coolblue74 (24.04.2012, 18:43): Hallo zusammen, Wo bekommt man Infos über neuaufnahmen oder Künstler her. Gibtel gute Zeitungen oder andere quellen?
artemis (25.04.2012, 20:41): hallo coolblue, ich habe das Klassik & Jazz Magazin "Rondo" abboniert (Hörbeispiele auf einer mitgelieferten CD). Mir fehlt jedoch derzeit die Zeit, sie wirklich intensiv durchzulesen. Dann hatte ich noch die Zeitschrift "Fonoforum", die ich jedoch abbestellt habe, da m.E. das Preis-Leistung-Verhältnis nicht stimmig war. Ich bin jedoch ein Klassikeinsteiger, daher habe ich hier nicht wirklich Ahnung. LG - artemis
Jürgen (25.04.2012, 23:53): Ich bekomme meine Infos über Neuerscheinungen zu 90% über dieses Forum.
Es gibt da einen Faden: Neuerscheinungen auf dem Klassikmarkt Du wirst sehen, dass da einer ganz fleißig ist :down
Ein Klassik-Magazin habe ich noch nie abboniert, ja ich muss gestehen, noch nie gelesen.
Grüße Jürgen
Cantus Arcticus (26.04.2012, 13:55): Original von Jürgen Ich bekomme meine Infos über Neuerscheinungen zu 90% über dieses Forum.
Es gibt da einen Faden: Neuerscheinungen auf dem Klassikmarkt Du wirst sehen, dass da einer ganz fleißig ist :down
Ein Klassik-Magazin habe ich noch nie abboniert, ja ich muss gestehen, noch nie gelesen.
Grüße Jürgen
Hallo Zusammen
ich habe über Jahre das FonoForum Magazin gelesen.
Mit der Zeit habe ich dann feststellen müssen, dass keine Spannung mehr beim Lesen aufkommt. Das liegt keinesfalls an der Redaktion oder der Qualität des Magazins an sich, nur:
Irgendwann hat man das Interview des zweitausendsten "Wunderkindes" an der Geige oder am Flügel gelesen und zum zigsten Mal wird einem die absolut eigene Interpretation der Werke Chopins, Brahms, Liszt etc. etc. vorgesetzt. Das langweilt mit der Zeit ganz schön für den Preis, denn man dafür zahlt.
Interessante Artikel oder gute und verständliche Werkanalysen sind irgendwie Mangelware geworden und die Flut an Aufnahmen und Produktionen hat inflationäre Ausmasse angenommen. Was nützt einem die 592ste Einspielung der Symphonien Beethovens, die gemäss den Medien besser als alle vorherigen ist? Karajan, Bernstein, Makerras, Gardiner, Wand, Hogwood, Zinman, Chailly....? Manchmal waren die Besprechungen dermassen abgehoben verfasst, dass man einen Duden zur Entschlüsselung brauchte....
Wie auch immer, ich habe es nicht mehr auf meiner Lektürenliste drauf... .. und ich stimme Jürgen bezüglich unseres Neuerscheinungen-Threads vollkommen zu.
Gruss :hello Stefan
ab (27.04.2012, 08:44): übers Internet täglich etwa bei klassik-heute oder bei klassic.com wöchentlich etwa Rondomagazin und auf Englisch etwa bei Classics Today. Älteren Kritiken bestimmter Aufnahmen gehe ich auch gerne bei Gramophone oder bei musicweb nach. :hello
Hosenrolle1 (22.04.2016, 14:47): Original von Cantus Arcticus Irgendwann hat man das Interview des zweitausendsten "Wunderkindes" an der Geige oder am Flügel gelesen und zum zigsten Mal wird einem die absolut eigene Interpretation der Werke Chopins, Brahms, Liszt etc. etc. vorgesetzt. Das langweilt mit der Zeit ganz schön für den Preis, denn man dafür zahlt.
Interessante Artikel oder gute und verständliche Werkanalysen sind irgendwie Mangelware geworden und die Flut an Aufnahmen und Produktionen hat inflationäre Ausmasse angenommen.
Ich kann dir da nur absolut Recht geben! Ich habe ebenfalls den Eindruck, dass es nur mehr um Aufnahmen geht, aber zu den Werken wird kaum ein Wort gesagt - obwohl DAS einmal interessant wäre. Wie ist ein Werk aufgebaut, wo sind die Besonderheiten, was war evtl. revolutionär neu, wo sind die Schwierigkeiten, wie ist es instrumentiert, welche Fassungen gibt es? usw. usw.
