Wenig bekannte italienische Opern

Rolf Scheiwiller (11.04.2006, 13:38):
Guten Tag zusammen.

Neben Verdis, Rossinis und Puccinis Meisterwerken gibt es zahllose, die nie den Weg zu den Herzen der Opernliebhaber gefunden haben. Auch die oben genannten Grossen Drei lieferten nicht nur Meisterwerke ab. Sie hatten Bühnenwerke geschrieben, von denen sie einiges erhofft hatten. Die jedoch gnadenlos durchfielen. Und auch in späteren Jahren mehr oder weniger unbekannt blieben.

Ich will hier nur von einigen die ich selber kenne, und auch Aufnahmen habe, erzählen.

Verdi hat ja in seinen Galeerenjahren manche Oper geschrieben. Wer kennt seinen " Un Giorno di Regno " oder " Alzira " ? Oder " Il Corsaro "?


Es soll aber hier von andern Komponisten die Rede sein.


Von Alfredo Catalani, dem so jung verstorbenen der " La Wally ". Diese Oper, die in der Tiroler Bergwelt spielt, wurde hauptsächlich durch Renata Tebaldi recht bekannt. Die Arie daraus : " Ebben, ne andro lontana... " vergisst man nicht so schnell wieder.Lief auch als Soundtrack im berühmten franz. Film " DIVA ".Ich habe 2 GA. Eine mit Eva Marton, die andere eben mit Tebaldi.

Arrigo Boito, der geniale Librettist des " Otello " und des " Falstaff " Giuseppe Verdis, sowie der " La Gioconda " Ponciellis, schrieb selber auch Opern.

" Nerone " und " Mefistofele ", nebst andern.
Der " Mefistofele " ist sicher seine bedeutendste Schöpfung. Es gibt sehr wirksame Arien, und im Prolog gewaltige Chorszenen.

GA mit Cesare Siepi, sowie eine unter J. Rudel mit Caballe.


Der Schöpfer der " Cavalleria Rusticana " Pietro Mascagni, schrieb neben seinem Welthit nur Flops. Einen nach dem andern !

In Italien noch hin und wieder aufgeführt werden " Iris " sowie " L Amico Fritz ". In beiden Werken schrieb Mascagni wirklich schöne, qualitätsvolle Musik. Aber leider passiert nichts auf derBühne. Bühnenuntauglich.Im " L Amico Fritz " gibt es eine berühmte Arie der Suzel. Mirella Freni hat das Werk gerne gesungen.

Eine Referenzeinspielung mit Pavarotti und Freni unter Gavazzeni von 1968 blieb ohne Nachfolge. EMI ( Die einzige( ?) Studioeinspielung Pavarottis für diese Firma.


Wisst Ihr noch von weiteren Bühnenwerken, die es lohnen würden,dass man sie näher kennen lernte. Wenn schon nicht auf der Bühne, so doch auf Tonträger, CD oder DVD ?


Gibt es noch Trouvaillen, die gehört werden sollten ?

Gruss.
Rolf.
Jimi (11.04.2006, 22:22):
Hallo Rolf,

Bin schon etwas müde, aber eines muss ich noch loswerden:
Kennst du “Ed anche Beppe amo“ (aus L’amico Fritz) von Ferruccio Tagliavini ?
Die Aufnahme würde ich auf die einsame Insel mitnehmen.

Viele Grüße und gut Nacht,

Jimi
Rolf Scheiwiller (12.04.2006, 06:54):
Original von Jimi
Hallo Rolf,

Bin schon etwas müde, aber eines muss ich noch loswerden:
Kennst du “Ed anche Beppe amo“ (aus L’amico Fritz) von Ferruccio Tagliavini ?
Die Aufnahme würde ich auf die einsame Insel mitnehmen.

Viele Grüße und gut Nacht,

Jimi

Guten Morgen Jimi.
Hab Deine Frage betr. der Arie erst heute morgen gelesen, da ich abends nie am PC bin.
Nein, ich kenne wirklich einzig meine GA auf EMI.
Es ist sehr gut, dass Du Aufnahmen bevorzugst, und die Dich nicht mehr loslassen. So muss es sein !
Schönen Tag.
Rolf.
manrico (25.09.2007, 00:56):
Liebe Forumsmitglieder!

