Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

Ganong (25.09.2006, 18:09):
Liebe Forumsmitglieder !

Seit Zelenka hier in Forum den Namen des grossen Wilhelm Kempff dankenswerterweise verstärkt eingeführt hat und Beispiele von Kempffs grossem Können , seiner unwiderbringlichen schöpferischen Kunst eingebracht hat , habe ich mich weit über Schumann hinaus mit anderen seiner Interpretationen befasst bzw. bin dabei , dies zu tun .

Der Sonatenkosmos von Beethoven muss nicht zwangsläufig an erster Stelle dabei stehen , sondern ist dadurch begründet , dass es drei verschiedene Aufnahmen gab . Die beiden jüngstenb sind bei der DGG erhältlich .

Die erste stammt aus den 1950er jahren und die zweite Einspielung aus den 1960er jahren .

Beide sind , dies vorweg , hochpreisig .

Zelenka war einmal so freundlich , mir seinen persönlichen Tip(p) mitzuteilen .

F r a g e : W e r kennt diese Aufnahmen und welche der GA würdet Ihr im Zweifelsfall kaufen ?

Danke .

Frank
Ganong (05.10.2006, 17:46):
Liebe Forumsmitglieder ,

leider scheint sich niemand für die Beethoven - Interpretationen von Wilhelm Kempff zu interessieren .

Ich bedauere dies sehr und mich wunderts schon sehr , dass einer der ganz grossen Beethovenpianisten nicht einmal , selbst nicht von ZELENKA (!) , , ( er hat sich leider auch rar gemacht , dabei könnte ich ihm un d "ab" auf die von beiden angesprochene Frage der Schumannsicht seiner eigenen Werke mitteilen , die ich nun mühsam wiedergefunden habe , mitteilen ) geantwortet hat .

Alfred Brendel hat nicht nur die CDs der Philips -Edition zusammengestellt , sondern auch die Edition "Great Pianists of the Century" um die recht ausgeglichenen Kempff - CDs bereichert . Matthias Kornmenn , der die Edition ausführlich in "Rondo" besproche n hat , hob Kempffs Bedeutung nicht nur in persönlichen Gesprächen und Briefen hervor . Zu Recht , wenn wir an Kempffs Bach , seine Transkriptionen oder auch eigenen Kompositionen denken . Sein Schumann gehört zu besten , was wir an Interpretationen findne können .

Kemppfs Johannes Brahms vermeidet die klischeehafte düstere , angeblich "typisch norddeutsche" Grundstuimmung zugunsten eines sehr transparenten Klangbildes , das wir auch bei Richter in den Sonaten finden können .

Ich habe leider zu wenig Material ( ausser der neuen Biographie über Wilhelm kempff ) über diesen sicherlich bleibend grossen Pianisten , Künstler und wohl faszinierenden Leiter von Meisterklassen in dem heute als mondän verschrieennen Positano , um selbst ausführlicher über ihn schreiben zu können .

Da der bereits erwähnte langjährige Korrespomndenzpartner von mir , Matthias Kornemenn gerade an einer neune n Biographie püber Johannes Brahms arbeitet , wäre der oben erwähnte früher so aktive Zelenka vielleicht bereit , uns auch etwwa s intensiver als kempff-Kenner von rang , zu vermitteln .

Die neue Kempff - Biographie lässt leider manches Wichtige vermissen und Kempffs eigens Buch über sich , ist von einer teilweise betörenden Innigkeit , aber auch von einer seltsam herben Rauchheit des Stiles .

Aucu hier stellt sich die Frage , ob es Parallelen zwischen dem Buch - Schreibstil und dem Gestaltungsrahmen in kempffs Soloaufnahmen gibt .

Ich war mir nie ganz sicher und bin es nach der neuen Biographie eher noch weniger .

Viele Grüsse ,

Frank
ab (06.10.2006, 23:21):
Lieber Frank,

ich selbst habe den zweiten Zyklus, der einst in der Beethoven Edition der DG enthalten war. Mir gefällt da auch alles (bis auf die Hammerklaviersonate). Seither habe ich bereits an verschiedenen Stellen genau Deine Frage gestellt, worin sich denn die beiden Zyklen unterscheiden - leider mit demselben Erfolg wie Du bislang: Es scheint hier einfach niemand den frühen Zyklus zu kennen...

In der Provinz ist er mir der frühe Zyklus nie in Hände gefallen und ich den großen CD-Städten habe ich die knappe Zeit dann doch für anderes verwendet, nicht zuletzt hast Du den ganz späten Kempff immer so gepriesen.

Ich mag Kempffs Beethoven sehr gerne und höre ihn auch nicht selten, auch wenn ich im dann anschließenden direkten Vergleich häufig die anderen Aufnahmen als besser bewerte. Das finde ich sehr interessant, denn zu den anderen greife ich dann auch nicht öffters. Sprich: Das, was ich als besser bewerte, finde ich nicht immer vorziehenswert. (In meinen Ohren klingt das fast widersprüchlich.) Womöglich trifft Kempff eine goldene Mitte...
Ganong (08.10.2006, 18:42):
Lieber ab ,

Kempff war nie ein Extrentiker des Beethovenspieles . Ähnlich , wenn auch auf andere Weise , war er einer der Beethoven durchgesitigt erfasst und so interpretiert hat . Seine Sonaten opp 109 - 110 halte ich schon für bleibende Interpretationen .

ich darf Dich an unseren Vergleich der späten Sonaten bei Solomon erinnern ( 2005 ) .

Kempff hat seine grossen , ihn viellleicht ergänzenden Kollegen in dem Wilhelm Backhaus der 1950er Jahre .

Ich glaube auch nicht , dass die "Hammerklaviersonate" zum alleinigen Prüfstein eines Beethoveninterpreten gemacht werden kann . Hier kann kmich selbst ein Emil Gilels nicht wirklich überzeugen .

Auch Claudio Arrau , ein weiterer Grosser , spielt die Sonate an keiner Stelle so zwingend wie Solomon dies vermochte .

Ich denke , dass es so ist :

1. Nicht jede Sonate 8 oder Ballade etc. ) liegt jedem Spielr ;

2. Kein Pianist spielt alle Werke gleich gut eines Komponisten . Vielleicht liegt darin begründet , dass manche der Grossen bestimmte Werke in ihrem Leben nie öffentlich oder auf Tonträger gespielt haben .

W e n , lieber ab , hörst Du dann z.B. im "vergleich" ( wa ja schon heikel genug ist ) zu Wilhelm kempff ?

Viele Grüsse ,
Frank
ab (09.10.2006, 09:49):
Ich liebe Gieles als Beethoveninterpret, wobei ich leider nur zahlreiche Konzertmitschnitte habe, wo er wesentlich dramatischer spielt als bei der späten DG-Produktion (die mir bislang immer zu teuer war).

Ich schätze sehr Schnabel mit seiner flüchtigen Art der raschen Sätze bis über seine technischen grenzen hinaus und seine an Schönheit nicht mehr zu überbietenden langsamen.

Mich berührt tief Backhaus (live!, nicht so studio) mit seinem wunderbaren Anschlag und seiner so stimmigen, völligen Freiheit.

Ich mag sehr Gould trotz seiner Freiheiten gegenüber des Notentextes, weil ich seinen so klassischen Zugriff mag - sieht man einmal von seinen exzentrischen Sonaten ab.

Richter mochte ich früher wenig bei Beethoven - inzwischen hat sich das ins Gegenteil verkehrt.

Solomos späte Sonaten mag ich sehr.

Giseking möchte ich nicht missen!

Mit Gulda hab ich immer wieder so meine Schwierigkeiten und habe mir daher seinen Zyklus, trotz des günstigen Preises - nie gekauft. aus den 50ern habe ich die Doubledecca, die ich sehr selten anhöre.

Brendel mag ich bei Beethoven gar nicht (bloß mit Schumann) und schätze aber seine eigene Einschätzung sehr, wenn er meint, er wüsste gar nicht, weshalb er inzwischen zu den berühmten Piansiten zählt.
Amadé (09.10.2006, 12:27):
Hallo Ganong,

Kempffs Klavierstil hat sich im Laufe seines Lebens nicht wesentlich gewandelt, soweit ich dies an Hand seiner Plattenaufnahmen beurteilen kann. Er zeichnet sich weniger durch Tiefsinn und bohrende Intensität aus, was nicht heißen soll, sein Spiel bleibt ein wenig an der Oberfläche. Auch äußerliche Brillianz ist nicht seine Sache. Er ist kein strenger Vollstrecker des Notentextes wie etwa Backhaus, Arrau oder Gulda. Kempffs Spiel charakterisiert sich durch Helligkeit, phantasievoller Umgang mit der Partitur, Sinn für Klangfarben, die eine Phrase, einen Abschnitt in ein anderes Licht tauchen, anders beleuchten als man es von vielen anderen Pianisten her kennt. Das prädestiniert ihn für für die Klavierwelt von Robert Schumann, von dem er wesentliche Einspielungen hinterlassen hat (Sinfonische Etüden, Kreisleriana, Fantasie).
Beethoven nahm in seinen Konzertprogrammen und in den Aufnahmestudios einen zentralen Platz ein. Nicht nur die Konzerte, auch die Sonaten sowie die Violinsonaten und zuletzt die Klaviertrios nahm er mehrmals auf.
Nach dem Krieg entstand 1951 der Monozyklus (op.13 und 27,2 1956), nach Einführung der Stereo-Technik wurden zunächst die 3 "Favorit-Sonaten" 1960 eingespielt, dann aber 1964/65 nochmals alle 32 Sonaten.
Aus den 3oer/40er-Jahren existieren bereits Schellacks, ob damals ein vollständiger Zyklus aufgezeichnet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
Mit zunehmendem Lebensalter wurden Arraus Beethoven-Sonaten länger, bei Kempff ist es in der Regel umgekehrt.
Stilistisch gibt es zwischen den 50er und 60er Aufnahmen wenig Unterschiede. Mit persönlich gefällt der 50er-Zyklus etwas besser. Zum Schluss möchte ich noch auf einige Sonaten hinweisen, die Kempff besonders gelungen sind:
A-dur op.2 Nr.2
B-dur op.22
As-dur op.26 (außer Scherzo)
G-dur op.31 Nr.1
Es-dur op.31 Nr.3
F-dur op.54 (En de des 1.Satzes!!)
op.90 (2.Satz)
op.109
Alle Beethoven-Aufnahmen erschienen bei der DGG.

