romantischen Dichters John Keats.
Ich kann den Film nur unbedingt und vorbahltlos empfehlen, mache keine grossen Worte, sondern gebe hier den Link zur offiziellen Vorschau.

http://www.tdg.ch/actu/culture/jane-campion-revient-bright-star-2010-01-05

Euphonia
Rachmaninov (16.01.2010, 17:35):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51vBFnRZGtL._SS400_.jpg

vor ein paar Tagen gesehen.
E. Norton mag ich einfach...

Gute Film, wenn auch etwas zu teatralisch am Ende...
Rachmaninov (16.01.2010, 17:35):
Original von cellodil
Gerade im Kino gesehen:

http://images.kino.de/s/die-schachspielerin-plakat/flbilder/max09/mbiz09/mbiz41/z0941501/w120.jpg

Die Handlung des Films ist relativ schlicht: Putzfrau Hélène (Sandrine Bonnaire) will Schachspielen lernen und verbringt die Nächte mit Schachbuch und Schachcomputer, den sie ihrem etwas irritierten Ehemann zum Geburtstag geschenkt hatte; weil sie im Selbststudium nicht weiterkommt, fragt sie den kauzigen Witwer Dr. Kröger (Kevin Kline), bei dem sie normalerweise putzt, ob er ihr das Schachspielen beibringen würde, was dieser - zunächst widerwillig, dann jedoch mit einigem Wohlgefallen - tut. Am Ende gewinnt Hélène sogar ein Schachturnier und reist zu einem anderen Schachturnier nach Paris.

Eine eher schwache Geschichte, aber großartige Schauspieler.

Nichts, was man unbedingt gesehen haben müsste, aber auch nichts, worüber ich mich fürchterlich geärgert hätte.


KLingt nach einer mod. Version von S. Zweigs Schachnovelle
ab (17.01.2010, 11:55):
Gestern zu später Stunde mitgeschleppt wordern in Avatar von James Cameron.
http://ia.media-imdb.com/images/M/MV5BMTYwOTEwNjAzMl5BMl5BanBnXkFtZTcwODc5MTUwMw@@._V1._SX95_SY140_.jpg

Ich bin mitgegangen, obwohl ich solchem Mainstream sonst abgeneigt bin, nur weil ich noch nie eine Film in 3D gesehen hatte und höchst gespannt war auf die heutigen Rechenleistungen von Computer. Was soll man Positives sagen, außer dass ich in diesen beiden Punkten auf meine Rechung gekommen bin: 3D ist schon faszinierend, und die Rechenleistung enorm. Außer spritzende Wassertropfen wäre mir nichts grob unnatürliches aufgefallen.

Ansonsten: Wahnsinnig zäh, wie sich das alles zieht. Unerträglich öd. Auch die Dauer viel zu lange. Die Action nichts neues. Etwas trendige Esoterikideologie, die aber dann fatalerweise auch noch in typische Amerikanische Kämpferpropaganda umschlug. Die Story, wie sie stereotyper nicht sein könnte, ein Paarung aus Actionfilm und Alienfilm (nur einer überlebt) bis hin zu happy end und übliche Minütchen fürs die Andeutung von Erotik. Gähn!

Mir scheint, man sollte experimenteller umgehen auf der Suche nach ureigenen Möglichkeiten, die das 3D böte!

Mein Prädikat: Meidenswert

(Unmittelbar davor lief im Saal - als krasses Kontrastprogramm - eine Live-Übertragung aus der MET mit der Carmen. Ich war verblüfft, wie gut besucht diese Opernveranstaltung war! Solche 4 hr. 5 min. wären mir vermutlich kürzer vorgekommen als die zähen 2 hr. 46 Min.)
nikolaus (17.01.2010, 17:46):
Interessant.

In meinem Bekanntenkreis hörte ich nur positives, so dass ich mir vorgenommen hatte, ihn mir auch anzuschauen.
Aber irgendwie reizt er mich gar nicht so sehr, eben weil ich fürchte, dass er technisch "reisserisch" ist, aber eigentlich inhaltlich nicht besonders interessant ist.

Also wenn ich mal überhaupt nicht weiss, was ich mit meiner Zeit anfangen soll, dann....

Nikolaus :thanks

P.S.: ich bin dafür letzte Woche in "Haben Sie das von den Morgans gehört" mitgeschleppt worden; der ist noch nicht mal formal interessant... http://www.smilies.4-user.de/include/Schlafen/smilie_sleep_104.gif

Nikolaus.
ab (17.01.2010, 20:09):
Original von nikolaus
Interessant.

In meinem Bekanntenkreis hörte ich nur positives,

Na ja, Werturteile ergeben sich natürlich immer bezüglich bestimmter Vergleichsgruppen, und solche sind bei mir nicht Hollywoodproduktionen. Würde ich viele solche Filme sehen, käme ich womöglich auch zu einem anderen Schluss.
:W

:hello
cellodil (23.01.2010, 00:55):
Original von nikolaus
Also wenn ich mal überhaupt nicht weiss, was ich mit meiner Zeit anfangen soll, dann....

... schau' Dir lieber den neuen Film von den Coen-Brüdern an

http://thumbs.filmstarts.de/image/ASeriousMan_poster10.jpg

Die Geschichte ist scheinbar simpel und doch auch gar nicht. Ein in jeder Hinsicht großartig gemachter, raffinierter und komplexer Film, der einem - nicht nur wegen der originellen Schluss-Sequenz - nicht los lässt. Schon lange nicht mehr so intensiv nach dem Kino über einen Film geredet.

Wenn man die Coens mag: Ein Muss. Ansonsten: Auf jeden Fall sehenswert.


Original von nikolaus
P.S.: ich bin dafür letzte Woche in "Haben Sie das von den Morgans gehört" mitgeschleppt worden; der ist noch nicht mal formal interessant... http://www.smilies.4-user.de/include/Schlafen/smilie_sleep_104.gif

:beer
Fairy Queen (31.01.2010, 10:41):
Ich habe gestern einen sehr beeindruckenden Dokumentarfilm gesehen, der hoffentlich bald in deutsche Kinos kommen wird:
Jacques Perrin:"Oceans"

Der Film zeigt das bekannte und verborgene Leben in den Meeren und ist ein ästhetischer Hochgenuss mit sehr erstaunlichen Überraschungen.
Welche "Monster" und Schönheiten da in den Tiefen des Ozeans verborgen sind, kann man nur erfahren, wenn sich ein Meeresforscher-Team mit hochpräzisem Photomaterial an die Arbeit macht. Man glaubt sich in einem Science-Fiction Film und die Farben-und Formenpracht ist atemberaubend.
Der Film spart auch nciht an Kritik an der fortschreitenden Ausrottung ganzer Tierarten, die still und leise ihren Lauf nimmt.

Ein sehr sehenswerter Film, den ich euch wärmstens ans Herz lege.




F.Q.
Agravain (31.01.2010, 10:43):
Original von Fairy Queen
Ich habe gestern einen sehr beeindruckenden Dokumentarfilm gesehen, der hoffentlich bald in deutsche Kinos kommen wird:
Jacques Perrin:"Oceans"

Der Film zeigt das bekannte und verborgene Leben in den Meeren und ist ein ästhetischer Hochgenuss mit sehr erstaunlichen Überraschungen.
Welche "Monster" und Schönheiten da in den Tiefen des Ozeans verborgen sind, kann man nur erfahren, wenn sich ein Meeresforscher-Team mit hochpräzisem Photomaterial an die Arbeit macht. Man glaubt sich in einem Science-Fiction Film und die Farben-und Formenpracht ist atemberaubend.
Der Film spart auch nciht an Kritik an der fortschreitenden Ausrottung ganzer Tierarten, die still und leise ihren Lauf nimmt.

Ein sehr sehenswerter film, den ich euch sehr ans Herz lege.

F.Q.

Ist der so gut wie:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41WP1WZ32AL._SS400_.jpg
Fairy Queen (31.01.2010, 10:45):
Lieber Agravain, der Fisch auf Deep blue kommt mir serh bekannt vor- kann das evtl derselbe Film oder derselbe Autor sein????? ?(
F.Q.
Agravain (31.01.2010, 10:53):
Original von Fairy Queen
Lieber Agravain, der Fisch auf Deep blue kommt mir serh bekannt vor- kann das evtl derselbe Film oder derselbe Autor sein????? ?(
F.Q.

Nee, "Deep Blue" war eine BBC Produktion mit drei britischen Regisseuren. Im Übrigen ist das meines Wissens nach der (bisher) einzige Film zu dem die Berliner Philharmoniker (!) den Soundtrack eingespielt haben.

:hello
Armin70 (31.01.2010, 15:51):
Original von Agravain

Im Übrigen ist das meines Wissens nach der (bisher) einzige Film zu dem die Berliner Philharmoniker (!) den Soundtrack eingespielt haben.

:hello

Die Berliner Philharmoniker spielten unter der Leitung von Simon Rattle auch die Filmmusik zu Tom Tykwers "Das Parfum" ein:
Agravain (31.01.2010, 16:08):
Original von Armin70
Original von Agravain

Im Übrigen ist das meines Wissens nach der (bisher) einzige Film zu dem die Berliner Philharmoniker (!) den Soundtrack eingespielt haben.

:hello

Die Berliner Philharmoniker spielten unter der Leitung von Simon Rattle auch die Filmmusik zu Tom Tykwers "Das Parfum" ein:



POTZSTERN, das war meiner Aufmerksamkeit entgangen :thanks
cellodil (09.02.2010, 22:19):
Weil ich's noch nicht geschafft habe, den neuen Film mit Dany Boon, der gerade im Kino angelaufen ist, zu sehen, heute auf dem Sofa schon ein kleiner Vorgschmack...

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51r--jyYCVL._SL500_AA240_.jpg

Affären à la carte
OT: Le code a changé
(Frankreich, 2009)
Regie: Danièle Thompson
hans-jürgen (15.02.2010, 09:54):
Original von Armin70:
Die Berliner Philharmoniker spielten unter der Leitung von Simon Rattle auch die Filmmusik zu Tom Tykwers "Das Parfum" ein.
Komponiert haben diesen Soundtrack übrigens der Regisseur Tom Tykwer, Reinhold Heil (der ehemalige Spliff-Keyboarder) und Johnny Klimek, die u.a. zusammen als "Pale 3" Filmmusik machen, z.B. für "Lola rennt" und "Der Krieger und die Kaiserin" mit Franka Potente oder "One Hour Photo" mit Robin Williams. Den Soundtrack zu "Das Parfum" kann man sich in voller Länge auf Last.fm anhören, und es gibt auch noch eine offizielle Homepage für den Film sowie eine "Microsite" mit einem kurzen Video über das "Making Of" der Aufnahme.
Rachmaninov (15.02.2010, 10:10):
gestern abend gesehen

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4011976838388.jpg

Klasse Story, klasse Film!
RmalouguR (15.02.2010, 12:25):
Original von Agravain
Original von Armin70
Original von Agravain

Im Übrigen ist das meines Wissens nach der (bisher) einzige Film zu dem die Berliner Philharmoniker (!) den Soundtrack eingespielt haben.

:hello

Die Berliner Philharmoniker spielten unter der Leitung von Simon Rattle auch die Filmmusik zu Tom Tykwers "Das Parfum" ein:



POTZSTERN, das war meiner Aufmerksamkeit entgangen :thanks

Der Soundtrack zu "das Parfum" ist teilweise wirklich überwältigend. Ich hab mir DVD und die CD gekauft...
Heike (05.03.2010, 19:54):
Shutter Island (Martin Scorsese) mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.

Der US-Marshal Edward „Teddy“ Daniels untersucht mit seinem Partner Chuck Aule das Verschwinden der Patientin Rachel Solando aus dem auf der Insel Shutter Island untergebrachten Spezialgefängis für geistesgestörte Schwerverbrecher. .....

Sehenswerter, aber nicht überragender Thriller, in dem DiCaprio gewohnt großartig spielt.

Aufgefallen ist mir die originelle, minimalistische Filmmusik. Eine Warnung: Der Film ist für meinen Geschmack schlecht synchronisiert, ich habe mich geärgert, nicht das Original angesehen zu haben.
Heike
Rachmaninov (05.03.2010, 20:19):
Original von Heike
Shutter Island (Martin Scorsese) mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.

Der US-Marshal Edward „Teddy“ Daniels untersucht mit seinem Partner Chuck Aule das Verschwinden der Patientin Rachel Solando aus dem auf der Insel Shutter Island untergebrachten Spezialgefängis für geistesgestörte Schwerverbrecher. .....

Sehenswerter, aber nicht überragender Thriller, in dem DiCaprio gewohnt großartig spielt.

Aufgefallen ist mir die originelle, minimalistische Filmmusik. Eine Warnung: Der Film ist für meinen Geschmack schlecht synchronisiert, ich habe mich geärgert, nicht das Original angesehen zu haben.
Heike

Habe gehört der Schluss wirft Schatten vorraus udn man ahnt zu sehr das Ende!?
Heike (05.03.2010, 20:22):
Ob man das Ende ahnt hängt vom Umfang der Kinoerfahrung ab, denke ich. Trotzdem ist es gut gemacht.
Heike
Heike (06.03.2010, 08:35):
Nochmal zur Filmmusik:
Wie ich bei Capriccio in einem Beitrag von heut nacht (vom user Carsten) gerade lese, ist das bestimmende Thema in Shutter Island aus der 3. Sinfonie von Krzysztof Penderecki. Ich kenne die Sinfonie nicht, aber mir war die Filmmusik positiv aufgefallen, weil es die Stimmung der Insel so eindringlich beschreibt und sich wohltuend vom pseudoromantischen Einheitsbrei im Kino unterscheidet.

Dass weiterhin (wie Carsten berichtet) auch etliche andere Werke des 20.JH. im Film zitiert werden, konnte ich nicht heraushören, aber Carsten hat noch György Ligeti, Morton Feldman sowie John Cage, Giacinto Scelsi, John Adams und Alfred Schnittke benannt. Mein nachträglicher Blick in den Soundtrack lässt wirklich etliches interessantes finden:



Mahler gibts übrigens auch noch und der wird sogar angesagt :-)
Heike
Heike (07.03.2010, 09:43):
Eigentlich wollte ich gestern "Verdammnis" sehen, aber der war doch tatsächlich ausverkauft, also habe ich mir erstmal ungeplant und unverhofft kurzentschlossen "Avatar" angesehen.

Die Story ist sicher bekannt, also im 22. Jahrhundert greifen die Menschen auf dem Stern Pandora ein eigentümliches Naturvolk an, um an Rohstoffe zu kommen. Hierfür erschaffen sie Avatare, die sie bei den Ureinwohnern einschleusen. Die Wissenschaftler wollen sie auf diese Weise ausspionieren und evt. zum Umsiedeln bewegen; die Armee jedoch will einfach nur los und die Rohstoffe so schnell wie möglich haben.

Das war wirklich gute Unterhaltung, muss ich sagen, SciFi vom feinsten und das gemixt mit gaaaanz viel Abenteuer. Inhaltlich darf man natürlich kein philosophisches Meisterwerk erwarten, aber es war nicht so platt, wie ich befürchtet hatte. Das war phasenweise doch ganz gut durchdacht und in sich schlüssig, jedoch dabei immer esotherisch angehaucht. Die Charaktere sind natürlich auch schlicht eindimensional gut oder böse, wie man es 1000mal gesehen hat, darauf muss man sich halt einstellen. Natürlich war auch eine love-Story dabei, wo der eine oder andere ganz gerührt das Taschentuch hervorholte. Aber wirklich beeindruckend waren natürlich die unglaublichen Kreaturen, die diesen Urwald bevölkerten. Ich glaube, ich hatte mitunter einen Puls von >200, wenn da so ein Flugdrache angefaucht kam....

Die 3D Effekte waren übrigens nicht so spektakulär, wie ich dachte; mich hat dann doch eher die bunte und fantasievolle Bilderflut beeindruckt. Ich denke, auf einer großen Leinwand wirkt das auch ohne Brille genauso gut. Das ist wirklich ein optischer Hochgenuss und nie langweilig, dieser Regenwald inclusive Bewohner, der mit viel Detailverliebtheit ganz bezaubernd erschaffen wurde. Ich habs jedenfalls nicht bereut, es mir angesehen zu haben.

Heike
Heike (08.03.2010, 00:16):
So, heute nun der zweite Teil der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson:

Verdammnis bleibt meiner Meinung nach deutlich hinter Verblendung zurück. Schon einmal deshalb, weil das Einstiegsthema Mädchenhandel viel zu abstrakt theoretisch abgehandelt wird, ganz im Gegensatz zu den sehr präsenten Opfern im Teil 1. Das berührt mich nicht und somit werden auch die bösen Freier kaum zum emotional besetzten Feindbild. Auch die beiden Opfer, die zuerst umkommen, waren mir vorher nicht wirklich nähergekommen, also hier fand ich die Figuren schwach gezeichnet und der ganze Anfang zog sich so hin.

Dann rückt Lisbeth sehr in den Vordergrund mit ihrer Geschichte, aber die Handlung hat zu viele Sprünge und Rückblenden und das macht es mitunter schwierig, die komplexe Geschichte zu verfolgen. Action + Gewalt dominieren stark gegenüber den sehr subtilen und differenzierteren kriminalistischen Geschehnissen im Teil 1.. Ebenso fehlt die Spannung zwischen Lisbeth und Blomkvist, weil sie sich nämlich kaum begegnen.
Kein ganz schlechter Film (und ich werde mir Teil 3 natürlich auch ansehen), aber lange nicht so sehenswert wie Verblendung.
Heike
Rachmaninov (08.03.2010, 07:38):
Letzte Woche war ich im aktuellen Peter Jackson Film.

Jackson hat es einfach nicht mehr nötig Filme zu machen, die Mainstream konform sind. So ist ein Film entstanden, der in seinen Bildern einzigartig ist und so eine sehr traurige Geschichte, doch grandios vermittelt.

Trotz all der Wut, die sich eigentlich aufstauen müßte über den Mörder des kleinen Mädchens, das seine Geschicht selbst erzählt, geht man doch irgendwie mit sehr eigentümlichen, ja fast erleichterten Gefühlen aus dem Kino. Zwar eher ein Film, der Frauen anspricht, aber sehr gut gemacht!
Heike (08.03.2010, 07:57):
Der Film heißt übrigens "In meinem Himmel" :D

Den werde ich mir unbedingt auch ansehen, ich habe das Buch gelesen und die Geschichte war dort fast unerträglich - bin sehr gespannt, wie das verfilmt wurde.
Heike
Rachmaninov (08.03.2010, 08:05):
Original von Heike
Der Film heißt übrigens "In meinem Himmel" :D

Den werde ich mir unbedingt auch ansehen, ich habe das Buch gelesen und die Geschichte war dort fast unerträglich - bin sehr gespannt, wie das verfilmt wurde.
Heike

Die Kritiken gehen von 4-10 Punkten :rofl
Honoria Lucasta (08.03.2010, 09:31):
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5050582753226.jpg

Herzlichen Glückwunsch zum Oscar, Christoph Waltz!

Grüße!