Durch die Ausgliederung bin ich auf diesen Thread gestossen. Sehr spannendes Thema, wie ich finde, allerdings hat sich die Resonanz bislang ja noch in Grenzen gehalten. Neben Verdi, dem Meister aller Meister, haben sich ja noch drei große Komponisten - Rossini, Donizetti und Bellini - zurecht in den Musik-Olymp komponiert. Von diesen 4 Genies soll hier nicht die Rede sein, wenn ich Rolf richtig verstanden habe. Für den unbekannten Donizetti habe ich ja schon versucht, euch zu begeistern, einen Rossini-Thread gibt's auch und für Bellini jenseits der Norma so wie die Opern aus Verdis Galeerenjahren sollte auch was getan werden.

Wer also war im Schatten der Titanen? Mir fallen da zwei bis drei Namen ein. Der größte von ihnen, der ein herrliches Meisterwerk geschrieben hat, ist Amilcare Ponchielli mit seiner "La Gioconda". Das ist ein wirklich prächtiges Werk mit einer ganz und gar unwahrscheinlichen Handlung und herrlicher Musik. Daneben hat Ponchielli aber auch noch andere Werke komponiert, die meiner Ansicht nach von sehr unterschiedlicher Qualität sind. Sehr gut und musikalisch interessant sind seine Opern "I Lituani" und Marion Delorme (Leoncavallo, sein Schüler, nimmt eine nicht zu überhörende Anleihe daraus für das Duett Nedda-Silvio). Schwach hingegen finde ich "I mori di Valenza" und besonders schwach "I promessi sposi". Das kann aber auch an den sehr mittelmäßigen Einspielungen liegen, die ich besitze - ich weiss zumindest aber von keinen anderen.

Der zweite, den ich erwähnen möchte, ist Saverio Mercadante. Mercadante schreibt keine ausgereiften Musikdramen wie Ponchielli sondern läßt Belcanto pur erklingen. Ich beziehe mich dabei auf die beiden Opern "Il bravo" und "Il giuramento", die anderen kenne ich nicht. Das ist wirklich reiner Schöngesang, dem tiefere Charakterzeichnung weitgehend fehlt, aber prächtig klingt.

Als dritten Komponisten würde ich noch Riccardo Zandonai nennen, hier vor allem mit seiner Oper "I Cavallieri di Ekebù". Das ist eine sehr spannende Geschichte - musikalisch wie inhaltlich.
Habt ihr noch andere Komponisten und Werke in petto? Und welche sollen wir vorstellen?

Liebe Grüße

Werner
daniel5993 (25.09.2007, 07:54):
Original von manrico
Liebe Forumsmitglieder!

Durch die Ausgliederung bin ich auf diesen Thread gestossen. Sehr spannendes Thema, wie ich finde, allerdings hat sich die Resonanz bislang ja noch in Grenzen gehalten. Neben Verdi, dem Meister aller Meister, haben sich ja noch drei große Komponisten - Rossini, Donizetti und Bellini - zurecht in den Musik-Olymp komponiert. Von diesen 4 Genies soll hier nicht die Rede sein, wenn ich Rolf richtig verstanden habe. Für den unbekannten Donizetti habe ich ja schon versucht, euch zu begeistern, einen Rossini-Thread gibt's auch und für Bellini jenseits der Norma so wie die Opern aus Verdis Galeerenjahren sollte auch was getan werden.



Guten Morgen Werner!

Bitte gebe meiner einer noch ein wenig Zeit! Ich möchte mich gerne an diesen Threads beteiligen, kenne aber leider nur wenig von Oper in dieser Richtung!
Du hörst dich ja fast schon ungeduldig an! :wink
Gerade bin ich erstmal bei Norma!
Aber du hast schon recht! Es fehlt hier doch an einigem Interesse in Sachen "Oper"!

Gruß
Daniel# :J
manrico (25.09.2007, 09:06):
Hallo Daniel!