Gruß Amadé

op
ab (09.10.2006, 14:48):
Original von Amadé
Zum Schluss möchte ich noch auf einige Sonaten hinweisen, die Kempff besonders gelungen sind:


Hallo Amadé,

vielen Dank für diese Ausführlichen Anmerkungen. Meinst Du, dass diese Sonaten Kempff in beiden Zyklen besonders gelungen sind, oder beziehst Du Dich auf den der 50er Jahre?

Danke!
Amadé (09.10.2006, 20:12):
Hallo ab,

eigentlich trifft das auf beide Zyklen zu. Es gibt im Einzelfall natürlich Unterschiede, die sind aber nicht so gravierend. Ich habe aber noch vergessen darauf hinzuweisen, dass Kempff eine schöne Pastoral-Sonate hinterlassen hat, auch hier gefällt mir die 51er-Aufnahme ein klein wenig besser, siehe meine Homepage.

Gruß und einen schönen Abend
Bernd
:hello
Ganong (12.10.2006, 17:48):
Lieber ab ,

über Solomon hatten wir uns schon einmal mit demselben Ergebnis ausgetauscht . Eine grandiose Leistungen des wohl bedeutensten britischen Pianisten ( noch vor Clifford Curzon 9 aller zeiten .

Backhaus live : : Erneute Übereinstimmung . Seine Aufnahmen aus New York sind wohl Backhaus' bester Beethoven .

Zum Thema Live : der als Beethoveninterpret weniger bekannte Nikita Magaloff hat in Salzburg ( Label : ORFEO ) eine sehr hörenswerte "Appassionata" gespielt . Man kann hören , dass diese Sonate auch ohne rasende Tempi , ohne gedonnere aus sich heraus überzeugen kann !

WO IST CLAUDIO ARRAU ???

Bei Wilhelm Kempff können wir , anders als "amadé" dies schreibt , schon deutliche Unterschiede in den beiden hier erwähnten DGG - Zyklen hören . Aber dies mag dannjeder ganz nach siner Hörweise tun müssen .

Gould finde ich ganz schrecklich mit seinen Interpretationen der opp. 109 bis 110 !

Der überzeugenste Brendel ist für mich bis zu opus 90 die erste Aufnahme . Auch wenn ich bekenne , dass allenfalls die drei Sonaten 0p. 31 in meine engere Wahl kämen ; letztlich aber das Siegerpodest nicht besteigen könnten . dazu ist Clara Haskil dann doch weit überlegn .

Die extrem "trockene" 8 und leider vielleicht zu späte ) Annie Fischer schätze ich als Pianistin serh . Vielleicht gebührt ihr die Krone als bedeutenster aller Pianistinnen vor Haskil und Argerich .
Man muss sich sehr intensiv mit ihrem späten beethovenspiel befassen . Und dann dankbar sein , dass sie alle Sonaten freigegeben hat !

Brendels Selbsteinschätzung ist dann doch wohl eher selbstironisch , "very british" gemeint . Er weiss schon genau , was er geleistet hat in sachen Beethoven ( besonders opp 106 und Diabelli-Variationen ) . Brednel ist schon sehr selbstkrtisch . Dies ist alleine beachtlich .

Pollini hat , wie oft unnsinnig üblich , mit den opp 109 bis 111 begonnen . ich finde die Aufnahme kalt kalkuliert . Pollinis stärken höre ich in den mittleren Sonaten .

Bishop - Kovacevich : No comment .

Interessant sind für mich die Deutungen duch Uchida der opp. 109 bsi 111 . Mir ist nicht ganz klar , was hier natürliches Spiel , "Ausdruck innerster Empfindungen" oder was Resultat einer analtischen Notentextberechnung ist . Absolut hörenswert . Der Preis für die CD ist unverschämt . Schade .

Viele Grüsse ,

Frank

PS.:

Zweite Frage :

Wo ist eine Beuerteilung der 32 Sonaten durch Yves Nat ??? ( EMI France ) .
da hier ausführlicher im Forum über "französische Pianisten2 geschrieben worden ist , wird wohl niemand an den Aufnahmen durch Yves Nat vorbeschreiben lkönnen .

U n d , drittens :Wo ist Alfred Cortot ?

FGB
ab (12.10.2006, 21:47):
Original von Ganong

Zum Thema Live : der als Beethoveninterpret weniger bekannte Nikita Magaloff hat in Salzburg ( Label : ORFEO ) eine sehr hörenswerte "Appassionata" gespielt . Man kann hören , dass diese Sonate auch ohne rasende Tempi , ohne gedonnere aus sich heraus überzeugen kann !

WO IST CLAUDIO ARRAU ???

Bei Wilhelm Kempff können wir , anders als "amadé" dies schreibt , schon deutliche Unterschiede in den beiden hier erwähnten DGG - Zyklen hören . Aber dies mag dannjeder ganz nach siner Hörweise tun müssen

Welche Unterschiede sind denn für Dich bei den beiden Kempff-Versionen von Belang?

Von Yves Nat habe ich noch nie etwas gehört, von Annie Fischer kenne ich nur späten Mozart und Alfred Cortot kenne ich bei Beethoven gar nicht.

Herzlichen Dank für den Hinweis auf Magaloffs Appassionata!
Mich überrascht aber doch Deine Einschätzung: meinst Du, dass ein solch langsames Tempo (ich kenne es nicht) noch Werkgerecht ist - oder meinst Du, dass die Tempofrage in einem solchen Rahmen eine freie Interpretationssache ist?

Von Arrau kenne ich mit Beethoven nur zwei Konzertmitschnitte bei Aura - leider. (In den letzten Tagen hörte ich im Radio von Brahms das Scherzo in es-moll op.4 - Großartig! So höre ich gerne Brahms! Warum sind diese Philips-Aufnahmen nicht erhältlich!) gibt es von ihn nur einen (den Philips)-Zyklus mit Beethoven oder mehrere? Welcher wäre gegebenenfalls empfehlenswerter? Sollte ich mit der Duo-CD bei Philips (28-32) vorlieb nehmen wenn es den Zyklus nicht erhältlich gibt?

In Uchidas CD habe ich nur kurz hineingehört, denn ich wollte mich nicht selbst enttäuschen, weil sie für mich leider unerschwinglich ist. Auch sie beginnt ihren Zyklus mit den letzten drei Sonaten - das scheint ja geradezu Tradition zu werden... Mich begeistert stets ihre Ausdruckstiefe und der meditative Fluss. - Überrascht haben mich aber doch ihre teils raschen Tempi, die mich fast an Schnabel denken ließen.

Zu Clara Haskil habe ich bislang noch keinen Zugang gefunden, gleich wie bei Dinu Lipatti...

Dass der DG-Zyklus mit Gilels nun auch in der Neuauflage genauso viel kosten wird wie zuvor ist eine :S :S
Amadé (13.10.2006, 12:23):
Hallo Ganong,

einen Interpreten mit wenigen Schlagwörtern festzulegen ist etwas fragwürdig, da individuelle Lösungen nicht immer in eine bestimmte Grundrichtung zeigen müssen. Man hat einen Erwartungshorizont aufgebaut und ist dann enttäuscht oder verwundert, wenn ein Interpret dann nicht in die betreffende Schublade passt. Ich empfehle da doch den unmittelbaren Vergleich z.B. einer Sonate.

Da fiel auch der Name Yves Nat
Nats Beethoven Zyklus wurde von 1953 bis 1955 von Pathé marconi/EMI aufgezeichnet. Einige Musikologen nannten Nat auch den französischen Kempff. Genau wie dieser war er kein reiner Vollstrecker des niedergeschriebenen Notentextes, sondern blickte zwischen die Zeilen, suchte Beethovens Absichten zu erforschen und zu verdeutlichen. Individuelle Auslegungen unter Vermeidung ausgetretener Pfade ergaben sich folgerichtig. Ob man sich Nats Lesart anschließen kann, muss immer im Einzelfall überprüft werden.
Wie Kempff war auch Nat ein bedeutender Schumann-Interpret und hat hier einiges hinterlassen. Vor ein paar Jahren erschien eine Zusammenstellung in einer 4 CD-Box bie EMI.

