heute habe ich im Radio Klaviermusik von franz xaver mozart gehört, allerdings habe ich keine Solo-Aufnahmen (außer Klaviekonzerte) entdecken können. Gibts da was? Danke!
Ganong (21.11.2006, 17:41): Lieber ab ,
kannst Du mir bitte mehr über f x Mozart sKompositionen schreiebn . ich bin völlig uninformiert .
Dank und best eGrüsse nach Innsbruck !
Frank
ab (22.11.2006, 11:04): Ich weiß leider auch von nichts, sondern hörte nur im Radio eine polonaise melancolique nr 5, gespielt von einer mit bis dato unbekannten susanna artzt, die in Wien ausgebildet wurde, wovon hier etwas zu lesen ist. Das hat mein Interesse erregt.
Beste Grüße
(ps. Welche Einspielung von Beethovens Klaviertrios könntest du mir wirklich ans Herz legen? Ich habe bislang nichts gefunden....)
satie (22.11.2006, 11:25): Mein MGG sagt folgendes:
Mozarts jüngster Sohn war auf Franz Xaver Wolfgang get., wurde aber, da er sich als mus. sehr begabt erwies, von seiner Mutter in Wolfgang Amadeus umbenannt und dem Musikerberuf zugeführt. Als Constanze Anfang 1796 eine Kunstreise in deutsche Städte unternahm, brachte sie Wolfgang nach Prag, wo er vom Ehepaar Duschek und Niemeczek betreut wurde. Eineinhalb Jahre später kehrte Constanze mit ihrem Sohn nach Wien zurück und verschaffte ihm die tüchtigsten Lehrer, so S. von Neukomm, A. Streicher, J. N. Hummel, G. Vogler, J. G. Albrechtsberger und A. Salieri. Im Alter von vierzehn Jahren trat Wolfgang das erste Mal als Pianist und Komp. mit großem Erfolg vor die Öffentlichkeit. Ab 1808 betätigte er sich in Galizien, zuerst als Musikerzieher in Adelsfamilien, dann als freischaffender Künstler. Er konzertierte wiederholt und schuf zahlreiche Kl.-Kompos. Ende 1818 trat er eine Konzertreise an, die eineinhalb Jahre dauerte und auf der er ein Tagebuch führte. Durch Rußland, Polen und Preußen kam er nach Dänemark, wo er bei seiner Mutter und seinem Stiefvater G. N. Nissen längeren Aufenthalt nahm. Dann ging die Kunstfahrt durch Deutschland nach Prag, Wien, Graz und Laibach, allenthalben von künstlerischen Erfolgen begleitet. Eine Enttäuschung erfuhr er nur in Oberitalien, da es zu keinem Konzert kam. Der einzige Lichtpunkt daselbst war das Wiedersehen mit seinem Bruder in Mailand. Im Spätherbst 1820 wagte er den Ritt über den Splügen in die Schweiz. Wieder folgte in der Schweiz und in Süddeutschland Konzert auf Konzert. Nach Österreich zurückkehrend, besuchte er Salzburg, die Geburtsstadt seines Vaters, und begrüßte seine Tante Marianne Berchtold zu Sonnenburg. In Wien hielt sich Wolfgang über ein Jahr lang auf, ohne die erhoffte feste Anstellung zu finden. So kehrte er wieder nach Lemberg zurück, gründete den Cäcilienchor, der freilich nur kurzlebig war, betätigte sich vorübergehend als Kpm. des Theaters und gab neuerlich Kl.- Unterricht. Von Lemberg aus besuchte er viermal seine Mutter in Salzburg; 1838 verlegte er seinen Wohnsitz nach Wien, wo er erlesene Hausmusik pflegte. Als 1841 in Salzburg das Mozarteum gegr. wurde, bemühte sich seine Mutter vergebens, ihm die Dir.