Honoria
Rachmaninov (08.03.2010, 12:20):
Original von Honoria Lucasta
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5050582753226.jpg

Herzlichen Glückwunsch zum Oscar, Christoph Waltz!

Grüße!

Honoria

Film :times10

Waltz :times10 :times10
Fairy Queen (08.03.2010, 16:00):
Hat euch dieser Film gefallen?

Ich hab ihn im Kino gesehen udn war ziemlich angewidert.
Allerdings nicht von den Schauspielkünsten, die waren hervorragend!
F.Q.
Rachmaninov (08.03.2010, 17:34):
Original von Fairy Queen
Hat euch dieser Film gefallen?

Ich hab ihn im Kino gesehen udn war ziemlich angewidert.
Allerdings nicht von den Schauspielkünsten, die waren hervorragend!
F.Q.

Der Film ist genial! Muss einem aber nicht gefallen.
ab (08.03.2010, 20:59):
Original von Rachmaninov

Der Film ist genial! Muss einem aber nicht gefallen.

Was genau daran findest Du eigentlich genial? :hello
Rachmaninov (09.03.2010, 07:09):
Original von ab
Original von Rachmaninov

Der Film ist genial! Muss einem aber nicht gefallen.

Was genau daran findest Du eigentlich genial? :hello

z.B. die perfektion wie Quentin die Szenen gestalltet, Inziniert, die Darsteller zur Höchstleistung peitscht!

Der mann hat genauestens Studiert wie sich Menschen in der Zeit verhalten haben und genau das, nicht weniger, fordert er ein!

Das ist Geniale Regiearbeit! :times10
Honoria Lucasta (09.03.2010, 08:12):
Ich finde die Schauspieler genial und den Film ziemlich schlecht - und mache mir seit gestern darüber Gedanken, wie so etwas funktionieren kann.
Die Geschichte beginnt ja einigermaßen plausibel - alles, inkl. der Kommandounternehmen jüdischer allierter Soldaten, hätte so passieren können oder ist so passiert (es gab professionelle "Judenjäger" in besetzten Gebieten, allerdings wohl kaum so ployglott wie C. Waltz!). Aber spätestens bei der Szene, in der Adolf Hitler seine Teilnahme bei der Filmpremiere im Pariser Kino zusagt, habe ich die Handlung innerlich abgehakt: so etwas im Juni 1944 stattfinden zu lassen, wo die Allierten nach dem Débarquement in der Normandie quasi schon an der Porte de Clignancourt klopften, ist so absurd, daß alles Folgende zwar unter dem Motto "Schön wär's gewesen" laufen kann, die Arbeit des Films bis dahin aber entwertet wird. Das Ende ist dann auch entsprechend - noch mal sehen muß man das Teil wegen des Drehbuches jedenfalls nicht.

Übrigens ist mir das alles auch zu blutig - ich habe mir nur sagen lassen, das rauschhafte Verspritzen von Kunstblut sei ein Merkmal von Tarantino-Filmen; da es mein erster Tarantino-Film war, nehme ich das mal so hin, es macht mich allerdings wohl auch nicht zum Fan.

Bemerkenswert fand ich aber, wie eingangs gesagt, die schauspielerische Leistung. Daß Waltz mehr kann, als in Serien den gestörten Bösewicht zu spielen (Kommissar Rex u.ä.) wußten wir ja schon immer; aber diese Leistung hat zu Recht den Oscar bekommen (es war nur der falsche, denn eigentlich ist dieser Landa eine Hauptrolle, doch das ging für eine solche Nazi-Rolle dann wohl doch nicht...). Auch alle anderen sind gut bis sehr gut - Brad Pitt mit schönem Südstaatenakzent, die Interpretin der Shoschanna in kühl-blond, die eigentlich entsetzlich talentlose Diane Kruger als gelungener Film-Vamp mit wenig Spionagetalent, und auch kleine Figuren wie der Kneipenwirt des Christian Berkel sind typgenau gezeichnet. Ihre Leistung macht den Film sehenswert. Eher weniger gelungen im übrigen die Verkörperungen der Nazi-Oberen; hier ist in anderen Filmen (Der Untergang, z.B.) schon viel besseres gezeigt worden.

Grüße!

Honoria
Fairy Queen (09.03.2010, 08:33):
Liebe Honoria, ich schliesse mich deinem Urteil zu gefühlten 100% an, mir ging das genauso!
Wie eine solche schauspielerische Glanzleistung mit einem so miserablen Film kompatibel sein kann, ist rätselhaft. Für mich war das ebenfalls mein erster- und letzter Tarantino. Wer solche Gewaltexzesse nur um des Blutspritzens willen nötig hat, ist für mich indiskutabel.
Chacun à son goût.

F.Q.
ab (09.03.2010, 08:54):
sorry
ab (09.03.2010, 08:55):
Das Wesen der Tarantino-Filme ist es doch wohl, in postmoderner Weise bekanntes Szenen im neuen Kontext zu montieren. Solches zB wie die Eingangsscene wie ein Western, nur halt nicht auf Pferd, sondern auf Mororrad, zeichen seine Filme aus. Der Reiz besteht wohl darin, die Vorlangen zu erkennen und den Film dementsprechend decodieren zu können.


Ich bin etwas verblüfft, dass eure Wertschätzung bzw Kritik eher daran geübt wird, wie sehr Realität vermittelt wird wird (oder Irreales irritiert). Wenn ich wo Geniales bei Tarantino suchen wollte, dann darin, ob die Anspielungen an diese Vorlangen zusätzlichen Gehalt plausibel transportieren können (wozu mir einfach für ein adäquates Urteil die Vorkenntnisse fehlen, einfach weil ich kein Cineast bin und bloß wenig gesehen habe).

Das ist schon alles ein sehr abstraktes Kunsthandwerk - überhaupt ein Merkmal der überwiegenden Filme unserer Zeit.
:hello
Rachmaninov (09.03.2010, 09:25):
Original von ab
Das Wesen der Tarantino-Filme ist es doch wohl, in postmoderner Weise bekanntes Szenen im neuen Kontext zu montieren. Solches zB wie die Eingangsscene wie ein Western, nur halt nicht auf Pferd, sondern auf Mororrad, zeichen seine Filme aus. Der Reiz besteht wohl darin, die Vorlangen zu erkennen und den Film dementsprechend decodieren zu können.


Q. Tarantoina hat wohl mehr Filme, vor allem alte, gesehen als die meisten anderen Menschen auf der Welt.
Das kann man an jedem seiner Filme erkennen!
Honoria Lucasta (09.03.2010, 09:32):
Manches kam natürlich auch mir bekannt vor: vor allem die Zitate der Filmmusik aus diversen Western (z.B. They came to Cordura), und als Szene die Auswahl der Soldaten für das Kommandounternehmen (Das dreckige Dutzend), aber ich bin zu wenig Kinokenner, um daraus eine Wissenschaft machen zu können; anscheinend muß man viel mehr Filme sehen...Mglw. bin ich also Tarantino-ungeeignet - das werde ich mit Fassung zu tragen versuchen. :wink und zu Mantel- und Degenfilmen aus den 50er Jahren und englischen Krimiverfilmungen zurückkehren. Da finden wenigstens keine Schlachtereiorgien statt.

Grüße!

Honoria
Jürgen (09.03.2010, 14:02):
Ich habe mal hier nach den Amazon Bewertungen geschaut. Und siehe da, Tarantino polarisiert. Man liebt ihn oder man hasst ihn.

Aber in einem Punkt muss ich Honoria schon recht geben: In einem historischen Film sollte das mit dem Kinoaufführungsort und -Zeitpunkt besser gelöst sein.

Grüße
Jürgen
Zefira (09.03.2010, 15:36):
Ohne den Film zu kennen - der Artikel bei Filmstarts (klick hier) erleichtert vielleicht ein wenig den Zugang.

Ich schaue ihn mir irgendwann demnächst auf DVD an, da ich nicht gern im Kino sitze. "Pulp Fiction" hat mir sehr gefallen ...

Schönen Gruß von Zefira
ab (09.03.2010, 15:52):
Original von Zefira
Ohne den Film zu kennen - der Artikel bei Filmstarts (klick hier) erleichtert vielleicht ein wenig den Zugang.


Hihi, wie ein Werbesprospekt reine Verherrlichung ohen dass auch nur irgend etwas nicht absolutes high end angepriesen würde.
Honoria Lucasta (09.03.2010, 16:16):
Aber die Gastkommentare (linke Spalte) sind durchaus sehr gespalten - Jürgens Bemerkung zur Polarisierung ist völlig zutreffend. Ein mildes Sowohl-als-auch-Urteil kann es zu einem solchen Film nicht geben.

Übrigens habe ich unwissentlich die Unwahrheit geschrieben :B, als ich bemerkte, das sei mein erster Tarantino-Film gewesen. Beim Studieren seines wikipedia-Eintrags las ich, er sei auch für die "Reservoir Dogs" verantwortlich - bei einer Vorführung dieses Film bin ich vor bald 20 Jahren einmal aus dem Kino geflohen, weil ich diese Kombination aus Gewaltorgie und Fäkalsprache nicht mehr ertrug; den Namen des Regisseurs hatte ich wohl verdrängt. Mir scheint, Herr Tarantino ist sich treu geblieben.

Grüße!

Honoria
Severina (09.03.2010, 18:28):
Original von Honoria Lucasta


Bemerkenswert fand ich aber, wie eingangs gesagt, die schauspielerische Leistung. Daß Waltz mehr kann, als in Serien den gestörten Bösewicht zu spielen (Kommissar Rex u.ä.) wußten wir ja schon immer; aber diese Leistung hat zu Recht den Oscar bekommen (es war nur der falsche, denn eigentlich ist dieser Landa eine Hauptrolle, doch das ging für eine solche Nazi-Rolle dann wohl doch nicht...).
Grüße!

Honoria

Liebe Honoria,
den Film habe ich nicht gesehen und werde ihn als bekennender Kinomuffel wohl auch nicht sehen, aber ich bedaure es sehr, dass wieder einmal ein großartiger Schauspieler quasi an die Kinoleinwand "verloren geht". (Rachmaninov wird mich vermutlich steinigen :haha)
Ich kenne Christopher Waltz noch von der Theaterbühne (z.B. als wunderbarer Felix in Schnitzlers "Einsamen Weg" bei den Salzburger Festspielen), aber natürlich auch vom Fernsehen.
Bemerkenswert übrigens, dass aus der ersten "Kommissar-Rex-Staffel" (die folgenden konnte man getrost vergessen) es gleich drei bis dahin nur Insider bekannten Schauspieler zu Weltruhm gebracht haben: Karl Marcovics (den ich schon toll fand, als er blutjung in Piplits Serapionstheater gespielt hat und dem wohl die "Fälscher" ihren Oscar verdanken!), Tobias Moretti (dem in meinen Augen Schwächsten der drei) und nun Christoph Waltz.
lg Severina :hello
Zefira (14.03.2010, 11:05):
Moin!
Eine Frage in die Runde ...
Habe neulich mit meiner Tochter "Pride And Prejudice" in der BBC-Verfilmung gesehen.
Ich komme und komme nicht drauf, welches klassische Stück dem Filmmotiv der Lady Catherine de Bourgh zugrunde liegt.
Zu hören z.B. hier bei youtube, ab Minute 3.57.
Ganz bekannte Melodie, ich komm nur nicht drauf! Kann mir jemand helfen?
Lieben Gruß von Zefira
Fairy Queen (14.03.2010, 11:15):
Klingt sehr nach Händel..... aber ich weiss es leider auch nicht. Danke für den youtube link- das macht Spass, mal eine Szene in englisch und aus einer englischen Produktion ohne Hollywood Flairr zu hören.
Schönen Sonntag!
F.Q.
nikolaus (14.03.2010, 11:22):
So, ich habe Avatar jetzt auch gesehen.

Original von Heike
...
Die 3D Effekte waren übrigens nicht so spektakulär, wie ich dachte; mich hat dann doch eher die bunte und fantasievolle Bilderflut beeindruckt. Ich denke, auf einer großen Leinwand wirkt das auch ohne Brille genauso gut. Das ist wirklich ein optischer Hochgenuss und nie langweilig, dieser Regenwald inclusive Bewohner, der mit viel Detailverliebtheit ganz bezaubernd erschaffen wurde. Ich habs jedenfalls nicht bereut, es mir angesehen zu haben.

Heike

Vollkommen d'accord!
Die story ist wirklich einfach gestrickt, aber die steht ja nicht im Vordergrund.

In der Annahme, dass die meisten Menschen schon in diesem Film waren, war ich nicht besonders früh an der Kasse und habe gerade noch Karten ergattert: in der zweiten Reihe links aussen.

Hinter musste ich feststellen, dass ich wirklich alt werde: abgesehen von den Druckstellen auf Nase und Ohren von der 3D-Brille hatte ich einen steifen Hals und Ischias-Schmerzen links, meine Begleitung hatte ihr Knie so unglücklich gelagert, dass sie es nicht mehr richtig bewegen konnte. So humpelten wir wie zwei alte zwischen all dem Jungvolk die Treppe runter...

Nikolaus :(
Armin70 (14.03.2010, 15:26):
Original von Zefira
Moin!
Eine Frage in die Runde ...
Habe neulich mit meiner Tochter "Pride And Prejudice" in der BBC-Verfilmung gesehen.
Ich komme und komme nicht drauf, welches klassische Stück dem Filmmotiv der Lady Catherine de Bourgh zugrunde liegt.
Zu hören z.B. hier bei youtube, ab Minute 3.57.
Ganz bekannte Melodie, ich komm nur nicht drauf! Kann mir jemand helfen?
Lieben Gruß von Zefira

Hallo Zefira,

die Filmmusik, auch die in dem Video-Clip zu hörende, stammt von dem US-Amerikanischen Komponisten Carl Davis (*1936). Carl Davis hat sich da wohl Anleihen bei den verschiedensten klassischen Komponisten, in dem Fall bei Händel, geholt.

Hier kann man Ausschnitte aus der kompletten Filmmusik hören:
hier



Gruß
Armin
Zefira (14.03.2010, 16:15):
Danke!
In dem Artikel zum Film bei der englischsprachigen Wiki sind einige der Musikstücke aus dem Film einzeln genannt, zum Beispiel singt Elizabeth "Voi che sapete" und ihre Schwester Mary singt "Ombra mai fu" (mit englischem Text und ganz furchtbar schräge). Allerdings beschränken sich die Belegstellen im Wiki-Artikel auf diejenigen Musikstücke, die von den im Film handelnden Personen gespielt werden, einschließich der Tanzstücke.

Zu der Hintergrundmusik (wie in dem von mir gemeinten Fall) fehlen leider entsprechende Nachweise ...

Sonntagsgruß von Zefira
Agravain (14.03.2010, 20:11):
Jeremy Brett war der beste Holmes. Bei mir jetzt gleich "Silverblaze":

http://www.recordstore.co.uk/images/covers09/10.2009/sherlock_holmes_the_complete_collection_300.jpg
Peter Brixius (14.03.2010, 20:51):
Original von Agravain
Jeremy Brett war der beste Holmes. Bei mir jetzt gleich "Silverblaze":

http://www.recordstore.co.uk/images/covers09/10.2009/sherlock_holmes_the_complete_collection_300.jpg

Meine volle Zustimmung. Bei mir steht auch der komplette Holmes/Brett. Dass ich ihn mit seinem Partner in London auf der Bühne sehen konnte in einem selbstgeschusterten Holmes-Memorial hat meiner Begeisterung für ihn keinen Abbruch getan, im Gegenteil ...

Liebe Grüße Peter
Agravain (15.03.2010, 21:01):
Bei mir gleich Teil 1 der folgenden "Mini-Serie":

http://www.pidax-film.de/images/product_images/popup_images/15_0.jpg

Immer wieder begeistert mich dieses in der deutschen Fernsehgeschichte wohl einmalige Zeugnis deutscher Schauspielkunst. Allein Rolf Boysens Darstellung ist schlicht grandios.
Bislang hatte ich "Wallenstein" nur als uralte und mittlerweile schon ziemlich ausgeleiterte VHS, jetzt endlich gibt es die DVDs.

Hier noch ein paar Infos:

Wallenstein ... Rolf Boysen
Ferdinand II. ... Romuald Pekny
Maximilian I. ... Werner Kreindl
Tilly ... Ernst Fritz Fürbringer
Piccolomini ... Rolf Becker
Thurn ... Wolfgang Preiss
Magni ... Karl-Michael Vogler
Pater Lamormaini ... Hans Caninenberg
Heinz Weiss, Friedrich von Thun, Claudia Gerstäcker,
Karl Schwetter, Karl Walter Diess, Reinhild Solf u.v. a.

Regie: Franz Peter Wirth
Musik: Eugen Thomass, Originalmusik des Frühbarock (Frescobaldi, Gabrieli, Froberger, Praetorius u. a.)
Drehbuch: Leopold Ahlsen, nach der Biographie von Golo Mann
Kamera: Gernot Roll, Rainer Gutjahr
Ton: Milan Bor, Armin Münch, Miroslav Hurka, Werner Böhm
Schnitt: Ingrid Broszat
Kostüme: Ingeborg Desmarowitz, Jan Kropácek
Redaktion: Rolf Ballmann
Produzent: Helmut Pigge
Rachmaninov (06.04.2010, 07:45):
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0044005939026.jpg

Guy Ritchie's erster Film :cool
Jürgen (19.04.2010, 23:02):
Aus der Bücherei ausgeliehen:

http://baumanngraphik.de/bilder/filmplakate_m/cobra_verde.jpg

Werner Herzog/Klaus Kinski: Cobra Verde 1987

Ich finde alle Filme dieser Kombination genial.


Grüße
Jürgen
ab (20.04.2010, 21:33):
Die letzten Tage wiederholt im Radio Berichte über "Coco Chanel & Igor Stravinsky" von Regisseur Jan Kounen gehört.

Da war wiederholt zu hören, dass zum Gelingen des Films "die meist originalgetreue Ausstattung" betrage. Um ehrlich zu sein: das ist mir so etwas von gleichgültig. Mich interesiert, ob der Film als solcher gut ist. Ein originalgetreues Nachstellen des Skadals der Uraufführung vom Sacre in Paris von 1913 allein ist mir nicht Grund genug, um den Film auch anzusehen. Sätze wie: "Herausgekommen ist so ein Film, der ins Auge sticht und ins Ohr geht." lassen mich schlimmstes befürchten. Zu recht? Hat wer von euch den Film schon gesehen?

http://ia.media-imdb.com/images/M/MV5BMTMxMDg1OTgyM15BMl5BanBnXkFtZTcwNTgyNzUzMw@@._V1._SX94_SY140_.jpg
Heike (02.05.2010, 00:50):
"Coco Chanel & Igor Stravinsky"

Mich interesiert, ob der Film als solcher gut ist.
Nee, richtig gut ist der Film nicht, aber schlecht wiederum auch nicht. Ich hab ihn heute gesehen und habs jedenfalls nicht bereut.

