Toni Bernet (15.04.2023, 11:32): Man kann Gaetano Pugnani (1731 - 1798) nicht als Kleinmeister des 18. Jahrhunderts abtun, im Gegenteil, von Fachleuten wurde er auch schon «italienischer Klassiker par excellence» genannt. Denn er hat ein vielfältiges, alle Sparten damaligen Komponierens umfassendes Werk hinterlassen, darunter einige damals sehr erfolgreiche Opern, ein Melodrama nach Goethe («Werther»), 4 sätzige Sinfonien, Konzerte, Streichquartette und weitere Kammermusik.
Dennoch gibt es kaum Aufnahmen seiner Werke.
Ein paar wenige Violinkonzerte von ihm sind erhalten, einige sogar eingespielt auf CD.
Wer sich interessiert, findet weitere Hinweise zu Pugnanis A-Dur Violinkonzert auf folgender Internetseite:
Amadé (15.04.2023, 13:33): Der Name des Komponisten Pugnani ist mir nur über einen Umweg bekannt, und zwar über Fritz Kreisler, der ein Stück (Präludium und Allegro) für Violine und Klavier im Stil von Pugnani komponiert hat, es findet sich in dieser Box mit Aufnahmen von Gerhard Taschner:
Gruß Amadé
satie (15.04.2023, 22:29): Ich kenne ein paar Sachen von Pugnani, neugierig geworden durch eben jene Komposition von Kreisler hatte ich mich da mal eingehört. Stutzig machte mich, dass ich keine wirkliche Ähnlichkeit zwischen der Kreisler-Komposition und Pugnanis Stil feststellen konnte. Die Recherche ergab, dass Kreisler tatsächlich nur einen Streich spielen und dieses und auch andere Stücke als wiederentdeckte Originale ausgeben wollte. Mag sein, dass er die originale Musik gar nicht gut kannte, aber bewusst wenig bekannte Komponisten aussuchte, damit der Schwindel nicht zu schnell auffallen würde. Nachzulesen z.B. hier: https://www.allmusic.com/composition/praeludium-and-allegro-in-the-style-of-pugnani-for-violin-piano-mc0002373386
Die tatsächlichen Kompositionen Pugnanis lohnen sich anzuhören, viele Einspielungen scheint es allerdings nicht zu geben.
Herzliche Grüße Satie
Joe Dvorak (16.04.2023, 00:09): Ob zu Recht oder zu Unrecht fast vergessen, ob Klein- oder Grossmeister; wenn es um italienisiche Raritaeten geht, ist das Label Tactus die erste Anlaufstelle. Da findet man Material und weiss es in kompetenten und historisch bestinformierten Haenden. Ton ab!
Violinkonzerte D-Dur & A-Dur Roberto Noferini (Violine Giuseppe Scrampella, 1865), Orchestra Nove Assonanze, Alan Freiles Magnatta
Das kann man trotz des mMn nicht ganz uneingeschraenkten Unterhaltungswertes durchaus mal hoeren.