-Stelle zu verschaffen. Für die Feier zur Denkmalsenthüllung in Salzburg im Sept. 1842 verf. er eine Kantate, und beim ersten Festkonzert trat er das letzte Mal als Pianist öffentl. auf. Seelisch und körperlich erschöpft kehrte er nach Wien zurück. Ehrungen aus dem In- und Ausland vermochten ihn nicht aufzurichten. Im Winter 1843/44 begann er zu kränkeln; im Juni suchte er in Karlsbad Heilung, doch verschied er schon nach wenigen Wochen. Für ein würdiges Grabmal sorgte seine Freundin Josephine Baroni- Cavalcabò; F. Grillparzer verf. die Grabinschrift. Wolfgang Amadeus Mozart (d. J.) brachte es trotz seines Fleißes nicht zu großen kompositorischen Leistungen, und da man ihn immer wieder mit dem Vater und dessen Schaffen verglich, wurde ihm der Name des Vaters zur Bürde. Eine schwere Enttäuschung in seinem Liebesverhältnis (er blieb ledig) und fortwährende wirtschaftliche Sorgen lähmten seine Schaffenskraft. Als Pianist bewies er beachtliches Können, als Lehrer und Vermittler zwischen Künstler und Laien machte er sich sehr verdient. Im Vater sah er das hehrste Vorbild, ihm zu dienen als seine Verpflichtung. Die Lauterkeit seines Charakters und die Liebenswürdigkeit seines Wesens sicherten ihm wertvolle Freundschaften, so auch die von R. Schumann, F. Grillparzer, J. Spaun u.a. Wolfgang Amadeus Mozart d. J. gehörte nicht zu den Großen der Zeit, überragte aber den Durchschnitt des üblichen Schaffens. Als Persönlichkeit und Komp. verdient er auch das Interesse der Gegenwart.
ab (22.11.2006, 18:11): Habe gerade beim Wiener Forum gelesen, dass es von ihm eine Klaviersonate sowie 8 Klaviervariationen neben den zwei Klavierkonzerten gibt. Über Aufnahmen wird dort - wie so oft - nichts gesagt.
Amadé (23.11.2006, 15:09): Hallo ab,
in meinem Archiv steht eine LP mit Gidon und Elena Kremer mit der C-dur Fantasie D.934 von Schubert, auf der 2.Seite befindet sich die Grand Sonate für Violine und KLavier E-dur op.19 von F.X.W. Mozart, Philips P.1980. Ich habe dieses Werk jedoch lange nicht mehr gehört. Alfred Beaujean schrieb damals im Beleittext "... die Grand Sonate ... hält sich formal schulgerecht an die klassische Duosonaten-Tradition mit ihrem brilliant dominierenden KLavierpart in den schnellen Ecksätzen. Davon zeugen das aufsteigende Dreiklanghauptthema des Kopfsatzes wie das gefällige Final-Rondo. Romantischere, persönlichere Töne schlägt das Andantino espressivo an. ... Hier scheint die melodische Ausdruckswelt Schuberts das klassische Formmuster zu überlagern".
Bei jpc-Schallplatten wird im Augenblick folgendes von F.X.W. Mozart angeboten: -- Lieder gesungen von B. Bonney - Decca -- KLavierkonzerte Nr.1 und 2 - Novalis -- KLavierkonzert Nr.2 + KV 482 , S. Knauer - Berlin classics -- Grand Sonate op.19 in der Ausführung mit Violoncello , Wolfgang Boettcher mit Ehefrau Musik für Klavier solo ist im Augenblick wohl nicht im Programm.
Gruß Bernd
:hello
ab (23.11.2006, 21:37): Original von Amadé in meinem Archiv steht eine LP mit Gidon und Elena Kremer mit der C-dur Fantasie D.934 von Schubert, auf der 2.Seite befindet sich die Grand Sonate für Violine und KLavier E-dur op.19 von F.X.W. Mozart, Philips P.1980.
Das klingt aber interessant! Dies dürfte wohl nie auf CD erschienen sein, oder?
ab (21.11.2006, 11:36): Liebe Forianer,
heute habe ich im Radio Klaviermusik von franz xaver mozart gehört, allerdings habe ich keine Solo-Aufnahmen (außer Klaviekonzerte) entdecken können. Gibts da was? Danke!
Ganong (21.11.2006, 17:41): Lieber ab ,
kannst Du mir bitte mehr über f x Mozart sKompositionen schreiebn . ich bin völlig uninformiert .
Dank und best eGrüsse nach Innsbruck !