Na, das stimmt schon ein bissl - die wenigsten meiner Freunde würden mich als Phlegmatiker gezeichnen :D

Ich hab immer fünf Ideen gleichzeitig laufen, will sie umsetzen und leb quasi vom Dauerstress (deshalb brauch ich auch die schnellen Aufnahmen- mehr Musik in weniger Zeit :ignore).
Aber laß dich von mir nur nicht hetzen.

Schreib einfach, wenn du mit der Norma fertig bist

lg

Werner :hello
Jimi (01.10.2007, 15:41):
Hallo Daniel und Werner,

auch wenn ich befürchte das wir mit unbekannten Opern wenig Resonanz erziehlen werden, kann ich Werner natürlich verstehen, er scheint ja die bekannteren Werke,zumindest von Mozart bis Verdi, schon (fast) alle in und auswendig zu kennen.

Die von den Ponchielli-Opern kenne ich nur die Gioconda und da nur eine Einspielung, die mit Maria Callas(1952), leider mit teilweise nicht gerade grandiosen Partnern.
Riccardo Zandonai kenne ich gar nicht, Saverio Mercadante kenne ich zumindest vom Namen her und kann ihn zeitlich einordnen, so Richtung Donizetti und Bellini.
In dem Zusammenhang kann noch den Komponisten Giovanni Pacini nennen.
Ich kenne nur eine Oper von ihm," Maria Regina d'Inghilterra ",er hat aber so um die 80 !!! geschrieben :


http://www.jpc.de/image/w300/front/0/8443450.jpg


Ihm wird zwar zuweilen vorgeworfen sich erst (zu) sehr an Rossini und dann später an Bellini/Donizetti orientiert zu haben, aber egal, mir gefällt zumindest die eine Oper die ich bisher kenne sehr gut.

:hello Jimi
manrico (03.10.2007, 01:45):
Hallo Jimi und Daniel!

Also Gianni Poggi in der "Gioconda" als nicht gerade grandios zu bezeichnen, fällt ja schon fast unter Euphemismus. Der Mann ist in meinen Ohren eine schlichte Katastrophe! Aber die Callas ist superb.

Sehr rollendeckend ist Zinka Milanov. Vor allem in dem Live-Mitschnitt mit Giovanni Martinelli gelingt ihr im ersten Akt eine geradezu unbeschreibliche Stelle im ersten Akt, wenn sie singt "Enzo adorato, ah come t'amo". Hier schwingt sie sich auf ein hohes B (dass es sich dabei um ein "b" handelt, hab ich nachgelesen), das in seiner Magie geradezu unvergleichlich ist und das ihr auch in anderen Mitschnitten aus der Met nie wieder in so einer Intensität gelungen ist.
Das scheint die unwiederbringliche Kraft und der Zauber eines Moments gewesen zu sein, der zufällig auf auf Tonband eingefangen wurde (entschuldigt bitte mein schwülstiges Pathos, aber die Aufnahme lohnt sich wegen dieser ein oder zwei Sekunden).
Die Gioconda ist eine der wenigen Gesamtaufnahmen einer Oper, die es von Eileen Farrell gibt. Das war für mich eine ganz, ganz große Künstlerin mit einem Verdi-Recital, das zu den besten überhaupt gehört. Sie ist eine sehr berührende Gioconda.

Den Pacini, den du angesprochen hast, Jimi, kenn ich nicht. Ich hab von ihm nur irgendwo auf Cassette eine Sappho, glaub ich. Die müsste ich wieder einmal aktivieren, ich weiss leider gar nicht mehr, wie die klingt.
Aber wenn du sagst, dass sie gut ist, werd ich sie bei meinem nächsten (virtuellen oder realen) Opernbeutezug auf die Liste setzen (die Francesca di Foix war ja übrigens auch ein sehr guter Tipp).

Liebe Grüße


Werner
Jimi (03.10.2007, 16:46):
Original von manrico
Also Gianni Poggi in der "Gioconda" als nicht gerade grandios zu bezeichnen, fällt ja schon fast unter Euphemismus. Der Mann ist in meinen Ohren eine schlichte Katastrophe! Aber die Callas ist superb.