Soeben habe ich die 32 Sonaten mit einem anderen Franzosen, Eric Heidsieck, erwerben können, die Zwischen 1967 und 73 ebenfalls von Pathé marconi aufgezeichnet wurden. Erato brachte eine Gesamtaufnahme von Pommier heraus und forlane eine mit dem libanesischen Pianisten El Bacha.

In den nächsten Tagen werde ich im Klassikforum eine Übersicht aller Gesamtaufnahmen einstelle, ich denke dass es dazu bei Bedarf gibt.

Gruß Amadé
:J :J
ab (13.10.2006, 12:40):
Original von Amadé
einen Interpreten mit wenigen Schlagwörtern festzulegen ist etwas fragwürdig, da individuelle Lösungen nicht immer in eine bestimmte Grundrichtung zeigen müssen.

Lieber Amadé,

wir freuen uns schon sehr auf diese angekündigten Beiträge! Zur Fragwürdigkeit weniger Schlagwörter möchte ich Dir zustimmen - jedoch gerade in Bezug auf Frank (Ganong) erwähnen, dass von ihm über verschiedene Foren verteilt etliche Beiträge erschienen sind, Die Deinem Wunsch nach ausfürhlicher Charakterisierung - und gerade in Bezug auf einzelen Sonaten - entsprechen. Hier scheint es daher nur ungünstig so, als wäre alles oberflächlich. Gerade Frank ist ein bemühter Verfechter dessen, was Du hier einforderst und zu dem wir uns - mal mehr mal weniger - bemühen. Schön, dass nun von Dir hoffenlich viele interessant Hinweise zu erwarten sein werden!
Ganong (13.10.2006, 14:22):
Lieber ab ,

in Kürze :

Du hast recht , dass es schon lange Mode geworden ist mit den drei letzten Sonaten zu beginnen ( Uchida 9 . tatsächlich erinnert einiges an Schnabel , der ja , nach meiner benbachtung , eine richtige Renaissance erlebt .

Die letzte gesamteinspileung durch Kempff überzeugt mich in den letzten Sonaten ( ab opp. 90 mehr durch eine grössere Intensität , eine absolute Klanggleichheit ( es gab damals bekanntlich nicht die Möglichkeit der technischen Retuschen ) .

Nat nicht zu kennen , ist dann wirklich schade . Es lohnt sich , ihn zumindest mit seiner "Ausschnitt-CD" ( EMI ) zu hören , obwohl ich die Fixation auf die mittleren Sonaten falsch finde .

Cortot ist in der 3-CD-Box mit Beethoven-Beispieln , die mich sehr überzeugen ( von Perahia ausgewählt und hier im Forum von ZELENKA vorgestellt ) vertreten . herrlichste Phrasierung .

Es stellt sich natürlich immer die Frage , ob man eine GA haben "muss" / sollte oder ob wir einzelne Sonaten zusammenstellen sollten . Diese Frage ist sicher nicht allgemein lösbar .

Eine tempowahl ist bei Beethoven wider besonders aktuell seit in "gramophone" der Schnabel - Zyklus in zwei technischen Aufarbeitungen besprochen worden ist .

Nicht alles , was Schnable interpretiert und wie er dies bei Beethoven tut , gefällt mir .

Die zum grossen teil ungestümen Tempi bei Schnabel , Gulda , Gieseking ,aber auch Edwin Fischer sagen mir nicht zu .

Müsste ich mir alle erhältlichen Aufnahmen kaufen müssen , so würde ich mich für Solomon und Gilels entscheiden .

Beste Grüsse ,

Frank
Ganong (13.10.2006, 14:27):
Lieber amadé ,

natürlich bedarf es immer einer "Einzelfallanalyse" . Soviel zu Deinem ersten Absatz .

Yves Nat ist mir seit vielen jahren vertraut und wird auch in Siamaks und meinem Schumann - Programm hinreichend gewürdigt .

E. Heidsiecks Beethoven ist seinerzeit hochgelobt worden . Ich habe ihn auch gekauft . E. H. hält dann aber in direkten vergleichen mit meinen oben genannten Aufnahmen diesen leider nicht stand . Das gibt es chon enorme Qualitätsunterschiede .

EDWIN FISCHERS Beethoven muss man natürlich mehr als nur aufzählen .

Viele grüsse ,

Frank
Ganong (13.10.2006, 14:49):
Lieber ab ,
lieber amadé ,

es geht hier in dem Thread um keine vergleichende Rezension einer Sonate , sondern primär , dies darf nicht aus den Augen ( und natürlich Ohren ) gelassen werden primär um die Aufnahmen durch Wilhelm Kempff ! .

"ab2 hat mich schon 2004 aufgefordert / gebeten angesichts meiner persönlichen "10 wichtigsten Aufnahmen der DGG" usw. eine Begründung hinzuzufügen . Ich habe dies , wie Norman lebrecht dies seit dem 1. September 2004 gemacht hat , auch sorgfältig versucht . Nach 30 ersten meiner "Top 100 CDs ud Interpreten" an anderer Stelle , habe ich dann einzelne Werke oder einzelne Künstler , die in meine Top 100 gehören ausführlich vorgestellt .

Im rahmen dieser Diskussionen , habe ich , lieber amadé , gerade auch durch "ab" wichtige Anregungen erfahren , die meine "Ziellösung" dann tatsächlich noch beeinflusst haben . Etwa die Tschaikowsyk-Interpretationen durch Mravinsky ( DGG ) oder seine hinweise zur "Arpeggione"-Sonate . So ist die in diesem Forum von Richard nun durch ZELENKA mit Wilhelm Kempff zu einer neuen , sehr tiefgehenden Auseinandersetzung mit dessen Aufnahmen gekommen . Ich konnte Kempff noch mehrfach live erleben . Bleibende Eindrücke wegen kempffs Können und Kunst und nicht wegen eines grossen Namens . Später ist es unangemessen still um Kempffs Beethoven , bach (!) und seinem herrlichen Schumann geworden . Auch Kempffs Brahmsaufnahmen ( Klavier solo ) sind wert , analysiert zu werden .
So spielt Kempff Schumanns "papilloms" live in London ( Mitschnitt bei BBC legends ) mit einer schumannnahmen Nachdenklichkeit , Lebensfreude und einer schumanntypischen Freude am Musizieren , dass ich erfreut sagen kann , dass ich gebildete Menschen inzwischen erlebt habe , die mit Klassischer Musik sonst nicht sehr viel Berührungen haben , die nach dem Hören dieser einen Aufnahme einfach "mehr von Kempff" haben wollten . ich habe überhaupt keine probleme in diesem Zusammenhang ausdrücklich "Zelenka" und auch "ab" , diesem im zunächst genannten Fall , auch öffentlich Dank zu sagen .

Am rande : "ab" hat mir seinerzeit so tiefgeehdne Hinweise geschrieben , dass ich es albern fände , in seinem Thread hier , diese unter meinem Namen zu publizieren . Dies wäre nicht aufrichtig .

Der Hinweis auf Kempff u n d Yves Nat ist übrigens nicht ganz neu , aber natürlich sehr interessant .

es war erneut "Zelenka" , der mich hier als Erweiterung des ursprünglichen Forumrahmens darauf hingewwiesen hat .

ich persönlcich würd emich ausserordentlich freuen , wenn wir "zelenka" wieder mit eigenen beiträgen hier begrüssen dürften !

Beste Grüsse ,

Frank

PS.: Die von "an" eingeleitete Diskussion zur Musikästhetik hat interessanterweise kein geringerer als Bryce Morrison 1994 in Zusammenhang mit SOLOMON ( Cutner ) aufgegriffen .

Un dder junge hochbegabte britische Pianist SIMON MULLIGAN ( Schüler von Brendel , Perahia und Weissenberg ) hat mir dies in kurzen , prägnanten Sätzen als äusserst wichtige betrachtungsweise anhand zweier berühmter Klavierwerke solo und ihrer vier grossen interpreten neu ans Herz gelegt .

Also : dank an Zelenka und ab . F.
Rachmaninov (13.10.2006, 15:57):
Original von Ganong
Lieber ab ,
lieber amadé ,

es geht hier in dem Thread um keine vergleichende Rezension einer Sonate , sondern primär , dies darf nicht aus den Augen ( und natürlich Ohren ) gelassen werden primär um die Aufnahmen durch Wilhelm Kempff ! .

Bitte berücksichtigen und bei anderer Intention einen passenden Thread starten.

Gruß
R
daniel5993 (16.01.2008, 22:40):
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/0028944796629.jpg

Ich besitze diesen Zyklus, hab aber leider keine Vergleiche.
Ganong (25.09.2006, 18:09):
Liebe Forumsmitglieder !