Frank
ab (22.11.2006, 11:04): Ich weiß leider auch von nichts, sondern hörte nur im Radio eine polonaise melancolique nr 5, gespielt von einer mit bis dato unbekannten susanna artzt, die in Wien ausgebildet wurde, wovon hier etwas zu lesen ist. Das hat mein Interesse erregt.
Beste Grüße
(ps. Welche Einspielung von Beethovens Klaviertrios könntest du mir wirklich ans Herz legen? Ich habe bislang nichts gefunden....)
satie (22.11.2006, 11:25): Mein MGG sagt folgendes:
Mozarts jüngster Sohn war auf Franz Xaver Wolfgang get., wurde aber, da er sich als mus. sehr begabt erwies, von seiner Mutter in Wolfgang Amadeus umbenannt und dem Musikerberuf zugeführt. Als Constanze Anfang 1796 eine Kunstreise in deutsche Städte unternahm, brachte sie Wolfgang nach Prag, wo er vom Ehepaar Duschek und Niemeczek betreut wurde. Eineinhalb Jahre später kehrte Constanze mit ihrem Sohn nach Wien zurück und verschaffte ihm die tüchtigsten Lehrer, so S. von Neukomm, A. Streicher, J. N. Hummel, G. Vogler, J. G. Albrechtsberger und A. Salieri. Im Alter von vierzehn Jahren trat Wolfgang das erste Mal als Pianist und Komp. mit großem Erfolg vor die Öffentlichkeit. Ab 1808 betätigte er sich in Galizien, zuerst als Musikerzieher in Adelsfamilien, dann als freischaffender Künstler. Er konzertierte wiederholt und schuf zahlreiche Kl.-Kompos. Ende 1818 trat er eine Konzertreise an, die eineinhalb Jahre dauerte und auf der er ein Tagebuch führte. Durch Rußland, Polen und Preußen kam er nach Dänemark, wo er bei seiner Mutter und seinem Stiefvater G. N. Nissen längeren Aufenthalt nahm. Dann ging die Kunstfahrt durch Deutschland nach Prag, Wien, Graz und Laibach, allenthalben von künstlerischen Erfolgen begleitet. Eine Enttäuschung erfuhr er nur in Oberitalien, da es zu keinem Konzert kam. Der einzige Lichtpunkt daselbst war das Wiedersehen mit seinem Bruder in Mailand. Im Spätherbst 1820 wagte er den Ritt über den Splügen in die Schweiz. Wieder folgte in der Schweiz und in Süddeutschland Konzert auf Konzert. Nach Österreich zurückkehrend, besuchte er Salzburg, die Geburtsstadt seines Vaters, und begrüßte seine Tante Marianne Berchtold zu Sonnenburg. In Wien hielt sich Wolfgang über ein Jahr lang auf, ohne die erhoffte feste Anstellung zu finden. So kehrte er wieder nach Lemberg zurück, gründete den Cäcilienchor, der freilich nur kurzlebig war, betätigte sich vorübergehend als Kpm. des Theaters und gab neuerlich Kl.- Unterricht. Von Lemberg aus besuchte er viermal seine Mutter in Salzburg; 1838 verlegte er seinen Wohnsitz nach Wien, wo er erlesene Hausmusik pflegte. Als 1841 in Salzburg das Mozarteum gegr. wurde, bemühte sich seine Mutter vergebens, ihm die Dir.-Stelle zu verschaffen. Für die Feier zur Denkmalsenthüllung in Salzburg im Sept. 1842 verf. er eine Kantate, und beim ersten Festkonzert trat er das letzte Mal als Pianist öffentl. auf. Seelisch und körperlich erschöpft kehrte er nach Wien zurück. Ehrungen aus dem In- und Ausland vermochten ihn nicht aufzurichten. Im Winter 1843/44 begann er zu kränkeln; im Juni suchte er in Karlsbad Heilung, doch verschied er schon nach wenigen Wochen. Für ein würdiges Grabmal sorgte seine Freundin Josephine Baroni- Cavalcabò; F. Grillparzer verf. die Grabinschrift. Wolfgang Amadeus Mozart (d. J.) brachte es trotz seines Fleißes nicht zu großen kompositorischen Leistungen, und da man ihn immer wieder mit dem Vater und dessen Schaffen verglich, wurde ihm der Name des Vaters zur Bürde. Eine schwere Enttäuschung in seinem Liebesverhältnis (er blieb ledig) und fortwährende wirtschaftliche Sorgen lähmten seine Schaffenskraft. Als Pianist bewies er beachtliches Können, als Lehrer und Vermittler zwischen Künstler und Laien machte er sich sehr verdient. Im Vater sah er das hehrste Vorbild, ihm zu dienen als seine Verpflichtung. Die Lauterkeit seines Charakters und die Liebenswürdigkeit seines Wesens sicherten ihm wertvolle Freundschaften, so auch die von R. Schumann, F. Grillparzer, J. Spaun u.a. Wolfgang Amadeus Mozart d. J. gehörte nicht zu den Großen der Zeit, überragte aber den Durchschnitt des üblichen Schaffens. Als Persönlichkeit und Komp. verdient er auch das Interesse der Gegenwart.