Hallo Werner,

Ok, ich habe mich eben ein wenig (zu) zurückhaltend ausgedrückt. Hier nun die "wahre Geschichte" :

Es ist ja nichts neues das Maria Callas nur selten optimale Tenorpartner zur Verfügung hatte. Kurz bevor ich die (Callas)Gioconda das erste Mal hörte, habe ich gelesen das es einen Mitschnitt einer "Il Trovatore" Aufführung mit Maria Callas und ,halt dich gut fest, Jussi Björling gab. Unglücklicherweise ist diese Aufnahme, wie auch immer, verlorengegangen und bis Heute nicht mehr aufgetaucht. :I
Da es auch keine anderen gemeinsamen Aufnahmen der beiden gibt, ist das natürlich um so bedauerlicher, oder anders ausgedrückt, als ich das mit der verschwundenen Aufnahme gelesen habe war ich ausgesprochen angefressen.
Das was ich mir dann gedacht habe als ich direkt danach Gianni Poggi mit Maria Callas in der Gioconda gehört habe ist absolut NICHT druckreif. :ignore Ich glaube Richard würde mich direkt rausschmeißen.


Original von manrico

Sehr rollendeckend ist Zinka Milanov. Vor allem in dem Live-Mitschnitt mit Giovanni Martinelli gelingt ihr im ersten Akt eine geradezu unbeschreibliche Stelle im ersten Akt, wenn sie singt "Enzo adorato, ah come t'amo". Hier schwingt sie sich auf ein hohes B (dass es sich dabei um ein "b" handelt, hab ich nachgelesen), das in seiner Magie geradezu unvergleichlich ist und das ihr auch in anderen Mitschnitten aus der Met nie wieder in so einer Intensität gelungen ist.
Das scheint die unwiederbringliche Kraft und der Zauber eines Moments gewesen zu sein, der zufällig auf auf Tonband eingefangen wurde (entschuldigt bitte mein schwülstiges Pathos, aber die Aufnahme lohnt sich wegen dieser ein oder zwei Sekunden).
Die Gioconda ist eine der wenigen Gesamtaufnahmen einer Oper, die es von Eileen Farrell gibt. Das war für mich eine ganz, ganz große Künstlerin mit einem Verdi-Recital, das zu den besten überhaupt gehört. Sie ist eine sehr berührende Gioconda.



Da Zinka Milanov in der von dir genannte Gioconda mit Martinelli als Partner singt, vermute ich mal das die Aufnahme Ende der 30er bis Anfang der 40er Jahre entstanden ist. Zu der Zeit war sie wirklich grandios, besser noch als auf ihren bekannteren Aufnahmen aus den 50er Jahren.
Als Verdi-Fan kennst die sicher "Un ballo" von 1940 mit Milanov und Björling - Genial was beiden da leisten.

Eileen Farrell ist für mich eine absolute Ausnahmekünstlerin. Ich halte sie für den besten dramatischen Sopran seit Rosa Ponselle(für den Nicht-Wagnerbereich obwohl sie Wagner auch drauf hatte)!
Die Gioconda mit ihr habe ich leider noch nie gesehen, aber neben dem Verdi Recital besitze ich 2 weitere Recitals mit Arien ua aus Oberon Alceste Ernani Gioconda Tosca, Fidelio .
Da sind einige Aufnahmen dabei die das Verdi Recital noch übertreffen zb "Ozean du Ungeheuer" aus Oberon, oder "Sorta e la notte" aus Ernani. Ihre Aufnahme der Ernani-Arie ist die einzig mir bekannte, die neben der Jahrhundert-Aufnahme von Rosa Ponselle bestehen kann.

:hello Jimi
Holger (25.11.2010, 15:26):
Original von Rolf Scheiwiller

Es soll aber hier von andern Komponisten die Rede sein.

Von Alfredo Catalani, dem so jung verstorbenen der " La Wally ". Diese Oper, die in der Tiroler Bergwelt spielt, wurde hauptsächlich durch Renata Tebaldi recht bekannt. Die Arie daraus : " Ebben, ne andro lontana... " vergisst man nicht so schnell wieder.