Die Geschichte ist simpel, es beginnt mit einer langen Szene von der UA des Sacre (der Coco Chanel beiwohnt), dann gibt es einen Zeitsprung nach 1920 und im wesentlichen wird dann eine Affäre zwischen Strawinsky und Chanel angebahnt und gezeigt - flankiert durch Strawinskys Musik und Cocos Erfolgsgeschichte.

Das Drehbuch fand ich nicht schlecht (bis auf den sehr simpel gestrickten Schluss). Auch die Schauspieler waren ganz gut - aber die Kamera und die Regie, die haben es letztlich vergeigt, dass es ein richtig guter Film wird. Alles hat eine schreckliche Schwere, trotz der gut eingeflochtenen Musik und trotz der gelungenen Einblicke in Cocos entstehendes Imperium. Es gibt auch schöne Sätze (z.B. als Coco ihr Parfüm machen lässt: "ich will riechen wie eine Frau und nicht wie eine Blume"). Und es gibt auch genug Psychologie, z.B. den Gegensatz zwischen der frommen russischen Frau von Strawinsky (ganz wunderbar gespielt!), die tuberkulosekrank liebevoll ihre Kinderschar hütet und Igors Noten kopiert
und der selbstbewussten Mademoiselle Coco, die das Gegenbild verkörpert: oberflächlich kalt und männermordend, tief innen einsam und unsicher. Leider bleibt der Film hier an den Klischees hängen, die Betrogene ist zu gut und die Verführerin zu abgebrüht.

Also es berührt nicht wirklich, es fehlt alles in allem an Leichtigkeit und gleichzeitig an tiefem Gefühl, es wirkt in den erotischen Szenen plump gemacht und verzaubert auch nicht durch das großartige Sittengemäde des Paris der 20er Jahre.

Trotzdem, irgendwie ein netter Film und sehenswert.
Heike
Fairy Queen (02.05.2010, 07:09):
Ich habe den Film schon vor Monaten hier irgendwo ausführlich besprochen, weiss aber nciht mehr wo...... :(

F.Q.
Cetay (inaktiv) (02.05.2010, 08:00):
Original von Fairy Queen
Ich habe den Film schon vor Monaten hier irgendwo ausführlich besprochen, weiss aber nciht mehr wo...... :(

F.Q.

Zum Glück haben wir eine Suchfunktion: Hier
Heike (02.05.2010, 10:34):
Ich war gestern, als ich das schrieb, auch irgendwie zu umnachtet, um Fairys Beitrag zu suchen, aber ich wusste, dass sie was drüber geschrieben hatte (so wurde ich auf den film aufmerksam). Wo ich das jetzt lese: da haben wir wohl ziemlich die gleiche Beurteilung, liebe Fairy!
:beer
Heike
Fairy Queen (02.05.2010, 14:36):
Lieber Cetay, danke! Werde diese Funktion mal erforschen :engel
Liebe Heike, wundert dich das? Mich jedenfalls nicht. :wink

F.Q.
Heike (05.08.2010, 19:36):
Inception
Der neue Film von Christopher Nolan im Kino.

Story: Der Protagonist Cobb (DiCaprio) kann sich in die Träume von Schlafenden einloggen und ihnen mittels gekonnter Einflussnahmen so z.B. Geheimnisse entlocken. Er nimmt aber nicht nur bewusst Einfluss, sondern auch sein Unbewusstes, insbesondere siene Projektionen, machen sich in diesen Träumen bemerkbar.
Ein Großindustrieller beauftragt nun Cobb, sich nicht nur in fremde Träume seines Konkurrenten einzuschleichen und diesen auszuspähen, sondern gezielt eine bestimmte Idee so in den Träumer einzuplanzen, dass er beim Aufwachen diese für seine eigene annimmt und ausführt. Das ist besonders schwierig und erfordert verschiedene Levels, quasi Träume im Traum
Nun hat Cobb ein eigenes altes Trauma mit seiner verstorbenen Ehefrau und - wen wundert es - daraus ergeben sich diverse Schwierigkeiten. Eine Mitarbeiterin seines Teams hat das schnell erkannt und will ihm bei der Überwindung helfen.

Mein Eindruck: ein typischer Nolan Film an der Grenze zwischen Fiktion und Realität, zwar nicht sein bester Film, aber durchaus sehenswert und unterhaltsam. Die Story ist ausgesprochen originell und auch fesselnd und völlig stimmig konstruiert. Man muss sich allerdings sehr konzentrieren, der Film stellt einige Anforderungen ans logische Denkvermögen. Es ist ein sehr schneller Film. Unbedingt im Kino anzusehen, es gibt krasse action-Szenen und beeindruckende Kamerabilder, die sicher auf DVD nicht halb so gut wirken. Nicht so gut gelungen ist Nolan imho ist die Personenzeichnung, die Hauptfiguren sind doch arg eindimensional und es menschelt nicht so richtig, auch wenn die Story dafür genug Raum bieten würde. Das bewahrt ihn zwar vor kitschigem Hollywood-Pathos, nutzt aber die Potentiale dieser atemberaubenden Geschichte doch nicht so rundum aus.

Hat den Film noch jemand gesehen?
Heike
Fairy Queen (08.08.2010, 08:57):
Bonjour. ich habe im Urlaub bei ienem Besuch in der bretonischen Hauptstadt Rennes "Tamara Drewe" von Stephen Frears gesehen und mich köstlich amüsiert
.Britischer Humor in rauen Mengen, manchmal auch ziemlich schwarz, aber einfach köstlich. Unbedingt zu empfehlen, wenn man richtig lachen will.
Eine junge Dame kommt nach einer Schönheits-Op in ihr kleines englisches Dorf zurück und stellt dort in kürzester Zeit Alles auf den Kopf. Eine Schriftsteller-Kolonie auf dem Lande die liebevoll von der nach Strich und faden betrogenen Ehefrau eines Bestseller-Autors bekocht und begärtnert wird, zwei durchgeknallte Groupie-Teenies, ein berühmter Rock-Star, ein Stadt-Hund, eine wildgewordene Kuh-Herde und ein Reigen aus Winner-und Loser Typen- very british!!!! :leb
Keine Ahnung, ob der Film schon in Deutschland läuft- wenn ja, erzählt mir bitte, wie er euch gefallen hat.
Fairy Queen
Solitaire (11.08.2010, 19:07):
Mich interessiert eure Meinung zu einem Film den ich am Montag mit meinem Mann gesehen habe, und der mich, das will ich gleich vorrausschicken, geradezu krank gemacht hat, der aber zum Teil hervorragende Kritiken hatte und 6 Oscarnominierungen bekommen hat: „Pans Labyrinth“.
Kennt jemand den Streifen? Er spielt 1944 in Francos Spanien und erzählt die Geschichte eines Mädchens, das mit ihrer schwangeren Mutter Carmen zu deren zweitem Ehemann, einem Hauptmann und treuem Franco-Anhänger zieht. Das Mädchen versucht ihrer grausamen Zeit und den verstörenden Eindrücken denen sie ausgesetzt ist, zu entfliehen, indem sie sich in eine von Feen und Fabelwesen bevölerte Phantasiewelt zurückzieht, in der sie eine verlorene Prinzessin ist, die diverse Prüfungen bestehen muß, um in ihre Feenwelt zurückkehren zu dürfen. Der Film hat ein überaus verstörendes Ende, das ich hier nicht vorwegnehmen möchte falls jemand den Film noch nicht gesehen hat und das nachholen möchte.
ABER:“Pans Labyrinth“ zeichnet sich m.E. vor allem und in erster Linie durch überaus grausam und abstoßende Gewalt aus für die die FSK Freigabe ab 16 m.E. noch zu niedrig ist, zarte Seelen seien also gewarnt!
Ich habe meine Lektion relativ schnell gelernt: nach Mensch zu Mus schlagen und Bein abschneiden habe ich die weiteren Gewaltszenen die Augen zugemacht. Mehr als die körperliche Gewalt die im Film gezeigt wird, hat mich der bodenlose Sadismus des Hauptmanns entsetzt. Wer den Film gesehen hat: als er Mercedes’ Bruder in den Klauen hatte musste ich das Zimmer verlassen.
Mich hat der Film wirklich verstört und ich denke seitdem viel über ihn nach, daher interessiert mich eure Meinung. M.E. wurde er dem Thema nicht gerecht, denn wenn man, was Gewaltdarstellung angeht, robuster ist als ich und sowas gut ertragen kann, bleiben immer noch viele filmische Schwächen: vor allem der Hauptmann ist extrem eindimensional: er ist NUR böse und wird als Monster dargestellt das zu keinen normalen menschlichen Regungen fähig zu sein scheint. (Was natürlich bequem ist, da wir uns so nicht fragen müssen, ob er etwas mit und zu tun hat).
Nirgendwo gibt es einen Hinweis darauf, was Carmen an einem solchen Mann findet, wie sie ihn erlebt, ob sie seine Brutalität ausblendet oder wie sie damit umgeht.

Die Partisanen verkörpern die „gute Gewalt“, und wenn man zu dem Schluß kommen sollte, daß es keine gute Gewalt gibt, so ist das eine persönliche Einstellung und nichts was der Film vermittelt.
Die Phantasiewelt des Mädchens hat für mich keinen Bezug zum tatsächlichen Geschehen, es gibt kaum Zusammenhänge zwischen ihrem inneren Erleben und den äußeren Ereignissen.
Die einzige Szene die ich gelungen fand, und die mich hat frösteln lassen, ist jene Szene in der das Mädchen (dessen Namen ich schon wieder vergessen habe) in ihrer Phantasiewelt einem kinderfressenden Monster begegnet, zu dessen Füßen ein Riesenberg Kinderschuhe liegt. Wenn man bedenkt in welchem Jahr der Film spielt (wie gesagt 1944) ist das ein Symbol, bei dem man das Frieren kriegt.

Ansonsten aber bin ich entsetzt, daß ein so fürchterlicher Film so hochgelobt wurde.
Also: hat ihn jemand von euch gesehen und möchte mir empört widersprechen?

Was nun das Thema angeht wie es einem Menschen gelingen kann mit Hilfe der Phantasie eine unerträgliche Wirklichkeit zu überleben, so möchte ich auf „Der Kuss der Spinnenfrau“ und „Brazil“ verweisen, die dem Zuschauer auch einiges abverlangen, aber für mich wahre Meisterwerke sind.
Fairy Queen (11.08.2010, 19:47):
Liebe Slitaire, dieser Film lief hier vor längerer zeit im Kino und wurde mir empfohlen- ich bin also guten Glaubens reingegangen. mir ging es dann genauso wie Dir- dass ich vor Ekel ich nicht mitten in den Saal gek... habe, ist noch das Geringste!
Leider hat mein verstand mir gesagt, dass es in faschistishcen Regimen in Deutschland und Spanien und überall auf der Welt wohl teilweise noch viel schlimmer zuging und man vor diesen realitâten nicht die augen vershcliessen darf- ich habe sie natürlich trotzdem zugemacht, weil mir das unerträglich anzusehen ist. Und ich muss ganz ehrlcih sagen, dass ich es höchst bedenklich fände, wenn mir das nciht unertrâglich wäre.
Die Phantasie als letztes Refugium- das ist eine Botschaft, die ich sehr gut annehmen kann, aber ich frage mich ob man um diese Botschaft zu vermitteln solchen Sadismus wirklich im Bild ziegen muss und soll. Ich weigere mich jedenfalls strikt, mir das im Detail anzusehen.
Was Frauen an Sadisten finden, fragst du? Sie werden halt täglich darin bestätigt, dass sie selbst ncihts wert sind und es verdient haben, gequält zu werden.
Oder noch schlimmer: sie verwechseln Brutalitât mit Zuwendung, weil sie von Kind an keine eine andere Art der menschlichen "Zuwendung" kennengelernt haben.
Seelisch gesunde und ihres Wertes bewusste Frauen werden allerdings weniger daran finden.......

F.Q.
Solitaire (12.08.2010, 08:57):
Hallo Fairy!

Danke für deine Eindrücke!
Ja, im wirklichen Leben ging es wohl tatsächlich so (und noch viel schlimmer zu), und sich dem zu stellen ist nicht einfach. Ich frage mich aber wirklich, ob man alles zeigen muß, oder ob es nicht (auch filmtechnisch) besser ist, dem Zuschauer manche Dinge nicht zuzumuten.

Ich weiß ja nicht, wie es anderen geht, aber ich finde es schwierig, sich auf einen Film einzulassen wenn alle 20 Minuten eine Szene kommt die derart grausam ist, daß man die nächsten zwanzig Minuten braucht um sich davon zu erholen.
Wie gesagt, ich fand den Film auch sonst nicht sehr gelungen, da er mir doch ziemlich platt und oberflächlich vorkam. Die Botschaft mit Hilfe der Phantasie der Wirklichkeit zu entfliehen kann ich auch sehr gut akzeptieren nur finde ich hier andere Filme wesentlich gelungener.
Auf der anderen Seite ist Pans Labyrinth aber weiß Gott ein Film über den ich noco öfter nachdenken werde, und über denn Herr und Frau Mina beim Frühstück schon mehrfach ausgiebig diskutiert haben, also hat er seinen Zweck ja vielleicht doch erfüllt.

Was nun Carmen angeht, so wäre ein Hinweis drauf wie ihre Beziehung zu ihrem ersten Mann war interessant gewesen. War er auch einer, für den sie nichts wert war und der in ihr nur die Bruthenne gesehen hat wie der Hauptmann?
Mein Gatte meint, Carmen hätte in ihm einfach den sicheren Versorger gesehen, der sie und ihre Tochter in einer chaotischen Welt materiell und was äußerlichen Schutz angeht beistehen kann.
Der Gedanke, daß sie sich diesen Mann unbewußt ausgesucht hat, weil er sie in ihrem Glauben nichts wert zu sein bestärkt, und das vermutlich ein Verhalten wäre mit dem sie sich auskennt und immerhin irgendwie umgehen kann ist erschreckend, aber wohl auch nicht von der hand zu weisen. So etwas gibt es ja nun tatsächlich.
Wie gesagt, wenn man die Gewalt mal außen vor läßt oder eben besser damit umgehen kann als meinereiner, bleibt m.E. eine eindimensionale, platte Handlung mit eindimensionalen Charakteren. Da war, wenn man schon bei Kriegsverbrechern im Kino (und der Realität) bleiben will, Amon Göth in „Schindlers Liste“ ein wesentlich unbequemerer Geselle bei dem man sich viel mehr fragen mußte, ob unter bestimmten umständen auch in einem selber die finsteren Seiten erwachen. Hauptmann Vidal war einfach nur ein besonders brutaler Filmbösewicht. Im Übrigen ist mir der Name des Mädchens wieder eingefallen: die gute hieß ausgerechnet Ofèlia.
Solitaire (19.08.2010, 14:24):
Original von Heike
Inception
Hat den Film noch jemand gesehen?
Heike

Hallo Heike!

Ich habe inzwischen Inception gesehen und ich muß sagen, der Film hat mir gefallen. Ich habe mich ausgesprochen gut unterhalten und hatte auch keine große Mühe, der Handlung zu folgen. Allerdings sollte man den Film wohl eher nicht nach einem ausgedehnten Kneipenbummel und mit ein paar Gläsern zuviel intus sehen, dann dürfte es mit den unterschiedlichen Traumebenen wohl doch etwas schwierig werden.
Leonardo DiCaprio ist für mich als Mann ein wahres Brechmittel, als Schauspieler jedoch finde ich ihn hervorragend (was er bereits anspruchsvolleren Filmen als diesem bewiesen hat, aber auch hier schlägt er sich m.E. wacker).
Was den Film interessant macht ist m.E. die Tatsache, daß es das Phänomen des luziden Träumens (oder auch des „Klartraums“) ja tatsächlich gibt. D.h. der Träumer weiß, daß er träumt. Laut Wikipedia müssen für einen echten Klartraum folgende Bedingungen erfüllt sein:

Der Träumer ist sich darüber im Klaren, dass er träumt.
Der Träumer ist sich über seine Entscheidungsfreiheit im Klaren.
Das Bewusstsein ist klar, es gibt keine traumtypische Verwirrung oder Bewusstseinstrübungen.
Die Wahrnehmung der fünf Sinne ist wie im Wachzustand.

Weitere Punkte KÖNNEN, müssen aber nicht zutreffen:


Es besteht Klarheit über das Wachleben, also darüber, wer man ist oder was man sich für den Klartraum vorgenommen hat.
Nach dem Traum gibt es eine klare Erinnerung.
Der Träumer ist sich über den Sinn des Traums im Klaren

Im Übrigen ist luzides Träumen angeblich erlernbar, unter anderem durch einen Trick, der an das Totem im Film erinnert: wer luzides Träumen erlernen will, soll sich angewöhnen sich mehrfach am Tag ernsthaft zu fragen, ob er gerade träumt oder wach ist. Er soll Anhaltspunkte für seine jeweilige Antwort („Ich bin wach“ oder „Ich träume“) suchen. Insofern ist die Frage die Leo DiCaprio gerne stellt („Wie bist du gerade hierher gekommen?“) gar nicht falsch und wäre tatsächlich solch ein Anhaltspunkt. Angeblich gewöhnt man sich dieses Praxis im Laufe der Woche, Monate und Jahre so an, daß man sich die Frage irgendwann auch im tatsächlichen Traumzustand stellt und mit weiterer Übung zu der Erkenntnis kommt „Ich träume“. Hat man das erkannt kann man, so die Theorie, den weiteren Traumverlauf willentlich steuern. Was man mit dieser Fähigkeit. dann anfängt, ist nochmal eine andere Sache. Soweit wie im Film wird es wohl nicht gehen (außerdem wäre da ja noch das „vernetzte“ Träumen das nun wahrlich reine Spinnerei ist), aber immerhin: wenn es mir einen heißen Flirt mit Johnny Depp ermöglicht, warum nicht... :engel

Irgendwo habe ich mal gelesen, daß Menschen die an permanent wiederkehrenden Alpträumen leiden geraten wird, diese Fähigkeit zu trainieren.
Aber eigentlich bin ich persönlich zu faul sowas zu lernen, und lasse mich lieber überraschen. :D
Rachmaninov (19.08.2010, 16:18):
Original von Solitaire
Original von Heike
Inception
Hat den Film noch jemand gesehen?
Heike

Hallo Heike!

Ich habe inzwischen Inception gesehen und ich muß sagen, der Film hat mir gefallen. Ich habe mich ausgesprochen gut unterhalten und hatte auch keine große Mühe, der Handlung zu folgen. Allerdings sollte man den Film wohl eher nicht nach einem ausgedehnten Kneipenbummel und mit ein paar Gläsern zuviel intus sehen, dann dürfte es mit den unterschiedlichen Traumebenen wohl doch etwas schwierig werden.
Leonardo DiCaprio ist für mich als Mann ein wahres Brechmittel, als Schauspieler jedoch finde ich ihn hervorragend (was er bereits anspruchsvolleren Filmen als diesem bewiesen hat, aber auch hier schlägt er sich m.E. wacker).
Was den Film interessant macht ist m.E. die Tatsache, daß es das Phänomen des luziden Träumens (oder auch des „Klartraums“) ja tatsächlich gibt. D.h. der Träumer weiß, daß er träumt. Laut Wikipedia müssen für einen echten Klartraum folgende Bedingungen erfüllt sein:

Der Träumer ist sich darüber im Klaren, dass er träumt.
Der Träumer ist sich über seine Entscheidungsfreiheit im Klaren.
Das Bewusstsein ist klar, es gibt keine traumtypische Verwirrung oder Bewusstseinstrübungen.
Die Wahrnehmung der fünf Sinne ist wie im Wachzustand.