Seit Zelenka hier in Forum den Namen des grossen Wilhelm Kempff dankenswerterweise verstärkt eingeführt hat und Beispiele von Kempffs grossem Können , seiner unwiderbringlichen schöpferischen Kunst eingebracht hat , habe ich mich weit über Schumann hinaus mit anderen seiner Interpretationen befasst bzw. bin dabei , dies zu tun .

Der Sonatenkosmos von Beethoven muss nicht zwangsläufig an erster Stelle dabei stehen , sondern ist dadurch begründet , dass es drei verschiedene Aufnahmen gab . Die beiden jüngstenb sind bei der DGG erhältlich .

Die erste stammt aus den 1950er jahren und die zweite Einspielung aus den 1960er jahren .

Beide sind , dies vorweg , hochpreisig .

Zelenka war einmal so freundlich , mir seinen persönlichen Tip(p) mitzuteilen .

F r a g e : W e r kennt diese Aufnahmen und welche der GA würdet Ihr im Zweifelsfall kaufen ?

Danke .

Frank
Ganong (05.10.2006, 17:46):
Liebe Forumsmitglieder ,

leider scheint sich niemand für die Beethoven - Interpretationen von Wilhelm Kempff zu interessieren .

Ich bedauere dies sehr und mich wunderts schon sehr , dass einer der ganz grossen Beethovenpianisten nicht einmal , selbst nicht von ZELENKA (!) , , ( er hat sich leider auch rar gemacht , dabei könnte ich ihm un d "ab" auf die von beiden angesprochene Frage der Schumannsicht seiner eigenen Werke mitteilen , die ich nun mühsam wiedergefunden habe , mitteilen ) geantwortet hat .

Alfred Brendel hat nicht nur die CDs der Philips -Edition zusammengestellt , sondern auch die Edition "Great Pianists of the Century" um die recht ausgeglichenen Kempff - CDs bereichert . Matthias Kornmenn , der die Edition ausführlich in "Rondo" besproche n hat , hob Kempffs Bedeutung nicht nur in persönlichen Gesprächen und Briefen hervor . Zu Recht , wenn wir an Kempffs Bach , seine Transkriptionen oder auch eigenen Kompositionen denken . Sein Schumann gehört zu besten , was wir an Interpretationen findne können .

Kemppfs Johannes Brahms vermeidet die klischeehafte düstere , angeblich "typisch norddeutsche" Grundstuimmung zugunsten eines sehr transparenten Klangbildes , das wir auch bei Richter in den Sonaten finden können .

Ich habe leider zu wenig Material ( ausser der neuen Biographie über Wilhelm kempff ) über diesen sicherlich bleibend grossen Pianisten , Künstler und wohl faszinierenden Leiter von Meisterklassen in dem heute als mondän verschrieennen Positano , um selbst ausführlicher über ihn schreiben zu können .

Da der bereits erwähnte langjährige Korrespomndenzpartner von mir , Matthias Kornemenn gerade an einer neune n Biographie püber Johannes Brahms arbeitet , wäre der oben erwähnte früher so aktive Zelenka vielleicht bereit , uns auch etwwa s intensiver als kempff-Kenner von rang , zu vermitteln .

Die neue Kempff - Biographie lässt leider manches Wichtige vermissen und Kempffs eigens Buch über sich , ist von einer teilweise betörenden Innigkeit , aber auch von einer seltsam herben Rauchheit des Stiles .

Aucu hier stellt sich die Frage , ob es Parallelen zwischen dem Buch - Schreibstil und dem Gestaltungsrahmen in kempffs Soloaufnahmen gibt .

Ich war mir nie ganz sicher und bin es nach der neuen Biographie eher noch weniger .

Viele Grüsse ,

Frank
ab (06.10.2006, 23:21):
Lieber Frank,

ich selbst habe den zweiten Zyklus, der einst in der Beethoven Edition der DG enthalten war. Mir gefällt da auch alles (bis auf die Hammerklaviersonate). Seither habe ich bereits an verschiedenen Stellen genau Deine Frage gestellt, worin sich denn die beiden Zyklen unterscheiden - leider mit demselben Erfolg wie Du bislang: Es scheint hier einfach niemand den frühen Zyklus zu kennen...

In der Provinz ist er mir der frühe Zyklus nie in Hände gefallen und ich den großen CD-Städten habe ich die knappe Zeit dann doch für anderes verwendet, nicht zuletzt hast Du den ganz späten Kempff immer so gepriesen.

Ich mag Kempffs Beethoven sehr gerne und höre ihn auch nicht selten, auch wenn ich im dann anschließenden direkten Vergleich häufig die anderen Aufnahmen als besser bewerte. Das finde ich sehr interessant, denn zu den anderen greife ich dann auch nicht öffters. Sprich: Das, was ich als besser bewerte, finde ich nicht immer vorziehenswert. (In meinen Ohren klingt das fast widersprüchlich.) Womöglich trifft Kempff eine goldene Mitte...
Ganong (08.10.2006, 18:42):
Lieber ab ,

Kempff war nie ein Extrentiker des Beethovenspieles . Ähnlich , wenn auch auf andere Weise , war er einer der Beethoven durchgesitigt erfasst und so interpretiert hat . Seine Sonaten opp 109 - 110 halte ich schon für bleibende Interpretationen .

ich darf Dich an unseren Vergleich der späten Sonaten bei Solomon erinnern ( 2005 ) .

Kempff hat seine grossen , ihn viellleicht ergänzenden Kollegen in dem Wilhelm Backhaus der 1950er Jahre .

Ich glaube auch nicht , dass die "Hammerklaviersonate" zum alleinigen Prüfstein eines Beethoveninterpreten gemacht werden kann . Hier kann kmich selbst ein Emil Gilels nicht wirklich überzeugen .

Auch Claudio Arrau , ein weiterer Grosser , spielt die Sonate an keiner Stelle so zwingend wie Solomon dies vermochte .

Ich denke , dass es so ist :

1. Nicht jede Sonate 8 oder Ballade etc. ) liegt jedem Spielr ;

2. Kein Pianist spielt alle Werke gleich gut eines Komponisten . Vielleicht liegt darin begründet , dass manche der Grossen bestimmte Werke in ihrem Leben nie öffentlich oder auf Tonträger gespielt haben .

W e n , lieber ab , hörst Du dann z.B. im "vergleich" ( wa ja schon heikel genug ist ) zu Wilhelm kempff ?

Viele Grüsse ,
Frank
ab (09.10.2006, 09:49):
Ich liebe Gieles als Beethoveninterpret, wobei ich leider nur zahlreiche Konzertmitschnitte habe, wo er wesentlich dramatischer spielt als bei der späten DG-Produktion (die mir bislang immer zu teuer war).

Ich schätze sehr Schnabel mit seiner flüchtigen Art der raschen Sätze bis über seine technischen grenzen hinaus und seine an Schönheit nicht mehr zu überbietenden langsamen.

Mich berührt tief Backhaus (live!, nicht so studio) mit seinem wunderbaren Anschlag und seiner so stimmigen, völligen Freiheit.

Ich mag sehr Gould trotz seiner Freiheiten gegenüber des Notentextes, weil ich seinen so klassischen Zugriff mag - sieht man einmal von seinen exzentrischen Sonaten ab.

Richter mochte ich früher wenig bei Beethoven - inzwischen hat sich das ins Gegenteil verkehrt.

Solomos späte Sonaten mag ich sehr.

Giseking möchte ich nicht missen!

Mit Gulda hab ich immer wieder so meine Schwierigkeiten und habe mir daher seinen Zyklus, trotz des günstigen Preises - nie gekauft. aus den 50ern habe ich die Doubledecca, die ich sehr selten anhöre.

Brendel mag ich bei Beethoven gar nicht (bloß mit Schumann) und schätze aber seine eigene Einschätzung sehr, wenn er meint, er wüsste gar nicht, weshalb er inzwischen zu den berühmten Piansiten zählt.
Amadé (09.10.2006, 12:27):
Hallo Ganong,

Kempffs Klavierstil hat sich im Laufe seines Lebens nicht wesentlich gewandelt, soweit ich dies an Hand seiner Plattenaufnahmen beurteilen kann. Er zeichnet sich weniger durch Tiefsinn und bohrende Intensität aus, was nicht heißen soll, sein Spiel bleibt ein wenig an der Oberfläche. Auch äußerliche Brillianz ist nicht seine Sache. Er ist kein strenger Vollstrecker des Notentextes wie etwa Backhaus, Arrau oder Gulda. Kempffs Spiel charakterisiert sich durch Helligkeit, phantasievoller Umgang mit der Partitur, Sinn für Klangfarben, die eine Phrase, einen Abschnitt in ein anderes Licht tauchen, anders beleuchten als man es von vielen anderen Pianisten her kennt. Das prädestiniert ihn für für die Klavierwelt von Robert Schumann, von dem er wesentliche Einspielungen hinterlassen hat (Sinfonische Etüden, Kreisleriana, Fantasie).
Beethoven nahm in seinen Konzertprogrammen und in den Aufnahmestudios einen zentralen Platz ein. Nicht nur die Konzerte, auch die Sonaten sowie die Violinsonaten und zuletzt die Klaviertrios nahm er mehrmals auf.
Nach dem Krieg entstand 1951 der Monozyklus (op.13 und 27,2 1956), nach Einführung der Stereo-Technik wurden zunächst die 3 "Favorit-Sonaten" 1960 eingespielt, dann aber 1964/65 nochmals alle 32 Sonaten.
Aus den 3oer/40er-Jahren existieren bereits Schellacks, ob damals ein vollständiger Zyklus aufgezeichnet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
Mit zunehmendem Lebensalter wurden Arraus Beethoven-Sonaten länger, bei Kempff ist es in der Regel umgekehrt.
Stilistisch gibt es zwischen den 50er und 60er Aufnahmen wenig Unterschiede. Mit persönlich gefällt der 50er-Zyklus etwas besser. Zum Schluss möchte ich noch auf einige Sonaten hinweisen, die Kempff besonders gelungen sind:
A-dur op.2 Nr.2
B-dur op.22
As-dur op.26 (außer Scherzo)
G-dur op.31 Nr.1
Es-dur op.31 Nr.3
F-dur op.54 (En de des 1.Satzes!!)
op.90 (2.Satz)
op.109
Alle Beethoven-Aufnahmen erschienen bei der DGG.