Hallo,

das kann ich bestätigen!

Ich habe die Arie auf einem meiner Sampler entdeckt und höre sie seither unablässig im Repeat-Modus. Worüber auch immer diese Frau singen mag, sie tut das derart ergreifend und herzzerreißend, daß sie mein ganzes Mitgefühl hat.

Übrigens handelt es sich um eine gewisse Eva Marton - nie gehört!

Liebe Grüße von Holger
Jürgen (25.11.2010, 17:25):
Original von Holger
Original von Rolf Scheiwiller

Es soll aber hier von andern Komponisten die Rede sein.

Von Alfredo Catalani, dem so jung verstorbenen der " La Wally ". Diese Oper, die in der Tiroler Bergwelt spielt, wurde hauptsächlich durch Renata Tebaldi recht bekannt. Die Arie daraus : " Ebben, ne andro lontana... " vergisst man nicht so schnell wieder.

Hallo,

das kann ich bestätigen!

Ich habe die Arie auf einem meiner Sampler entdeckt und höre sie seither unablässig im Repeat-Modus. Worüber auch immer diese Frau singen mag, sie tut das derart ergreifend und herzzerreißend, daß sie mein ganzes Mitgefühl hat.

Übrigens handelt es sich um eine gewisse Eva Marton - nie gehört!

Liebe Grüße von Holger

Ich lernte diese Arie durch den Film Diva kennen.
Wunderbare Eindrücke.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/412G67VZGNL._SL500_AA300_.jpg

Sängerin dort: Wilhelmenia Fernandez
Die kannte ich wiederum nicht, bevor ich den Film sah.
Ich habe auch seither nichts von ihr gehört.

Grüße
Jürgen
schwarzehand (25.11.2010, 19:31):
Original von Holger
Ich habe die Arie auf einem meiner Sampler entdeckt und höre sie seither unablässig im Repeat-Modus. Worüber auch immer diese Frau singen mag, sie tut das derart ergreifend und herzzerreißend, daß sie mein ganzes Mitgefühl hat.
Falls Sie in der Nähe von Frankfurt a.M. wohnen: Im Februar gibt es zwei konzertante Aufführungen von La Wally in der Alten Oper, dirigiert von Carlo Franci.

Original von Holger
Übrigens handelt es sich um eine gewisse Eva Marton - nie gehört!

http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Marton
:wink
Solitaire (26.11.2010, 09:50):
Der Film "Diva" ist wirklich sehr schön, auch ich habe die Arie dort zum erstenmal gehört, es bisher aber noch nicht zur ganzen Oper gebracht.

@Schwarzehand
Wenn du der bist für den ich dich halte, dann ein ganz herzliches Willkommen von einem schwarzen Schaf zum anderen :D :engel

Was Eva Marton angeht, so ist sie mir leider nur als furchtbar brüllende Trovatore-Leonora bekannt und ich habe sie leiderin keiner guten Erinnerung. Ich liebe, mal wieder, Callas' Version der Arie.
Sie singt, grob gesagt, darüber, daß sie in die Berge gehen und allein sein wird. Die oper basiert auf der Geschichte um die uns allen auch aus Heimatfilmen bekannten "Geierwally" und endet lethal. Mal wieder.
schwarzehand (26.11.2010, 10:55):
Original von Solitaire
@Schwarzehand
Wenn du der bist für den ich dich halte, dann ein ganz herzliches Willkommen von einem schwarzen Schaf zum anderen :D :engel
Son io! :beer Vielen Dank!
Holger (27.11.2010, 23:16):
Hallo, Schwarzehand,

vielen herzlichen Dank für Hinweis und Erläuterung!

Viele Grüße

Holger
EinTon (12.12.2010, 21:14):
Original von schwarzehand
Original von Solitaire
@Schwarzehand
Wenn du der bist für den ich dich halte, dann ein ganz herzliches Willkommen von einem schwarzen Schaf zum anderen :D :engel
Son io! :beer Vielen Dank!