Weitere Punkte KÖNNEN, müssen aber nicht zutreffen:


Es besteht Klarheit über das Wachleben, also darüber, wer man ist oder was man sich für den Klartraum vorgenommen hat.
Nach dem Traum gibt es eine klare Erinnerung.
Der Träumer ist sich über den Sinn des Traums im Klaren

Im Übrigen ist luzides Träumen angeblich erlernbar, unter anderem durch einen Trick, der an das Totem im Film erinnert: wer luzides Träumen erlernen will, soll sich angewöhnen sich mehrfach am Tag ernsthaft zu fragen, ob er gerade träumt oder wach ist. Er soll Anhaltspunkte für seine jeweilige Antwort („Ich bin wach“ oder „Ich träume“) suchen. Insofern ist die Frage die Leo DiCaprio gerne stellt („Wie bist du gerade hierher gekommen?“) gar nicht falsch und wäre tatsächlich solch ein Anhaltspunkt. Angeblich gewöhnt man sich dieses Praxis im Laufe der Woche, Monate und Jahre so an, daß man sich die Frage irgendwann auch im tatsächlichen Traumzustand stellt und mit weiterer Übung zu der Erkenntnis kommt „Ich träume“. Hat man das erkannt kann man, so die Theorie, den weiteren Traumverlauf willentlich steuern. Was man mit dieser Fähigkeit. dann anfängt, ist nochmal eine andere Sache. Soweit wie im Film wird es wohl nicht gehen (außerdem wäre da ja noch das „vernetzte“ Träumen das nun wahrlich reine Spinnerei ist), aber immerhin: wenn es mir einen heißen Flirt mit Johnny Depp ermöglicht, warum nicht... :engel

Irgendwo habe ich mal gelesen, daß Menschen die an permanent wiederkehrenden Alpträumen leiden geraten wird, diese Fähigkeit zu trainieren.
Aber eigentlich bin ich persönlich zu faul sowas zu lernen, und lasse mich lieber überraschen. :D

Habe den Film ebenfalls gesehen und würde im mal 8/10 Punkten geben.
Grobe logische Fehler sind mir nicht aufgefallen! :ignore
Jürgen (20.08.2010, 07:31):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51E-I2fP0rL._SL160_AA115_.jpghttp://ecx.images-amazon.com/images/I/51AaMpog%2B6L._SL160_AA115_.jpghttp://ecx.images-amazon.com/images/I/51s9IzFpJbL._SL160_AA115_.jpg

Der Pate, Teil 1-3, restaurierte Fassungen

Mit einem Freund zusammen (unsere Frauen waren nicht sonderlich interessiert :cool) an drei späten Abenden mit einem Beamer, leckerer Pasta und Rotwein zelebriert.

Fazit: Das ist wirklich großartig inszeniertes Kino. Insbesondere die Fähigkeit, große Feierlichkeiten im sakralen Umfeld und blutige Gräueltaten zeitgleich darzustellen, ist hier Coppola's Markenzeichen.

Grüße
Jürgen
Heike (20.08.2010, 09:00):
@Rachmaninov: zu Inception:
Grobe logische Fehler sind mir nicht aufgefallen!
Mir auch nicht, insoweit fand ich den Film als action-Thriller auch ganz gut. Meine Kritik liegt woanders. Die ganze Traumageschichte von Cobb und überhaupt die ganzen Hauptfiguren waren arg eindimensional, da kam kein Gefühl rüber, schon gar kein differenziertes. Insoweit ist es für eine Psychostory (die es beim Thema Traum und Unbewusstes werden könnte) doch ziemlich schwach.
Heike
Fairy Queen (21.08.2010, 11:55):
Gestern abend im Kino gesehen: Vittorio de Sica "Die Gârten der Finzi-Contini Gewinner des goldenen Bären 1971- also ein alter Schinken.
Nach der Romanvorlage des italienischen Autor Giorgio Bassani, wird die Geschichte einer Jugend und einer unerfüllten Liebe im bildungsbürgerlich-jüdischen Milieu Ferraras (herrliche Stadt, kann ich nur allerwämstens empfehlen!) von 1938-43 erzählt. Die Verfolgung der Juden im faschistischen Italien beendet die Jugend (und vermutlich das Leben) der Protagonisten. Man hat den Eindruck dass die italiensichen Juden die Eskaltation, sprich die Deportation- noch viel weniger erwartet oder nur für möglich gehalten haben, als die Juden in Deutschland. Niemand denkt an Flucht, das Leben geht trotz erheblicher gesetzlicher Einschränkungen relativ normal(im Vergleich zu Deutschland) weiter- bis dann mit einemmal 1943 alles zu Ende ist. Und auch ohne dass in dem Film ein einziger Gewaltakt gezeigt wird/vorkommt: das Schlussbild ist so erschütternd offen, dass nichts weiter gesagt werden muss. Niemand in dem Film evoziert Deportation Konzentrations-Lager, Vernichtung, die Leute werden sogar höflich gebeten, mitzukommen. "Eine Formalität" Und am Ende sitzen alle Ferrareser Juden (ausser denen die sich verstecken konnten oder nciht zu Hause waren) zusammengedrängt in den Klassenzimmern der Schule. Sie wissen nicht, was mit ihnen geschehen wird, aber der Zuschauer weiss es.
Und hat Alpträume.

Trotzdem ein wunderbarer Film, mit sehr gut fotographierten und melancholischen Bildern. Helmut Berger spielt den sanften jungen schwindsüchtigen Bruder der weiblcihen Hauptperson.
Grosse Literaturverfilmung- wie schön, dass solche Filme hier im Kino immer wieder gezeigt werden.

F.Q.
Heike (06.11.2010, 22:40):
Kino: Goethe!
Regie Philipp Stölzl

Haben wir doch alle die tragische Geschihte gelesen????
Da treffen wir sie wieder, Lotte, Albert, Werther..... bzw. Charlotte Buff (Miriam Stein), Johann Christian Kestner (Moritz Bleibtreu), Goethe (Alexander Fehling).

Ach ja, ein wenig Rosamunde Pilcher ist schon dabei in diesem Film, also eine Biographie ist das nicht, sondern eben frivoler Herzschmerz mit etlichen schönen Details angereichert. Wobei der junge Goethe wirklich toll gespielt wird. Aber das wars dann auch schon, Tiefe oder gar Wahrheit darf man nicht erwarten. Man ist trotzdem recht gut unterhalten und ehrlich gesagt würde es mich freuen, wenn auch nur eine/r danach den Werther lesen würde. Mit einem Fläschlein Sekt am Platz hat uns drei Freundinnen der Film richtig Spaß gemacht, aber man darf wirklich nur gute Unterhaltung wollen und keinen Deut mehr.
Heike
Holger (07.11.2010, 00:55):
Liebe Heike,

danke für die Rezension!

Den Werther liebe ich heiß und innig. Ich habe ihn sogar mehrfach gelesen - übrigens auch in der Adaption von Plenzdorf.

Meine Lieblings-Passagen wurden von mir als eine Art selbstgemachtes "Hörbuch" auf Festplatte verewigt - allerdings gebricht es mir an ebender professionellen Studiotechnil, die ich andernorts propagiert habe. :D

Wie auch immer - der Goethe-Film reizt mich wahnsinnig!

Viele Grüße von Holger
Fairy Queen (07.11.2010, 06:31):
Guten Morgen, liebe Heike, ist das ein neuer Film und habt ihr den im Kino gesehen oder kann man den nur in der Mediathjek leihen? Ich brauche solche Filme hin und wieder unbedingt! :engel

F.Q.
Heike (07.11.2010, 10:02):
Liebe Fairy, das ist ein neuer deutscher Kinofilm: http://wwws.warnerbros.de/goethe/
Heike
Holger (07.11.2010, 13:19):
Original von Holger

Wie auch immer - der Goethe-Film reizt mich wahnsinnig!



GRMMPFFF! Mittlerweile schon weniger. Habe ich doch in der Filmvorschau gelesen, daß Goethe und Kestner sich duellieren. Was für ein Schwachsinn!

Die Begründung finde ich mehr als fadenscheinig: Man habe mit dieser Szene Goethes seelische Befindlichkeit zum Ausdruck bringen wollen, bla, bla, bla...

Als sei die Historie, wie sie sich tatsächlich abgespielt hat, nicht interessant genug. Als sei es (alternativ) nicht möglich, den "Werther" werkgetreu zu verfilmen. Beides offenbar unzumutbar für ein durch "Stirb langsam" gestähltes Publikum. ?(

Aber sei's drum, ich werde mir "Goethe" dennoch ansehen - mit der gleichen Einstellung wie Heike - und nicht schon im Vorfeld grundsätzlich ablehnend sein. Schließlich & endlich ist ja auch sehr die Frage, inwieweit z. B. "Amadeus", einer meiner Lieblingsfilme, den historischen Tatsachen entspricht.

Also: Ruhig, Brauner! Hinterher meckern kannste immer noch!

Liebe Grüße von Holger
Fairy Queen (07.11.2010, 16:58):
Ich hab mir dank Heike den Trailer auch angesehen. Ist mir egal, ob realistisch oder nicht- ich will den Film trotzdem sehen! Weiss bloss nciht wo, da ich vor Weihnachten nicht nach Deutshcland komme. Am besten mit meiner Schwester und meiner Tochter- so wie Heike das beschreibt- halt ein Werther-Mâdchenabend. Nur ohne Jonas Kaufmann. Genausowenig wie Salieri Mozart vergiftet hat hat sich Goethe mit Kestner duelliert. Aber ein Film ist ein Kunstwerk und keine Biographie- Herz und Schmerz sind doch genau das Richtige fûr dne Monat November-oder? :engel
Heike (07.11.2010, 17:23):
Genau, ich verspreche dir, du wirst dich gut amüsieren und mit dem armen Johann kräftig mitleiden - auch wenn es mehr Dichtung als Wahrheit ist!
Heike
Holger (09.11.2010, 18:49):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Bnr9CmDoL.jpg


Die "Exile on Main Street"-Tour von 1972, als die Jungs noch jung und hübsch waren. Zudem in meiner Lieblingsbesetzung mit Mick Taylor an der Gitarre. Vorwiegend Material von "Sticky Fingers", und "Exile", aber auch "Gimme Shelter" (Gänsehaut!!!) und mein All-Time-Favourite "Jumpin' Jack Flash". Zwar voll auf Droge, aber irgendwas ist immer... :D

Die Geschichte zur Tour findet sich in Keith Richards' lesenswerter Autobiographie "Life".

Liebe Grüße von Holger
Holger (09.11.2010, 19:08):
AUTSCH! "Rock Symphonies" mit David Garrett.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51p15iPqIhL._SL500_AA300_.jpg

Sorry, der Typ geht mir voll auf den ... äh ... Zeiger mit seinem Gefiedel!
Rachmaninov (09.11.2010, 20:01):
Original von Holger
AUTSCH! "Rock Symphonies" mit David Garrett.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51p15iPqIhL._SL500_AA300_.jpg

Sorry, der Typ geht mir voll auf den ... äh ... Zeiger mit seinem Gefiedel!

Richard Clayderman's Erbe!
Holger (12.11.2010, 18:45):
Und hier 36 Jahre (!!!) nach der '72er-Tour:


http://ecx.images-amazon.com/images/I/51LqmuOo4%2BL.jpg


Wenngleich ich das Songmaterial nicht durchgängig mag: Es macht einfach Spaß, Keith Richards zuzusehen!

Merke: Was der einen ihr Villazon, ist dem anderen sein Richards! :D

Liebe Grüße von Holger


NACHTRAG:

Kommentar nach dem vollständigen Ansehen:

Kann man einmal anschauen, muß man nicht haben.

Wie heißt es so schön über Keith Richards?

"Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern!"

Der affektierte Jagger hingegen ist nahezu unerträglich. Da schaue ich doch lieber den "Figaro"! :J (Hätte nie gedacht, daß ich sowas mal sagen würde...) :)
Fairy Queen (15.11.2010, 21:13):
Ich habe den neuen Woody Allen Film "You will meet a tall dark stranger" gesehen.



Ich glaube, Woody wird langsam alt! :D

Wie so oft: eine Gesellschaftskritik, in der vor allen Dingen das Eheleben der Intellektuellen karikiert wird. Diesmal spielen aber Alter und Spiritualität eine ganz grosse Rolle und ein Happy end gibt es hier nur für das abgedrehteste bzw "spiritischste" aller gezeigten Paare.
Anthony Hopkins spielt einen alternden Herrn mit Jugendwahn, der glaubt, sich im Sportstudio und mit Viagra um die Hälfte seiner Jahre reduzieren zu können. In seinem Wahn gerät er dann an ein Porrnosternchen, das seine Enkelin sein kônnte, heiratet Selbiges, wünscht sich einen Sohn und wird nach Strich und Faden um Geld und Illusionen betrogen. Das ist so dick aufgetragen, dass es selbst als Karikatur platt wirkt, aber hervorragend gespielt! Tragisch wird es, als der gehörnte Ehemann endlich begreift, was Sache ist und dabei eine Tracht Prügel vom Liebhaber seiner Gattin einstecken muss. Trotz aller Klischees kommt da endlch mal ein bisschen Mitgefûhl auf.
Die Identifikation mit den Figuren fâllt trotz serh guter Darsteller schwer, aber der Film bietet nette und angenehme Unterhaltung. Um ein grosses Film- Kunstwerk handelt es sich m.E. nicht. Was Woody Allen uns wohl mit dem Ende sagen will????
Für zwei Paare bleibt das Ende ungesagt und tendiert eher zum Tragischen, nur ein altes Paar, das an eine Wiedergeburt glaubt und in spiritistishcen Sitzungen die abgelebte Ehefrau fragt, ob sie mit der neuen Bindung einverstanden ist, scheint sein Glück zu finden.
Alles Illusion mit der Liebe-oder was?

F.Q.
Solitaire (16.11.2010, 09:51):
Ich muß mich jetzt mal outen. Manchmal, aber nur manchmal habe ich Spaß an völlig bekloppten Filmen. Am Samstag war es soweit und es gab mal wieder „Shaun of the Dead“. Bekloppter geht es nicht mehr. Lustiger aber auch nicht, und vielleicht ist es nach drei Abenden voller Chorproben (Donnerstag Schütz, Freitag Bach, Samstag Fauré) in Folge auch mal verzeihlich, einen Abend mit einem Film zu verbringen der mit „Eine romantische Komödie. Mit Zombies“ beworben wurde. :cool
Ich hatte jedenfalls viel Spaß. Und im Übrigen kann ein Film in dem Bill Nighy mitspielt nie ganz schlecht sein. :cool

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51UZxaH6ltL.jpg
Holger (16.11.2010, 20:52):
Keith Richards live in Boston


http://ecx.images-amazon.com/images/I/51JVkY%2BiNKL.jpg


Wie bereits gesagt: "Von Zeit zu Zeit seh' ich den Alten gern!"

Neben Charlie Watts mein absoluter Lieblings-Stone. Weshalb singt der eigentlich nicht den "Figaro"??? :D

Bei Erscheinen mochte ich die Musik der X-Pensive Winos überhaupt nicht, aber das hat sich mittlerweile ins ganze Gegenteil verkehrt.

Die DVD gips bei Amazon zum Schleuderpreis.

Liebe Grüße von Holger
Holger (19.11.2010, 22:28):
Rolling Stones: Stones in Exile


http://ecx.images-amazon.com/images/I/51xrZl5p8LL.jpg


Im Gegensatz zur allgemein vorherrschenden Meinung ist "Exile On Mainstreet" für mich nicht die beste Stones-LP, aber doch eine der guten.

Dennoch: kein Vergleich zu "Keith Richards live in Boston"! Die "Exile"-DVD zu kaufen, lohnt nicht - wohl aber, sie auszuleihen. Lustig, daß die Stones im Proberaum zuweilen genauso mies klingen wie die Bands, in denen ich dilettiert habe! :D

Liebe Grüße von Holger
Agravain (20.11.2010, 17:16):
Original von Solitaire
Ich muß mich jetzt mal outen. Manchmal, aber nur manchmal habe ich Spaß an völlig bekloppten Filmen. Am Samstag war es soweit und es gab mal wieder „Shaun of the Dead“. Bekloppter geht es nicht mehr. Lustiger aber auch nicht, und vielleicht ist es nach drei Abenden voller Chorproben (Donnerstag Schütz, Freitag Bach, Samstag Fauré) in Folge auch mal verzeihlich, einen Abend mit einem Film zu verbringen der mit „Eine romantische Komödie. Mit Zombies“ beworben wurde. :cool
Ich hatte jedenfalls viel Spaß. Und im Übrigen kann ein Film in dem Bill Nighy mitspielt nie ganz schlecht sein. :cool

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51UZxaH6ltL.jpg

Das Ding ist nicht bekloppt, das Ding ist großartig.
Was ist die letzte Bastion meiner britischen Freunde: das Public House.
Wer das so eindeutig klarstellt, der ist genial.
Muss ich auch einmal wieder sehen.

Bei mir im Verlauf des Abends vorweihnachtlicher Unsinn, nämlich:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4010884500561.jpg

:hello Agravain
Heike (25.12.2010, 19:30):
Kino:
Von Menschen und Göttern
Frankreich 2010, Xavier Beauvois
Darsteller: Lambert Wilson, Michael Lonsdale, Philippe Laudenbach und Jacques Herlin u.a.

Der Film beruht auf Tatsachen:
In der Nacht vom 26. zum 27. März 1996, inmitten des algerischen Bürgerkrieges, verschaffte sich eine Gruppe Bewaffneter gewaltsam Eintritt in ein Kloster im Atlasgebirge und entführte sieben der Mönche (alle französischer Nationalität). Zwei Mönche konnten sich verstecken. Kurze Zeit später bekannte sich die Groupe Islamique Armé, eine terroristische Splittergruppe, zur Tat und forderte die Freilassung eines ihrer Anführer, im Gegenzug für die Freilassung der Mönche. Das letzte Lebenszeichen der Mönche ist eine Tonbandaufnahme vom 20. April mit ihren Stimmen in Gefangenschaft; das Band wurde am 30. April an die französische Botschaft in Algier gesandt. Die Mönche wurden enthauptet und ihre Köpfe wurden am 30. Mai in der Nähe von Médéa aufgefunden. Die Körper der Mönche wurden nicht gefunden. Die Morde wurden nie ganz aufgeklärt. (Quelle Wikipedia)

Der Film zeigt zunächst einige Zeit vor dem Terror in dem algerischen Dorf und im Kloster bis zur Entführung und deren Vorgeschichte. Die Zisterziensermönche und die Dorfbewohner führten gemeinsam ein friedliches Leben, achteten und halfen sich, feierten gemeinsam. Der islamistische Terror kam näher und machte Angst, nicht nur den Mönchen. Dann eskalierte die Lage mehr und mehr .... man kennt das Ende bereits und folgt wie hypnotisiert dem Geschehen. Am Schluss stehen die Tonbandaufnahmen der Mönche.

