satie (05.08.2017, 20:19): Ein Sommerloch schreit danach, gestopft zu werden, bzw. gefüllt mit einem Ratespiel, das haben wir schon viel zu lange nicht mehr gemacht. Ich fange mal an. Das Spiel geht so: man denkt sich ein bestimmtes Werk und gibt dazu einige möglichst nicht zu klare Hinweise, die aber genügen müssen, damit man wenigstens einen Tipp abgeben kann. Stimmen die ersten Rateversuche nicht, kann der Fragesteller weitere Tipps geben oder die gegebenen präzisieren, bis das gesuchte Werk gefunden ist. Wer zuerst die richtige Antwort gibt, darf entweder die nächste Runde beginnen oder aber diese allgemein freigeben.
So, lasst mich beginnen.
Der Urheber des gesuchten Werks wurde während eines Spaziergangs einmal für einen Penner gehalten und verhaftet. Ein Messi war er vielleicht nicht direkt, aber seine Ordnungsvorstellungen schufen mit das bis heute für viele Leute gültige Künstlerbild. Er selbst konnte seinen Ohren kaum trauen, wenn er seine Musik hörte. Das gesuchte Werk allerdings wird eigentlich von genügend Leuten gespielt, dass es problemlos einen großen Raum bis hinten füllt. In der Zählung der Nummern dieser Gattung steht das gesuchte genau in der Mitte, wenn man bedenkt, dass das letzte lediglich angedacht war. Tja, Fatum.
Welches Werk ist gesucht?
Herzliche Grüße Satie
Giovanna (05.08.2017, 22:24): Hallo Satie,
ich denke, dass die 5. Sinfonie c-Moll op. 67 (Schicksalssinfonie, daher der Fatum-Hinweis ) von Ludwig van Beethoven gesucht ist.
Falls die Antwort richtig ist, möchte ich die nächste Runde gerne allgemein freigeben.
Liebe Grüße, Giovanna :hello
satie (05.08.2017, 22:28): Perfekt! War auch nicht so schwer, oder? Wer ist der nächste?
Rotkäppchen (05.08.2017, 23:08): Gratulation, liebe Giovanna! Ich bin mal so frei und stelle die nächste Frage, die auch supereinfach ist.
In diesem Werk geht es um einen Politiker mit einer (für einen solchen) atypischen Eigenschaft. Beide, also der Mensch und die Eigenschaft, kommen im Werktitel vor.
(Die Gattung dürfte bei einer Frage von mir klar sein. ;) )
satie (06.08.2017, 01:13): Il re pastore?
Rotkäppchen (06.08.2017, 08:56): Nicht ganz – wobei es vom (sehr bekannten) Komponisten, der gemeint ist, tatsächlich eine Vertonung von Il re pastore gibt. Hier ist aber ein spätes Werk gesucht.
Cetay (inaktiv) (06.08.2017, 09:15): Ich habe die ganze Zeit nach einem ehrlichen oder volksdienlichen Kanzler gesucht - das wäre dann wirklich atypisch. :thumbsup: Ein milder Kaiser ist da weniger naheliegend.
Don Perlimplin (06.08.2017, 09:42): La clemenza di Tito?
Guenther (06.08.2017, 10:30): Ja, Don. Die "porcheria tedesca"... :)
Cetay (inaktiv) (06.08.2017, 14:54): Welches Werk bin ich?
Mein Urheber ist als einer der drei Größten seiner Epoche anerkannt, wird aber allgemein etwas weniger geschätzt als seine beiden Mitstreiter, weil es ihm an Drama fehle und weil er angeblich kein so begnadeter Melodien-Schreiber gewesen sein soll. Diese lächerliche Einschätzung konnte freilich nicht verhindern, dass eine Melodie aus mir unlängst zum Auftakt eines Ereignisses, das 1 Milliarde Menschen verfolgt haben, gesungen wurde.
satie (06.08.2017, 15:18): Hier würde ich auf Haydns Kaiserhymne tippen, wenn mich nur die Formulierung "Melodie aus mir" nicht verwirren würde. Die Hymne ist doch ein eigenständiges Werk? Oder liege ich Mal wieder eh ganz falsch?
Rotkäppchen (06.08.2017, 15:37): Sorry, ich war jetzt längere Zeit unterwegs, aber Ihr seid ja gut klar gekommen. 8o La Clemenza di Tito stimmte natürlich. :thumbup:
Cetay (inaktiv) (06.08.2017, 15:44): Hier würde ich auf Haydns Kaiserhymne tippen, wenn mich nur die Formulierung "Melodie aus mir" nicht verwirren würde. Die Hymne ist doch ein eigenständiges Werk? Oder liege ich Mal wieder eh ganz falsch? Ganz falsch liegst du nicht, du müsstest deine Lage nur noch etwas variieren.
Don Perlimplin (06.08.2017, 15:45): Beethovens Finale der 9. Sinfonie, die Ode an die Freude.
Cetay (inaktiv) (06.08.2017, 15:55): Das hatte ich nicht im Sinn. Ich glaube nicht, dass Beethoven allgemein weniger geschätzt wird, als zwei andere Komponisten aus seiner Epoche.
satie (06.08.2017, 18:31): Variiert würde das Thema natürlich im Kaiserquartett. Ist das gesucht?
Cetay (inaktiv) (06.08.2017, 18:54): Richtig. Mit den beiden anderen der Größten aus seiner Epoche waren Mozart und Beethoven gemeint und beim Finale der Fußball-WM 2014 sollen in der Tat knapp über eine Milliarde Menschen zumindest zeitweise zugeschaut haben - so steht es in diversen Quellen, auch wenn es mir schwer fällt, das zu glauben. Eine Milliarde?
satie (06.08.2017, 19:10): Für Fußball kann ich mich leider gar nicht begeistern, da staune ich allerdings auch über solche Zahlen...
Doch zum nächsten Werk: Ich stamme mal nicht aus der Wiener Klassik, denn etwas Abwechslung muss ja sein. Ich bin kein Werk für Leute, die es laut und turbulent mögen, obgleich ich auch so sein kann. Mein Komponist wurde durch mich so richtig berühmt, aber auch berüchtigt. Mich haben nur wenige richtig verstanden, und das dauert bis heute an. Dabei bin ich ganz einfach und dauere nicht einmal länger als ein durchschnittliches Charakterstück, man muss nicht einmal viel lesen, um mich aufzuführen, die Partitur ist eine der knappsten, vielleicht sogar die knappste der Welt. Wer eine Aufführung von mir erlebt, egal in welcher Fassung, sollte besser kein Augenmensch sein.
Andréjo (06.08.2017, 19:45): Cage oder Dein Namensvetter?
satie (06.08.2017, 19:48): Einer von beiden ist es. Ich gebe mal noch einen Tipp: Obwohl die Tempofrage bei mir vollkommen ungeklärt ist, sind alle Aufführungen von mir genau gleich lang.
Cetay (inaktiv) (06.08.2017, 19:51): Weiterer Tip: Das Werk wurde sogar ein veritabler Hit. Eine im Jahr 2010 veröffentliche Interpretation durch ein Londoner Musiker- und Produzenten-Kollektiv schaffte es auf Platz 21 UK-Single Charts.
Andréjo (06.08.2017, 20:00): John Cages "4:33". @ Cetay: Das wusste ich jetzt nicht ... :D
Saties "Vexations" haben quasi einen Berührungspunkt, aber des anderen Satie Beschreibung hätte dennoch nicht gepasst.
Bin ich jetzt dran?
Also gut: Berühmter Schlager des 18. Jahrhunderts. Deutlich später habe ich Anneliese eingeladen.
:hello Wolfgang
satie (06.08.2017, 20:10): Boccherinis Menuett aus dem Quintett op. 11 Nr. 5 ?
Andréjo (07.08.2017, 01:34): So ist es - wobei ich die genaue Opus-Bezeichnung auch erst eruieren müsste. Die "Comedian Harmonists" haben dann darüber getextet.
:beer Wolfgang
satie (07.08.2017, 02:38): Gut, weiter geht's.
Ich bin ein echter Dauerhit der Gattung. Zeitweise musste man mich durch ein Werk gleicher Besetzung ersetzen, von Schumann komponiert, was nicht wirklich funktionieren sollte. Zum Glück war das nur für ein paar Jahre nötig.
satie (07.08.2017, 09:46): Zu schwer? Na gut, die Zeit, in der ich nicht gespielt werden sollte war die, in der Braun eine modische Farbe war.
satie (07.08.2017, 10:16): Richtiger Komponist, falsches Werk. Ich bin eins von der Sorte, die man im schlechtesten Fall wahrnimmt als "einer gegen alle"...
Andréjo (07.08.2017, 10:36): Ich hab keine rechte Idee - das Violinkonzert?
Guenther (07.08.2017, 10:47): Würde dann eher zum 1. KK in g-Moll tendieren, das war zumindest im 19. Jhdt. ein Hit und wurde im 21. auch von etlichen großen Pianisten wieder eingespielt, z.B. Lang Lang, Schiff, etc...
satie (07.08.2017, 12:52): Nein, das Instrument, welches soliert hat aber auch Saiten. Sie werden aber nicht angeschlagen.
Abendroth (07.08.2017, 12:59): Es ist das Violinkonzert. Die Nazis haben versucht Schumanns Violinkonzert zu 'rehabilitieren' um den deutschen Geigern einen Ersatz für das Mendelssohn'sche Konzert zu bieten. Schumanns Konzert wurde vorher nicht aufgeführt, da es nach Meinung Joseph Joachims und der Schumannwitwe (Clara) zu minderwertig war und Schumanns Ruf hätte schädigen können. Möglicherweise war die Aufführung sogar verboten, da Clara Sch. wohl die Aufführungsrechte besass. Heute gibt es viele interessante Neueinspielungen, z.B. mit Isabelle Faust oder Kopatchinskaja.
EinTon (07.08.2017, 13:51): Auch wenn es das folgende Werk nicht in die Single-Charts schaffte, so haben es gleichwohl überdurchschnittlich viele Personen schon einmal ausschnittsweise gehört, die ansonsten einen Klassik-abstinenten Hörgeschmack aufweisen. Ein Kollege des Komponisten kritisierte den in Frage kommenden Ausschnitt wie folgt:
"Analyse dürfte hier aber nicht stehenbleiben, sondern müsste nun hier erst einsetzen. Sie müsste nach dem Grund des hier inszenierten Crescendos forschen, sie hätte nach der strukturellen Funktion der melismatischen Chorstimmenbehandlung, der akzentuierten Blech-Tenutoklänge zu fragen und sie hätte alle diese Eigenschaften, die den Charakter dieses Stücks maßgeblich bestimmen, zu entlarven als bewußt um ihrer geläufigen Wirkung geborgte Klischees der bürgerlichen tonalen Musikerfahrung, zuletzt legitim vertreten etwa durch Berlioz, Verdi oder Bruckner, Klischees, deren Eigenschaften hier völlig unversehrt als verdinglichte Emotionalismen benutzt werden, um als bewährte Mittel den Verlauf des ganzen expressiv-demagogisch einzufärben."
Welches Werk ist hier gemeint?
(Ich würde mich freuen, wenn Teilnehmer, die die Lösung schon kennen, diese nicht gleich verraten würden :whistling: ).
Gruß,
Normann
Andréjo (07.08.2017, 14:41): Nun, die Analyse von "X" schmeckt ein ganz klein wenig nach marxistischer Perspektive, nach Lukacs-Tradition etwa, aber vielleicht ist oder wäre meine Meinung eine ähnliche.
Die Lösung kenne ich bislang nicht - haben wir es mit einem Requiem zu tun? Andererseits glaube ich nun doch nicht, dass ein solches schon überdurchschnittlich viele Personen per Auszug gehört haben.
Ich weiß es definitiv nicht.
Gruß von Wolfgang
Cetay (inaktiv) (07.08.2017, 14:54): Sie könnten es gehört haben, ohne sich bewusst zu sein, was sie da hören. Bezeichnenderweise in der Haltung, die man dem bewusst hörenden Genuss-Hörer zuweist: im einem abgedunkelten Raum, im Sessel sitzend...
Guenther (07.08.2017, 16:01): Nun, lieber "EinTon", dieses Zitat hast Du selbst iim Klassikforum bereits vor 7 Jahren angebracht... Erinnerst Du Dich?
@Andrejo: Nicht übel!
@Cetay: Jaja, der "HAL"...
;)
EinTon (07.08.2017, 16:21): Nun, lieber "EinTon", dieses Zitat hast Du selbst iim Klassikforum bereits vor 7 Jahren angebracht... Erinnerst Du Dich? Nein...
Guenther (07.08.2017, 16:42): War am 10. November 2010 im Diskurs mit Satie über "Neue Musik"... ;)
Cetay (inaktiv) (07.08.2017, 16:44): Jaja, die Zeit vergeht und der Hirnspeicher legt Unwesentliches im Daten-Nirwana ab. :haha Und "X" ist keine Weinenfrau. :ignore
Cetay (inaktiv) (07.08.2017, 16:58): Meinem Namen nach zu urteilen, bin ich ein Gedicht, aber es wird kein Sprecher oder Sänger benötigt, um mich aufzuführen. Gemacht wurde ich für eine Aufführung an einem ganz bestimmten Ort, zu einem ganz bestimmten Anlass - und für den hat man mich zur Begleitung einer Lichtspielszene degradiert. Ob mein Schöpfer aus Gram darüber nichts mehr fertig gebracht hat, weiß ich nicht - jedenfalls blieb ich sein letztes vollendetes Werk.
