Wie könnte Brahms Horntrio op.40 als HIP-klingen? (Ein digitales Interpretationsexperiment)

fahl5 (31.08.2017, 10:48):
Als digitales Interpretatiosexperiment habe ich einmal Brahms Horntrio op.40 in zwei Paralellaufnahmen (mit Instrumenten der Epoche und mit modernen Instrumenten) realisiert und mich dabei mit einigen anderen vohandeenen Interpretationen desselben Stückes vergleichend befast hier möchte ich euch meine Version und meine persönlichen Schlussfolgerungen/Einschätzungen vorstellen:
HIP
Meine Aufnahme verwendet neben dem Klang einer ganz traditionellen Violine den erkennbar verhalten dujkleren Klang eines Naturhorns in Eb und den sehr weich und warm intonierten eines Erard-Flügel von 1873, die mir beide durchaus dem Gestus der Musik Brahms sehr entgegen zu kommen scheinen.Brahms: Horntrio op.40 mit Innstrumenten der Epoche (klassik-resampled)

Ich fand zwar Isabel Fausts Anwendung des Vibratolosen Violintons den die HIP in der Interpretation der Musik des 18. Jhd. eindrucksvoll etablieren konnte musikalisch beeindruckend und originell nicht aber unter den HIP Gesichtspunkt, da der vibratolose Ton der HIP sich ja gerade vom vibratoreichen expressiven Stil abzusetzen versuchte der sich in der Interpretation der Romantischen Musik des 19. Jhd. durchgesetzt hat. Wer immer Musiker erlebt hat, die noch in einem lebendigem Traditionszusammenhang mit der Interpretaionsschule der späten Romantik standen wird deren Widerwillen gegen das aus ihren Augen fast aseptische vibrtatoloser Streicher kennen. Auch wenn es zwischen den klassisch-akademischen und den eher neudeutschen Vertretern der Romantik sicher maßgebliche Unterschiede in der Freiheit und Intensität expressiver Ausgestltung ggegeben haben wird, ist es mir ehlich gesagt kaum vorstellbar, dass z.B. Joachim weder Brahms noch Bach ohne wenn auch maßvolle romantische Schwebunng im Ton aufgefasst haben wird. Insofern erscheint mir die Aufnahme mit Isabel Faust so musikalisch originell und ansprechend sie auch ist weniger aus HIP übezeugend, als eher ein interessantes Beispiel dafür welche Möglichkeiten postmoderner Stilmischungen wir heute haben.
Ich stehe dem ggar nicht ablehend gegenüber möchte es aber nur als das ansehen, was es mir erscheint: eine moderne zeitgenössische Innterpretation des 21.Jahrhundert.

Mit derselben positiven Haltung gegenüber unseren eigenen heutigen Möglicheiten habe ich dann auch eine Parallelaufnahme mit dem Klang eines Wiener Ventiilhorn und eines Bösendorfer Imperial 290-755 produziert:
Brahms: Horntrio op.40 mit modernen Instrumenten (klassikresampled)

Beide sowohl das Horn und noch weit deutlicher der Flügel warten mit viel helleren schärferen Kontoren auf. Gerade das Klavier tritt dabei wie mir scheint viel deuttlicher aus seiner kammermusikalischen Zurückhaltung heraus und lässt fasst Anklänge an die Faktur eines romantischen Klavierkonzertes anklingen. Ich mag das auch es ist nur eben schon etwas anderes. Ich persönlich habe nichts dafür übrige musikalischen Fragen mit ja oder nein zu beantworten. Es handelt sich in meinen Augen um zwei verschiedene musikalische Charaktere, die ich hiermit gerne beide zur Diskussion stellen möchte.