Ein langsamer, unsentimentaler und gerade in seiner Schlichtheit äußerst eindringlicher Film.
Heike
Heike (23.01.2011, 23:31):
Black Swan
Kino, Regie: Darren Aronofsky, USA 2010

Natalie Portman spielt die ehrgeizige, etwas verklemmte Ballerina Nina, die die doppelte Hauptrolle des weißen und schwarzen Schwans in Tschaikowskys Schwanensee haben will, die eine gestörte Mutterbeziehung hat, die selbst mit Ängsten und Wahnvorstellungen kämpft und sich der harten Konkurrenz im Ballettgeschäft erwehren muss.

Hut ab vor Portmans Leistung, sie soll (nach einjährigem Training) fast alle Szenen selbst getanzt haben. Der Film selbst war nicht schlecht, hat mich aber auch nicht sonderlich begeistert. Das Verschwimmen zwischen Wirklichkeit und Wahn, wovon der ganze Film quasi lebt, war mir oft zu grell und plakativ; da fehlte mir Subtilität. Auch konnte ich die Beziehung Ninas zum Choreographen nicht nachvollziehen, das war mir zu eindimensional. Besser getroffen fand ich die kranke Mutterbeziehung. Handwerklich war das alles nett gemacht, emotional leider aus meiner Sicht oft knapp vorbei. Ein Ballettfilm ist es auf jeden Fall nicht, dafür bedient er zu viele Klischees. Als Psychothriller kann es schon eher gelten, aber dafür war es wiederum sehr vorhersehbar. Aber vielleicht bin ich bei Psychothrillern auch zu kritisch.

Heike
Rachmaninov (24.01.2011, 08:37):
Original von Heike
Black Swan
Kino, Regie: Darren Aronofsky, USA 2010

Natalie Portman spielt die ehrgeizige, etwas verklemmte Ballerina Nina, die die doppelte Hauptrolle des weißen und schwarzen Schwans in Tschaikowskys Schwanensee haben will, die eine gestörte Mutterbeziehung hat, die selbst mit Ängsten und Wahnvorstellungen kämpft und sich der harten Konkurrenz im Ballettgeschäft erwehren muss.

Hut ab vor Portmans Leistung, sie soll (nach einjährigem Training) fast alle Szenen selbst getanzt haben. Der Film selbst war nicht schlecht, hat mich aber auch nicht sonderlich begeistert. Das Verschwimmen zwischen Wirklichkeit und Wahn, wovon der ganze Film quasi lebt, war mir oft zu grell und plakativ; da fehlte mir Subtilität. Auch konnte ich die Beziehung Ninas zum Choreographen nicht nachvollziehen, das war mir zu eindimensional. Besser getroffen fand ich die kranke Mutterbeziehung. Handwerklich war das alles nett gemacht, emotional leider aus meiner Sicht oft knapp vorbei. Ein Ballettfilm ist es auf jeden Fall nicht, dafür bedient er zu viele Klischees. Als Psychothriller kann es schon eher gelten, aber dafür war es wiederum sehr vorhersehbar. Aber vielleicht bin ich bei Psychothrillern auch zu kritisch.

Heike


Klingt aber als wäre die Rolle Fr. Portman auf den leib....ähm....Studiengang geschrieben!
Fairy Queen (02.02.2011, 22:00):
Ich möchte einen herausragenden Film empfehlen, der hoffentlich die Oscars bekommt, für die er nominiert ist:
Tom Hopper: Die Rede des Königs

Ich weiss nciht, ob dieser Film schon in deutschen Kinos zu sehen ist, hier ist er heute angelaufen. Die bewegende Geschichte eines Mannes der wider willen König wird und sich in historisch schwersten Zeiten selbst überwindet und gerade dadurch wider jede Erwartung zum Symbol und Widerstands-Anker fûr sein Volk wird.
Die Schauspieler(allen voran Colin Firth, Helena Bonham-Carter und Geoffrey Rush) sind voll auf der Höhe der ergreifenden Geschichte.
F.Q.
Solitaire (03.02.2011, 09:49):
Auf diesen Film warte ich auch schon sehnsüchtig! Der Filmstart hier ist am 17. Februar (wie wir alle wissen ist das Molières Todestag, nur mal so nebenbei). Ich möchte ihn auch unbedingt sehen, allerdings wird das wohl in Zukunft noch schwieriger als bisher: Remscheids einziges Kino hat Inzolvenz angemeldet und der liebe Himmel weiß, ob es gerettet werden kann :I
Ich wußte gar nicht, daß neben Colin Firth auch Helena Bonham-Carter, die ich sehr mag, mitspielt. Geoffrey Rush kenne ich als bösen Piraten-Captain (Fluch der Karibik) und als Trotzki (Frida), in beiden Rollen hat er mir sehr gefallen. Ich bin jedenfalls gespannt, die Ausschnitte die ich bisher gesehen habe haben mich sehr neugierig gemacht.
Solitaire (14.02.2011, 15:20):
Gerade eben als leichte entspannung mit meinem verschnupften Schatz gesehen: "Die große Schlacht des Don Camillo".
http://media.buch.de/img-adb/01781473-00-00/don_camillo_peppone_die_grosse_schlacht_des_don_camillo.jpg
Ich liebe die Filme!
Zefira (14.02.2011, 18:26):
Merkwürdig unentschlossener Film, ich kann die begeisterten Amazon-Kritiken nicht ganz nachvollziehen:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51jM7ZdOWVL._SL500_AA300_.jpg

Wie jemand den stets unglaublich miesepetrig dreinschauenden Hauptdarsteller als "verdammt hübschen Kerl" bezeichnen kann (so einer der Amazon-Kritiker), erschließt sich mir auch nicht. Aber Jessica Schwarz gefällt mir immer besser.

Bin trotz des nicht ganz überzeugenden Films am Überlegen, ob ich mir das Buch besorgen soll ("DIe Damalstür" von Akif Pirincci). Kennt es jemand?

lG Zefira
Heike (24.02.2011, 09:10):
Kino: Poll
Dt. 2011, Regie Chris Kraus (nach einer wahren Geschichte)

Oda (ein 14 jähriges Mädchen, das bisher in Berlin lebte) kommt mit ihrer toten Mutter im Sarg zurück an die baltische Ostsee-Küste zum Vater. Dieser Vater, ein gescheiterter Medizinprofessor und jetziger Gutsherr auf dem Anwesen seiner neuen estnischen Frau (deren älterer Sohn in Oda verliebt ist) hat makabre Hobbys und kooperiert mit den Russen. Oda findet einen verletzten estnischen Aufständischen, der sich vor den Russen versteckt. Sie hilft ihm.

Der Film fängt die düstere und teilweise feindseelige Stimmung 1914 wunderbar ein. Einerseits erinnern manche Szenen an die Grausamkeiten von "Das Weiße Band", andererseits mischt sich aber auch ein wenig Pathetik ala Titanic darunter. Schauspielerisch ist das ganz wunderbar umgesetzt. Viele Passagen irritieren einen sehr, manchmal ist man geschockt, dann wieder gerührt. Sehenswert auf jeden Fall.
Heike
Heike (26.02.2011, 07:47):
gelöscht (bzw. in den Musikfilmthread kopiert)
Heike
Solitaire (26.02.2011, 11:15):
Hallo Zefira!
Ich kenne den "verdammt hübschen Kerl" (Hallo??? ?( ?( ?() aus "Adams Äpfel", einer bitterbösen Komödie in der er einen komplett ignoranten evangelischen Geistlichen gespielt hat, der ein sehr seltsames Resozialisierungsprojekt für straffällig gewordene Männer leitet. Da gibt es einen Kinderschänder, einen Alkoholiker, einen arabischen Tankstellenräuber und Adam, den strammen Neonazi, der aber, und das muß man sich erstmal trauen, in diesem Haufen Irrer der einzige ist, der noch halbwegs bei Verstand ist. Von seiner unsäglichen Gesinnung mal abgesehen. Habe ich lange nicht mehr gesehen und sollte ich mal wieder machen.
Heute Abend wollte ich eigentlich im Kino "The King's speech" sehen, aber Wuppertal ist im Pina-Rausch, in meinem Kino läuft heute dreimal "Pina" und keinmal Colin Firth. Jetzt wird es wohl "Im Labyrinth der Wörter" mit Gerard Depardieu, den ich auch immer noch sehen wollte und der zum Glück noch läuft.
Fairy Queen (01.03.2011, 15:09):
Liebe solitaire, nachdem Colin Firth ja nun den Oscar gewonnen hat, wird sich doch hoffentlcih ein Kino in deiner Nähe erbarmen, denn "The king's speech" lohnt wirklich! Ich habe am Samstag den grössten Konkurrenten um den Preis 'True grit" von den Brüdern Cohen gesehen- keine zu unterschâtzende Konkurrenz udn es tat mir serh leid, dass der Film komplett leer ausging. Besonders die junge Hauptdarstellerin hâtte unbedingt einen Preis verdient. und wenn es einen Oscar dafür gibt, ein Genre gegen den Strich zu bürsten ohne es zu verlassen und damit westernfremde zuschauer zu gewinnen, hätte True Grit den von mir auch bekommen.
Ich hoffe, dass Pina bei uns auch laufen wird.
F.Q.
Heike (08.04.2011, 22:18):
Kino:"In einer besseren Welt"
Mit Mikael Persbrandt, Ulrich Thomsen, Trine Dyrholm u.a.
Regie: Susanne Bier
Dänemark / Schweden, 2010

Der Film hat gerade den Oscar für den besten fremdsprachigen Film bekommen.

Erstmal geht es um zwei Familien, die aus unterschiedlichen Gründen eine Krise durchmachen. In der einen Familie starb die Mutter an Krebs, in der anderen trennten sich die Eltern wegen einer Affäre des Mannes. Und die Kinder leiden darunter.

Die beiden vorpubertären Söhne stehen im Focus des Films und sie spielen das grandios. Eigentlich aber geht es um die Frage, ob man sich bei erlebter Gewalt wehren soll oder nicht. Ob man Vergeltung braucht und ob man Gewalt anders als mit Gewalt beantworten kann.

Fazit: Sehr unterhaltsamer, intensiver Film. Gut gespielt, vor allem auch von den 2 Kindern. Großartge Kameraperspektiven. Miserabler Schluss, verschenkt, dumme Überdramatisierungen.

Ich würde sagen, ein super Film für Schulklassen, für Nachher-Diskussionen. Hingegen ein wenig zuviel Zeigefinger für Otto Normalbürger. Aber keineswegs langweilig. Also insgesamt doch sehenswert.
Heike
Fairy Queen (09.04.2011, 08:28):
Schade, dass dieser Film wahrscheinlich nciht hier in Frankreich laufen wird. Ich habe gestern einen sehr guten italienischen film gesehen (Original mit frz. untertiteln) Silvio Soldini "Cosa voglio dii più?" (was will ich noch mehr?)
Der Regisseur ist uns von seinem wunderbaren Film "Brot und Tulpen" (pane e tulipani) mit Bruno Ganz bekannt.
Auch hier geht es wieder um Alltagdramen aus dem Leben ganz gewöhnliche klienbürgerlicher Menschen, allerdings weit weniger romantisch und deutlich banaler als in Brot und Tulpen. Anna und Domenico leben am hässlichen Rand von Mailand. Anna(Alba Rohrmacher) arbeitet in einer Versicherung und lebt mit dem sehr liebenswerten "Teddybären" Alessio, Domenico(Mimmo) stammt aus Calabrien, ist glücklich verheiratet und hat zwei kliene Kinder, die er wie die meisten Italiener vergöttert. Er ist Mädchen für Alles in einer Catering-firma, verdient nciht wirklich schlecht ist aber ständig in Geldnot. Er wird von dem neuen italiensichen Sex-Symbol, angeblich Nachfolger von Mastroiani Pierfranceso Fabini, gespielt. Bei einem Empfang wo Mimmo für den Kellner einspringt, lernt er Anna en passant kennen. Sie sehen sich zufällig irgendwo wieder, coup de foudre. die engen klienbürgerlichen Verhältnisse udn die ständige Familienkontrolle machen ein intimesTreffen quasi unmöglich, zweimal werden sie in dunklen Winkeln in flagranti aufgescheucht und gehen dann an den Abenden in denen Mimmo eigentlich im Schwimmbad zum Tauchen sein soll, in Stundenhotels.
Der Sex ist für Beide eine Art Offenbarung, aber eine darüber hinausgehende Beziehung kann sich nciht entwickeln und die Verstrickungen in Lügen und und Ausflüchte werden auf beiden Seiten immer belastender. Der Film zeichent genau diese Gradwanderung zwischen schnödester Banalität, bar jeder Romantik und der Leidenschaft, die die bieden Protagonisten antreibt und von der sie nciht wissen,was das in ihrem Leben ist und bedeutet. Auf Druck beider Familien trennen sie sich schliesslich, als Mimmos Ehefrau und Alessio die Sache herausbekommen. Mimmos Frau macht eine echt italienische Szene, Alessio ist schwer getroffen, aber gefasst. Ziemlich ergreifend fand ich eine Szene in der Mimmos Schwiegervater ihm unter vier Augen sagt: das haben wir alle durchgemacht, aber es geht darum zu wissen, wo dein Leben ist. Da ist keien suditaliensiche Macho-Männer Solidaritâts-Haltung im Spiel sondern schlcihte Menschlichkeit und auch Resignation angescihts der Banalitâten des Lebens. Beide nehmen ihren Alltag wieder auf und eine Weile scheint das mehr oder weniger gut zu gehen. Die tiefen Einblicke in den italienischen Lebensalltag gab es schon in Brot und Tulpen. Hier allerdings weit weniger komisch.
Die Beiden kônnen aber schliesslich nciht voneinander lassen, Mimmo glaubt Anna wirklich zu lieben, kann aber gleichzeitig seine Kinder nciht verlassen. Am Ende des Films sieht man sie zusammen bei einem gestohlenen sehr intensiven Wochenende in Tunis. Billigtourismus, für den er dennoch Schulden machen muiss Mimmos Frau wird erneut belogen, Annas Alessio hat sie wissend gehen lassen,damit sie eine endgültige Entscheidung treffen kann. Eine trennung Mimmos von seiner Familie scheint weiter unmöglich. Zu Alessios Haltung meint er: "un santo" (ein Heiliger). Hier sieht man dann die süditaliensiche Mentalitât aufleichten, fûr die es unmöglich ist, zuzuisehen, wenn die eigene Frau mit einem anderen Mann zusammen ist. Das Ende bleibt zwar offen, aber man kann annehmen, dass Anna sich entschieden hat, bei Alessio zu bleiben, denn sie verlâsst Mimmo am Flughafen ohne jeden Abschied mit einer Art verzweifeltem Fluchtimpuls angescihts der Hoffnungslosigkeit des "danach". Sie steigt weinend und einsam in den Zug "nach hause".

Diese Allerweltsgeschichte ist so gut gezeichnet und gespielt, dass ein grosser und sehr intensiver Film daraus wird. Ich kqan ihn jedenfalls sehr empfehlen.

F.Q.
Fairy Queen (30.04.2011, 16:59):
Schon wieder ein Italiener, dazu einer, der in Deutschland noch gar nciht zu sehen ist:

In Italien gerade in den Kinos angelaufen, konnte ich in Palermo am Premierentag im Kino sehen:

Habemus Papam von Nanni Moretti mit einem überragenden Michel Piccoli in der Rolle eines soeben gewählten Papstes, der angescihts der schwere seines Amtes und sofort nach der traditionellen Erklârung "Habemus papam" eine Panikattacke erleidet und sich weigert, sein Amt anzutreten.
Nanni Moretti spielt selbst einen Psychoanalytiker, der in den Vatikan bestellt wird, um den Papst von seinen Ängsten "zu kurieren". Die katholische Öffentlichkeit uist in Aufruhr und das Ansehen der Kirche in grosser Gefahr. Der frisch gewählte Papst ist seinen Bewachern entwischt und hat bereits das Weite gesucht und wird ausserhalb des Vatikans von der geschiedenen Frau des Psychotherapueten betreut, währtend dieser nun wegen Schweigepflicht bis zur offiziellen Amtserklärung eines neuen Papstes im Vatikan ausharren muss und die dort versammelte Kardinalsschar unter seine Fittiche nimmt. Der pressesprecher fingiert unterdessen die anwesenheit des Papstes in seinen Gemächern und lâsst einen Schweizer Gardisten Papst spielen, um Kardinale und Presse bei Laune zu halten. Das klingt alles etwas komisch und karikaturistisch, ist aber sehr ernsthaft und sogar liebevoll gezeichnet. Ein grosser bewegender Film mit Einblicken in die internen Funktionsweisen des Vatikans. Da der Film preisverdächtig ist und im September auch in Frankreich anlaufen wird, nehme ich mal an, dass deutsche Kinos ihn ebenfalls zeigen werden. Wenn es denn so weit ist: nichts wie hin und ansehen
Heike (15.05.2011, 17:01):
Kino: The King’s Speech
Regie Tom Hooper, GB 2010

Der zweitälteste Sohn von König Georg V. stottert, was zu hochpeinlichen Situationen in der Öffentlichkeit für den Prinzen führt. Als dann der alte König stibt und auch noch der ältere Bruder Eduard VIII. abdankt (weil er die geschiedene Wallis Simpson heiraten will) kommt der neue König Georg VI. mit seinem Sprachfehler auf den Thron. Er gerät an einen originellen, unkonventionellen, aber erfolgreichen Sprachtherapeuten.....

Super gespielt, unterhaltsam anzusehen, spannend in der Entwicklung des Sprach-Problems zu verfolgen. Interessant auch zu sehen, wie die damals junge Königin ("Queen-Mum") und die Kinder Elisabeth und Margaret dargestellt werden.