EinTon (07.08.2017, 17:29): Ob mein Schöpfer aus Gram darüber nichts mehr fertig gebracht hat, weiß ich nicht - jedenfalls blieb ich sein letztes vollendetes Werk. Kann es sein, dass es sich hier lediglich um das letzte vollendete Orchesterwerk des Komponisten handelt?
Rotkäppchen (07.08.2017, 17:29): Bin gerade verwirrt: Ist Beitrag Nr. 40 schon wieder eine neue Aufgabe?
EinTon (07.08.2017, 17:31): Ist Beitrag Nr. 40 schon wieder eine neue Aufgabe?
Ja! :whistling:
satie (07.08.2017, 17:32): Skriabin: Promethee?
EinTon (07.08.2017, 17:40): @Satie: Das vermutete ich ja auch, aber: aber es wird kein Sprecher oder Sänger benötigt, um mich aufzuführen. jedenfalls blieb ich sein letztes vollendetes Werk.
Prométhée benötigt jedoch einen Vokalisenchor und ist auch nicht das letzte Werk Skrjabins (denn danach kamen laut Wiki noch Klaviersonaten).
Guenther (07.08.2017, 17:50): Und der bestimmte Anlaß ist mir auch nicht klar... Und die "Degradierung zu einer Lichtspielszene" auch nicht...
Das hörte sich für mich eher so an, als sei aus dem reinen Instrumentalstück eine Begleitung zu einem Stummfilm geworden.
Hmmm....
satie (07.08.2017, 18:00): Poème electronique von Varèse?
EinTon (07.08.2017, 18:18): Poème electronique von Varèse? Da passen fast alle Bedingungen. Allerdings scheint Varèse mit dem Konzept, einen Film synchron zu seinem Stück zu spielen, durchaus einverstanden gewesen zu sein.
Oder wurde das Stück später noch in einem Spielfilm verwendet?
Cetay (inaktiv) (07.08.2017, 18:36): Poème electronique ist richtig.
Varèse war einverstanden, er hat das sogar mit konzipiert. Aber ich habe ja für das Werk gesprochen...
Andréjo (07.08.2017, 18:47): Lasst einen älteren und langsamen Menschen nicht dumm sterben. Gibt es jetzt schon eine Lösung bezüglich meines "Requiem"-Vorschlags?
Die Weinenfrau hab ich ja kapiert ...
satie (07.08.2017, 18:54): Das Requiem war jenes von Ligeti, und es wurde in Kubricks "2001" verwendet.
Jetzt bin ich wohl wieder dran. Hm.
Ich bin wieder Mal ein echter Klassiker und ich beginne mit 14 Wiederholungen desselben Akkordes. Aber mein Createur ist ja für sein revolutionäres Naturell bekannt. Mich kann übrigens einer allein spielen, sofern er manuell beidseitig fähig genug ist.
EinTon (07.08.2017, 18:58): Waldsteinsonate.
satie (07.08.2017, 19:03): Korrekt!
EinTon (07.08.2017, 19:13): Da wir gerade bei Akkordwiederholungen sind, will ich gleich mal noch eins draufsetzen:
Ich beginne mit 226 Wiederholungen desselben Akkords.
Schon bald nach meiner Entstehung wurde ich in parodistischer Absicht in einem Werk eines Zeitgenossen meines Schöpfers zitiert, wobei dort die Anzahl der Wiederholungen auf 631 ausgedehnt wurde. Für dieses Werk benötigt man wesentlich mehr Musiker als für eine Aufführung von mir selbst.
Mein Schöpfer ist berühmt, wenn auch nicht unumstritten.
Wer bin ich?
satie (07.08.2017, 19:25): Stockhausen: Klavierstück IX? Hab allerdings nicht nachgezählt...
EinTon (07.08.2017, 19:29): Ist richtig! ;)
satie (07.08.2017, 19:42): Dann muss ich schon wieder.
Ich bin ein sehr trauriges Werk. Zum heulen! Und zwar mehrfach! Über meinen Komponisten sagte man auch, er empfinde immer Schmerz. Dabei hat er durchaus auch Tänze und fröhliche Lieder komponiert. Eine Besonderheit an mir ist, dass jedes meiner Teilstücke mit derselben Tonfolge beginnt.
EinTon (07.08.2017, 19:57): Haben die Anfänge der Teilstücke eine von Teilstück zu Teilstück anwachsende Besetzung?
satie (07.08.2017, 20:04): Die Besetzung ist in allen Sätzen gleich. Es sind 5 Vertreter einer Familie und dazu noch ein gezupftes Instrument, welches arabischen Ursprungs ist.
EinTon (07.08.2017, 20:09): Ok, ich hatte an etwas mit 4 Instrumenten derselben Familie gedacht..
satie (07.08.2017, 20:25): Die Stücke rühren wirklich zu Tränen, derer man durchaus auch noch mehr als 7 vergießen kann.
Cetay (inaktiv) (07.08.2017, 20:42): Erstaunlicherweise wird das im Unterland auch in einem Arrangement mit sechs Begleitinstrumenten aufgeführt.
Guenther (07.08.2017, 22:11): Würde auf die 7 Worte des Erlösers am Kreuze tippen, und zwar vielleicht von Haydn. (Hat der immer Schmerz empfunden?)
Es gab da wohl eine Fassung für Klavier und Streichquartett. Welches ist das 5. Instrument?
satie (07.08.2017, 22:14): Nope. Mein Komponist ist früher und die Instrumente, auf denen ich gespielt werde, sind in der Regel Gamben plus eine Laute. Geographisch muss man mich dort verorten, wo man sich jetzt von Europa ganz entschieden abnabelt.
Guenther (07.08.2017, 22:17): Schütz wär da noch, bei Schütz sind aber die Instrumente nicht zwingend. Oder doch? Wär auch nicht UK...
satie (07.08.2017, 22:35): Mein Komponist starb 1626. Die Geografie wurde schon richtig erkannt. Michael Riessler, der Jazzmusiker, nannte meinen Komponisten "Mr. JD". Jetzt müsste es doch zu knacken sein. Eingespielt hatten mich auch Jordi Savall und Consorten.
Cetay (inaktiv) (07.08.2017, 22:43): Ich kann mir das nicht mehr länger mit anschauen... :evil: Dowlands Lachrimae aka Seven Tears
satie (07.08.2017, 23:06): Jaaaaaaaaaaaa!!!
Cetay (inaktiv) (07.08.2017, 23:15): Lange bevor sie in der Popkultur mit Mythen umrankt wurde, hatte mein Schöpfer eine Vorliebe für eine bestimmte Primzahl - und sie spielt auch in mir eine bedeutende Rolle. Im entsprechenden Takt erklingt ein Todesmotiv. Schlimmer ist freilich, dass er zu deutlich hat anklingen lassen, dass es nun genug sei. Der Angesprochene hat das anscheinened wörtlich genommen...
EinTon (08.08.2017, 00:27): Es existiert auch ein deutscher Spielfilm, dessen Titel sich auf die betreffende Zahl bezieht.
Oder anders ausgedrückt: Eigentlich keine Ahnung! Welcher HInweis hat dich da drauf gebracht? Und wie könnten die anderen HInweise dazu passen?
Cetay (inaktiv) (08.08.2017, 06:50): Schumann Geistervariationen ? Welcher HInweis hat dich da drauf gebracht? Und wie könnten die anderen HInweise dazu passen?
blau (08.08.2017, 09:20): Schumann Geistervariationen ? Welcher HInweis hat dich da drauf gebracht? Und wie könnten die anderen HInweise dazu passen? der Hinweis zu den Primzahlen (deren Liste ist jedoch laaaaang), war einfach mal ein Ansatz/Versuch gewesen :) 23 ist eine der Primzahlen, die in der Popkultur eine gewisse Bedeutung bekommen hat. Brahms op. 23 ist (so ich das richtig verstanden habe) eine Beararbeitung der Geistervariationen Schumanns. Tori Amos (die war mir allerdings bis dato unbekannt) hat die Variationen auch aufgegriffen/bearbeitet. Hingegen fehlt bei meinem Ansatz der Verweis zur angegebenen Taktzahl, daher ist Antwort/Ansatz wohl nicht richtig.
satie (08.08.2017, 09:41): Faszinierend, da es sich nicht um dieses Werk handelt. Ich erinnere mich an einen (allerdings amerikanischen) Film, in dem diese Zahl den Protagonisten am Ende in den Wahnsinn trieb, denn wenn man will, kann man diese natürlich überall entdecken. Aber das richtige Werk wurde ja bereits genannt.
EinTon (08.08.2017, 10:50): Ich erinnere mich an einen (allerdings amerikanischen) Film, in dem diese Zahl den Protagonisten am Ende in den Wahnsinn trieb, denn wenn man will, kann man diese natürlich überall entdecken. Bei dem von mir erwähnten Film kommt es zu einer ähnlichen Entwicklung. Der Protagonist wird aber von seinem Wahn wieder geheilt. Gegen Ende des Films kommt er allerdings unter ungeklärten Umständen zu Tode.
Cetay (inaktiv) (08.08.2017, 10:57): Schlimmer ist freilich, dass er zu deutlich hat anklingen lassen, dass es nun genug sei. Der Angesprochene hat das anscheinened wörtlich genommen... Als Tip (obwohl ich ja schon genannt wurde) konkretisiere ich, was hier anklang: Es ist genug! Herr, wenn es Dir gefällt, so spanne mich doch aus! Nun gute Nacht, o Welt." Tja, der Herr hatte noch im Jahr meiner Vollendung ein Einsehen mit meinem Schöpfer - als Weihnachtsgeschenk sozusagen...
Andréjo (08.08.2017, 11:13): Auf Berg gekommen bin ich wegen des Bach-Zitats am Ende: "Es ist genug" (falls ich das nicht falsch in Erinnerung habe).
Ich probier noch was anderes:
Schönberg, Klavierkonzert
:beer Wolfgang
Guenther (08.08.2017, 11:14): Ist es denn jetzt nicht das Berg-Violinkonzert?
satie (08.08.2017, 11:22): Doch!
Andréjo (08.08.2017, 11:23): Aber das richtige Werk wurde ja bereits genannt. Der Berg ist also richtig? Wie die Primzahl zustandekommt, weiß ich nicht. Geht es um die 13 und um zwölf Töne?
Mein neues Ich:
Mein Schöpfer stand braunem Gedankengut nicht fern, was wiederum einen schwarzen Politiker Jahre später nicht daran hinderte, mein Drumherum als zu provokativ verbieten zu lassen.
:P Wolfgang
PS: Bezüglich Schönbergs Klavierkonzert hatte ich mal von dessen Angst vor der Dreizehn und entsprechender Symbolik mitbekommen. Es ist freilich rechtes Vag- und Halbwissen aus der Erinnerung.
Guenther (08.08.2017, 11:33): In diesem Werk werden mehrere Zahlen verwendet, u.a. die 23, die 18 und die 22.
Die 23 als (Prim)Zahl hat für Berg offenbar eine bestimmte Bedeutung gehabt, auch das Verhältnis 2:3 / 3:2 (Quinte) spielt in diesem Stück in der Introduktion eine Rolle. Der 2. Satz besteht aus 230 Takten.
Das Stück ist Manon Gropius gewidmet, die 18jährig verstarb, was Berg offenbar sehr mitgenommen hat. Der Schlußakkord besteht aus 18 Tönen...
Am 22.April war der Todestag Manons. Verschiedene Stellen im Stück weisen auf die Zahl 22 hin.
Guenther (08.08.2017, 11:50): Tannhäuser?
(Abgesetzt im Mai 2013 in Düsseldorf wegen "Übelkeit" bei einigen Zuschauern...)
Andréjo (08.08.2017, 11:57): Vielleicht müsste ich das sogar gelten lassen. :D
Ich dachte an ein paar Jahrzehnte früher. Der Vorgang war skandalöser und das braune Gedankengut (zuvor) wirksamer denn je ...
:beer Wolfgang
EinTon (08.08.2017, 13:10): PS: Bezüglich Schönbergs Klavierkonzert hatte ich mal von dessen Angst vor der Dreizehn und entsprechender Symbolik mitbekommen. Es ist freilich rechtes Vag- und Halbwissen aus der Erinnerung. Es wird auch vermutet, dass er seine Oper aus diesem Grund "Moses und Aron" und nicht korrekt "...Aaron" nannte, sonst wären es nämlich 13 Buchstaben gewesen.
Guenther (08.08.2017, 13:34): Gilt auch Ballett?
Dann fiele mir noch Abraxas von Egk ein. Verboten von Hundhammer (Kultusminister in BY).
Andréjo (08.08.2017, 13:59): So ist es! :thumbup:
Wolfgang
Guenther (08.08.2017, 14:31): Juhu, ich darf auch mal... ;)
Mein Werk sagt:
"Ich bin schon älter und werde des öfteren aufgeführt. Meine zwei bzw. drei oder sogar noch mehr Schöpfer sind z.T. sehr bekannt, was aber moderne Komponisten resp. Musiker nicht davon abgehalten hat, mich in Teilen zu verändern bzw. zu ergänzen. Offenbar waren sie mit einzelnen Sätzen eines meiner Schöpfer nicht zufrieden und meinten es besser zu können. So entstand z.B. eine kleine Fuge, wo zuvor nichts war. Andere Teile ließ man auch schon mal ganz weg. Für meine drei Erstschöpfer war ich übrigens das einzige Werk dieser Gattung."
