Yuja Wang

Heike (01.05.2012, 14:33):
Yuja Wang (* 10. Februar 1987 in Peking, China) ist eine chinesische Pianistin.

Sie wuchs als Tochter einer Tänzerin und eines Schlagzeugers in Peking auf. Ersten Klavierunterricht erhielt sie mit sechs Jahren und studierte zunächst am Musikkonservatoriun in Peking. Mit 14 Jahren setzte sie ihr Studium am Mount Royal College im kanadischen Calgary fort. Sie zog später nach Philadelphia um und lebt heute in New York.

Nach ersten Preisen 2001 fand 2005 ihr Debüt in Europa statt. 2011 debütierte sie in der Carnegie Hall.
Sie nimmt exklusiv für die Dt. Grammophon auf.
(Quelle: Wiki)
Heike (01.05.2012, 15:16):
Recital, Staatsoper im Schillertheater, 30.4.12

LUDWIG VAN BEETHOVEN Sonate Es-Dur op. 27/1
SERGEJ PROKOFJEW - Sonate Nr. 6 A-Dur op. 82
FRANZ LISZT - Sonate h-Moll

Vorweg: Am besten hat mir der Prokofjev gefallen, so kontrastreich, temperamentvoll und zugleich klar und detailtreu gespielt, das war aberwitzig. Überhaupt, das in die Mitte des Programms zu setzen, das hat was. Wenn sie Oktaven spielte, fühlte man sich an Horowitz erinnert. Zudem hat sie einen sehr variablen Anschlag und konnte auch die Doppelbödigkeit in den langsamen Themen toll rüberbringen. So viel Stille bei Prokofjev habe ich im Publikum selten erlebt, sie konnte fesseln.

Positiv überrascht hat mich auch die Beethoven- Sonate. Sie spielte ein sehr schönes Legato und fand auch den richtigen Ton für Beethoven. Dynamisch und agogisch setzte sie auf Gegensätze, was im Detail sehr erfrischend war, mir manchmal vielleicht einen Minimoment zu viel. Aber nie plump oder nur auf Effekt bedacht. Sie vertiefte sich in die Musik und hatte was zu sagen.

Die Liszt-Sonate spielte sie viel besser als auf der CD, vor allem im zweiten Teil hatte das eine große Intensität. So brilliant habe ich das live noch nie gehört. Sie kriegte den ganz großen Rahmen dieses Ausnahmewerkes vielleicht noch nicht völlig hin, aber das störte nicht, es war ein klasse Auftritt. Es gab für das jubelnde Publikum im vollen Saal 3 Zugaben (Scrjabin, eine Carmen-Bearbeitung und eine Gluck-Thema- Bearbeitung aus Orpheus und Euridice).

Ich habe sie jetzt schon mehrmals live gehört, zwar fehlt mir noch ein wenig das gewisse Etwas bei ihr, so richtig farbig ist ihr Klang noch nicht, aber ich denke mal, die hat sowohl das technische Potential als auch ein gutes Gespür für die Musik - ich bin sehr neugierig auf ihre weitere Entwicklung.

Ach ja, sie sah wunderschön aus, zuerst in einem langen roten rückenfreien Kleid und nach der Pause in einem dunkelblauen Abendkleid. Dazu High Heels. Ungemein ästhetisch anzuschauen.
Heike
schwarzehand (03.05.2012, 23:18):
Frau Wang ist übrigens gleich bei Harald Schmidt zu Gast.
sahrapa92 (08.07.2012, 14:51):
ich hab sie dort gehört, atemberaubend, ihr spiel.
junge pianisten müssen sich in der arena wie zirkuspferde mit ihren pirouetten bewähren, will sagen, sich an den virtuosesten stücken der literatur produzieren.

ich habe in den letzen 20 jahren nichts vergleichbares gehört, die lisztsonate genau in den säuisch schweren passagen im tempo, pianisten wissen, was ich meine.
petrouschka dasselbe, die frau verfügt über eine atemberaubende virtuosität.
virtuosität in gutem sinne, gepaart mit musikalität und darstellungskraft.

interessiert hätte mich ihre interpretation der aschenputtelsonate op 27/1, selten bis nie zu hören in den konzertsälen.
sahra