Gruß Amadé

op
ab (09.10.2006, 14:48):
Original von Amadé
Zum Schluss möchte ich noch auf einige Sonaten hinweisen, die Kempff besonders gelungen sind:


Hallo Amadé,

vielen Dank für diese Ausführlichen Anmerkungen. Meinst Du, dass diese Sonaten Kempff in beiden Zyklen besonders gelungen sind, oder beziehst Du Dich auf den der 50er Jahre?

Danke!
Amadé (09.10.2006, 20:12):
Hallo ab,

eigentlich trifft das auf beide Zyklen zu. Es gibt im Einzelfall natürlich Unterschiede, die sind aber nicht so gravierend. Ich habe aber noch vergessen darauf hinzuweisen, dass Kempff eine schöne Pastoral-Sonate hinterlassen hat, auch hier gefällt mir die 51er-Aufnahme ein klein wenig besser, siehe meine Homepage.

Gruß und einen schönen Abend
Bernd
:hello
Ganong (12.10.2006, 17:48):
Lieber ab ,

über Solomon hatten wir uns schon einmal mit demselben Ergebnis ausgetauscht . Eine grandiose Leistungen des wohl bedeutensten britischen Pianisten ( noch vor Clifford Curzon 9 aller zeiten .

Backhaus live : : Erneute Übereinstimmung . Seine Aufnahmen aus New York sind wohl Backhaus' bester Beethoven .

Zum Thema Live : der als Beethoveninterpret weniger bekannte Nikita Magaloff hat in Salzburg ( Label : ORFEO ) eine sehr hörenswerte "Appassionata" gespielt . Man kann hören , dass diese Sonate auch ohne rasende Tempi , ohne gedonnere aus sich heraus überzeugen kann !

WO IST CLAUDIO ARRAU ???

Bei Wilhelm Kempff können wir , anders als "amadé" dies schreibt , schon deutliche Unterschiede in den beiden hier erwähnten DGG - Zyklen hören . Aber dies mag dannjeder ganz nach siner Hörweise tun müssen .

Gould finde ich ganz schrecklich mit seinen Interpretationen der opp. 109 bis 110 !

Der überzeugenste Brendel ist für mich bis zu opus 90 die erste Aufnahme . Auch wenn ich bekenne , dass allenfalls die drei Sonaten 0p. 31 in meine engere Wahl kämen ; letztlich aber das Siegerpodest nicht besteigen könnten . dazu ist Clara Haskil dann doch weit überlegn .

Die extrem "trockene" 8 und leider vielleicht zu späte ) Annie Fischer schätze ich als Pianistin serh . Vielleicht gebührt ihr die Krone als bedeutenster aller Pianistinnen vor Haskil und Argerich .
Man muss sich sehr intensiv mit ihrem späten beethovenspiel befassen . Und dann dankbar sein , dass sie alle Sonaten freigegeben hat !

Brendels Selbsteinschätzung ist dann doch wohl eher selbstironisch , "very british" gemeint . Er weiss schon genau , was er geleistet hat in sachen Beethoven ( besonders opp 106 und Diabelli-Variationen ) . Brednel ist schon sehr selbstkrtisch . Dies ist alleine beachtlich .

Pollini hat , wie oft unnsinnig üblich , mit den opp 109 bis 111 begonnen . ich finde die Aufnahme kalt kalkuliert . Pollinis stärken höre ich in den mittleren Sonaten .

Bishop - Kovacevich : No comment .

Interessant sind für mich die Deutungen duch Uchida der opp. 109 bsi 111 . Mir ist nicht ganz klar , was hier natürliches Spiel , "Ausdruck innerster Empfindungen" oder was Resultat einer analtischen Notentextberechnung ist . Absolut hörenswert . Der Preis für die CD ist unverschämt . Schade .

Viele Grüsse ,

Frank

PS.:

Zweite Frage :

Wo ist eine Beuerteilung der 32 Sonaten durch Yves Nat ??? ( EMI France ) .
da hier ausführlicher im Forum über "französische Pianisten2 geschrieben worden ist , wird wohl niemand an den Aufnahmen durch Yves Nat vorbeschreiben lkönnen .

U n d , drittens :Wo ist Alfred Cortot ?

FGB
ab (12.10.2006, 21:47):
Original von Ganong

Zum Thema Live : der als Beethoveninterpret weniger bekannte Nikita Magaloff hat in Salzburg ( Label : ORFEO ) eine sehr hörenswerte "Appassionata" gespielt . Man kann hören , dass diese Sonate auch ohne rasende Tempi , ohne gedonnere aus sich heraus überzeugen kann !

WO IST CLAUDIO ARRAU ???

Bei Wilhelm Kempff können wir , anders als "amadé" dies schreibt , schon deutliche Unterschiede in den beiden hier erwähnten DGG - Zyklen hören . Aber dies mag dannjeder ganz nach siner Hörweise tun müssen

Welche Unterschiede sind denn für Dich bei den beiden Kempff-Versionen von Belang?

Von Yves Nat habe ich noch nie etwas gehört, von Annie Fischer kenne ich nur späten Mozart und Alfred Cortot kenne ich bei Beethoven gar nicht.

Herzlichen Dank für den Hinweis auf Magaloffs Appassionata!
Mich überrascht aber doch Deine Einschätzung: meinst Du, dass ein solch langsames Tempo (ich kenne es nicht) noch Werkgerecht ist - oder meinst Du, dass die Tempofrage in einem solchen Rahmen eine freie Interpretationssache ist?

Von Arrau kenne ich mit Beethoven nur zwei Konzertmitschnitte bei Aura - leider. (In den letzten Tagen hörte ich im Radio von Brahms das Scherzo in es-moll op.4 - Großartig! So höre ich gerne Brahms! Warum sind diese Philips-Aufnahmen nicht erhältlich!) gibt es von ihn nur einen (den Philips)-Zyklus mit Beethoven oder mehrere? Welcher wäre gegebenenfalls empfehlenswerter? Sollte ich mit der Duo-CD bei Philips (28-32) vorlieb nehmen wenn es den Zyklus nicht erhältlich gibt?

In Uchidas CD habe ich nur kurz hineingehört, denn ich wollte mich nicht selbst enttäuschen, weil sie für mich leider unerschwinglich ist. Auch sie beginnt ihren Zyklus mit den letzten drei Sonaten - das scheint ja geradezu Tradition zu werden... Mich begeistert stets ihre Ausdruckstiefe und der meditative Fluss. - Überrascht haben mich aber doch ihre teils raschen Tempi, die mich fast an Schnabel denken ließen.

Zu Clara Haskil habe ich bislang noch keinen Zugang gefunden, gleich wie bei Dinu Lipatti...

Dass der DG-Zyklus mit Gilels nun auch in der Neuauflage genauso viel kosten wird wie zuvor ist eine :S :S
Amadé (13.10.2006, 12:23):
Hallo Ganong,

einen Interpreten mit wenigen Schlagwörtern festzulegen ist etwas fragwürdig, da individuelle Lösungen nicht immer in eine bestimmte Grundrichtung zeigen müssen. Man hat einen Erwartungshorizont aufgebaut und ist dann enttäuscht oder verwundert, wenn ein Interpret dann nicht in die betreffende Schublade passt. Ich empfehle da doch den unmittelbaren Vergleich z.B. einer Sonate.

Da fiel auch der Name Yves Nat
Nats Beethoven Zyklus wurde von 1953 bis 1955 von Pathé marconi/EMI aufgezeichnet. Einige Musikologen nannten Nat auch den französischen Kempff. Genau wie dieser war er kein reiner Vollstrecker des niedergeschriebenen Notentextes, sondern blickte zwischen die Zeilen, suchte Beethovens Absichten zu erforschen und zu verdeutlichen. Individuelle Auslegungen unter Vermeidung ausgetretener Pfade ergaben sich folgerichtig. Ob man sich Nats Lesart anschließen kann, muss immer im Einzelfall überprüft werden.
Wie Kempff war auch Nat ein bedeutender Schumann-Interpret und hat hier einiges hinterlassen. Vor ein paar Jahren erschien eine Zusammenstellung in einer 4 CD-Box bie EMI.