Viel Spaß beim Raten.
Guenther (08.08.2017, 17:00): Noch Tips?
Das Werk sagt weiter:
"Ich bin ein Werk der Gattung Kirchenmusik und weit über 200 Jahre alt."
satie (08.08.2017, 17:05): Also ich sage jetzt Mal Mozart: Requiem. Mir fällt sonst nichts ein, woran so viele gearbeitet haben.
Cetay (inaktiv) (08.08.2017, 17:10): So entstand z.B. eine kleine Fuge, wo zuvor nichts war. Da ist man doch glatt geneigt, 339 mal Amen zu sagen.
Cetay (inaktiv) (08.08.2017, 17:14): Also ich sage jetzt Mal Mozart: Requiem. Mir fällt sonst nichts ein, woran so viele gearbeitet haben. La Pellegrina (1589) von Cavaleri, Marenzio & Caccini. Das hat allerdings niemand nachbearbeitet.
Guenther (08.08.2017, 17:36): Satie hat recht.
Habe mir mal die Levin-Fassung angehört: Die Fuge ist ganz nett, die sonstigen "Glättungen"... naja... :)
blau (08.08.2017, 17:39): .
satie (08.08.2017, 17:57): Das heißt, ich bin wieder dran? Hm...
Mein Komponist - obwohl sonst einer der ganz Großen - ist heute für diese Gattung gerade nicht mehr so berühmt. Trotzdem hat er zahlreiche solche Werke geschrieben. Ich bin ein besonders karg besetztes und ausgestattetes, weil mein Aufführungsort erst kürzlich den Flammen zum Opfer gefallen war. Es gibt bei mir sodann auch keinerlei trockene Actionszenen, was vielleicht daran liegt, dass ich auch im Titel mit einem von Wasser umgebenen Ort zu tun habe.
Giovanna (08.08.2017, 18:30): Dann wage ich mal einen Tipp:
gesucht ist L'isola disabitata von Joseph Haydn.
Falls das stimmt darf gerne wieder jemand von euch die nächste Frage übernehmen.
Liebe Grüße, Giovanna :hello
satie (08.08.2017, 18:31): Richtig!
Rotkäppchen (08.08.2017, 18:42): Ich hätte noch eine leichte Aufgabe:
Da hat sich mein tierisch benamster Komponist etwas Seltsames ausgedacht: Um mich komplett aufzuführen, muss mein Solist zwischendurch immer wieder ziemlich viel an seinem Instrument herummanipulieren.
satie (08.08.2017, 18:45): Na, das müssen doch Justin äh Heinrich Ignaz Franz von Bibers Rosenkranz Sonaten sein. Wenn ja : nächste Runde an den, der mag, ich kann gerade nicht so bequem schreiben....
Cetay (inaktiv) (08.08.2017, 19:39): Mein Schöpfer erlitt eine große Ungerechtigkeit durch die Musikgeschichte, die ihn einfach so an den Rand geschrieben hat, obwohl er als Erschaffender wie Ausführender einer der Größten seiner Zeit war. Wenigstens ich bin vom Vergessen verschont geblieben, weil ich als Solo für ein Instrument, das von den vermeintlich Großen wenig bedacht wurde, geschaffen wurde. Mit ein wenig Fantasie kann man mich finden.
satie (08.08.2017, 19:50): Vielleicht Hummel, Potpourri (Fantasie) op. 94 für Viola und Orchester?
Cetay (inaktiv) (08.08.2017, 19:51): Nein, ich bin ein echtes Solo.
satie (08.08.2017, 20:09): Bist Du von Louis Spohr?
Guenther (08.08.2017, 20:42): Spohr am Rande der Musikgeschichte? Naja...
(Du denkst an die Harfe, richtig?)
satie (08.08.2017, 20:49): Ja, sonst weiß ich nicht, welches vernachlässigte Instrument gemeint sein könnte.
Cetay (inaktiv) (08.08.2017, 21:49): Klar, es ist subjektiv, wie breit man den Rand definiert - ich sehe ihn dort (im Sinne der Geschichtsschreibung). Und Harfe stimmt auch. Dann braucht es wirklich nicht mehr viel Fantasie, das Werk zu nennen. :whistling:
satie (08.08.2017, 23:17): Das wäre dann die Fantasie c-Moll OP. 35.
Mein Komponist hat sehr viel ähnliches komponiert. Trotzdem werden immer wieder vor allem vier davon gespielt, jahrein, jahraus. Diese sind nicht gesucht, sondern etwas für ein anderes Instrument, welches man gemeinhin süßlich tremolierend im Ohr hat. Mein Komponist hat auch ein Werk für zwei dieser Instrumente geschrieben, ich benötige aber nur eines davon. Mein erster Satz ist durch viele repetierte Töne gekennzeichnet, das Hauptmotiv ist quasi Beethovens Fünfte rückwärts. Na ja, nicht ganz so schicksalsschwanger...
Andréjo (08.08.2017, 23:36): Vivaldi - Konzert für Mandoline (und Orchester)
wäre eben mal mein Tipp. Sollte das richtig sein, müsste ich allerdings nachhören, um festzustellen, an welches Du gedacht hast.
Gruß, Wolfgang
satie (08.08.2017, 23:59): Ganz richtig. Es scheint nur RV 425 zu geben als Konzert für eine Mandoline und Orchester, insofern ist das ganz richtig und ausreichend.
Andréjo (09.08.2017, 00:56): Ich stelle mal eine (relativ) leichte Frage zwischendurch:
Sauschwere Klaviermusik bin ich und irgendjemand hat an Kerbtiere gedacht, als er mir einen Beinamen gab - war es mein Meister selbst?
Es grüßt Wolfgang, der sich jetzt aber in die Heia begibt.
Guenther (09.08.2017, 09:32): Sollte mich wundern, wenn das nicht der Hummelflug in der Fassung von Rachmaninoff ist... ;)
Don Perlimplin (09.08.2017, 09:32): irgendjemand hat an Kerbtiere gedacht Floh-Walzer. Der Meister selbst ist unbekannt - oder war es doch der ominöse Ferdinand Loh??
Cetay (inaktiv) (09.08.2017, 10:50): Da wäre naheliegend. Aber der Hummelflug war von Anfang an ein Hummelflug und wurde als Lautmalerei eines solchen komponiert - der Hinweis mit dem Beinamen passt also nicht. Und der Flohwalzer ist nicht schwer wie die Sau sondern leicht wie der Floh.
Guenther (09.08.2017, 11:25): Stimmt, Cetay.
Dann fällt mir noch die insekten-Sonate von Alexander Skrjabin (Opus 70) ein.
Andréjo (09.08.2017, 11:35): Und die Insekten-Sonate ist es natürlich auch. Und der Günther wieder dran. :P
:beer Wolfgang
Guenther (09.08.2017, 11:58): Ok, also dann. Was Leichtes... ;)
Wenn adlige Menschen starben, wurden oft bekannte Komponisten beauftragt, ein Werk zum Anlaß zu schreiben. So auch hier. Die adlige Person verstarb am 20. November und wurde ca. 4 Wochen später beigesetzt. Das Werk wurde nach dem Gottesdienst mit einer gewaltigen Besetzung aufgeführt. Der Anfang erinnert an ein überaus bekanntes Stück ähnlicher Gattung, das ziemlich genau 54 Jahre später entstand...
Guenther (09.08.2017, 14:43): Ok, ein paar Tips:
- Die instrumentale Einleitung (Largo assai) wurde erst 2 Jahre später hinzugefügt. Das Werk erfuhr dann eine andere Verwendung in einem Oratorium.
- Das Stück, was an den Anfang des 54 Jahre später geschriebenen Stücks (dort "Introitus" genannt) erinnert, ist überschrieben mit "Larghetto e Staccato".
- Die Tonart ist g-Moll.
Andréjo (09.08.2017, 15:05): Geht es 54 Jahre später um Händels Orgelkonzert in g? Leider verstehe ich von dem, was da 54 Jahre früher entstanden sein könnte, nicht allzu viel ...
Oder verwechsle ich jetzt die Nummern - bin gerade unsicher ... ?
Wenn erst mal die Spezialisten oder die radikalen Universalisten wieder online sein werden ... ;)
:beer Wolfgang
Guenther (09.08.2017, 15:20): Händel ist schon mal gut. (Aber das war nicht der Komponist des 54 Jahre später entstandenen Stücks.)
Cetay (inaktiv) (09.08.2017, 16:22): Also, das ist eher was für Mathematiker, denn für Spezialisten oder radikale Universalisten. Die erste Frage wäre, ob es sich die 54 Jahre auf Premiere oder auf die Drucklegung des ersten Werks beziehen. Im letzteren Fall trifft man auf eine gewisse Gräfin Karolina von Walsegg, die tatsächlich am 20.11.1792 verstorben ist und damit wäre die Lösung klar. Wirklich? Nein, es ist ja nach dem älteren Stück gefragt und das wäre dann doch Händel - mit allen Tips bleibt nur HWV289.
Nee... alles Quatsch - da habe ich mich irgendwie vergaloppiert. :D
Guenther (09.08.2017, 17:03): Die Gräfin Karolina von Walsegg ist wohl nicht 1792 verstorben, da sie 1799 mit dem Grafen Leopold vermählt wurde...
Die andere Gräfin von Walsegg ("Anna Maria Theresia Edle von Flamberg") jedoch starb im Februar 1791, und ihr Gemahl Franz bestellte in der Tat 1791 das Stück, das ich meine: Das "Requiem", dessen ersten Takte des Introitus "Requiem aeternam dona eis, Domine" an das von Händel 54 Jahre zuvor komponierte gesuchte Stück erinnern.
Das von Händel erstellte Werk richtet sich allerdings tatsächlich an eine (ganz andere) Karoline...
Na, immer noch nicht?
;)
Cetay (inaktiv) (09.08.2017, 17:07): OK, dann HWV264 - weniger als die Hälfte von 54 daneben. :cool
Cetay (inaktiv) (09.08.2017, 17:23): Länge Zeit höre ich mich wie eine Unterhaltung unter vier vernünftigen Leuten an, bis völlig unerwartet jemand eine Litanei beginnt
Guenther (09.08.2017, 17:43): HWV264 stimmt. Das mit der Hälfte daneben verstehe ich nicht...
Wenn's stimmt: Ring frei, da ich beschäftigt bin...
Cetay (inaktiv) (09.08.2017, 18:17): HWV264 stimmt. Das mit der Hälfte daneben verstehe ich nicht... Mein ursprünglicher Tip war HWV289. 289 - 264 = 25 < 54/2 Schönbergs zweites Streichquartett? :thumbsup:
Abendroth (09.08.2017, 20:22): Wolfgang Amadeus hat sich doch ziemlich viel mit Händel beschäftigt, nicht wahr?
Cetay (inaktiv) (09.08.2017, 21:00): Ist das ein neues Rätsel? Dann würde ich KV 572 antworten. :P
Guenther (09.08.2017, 21:09): Oder KV 591. Oder 592.
Wer bietet mehr? ;)
Abendroth (09.08.2017, 21:30): Das geht alles so schnell; hatte wegen dem Geplänkel hinterher nicht gesehen, dass die Antwort schon früher da war.
Cetay (inaktiv) (09.08.2017, 21:32): Mal was für Spezialisten.
Mein Schöpfer gilt selbst unter den Vorangehenden als extrem. Vieles von ihm wird schon deshalb nie aufgeführt, weil sich kein Ensemble findet, das all die verlangten Instrumente auftreiben kann. Oder kennt ihr jemanden der ein Pikkoloheckelphon hat? Eben. Ein solches kommt in mir nicht vor, aber dennoch ist meine Aufführung jedesmal ein Drahtseilakt - fast im Wortsinne.
satie (09.08.2017, 22:39): Und das Werk wäre "Seiltanz"?
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 03:56): :times10
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 06:04): Ich habe mir hier im Forum vor bald 10 Jahren (Au weia! Echt jetzt?) mal die Mühe gemacht, die Besetzung aus dem Booklet abzutippen und kopiers nochmal hierher: Sporan-/Alt-/Baritonsaxophon, Klarinetten in Es und A, Didgeridoo Klarinetten in hoch As, Es, C, B, A, Bassethorn, Baß- und Kontrabaßklarinette Kleine Trompete in hoch B, Trompete in B, Piccolo-Kornett in Es, Flügelhorn Alt-und Tenorbaßposaune, Flugabone Tuba Kontrabass Metall-Percussion, Schweißgerät
satie (10.08.2017, 08:20): Ich gehöre im wahrsten Sinn zum Kanon der Klavierliteratur. Mittlerweile schmecke ich allerdings fast ein wenig nach Ahornsirup, egal, wer mich noch spielt. Vielleicht dann noch am wenigsten, wenn man mich auf einem Instrument spielt, das meiner Entstehungszeit wirklich entspricht.
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 08:47): Bist du echte Kunst?
satie (10.08.2017, 09:35): Schon. Wenn auch manche durch mich ganz ermüdet wurden.
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 10:17): Wenn weit über ein dutzend Teile alle in der selben Tonart stehen, stellt sich schon eine gewisse Monochromie ein.
satie (10.08.2017, 10:47): Ein passender Witz dazu: Warum hatte Immanuel Kant keine Kinder und J.S. Bach so viele? Kant hatte das Ding an sich, Bach aber beherrschte die Kunst der Fuge.
Diese allerdings ist hier nicht gesucht.