Heike
Fairy Queen (17.05.2011, 08:52):
Liebe Heike, ja, dieser Film hat seine Oscars zu recht bekommen, ich dachte, ic hhätte davon auch schon berichtet, habe mich aber wohl geirrt.
Ich war am Samstag statt ion Wagners Walküre in Woody Allens neuestem Film "Midnight in Paris".
Beste Unterhaltung und Woody wird langsam altersweise.
Der Film ist eine romantische, augenzwinkernde Liebeserklârung an Paris und es ist schon erstaunlich wie hier alle nur denkbaren amerikansichen Klischees versammelt werden, ohne dass Kitsch oder Billigware daraus wird. Das muss man ersrtmal kônnen!
Ein bis dato unveröffentlichter amerikanischer Schriftsteller, der sich als Scriptautor durchschlâgt, kommt mit seiner Verlobten und deren reichen Eltern nach Paris. Vater frankophober Geschâftsmann und Mitglied der Republikaner, Mutter und Tochter "very american"style.
Gil, der junge Autor, möchte am liebsten in Paris leben, weil ihn diese Stadt inspiriere und er träumt sich in die 20 iger Jahre zurûck, als viele amerikanische Künstler und insbesondere seine Autoren-Idole Paris bevölkerten. Die Entfremdung zwishcen Gil und seiner Verlobten, die solche Ideen als Spinnereinen betrachtet, schreitet fort als Gil plötzlich Nacht für Nacht verschwindet. Er wirtd mittels einer Limousine in die 20iger jahre befördert, lernt Hemingway, Cole Porter, Zelda und Scott Fitzgerald, Gertrude Stein, Picasso etc kennen und eine junge Modestudentin bzw Maler-Muse/Mätresse in die er sich unsterblich verliebt und die sich ihrerseits nach besseren Zeiten, nämlich der Belle Epoque, sehnt.. Am Tag kehrt er jedoch ins Jahr 2010 zurûck.
Was sich aus diesem Leben zwischen den Epochen und Traum und Wirklichkeit entwickelt, verrate ich nciht, denn der Film lâuft gewiss bald auch in deutschen Kinos.
Ich fûr mein Teil habe ihn sehr genossen! Musikalsich gibt es neben Cole Porter Parlez moi d'amour, offenbach und was sich Amerikaner so als Paristaugliche musik vorstellen :wink In meinem frz. Kino wurde laut gelacht, wenn es gar zu arg mit den Ami- Paris-Klischees wurde.
Aber Woody Allen schafft diese Gratwanderung zwischen zuviel, liebevoll, ironisch, weise, melancholisch und hat einfahc einen serh schônen Film gemacht.
Was allerdings Carla Bruni als Reiseführerin darin zu suchen hat, erschliesst sich mir nicht- diese Rolle ist überflüssig wie ein Kropf. Schade , dass Woody es offenbar fûr die PR nötig zu haben glaubt.

F.Q.
Solitaire (17.05.2011, 09:13):
Hallo Heike und Fairy!
"The king's speech" habe ich vor einigen Monaten auch im Kino gesehen und war wirklich begeistert. Ich habe Colin Firth bisher für einen guten, aber keinen herausragenden Schauspieler gehalten, aber für diesen Film hat er den Oscar mehr als verdient.
Im Übrigen hat er ja auch für "A sinlge man" zum Teil hervorragende Kritiken bekommen, würde ich auch gernenoch sehen.
"The king' speech" interessiert mich auch im Original, da es ja nun immerhin um eine Sprechstörung geht, und auch wenn der Synchronsprecher das m.E. hervorragend gemacht hat, so würde ich doch gerne erleben wie Colin Firth das umgesetzt hat.
Aber dafür hat der liebe Gott ja die DVD erfunden.


Der Woody-Allen-Film klingt klasse, ich will mal hoffen, daß er in einem Kino in erreichbarer Nähe läuft. Ich freue mich jetzt erstmal auf puren amerikanischen Mainstream: ab Donnerstag läuft "Fluch der Karibik 4" und ich gebe zu, ich habe eine Schwäche für Johnny Depp und seinen verdreckten Captain Jack Sparrow :engel
Fairy Queen (22.05.2011, 08:00):
Ich habe mir gestern den hochgelobten amerikanischen film "The tree of life" von Terence Malick im Kino angesehen, einer der Favoriten für die goldene Palme in Cannes.
Erzählt wird die Geschichte einer Familie in den 50 iger Jahren in der tiefsten Provinz der USA. Das Drama einer Vater-Sohn Beziehung , der Tod einer der drei Söhne und der Umgang mit diesem Tod vor dem Hintergrund des Glaubens und insbesondere der Hiob-Geschichte. All das im Rückblick aus der Sicht des erwachsenen älesten Sohnes. Wenn man hier überhaupt von "Erzählen" im Sinne gewôhnlicher Filme sprechen kann."The tree of life" ist ästhetisch sehr interessant und aussergewöhnlich, denn über lange Strecken werden Bilder aus der Geschichte des Universums, Naturereignisse und ins Bild gesetzte "Fragen an Gott" gezeigt. Mit Brad Pitt (Vater), Sean Penn (erwachsener Sohn) und Jessica Chastein (Mutter) sind drei sehr gute Schauspieler zu erleben und der Film hat enthusiastische Kritiken bekommen und ist vom frz. Kritikern bereits zum Favoriten für die diesjährigen Filmfestspiele erklärt.
Ich finde ihn in jedem Fall sehr sehens- und diskutierenswert (läuft er in Deutschland auch schon?), habe mich aber immer wieder etwas unwohl gefühlt. Mir ist dieses amerikanische Mega-Pathos dann doch ein bisschen zuviel geworden. Die Bilder an sich waren grandios, die Geschichte ist gut nachgefühlt, aber muss man das dann noch mit hingeflüsterten Fragen an Gott pathetisieren? "Wo warst du?" "Warum," etc
Muss denn alles immer auch verbal ausgesprochen werden und dazu noch in einer Form, die dem Zuschauer keinerlei Raum mehr lâsst? Warum geht der Regisseur den Weg nicht wirklich zu Ende und warum vertraut der Film nicht auf die Macht der Bilder?
Ich weiss, wie unendlich schwierig es ist, die Fragen, mit denen sich dieser Film befasst, künstlerisch umzusetzten, aber diese Art von Pathos ist mir persönlich einfach peinlich.


Ehrlich gesagt, hat mir der augenzwinkernd gebrochene "Pathos" von Woody Allens neuestem Film "Midnight in Paris" wesentlich mehr zugesagt. "The tree of life" hat dagegen etwas Fundamentlistisches an sich, auch wenn das eher untergründig daherkommt. Trotzdem unbedingt empfehlenswert! Schon wegen der Schönheit der Bilder und den tollen Schauspielern.
Letztlich ist fûr diesen Film die Schönheit und die Grandiosität der Schôpfung Gottes Manifestation und "Rettung". Kein neuer Gedanke, aber doch neu in diesem Medium Kinofilm neu gedeutet.
Fairy Queen (23.05.2011, 07:24):
The tree of life hat dann gestern abend auch die goldene Palme bei den diesjâhrigen Filmfestspeilen in Cannes gewonnen. ich bin gespannt, wie er euch gefallen wird, denn das ist ein Film , der in jedem Fall Diskussionsstoff bietet.
F.Q.
Rachmaninov (05.06.2011, 09:51):
gestern abend angefangen

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5050582753196.jpg

IMHO großes Kino!
Rachmaninov (21.06.2011, 11:27):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/912a0ETZIsL._AA1500_.jpg

Eigentümlicher Film, zum drüber nachdenken wie das Leben so sein kann mit unausweichlichem Ende.
Zefira (17.07.2011, 01:07):
Habe nun endlich (fast hätt ich geschrieben: "Habe nun, ach!") "Black Swan" geguckt.
In meinem Umfeld wurde der Film von allen, die ihn gesehen haben, hoch gelobt, entsprechend waren meine Erwartungen. O je ...
Die schauspielerische Leistung von Natalie Portman ist sicher großartig. Das war aber auch alles (gut gefiel mir allenfalls noch Vincent Cassel als beeindruckendes Dreckschwein). Ansonsten wurde ein Klischee nach dem anderen bedient, von der übermächtigen Ballettmutter über den Zickenkrieg um die Hauptrolle bis zum Thema Besetzungscouch ...
In der Wikipedia-Diskussion um den Film wurde die Theorie aufgestellt, dass "Black Swan" als Allegorie auf die erwachende Sexualität von weiblichen Teenagern zu sehen sei ... interessante Deutung, die immerhin das Kleinmädchengehabe der Hauptdarstellerinnen erklärt.

Ach ja - ich mag eigentlich Horrorfilme gern. Als solcher funktionierte er ganz gut. (Und vielleicht noch als Abschreckungsfilm für Mädchen mit Primaballerina-Illusionen.)

Grüße von Zefira

/edit: ach ja, und was mich echt ärgert: der Film macht nicht mal Lust, sich "Schwanensee" anzugucken. Er törnt nur ab.
artemis (30.07.2011, 11:56):
Da ich hochschwanger, mich kaum noch rühren kann :( hab ich in letzter Zeit auch einige Filme geschaut u.a. alle COEN Brother-Filme (neuester Kino-Film True Grit).

Klasse fand ich auch den Film "Der Mann ohne Vergangenheit" von einem Finnen Aki Kaurismäki.

Und ein abgedrehter, aber richtig guter Film ist m.E. http://www.rubberfilm.com

Viele Grüße
artemis
Solitaire (31.07.2011, 10:29):
Hallo Artemis!
Aki Kaurismäki ist klasse! "Der Mann ohne Vergangenheit" kenne ich nicht, dafür aber z.B. "I hired a contract killer"in dem ein vom Leben enttäuschter Franzose sich umbringen will, es alleine nicht schafft und einen Auftragsmörder anheuert. Er soll ihn umbringen, aber Ort, Zeit und Art will er nicht wissen.
Als der Deal perfekt ist, verliebt er sich, das Leben ist plötzlich wieder schön und rosig, aber da ist dieser blöde Auftragskiller...eine sehr schwarze Tragikomödie an der ich sehr ich viel Freude hatte.
Auch sehr schön ist Kaurismäkis Film "Leningrad Cowboys go Amerca" über eine Band die in ihrer Heimat keinen Erfolg hat und es mit einer Tour durch die USA versucht. Ich würde gerne mal seinen Film "Das Leben der Bohème" sehen. Die Geschichte um die brotlosen Künstler und ihre Freundinnen wurde hier in die 20er Jahre verlegt und ist wohl weniger eien Adaption der Opern sondern des Romans von Henri Murger.

Mein letzter Kinofilm war gestern Abend "Harry Potter u.d. Heiligtümer des Todes Teil 2". Was soll ich sagen, ein Potter-Film eben. Ich habe mich gut unterhalten, und bin am Ende doch tatsächlich ein bißchen wehmütig geworden, denn immerhin geht eine Kinoära zuende.
Und Alan Rickman zeigt in dieser Guter-Zauberer-jagt-bösen-Zauberer-Kino-Oper welch ein grandios guter Schauspieler er ist. :down
Seine Szenen hätten leicht ins unerträglich kitschige abgleiten können, und wären das bei einem anderen Darsteller vermutlich auch, aber er umschifft diese Klippe meisterhaft.

Für dich alles Gute! :)
Die Bücher sind trotzdem schöner. :cool
Zefira (04.08.2011, 21:28):
Was Alan Rickman betrifft - ich habe neulich mal wieder mit meinen Töchtern Kevin Costners "Robin Hood - König der Diebe" geschaut.
Bei Kevin Costner scheiden sich ja die Geister, aber Alan Rickman als Sheriff von Nottingham ist ein Knaller. Schon allein wegen ihm lohnt sich der Film. Besser hätte das nicht mal Johnny Depp gekonnt!

Grüße von Zefira (gerade aus dem Urlaub zurück)
Fairy Queen (15.08.2011, 10:52):
Ich habe vorgestern im Kino einen Film von Jessica Hausner "Lourdes" mit einer hervorragenden Sylvie Testud (bekannt aus "Der Klang der Stille") gesehen. Hier ein Link zu einem Berichthttp://www.kultiversum.de/TV-Film-Themen/Lourdes-Jessica-Hausner-Sylvie-Testud-Wunder-Nummer-67.html

Ich fand den Film serh interessant und er hat uns einigen Diskussionstoff geliefert: wie passiert Heilung? Was ist Heilung? Inwieweit ist man auch selbst für die Heilung verantwortlich, was kommt von aussen, was von innen?

Die Impressionen von Lourdes waren für mich als Nicht-Katholikin ganz neu, teils erschreckend teils bewegend.
F.Q.

Glorious basterds von Tarantino habe ich vor längerer Zeit gesehen und der Film hat mich eher abgestossen, wobei ich der Groteske als Botschaft durchaus auch etwas Positives abgewinnen konnte.
Alles gute, liebe Artemis fûr den Endspurt!
Solitaire (16.08.2011, 08:51):
Hallo Fairy!
Nur kurz, da ich gleich zur Arbeit muß: "Lourdes" habe ich vor eingien Monaten auch gesehen und fand ihn ganz hervorragend und sehr bewegend. Ich habe ja auch so meine Probleme mit diesem professionellen "Heilungskult" und seinen Auswüchsen iund in meinen bösen Momenten neige ich auch schon mal dazu, mich darüber lustig zu machen...
Aber natürlich pilgern dort viele Menschen hin,die ihre letzte Hoffnung in diese Reise gesetzt haben, da sollte ich eigentlich mein Läastermaul halten. Ein Bild hat mich in diesem Film sehr berührt: diese Massen von kranken, behinderten, sterbenden Menschen. Menschen, die in unserer Gesellschaft immer noch viel zu oft versteckt werden (und auch ich schaue gerne weg wenn es an Krankheit und tod geht das gebe ich zu...) oder denen das Leben durch Barrieren zumindest unnötig schwer gemacht wird, und die in Lourdes erfahren das es soviele von ihnen gibt und das sie nicht alleine sind. Menschen die vielleicht zum erstenmal in ihrem Leben nicht angestarrt werden, weil sie nichts besonderes mehr sind sondern zu einer, wenn auch schwer gebeutelten, Gemeinschaft gehören in der es normal ist anders zu sein.

Vor ein paar Tagen habe ich "Der Junge im gestreiften Pyjama" gesehen, der hier monatelang herumlag ehe ich mich daran getraut habe. Ich habe das buch gelesen und konnte mir nicht wirklich vorstellen, wie man diese Gescichte in den Film transportiert.Ich finde, es ist ganz gtu gelungen, auch wenn Film und Buch ja nicht unumstritten sind. Später vielleicht mal mehr dazu, die Arbeit ruft!
Schönen Urlaub weiterhin! :hello
Zefira (16.08.2011, 11:12):
Ich war mehrere Male in Lourdes, und obwohl ich nicht recht an Wunderheilungen glaube und eher Selbstsuggestion annehme (was genaugenommen ja auch schon ein Wunder ist), hat der Ort eine ganz eigene Atmosphäre, vor allem eine beeindruckende Stille, trotz der Menschenmassen, die dort jeden Tag durchgeschleust werden ...
Weil mich das so gepackt hat, habe ich auch die Romane von Emile Zola und von Franz Werfel zum Thema Lourdes gelesen, die natürlich sehr verschieden sind, aber die geschichtliche Entwicklung in ähnlicher Weise erzählen.

Ja, ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich mir kürzlich "The Orphan - Das Waisenkind" angesehen habe, weil es von einem Forumsmitglied hier (ich glaube, es war Cetay) so gelobt worden ist. Phantastischer Film, erstklassige schauspielerische Leistungen, besonders die Kinder sind hervorzuheben.
Bei Wiki habe ich nachgelesen, dass der Film eigentlich im Herbst gedreht werden sollte und nur die zufällige Wetterlage zu den beeindruckenden WInterbildern geführt hat. Ich bin immer wieder erstaunt, wie zufällige Gegebenheiten einem Film ein besonderes Gepräge geben können. (Andere Beispiele: Brad Pitts gebrochener Arm in "Sieben", oder - Extrembeispiel - Heath Ledgers vorzeitiger Tod bei "Parnassus".)

Grüße von Zefira, die Heath Ledger gestern in "The Dark Knight" gesehen hat - oje - sowas von grotesk und böse!!)
Solitaire (17.08.2011, 10:44):
"Der Junge im gestreiften Pyjama" Film und Buch


Der Film basiert auf dem gleichnamigen (Jugend)buch von John Boyne von 2006,
und ich habe ihn vor ca. zwei Wochen gesehen nachdem er monatelang im Regal gelegen hat. Den Roman habe ich gleich nach seinem Erscheinen gelesen.

Zunächst zum Buch:
Der Roman wird konsequent aus der Sicht des 8jährigen Bruno erzählt, anders als im Film, in dem gleich zu Beginn die Hakenkreuzfahnen wehen, wird die Zeit in der die Geschichte spielt nie explizit genannt. Die Handlung passiert eben „jetzt“. Aus der Sicht des Jungen die einzige Zeit die er kennt und die daher nicht benannt werden muß.
Brunos Vater ist Soldat, ein ganz wichtiger Soldat auf einmal, denn er bekommt eine neue Arbeitsstelle: die ganze Familie zieht um weil der Vater eine ganz wichtige aufgabe erfüllen muß. Der Ort an den die Familie zieht hat einen seltsamen Namen den Bruno nie so ganz versteht: „Auswisch“...an diesem Ort gibt es viele andere Soldaten von denen manche gar nicht nett sind. Es gibt einen großen „Bauernhof“ auf dem seltsame Leute leben: Bauern, die den ganzen Tag in Pyjamas rumlaufen, vermutlich, weil sie immer so spät aufstehen...
Bruno und seine Schwester haben keine Spielkameraden, während die zwölfjährige Schwester mit ihrer ersten Verliebtheit in einen jungen (und brutalen) SS-Mann kämpft und den ideologischen Einflüsterungen des neuen Hauslehrers erliegt, unternimmt Bruno Streifzüge durch die Umgebung. Dabei kommt er an einen Zaun und lernt Schmuel kennen. Er ist 8 ebenfalls Jahre alt, lebt auf der anderen Seite des Zaunes und trägt auch ständig einen gestreiften Pyjama...
Die beiden werden Freunde, das Ende des Buches und des Films ist so schrecklich, daß man es kaum beschreiben mag. Ich werde es auch nicht tun, für den Fall, das jemand Film oder Buch noch lesen bzw. ansehen möchte.

Darf man das? Eine fiktive Geschichte erzählen, die die Freundschaft zwischen einem jüdischen Kind in Auschwitz und dem Sohn des Kommandanten zum Thema hat?
Eine Geschichte, die so nie passiert sein kann, da es kaum 8jährigen Kinder in Auschwitz gegeben hat. Zumindest keine die sich, wie Schmuel, relativ frei im Lager bewegen konnten.
Ich halte die Handlung, wie im Übrigen auch Roberto Benignis „Das Leben ist schön“ für konstruiert, mehr eine Parabel als eine tatsächlich glaubhafte Geschichte.
Es gibt viele historische Ungereimtheiten (ist es z.B. glaubhaft, daß der 8jährige Sohn und die 12jährige Tochter eines hohen SS-Angehörigen nicht mal in der HJ bzw. dem BDM waren wie im Film angedeutet?), was mich aber an dem Roman bewegt hat war die Art der Darstellung: das Grauen mit den Augen eines Kindes gesehen das das Grauen nicht mal wahrnimmt, WEIL ES EINFACH NICHT SEIN KANN.
Der Junge trägt einen Pyjama weil er morgens lange schläft, es kann keinen anderen Grund geben...