Bist Du das, Blackadder?? :)
schwarzehand (12.12.2010, 21:28):
Original von EinTon
Bist Du das, Blackadder?? :)
Äh, nein. ?(
Solitaire (12.12.2010, 21:51):
Es gibt auch in anderen Foren schwarze Schafe... :D
Severina (12.12.2010, 22:19):
Ich kenne zwar viele schwarze Schafe und fühle mich ihnen auch irgendwie anverwandt :wink, dieses aber kenne ich leider nicht. Oder doch ?( ?( ?( ?(

lg Severina :hello
Karolus Minus (12.12.2010, 23:38):
Hallo Jimi,

die Aufnahme der Gioconda mit Milanov/Martinelli ist der Met-Mitschnitt vom 30.12.39, da ist die Milanov wirklich grandios, Martinelli ist für meine Ohren immer Geschmackssache, deswegen zieh ich auch die Fassung Farrell/Corelli (ebenfalls Met live vor, jedenfalls in der Gesamtheit).
Wenn man bei dem Stück eher tenorsüchtig ist, dann sollte man sich Carlo Bergonzi besorgen, für mich DER Enzo - aber vielleicht auch, weil ich das Glück hatte, ihn mit der kompletten Oper dreimal zu erleben.
LG Karolus -
PS. an die "schwarzen Schafe": ich glaub, da pass ich im Moment auch rein:-)))
Agravain (31.05.2011, 07:22):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/514otKB32mL._SS500_.jpg

Mefistofeles: Nicolai Ghiaurov
Faust: Luciano Pavarotti
Margherita: Mirella Freni
Elena: Montserrat Caballé
Marta: Nucci Condò
Wagner: Piero de Palma
Pantalis: Della Jones
Nereo: Robin Leggate

London Opera Chorus
Trinity Boys’ Choir
National Philharmonic Orchestra

Oliviero de Fabritiis

(1982)

Wenn man sich vier, ach was sage ich: fünf vokale Mercedes’ in die heimatliche CD-Garage stellen möchte, so kaufe man diese Aufnahme. Da hätte man in einem Paket das glänzende Quartett Ghiaurov, Pavarotti, Freni und Caballé und dann als fünften Boliden den ganz exquisiten Chor. Mehr geht kaum, zumal bei dieser Produktion, die 1982 unter der umsichtigen, sängerfreundlichen und höchst sinnlichen Leitung des greisen Oliviero de Fabritiis entstand, wirklich alle genannten Damen und Herren fabelhaft singen. Ich weiß im Grunde überhaupt nicht, wo ich mit dem Lobgesang beginnen soll. Vielleicht am besten beim Teufel selbst.

Nicolai Ghiaurov präsentiert uns einen kraftvollen Mefistofeles, der aber auch so überhaupt nichts für das menschliche Geschlecht über hat. Das ist nicht der listige und elegante Verführer, sondern ein geradezu Kraftpaket, kein Unterteufel, sondern ein saftiger Kraftmeier, der sich nicht nur nicht vor dem Herrn fürchtet, sondern sich in seiner Position als Gegenspieler als vollkommen gleichberechtigt sieht. Trotz seiner ja eher schweren Stimme hat Ghiaurov keine Schwierigkeiten mit der streckenweise bewusst fratzenhaft-karikierenden Stimmführung der Partie, vielmehr kostet er diese weidlich aus und macht das damit, was auch der Mefistofeles tut: Er pfeift sich eins.

Luciano Pavarotti legt den Faust – und das ist vielleicht für den ein oder anderen eine interpretatorische Schwäche – nicht als Grübler an, sondern als unbefriedigten Renaissancemenschen. Sein Faust klingt entschlossen das Unergründliche zu ergründen und er bereut am Ende nichts. Stimmlich ist Pavarotti voll auf der Höhe. Strahlend im Forte, lieblich in den Duetten, bisweilen vollkommen zurückgenommen (besonders sein Resümee "Giunto sul passo estremo").