Guenther (10.08.2017, 10:56): Ich denke da an das Auftragswerk, das angeblich zu den schlaflosen Nächten des Grafen Keyserlingk gespielt werden sollte...
Tja, da sind natürlich im stile antico jede Menge Kanons drin...
Der Hinweis auf den Ahornsirup dürfte dem Kanadier Glenn Gould geschuldet sein, der vermutlich die Referenz auf dem modernern Flügel darstellt.
Richtig?
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 11:07):
Der Hinweis auf den Ahornsirup dürfte dem Kanadier Glenn Gould geschuldet sein Unser Satie ist ja durchaus ein Meister der subtilen Feinheiten, aber wenn das wirklich ein beabsichtigter Hinweis war, dann setze ich mir eine Mangoschale auf den Kopf.
satie (10.08.2017, 11:22): Ich denke da an das Auftragswerk, das angeblich zu den schlaflosen Nächten des Grafen Keyserlingk gespielt werden sollte...
Tja, da sind natürlich im stile antico jede Menge Kanons drin...
Der Hinweis auf den Ahornsirup dürfte dem Kanadier Glenn Gould geschuldet sein, der vermutlich die Referenz auf dem modernern Flügel darstellt.
Richtig? Günther, Du hast mich durchschaut wie ein Röntgenbild! Cetay, Mangoschale, please!
Sorry - ich hatte die neue Seite hier noch gar nicht wahrgenommen ...
Wolfgang
PS: Bananenschale bitte belassen! Mango mag ich nicht.
PS2: Ein neues Rätsel stellt dann Günther, nehme ich mal an.
Guenther (10.08.2017, 11:57): @Andrejo: Exakt.
Das nächste Ratestück steht im Zusammenhang mit zwei Ländern, von denen das eine eigentlich mehr ein riesig großes Gebiet ist, welches heute zu 7 verschiedenen Ländern gehört.
Die Musik beginnt mit leise einem Lied des anderen Landes, es mischt sich dann eine Melodie aus der Region des großen Landes/Gebiets hinzu. Die Musik schwillt mehr und mehr an, nur um nach dem musikalischen und volumenmäßigen Höhepunkt wieder auszuklingen, ganz ganz leise...
Charakteristisches Element ist ein sehr sehr hoher Ton in den Violinen, der leise und lange klingt. Er steht für eines von mehreren Elementen in diesem Werk.
Welche Länder sind hier gemeint? Wer ist der Komponist, und zu welchem Anlaß wurde das Stück komponiert?
satie (10.08.2017, 12:10): Borodin: Steppenskizze aus Mittelasien? Komponiert zum 25. Jahrestag der Regierung von Zar Alexander dem II. Das eine Land ist Russland, das andere Turkestan.
Guenther (10.08.2017, 12:12): Das war wohl zu leicht... :)
satie (10.08.2017, 12:50): Ich klinge am Anfang wie der Soundtrack zu einem typischen Hollywood-Thriller-Horrormovie, allerdings wurde ich zu einer Zeit komponiert, in der an die bewegten Bilder noch lange nicht zu denken war. Mit den dunklen Abgründen habe ich allerdings zu tun, mit dem Schmerz des Todes gar, und mein Urheber bietet biografisch auch genügend gruseliges, damit man daraus einen Kinohit machen könnte. Fürs Fernsehen wurde schon einmal ein Versuch unternommen, von einem, der gern mit einem der durchgeknalltesten Schauspieler aller Zeiten gearbeitet hat.
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 13:44): Ein vermeintlich Adeliger hat es gleich 5-stimmig verfilmt. Es wurde kein Western, obwohl der gesuchte Titel ein unabdingbares Utensil für einen solchen enthält.
satie (10.08.2017, 14:13): Du hast es Mal wieder erkannt! Für alle nur noch Bahnhof Verstehenden: Gesualdo: Moro, lasso
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 15:46): Ok, dann biete ich mal ein Werk, das fast jeder Klassikfreund kennen dürfte.
Ich gehöre zu Allerpopulärsten meiner Gattung, weil mein Schöpfer eine volksliedhafte Melodie geschrieben hat, die man so schnell nicht wieder vergisst. Freilich ist das trügerisch, denn Brüche, Schläge, kühne Modulationen und gar Dissonanzen machen der Seligkeit bald ein Ende. Dass ich nicht in Vergessenheit geraten bin, verdanken wir ausgerechnet jenem Kapellmeister, der sich erdreistete, Wagners Tristan als Irrtum zu bezeichnen.
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 19:35): Schwer? Nicht nur Wagner sondern auch Bruckner hat von meinem Wiederentdecker sein Fett abgekommen. Und auch ich werde immer wieder mal fertig gemacht.
Guenther (10.08.2017, 20:34): Matthäus-Passion?
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 20:55): Was könnte Mendelssohn gegen Bruckner und Wagner gehabt haben? Ein Trauerspiel ist das. Irgendwie passend zur Tonart, die mein Schöpfer für mich gewählt hat. Der Werfer des übermachtigen Schattens, aus dem er sich zu befreien versuchte, hat sie einst als schwarz bezeichnet.
satie (10.08.2017, 21:06): Also, ich stand noch selten so auf dem Schlauch, meine aber jetzt doch, dass es Schuberts Unvollendete ist, die laut Beethoven schwarze Tonart h-Moll war nun ein deutlicher Hinweis. "werde manchmal fertig gemacht"...das hatte in mir den Verdacht geschürt, dass es ein unvollendetes Werk sein muss, und das Volkslied ist hier im Seitensatz schon vorhanden, würde ich meinen. Nur eines verstehe ich nicht: der Wiederentdecker ist doch Johann von Herbeck, und natürlich suchte ich nach dem Beleg für die Kritik an Wagner und Bruckner, finde aber nur Hinweise, dass er ein Fürsprecher der beiden war. Oder liege ich hier doch falsch?
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 21:23): Ich verweise auf einen früheren Beitrag: Sie wissen, dass Wagner mit seinem 'Tristan' und ich mit meiner B-Dur-Symphonie uns geirrt haben; können Sie nicht zugeben, dass auch Sie sich mit dieser Messe geirrt haben? (Herbeck zu Bruckner über dessen f-Moll Messe; unges. -> hier)
Guenther (10.08.2017, 21:23): Geht mir auch so: Ich kann keinen "Kapellmeister" finden, der Bruckner und Tristan derart kritisiert hätte...
Kritiker beider ist der österreichische Kritiker Eduard Hanslick, aber der ist wiederum kein Kapellmeister... Und entdeckt hat er auch nichts Relevantes...
Auf der anderen Seite hört sich Cetay gerade "aus aktuellem Anlaß" die große Messe in e-Moll von Herbeck an... Sollte die gemeint sein? ;)
Der Link tut's übrigens leider nicht...
satie (10.08.2017, 21:29): Wieder was gelernt!
Ich bin komplett absurd. Aber immerhin kann man das Tanzbein nach mir schwingen, selbst wenn man als Verwandter des Homo Sapiens bereits perdu und präpariert ist. Wenn nur dazwischen nicht so viel Gefasel wäre...
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 21:41): Der Link tut's übrigens leider nicht... Ja, Links brechen... Aber das Zitat ist leicht zu finden. Achtung: Wenn man Hersbeck statt Herbeck schreibt, bekommt man auf der Trefferliste ganz oben female domination stories. :thumbup:
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 22:37): Wieder was gelernt!
Ich bin komplett absurd. Aber immerhin kann man das Tanzbein nach mir schwingen, selbst wenn man als Verwandter des Homo Sapiens bereits perdu und präpariert ist. Wenn nur dazwischen nicht so viel Gefasel wäre... ... und das gleich von zwei Damen. Einen solchen Skandal hat es selten gegeben! Oder bin ich auf dem Holzweg?
satie (10.08.2017, 23:03): Faseln tun drei männliche und eine weibliche Protagonistin. Der Primat kommt sozusagen nur als Nummerngirl vor.
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 23:21): doppelt
Cetay (inaktiv) (10.08.2017, 23:24): Also Eric, ähm ich meine Satie, da kann ich nur noch dazu sagen, dass ich keine Ahnung habe, wie man Klänge putzt.
satie (11.08.2017, 00:52): Ah, man nähert sich. Meine Hauptfigur erinnert an die berühmteste der Gorgonen. Ich habe sieben Teile, und in einem davon muss sich der Affe (ausgestopft) mit einer Kartoffel kratzen.
Cetay (inaktiv) (11.08.2017, 05:12):
Und da tappt er in die Falle, der Herr... auf den man in quadratischer Form besser nicht tritt. Genug jetzt von diesem absurden Theater. Lasst uns endlich Satiesfaction finden und verratet es! Sonst frage ich doch noch Jan Josef Liefers wie das original von Le piège de Méduse in Französisch heißt. Moment mal... ?(
Cetay (inaktiv) (11.08.2017, 05:35): Ich beinhalte ein ungewöhnliches Instrument, das etwas hat, was seine zwei verwandten Mitstreiter nicht haben. Man spekuliert, dass mein Schöpfer mehr als der Rest der Welt dafür geschrieben hat. Dass man mit mir Dunkelheit und Tod assoziert, mag man angesichts meiner über 100 heiteren Schwestern kaum glauben.
satie (11.08.2017, 06:34): Könnte das vielleicht Haydns Baryton-Trio in h-Moll sein? Was hat das Baryton-Trio, das die Gambe und die Viola d'amore nicht haben: ein Fenster, das zupfenden Zugriff auf die Resonanzsaiten gestattet. Oder sollte ich ganz schief gewickelt sein?
Cetay (inaktiv) (11.08.2017, 06:40): Nö, bist du nicht. Das ist ganz richtig gegriffen.
satie (11.08.2017, 08:09): Ich gebe dann Mal die nächste Runde frei!
Andréjo (11.08.2017, 12:06): Ich glaube, dass ...
1. ich zu Beginn dieses Spiels einmal hätte dürfen und mich vornehm zurückgehalten habe 4. und mich daher jetzt vordränge 2. ich auch auf Baryton-Trio getippt hätte (nein, das weiß ich ...) 3. Cetays und Saties Humor in einer nochmals anderen Liga spielen als meiner. Ach was, ist die gleiche. 5. Trotzdem habe ich in den letzten Beiträgen nicht alles verstanden. Aber schon mein Vater hielt mich nicht für den Intelligentesten.
Bitte alles umdrehen, mit "ich" fängt man keine Post an.
Hier mein Rätsel - für Euch vermutlich zu leicht:
Bei mir geht es eine halbe Stunde klangschön bis effektvoll bis pathetisch im romantischen Orchestersound zu, bis dann ganz am Schluss ein hässlicher Aufschrei erklingt. Der lässt sich schön unterschiedlich deuten.
:beer Wolfgang
satie (11.08.2017, 13:52): Ich wage mal einen ganz unsicheren Schuss ins Blaue: Mahler, 6. Symphonie?
Cetay (inaktiv) (11.08.2017, 14:05): Dachte ich auch, aber dann müsste die halbe Stunde eine ganze sein und eigentlich wird es schon vor dem finalen Schlag recht heftig und hässlich... Ich tappe noch völlig im unromantischen Dunkeln. Wenn's was von einem Russen ist, bin ich eh draußen...
Cetay (inaktiv) (11.08.2017, 15:15): Ist aber von einem Ami. :leb
Und im Zweifelsfall zieht um diese Zeit Kriegsvorahnung immer als Deutung.
Guenther (11.08.2017, 19:34): Kaum ist man mal einen Tag nicht da... ;)
Hier geht ja richtig die Post ab! :)
Wolfgang, das von Satie gemeinte Werk ist die "Falle der Medusa" von Eric Satie (franz.: le piege de meduse). Medusa ist eine der drei Gorgonen aus der griechischen Mythologie. Ihre Haare bestehen aus Schlangen, und wenn Du ihr ins Gesicht blickst, wirst Du zu Stein! :)
Das Stück besteht aus 7 Tänzen
Oder auch hier:
Die ‘Préludes ‘gehören zusammen mit den ‘Descriptions automatiques‘ (Automatische Beschreibungen) zu der Gattung der ‘humoristischen Klaviersuiten‘. In diesen Kompositionen finden wir einen Satie, so wie wir ihn am Liebsten mögen: ein Humorist und Parodist mit einer märchenhaften Phantasie. Er ist der Vorbote des Surrealismus, der eigentlich erst 1924 mit dem Manifest von André Breton Gemeingut werden sollte. Dieser Vor-Surrealismus schimmert auch in den ‘Sieben Tänzen für Jonah, den Affen‘ in Saties komischem Einakter ‘Le Piège de Méduse‘ (Die Falle der Medusa) durch.
Da spielt der Jan Josef Liefers (auch bekannt als "KF" Börne) den "Baron Qualle". Dort kommt auch die Frage auf: "Wissen Sie, wie man Töne reinigt?"
:)
Andréjo (11.08.2017, 19:51): Danke erst mal an Günther for his background info, wie der Chinese sagt.
Cetay wird wohl richtig liegen. Wenn er Lust hat, kann er ja auch noch einen Namen nennen und eine Nummer. :P
Ja ja, Kriegsvorahnung ...
:beer Wolfgang
Cetay (inaktiv) (11.08.2017, 20:38): Wenn wir schon am Hinterbegründen sind, dann darf der Hinweis, dass Medusa das Fachwort für Qualle ist und dass Begegnungen mit Würfelquallen lebensgefährlich sein können.
Und lustvoll wurde vorhin Ives 2. Sinfonie von mir gehört.