Ich habe das Buch wegen der konsequenten Sicht aus Kinderaugen für unverfilmbar gehalten. Das Buch kann es sich „leisten“ ohne Daten, ohne die „typischen“ Bilder der NS-Zeit auszukommen, einzig der Name „Auswisch“ lässt den erwachsenen Leser begreifen wann und wo wir uns befinden. Das ist im Film so nicht möglich, denn um deutlich zu machen in welcher Zeit wir uns befinden, sind natürlich SS-Uniformen ebenso zu sehen wie Hakenkreuzfahnen und die Kleidung der Gefangenen.
Wenn wir das Buch lesen sehen wir auch als Erwachsene tatsächlich den Pyjama den ein unschuldiges Kind in Brunos Kleidung sieht, im Film sehen wir die Kleidung eines KZ-Insassen, und das verändert den Blickwinkel der Erzählung m.E. ganz erheblich.
Da der Regisseur um die eindeutigen Bilder im Film nicht rumkommt hat er einen anderen Weg gewählt Brunos Unschuld darzustellen: den radikalen Wechsel zwischen einer Kindheitsidylle die geradezu an Bullerbü erinnert und den „historisch korrekten“ Bildern die in einem Film über die Ns-Zeit nun mal „vorzukommen haben.“
Wir sehen Bruno und seine Freunde vor dem Umzug spielend und unbeschwert durch Berlin laufen, in der nächsten Einstellung wehen die Hakenkreuzfahnen. Brunos Streifzüge durch die Umgebung des Lagers könnten einem harmlosen Kinderfilm entsprungen sein, so friedlich und, ja, schön wirkt die Gegend.
Während das Buch damit arbeitet eindeutige Bilder weitgehend zu vermeiden und sie der Phantasie des Lesers überlassen sind, arbeitet der Film mit dem Wechsel zwischen kindlicher Idylle und Abenteuerlust und den nur allzu vertrauten Bildern die wir alle kennen.
Das Lager selber wird im Film nur angedeutet, der Name nicht erwähnt, es ist nicht klar in welchem der vielen Vernichtungslager die Geschichte spielt, und es ist auch nicht wichtig.
Nur am Ende wird der Film überdeutlich, und zeigt Dinge, die nicht mal Steven Spielberg gezeigt hat. Ich frage mich immer noch ob man das darf.

Buch und Film sind jedenfalls sehr lohnenswert, aber ein seltsames, etwas ungutes Gefühl bleibt trotz dennoch bei mir zurück.
Ich gebe dem Buch den Vorzug vor dem Film, trotz der wirklich hervorragenden und bewegenden Leistung der Kinderdarsteller. Der Roman ist dezenter, was ich bei dieser ohnehin heiklen Geschichte richtig finde. Nicht aus Angst vor den Bildern, sondern aus Respekt vor den Opfern.
So, das war lang, aber es mußte sein.
Antwort nicht zwangsläufig erfoderlich.
Solitaire (23.08.2011, 14:19):
http://static.rp-online.de/layout/fotos/457x325/48335-LORIOT%20SOFA.jpg

Der große Loriot ist tot.
Daher wird es wohl heute Abend im Hause Solitaire "Papa Ante Portas" auf DVD geben. Oder einige seiner Sketche.
Mein Lieblingssketch war immer und wird immer "Das Bild hängt schief" sein :rofl :rofl :rofl

"Ach was?!?"
:down :down :down
Armin70 (23.08.2011, 23:08):
Original von Solitaire
http://static.rp-online.de/layout/fotos/457x325/48335-LORIOT%20SOFA.jpg

Der große Loriot ist tot.
Daher wird es wohl heute Abend im Hause Solitaire "Papa Ante Portas" auf DVD geben. Oder einige seiner Sketche.
Mein Lieblingssketch war immer und wird immer "Das Bild hängt schief" sein :rofl :rofl :rofl

"Ach was?!?"
:down :down :down

Ja, Loriot war wirklich ein großartiger Künstler. Schade, dass er nicht mehr da ist aber immerhin lebt er durch seine Filme und Sketche weiter.

Armin
Heike (16.10.2011, 22:59):
Kino: The Tree of Life
Regie Terrence Malick
mit Brad Pitt, Jessica Chastain, Sean Penn

Warum der Film die Goldene Palme gekriegt hat wird mir ein Rätsel bleiben. Universeller Weltschmerz, gepaart mit texanischem family- Drama, dazu kosmisch- biblische oder nebulöse Verkettungen der Dinge. Das Ende setzt dem ganzen Schmarrn die Krone auf: "Allmächtiger Gott, ich schenke dir meinen Sohn.". Natur steht gegen Göttliches.... Man sieht die Evolution mal eben im Schnelldurchlauf und andererseits das Aufwachsen der drei Brüder mit strengem Vater und heilbringender Mutter. Das Ganze fand ich total überladen und trotz einiger schöner Detailszenen als Gesamtwerk komplett misslungen. Weil nämlich viel zu gewollt konstruiert:

Eine Aneinanderreihung von teilweise gelungenen, teilweise ästhetischen, teilweise evolutionär symbolischen, teilweise kitschigen Szenen, dazu hochpathetische Musik (Brahms, Mahler, Smetana, Berlioz). Alles in allem, Kategorie "ärgerlich". Das hätte mir vermutlich besser gefallen, wenn man einfach nur die Geschichte dieser Brüder erzählt hätte, ohne den ganzen spirituellen Quatsch.
Heike
artemis (30.10.2011, 11:03):
http://kurier.at/mmedia/2011.10.26/1319644262_5.jpg

melancholischer, trauriger Film, mit wunderschönen Bildern.

LG - artemis
Heike (06.11.2011, 22:13):
Melancholia (Lars von Trier)

Guter Film über eine schwere Depression, gekoppelt mit einem SF- Endzeit- Szenario. Grandions unterlegt mit Tristan-Musik.
Heike
artemis (12.12.2011, 18:53):
Da viele Filme von David Lynch klasse sind am Wochenende geschaut:

Mulholland Drive Straße der Finsternis

http://ecx.images-amazon.com/images/I/511WEZ3KZFL._AA115_.jpg

Der Film ist wahnsinnig spannungsgeladen, nur leider habe ich ihn nicht verstanden :S
Absolut super fand ich diesen Film:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/519AnCjoLmL._AA115_.jpg
mit Brad Pitt und Sean Penn

spiegel kultur zu diesem Film:

"Er erzählt von einer Kindheit im Texas der fünfziger Jahre, und er macht das aus der Perspektive des Universums. Er stellt die Frage nach dem Grund des Daseins und meint es auch noch ernst. Er sucht die Auseinandersetzung mit einer höheren Existenz, ohne dabei postmodern kichern zu müssen oder sich verschämt abzuwenden aufgrund der Aufrichtigkeit seiner Absichten."

wirklich unglaublich schöne Bilder und eine ungewöhnliche Kameraführung.

LG artemis
Heike (23.12.2011, 19:48):
Kino: "Der Gott des Gemetzels"
Mit John C. Reilly, Jodie Foster, Kate Winslet und Christoph Waltz
Regie: Roman Polanski
Frankreich / Polen / Deutschland 2011, 79 Minuten

Unbedingt ansehen!
Zwei Kinder streiten sich, im Ergebnis verliert einer zwei Zähne. Die beiden Elternpaare treffen sich, um den Vorfall zu besprechen. Kammerspielartig, grotesk, komisch und bitterböse eskaliert die Situation zusehens, man vergisst bald die guten Manieren und schämt sich gleichzeitg dafür. Da wird alles aufgeboten, von Menschenrechten gehts über den Horror ewig klingelnder Handys bis zu skurilsten Ehedramen.
Ganz toller Film mit grandiosen Schauspielern!
Heike
artemis (28.12.2011, 18:04):
bei zweitausendeins ist die DVD für € 9,99 zu haben:

Der weltberühmte Dirigent Daniel Dareus kehrt nach einem schweren Kollaps in sein schwedisches Heimatdorf zurück.
Als er das Amt des Kantors antritt, findet er über seine Leidenschaft für die Musik auch zu den Menschen zurück.
Bei seiner Arbeit mit dem bunt zusammengesetzten Chor der kleinen Gemeinde erkennt er überglücklich, dass er mit Hilfe der Musik einen Weg in die Herzen der anderen findet.

schöne Schnulze :times10

LG artemis
artemis (28.12.2011, 18:21):
Da fällt mir noch dieser Film mit einem fantastischen Gerard Depardieu ein:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51d-ZbG%2B46L._SL500_AA300_.jpg

Ein 50jähriger lernt durch die Bekanntschaft mit einer über 90 Jährigen die Lust am Lesen kennen.

Der Film ist lustig und überaus berührend.

LG artemis
Mozart (03.01.2012, 11:09):
Mission Impossible 4 - im Kino ;)
artemis (06.01.2012, 17:51):
Original von Solitaire
Hallo Artemis!
Aki Kaurismäki ist klasse! "Der Mann ohne Vergangenheit" kenne ich nicht, dafür aber z.B. "I hired a contract killer"in dem ein vom Leben enttäuschter Franzose sich umbringen will, es alleine nicht schafft und einen Auftragsmörder anheuert. Er soll ihn umbringen, aber Ort, Zeit und Art will er nicht wissen.
Als der Deal perfekt ist, verliebt er sich, das Leben ist plötzlich wieder schön und rosig, aber da ist dieser blöde Auftragskiller...eine sehr schwarze Tragikomödie an der ich sehr ich viel Freude hatte ...


http://ecx.images-amazon.com/images/I/51DwqvNo8rL._SL500_AA300_.jpg

Hallo Solitaire,

habe mir die DVD gestern angeschaut. Wirklich klasse der Film!

LG - artemis
Heike (26.02.2012, 23:16):
Kino: "Gefährten" (Originaltitel: War Horse)
Regie Steven Spielberg

Ein Film über ein Pferdeleben. Bzw. natürlich über die Menschen, die das Pferd besitzen oder nutzen und um die Zeit drumrum (1. Weltkrieg, England/ Frankreich). Sicherlich zuerst mal als Antikriegsfilm gedacht und nicht als Jungemädchen - Ponystory.

Einerseits ist der Film sehr pathetisch, teilweise auch fast kitschig. Dann kommt Spielberg wieder in einigen Szenen mit hoch erhobenem Zeigefinger daher, also so, dass es auch der letzte versteht, die Sinnlosigkeit des Krieges. Das Ende drückt auf die Tränendrüsen.

Muss man nicht unbedingt gesehen haben, ist aber auch nicht langweilig (es passiert immer was). Die großen Schlachtszenen sind schon sehr beeindruckend. Die Story drumrum aber in meinen Augen reichlich dick aufgetragen. Ich verstehe es also nicht, wieso der für 6 Oscars nominiert ist, ich fand ihn nur mittelmäßig. Nun gut, das Pferd hätte man auszeichnen können ...
Heike
Fairy Queen (01.03.2012, 12:20):
Wer hat denn schon "THe artist" gesehen, den Film der soeben 5 Oscars gewonnen hat? Und wenn ja, wie gefällt er euch?
ich war vor Monaten schon drin als er gerade anlief und jetzt nochmal in Paris und beim zweiten Mal hat er mir miundestens genausogut gefallen. :down
Ein Film der gleichzeitig Filmgeschichte erzählt als auch den Weg eines Mannes vom grossen Star zum Nobody. an der Schnittschnelle vom Stummfilm zum Tonfilm
Ich habe sonst nie besonders viel vom Oscar gehalten, aber dieser Film hat m.E. den Preis verdient.
F.Q.
nikolaus (13.03.2012, 20:29):
Original von Fairy Queen
Wer hat denn schon "THe artist" gesehen, den Film der soeben 5 Oscars gewonnen hat? Und wenn ja, wie gefällt er euch?

F.Q.

Ja, ein toller Film, klasse und liebevoll gemacht.
Das solch ein Film heute möglich ist und sogar noch Oscars gewinnt, ist kaum zu glauben.

Gestern war ich in The Iron Lady - OmU.
Ich fand ihn grossartig.
Manches mag überzogen oder geschönt dargestellt sein, aber wenn man nicht mit der Erwartung einer Politik-Dokumentation hineingeht, erlebt man einen zutiefst berührenden Film über eine aussergewöhnliche Frau.
Und ja: Meryl Streep ist grandios!! :down

Nikolaus.
Jeremias (13.03.2012, 23:51):
Zur Vorbereitung auf Paris mein Lieblingsfilm:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51v0UziWbwL._SL500_AA300_.jpg
Solitaire (14.03.2012, 09:27):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51qt7UkZlrL.jpg

Ich habe am Montag „Nichts als die Wahrheit“ gesehen, jenen Film mit Kai Wisinger und Götz George in den Hauptrollen der von einem fiktiven Szenario ausgeht: der alternde, todkranke Josef Mengele verlässt sein südamerikanisches Versteck und stellt sich den deutschen Behörden. Er will einen Prozeß, weil er seine Sicht auf seine Taten (die er keineswegs leugnet), seine Wahrheit schildern will.
Vertreten wird er durch den Anwalt Peter Rohm, der seit Jahren für ein Buch über Mengele recherchiert, es aber nicht schafft, es zu schreiben. Rohm vertritt ihn trotz seines Abscheus, weil er hofft, die Wahrheit über Mengeles Verbrechen zu erfahren. Und weil er wissen will, ob ein fairer Prozeß in solch einem Fall überhaupt möglich (und wünschenswert?) ist.
Der Film hat mich hin- und hergerissen. Auf der einen Seite strotzt er vor Klischees: Rohm erhält zu seinem Geburtstag von unbekannter Seite eine SS-Uniform zum Geschenk von der sich nach kurzer Recherche herausstellt, dass sie dem Kriegsverbrecher gehören könnte. Es gibt einen unbekannten Verfolger, es gibt Nebel, es gibt einen Abgesandten des Bösen der in einer finsteren Villa bei Kerzenschein und Wein ein einsames Nachtmahl einnimmt (nicht nur Don Giovanni und Scarpia speisen allein...) und Peter Rohm mit einem zackigen „Heil Hitler!“ grüßt. Es gibt einen Schlag auf den Hinterkopf, eine Entführung nach Brasilien (wo immer die Sonne scheint) – und es gibt einen Josef Mengele, der schon in seiner äußeren Erscheinung kaum etwas menschliches hat und mehr an einen uralten Vampir denn an ein menschliches Wesen erinnert. Er macht es uns (zu)
leicht uns von ihm zu distanzieren: von seinem irrsinnigen Gerede in dem er seine Taten als „Sterbehilfe“ in einer grausamen Wirklichkeit für die er nicht verantwortlich sei darstellt.
Diese kranke, irrsinnige, verrückte Wesen hat nichts mit uns zu tun, und ich kann nicht verstehen, dass es Zuschauer gegeben haben soll, die diesem fiktiven Mengele und seiner Argumentation auf den Leim gegangen sind und für die des Anwalts Rede am Ende der Verhandlung ein Schock war. Der Wahnsinn ist zu offensichtlich.
Mengeles allerletzte Frage, ganz am Schluß des Films (nach dem Abspann) lautet „Sehen sie wenigstens etwas von sich in mir?“
Nein. Ganz und gar nicht.
Etwas von sich sieht man allerdings sehr wohl in der Gestalt der Mutter des Anwalts: für die Handlung ist ihre Geschichte im Grunde überflüssig und gehört eigentlich ebenfalls in die Kategorie „Nazifilm-Klischee“, denn es erweist sich, das die Familie des Anwalts in die zu verhandelnden Geschehnisse indirekt verstrickt war: Frau Rohm hat als junge Frau in einer Klinik für psychisch Kranke Menschen gearbeitet in der zunächst auch Mengele tätig war und in der Patienten systematisch ermordet wurden. Sie hat (unwissentlich) zweimal tödliche Medikamente verabreicht, hat später, als sie den Zusammenhang zwischen den Injektionen und der hohen Sterberate im Krankenhaus begriffen hat die Klinik verlassen, und nie wieder darüber gesprochen. Sie hat verdrängt, totgeschwiegen, verleugnet, und am Ende doch jeden einzelnen Tag unter ihrer Schuld gelitten.
Mit dieser Frau kann und muß man sich identifizieren und auseinandersetzen.
Mit dem Filmmonster Mengele nicht.
Von der Darstellung her ist es allerdings ein glänzend gespielter Film, der mich trotz der erwähnten Klischees, durchaus in seinen Bann gezogen hat, ob er aber wirklich zur Aufarbeitung des Unfassbaren taugt möchte ich doch stark bezweifeln.
Heike (20.03.2012, 22:29):
Kino: Ziemlich beste Freunde (Intouchables)
französische Filmkomödie 2011
Regisseure Olivier Nakache und Éric Toledano
Hauptdarsteller François Cluzet, Omar Sy

Die Verfilmung basiert auf der Autobiografie von Pozzo di Borgo, beruht also auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte des ehemaligen Geschäftsführers des Champagnerherstellers Pommery, der am 27. Juni 1993 beim Paragliding abstürzte und sich dabei so schwer an der Wirbelsäule verletzte, dass er seitdem vom Hals abwärts querschnittgelähmt ist. Er suchte einen Pfleger, der ihn rund um die Uhr versorgen sollte. Dabei fiel Pozzo di Borgo bei den vielen Bewerbern der 21-jährige Algerier Abdel Yasmin Sellou auf, der zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden war und den Job eigentlich gar nicht haben wollte. Philippe stellte Sellou trotzdem ein .... Nachdem 1996 Philippes erste Ehefrau an Krebs gestorben war, fiel der damals 45-Jährige in eine tiefe Depression und dachte an Selbstmord. Sellou half ihm aus dieser Depression ...
(zitiert nach Wiki)

Toller Film, urkomisch, also wirklich witzig und nicht platt. Ich habe Tränen gelacht, so schwarzen Humor mag ich. Trotzdem sehr berührend, ohne schmalzig oder voyeristisch zu sein. Rundum gelungen, also richtig gute Unterhaltung.
Fairy Queen (04.05.2012, 07:51):
Nach der Liebeserklärung an Venedig "Everybody says I love you" und an Paris "Midnight in Paris" gibt es jetzt die Liebeserklârung Woody Allens an Rom "To Rome with love"

Ich hatte das Vergnügen, mir diesen Film in Gesellschaft von begeisterten (die fühlen sich halt geschmeichelt...) Italienern anzusehen, in einem kleinen Kino in der Nähe von Catania- in italienischer Übersetzung (ziemlich witzig, wie da die Amerikanismen ausgesprochen werden). Der Film ist nett anzusehen, aber gewiss nicht einer von Woodies Meisterwerken. Es fehlt ihm an sprühenden Ideen und gegen "Midnight in Paris" fällt er für meinen Geschmack deutlich ab. Ich habe keine Ahnung, ob er in Deutschland schon n den Kinos war oder ist, hier in Frankreich ist er mir jedenfalls noch nicht untergekommen.
Woody spielt diesmal wieder selbst mit: er ist ein Musikproduzent, der in Rom seine Tochter, die sich mit einem Italiener verlobt hat, besucht. Seine Gattin ist natürlich Psychiaterin und er wie immerder beste Patient. Es gibt auch eine Dreiecks-Liebesgeschichte zwishcen einem jungen Architekturstudenten und zwei Frauen- eine davon ist eine neurotische amerkanische Schauspielerin- also das üblcihe Personal..... Das Witzigste an dem ganzen Film ist Woodies römische Schwiegervater in spe. Er hat ein Beerdigungsinstitut und als Woody plus Gattin bei der Familie eingeladen sind, singt der Schwiegervater unter der Dusche mit einer prachtvollen Tenorstimme Opernarien. Woody entdeckt diesen Badewannentenor durch Zufall und will ihn amerikanisch vermarkten. Er kann aber, wie sich herausstellt, nur unter der Dusche singen. Daraufhin werden dann entsprechende "Regietheaterinszenierungen" für ihn anberaumt....
Aber auch diese Idee wird so überstrapaziert, dass sie am Ende auf die Nerven geht. Vielleciht hat sich Woody hier zu serh auf die Masche Venedig und Paris verlassen udn zu wenig Zeit genommen um einen guten Film zu machen.
Trotzdem wird man ganz nett unterhalten und sieht schône Hochglanz- Rom-Bilder.

liebe Grüsse F.Q.
Zefira (15.05.2012, 00:25):
Ein bezaubernder Film über Beatrix Potter, die die Häschenschule erfunden hat.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Ld5qZxrxL.jpg

Renée Zellweger ist großartig in dieser Rolle. Viel besser, als das rosig angehauchte Titelbild vermuten lässt.
Einiges, worüber uns Wiki Auskunft gibt - zum Beispiel über Miss Potters naturwissenschaftliche Arbeiten über Pilze, die seinerzeit nicht angemessen vorgestellt werden konnten, weil sie eine Frau war -, hat der Film ausgespart und sich in erster Linie auf die Probleme mit ihrer Familie, die Liebesgeschichte mit ihrem Verleger und ihr Interesse an der Erhaltung der Landwirtschaft in ihrer Heimat konzentriert. Frau Zellwegers Leistung macht den Film sehenswert, trotz gelegentlicher Ausflüge in die sentimentale Schublade.