Und: Ein so herrliches „Lontano, lontano, lontano“ wie hier habe ich noch überhaupt nicht gehört. Was Pavarotti gemeinsam mit der als Margarete schlicht berückenden Mirella Freni aus der (nicht ganz ungetrübten) Naivität dieses Duettes herausholt ist atemberaubend. Doch glänzt die Freni nicht nur hier. Insgesamt trifft sie durchweg den richtigen Ton für das Gretchen und ihre Wahnsinnsarie („L’altra notte in fondo al mare“) ist ein interpretatorisches Meisterstück, ebenso wie ihr endgültiger Abschied von Faust, bis hin zum schaurigen "Enrico...mi fai ribrezzo!"

Und dann Montserrat Caballé als Helena. Obwohl sie in den Achtzigern nicht mehr immer gut war und bisweilen eher gruselige Scheiben eingespielt hat, so ist diese doch auf der Haben-Seite zu verbuchen. Die üppige Sinnlichkeit der Helena ist genau ihre Sache. Allein schon der Beginn des viertes Aktes („La luna immobile“ und dann vorallem „L’aura serena“) klingt so delikat, dass man die Szene vor sich sieht, nein förmlich fühlt (man bedenke, dass Helena mit Panthalis in einer Barke aus Silber und Perlmutt hereinschweben). Und dann die Klangrausch des großen Duetts „O incantesimo! parla! parla!“. Das ist, als wollten sich die Caballé und Pavarotti einen Wettstreit im Schöngesang liefern („Ah! Amore! mistero! celeste, profondo“), wobei zur Freude des Höres lediglich ein Remis dabei herauskommt.

Makellos ist auch der vielfältig zum Einsatz kommende London Opera Chorus, wobei er natürlich gleich den Prolog quasi allein bestreitet. So einen Einstieg in eine Oper hatte ihn Italien bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehört und hier wird mir ganz deutlich, wie sich der Zuhörer ehedem gefühlt haben muss. Mir treibt die güldene Archaik dieses Hymnus noch heute Schauer über den Rücken.

Diese Aufnahme gehört in jedes CD-Regal.

:hello Agravain
Tosca (05.06.2011, 21:20):
Hallo Agravain,

mit der von Dir genannten Aufnahme habe ich diese Oper auch kennen und lieben gelernt und habe mir auch alle möglichen weiteren Aufnahmen dieser Oper zugelegt.

Es gibt auch eine DVD mit dieser Oper

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51rqC6SdbGL._SL500_AA300_.jpg

Ramey singt einen wunderbaren, überzeugenden Mefistofele- Dennis O´Neill singt zumindest einen recht ordentlichen Faust.

Letzten Herbst hatte ich die Gelegenheit, diese Oper in Gelsenkirchen live erleben zu können mit dem großartigen Ray M. Wade jr. als Faust.

LG Tosca
Agravain (06.06.2011, 20:43):
Original von Tosca
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51rqC6SdbGL._SL500_AA300_.jpg
Ramey singt einen wunderbaren, überzeugenden Mefistofele- Dennis O´Neill singt zumindest einen recht ordentlichen Faust.


Liebe Tosca,

schön, hier auf einen weiteren Boito-Fan zu treffen. Die oben gezeigte Aufnahme kenne ich auszugsweise (sie ist z.T. bei Youtube einsehbar). Tatsächlich ist Ramey ein ganz hervorragender Mefistofeles, es passt ja auch schon sein Äußeres recht gut zur Rolle, zum Stimmlichen brauche ich hier nichts sagen.
Von O'Neill habe ich das "Giunto sul passo estremo" und muss sagen, dass er zwar kein Pavarotti ist, aber mit seinen Möglichkeiten wirklich gut arbeitet und eine sehr ordentlich gestaltete Rückschau auf das Leben des Faust bringt!
Insofern möchte ich mich Deinem Eindruck gern anschließen!

:hello Agravain
Severina (06.06.2011, 21:25):
Ich kann mich den Lobpreisungen der CD nur anschließen, obwohl ich eigentlich kein Pavarotti-Fan bin, aber bei seinem Faust passt wirklich alles. Agravain hat eigentlich alles gesagt, was es zu dieser Einspielung zu sagen gibt.
Die DVD mit Ramey steht schon lange auf meiner Wunschliste, leider ist sie mir entweder zu teuer oder zwischendurch auch immer wieder vergriffen.

lg Severina :hello