Jetzt ein Freispiel: Ich bin sowohl im Oeuvre meines Schöpfers als auch in der langen Geschichte meiner Gattung eine Anomalie. Nicht wenige sehen meinen Schöpfer als eine ebensolche. Da sollte es nicht verwundern, dass ich ausdrücklich nicht für die reichen Leute gemacht wurde.
satie (11.08.2017, 21:03): Ja das kann doch nur die
Messe des pauvres
Von meinem Namensvetter sein, oder?
Cetay (inaktiv) (11.08.2017, 21:51): So isses! Ich wußte, dass die Siamkatze nicht gebraucht wird. :thumbup:
satie (11.08.2017, 22:50): Ich bin ein Werk im für meinen Komponisten typischen und bereits im Titel erwähnten lokalkolorit, auch wenn in mir vor allem Geräte vorkommen, die man allenfalls mit der Schweiz oder auch dem Schwarzwald in Verbindung bringen möchte. Auf jeden Fall erfährt man hier, wie geräumig diese offenbar sind. In schlechten Witzen wählt man meist alternativ den Kleiderschrank.
Giovanna (11.08.2017, 23:11): Hallo Satie,
bei dem Werk handelt es sich um L'Heure espagnole von Maurice Ravel (glaube ich zumindest :whistling: ).
Falls das stimmt, gebe ich die nächste Runde wieder für die Allgemeinheit frei.
EinTon (12.08.2017, 00:45): In einer analytischen Betrachtung werde ich wie folgt charakterisiert: Hinausgehend über die Kategorien einer metaphorischen Redeweise, worauf Beschreibungen von Musik allemal angewiesen sind, wird hier eine neue Dimension sichtbar, erscheint dieser/diese/dieses A moderner als die X anderen: als Schauplatz einer neuartig und vertieft wahrgenommenen Unvereinbarkeit des Subjekts mit seiner vergesellschaftenden Thematisierung, welche auch bei behutsamer Berücksichtigung der Zwischenglieder sehr wohl als Zeugnis von B’s Zeitgenossenschaft verstanden werden muss, der Nachbarschaft zu Y im folgenden Jahr wie der zunehmenden Wahrnehmung eines nicht domestizierten, noch nicht als Unbewußtes oder Ungewußtes kategorial unterschiedenen „inneren Afrika“ , dessen, „was von Menschen nicht gewußt / oder nicht bedacht / durch das Labyrinth der Brust / wandelt in der Nacht“. A = meine Gattungsbezeichnung B = mein Schöpfer X = Zahlwort Y = historisches Ereignis
Wer bin ich?
satie (12.08.2017, 11:07): Boa ey... ist das Werk selber auch so ne intellektuelle Schmonzette?
Cetay (inaktiv) (12.08.2017, 11:35): In einer analytischen Betrachtung werde ich wie folgt charakterisiert: Hinausgehend über die Kategorien einer metaphorischen Redeweise, worauf Beschreibungen von Musik allemal angewiesen sind, wird hier eine neue Dimension sichtbar, erscheint dieser/diese/dieses A moderner als die X anderen: als Schauplatz einer neuartig und vertieft wahrgenommenen Unvereinbarkeit des Subjekts mit seiner vergesellschaftenden Thematisierung, welche auch bei behutsamer Berücksichtigung der Zwischenglieder sehr wohl als Zeugnis von B’s Zeitgenossenschaft verstanden werden muss, der Nachbarschaft zu Y im folgenden Jahr wie der zunehmenden Wahrnehmung eines nicht domestizierten, noch nicht als Unbewußtes oder Ungewußtes kategorial unterschiedenen „inneren Afrika“ , dessen, „was von Menschen nicht gewußt / oder nicht bedacht / durch das Labyrinth der Brust / wandelt in der Nacht“. A = meine GattungsbezeichnungB = mein Schöpfer X = Zahlwort Y = historisches Ereignis
Wer bin ich? Auf dieses Geschwurbel könnte so ziemlich alles passen, wenn da nicht X wäre. Man braucht bloß wieder den 1. oder 2. Weltkrieg als Ereignis nennen -funktioniert immer, sag ich ja- und irgendwie Freud oder Jung in der Argumentation verwursten. Aber was ist X? Das Werk könnte ein Zyklus des Komponisten sein und A ein Teil daraus - weiß der Geier?! Wanderers Nachtlied (Goethe) aus Pfitzners (der ja immer gerne mit den Modernisten mitspielen wollte) op. 40 von 1932, mit der "Machtergreifung" als Y?
EinTon (12.08.2017, 14:25): Auf dieses Geschwurbel könnte so ziemlich alles passen, wenn da nicht X wäre. Man braucht bloß wieder den 1. oder 2. Weltkrieg als Ereignis nennen -funktioniert immer, sag ich ja- und irgendwie Freud oder Jung in der Argumentation verwursten.
Stimmt hier aber nicht, denn das genannte historische Ereignis ist deutlich älter als die beiden Weltkriege.
Das Werk könnte ein Zyklus des Komponisten sein und A ein Teil daraus - weiß der Geier?!
Nicht ganz falsch: Die Werksgruppe wurde vom Komponisten (meines Wissens) nirgendwo ausdrücklich als Zyklus bezeichnet. Gleichwohl wird sie manchen Analytikern als solcher aufgefasst, auch von dem zitierten Autor.
EinTon (12.08.2017, 14:26): Boa ey... ist das Werk selber auch so ne intellektuelle Schmonzette?
Nö... ;)
Guenther (12.08.2017, 16:54): Das "Geschwurbel" erinnert mich an einen Text von Stefan Rohringer über Metaphorik in der Musik. Als Beispiel führte er bisweilen "Der Leiermann" an.
Demnach könnte es sich um den Liederzyklus "Winterreise" (1827) handeln. Ein Jahr später starb Schubert. Aus einer Sammlung von Liedern 1828 entstand dann der sog. "Schwanengesang", auf den sich der Text beziehen könnte.
Bin da aber sehr unsicher...
Cetay (inaktiv) (12.08.2017, 17:11): An den Schwanengesang, der lediglich als Zyklus aufgefasst wird, dachte ich auch -und hier an den Doppelgänger als "neue Dimension"- aber dazu gibt es kein passendes historisches Ereignis. Kommen da jetzt noch weitere Tips?
EinTon (12.08.2017, 18:34):
Kommen da jetzt noch weitere Tips? Ja ;)
Es handelt es sich um einen "Zyklus" einiger mehrsätziger Werke, die allerdings meist einzeln aufgeführt werden, Gleichwohl gab es auch einen berühmten Dirigenten, der von der zyklischen Auffassung sehr angetan war, und die Werke alle an einem Abend aufführte.
Der "Schwanengesang" ist von der Entstehungszeit her näher an dem gesuchten Werk als die erwähnten Pfitzner-Kompositionen.
satie (12.08.2017, 18:39): Ok, kann es sein, dass der Dirigent Mal wieder Harnoncourt heißt, das Werk die Jupiter Symphonie von Mozart ist und ein Jahr nach der Komposition der Sturm auf die Bastille stattfand?
EinTon (12.08.2017, 18:54): Fast richtig.
Nun soll ja das genannte Werk - laut Autor - von "der zunehmenden Wahrnehmung dessen" zeugen, „was von Menschen nicht gewußt / oder nicht bedacht / durch das Labyrinth der Brust / wandelt in der Nacht“.
Passt diese Charakterisierung wirklich ausgerechnet auf die optimistische bis triumphale Jupitersinfonie?
Cetay (inaktiv) (12.08.2017, 18:56): Fast richtig.
Nun soll ja das genannte Werk - laut Autor - von "der zunehmenden Wahrnehmung dessen" zeugen, „was von Menschen nicht gewußt / oder nicht bedacht / durch das Labyrinth der Brust / wandelt in der Nacht“.
Passt diese Charakterisierung wirklich ausgerechnet auf die optimistische bis triumphale Jupitersinfonie?
Ich sag ja, das passt so ziemlich auf alles, aber wenn es eine der letzten Drei von Mozart sein soll, dann die g-Moll K. 550.
EinTon (12.08.2017, 19:07): Treffer! :thumbup:
Das Zitat stammt aus folgendem Buch:
das ich mir kürzlich aus der Mannheimer Musikbibliothek ausgeliehen habe. Ganz lesen werde ich es aber nicht...
Gruß,
Normann
Cetay (inaktiv) (12.08.2017, 20:28): Treffer! :thumbup: Eher eine klassische Trittbrettfahrer-Aktion. :P
Ich hatte nach dem Hinweis, dass die Werksgruppe von manchen Analytikern als Zyklus aufgefasst wird, auch kurz an die letzte Mozart-Sinfonien-Trias gedacht, aber meine Fantasie reichte nicht aus, um irgendeinen Bezug zu der Wortfolge aus dem Zitat herstellen. :cool
Ich stehe in d-Moll, bin aber selbst bei echten Kennern und Liebhabern weitgehend unbekannt. Mein Schöpfer ist eine Berühmtheit, weil er etwas entdeckt hat, das unter seinen neun Geschwistern die gleiche Nummer trägt, wie ich in der Zählung der 24 Werke meiner Gattung. Witzig ist, dass ein ungleich berühmterer Zeitgenosse im Jahr dieser Entdeckung eine Oper komponierte, in der ein König mit einem Gott aneinandergerät. Dieser Gott sollte später ein weiteres Geschwisterchen der Entdeckung meines Schöpfers werden.
satie (12.08.2017, 21:25): Wilhelm Herschel, Symphonie Nr. 7 in D-Moll
Tatsächlich hat Herschel Uranus (7. Planet) entdeckt. Die Oper in der es um Neptun (8. Planet) geht, ist Idomeneo von Mozart.
Cetay (inaktiv) (12.08.2017, 21:37): :down
satie (12.08.2017, 22:37): Ich gebe zu: das war aber schwer!
Weiter geht's: Ich bin eines von vielen meiner Gattung, die mein Schöpfer komponiert hat. Das besondere an mir ist, dass ich einen Teil habe, für den gilt: wer hier nicht mehr weiß, wo vorne oder hinten ist, liegt goldrichtig. Mein createur fand den Einfall offenbar so gut, dass er denselben Teil auch nochmal in einem Werk für Tasteninstrument benutzt hat. Übrigens: meine Werknummer hat als Quersumme die Anzahl Buchstaben des Namens meines Komponisten, sofern wir wie üblich seinen ersten Vornamen weglassen.
EinTon (12.08.2017, 22:54): Die Werksnummer entspricht doch den ersten beiden Ziffern der Bezeichnung einer bekannten, wohlriechenden Substanz, die Anzahl der Buchstaben des Komponistennamens (i. o. S.) dagegen deren letzten beiden Ziffern oder?
Cetay (inaktiv) (12.08.2017, 23:00): Jau Haya! Da bin ich doch glatt auf eigenem Platz mit 11:47 untergegangen. :thumbdown:
satie (12.08.2017, 23:07): Die Werksnummer entspricht doch den ersten beiden Ziffern der Bezeichnung einer bekannten, wohlriechenden Substanz, die Anzahl der Buchstaben des Komponistennamens (i. o. S.) dagegen deren letzten beiden Ziffern oder? Das ist so richtig wie dat köllsche Wasser nix zum Gurgeln ist! Für alle Schlauchsteher vielleicht noch: es handelt sich um die Symphonie Nr. 47 von Joseph Haydn (11 Buchstaben). Darin gibt es ein "Menuetto al rovescio", das ist ein musikalisches Palindrom, also rückwärts gespielt genau gleich wie vorwärts klingt. Dasselbe wurde auch in der Klaviersonate Nr. 26 noch einmal benutzt.
Andréjo (12.08.2017, 23:08): Also Haydn ohne Franz und die Sinfonie Nr. 47 - ohne dass ich das jetzt überprüfen werde mit der Form der Musik ?! Ich glaube, mal dergleichen gehört zu haben.
Es möge aber, falls ich richtig liege - könnte ja auch ein Streichquartett von ihm sein, glaube ich aber nicht -, jemand anderer weitermachen. Erstens, weil ich ja jetzt nur verdaut habe, was mir vorgekaut wurde, zweitens, weil ich erst morgen Abend wieder dazukommen werde, hier vorbeizuschauen. :beer Wolfgang EDIT: Die Beiträge haben sich überschnitten.
EinTon (12.08.2017, 23:10): Mir fällt grad nix besseres ein:
Ich erlangte große musikgeschichtliche Bedeutung, obwohl mein Schöpfer mich musikalisch für völlig wertlos erachtete.
Andréjo (12.08.2017, 23:11): Bin noch da.
Der Ravel'sche Bolero?
satie (12.08.2017, 23:11): Ravels Bolero?
satie (12.08.2017, 23:12): Ich war zu langsam...
EinTon (12.08.2017, 23:12): Der Bolero ist aber ohnehin nicht das gesuchte Werk.
satie (12.08.2017, 23:14): Messiaen: Mode de valeurs et d'intensités
Andréjo (12.08.2017, 23:14): Stimmt aber schon, dass er gesagt hat, Du seist "keine Musik", oder?
Es könnte natürlich auch anderes zutreffen, wobei mir gerade nichts einfällt.
EinTon (12.08.2017, 23:15): und Satie hats schon erraten!
Andréjo (12.08.2017, 23:16): Messiaen: Mode de valeurs et d'intensités Ehrlich?
Andréjo (12.08.2017, 23:17): Nun denn - ich wünsche allen Anwesenden eine gute Nacht!