Soeben habe ich die 32 Sonaten mit einem anderen Franzosen, Eric Heidsieck, erwerben können, die Zwischen 1967 und 73 ebenfalls von Pathé marconi aufgezeichnet wurden. Erato brachte eine Gesamtaufnahme von Pommier heraus und forlane eine mit dem libanesischen Pianisten El Bacha.

In den nächsten Tagen werde ich im Klassikforum eine Übersicht aller Gesamtaufnahmen einstelle, ich denke dass es dazu bei Bedarf gibt.

Gruß Amadé
:J :J
ab (13.10.2006, 12:40):
Original von Amadé
einen Interpreten mit wenigen Schlagwörtern festzulegen ist etwas fragwürdig, da individuelle Lösungen nicht immer in eine bestimmte Grundrichtung zeigen müssen.

Lieber Amadé,

wir freuen uns schon sehr auf diese angekündigten Beiträge! Zur Fragwürdigkeit weniger Schlagwörter möchte ich Dir zustimmen - jedoch gerade in Bezug auf Frank (Ganong) erwähnen, dass von ihm über verschiedene Foren verteilt etliche Beiträge erschienen sind, Die Deinem Wunsch nach ausfürhlicher Charakterisierung - und gerade in Bezug auf einzelen Sonaten - entsprechen. Hier scheint es daher nur ungünstig so, als wäre alles oberflächlich. Gerade Frank ist ein bemühter Verfechter dessen, was Du hier einforderst und zu dem wir uns - mal mehr mal weniger - bemühen. Schön, dass nun von Dir hoffenlich viele interessant Hinweise zu erwarten sein werden!
Ganong (13.10.2006, 14:22):
Lieber ab ,

in Kürze :

Du hast recht , dass es schon lange Mode geworden ist mit den drei letzten Sonaten zu beginnen ( Uchida 9 . tatsächlich erinnert einiges an Schnabel , der ja , nach meiner benbachtung , eine richtige Renaissance erlebt .

Die letzte gesamteinspileung durch Kempff überzeugt mich in den letzten Sonaten ( ab opp. 90 mehr durch eine grössere Intensität , eine absolute Klanggleichheit ( es gab damals bekanntlich nicht die Möglichkeit der technischen Retuschen ) .

Nat nicht zu kennen , ist dann wirklich schade . Es lohnt sich , ihn zumindest mit seiner "Ausschnitt-CD" ( EMI ) zu hören , obwohl ich die Fixation auf die mittleren Sonaten falsch finde .

Cortot ist in der 3-CD-Box mit Beethoven-Beispieln , die mich sehr überzeugen ( von Perahia ausgewählt und hier im Forum von ZELENKA vorgestellt ) vertreten . herrlichste Phrasierung .

Es stellt sich natürlich immer die Frage , ob man eine GA haben "muss" / sollte oder ob wir einzelne Sonaten zusammenstellen sollten . Diese Frage ist sicher nicht allgemein lösbar .

Eine tempowahl ist bei Beethoven wider besonders aktuell seit in "gramophone" der Schnabel - Zyklus in zwei technischen Aufarbeitungen besprochen worden ist .

Nicht alles , was Schnable interpretiert und wie er dies bei Beethoven tut , gefällt mir .

Die zum grossen teil ungestümen Tempi bei Schnabel , Gulda , Gieseking ,aber auch Edwin Fischer sagen mir nicht zu .

Müsste ich mir alle erhältlichen Aufnahmen kaufen müssen , so würde ich mich für Solomon und Gilels entscheiden .

Beste Grüsse ,

Frank
Ganong (13.10.2006, 14:27):
Lieber amadé ,

natürlich bedarf es immer einer "Einzelfallanalyse" . Soviel zu Deinem ersten Absatz .

Yves Nat ist mir seit vielen jahren vertraut und wird auch in Siamaks und meinem Schumann - Programm hinreichend gewürdigt .

E. Heidsiecks Beethoven ist seinerzeit hochgelobt worden . Ich habe ihn auch gekauft . E. H. hält dann aber in direkten vergleichen mit meinen oben genannten Aufnahmen diesen leider nicht stand . Das gibt es chon enorme Qualitätsunterschiede .

EDWIN FISCHERS Beethoven muss man natürlich mehr als nur aufzählen .

Viele grüsse ,

Frank
Ganong (13.10.2006, 14:49):
Lieber ab ,
lieber amadé ,

es geht hier in dem Thread um keine vergleichende Rezension einer Sonate , sondern primär , dies darf nicht aus den Augen ( und natürlich Ohren ) gelassen werden primär um die Aufnahmen durch Wilhelm Kempff ! .

"ab2 hat mich schon 2004 aufgefordert / gebeten angesichts meiner persönlichen "10 wichtigsten Aufnahmen der DGG" usw. eine Begründung hinzuzufügen . Ich habe dies , wie Norman lebrecht dies seit dem 1. September 2004 gemacht hat , auch sorgfältig versucht . Nach 30 ersten meiner "Top 100 CDs ud Interpreten" an anderer Stelle , habe ich dann einzelne Werke oder einzelne Künstler , die in meine Top 100 gehören ausführlich vorgestellt .

Im rahmen dieser Diskussionen , habe ich , lieber amadé , gerade auch durch "ab" wichtige Anregungen erfahren , die meine "Ziellösung" dann tatsächlich noch beeinflusst haben . Etwa die Tschaikowsyk-Interpretationen durch Mravinsky ( DGG ) oder seine hinweise zur "Arpeggione"-Sonate . So ist die in diesem Forum von Richard nun durch ZELENKA mit Wilhelm Kempff zu einer neuen , sehr tiefgehenden Auseinandersetzung mit dessen Aufnahmen gekommen . Ich konnte Kempff noch mehrfach live erleben . Bleibende Eindrücke wegen kempffs Können und Kunst und nicht wegen eines grossen Namens . Später ist es unangemessen still um Kempffs Beethoven , bach (!) und seinem herrlichen Schumann geworden . Auch Kempffs Brahmsaufnahmen ( Klavier solo ) sind wert , analysiert zu werden .
So spielt Kempff Schumanns "papilloms" live in London ( Mitschnitt bei BBC legends ) mit einer schumannnahmen Nachdenklichkeit , Lebensfreude und einer schumanntypischen Freude am Musizieren , dass ich erfreut sagen kann , dass ich gebildete Menschen inzwischen erlebt habe , die mit Klassischer Musik sonst nicht sehr viel Berührungen haben , die nach dem Hören dieser einen Aufnahme einfach "mehr von Kempff" haben wollten . ich habe überhaupt keine probleme in diesem Zusammenhang ausdrücklich "Zelenka" und auch "ab" , diesem im zunächst genannten Fall , auch öffentlich Dank zu sagen .

Am rande : "ab" hat mir seinerzeit so tiefgeehdne Hinweise geschrieben , dass ich es albern fände , in seinem Thread hier , diese unter meinem Namen zu publizieren . Dies wäre nicht aufrichtig .

Der Hinweis auf Kempff u n d Yves Nat ist übrigens nicht ganz neu , aber natürlich sehr interessant .

es war erneut "Zelenka" , der mich hier als Erweiterung des ursprünglichen Forumrahmens darauf hingewwiesen hat .

ich persönlcich würd emich ausserordentlich freuen , wenn wir "zelenka" wieder mit eigenen beiträgen hier begrüssen dürften !

Beste Grüsse ,

Frank

PS.: Die von "an" eingeleitete Diskussion zur Musikästhetik hat interessanterweise kein geringerer als Bryce Morrison 1994 in Zusammenhang mit SOLOMON ( Cutner ) aufgegriffen .

Un dder junge hochbegabte britische Pianist SIMON MULLIGAN ( Schüler von Brendel , Perahia und Weissenberg ) hat mir dies in kurzen , prägnanten Sätzen als äusserst wichtige betrachtungsweise anhand zweier berühmter Klavierwerke solo und ihrer vier grossen interpreten neu ans Herz gelegt .

Also : dank an Zelenka und ab . F.
Rachmaninov (13.10.2006, 15:57):
Original von Ganong
Lieber ab ,
lieber amadé ,

es geht hier in dem Thread um keine vergleichende Rezension einer Sonate , sondern primär , dies darf nicht aus den Augen ( und natürlich Ohren ) gelassen werden primär um die Aufnahmen durch Wilhelm Kempff ! .

Bitte berücksichtigen und bei anderer Intention einen passenden Thread starten.

Gruß
R
daniel5993 (16.01.2008, 22:40):
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/0028944796629.jpg

Ich besitze diesen Zyklus, hab aber leider keine Vergleiche.
jünter (25.07.2008, 11:37):
@ Ganong:

Bishop - Kovacevich : No comment .

Hallo Ganong,

Dein Beitrag ist zwar schon etwas länger her, aber trotzdem - auch wenn es hier eigentlich um die Kempff-Aufnahmen geht:
Ist "no comment" positiv oder negativ gemeint?

Ich frage im Hinblick auf diese

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5099921531422.jpg

in Kürze erscheinende 3er-Box.