Für die Hörer, die sich eingehender mit dem Werk beschäftigen wollen, ist da nichts mehr dabei. Mir fällt da zum Vergleich spontan eine Zeitschrift wie "Gitarre und Bass" ein, die ich in meinem Irrsinn vor ungefähr 15 Jahren regelmäßig gekauft habe. Da gab es nicht nur Rezensionen von Equipment, sondern auch längere Interviews mit den Künstlern, wobei auch immer nachgefragt wurde, welches Equipment sie verwenden, und am Ende gab es einen Workshop-Teil mit Noten und Tabulaturen, wo Stücke transkribiert und auch erläutert wurden.
Wieso sollte das nicht auch in einem Klassimagazin gehen?
Das einzige Klassimagazin, das ich regelmäßig lese ist das Opernglas (wo es aber in erster Linie um Opernaufführungen geht), das ich mir aus der Bücherei gratis ausborge. Da schaue ich ab und zu auch einmal in andere Klassikzeitschriften hinein, aber im Grunde ist es so wie du sagst.
LG, Hosenrolle1
Hosenrolle1 (22.04.2016, 19:55): Wobei ich noch hinzufügen möchte, leider druckt auch das Opernglas diese unsäglichen, grauslichen Photoshop-Bilder verschiedener Künstler ab!
Gerade habe ich auf YouTube ein weiteres Video zum Thema Autotune in der Popmusik gesehen, wo es darum ging, wie künstlich alles wird. SängerInnen, die nicht singen können, verwenden Autotune und andere Computereffekte, um "gut" zu klingen, singen vor zahlendem Publikum oft gar nicht mehr live, sondern lip-sync.
Man sollte meinen, dass so etwas nur die Popbranche betreffe, aber in der Klassik wird es zunehmend auch so. Nicht nur, dass Aufnahmen mit dem Computer auf alle möglichen Weisen bearbeitet werden, sehen die Künstler selbst auf dem Cover aus wie angeschmierte Wachspuppen. Keine Natürlichkeit mehr, wie noch auf den Cover von vor 50 Jahren. Alles glatt, seelenlos und modern.
Gerade heute habe ich auf der Straße ein Werbeplakat für irgendein Garanca-Konzert gesehen. Ich hätte die Sängerin da nicht erkannt, weil von ihr nicht mehr viel übrig war nach der Retusche.
Naja, sorry für das OT, aber andere Klassikzeitschriften tun das ja auch.
LG, Hosenrolle1
EinTon (23.04.2016, 16:38): Original von Hosenrolle1 Mir fällt da zum Vergleich spontan eine Zeitschrift wie "Gitarre und Bass" ein, die ich in meinem Irrsinn vor ungefähr 15 Jahren regelmäßig gekauft habe. Da gab es nicht nur Rezensionen von Equipment, sondern auch längere Interviews mit den Künstlern, wobei auch immer nachgefragt wurde, welches Equipment sie verwenden, und am Ende gab es einen Workshop-Teil mit Noten und Tabulaturen, wo Stücke transkribiert und auch erläutert wurden.
Das ist ja auch eine Musikerzeitschrift , die sich an praktizierende Gitarristen richtet, und kein auf Nur-Hörer ausgerichtetes Blatt.
Was Du suchst, findest Du vielleicht in musikwissenschaftlichen Zeitschriften. Du kannst ja mal in Wien der Musikhochschulbibliothek einen Besuch abstatten (falls man Dich da als Nicht-Studenten reinlässt) und dort ein bisschen stöbern bzw. probelesen... Die Zeitschriften kannst Du aber natürlich auch als Privatperson bestellen.
Gruß,
Normann
Hosenrolle1 (23.04.2016, 17:53): Original von EinTon Das ist ja auch eine Musikerzeitschrift , die sich an praktizierende Gitarristen richtet, und kein auf Nur-Hörer ausgerichtetes Blatt.
Da hast du schon Recht, aber was spricht dagegen, trotzdem in jedem Heft eine oder zwei Werkseinführungen zu bringen? Die auch für Nur-Hörer verständlich sind. Es soll ja keine eingehende Analyse mit Notenbeispielen sein, sondern einfach nur ein leicht zu lesender Aufsatz über das Werk, wo sich auch Nur-Hörer etwas mitnehmen können und mehr darüber erfahren.
Auf die Weise wird man vielleicht auch auf neue Sachen aufmerksam und neugierig.
Und ich bin mir sicher, dass nicht nur Nur-Hörer die Zeitschrift lesen. :)