ab (22.11.2006, 18:11): Habe gerade beim Wiener Forum gelesen, dass es von ihm eine Klaviersonate sowie 8 Klaviervariationen neben den zwei Klavierkonzerten gibt. Über Aufnahmen wird dort - wie so oft - nichts gesagt.
Amadé (23.11.2006, 15:09): Hallo ab,
in meinem Archiv steht eine LP mit Gidon und Elena Kremer mit der C-dur Fantasie D.934 von Schubert, auf der 2.Seite befindet sich die Grand Sonate für Violine und KLavier E-dur op.19 von F.X.W. Mozart, Philips P.1980. Ich habe dieses Werk jedoch lange nicht mehr gehört. Alfred Beaujean schrieb damals im Beleittext "... die Grand Sonate ... hält sich formal schulgerecht an die klassische Duosonaten-Tradition mit ihrem brilliant dominierenden KLavierpart in den schnellen Ecksätzen. Davon zeugen das aufsteigende Dreiklanghauptthema des Kopfsatzes wie das gefällige Final-Rondo. Romantischere, persönlichere Töne schlägt das Andantino espressivo an. ... Hier scheint die melodische Ausdruckswelt Schuberts das klassische Formmuster zu überlagern".
Bei jpc-Schallplatten wird im Augenblick folgendes von F.X.W. Mozart angeboten: -- Lieder gesungen von B. Bonney - Decca -- KLavierkonzerte Nr.1 und 2 - Novalis -- KLavierkonzert Nr.2 + KV 482 , S. Knauer - Berlin classics -- Grand Sonate op.19 in der Ausführung mit Violoncello , Wolfgang Boettcher mit Ehefrau Musik für Klavier solo ist im Augenblick wohl nicht im Programm.
Gruß Bernd
:hello
ab (23.11.2006, 21:37): Original von Amadé in meinem Archiv steht eine LP mit Gidon und Elena Kremer mit der C-dur Fantasie D.934 von Schubert, auf der 2.Seite befindet sich die Grand Sonate für Violine und KLavier E-dur op.19 von F.X.W. Mozart, Philips P.1980.
Das klingt aber interessant! Dies dürfte wohl nie auf CD erschienen sein, oder?
Sarastro (07.03.2008, 18:58): Das einzige mir bisher bekannte Werk von Franz Xaver Mozart ist sein Klavierkonzert C-Dur op. 14. Ich hatte es vor sehr vielen Jahren im Radio gehört und auf Kassette aufgenommen; es gefällt mir recht gut, und ich empfinde es als Bereicherung des Repertoires. Bei aller mehr oder weniger spürbaren "Mozart-Ähnlichkeit" merkt man durchaus, daß dieses Konzert schon in einer späteren Zeit entstanden ist. Ich frage mich, an wen Stil und Melodik - von den Anklängen an die Musik des Vaters einmal - am ehesten erinnern: J.N. Hummel ist anders, Beethoven erst recht, Schubert aber auch (aber man muß ja nicht immer vergleichen oder gar die "Kleinen" gegen die "Großen" ausspielen und kann auch mal "einfach so" genießen ...).
Auf Werke dieses Komponisten und Aufnahmen kommt man unter http://www.klassika.info/Komponisten/Mozart_FX/wv_gattung.html , dort auch eine Einspielung des besagten C-Dur Konzerts (mit Möglichkeit zum Reinhören). Es gibt auch ein Klavierquartett, eine Cellosonate und zwei Violinsonaten.