Grüße, jünter

P.S.: Natürlich richtet sich meine Frage auch an alle anderen, die hierzu eine Meinung haben!
Zelenka (25.07.2008, 12:31):
Original von jünter
@ Ganong:

Bishop - Kovacevich : No comment .

Hallo Ganong,

Dein Beitrag ist zwar schon etwas länger her, aber trotzdem - auch wenn es hier eigentlich um die Kempff-Aufnahmen geht:
Ist "no comment" positiv oder negativ gemeint?

Ich frage im Hinblick auf diese

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5099921531422.jpg

in Kürze erscheinende 3er-Box.

Grüße, jünter

P.S.: Natürlich richtet sich meine Frage auch an alle anderen, die hierzu eine Meinung haben!

Lieber jünter:

Ich erlaube mir, die Vertretung für ganong zu übernehmen: Ich kenne ganong gut genug um zu wissen, daß "No comment" durchaus sehr negativ gemeint ist! Es gibt andere Meinungen, was Kovacevichs Gesamtaufnahme der Beethovensonaten angeht, manche meinen, es sei die beste moderne ... Da hilft nur Anprobieren ...

Gruß, Zelenka
jünter (26.07.2008, 13:43):
... Da hilft nur Anprobieren ...

Lieber Zelenka,

erst mal schönen Dank für Deine schnelle Antwort.
Die Kovacevich-Box erscheint laut jpc am 08.08., und ich werde vor einer Kaufentscheidung auf jeden Fall reinhören.

Zum eigentlichen Thema Kempff: Eine GA der 1964/65er Aufnahmen in Box-Form existiert nach meinen Recherchen (jedenfalls derzeit) nicht.

Ich habe diese hier

http://1.2.3.11/bmi/www.jpc.de/image/w183/front/0/0028944740424.jpg http://1.2.3.10/bmi/www.jpc.de/image/w183/front/0/0028945301020.jpg

gefunden und kann Dir nach bisherigem Schnipsel-Hörvergleich u.a. mit Brendel-Aufnahmen nur zustimmen: Kempff ist auch nach meinem Geschmack - man verzeihe mir die evtl. unangebrachte Ausdrucksweise - nicht zu toppen!

Grüße, jünter
Zelenka (26.07.2008, 14:15):
Original von jünter
... Da hilft nur Anprobieren ...

Lieber Zelenka,

erst mal schönen Dank für Deine schnelle Antwort.
Die Kovacevich-Box erscheint laut jpc am 08.08., und ich werde vor einer Kaufentscheidung auf jeden Fall reinhören.

Zum eigentlichen Thema Kempff: Eine GA der 1964/65er Aufnahmen in Box-Form existiert nach meinen Recherchen (jedenfalls derzeit) nicht.

Ich habe diese hier

http://1.2.3.11/bmi/www.jpc.de/image/w183/front/0/0028944740424.jpg http://1.2.3.10/bmi/www.jpc.de/image/w183/front/0/0028945301020.jpg

gefunden und kann Dir nach bisherigem Schnipsel-Hörvergleich u.a. mit Brendel-Aufnahmen nur zustimmen: Kempff ist auch nach meinem Geschmack - man verzeihe mir die evtl. unangebrachte Ausdrucksweise - nicht zu toppen!

Grüße, jünter

Lieber jünter:

Höre auf jeden Fall in den Kovacevich hinein! Die Aufnahmen sind zwar digital, gehören aber leider klanglich nicht zu den besten von EMI.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Y0YPCNRPL._SL500_AA240_.jpg

Die GA von Kempffs Beethovensonaten von 1964/65, die innerhalb der DG-Beethoven-Edition erschienen war, ist offenbar seit kurzem vergriffen. Sie wird gewiß in anderer Form und hoffentlich billiger wiedererscheinen. Was Du im Moment besitzt, kann ich leider nicht ausmachen. Ansonsten brauchst Du Dich natürlich für Deine Ausdrucksweise nicht zu entschuldigen, wenn Du Kempff lobst!

Gruß, Zelenka
Dr. Schön (26.07.2008, 16:14):
Ich bin keine Freund von Beethoven GA's.
Ich besitze von Kempff eine Doppel CD mit den späten Sonaten auf DGG (wird der spätere Zyklus sein) und bin besonders von Op. 109 -111 sehr angetan.

Welche Aufnahmen welcher Sonaten (im einzelnen) aus welcher Phase sind den nach eurem Dafürhalten die besten und/oder für Kempff typischsten?
Zelenka (27.07.2008, 08:12):
Original von Dr. Schön
Ich bin keine Freund von Beethoven GA's.
Ich besitze von Kempff eine Doppel CD mit den späten Sonaten auf DGG (wird der spätere Zyklus sein) und bin besonders von Op. 109 -111 sehr angetan.

Welche Aufnahmen welcher Sonaten (im einzelnen) aus welcher Phase sind den nach eurem Dafürhalten die besten und/oder für Kempff typischsten?

Lieber Herr Dr. Schön:

Nein, Gesamtaufnahmen der Beethovensonaten müssen sicher nicht sein.

Generell sind die Monoaufnahmen des Zyklus aus den 50ern vorzuziehen, sie sind auch klanglich besser als die Stereoversionen. Im Falle der allerletzten Sonaten bist Du allerdings mit Deiner vorhandenen Doppel-CD sehr gut bedient.

Gruß, Zelenka
Dr. Schön (27.07.2008, 13:15):
Danke für den Hinweis. Gibt es einzelne Sonaten aus Live Recitals, also parallel zu den Zyklen, die besonders empfehlenswert sind? (Tonqualität spielt nicht die Rolle)
Zelenka (27.07.2008, 15:42):
Original von Dr. Schön
Danke für den Hinweis. Gibt es einzelne Sonaten aus Live Recitals, also parallel zu den Zyklen, die besonders empfehlenswert sind? (Tonqualität spielt nicht die Rolle)

Lieber Herr Dr. Schön:

Nicht zu danken! - Ja, es gibt einzelne Sonaten, die Live-Recitals entstammen, allerdings sind bislang nicht allzu viele veröffentlicht. Aus dem BBC-Archiv enstammen die Sonaten Nos. 22 und 28, die auf zwei verschiedenen CDs von BBC Legends erhältlich sind. Erstere Sonate ist ganz besonders gut gelungen. Eine Studioaufnahme ist die WDR-Aufnahme von op. 111 aus dem Jahre 1956, die die beste von Kempff erhältliche Version dieses Werks ist (Orfeo). Tontechnisch sind die WDR-Ingenieure ihren Kollegen von der DG zudem überlegen. Sehr empfehlenswert!

Gruß, Zelenka
Dr. Schön (27.07.2008, 15:56):
Dem werde ich beizeiten nachgehen.
Mit Kempffs Zyklus hatte ich bisher, trotz interesse, immer gezögert, weil ich schon andere besitze, aus welchen ich aber kaum und nur sehr selten wirklich alle Aufnahmen öfters gehört habe (Nur Arrau & Schnabel sind für mich als Alternative zu anderen Einspielungen fast immer interessant).
Das aus den meisten Zyklen oft nur die Beinamen-Sonaten und die Späten auch einzeln angeboten werden werden ist so verständlich wie schade.
Zelenka (27.07.2008, 16:39):
Original von Dr. Schön
Dem werde ich beizeiten nachgehen.
Mit Kempffs Zyklus hatte ich bisher, trotz interesse, immer gezögert, weil ich schon andere besitze, aus welchen ich aber kaum und nur sehr selten wirklich alle Aufnahmen öfters gehört habe (Nur Arrau & Schnabel sind für mich als Alternative zu anderen Einspielungen fast immer interessant).
Das aus den meisten Zyklen oft nur die Beinamen-Sonaten und die Späten auch einzeln angeboten werden werden ist so verständlich wie schade.

Schnabel, Kempff und Arrau sind wohl die heilige Dreifaltigkeit, was Gesamtaufnahmen angeht. Natürlich wäre es wunderschöm, wenn alles auch einzeln erhältlich wäre, aber die Tendenz geht zu fetten Boxen. Wenn man Glück hat, bekommt man ein paar Rosinen wie eben die Namenssonaten und die drei letzten. Nicht zu ändern im Moment! Wenn die CDs abgeschafft sind, werden wir wohl einzeln herunterladen können ...

Gruß, Zelenka
Leif Erikson (27.07.2008, 16:53):
Hallo Zelenka,

ich habe von Kovacevich leider nur die Diabelli-Variationen gefunden - keine Sonaten - die man bei jpc/amazon hören könnte. Die waren allerdings wunderbar.

Gruß, Leif.
Zelenka (27.07.2008, 17:10):
Original von Leif Erikson
Hallo Zelenka,

ich habe von Kovacevich leider nur die Diabelli-Variationen gefunden - keine Sonaten - die man bei jpc/amazon hören könnte. Die waren allerdings wunderbar.

Gruß, Leif.


Lieber Leif:

Die Diabellivariationen von Kovacevich (Philips) sind in der Tat sehr gut! Hier müßten die EMI-Sonaten zu hören sein.