Wolfgang
satie (12.08.2017, 23:23): Hehe...
Nun gut...
Mein Anfangsthema besteht - das hat als erster ein späterer Komponist beschrieben, der ebenfalls sehr methodisch vorging - im Grunde nur aus fallenden Terzen, was man allerdings nicht gleich bemerkt, da dazwischen mal das Komplementärintervall benutzt wird. Durch dieses Prinzip kommt man im vierten Takt wieder beim ersten Ton an und hat dabei alle Töne der Tonleiter durchlaufen. Nachher geht's ähnlich weiter, aber die Terzen steigen nun auf. Später ein ausgewachsenes Werk daraus zu entwickeln, ist schon eine Kunst, trotzdem meinten einige, meinem Schöpfer sei gar nichts eingefallen. Etwas ähnliches hat er in einem Klavierstück auch gemacht und seiner Flamme begeistert berichtet, welch tolle Dissonanzen da drin vorkommen.
satie (12.08.2017, 23:23): Nun denn - ich wünsche allen Anwesenden eine gute Nacht!
Wolfgang Wünsche ebenfalls wohl zu ruhen!
EinTon (12.08.2017, 23:24): Messiaen: Mode de valeurs et d'intensités Ehrlich?
Cette musique a peut-être été prophétique, historiquement importante, mais, musicalement, c’est trois fois rien… http://www.maurograziani.org/wordpress/archives/876
Zu Deutsch: "Diese Musik war vielleicht prophetisch, historisch bedeutend, aber musikalisch ist das dreimal nichts!"
EinTon (12.08.2017, 23:27): Durch dieses Prinzip kommt man im vierten Takt wieder beim ersten Ton an und hat dabei alle Töne der Tonleiter durchlaufen. Ist hier die diatonische oder die chromatische Tonleiter gemeint?
EinTon (12.08.2017, 23:31): Ach so, die diatonische! :D
satie (12.08.2017, 23:35): :thumbsup:
satie (13.08.2017, 11:44): Hm, nun hat EinTon nicht wirklich aufgelöst, daher gebe ich mal noch etwas mehr Hinweise.
Mein letzter Satz ist - ganz untypisch für die Zeit meiner Entstehung - nach barockem Vorbild gestaltet und sogar eventuell bei einem der ganz Großen abgekupfert. Da soll noch mal einer sagen, meinem Schöpfer sei nichts eingefallen...
Cetay (inaktiv) (13.08.2017, 12:10): Zum Vorhang im ersten Satz kann man die Einfallslosigkeit sogar mitsingen: "Es fiel /ihm wie= /der mal /nichts ein /" Der Komponist erschuf halt "eine kleine Welt für die Klugen und Wissenden, an der das Volk, das im Dunkeln wandelt, nur einen schwachen Anteil haben könnte“.
Ich muss gestehen, dass ich den großen Eingang zu dieser Welt bis heute nicht gefunden habe. Es gibt ein paar Schlupflöcher zu späten Klarinettenwerken, aber sonst... :ignore
satie (13.08.2017, 12:30): Damit wäre die Katze und Brahms' 4. Symphonie aus dem Sack.
Cetay (inaktiv) (13.08.2017, 13:22): Wer darüber hinaus geht, weiß zu viel und muss sterben. In unserer aufgeklärten Zeit gibt es für solcherlei Aberglauben keinen Platz mehr und so ging mein Schöpfer darüber hinaus und lebt heute immer noch. Vielleicht liegt es daran, dass meine jüngeren Geschwister und ich zwar dem Namen nach zu dieser gefährlichen Gattung gehören, aber inhaltlich nicht auf derselben Höhe sind. Das sagt zumindest der Kenner und mein Beiname ist da fast schon entlarvend.
satie (13.08.2017, 14:36): puh, sowas von null Ahnung... vielleicht noch ein kleiner Tipp?
Cetay (inaktiv) (13.08.2017, 15:56): Lassen wir den anderen später noch ein bisschen Gelegenheit zum Mitraten. Es ist ja Sonntagnachmittag und da findet man nur die absoluten Nerds im Klassikforum, sprich niemanden außer uns. :P
Cetay (inaktiv) (13.08.2017, 17:47): Also gut, halb 6 ist Abend. So ganz frei vom Aberglauben ist mein Schöpfer auch nicht. Er hat, um das Unglück zu vermeiden, mein jüngstes Geschwister gezeugt, bevor er mein zweitjüngstes der Öffentlichkeit gezeigt hat - beides im Jahr 2011. Aber lassen wir den Blödsinn. Leif Segerstam würde sich so ungefähr (genau weiß es keiner) 34 Mal über diesen angeblichen Fluch nicht totlachen. Zurück zu mir. Mein Schöpfer hat sich die Themen nicht selbst ausgedacht, sondern sich bei zwei Unterhaltungskünstlern bedient - von denen einer mal Musik für Flughäfen geschrieben hat. Wirklich!
satie (13.08.2017, 19:24): Jetzt hab ich's endlich. Philip Glass, und zwar seine 1. Symphonie, die "Low Symphony". Da hat er tatsächlich bei David Bowie sich bedient, Brian Eno wäre dann der Flughafentransfers, Dank diesem kam ich dann auch drauf...
Cetay (inaktiv) (13.08.2017, 19:41): Sehr gut. Um zu Entschwurbeln: Der Aberglaube an die gefährliche Gattung bezieht sich auf den Fluch der Neunten (Sinfonie), nach deren Vollendung so mancher das Zeitliche segnen musste: Beethoven, Schubert, Dvorák, Spohr, Bruckner, Mahler, Vaughan Williams. Glass hat mittlerweile 10 geschrieben, aber tatsächlich die Neunte erst aufgeführt, nachdem er die Zehnte fertig hatte. Glass wird häufig gering geschätzt - der Hinweis auf die fehlende Höhe führt auf den Titel der "Low Symphony". Und Segerstam hat mit seinen bisher 309 Sinfonien bereits 34 Neuner-Zyklen durch. Weil die aktuellste Zahl 309 vom September 2016 stammt, könnten es heute schon mehr sein.
satie (13.08.2017, 20:15): Angeblich fehlt mir ein ganzer Teil, trotzdem bin ich sehr berühmt. Um den fehlenden Teil streiten sich die Gelehrten, einer, der wie ein berühmter Physiker heißt, meinte ihn gefunden zu haben, andere wieder meinen, der gefundene Teil sei gar nicht von meinem Schöpfer, sondern von einem mit einem Allerweltsnamen. Aber wurscht: mich kennt man trotzdem, ich wimmle (an Anfang und am Ende) von Feuerwerkskörpern, die von dort stammen, wo der Briefträger genaue Koordinaten braucht.
Falstaff (13.08.2017, 20:20): Mal einfach so drauflos geschossen: Mozart Requiem, Einstein, Süßmayer?????
satie (13.08.2017, 20:31): Nicht ganz kalt, aber das ist nicht das Werk. Außerdem: Feuerwerkskörper im Requiem?
Cetay (inaktiv) (13.08.2017, 22:55): Das kleine Werk ist in seiner bekannten Form so populär und stimmig, dass Herr Müller nicht auf die Idee käme, hier könnte etwas fehlen. Lassen wir dieses zweifelhafte Stück Musik deshalb lieber im Dunkel der nicht von Raketen erleuchteten Mannheimer Nacht.
EinTon (13.08.2017, 23:27): Das vermißte Teilstück liegt werksintern an derselben Stelle wie ein Teilstück eines bestimmten anderen Werks. Dieses stammt von einem Komponisten, dessen Nachname mit dem gleichen Anfangsbuchstaben beginnt wie der des Schöpfers des hier gesuchten Werks. Auch dieses Teilstück wird heutzutage meist nicht mitaufgeführt, allerdings nicht weil man es nicht könnte.
Cetay (inaktiv) (13.08.2017, 23:31): Blumine :P
EinTon (13.08.2017, 23:33): Klar! :D
EinTon (13.08.2017, 23:43): Etwas ähnliches hat er in einem Klavierstück auch gemacht und seiner Flamme begeistert berichtet, welch tolle Dissonanzen da drin vorkommen. Um noch einmal zurückzuspringen: Meinst Du Op. 119 Nr. 1?
Cetay (inaktiv) (14.08.2017, 00:11): Eins hab ich noch. Kategorie: einfach. Ich bin eines von über hundert Werken, mit denen mein Komponist die Gattung beschenkt hat. Mein Beiname beinhaltet den Namen einer Stadt. Der Variationen-Satz, der mir den Titel bescherte, weist die Besonderheit auf, dass er fast unhörbar beginnt, dann die Dynamik mit jeder Variation gesteigert wird bis sie in der Mitte den Höhepunkt erreicht, um dann von Variaton zu Variaton wieder abzunehmen und ins fast Unhörbare zurückzukehren. Diese Technik soll eine Schilderung meines Titels darstellen.
Guenther (14.08.2017, 11:21): Gibt wohl noch einen anderen Beinamen ("Salomon"), der aber ebenfalls nicht vom Komponisten stammt. Auf jeden Fall ist es das letzte Werk dieser Gattung von diesem Komponisten...
No. 104.
:)
Cetay (inaktiv) (14.08.2017, 11:33): Die ist leider nicht gemeint, denn wenn das die "Londoner" Sinfonie wäre, müsste man erklären wie das dynamische An- und Abschwellen der Variationen mit dem Titel zusammenhängt. Da fällt mir nichts ein.
Cetay (inaktiv) (14.08.2017, 11:46): Au weia! Ich merke gerade, dass mir bei der Aufgabe eine Ungenauigkeit unterlaufen ist, die sehr irreführend sein kein. Meine Stirn ist gramzerfucht über diesen Lapsus. Ich stelle richtig: Der Komponist hat zwar über 100 Werke für die Ensemblestärke geschrieben, aber für die spezifische Besetzung des gesuchten Werks waren es nur 12 (von denen 8 erhalten geblieben sind). Olé! Damit sollte es machbar sein.
EinTon (14.08.2017, 13:26): Es gab doch mal eine Rockband mit so einem ähnlichen Namen (naja, jedenfalls die ersten 3 Buchstaben...).
Cetay (inaktiv) (14.08.2017, 13:34): Kenn ich nicht... oder du liegst falsch. :P
EinTon (14.08.2017, 14:11): Ich meinte Roxy Music.
Cetay (inaktiv) (14.08.2017, 14:11): Dass dieser Italiener -ob zurecht oder nicht- ganz tief im Schatten eines großen Dreigestirns steht war klar, aber dass eines seiner bekanntesten Werke (einer seiner drei "Hits") so wenig präsent ist, kommt mir reichlich spanisch vor.
Cetay (inaktiv) (14.08.2017, 14:13): Ich meinte Roxy Music. Und welches Werk? ?(
satie (14.08.2017, 14:56): Das Quintett Musica notturna delle strade di Madrid von Boccherini? Op. 30/6 ? Ich muss mich echt mal mit diesem Komponisten befassen, egal, ob die Antwort stimmt oder nicht...
Cetay (inaktiv) (14.08.2017, 15:25): Das will ich mal gelten lassen. Boccherini hat den letzten Satz La Ritirata aus diesem Quintett mehrfach recycelt unter anderem im letzten Satz des Gitarrenquintetts G. 453, das dann als Ganzes den Beinamen La Ritirata (der Rückzug) di Madrid bekommen hat. Die dynamische Entwicklung schildert das Kommen und Gehen der Truppen.
Ein Tip, um den Zugang zum Boccherinischen Werk zu erleichtern. Luciano Berio hat die vier Versionen des Stücks zu einem Variationensatz verarbeitet: Die Quattro versioni originali della "Ritirata notturna di madrid," superimposed & transcribed for orchestra (after Boccherini) wären der ideale Einstieg. ^^
Guenther (14.08.2017, 15:27): Gute Idee!
Passa calle = Die Straße entlanggehen. Daher auch die zwei Hinweise auf Spanien ("olé!"). :)
satie (14.08.2017, 15:48): Ein Tip, um den Zugang zum Boccherinischen Werk zu erleichtern. Luciano Berio hat die vier Versionen des Stücks zu einem Variationensatz verarbeitet: Die Quattro versioni originali della "Ritirata notturna di madrid," superimposed & transcribed for orchestra (after Boccherini) wären der ideale Einstieg. ^^ Das ist nicht einmal nötig. Ich habe mir das Quintett angehört, das ich für die Lösung hielt und habe bereits damit Feuer gefangen! :hello
satie (14.08.2017, 15:57): Ich bin ein Werk, in dem ein Instrument vorkommt, das man erst seit dem Auftritt eines ganz besonders süßen Fabelwesen kennt. Viel Ähnlichkeit mit den Werken jenes Komponisten habe ich allerdings nicht gerade... Mein Anfang ist in einer alten kontrapunktischen Form gehalten, was aber nicht heißt, dass ich tonal im gängigen Sinn wäre. Deshalb war ich auch geeignet, für unheimliche Stimmung zu sorgen in einem Kunstwerk anderer Art, welches wieder auf einer literarischen Vorlage basierte. Dem Autor hat die Umsetzung des Stoffes übrigens nicht gefallen...
Cetay (inaktiv) (14.08.2017, 17:49): Der Hauptdarsteller des Films bleibt bis heute einer der unheimlichsten, weil er so verdammt glaubwürdig spielt. In dem Werk kommen keine Blasinstrumente vor.
satie (14.08.2017, 17:52): So ist es!