Grüße von Zefira
Heike (30.09.2012, 00:10):
Kino: Haneke: "Liebe" (2012)
mit Emmanuelle Riva, Jean-Louis Trintignant und Isabelle Huppert; in einer Nebenrolle Alexandre Tharaud.

Die Geschichte ist sicher bekannt: Ein altes gutbürgerliches Ehepaar wird gezeigt, das damit umgehen muss, dass sie langsam zum Pflegefall wird. Haneke zeigt, was die Liebe an Leid erträgt.

Der Film ist kein bißchen sentimental. Sehr konzentriert, sehr genau zeigt er den Alltag in dieser Wohnung, vor allem zwischen diesen beiden Menschen. Die Musik bricht immer wieder ab, so wie die wenigen tröstlichen oder hoffnungsvollen Szenen immer schnell wieder enden. Die Außenwelt kommt nicht vor und passt nicht rein, egal ob Tochter, reingeflatterte Taube oder ehemaliger Klavierschüler. Der Film beginnt schon mit dem Ende, mit der Toten allein auf dem Bett. Man weiß, was kommen wird und das gibt dem Zuseher eine große Ruhe, erlaubt eine undramatische, gefesselte Aufmerksamkeit auf Details, Bilder und Dialoge. Anne und George, das alte Musikerpaar, großartig gespielt von den beiden über 80jährigen Schauspielern, denen ich beiden sofort einen Oscar verleihen würde.

Unbedingt ansehen. Großartiger Film.
Heike
Fairy Queen (17.01.2013, 22:07):
Ich habe den Film "Renoir" von Gilles Bourdos gesehen, der im Jahr 1915 in Renoirs Ateleir an der Côte d'Azur spielt. Renoir ist alt udn schwer an Polyarthritis erkrankt, seine gelibte Frau ist obgleuch 20 Jahre jünger als er, schon tot, zwei der drei Söhne im Krieg verwundet und er gewinnt neuen lebensmut fûr sein Alterswerk "Die Badenden" durch ein neues Modell, das spâter dann seinen Sohn, den berühmten Cineasten Jean Renoir heiratet. Hier die Vorschau.
"http://www.youtube.com/watch?v=YVFovmfH-wg"

Der Film beschreibt sehr gut die Beziehung Renoirs zu seinen Söhnen und seiner Malerei, seinen Modellen und dem Leben im Allgemeinen. Die unkonventionelle Andrée lässt sich nicht in die demütige Unterwerfung aller anderen weiblichen Hausangestellten und Modelle einspannen und gewinnt damit die Zuneigung von Vater und Sohn Renoir. Schöne Bilder, die sehr gut Renoirs Gemälde spiegeln und sehr gute Schauspieler. Ob der Film in deutschland lâuft, weiss ich nicht.
Den Haneke Film hab ich leider verpasst, ich hoffe er kommt nochmal.....
F.Q.
Fairy Queen (27.10.2013, 11:42):
Ich habe gestern den 4 stündigen Kinofilm "Die andere Heimat" von Edgar Reitz gesehen, Originalversion mit frz. Untertiteln, und môchte diesen Film all denen wärmstens empfehlen, die leises und langsames Kino in Schwarz-Weiss Bild mögen. Wie in seinen bekannten Heimat- Film-Serien steht auch hier wieder das Dorf Schabbach im Hunsrück und die Familie Simon im Mittelpunkt, aber diesmal sind wir im Jahr 1842. Jakob Simon, Urahn der späteren Heimat-Simons sehnt sich nach einem besseren Leben und nach der Freiheit und liest und träumt sich mit der Auswanderungswelle nach Brasilien(von der ich bis dato nichts wusste) aus der Misere seiner Heimat heraus.
Er bleibt am Ende zwar gezwungenermassen doch in Schabbach während sein Bruder Gustav mit der von Jakob geliebten Jette nach Brasilien auswandert,bekommt aber in Schabbach Besuch von Alexander von Humboldt mit dem er über indianische Sprachen per Brief korrespondiert hat.
Die Menschlichkeit der Figuren, die Misere und gleichzeitig Grandiositât dieses Lebens, die genaue Beobachtung und die Kamera-und Lichtregie des Films haben uns tief beeindruckt. Dass diese Heimat nciht sehr weit von meiner eigenen Heimat entfernt ist, tut ihr Übriges dazu. Es wird auch gesungen und sogar ein kleiner Anklang an die nationalliberale Bewegung und die Burschenschaftsbewegung streift den abgelegenen Hunsrück. Für mich ist "Die andere Heimat " ein grosser Film und man gewinnt die Figuren so lieb, dass man unbedingt wissen will , wie es mit den Menschen weitergeht und nur hoffen kann , dass Reitz den Zeitraum zwischen 1850 und 1920 ebenfalls noch verflimen wird.
Liebe Grüsse ringsum :engel
Heike (10.11.2013, 00:03):
"Blue Jasmine"
Regie: Woody Allen
USA 2013, 98 Minuten

Mit Cate Blanchett, Alec Baldwin, Bobby Cannavale, Peter Sarsgaard, Sally Hawkins, Charlie Tahan, Alden Ehrenreich, Michael Stuhlbarg, Max Casella, Louis C.K., Andrew Dice Clay

Nach dem letzten halbmisslungenen Film ist das wieder ein großartiges Werk von Woody Allen. Ein Film zum Luftanhalten, so feinsinnig ist diese Bosheit und Tragik in kleinste Pakete gepackt. Ein Film über Frauen und Männer, über Wichtigkeiten und Verlogenheiten und was man wofür alles aufs Spiel setzt. Bravissimo Cate Blanchett - was für ein filigranes Psychogramm!

Unbedingt ansehen!
Heike (18.11.2013, 08:09):
Ich bin übrigens vor ein paar Tagen genötigt worden, mir den Film "Der Teufelsgeiger" mit David Garrett anzusehen. Von selber wäre ich nicht auf die Idee gekommen, ich hatte schon befürchtet, dass es sich nicht lohnen würde.

Aber das es so unterirdisch wird, habe ich nicht gedacht. Dieser Film kommt in die Negativ-Hitliste der schlechtesten Filme, die ich mir je im Kino antun musste! Ganz ganz übles Machwerk.
Rachmaninov (18.11.2013, 08:37):
Original von Heike
Ich bin übrigens vor ein paar Tagen genötigt worden, mir den Film "Der Teufelsgeiger" mit David Garrett anzusehen. Von selber wäre ich nicht auf die Idee gekommen, ich hatte schon befürchtet, dass es sich nicht lohnen würde.

Aber das es so unterirdisch wird, habe ich nicht gedacht. Dieser Film kommt in die Negativ-Hitliste der schlechtesten Filme, die ich mir je im Kino antun musste! Ganz ganz übles Machwerk.

Ja, der "gute" D. Garrett geht schon einen interessanten Weg von der Aufnahme von der DG hin zum Richard Clayderman der Geige :ignore
Allegra (18.11.2013, 12:20):
Original von Heike
Ich bin übrigens vor ein paar Tagen genötigt worden, mir den Film "Der Teufelsgeiger" mit David Garrett anzusehen. Von selber wäre ich nicht auf die Idee gekommen, ich hatte schon befürchtet, dass es sich nicht lohnen würde.

Aber das es so unterirdisch wird, habe ich nicht gedacht. Dieser Film kommt in die Negativ-Hitliste der schlechtesten Filme, die ich mir je im Kino antun musste! Ganz ganz übles Machwerk.

Also soooooo schlimm fand ich den jetzt auch nicht. Halt, was das Volk wünscht - Kultur im Light-Pack. :cool
Heike (18.11.2013, 13:52):
Der Verriss ist nicht unbedingt Garrett zuzurechnen. Wenn man auch nur einen Bruchteil von Paganinis Leben kennt, muss man diese Schmonzette einfach nur peinlich finden. Groschenheftniveau mit Musik. Ich fand es wirderlich und habe unendlich gelitten.
Zefira (18.11.2013, 23:49):
Für mich ist schon allein der Umstand, dass Garrett Paganini spielt, ein absolutes No-Go. Paganinis phänomenale Hässlichkeit (deren er sich selbst sehr bewusst war) ist unverzichtbarer Teil seiner Lebensgeschichte. Wie soll jemand wie Garrett das spielen? (Womit ich nicht sagen will, dass ich Garrett besonders schön finde, aber seine Selbstinszenierungen zeigen ja deutlich, wie er sich selbst findet - darf er ja gern, ich hab nichts dagegen.)

Gidon Kremer hat in "Frühlingssinfonie" eine Szene als Paganini gegeben. Der war richtig gut.

Kopfschüttelnde Grüße
Zefira

ps. Es ist schade, weil vieles an Paganinis Lebensgeschichte wirklich erzählenswert wäre. Sein Leben war ja nicht langweilig (und die Vorgänge nach seinem Tod noch weniger). Ich werde nie verstehen, warum sich die Drehbuchschreiber nicht wenigstens halbwegs an die Wahrheit halten könnten, die ist doch skandalös genug.
Allegra (19.11.2013, 18:37):
Da hat du Recht, Zefira, und das gilt für so ziemlich jeden Film, der durch diese Maschinerie läuft. Jedes Buch, jedes Thema, das halbwegs erfolgreich ist, muss als Film erscheinen … die meisten sind grottenschlecht, am Inhalt vorbei und haben nur einen Zweck: die Kasse soll klingeln.

Ehrlich gesagt weiß ich bisher über Paganini viel zu wenig - das zumindest hat der Film bewirkt, daß ich mich damit eingehender beschäftigen möchte. :P
Zefira (19.11.2013, 19:36):
Laut Werner Fulds Buch, das m.W. recht gut recherchiert ist, wurde Paganini (der 1840 verstarb) ein Begräbnis nach katholischem Ritus bis zum Jahr 1876 verweigert. Sein Sohn Achille, der von Paganini großgezogen worden und Erbe seines Vermögens war, richtete immer wieder entsprechende Anträge an mehrere Bischöfe, aber es kam nie etwas dabei heraus; der Sarg blieb auf Privatgelände. Der Bischof von Parma hat, laut Fuld, Achille Paganini sogar ein Grundstück zur Anlage eines neuen Friedhofs abgeluchst, verweigerte dann aber dort doch das Begräbnis. Die beschämende Episode fand erst ein Ende, nachdem Achille "die Honorare, die Paganini mit Hilfe des Teufels erworben hatte", als Entschädigung an die Kirche "zurückgezahlt" hatte - laut Fuld ein Betrag, der nach heutiger Rechnung eineinhalb Millionen Mark (die gab es bei Erscheinen von Fulds Buch noch) entsprach.

Die Geschichte ist ungeheuerlich und beschämend. Angeblich hat Fuld alle Angaben sorgfältig geprüft. Ich habe sein Buch vor Jahren gelesen.

Den Film habe ich nicht gesehen, aber gestern ein wenig über den Plot nachgeforscht und bin ziemlich fassungslos. Dass da wieder diese unsägliche Geschichte über den angeblichen Teufelspakt kolportiert wird, ist - was soll ich sagen - armselig.
Ich will hier nicht zu zetern anfangen, da ich den Film ja nicht kenne. Dabei wird es auch bleiben.

Schon das Geschwafel in den Rezensionen, dass Paganini ein "einmaliger Fall frühen Starkults" gewesen sei, ist Quatsch. Franz Liszt hat m.W. eine ganz ähnliche Welle ausgelöst. Außerdem war er kerngesund und ein prachtvolles Mannsbild. Garrett hätte eher den spielen sollen. Aber Klavier kann er halt net. :haha

/edit: Zur Erklärung, ich beziehe mich darauf, dass (laut einigen Filmkritiken, die ich gelesen habe) der Teufel persönlich oder ein Mensch, der sich als solcher ausgibt, in dem Film auftritt und mit Paganini paktiert.
Dass ein Film über Paganini um die damaligen Gerüchte nicht herumkommt, ist klar. Aber es sollte auch klar sein, dass es Gerüchte waren. Es gibt in Paganinis Leben genug anderes, was Aufmerksamkeit verdient.
Heike (20.11.2013, 08:18):
der Teufel persönlich oder ein Mensch, der sich als solcher ausgibt, in dem Film auftritt und mit Paganini paktiert.

Sogar diese Teufelsrolle, die dümmlich genug ist, ist nicht das übelste an diesem Film. Der ganze Film ist um eine furchtbar schmalzige Liebesgeschichte rumgestrickt. Die Dialoge und Bilder dazu sind auf dem Niveau, das Rosamunde Pilcher vermutlich noch zu platt finden würde.

Fulds Buch habe ich auch gelesen, es lohnt sich. Der Film lohnt sich nur dann, wenn man einen Ärgertrigger braucht oder eine Glosse über mieses Kino schreiben will.
Heike
Zefira (20.11.2013, 12:50):
Ich danke auf alle Fälle für die hier gebotene Info. Wegen meines Interesses für diesen großen tragischen Künstler hätte ich mir sonst womöglich im nächsten Jahr die DVD aus dem Verleih geholt.
Jetzt lass ich es natürlich. Verar... kann ich mich selber.

Grüße von Zefira
Zefira (20.11.2013, 22:25):
Auf Arte lief gerade "Incendies - Die Frau, die singt".

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51udiXMdE7L.jpg

Einer der aufwühlendsten Filme, die ich je gesehen habe. Ich hatte mich übrigens vor dem Anschauen bei Wiki informiert, worum es geht.
Hätte ich mich nicht vorbereitet, hätte ich es vielleicht nicht bis zu Ende ansehen können.
Das pure Grauen.

Fassungslose Grüße,
Zefira

ps. Ich sehe gerade den Aufdruck auf der DVD-Box "FSK ab 12".
Ich würde Kindern unter 16 diesen Film nie im Leben zumuten. Aber die FSK entscheidet wohl sehr schematisch. Es kamen keine ausdrücklichen Gewaltszenen darin vor, daher wohl diese Einstufung.
palestrina (02.04.2014, 22:25):
Heute Abend diesen wunderschönen Film gesehen, und wer immer noch nicht Beethovens Streichquartet op.131 mag dem ist nicht zu helfen :D.
Wundervoll Charaktere !!!!!
Philiip Seymour Hoffman in einer seiner letzten Rollen.
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0887654843593.jpg

Man könnte sagen, ein Star Streichquartet Ensemble! :down :down :down

LG palestrina
Zefira (09.08.2014, 18:39):
Ich hatte vorgestern Gelegenheit, mir den Film "Grand Piano" mit Elijah Wood (bekannt als Frodo) und John Cusack anzusehen. Im großen und ganzen gefiel er mir, war leidlich spannend und gut gespielt; leider hat der von mir sehr geschätzte John Cusack nur einen extrem kurzen Auftritt, der seine Nennung auf dem Filmplakat kaum rechtfertigt. Außerdem war er ziemlich unterfordert mit seiner Rolle.
Interessant war allerdings der Plot, auch wenn er geradezu lachhaft unrealistisch ist, aber das wäre ja für sich kein Problem, das sind solche Filme immer. E. Wood spielt einen Starpianisten, der sich wegen seines extremen Lampenfiebers eine Bühnenpause von fünf Jahren gegönnt hat. Bei seinem ersten Klavierkonzert nach dieser Pause findet er in seiner Partitur in Rotschrift die Bemerkung: "Ein falscher Ton, und du stirbst!" Im weiteren Verlauf (großteils in Echtzeit, man sieht das Konzert) stellt sich heraus, dass ein Fernschütze mit Zielgewehr aus dem Konzertsaal auf ihn angelegt hat.
Ich will nicht weiter spoilern, nur schildern, was mich so befremdet hat, dass ich lachen musste: Wood als Pianist spielt nicht nur mit Partitur, die er selbst umblättert (deshalb bleibt seine Zwangslage auch vom Publikum unbemerkt), sondern verlässt auch während des Konzerts, in seinen kurzen Pausen, mit mehr oder weniger verwirrtem Blick die Bühne, während das Orchester ohne ihn weiterspielt. Er spielt mit Headset, über das er (wohlgemerkt während er spielt!) mit dem Erpresser leise redet, und sendet einmal eine SMS vom Handy, das er neben sich auf der Klavierbank abgelegt hat. Das Publikum merkt nichts und ist begeistert, wie toll Elijah Wood pianiert.
Ulkig.

http://de.web.img1.acsta.net/r_160_240/b_1_d6d6d6/pictures/14/03/11/17/21/066029.jpg
Zefira (27.06.2015, 23:44):
Hat schon jemand diesen Film empfohlen? Meine Tochter hat sich begeistert darüber geäußert, deshalb haben mein Mann und ich ihn heute aus dem Verleih geholt.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61zIAJWj1lL._AA160_.jpg

"Imitation Game - Ein streng geheimes Leben" über den britischen Mathematiker Alan Turing, der im Zweiten Weltkrieg als Krytograph für die britische Regierung arbeitete und dabei eine computerähnliche Maschine entwickelte, die verschlüsselte Funkbotschaften der Nazis dekodieren konnte. Benedict Cumberbatch (von dem ich beschämenderweise bisher nicht viel hielt) erweist sich als brillanter Darsteller der Hauptrolle. Ein großartiger, informativer, sehr spannender Film.

(Übrigens haben wir uns deshalb heute DVDs geliehen, weil uns die streikende Post die Fernsehzeitung nicht gebracht hat und wir zu faul waren, uns anderweitig über das laufende Programmangebot zu informieren. Danke, liebe Post, so haben wir diese tolle DVD kennen gelernt.)