Gruß, Zelenka
Leif Erikson (27.07.2008, 17:47):
Hallo Zelenka,

die ersten paar links funktionieren leider nicht.


Gruß, Leif.
Zelenka (27.07.2008, 18:52):
Original von Leif Erikson
Hallo Zelenka,

die ersten paar links funktionieren leider nicht.


Gruß, Leif.

Bei der französischen Amazon-Niederlassung funktionieren die Links.

Gruß, Zelenka
jünter (31.07.2008, 07:50):
Die GA von Kempffs Beethovensonaten von 1964/65, die innerhalb der DG-Beethoven-Edition erschienen war, ist offenbar seit kurzem vergriffen. Sie wird gewiß in anderer Form und hoffentlich billiger wiedererscheinen.

Lieber Zelenka,

das mir der Neuauflage (laut DGG am 23.09.08) stimmt,

http://shop.klassikakzente.de/thumbs/P0028947779582_1.jpg

das mit dem hoffentlich billiger offenbar nicht. Die Neuauflage soll wie gehabt ca. 55 Euro kosten.

Gruß, jünter
Dr. Schön (31.07.2008, 09:59):
Sieht aber besser aus.
Zelenka (31.07.2008, 17:14):
Original von jünter
Die GA von Kempffs Beethovensonaten von 1964/65, die innerhalb der DG-Beethoven-Edition erschienen war, ist offenbar seit kurzem vergriffen. Sie wird gewiß in anderer Form und hoffentlich billiger wiedererscheinen.

Lieber Zelenka,

das mir der Neuauflage (laut DGG am 23.09.08) stimmt,

http://shop.klassikakzente.de/thumbs/P0028947779582_1.jpg

das mit dem hoffentlich billiger offenbar nicht. Die Neuauflage soll wie gehabt ca. 55 Euro kosten.

Gruß, jünter

Lieber jünter:

Schade, daß der Preis nicht ein wenig ins Rutschen kommt ... Zumindest wird es sich jetzt um eine platzsparende Pappschachtel handeln.

Gruß, Zelenka
jünter (12.08.2008, 18:59):
Höre auf jeden Fall in den Kovacevich hinein! Die Aufnahmen sind zwar digital, gehören aber leider klanglich nicht zu den besten von EMI.

Lieber Zelenka und natürlich alle anderen Interessenten,

da ist nun wahrlich was dran. Ich habe in die Kovacevich-Box reingehört und kann zu dem dumpf-matschigen Klangbild nur sagen: für eine - noch dazu recht junge (1995-2003) - Digitalaufnahme unter aller Kanone!
Mit der Interpretation habe ich mich dann gar nicht weiter beschäftigt und als "Erstausstattung" nach weiteren Hörvergleichen hierzu

http://1.2.3.10/bmi/www.jpc.de/image/w183/front/0/0028947017523.jpg

gegriffen (läuft gerade).

P.S.: Wer wissen will wie eine moderne Klavier-Soloaufnahme im Gegensatz zu Kovac./EMI auch klingen kann, höre mal hier

http://1.2.3.11/bmi/www.jpc.de/image/w183/front/0/0028947218524.jpg

hinein: Einfach nur phantastisch! :down :engel Und jüngst für lächerliche 8 Euro (ECM!) bei 2001 erstanden.

Schöne Grüße, jünter
ab (12.08.2008, 21:07):
Der Link fehlt! Du meinst vermutlich Schiffs Einspielung bei ECM?
jünter (13.08.2008, 07:08):
Der Link fehlt! Du meinst vermutlich Schiffs Einspielung bei ECM?

Ja, die meine ich. Komisch, gestern abend hat der Link noch funktioniert.

Gruß, jünter
uhlmann (13.08.2008, 08:36):
Original von jünter
Der Link fehlt! Du meinst vermutlich Schiffs Einspielung bei ECM?

Ja, die meine ich. Komisch, gestern abend hat der Link noch funktioniert.

Gruß, jünter

der image-link ist: http://1.2.3.10/bmi/www.jpc....

da gehört das 1.2.3.10/bmi/ raus, dann klappts (also http://www.jpc.de/images/...)
jünter (13.08.2008, 13:25):
Okay, hier also nochmal meine Bildchen:

Statt Kovac./EMI gekauft:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947017523.jpg

Bach GV A.Schiff ECM:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947218524.jpg

Grüße, jünter
ab (13.08.2008, 13:34):
Original von jünter
Okay, hier also nochmal meine Bildchen:

Statt Kovac./EMI gekauft:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947017523.jpg



gute Wahl! Aber heißer Tipp: Höre Dir Backhaus' Konzertaufnahmen an: :down
daniel5993 (14.08.2008, 01:59):
Original von ab
Original von jünter
Okay, hier also nochmal meine Bildchen:

Statt Kovac./EMI gekauft:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947017523.jpg


gute Wahl! Aber heißer Tipp: Höre Dir Backhaus' Konzertaufnahmen an: :down

@ jünter

Den gleichen Tipp hab ich auch bekommen und hab den Kauf der Liveaufnahmen (z.B bei Orfeo erhältlich) nicht bereut!

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/4011790300122.jpg
Klaviersonaten Nr. 12, 14, 17, 26

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/4011790530123.jpg
neben auch Mozart und Bach: Beethovens Klaviersonaten Nr. 23 und 32.

Übrigens schätze ich nach wie vor die von dir gekaufte Studio-Einspielung so mancher Klaviersonaten mit Wilhelm Backhaus. Ich besitze dies Doppel-CD ebenfalls und greife oft auf diese zurück!

Grüße
Daniel
ab (14.08.2008, 11:22):
Womit wir aus : "Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten" eine Rubrik
"Wilhelm Backhaus: Beethoven - Sonaten" gemacht hätten.

"Wilhelm spricht die Frau Mama, ich geh' fort und Du bleibst da..."

Vermutlich die Aufnahmen, die es auch in der Great Piansits Serie gegeben hat nun extrem billig bei Andromeda:
Klaviersonaten: Nr. 8, 17, 25, 26, 32
1956/1954


http://www.jpc.de/image/w600/front/0/3830257450696.jpg
Amadé (14.08.2008, 16:11):
Einspruch, Euer Ehren!

Die in die Serie Great Pianists aufgenommenen Beethoven-Sonaten sind Decca-Aufnahmen von 1954 und keine live-Aufnahmen aus New York.

Gruß Amadé
ab (18.08.2008, 12:08):
Original von Amadé
Einspruch, Euer Ehren!

Die in die Serie Great Pianists aufgenommenen Beethoven-Sonaten sind Decca-Aufnahmen von 1954 und keine live-Aufnahmen aus New York.

Gruß Amadé

Eben, beide Sonatenausgaben sind von 1954 datiert - und wenn ich mich recht entsinne, war in einer Rezension damals zur Great Pianist-Serie zu lesen, dass es sich sehr wohl um Konzertaufnahmen handelt; ob allerdings New York oder London mag ich mich nicht mehr zu entsinnen. Leider lässt sich das der Philips-Ausgabe nicht entnehmen, da steht nur 3/1954.

Kennst Du beide Ausgaben und hast Unterschiede gehört?
Amadé (18.08.2008, 17:45):
:down
Soeben habe ich die Beethoven-Sonaten in der Philips-Reihe Great Pianists noch mal angehört, es sind tatsächlich live-Mitschnitte, im Booklet steht, wie bereits mitgeteilt: recorded Decca 3/54, sonst nichts. Ob sie mit der Andromeda-Ausgabe identisch sind, kann ich nicht sagen. Jedenfalls nicht mit der Decca LP-Kassette oder der Decca-CD-Box in der Serie Original Masters.

Gruß Amadé
ab (18.08.2008, 19:21):
Aha, bei mir steht nur 3/1954, aber ein paar Zeilen darunter: "P The Decca Record Company"

Andromea hat 24kHtz-Remastering, es könnte sein, dass sie daher besser klingen, denn die 1998er Great-Pianists-Philips-Edition finde ich schon recht bescheiden transferiert. :(
Ich höre sie mir daher selten an.

(Backhausens letztes Konzert, das er wiederholt aus Schwächeanfällen unterbrechen musste und nicht programmgemäß beenden konnte, gabs auch einmal bei Decca aber auch bei Ermitage in Italien.)
sahrapa92 (10.01.2012, 17:13):
kempff war einfach ein ausnahmekönner, hab seine beethovenaufnahmen aus den 60igern bewundet, technisch musikalisch abgerundet, auf hohem niveau, ein wahrer könner, aber: emotional sturm im wasserglas. alles wohlgeordnet, eher mendellsohn als beethoven.
beethoven war ein revolutionär, ein seelenverwandter schillers, zuweilen ein spötter, der zeitgenossen parodierte, sich über sein publikum mokierte, sich allen formen verweigerte.
bisher habe ich keinen pianisten gehört, der diese beethovenschen brüche darstellen konnte, seinen witz, den pathos, seine schmalzigkeit, seine unstillbare sehnsucht nach der (dem) geliebten.
mich dürstet nicht nach der 2 394ten klanglich und technisch perfekten aufnahme seiner noten, vielmehr nach dem, was er mit seiner musik mitteilen wollte.
sahra