Cetay (inaktiv) (14.08.2017, 18:13): Der Hauptdarsteller des Films bleibt bis heute einer der unheimlichsten, weil er so verdammt glaubwürdig spielt. In dem Werk kommen keine Blasinstrumente vor. Noch eine Ergänzung aus der Kategorie "unnützes Wissen": Der Hauptdarsteller wurde fast auf den Tag genau 3 Monate nach der Uraufführung des gesuchten Werks geboren.
EinTon (14.08.2017, 20:44): Ich meinte Roxy Music. Und welches Werk? ?( Ich dachte, Du meintest die Sinfonie Nr. 63 "La Roxelane" von Haydn.
EinTon (14.08.2017, 20:47): Der Hauptdarsteller des Films bleibt bis heute einer der unheimlichsten, weil er so verdammt glaubwürdig spielt. In dem Werk kommen keine Blasinstrumente vor. Noch eine Ergänzung aus der Kategorie "unnützes Wissen": Der Hauptdarsteller wurde fast auf den Tag genau 3 Monate nach der Uraufführung des gesuchten Werks geboren. Ist der Film vielleicht "The Shining" von Kubrick??
EinTon (14.08.2017, 20:53): OK, ich sehe schon: es ist der Film. Ich dachte zuerst, das Fabelwesen müsse irgendeine (knuddelige) Comic- oder Zeichentrickfigur sein, aber sein Auftauchen ist viel älteren Datums.
satie (14.08.2017, 22:01): Lösen wir die Verwirrung ruhig auf, Cetay hatte es ja eh raus :-) : Das süße Fabelwesen ist die Zuckerfee aus Tschaikowskis Nussknacker. Dies ist das erste Werk, in dem die Celesta vorkommt (Tschaikowski hat daraus ein riesiges Geheimnis gemacht). Diese kommt auch in der "Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta" von Bartok vor, deren erster Satz der berühmte Quinten-Spiralkanon ist. Der langsame Satz wurde in Kubricks Shining benutzt, in der Labyrinth-Szene (evtl. noch woanders, ich müsste ihn echt mal wieder sehen).
EinTon (15.08.2017, 16:52): Ich stelle mal eine (möglicherweise?) etwas schwerere Aufgabe:
Ich trage erstaunlicherweise einen Bezeichnung, die zu meiner Stellung in der chronologischen Reihenfolge der Werke meines Schöpfers passt, zumal dann, wenn man ein Ereignis in der Biographie meines Schöpfers mitberücksichtigt.
In einem anderen, genauer gesagt: musikgeschichtlichen Zusammenhang steht mein Schöpfer dagegen, chronologisch gesehen an ganz anderer Stelle.
Wer bin ich?
EinTon (16.08.2017, 00:22): Zu schwer?
Dann vielleicht noch ein Tipp: Ich teile einige meiner Eigenschaften - insbesondere die "exponierte" Position in der chronologischen Reihenfolge der Werke meines Schöpfers - mit einem vielgespielten Chorwerk eines Wiener Klassikers. Im Unterschied zu meinem Schöpfer konnte der besagte Wiener sein Werk wegen dem Ereignis (s. o.) aber nicht selbst vollenden.
Cetay (inaktiv) (16.08.2017, 00:26): Ich behaupte, das ist zu schwierig, weil der eine Anker fehlt, der wenigstens grob die Richtigung in der man Trial and Error versucht, vorgibt. So kann das kann schlichtweg alles sein: zum Beispiel ein "alter" Komponist mit einem "jungen" Werk oder umgekehrt - wobei allzuoffensichtliches wie Hochtzeitsmärsche oder letze LIeder ausscheiden, weil die Bezeichnung dann kaum Erstaunen auslösen wurde. Erstaunlich wäre, wenn ein Werk Names "die Mitte des Lebens" genau der mittleren Opuszahl entspräche, aber welches Ereignis sollte dann gemeint sein? Lange Rede, kurzer Sinn: Mehr Tips bitte!
Cetay (inaktiv) (16.08.2017, 00:27): Ah, Überschneidung der Beiträge... Da ist schon ein weiterer Hinweis.
Cetay (inaktiv) (16.08.2017, 00:42): Eine Möglichkeit wäre Éclairs sur l'au-delà von Olivier Messiaen.
EinTon (16.08.2017, 00:45): Die Richtung stimmt schonmal....
Guenther (16.08.2017, 09:40): Also das nicht vollendete Chorwerk des Wiener Klassikers mit exponierter Stellung könnte das Mozart-Requiem sein, das er aufgrund seines Todes (Ereignis) nicht vollendete.
Insofern wäre das gesuchte Stück ebenfalls das letzte des gesuchten Komponisten, und sein Titel oder Beiname würde auf den Tod des Schöpfers oder aber auf seine Stellung als letztes Werk hinweisen.
Da fiele mir z.B. "In der Matratzengruft" (makaber...) als letztes Werk von Kagel (2008) ein.
Cetay (inaktiv) (16.08.2017, 13:14): Das ist auch meine Denkrichtung, aber um der Bedingung "Ich trage erstaunlicherweise eine Bezeichnung (...)" zu genügen, müsste es jemand sein, der danach überraschend (d.h. jung) verstorben ist. Ich dachte an Zimmermann, aber der hat nach dem Requiem noch ein Jahr weiter komponiert, bevor er den Freitod wählte. Ich komm nicht drauf...
EinTon (16.08.2017, 18:35): Cetays Überlegungen gehen schon sehr in die richtige Richtung.
Noch ein Tipp: Was den musikgeschichtlichen Zusammenhang betrifft, der in meinem ersten Beitrag erwähnt wurde... In einem anderen, genauer gesagt: musikgeschichtlichen Zusammenhang steht mein Schöpfer dagegen, chronologisch gesehen an ganz anderer Stelle. ...so könnten sich dabei Assoziationen zu bestimmten, in allen bewohnten Erdregionen tagsüber gelegentlich zu beobachtenden Himmelserscheinungen einstellen - insbesondere für Physiker!
Cetay (inaktiv) (16.08.2017, 19:13): Ok, dann ist es klar. Quatre Chants pour franchir le Seuil (Vier Gesänge, um die Schwelle zu überschreiten) von Gérard Grisey, einer der Hauptvertreter der Spektralmusik (Regenbogen). Es war nicht als eigenes Requiem geplant, er starb kurz nach der Komposition unerwartet an einem Arterienriss.
Cetay (inaktiv) (16.08.2017, 19:27): Nun etwas erholsames.
Ich bin ein Körper der vollständig in eine Flüssigkeit eindringt. Meinem Schöpfer habe ich so gut gefallen, dass er zwei Versionen von mir angefertigt hat. Witziger weise erhielten sie beide in einem lange nach seinem Tod angefertigten Werkverzeichnis eine Nummer, die von Mathematikern als Repdigit bezeichnet wird.
Andréjo (16.08.2017, 20:19): Schuberts Lied und Quintett mit der Forelle?
Guenther (16.08.2017, 20:36): Wäre kein REPDIGIT (op.32/D550), bzw. op.114 posthum/D667).
Aber "Der Taucher" würde passen (D77 / D111).
Erste Fassung 1814, zweite 1815.
EinTon (16.08.2017, 20:42): Quatre Chants pour franchir le Seuil (Vier Gesänge, um die Schwelle zu überschreiten) von Gérard Grisey, einer der Hauptvertreter der Spektralmusik (Regenbogen). V. a. schrieb Grisey das erste Werk dieser Stilrichtung: "Périodes pour sept musiciens" aus dem Jahr 1974.
Cetay (inaktiv) (16.08.2017, 20:42): :thumbsup: Ich sagte ja, das ist erholsam.
Cetay (inaktiv) (16.08.2017, 20:43): Wobei... Es ist D77.
Guenther (16.08.2017, 20:44): Stimmt.
Habe jetzt noch was vor: Daher gebe ich den Stab an einen anderen weiter!
Hasta manjana (Tilde geht nicht).
:)
Andréjo (16.08.2017, 21:12): Ich nehme den Stab mal an mich, war doch meine Lösung fast ausreichend sozusagen. Repdigit mit Störeinern.
Frage:
Mein Komponist hat vor etlichen Jahrzehnten innerhalb eines kurzen Zeitraums ein Werk geschrieben, dann noch eines und dann ein drittes. Bin ich also drei oder doch nur zwei respektive gar nur eines? Sonderlich bekannt bin ich nicht geworden und das Verfahren war ein gänzlich anderes als bei obigem Taucher oder der Forelle.
Wolfgang
Cetay (inaktiv) (17.08.2017, 02:06): Ich schiesse mal ins Blaue: Frank Martin; Maria Triptychon. Zusammen bilden die 1967/68 geschriebenen Ave Maria, Magnificat & Stabat Mater das Triptychon. Magnificat und Stabat Mater können separat aufgeführt werden. Also ist das irgendwie ein Werk oder auch zwei oder drei, je nach Betrachtungsweise. Mit dem gänzlich anderen Verfahren könnte die dodekaphone Kompositionsweise gemeint sein.
Andréjo (17.08.2017, 02:19): Eigentlich sollte ich längst schlafen. Es geht aber nicht recht.
Respekt vor Deiner Werkkenntnis und natürlich auch vor diesem genialen Schuss ins Blaue! Leider kenne ich die Komposition(en) überhaupt nicht ...
Was vielleicht nicht so richtig passt, ist, dass man neben drei oder einer auch von zwei Kompositionen sprechen kann. Vielleicht.
Ich habe an ein viel handfesteres "Verfahren" gedacht und gebe einen weiteren Tipp. (Du kommst eh drauf.)
Bleib in Frankreich und schau Dir die Kammermusik an. Die klassischste aller diesbezüglichen Gattungen. Was mir gut gefällt, ist ein adverbial verwendetes Adjektiv in Deinem Antworttext.
Guenther (17.08.2017, 10:02): Abgesehen von dem handfesten Verfahren fiele mir da das Opus 7 (no.1-3) von Faure ein, genannt "Trois Mélodies".
Die drei Stücke enstanden 1870-77 und heißen "Après un rêve", "Hymne" und "Barcarolle".
Die Bezeichnung "opus 7" bekam die Trilogie erst 1890.
Andréjo (17.08.2017, 12:30): Die Nummern von Fauré kenne ich immerhin. Die sind zu alt. Ich habe von Jahrzehnten gesprochen. Die zu erratende Musik gehört bereits in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Und wie Günther schon gesagt hat: Ich hätte es gerne handfester ...
Wie gesagt: die bekannteste aller Kammermusikgattungen - das relative Spätwerk (die relativen Spätwerke) eines sehr schreibfreudigen Franzosen. Die Mehrheit seiner Kompositionen ist kaum je zu hören und im Stil relativ spröde. Seine bekanntesten Kompositionen haben hingegen Hit-Charakter. Ich denke da beispielsweise an ein kastriertes Vieh, das dort, wo es sich gerade befindet, nur wahrlich nichts verloren hat ... :P
:beer Wolfgang
PS: Frank Martin ist natürlich Schweizer.
satie (17.08.2017, 12:35): An Milhaud hatte ich allerdings schon längst gedacht, allerdings war ich verwirrt, dass es um drei Werke gehen soll. Wenn ich nicht irre (bin zu faul zum Nachschauen), sind es die Streichquartette 14 und 15, die man einzeln oder zusammen spielen kann. Insofern sind es quasi drei Werke oder zwei oder eins, aber geschrieben hat er dann doch nur zwei. Oder?
Andréjo (17.08.2017, 12:49): So ist es! :thumbup:
Und streng genommen, hast Du Recht.
Ich bin davon ausgegangen, dass niemand anderer als Milhaud die Voraussetzungen für das Oktett geschaffen hatte. Insofern möchte ich auch von drei Werken sprechen und nicht nur von zwei. Allerdings habe ich vorhin auf den Klassika-Seiten festgestellt, dass die beiden Quartette als op. 291/1 und op. 291/2 unterschieden werden. Das Oktett ist hingegen überhaupt nicht aufgeführt.
Zu meiner Freude konnte ich die komplette Dreifach-Musik jetzt endlich beitreiben und kennenlernen - wenn auch nicht als gekaufte CD. Die Komposition datiert vom Ende der 40er Jahre.
Es grüßt Wolfgang
satie (17.08.2017, 13:41): Kann man an die Aufnahme irgendwie herankommen? Mich würde diese Komposition sehr interessieren. Es gibt übrigens einen viel früheren Fall solcherlei Kombinatorik: Pietro Raimondi (1786-1853) hat drei Oratorien geschrieben, die simultan aufgeführt werden können, sowie zwei Opern, die man gleichzeitig aufführen kann (letztere offenbar aber so, dass sie quasi ineinander verzahnt werden können und sich sozusagen gegenseitig kommentieren. Zitat Wikipedia:
One of the most spectacular of his experiments in musical simultaneity was his triple oratorio, Putifar-Giuseppe-Giacobbe (1848). This work was a set of three independent oratorios designed to be performed first consecutively, and then simultaneously, one of the few such experiments before the music of Charles Ives in the twentieth century. Unlike the music of Ives, however, Raimondi's musical language was conservative, even anachronistic, using only the tonal language of the eighteenth century. The parts of the oratorios were designed to fit together tightly, all obeying the standard rules of counterpoint. The triple oratorio was first performed in Rome in 1852, in a concert lasting six hours, and requiring 430 performers. According to the contemporary account, Raimondi was so overcome with the colossal sound of the three oratorios together at the end that he fainted, and the concert caused the sensation he had desired for so long. As a result of this success he was honored by the Pope, receiving from him the position of maestro di cappella at St. Peter's, a level of acknowledgement he had never achieved in the operatic realm. Raimondi followed the triple oratorio with the composition of a double opera, one serious and one comical, which like the triple oratorio was designed to be performed either consecutively or simultaneously. This work (Adelasia/I quattro rustici) was left incomplete at his death in 1853; however, much of the orchestration, counterpoint, and many of the scene changes had been worked out. As conceived, each opera would have served as a commentary on the other. This double opera has never been completed or staged, and along with Raimondi's other late music is an example of an experimental trend in the middle nineteenth century which was never followed up by anyone else.
satie (17.08.2017, 13:45): Aber wir brauchen eine neue Aufgabe...
Ich bin ein Werk, das auf einem Text basiert, den jemand geschrieben hat, der auch ein Libretto zu einer Oper eines der allergrößten Komponisten des 20. Jahrhunderts geschrieben hat. Mein Komponist ist nicht nur als solcher berühmt und bedeutend. Sein Werk ist zwar für Klavier und Orchester geschrieben, trotzdem ist es kein Klavierkonzert.
Cetay (inaktiv) (17.08.2017, 13:50): Also konkret heißt das, es sind zwei verschiedene Quartette, die gleichzeitig gespielt als Oktett funktionieren? Klingt spannend. Eben lese ich, dass ein gewisser Pietro Raimondi schon 1848 ein Set von 3 unabhängigen Oratorien geschaffen hat, die man simultan aufführen kann. Er hat dabei die Regeln von Tonalität und Kontrapunkt streng beachtet - da hatten es Ives und Cage, die die Idee der simultanen Aufführung später aufgriffen haben, doch um einiges leichter. Raimondi schrieb sogar an einer seriösen und komischen Doppel-Oper wurde aber nicht rechtzeitig damit fertig.
EDIT: Da war wieder mal jemand schneller.
EinTon (17.08.2017, 14:24): Ich bin ein Werk, das auf einem Text basiert, den jemand geschrieben hat, der auch ein Libretto zu einer Oper eines der allergrößten Komponisten des 20. Jahrhunderts geschrieben hat. Das Werk selbst ist aber, wenn ich recht verstehe, ein reines Instrumentalwerk. Ist es demnach eine Art "Programmmusik?"
Andréjo (17.08.2017, 14:29): Man kann (Man konnte?) sich die Quartette und das Oktett von Milhaud auf YouTube anhören ... und insofern natürlich auch eine Kopie anfertigen. Mit käuflich zu erwerbender Ware schaut es weniger überzeugend aus. Ich bin aber nicht mehr auf dem neuesten Stand.
Und zu Saties neuer Aufgabe schieße ich mal gänzlich ins Blaue: Skrjabin?
satie (17.08.2017, 14:38): Der Blauschuss ist schon mal daneben.
Und ja, ein reines Instrumentalwerk, programmatisch durchaus.
EinTon (17.08.2017, 14:43): Messiaen kann es dann wohl auch nicht sein, denn der hat zwar einige programmatische Werke für Klavier und Orchester hinterlassen, allerdings basiert meines Wissens keines davon auf einem von dritter Hand geschriebenen Text (es sei denn ist die Bibel gemeint, dann würde Couleurs de la Cité céleste gehen, und als Oper Moses und Aron, die aber mW nicht direkt auf Bibeltexten beruht.)
Andréjo (17.08.2017, 14:49): ... nochmals kurz zu Milhaud:
Es gibt eine preisgünstige 10-CD-Produktion mit Musik von Milhaud ("Une vie heureuse"), welche alle drei Kompositionen enthält. Einzeln tue ich mir schwer, etwas zu finden, wobei ich jetzt natürlich nicht detailliert recherchiert habe.
Wolfgang
satie (17.08.2017, 16:28): Sucht den Komponisten weiter westlich.
satie (17.08.2017, 16:48): ... nochmals kurz zu Milhaud:
Es gibt eine preisgünstige 10-CD-Produktion mit Musik von Milhaud ("Une vie heureuse"), welche alle drei Kompositionen enthält. Einzeln tue ich mir schwer, etwas zu finden, wobei ich jetzt natürlich nicht detailliert recherchiert habe.
Wolfgang Vielen Dank für den Tipp, schon bestellt! :thanks
Guenther (17.08.2017, 17:31): Ich glaube: Heureka!
Der Komponist ist Leonard Bernstein, das Werk ist seine 2. Sinfonie, der Text ist "The Age of Anxiety" von W.H. Auden, der bereits für Benjamin Britten das Libretto zu "Paul Bunyan" geschrieben hat.
Die Sinfonie ist für Orchester und Soloklavier, aber kein "Klavierkonzert".
Cetay (inaktiv) (17.08.2017, 17:45): Ich muss ehrlich gestehen, dass bei mir der Dampf raus ist. Ich verabschiede mich aus dem Thread und konzentriere mich wieder aufs Hören und das Posten von Coverbildchen. :hello Es war aber höchst spaßig und hirnaktivierend - und hat zu mancher Höranregung geführt. :thanks
In solchem Falle könnte er eigentlich eine Aufgabe stellen, die ich sofort lösen kann.
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satie (17.08.2017, 19:25): Günther hat's herausgefunden! Auden hat auch das Libretto zu Strawinsky "Rake's Progress" geschrieben.
Guenther (17.08.2017, 20:13): Wollen wir trotz Cetays "Unterdruck im Kessel" weitermachen?
Wenn ja, laß ich gern wieder einen anderen ran, da ich jetzt gleich noch etwas anderes vorhabe. :)
Bis morgen!
Andréjo (18.08.2017, 00:52): Was ich vorhatte, habe ich schon hinter mir.
Bis morgen - dann aber auch erst etwas später!
Daher eine leichte Frage, zu der ich wohl keine weiteren Hinweise geben muss:
Ich bin eine eher düstere Sinfonie nur für Streicher. Erst ganz am Schluss tritt ein anderes Instrument hinzu und vorbei ist es mit der Düsternis.
Vielleicht gibt es nicht nur eine einzige Antwort, aber eine eindeutige gibt es gewiss. Ihr müsst gar nicht auf meine Bestätigung warten, da bin ich mir sicher.
Wolfgang
satie (18.08.2017, 09:44): Honegger, Symphonie Nr. 2 Das am Ende erscheinende Instrument ist eine Trompete.
Andréjo (18.08.2017, 11:29): (Terminänderung ...)
Honegger ist natürlich richtig!
:beer Wolfgang
satie (18.08.2017, 12:50): Ich bin das berühmteste Werk meines Schöpfers, und ich bin recht umfangreich. Ich stehe in der Tradition einer Entwicklung des 19. Jahrhunderts, die sich durch Suche nach Identität auszeichnet und sich teilweise durch Gruppenbildung von Komponisten (nicht immer nur professionellen) auszeichnet. Mein Schöpfer blieb dieser Entwicklung sehr treu, auch wenn er zwischenzeitlich in Deutschland weilte, wo er bei einem der größten Virtuosen der Zeit studieren konnte, später mal in England weilte und am Ende in einem an sein Land angrenzenden Reich verblieb, wo er auch seine letzten Schliffe in der Technik der Komposition erhielt. Die Ehefrau eines sehr wichtigen Staatsmannes ist meines Schöpfers Urenkelin.
Guenther (18.08.2017, 14:39): Gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht...
Der entscheidende Tip ist wohl die Urenkelin. Damit kann eigentlich nur Cécilia Ciganer-Albéniz gemeint sein, die frühere Ehefrau des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy
Sie ist eine Urenkelin von Isaac Albéniz. Dieser Spanier studierte in Leipzig und traf dort mit Liszt zusammen. Er ging u.a. nach London, später nach Paris, wo er sein Können under Dukas und d'Indy verfeinerte. Dort starb er 1909.
Mit der Gruppenbildung könnte die Gruppe "Junges Polen" gemeint sein. Musiker u.a. Szymanowski.
Das gemeinte Werk dürfte dann der umfangreiche Klavierzyklus "Iberia" sein. Korrekt?
EinTon (18.08.2017, 14:54): Ich hatte jetzt das mächtige Häuflein oder die "Six" vermutet, aber da schien keine Biographie so recht zu passen... ;)
satie (18.08.2017, 15:26): Günther hats mal wieder erfasst! :times10
Guenther (18.08.2017, 15:38): Auf ein neues... :)
Ich verstehe mich durchaus als satirisches Werk des 19. Jahrhunderts. Mein Stoff ist schon ziemlich alt, aber viele Menschen des 19. Jahrhunderts mögen sich darin wiedererkannt haben.
Mein Schöpfer ist recht bekannt, ich selbst entstand in Zusammenarbeit mit 2 Librettisten. Einmal wurde ich erweitert, sozusagen doppelt so groß gemacht.
Ein Stück in meinem zweiten Aufzug ist super bekannt und wird tw. heute noch separat gespielt. Ferner sind in mir einige bekannte Zitate aus Werken vergangener Epochen (Bach, Gluck) zu hören.
Wer bin ich? :)
EinTon (18.08.2017, 16:27): Ein Stück in meinem zweiten Aufzug ist super bekannt und wird tw. heute noch separat gespielt. Ich habe das in zartem Alter in der Sesamstraße kennengelernt. Da tanzten immer so Fingerpüppchen dazu... ;)
Amonasro (18.08.2017, 16:29): "Orphée aux enfers" von Offenbach? Es gibt eine Version in 2 Akten und eine 4 Akten. Die Librettisten sind Hector Crémieux und Ludovic Halévy, das bekannte Stück wäre dann der Galop infernal. Ob dort Bach und Gluck zitiert werden, weiß ich leider nicht.
Gruß Amonasro :hello
EinTon (18.08.2017, 17:38): Das muss es sein. Die Zitate sind im Wikipedia-Artikel erwähnt.
Amonasro (18.08.2017, 17:52): Dann stelle ich schon mal die nächste Frage:
Ich bin eine der bekanntesten Kompositionen für ein Instrument, das als charakteristisch für das Herkunftsland meines Schöpfers empfunden wird. Ein heute noch lebender Monarch verlieh meinem Schöpfer einen Adelstitel, der auf mich Bezug nimmt. Wer bin ich?
Gruß Amonasro :hello
EinTon (18.08.2017, 18:00): Das Gitarrenkonzert von Joaquín Rodrigo.
Amonasro (18.08.2017, 18:03): Genau. Joaquín Rodrigo wurde 1991 vom spanischen König zum Marqués de los Jardines de Aranjuez ernannt.
Gruß Amonasro :hello
Guenther (19.08.2017, 09:52): Kleiner Nachtrag: Orpheus in der Unterwelt ist natürlich richtig.
Cetay (inaktiv) (06.01.2018, 12:42): Wir sind zwei verschiedene Werke, aber wir kommen immer gemeinsam und meist bringen wir noch jemanden mit - und doch bleiben wir immer getrennt.
EinTon (06.01.2018, 12:59): Ein bekanntes Klavierstück von Liszt und irgendetwas von Weber?
Cetay (inaktiv) (06.01.2018, 13:06): :D :D :D
Nein, bei den gesuchten Werken wird nicht gewebert
satie (06.01.2018, 18:28): Handelt es sich um Werke des 20. Jahrhunderts?
satie (06.01.2018, 18:51): Ansonsten hätte ich auf Pietro Raimondi getippt, aber so ganz passt das auch nicht zur Beschreibung...
Cetay (inaktiv) (06.01.2018, 18:58): Handelt es sich um Werke des 20. Jahrhunderts? Ja, eines der beiden ist vor kurzem 50 geworden.
EinTon (06.01.2018, 20:10): Sind die beiden Werke evtl. von John Cage?
Cetay (inaktiv) (06.01.2018, 22:43): Nein, aber ohne die von Cage angestoßene Theatralisierung des Musizierens hätte es die beiden gesuchten Streichquartette so wohl nicht gegeben.
Cetay (inaktiv) (07.01.2018, 06:48): :thumbsup: Das Fragezeichen kannst du weglassen: Die jeweils zehnminütigen Sätze der Streichquartette bilden eine Einheit, gleich in welcher Reihenfolge sie dargeboten werden. Es ist jedoch zu vermeiden, die Sätze hintereinander zu spielen (…). Die Trennung kann beliebig durch ein oder mehrere Stücke, ebenso durch eine Pause erfolgen. Das Werk entstand 1965/67 (WerkeinführungMusikverlag Universal Edition).
satie (07.01.2018, 09:50): Puh, ohne den Hinweis auf die Theatralisierung wäre ich nicht drauf gekommen. Wie man das spielen muss hatte ich erst nicht ganz verstanden, deshalb das Fragezeichen. Mittlerweile ist der Groschen gefallen.
Das heißt, ich bin wieder dran mit dem nächsten Rätsel. Gerne doch:
Während die Druiden zwar ruhig, doch nicht lautlos schweigen, erhält man einfach keine Antwort in diesem - wenn nicht zeitlosen so doch quasi auf verschiedenen Zeitebenen spielenden Werk.
Cetay (inaktiv) (07.01.2018, 09:58): Ich meine, die Antwort steht fast schon in der Frage. :ignore
EinTon (07.01.2018, 15:34): Hatte das Werk in der Urfassung eine magische Zahl als Besetzungszahl?
Edit: Wie ich sehe: Ja!
Guenther (07.01.2018, 16:45): Hier vielleicht die beste Einspielung: